Serotonin: Wie Vitamin B6 & Zink das Leben verändern können - edubily GmbH
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Der Großteil des körpereigenen Serotonins wird im Darm gebildet. Der Darm macht uns hoffentlich glücklich. Leider ist die Datenlage sehr dünn. Wir wissen nicht, ob wir durch das Füttern unseres Darms (z. B. mit Ballaststoffen oder Präbiotika wie Resistenten Dextrin) auch dafür sorgen können, dass mehr Serotonin entsteht.

Daher bleiben wir beim anderen Weg: Serotonin, ein Neurotransmitter, entsteht aus Tryptophan. Das ist eine Aminosäure. Damit daraus das bekannte 5-Hydroxytryptophan entsteht, braucht man Folsäure. Damit aus 5-HTP dann Serotonin entsteht, brauchen wir Pyridoxin, also Vitamin B6.

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Auch L-DOPA wird nur dann zu Dopamin verarbeitet, wenn Pyridoxin da ist.

Der Grund heißt Aromatische-L-Aminosäure-Carboxylase. Das ist ein Enzym. Und dieses Enzym arbeitet nur dann, wenn (das aktivierte) Pyridoxin da ist.

Das ist interessant, denn somit ist Pyridoxin ein Vitamin, das essentiell ist für die Produktion von zwei sehr, sehr wichtige Neurotransmittern.

Was ist Serotonin eigentlich?

Serotonin macht innerlich ruhig und gelassen, dämpft das Gehirn. Man sieht Probleme nicht mehr als etwas, was einen erdrückt.

Filme, die unserer rechten Gehirnhälfte (= Fantasie) entspringen, sagen oft sehr viel Wahres, zeigen uns archetypische Symbole. Ein solches Symbol ist … der König macht sich die Finger nicht schmutzig. Er steht über den Dingen. Für das Grobe hat er seinen “Held”, der gerne kämpft.

Kämpfen ist gut. Hat aber mit “über den Dingen stehen” wenig zu tun.

Daran muss ich mich täglich erinnern.

meerkatze

Abb. 2: Grünmeerkatze

Bestätigt wird das durch das Tierreich: Grünmeerkatzen – keine Katzen, sondern Primaten – haben doppelt so viel Serotonin im Körper, wenn sie in der Hierarchie oben stehen. Nimmt man den Alphatieren ihre Position im Rudel, dann fällt der Serotonin-Spiegel und die Tiere werden depressiv. Interessant: Gibt man ein Antidepressivum, Prozac, das dafür sorgt, dass sich Serotonin anreichert, dann wird dieses Tier das Alphatier.

Also vermutlich nix mit dumpfem Machtgehabe in Testosteron-Manier, sondern … etwas anderes.

Ich finde es sehr interessant, dass andere Tiere depressiv werden, wenn man ihnen Serotonin nimmt … Was könnte das für dich bedeuten?

Vitamin B6 und Zink verändern das Leben

Alphawellen und andere kann man im Gehirn messen.

Ich habe dir im Buch eine Mentaltechnik an die Hand gegeben, um diesen Wellengang ruhiger zu machen. Damit du du bist und einen für dich normalen Intelligenzquotienten aufweist, brauchst du einen ruhigen Wellengang im Kopf.

Um zu verstehen, was in dir in manchen Situationen passiert, solltest du folgende Kaskade verstehen: Angenommen in deinem Gehirn hat sich eine Angst vor einer gewissen Sache eingenistet. Wann immer du diese Sache siehst, egal ob real oder vor deinem inneren Auge, bekommst du klassische Angstsymptome (die ich hier nicht aufzähle).

Was passiert biochemisch? 

Katecholamine.

Flight or fight. Flucht oder Kampf.

Ich denke nicht, dass die Natur wollte, dass du in diesen Phasen Gedichte schreibst, Lieder komponierst, die Weltformel entdeckst oder sonstige geniale Ideen spinnst … in diesen Momenten solltest du überleben, da solltest du keine große Persönlichkeit sein, sondern etwas, das funktioniert.

Das ist etwas, was wir 2 Millionen Jahre lang immer mal wieder erlebt haben … heute ist es bei vielen ein Dauerzustand.

Katecholamine müssen das Gehirn beeinflussen und umgekehrt muss das Gehirn auch die Konzentration der Katecholamine beeinflussen.

Egal, wie genau das passiert, eine Sache ist sehr sicher: Bist du entspannt und konzentriert, dann ist der Wellengang im Gehirn ruhiger als während harten Stresssituationen. Und das kann man messen.

Ich kenne leider keine Untersuchung, aber ich bin mir sehr sicher, dass ein Anstieg von Serotonin auch dafür sorgt, dass die Gehirnwellen anders daherkommen als Marker für den Erregungsgrad des Gehirns. Und dann funktioniert es auch besser.

Pyridoxin, Serotonin und Bluthochdruck

Diesen eben beschriebenen Zusammenhang kann man studieren.

Man induziert Ratten einen Pyridoxin-Mangel. Daraufhin fällt Serotonin ab, insgesamt 1/3 weniger als normal. Die Tiere werden hypersensibel und chronisch erregt (kennen wir alle) und bekommen massiv Bluthochdruck (auch das kennen wir).

