BEITRAG
Biochemie

Körpereigene Antioxidantien statt Extra-Vitamin-C

Viele Menschen sind ja immer noch felsenfest davon überzeugt, dass sie Antioxidantien extra zuführen müssten. Und schmeißen beispielsweise im hohen Grammbereich Vitamin C ein.

Vitamin C soll “Elektronenspender” sein – und damit ein “starkes Antioxidans”, auf das wir unbedingt angewiesen sind. Verwiesen wird dann auf andere Primaten, die gerne sehr Vitamin-C-reiche Kost verzehren – oder, noch besser, Ratten, Schafe und Co., die Vitamin C im Grammbereich selbst bilden können.

Nochmal: Wir sollten lernen, dass wir Menschen sind. Keine Gorillas, Ratten oder Schafe. Speziell, was Vitamin C angeht:

Das mit diesem “körpereigenen Antioxidantien-Haushalt” ist immer etwas ominös. Was soll das eigentlich sein? Deshalb gibt es heute dazu mal eine kurze und knackige Erklärung.

Das körpereigene Antioxidantien-Netzwerk

Vor ein paar Jahren erschien eine Arbeit, die – als eine der wenigen – quasi das gesamte Antioxidantien-Netzwerk des Menschen abbildete. Das sieht so aus:

 

All die oben abgebildeten Punkte (rot, grün, blau) sind Enzyme, die sich hauptsächlich um’s Entschärfen von Radikalen und Co. kümmern.

Zur Erinnerung: Radikale sind Substanzen, denen – vereinfacht ausgedrückt – Elektronen fehlen. Deshalb braucht es andere Substanzen, die Elektronen liefern können. Das ganze Antioxidantien-System ist deshalb eine große Elektronentransportkette.

Wir wollen es an dieser Stelle gar nicht zu kompliziert machen. Fakt ist: So ein Antioxidantien-Netzwerk besteht nicht nur aus Vitamin C (oder Vitamin E, ß-Carotin oder andere Antioxidantien, über die gerne referiert wird), sondern aus einer großen Zahl an körpereigenen Enzymen.

Wie funktionieren diese Enzyme?

Im Wesentlichen finden sich oben drei Kategorien. Thiol-abhängige Antioxidantien (blau), Peroxidasen (rot) und Superoxiddismutasen (grün). Alle haben unterschiedlichen Aufgaben und spenden unterschiedlichen Radikalen oder oxidierten Stoffen ihre Elektronen.

  • Thiol-abhängige Antioxidantien spenden ihre Elektronen an oxidierte Proteine.
  • Peroxidasen spenden ihre Elektronen an Peroxide (z. B. Wasserstoffperoxid).
  • Superoxiddismutasen (SOD) spenden ihre Elektronen an das freie (Sauerstoff-)Radikal, Superoxid.

Über letztere Enzym-Gruppe (SOD) schreiben wir des Öfteren. Es gibt bei uns drei verschiedene Versionen des Enzyms: SOD1, SOD2 und SOD3. Eins ist in den Mitochondrien lokalisiert, eins finden wir extrazellulär (außerhalb der Zellen) und eins intrazellulär (innerhalb der Zellen) – diese Enzyme benötigen als Cofaktoren Mangan, Kupfer und Zink. Diese Enzyme sind einigermaßen selbstständig, da sie sich selbst immer wieder mit Elektronen beladen können.

Für quasi alle blau und rot markierten Enzyme gilt das nicht. Hier müssen die Elektronen irgendwoher kommen. Denn wenn diese Enzyme ihre Elektronen abgeben, entsteht in diesen Enzymen eine Elektronen-Lücke – woher kommen diese Elektronen?

Machen wir mal ein Beispiel.

Ein Großteil des kompletten Antioxidantien-Netzwerks lässt sich auf zwei wesentliche Elektronenbelieferer reduzieren, nämlich Glutathion-Reduktase und Thioredoxin-Reduktase:

  • Glutathion-Reduktase

Es finden sich viele rote Enzyme, die GPX im Namen stehen haben. Hierbei handelt es sich um Selen-abhängige Glutathionperoxidasen. Diese Glutathionperoxidasen übertragen ihre Elektronen auf Peroxide, zum Beispiel Wasserstoffperoxid. Die bei den Glutathionperoxidasen entstehende Elektronenlücke wird durch Elektronen vom Glutathion befüllt. Glutathion wiederum bekommt seine Elektronen von einem weiteren Stoff, der sich Glutathion-Reduktase nennt. Woher bekommt die Glutathion-Reduktase ihre Elektronen? Dazu gleich mehr.

  • Thioredoxin-Reduktase

Es finden sich viele blaue Enzyme, die TXN im Namen stehen haben. Hierbei handelt es sich um einen Superstoff mit dem Namen Thioredoxin – ein kleines Protein mit großer Wirkung. Denn dieses kleine Protein ist verantwortlich für das Elektronen-Beliefern vieler in blau gekennzeichneter Enzyme – deshalb steht TXN auch in den Namen. Thioredoxin wiederum bekommt seine Elektronen von einem Selen-abhängigen Enzym namens Thioredoxin-Reduktase. Doch woher bekommt diese Thioredoxin-Reduktase ihre Elektronen?

Bevor wir zur Frage aller Fragen kommen (“Woher kommen die ganzen Elektronen”?), will ich anmerken, dass klar werden soll, dass diese zwei wesentlichen Stellen im Antioxidantien-Haushalt Selen-abhängig sind. Oben drüber hatten wir Mangan, Kupfer und Zink.

Woher kommen die ganzen Elektronen?

Und jetzt mal zur Überraschung des Tages. Menschen, die Vitamin-C-Hochdosen zuführen, glauben, sie müssten immer wieder neue Elektronen in dieses Antioxidantien-Netzwerk einführen. Denn Vitamin C macht genau das: Es spendet, wie andere Antioxidantien auch, Elektronen.

Der Witz an der Sache ist, dass der Körper auf diese exogen zugeführten Elektronen gar nicht angewiesen ist. Wir nehmen sowieso eine Unmenge an Elektronen auf – der Grund, warum wir essen, ist, dass der Körper die Elektronen aus den Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen haben will, weil er damit über die in der Mitochondrien lokalisierte Elektronentransportkette Energie produziert.

Heißt: Die ganzen Elektronen, die da oben in dieses Antioxidantien-Netzwerk einfließen, kommen aus der Nahrung! Vor über einem Jahr hatten wir das schon mal thematisiert. Natürlich können diese Elektronen von körpereigenen Antioxidantien (z. B. Glutathion- und damit Glutathion-Reduktase) auch auf Vitamin C, Vitamin E und Co. übertragen werden. Im alten Artikel hatte ich das folgendermaßen vereinfacht:

Links das Radikal. Nach rechts die Elektronentransportkette, über drei verschiedene Substanzen. Dort, wo das Fragezeichen steht, muss ein Stoff namens NADP(H) hin. Dieser nimmt die Elektronen, die aus der Nahrung kommen und gibt sie an das Glutathion-System weiter.

Überraschung: Die Elektronen kommen aus Glukose, also Zucker.

Schon Ori Hofmekler wusste vor über 10 Jahren, dass wir nicht insulinresistent sein sollten. Denn Glukose muss in die Zellen kommen. Dort gibt es einen speziellen, uralten Reaktionsweg, den Pentose-Phosphat-Weg. Hier wird Glukose in erster Linie nicht für die Energiegewinnung genutzt, sondern um einen Elektronenspender namens NADPH zu bauen. Dieses NADPH wird in vielen, vielen anabolen Reaktionen genutzt: Steroid-Synthese, Lipid-Synthese, Lipid-Abbau, Cholesterin-Synthese, Entgiftungsreaktionen, Sphingolipid-Synthese und …

um Glutathion mit Elektronen zu befüllen. 

… Und nicht nur Glutathion bzw. die Glutathion-Reduktase – sondern auch das oben genannte Thioredoxin-Reduktase-System.

Also?

Also: Statt (wie so oft) Hochdosen irgendwelcher Stoffen, insbesondere Antioxidantien wie Vitamin C, E und Co. einzuwerfen, würde ich darauf achten, eine ausreichende Menge an Spurenelementen zuzuführen (doch Vorsicht, Spurenelemente sind Metalle, und auch Metalle können Radikale erzeugen) – und ausreichende Mengen der Aminosäure Cystein. Denn erst diese Aminosäure ermöglicht dem Großteil des körpereigenen Antioxidantien-Systems die Elektronenübertragung bzw. -weitergabe.

PS: Erst neulich wurde gezeigt, dass zugeführte Pflanzenstoffe anders wirken als isolierte Vitamin-Gaben. Denn: diese Pflanzenstoffe regten die Bildung körpereigener Antioxidantien auf DNA-Level an. Im Test konnten Pflanzenstoffe so die Anpassungen an Training unterstützen, während die Extra-Vitamin-C-Gabe Anpassungsprozesse blockierte. Aha.