Füttert man nun eine ordentliche Dosis Pyridoxin, dann fällt der Blutdruck innerhalb von 24 Stunden deutlich ab, auf Normalniveau. Auch Serotonin steigt massiv an.

Würde für uns heißen: Keine Depression mehr, keinen selbst induzierten Stress mehr, Bluthochdruck weg.

Natürlich könnte man ähnliche Geschichten auch über Folsäure erzählen.

Empfehlungen und Möglichkeiten

Doch was erreichen wir mit diesem Wissen? Wir wissen, dass die Serotonin-Produktion nicht nur abhängt von der Aminosäure, um die wir uns – aus Gründen der Konzentration (analysiere mal Aminosäureprofile von diversen Nahrungsmitteln) – am meisten kümmern müssen, Tryptophan, sondern auch von Co-Faktoren wie Folsäure und Pyridoxin, also Vitamin B6.

Interessant: Geniale Forschungen von Wurtman, der u. a. seit über 10 Jahren an der Wirkung von DHA/Cholin/Uridin auf das Gehirn forscht, haben gezeigt, dass manche Enzyme eine schwache Bindung an den Ausgangsstoff haben. Daher: Er zeigte, dass die Enzyme, die Tryptophan verarbeiten, recht schlecht arbeiten. Er postulierte daher damals eine so genannte “Ausgangssubstanz-Abhängigkeit” – er konnte zeigen, dass schon die Gabe von kleinen Mengen Tryptophan dafür sorgt, dass massiv mehr Serotonin entsteht. Umgekehrt meinte er, dass man auch einen weiteren Flaschenhals selbst, das Enzym, modulieren könnte, indem man einfach die spezifische Konzentration des Enzyms bzw. die Funktionalität erhöht. Wie das geht: siehe oben.

Trotz guter Ernährung ist der Folsäure-Wert bei den meisten auch immer nur niedrig-mittelmäßig. Das sollte zu denken geben, wenn das Glück im Kopf gesucht wird und Freude fehlt.

Wer also insgesamt keine Eiweißshakes mag, um das Gesamteiweiß anzuheben, der sollte wenigstens die Reaktionsgeschwindigkeit positiv beeinflussen, indem er dem Körper ausreichend Folsäure und Vitamin B6 zur Verfügung stellt.

Und jetzt kommt etwas sehr Wichtiges: Ich bin ein Dopamin-Typ. Ich brauche mich nicht um diesen dominanten Neurotransmitter zu kümmern. Ich brauche das Gegenteil, die Entspannung und die Ruhe. Daher muss ich da nachhelfen. Bei dir sieht das vielleicht anders aus.

Ich helfe nach mit Hilfe von diversen Interventionen, die allesamt wirklich gut sind. Meditation, Sport usw. Aber nichts hat mir jemals so geholfen wie … andere Neurotransmitter in meinem Kopf ansteigen zu lassen.

Daher: Du musst deinen Körper kennen (lernen) und wissen, welche Probleme, welche Schwachstellen dich kennzeichnen.

Anmerkung: Ich bespreche hier Reaktionen, die wir selbst beeinflussen können. Das ist der Punkt. Wenn wir endlich verstehen wollen, wie wir unseren Körper so verändern können, dass er auf einem besseren Niveau funktioniert, dann müssen wir die Biochemie kennen. Das ist die einzige Möglichkeit, handlungsfähig zu sein und zu bleiben. 

Daher wundert es mich immer stark, wenn ich Rezensionen lese von Büchern zu genau diesem Thema. “The mood cure” ist so ein Buch. Ich habe es selbst nicht gelesen, aber es scheint generell genau das Obige zu beschreiben. Dann schreiben Menschen: “Schlechtes Buch, weil hier nur über Nahrungsergänzungsmitteln geredet wird.” 1-Sterne-Rezension.

Was soll man dazu sagen? Beratungsresistent. Hilflos. Undankbar.

Oder, wie Mario Basler das mal gesagt hat: “In Amerika drüwwe, da kommt de Nachbar und schüttelt einem die Hand. In Deutschland werden einem die Reifen zerstochen.” Wie wahr.

Studien und Quellen

Paulose, C., Dakshinamurti, K., Packer, S. and Stephens, N. (1988). Sympathetic stimulation and hypertension in the pyridoxine-deficient adult rat. Hypertension, 11(4), pp.387-391.

Workman, L. and Reader, W. (2008). Evolutionary psychology. Cambridge: Cambridge University Press.

1 Kommentar

Guido

Guido

Sehr schön erklärt, aber welche Rolle spielt denn nun das Zink? Nur in der Überschrift wird Zink erwähnt, im eigentlichen Text kein Wort zur Rolle des Zink. Oder liegt es vielleicht doch an meiner Brille? ;)

Sehr schön erklärt, aber welche Rolle spielt denn nun das Zink? Nur in der Überschrift wird Zink erwähnt, im eigentlichen Text kein Wort zur Rolle des Zink. Oder liegt es vielleicht doch an meiner Brille? ;)

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