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ÜBER DEN AUTOR

23 kommentare ab “Körpereigene Antioxidantien statt Extra-Vitamin-C

  1. Hallo Chris,
    ein wahnsinnig interessanter Artikel, der viele Fragen beantwortet.
    Habe ich noch nie so kompakt und auf den Punkt gebracht gelesen. Toll.
    Was empfiehlst Du aber im
    Falle eines Infektes? Hier ist doch erfahrungsgemäß der Vitamin C- Bedarf deutlich erhöht ( Stichwort Darmtoleranzschwelle, die fast regelmäßig dramatisch steigt- Zufall? sicher nicht). Zinkbedarf bzw. Verbrauch ja ebenso, genauso wie Arginin, Glutamin und Cystein, die ich stets zusätzlich empfehle. Was sind da Deine Erfahrungen?
    Viele Grüße

  2. Hi,

    ist es möglich dass die Menschen in den Blue Zones unter anderem so lange leben da sie ihr Antioxidanzssystem fleißig mit vielen unverarbeiteten KH speisen oder ist das etwas zu einfach gedacht? 🙂

    Lg Carina

    1. Guter Gedanke! Da ist sicher auch was Wahres dran. Ich denke aber, dass es eher an der guten Insulinsensitivität statt der Kohlenhydrat-Menge liegt. Es geht eigentlich immer um die IS, nicht so sehr um die tatsächliche KH-Menge. Deshalb sagen wir, dass die KH-Menge nicht zu tief sein sollte (physiologische IR) und für uns zu hohe KH-Mengen – mit Blick auf die gute IS – auch nicht sonderlich wertvoll sein dürften.

  3. Man sollte auch diese Thematik sehr differenziert sehen. Strunz u.a. ist nicht dumm, liest akribisch die aktuellen Studien und (das ist das Entscheidende), hat Erfahrungen mit Tausenden von Patienten. Gerade habe ich einen Artikel aus dem Life-Extension-Magazin vor mir liegen:
    ‘”The Link Between
    Vitamin C And
    Optimal lmmunity” mit nicht weniger als 60! Referenzstudien. Als Resumee wird für optimal funktionierende Immunzellen von einem Bedarf von 1000mg/d und darüber geschrieben.
    Der Weisheit letzter Schluß für den Homo sapiens ist für diese Thematik wohl noch nicht gefunden…

    1. Der Weisheits letzter Schluss ist für Homo sapiens sehr wohl gefunden: 1 Gramm Vitamin C ist noch vertretbar – bei den häufig empfohlenen bis zu 10 g wird man sich schaden.

      Liest du die 60 Referenzen im Artikel?

      Nachtrag: Und noch wichtiger, hast du die im Artikel verlinkte Studie zur Dosis-Wirkungsanalyse gelesen? Studien, die 1000 mg Vitamin C verabreichen, gut und schön. Das sagt aber nichts darüber aus, bei welcher Dosis die Effekte eintreten. Das Bild unten legt nahe, dass es keine 1000 mg braucht – es sei denn, man will seinen Urin damit anreichern.

      Vitamin C

      1. Hallo Chris, ich bin kein Biochemiker und kann Studien keineswegs so gut interpretieren, wie Du das sicher kannst. Aber immerhin habe ich mit Patienten zu tun und einige praktische Erfahrung- auch mit dem Vitamin C- Spiegeln der überwiegenden Mehrheit ( Übergewichtige, unsportliche Büromenschen, chronisch Kranke, Raucher, Kombinationen von diesen).Gehe ich so fehl mit der Annahme, dass in der obigen Studie die Forscher vergessen haben, den zeitlichen Verlauf des Blutpegels zu bestimmen? Oder habe ich das übersehen? Hätten sie das nämlich gemacht, dann wäre ihnen wohl aufgefallen, dass die Blutpegel kurz nach der Einnahme ein mehrfaches des 12h-Wertes betragen (und diese ggf. für viele Prozesse auch ausserhalb der antioxidativen Wirkung eben auch benötigt werden), dass die Halbwertszeit von höheren Dosen Vitamin C im Blut nur 30 Minuten beträgt und dass der 12h-Wert keineswegs das erreichbare Maximum, sondern im Gegenteil ein Mindestwert ist, den der Körper durch Notlaufprogramme wie das Recycling von Vitamin C mit Zähnen und Klauen verteidigt, weil noch niedrigere Pegel möglicherweise desaströse Folgen für die allgemeine Gesundheit haben? Denn Vitamin C hat ja im Organismus weitaus mehr Aufgaben, als nur ein Antioxidanz zu sein. Das weißt Du viel besser als ich. Wie gesagt, ich bin nur Mediziner und versuche zu lernen, aber das mit 200mg Vitamin C alle Systeme optimal abgedeckt sein sollen ( erst recht bei der oben genannten Mehrheit der Population), das halte ich für einen Irrtum.
        Nichts für ungut, wenn ich damit falsch liege, aber wir wollen hier ja nicht nur nicken, sondern diskutieren.
        LG

        1. Hallo Ralf,

          doch, in der Arbeit findet sich auch so ein zeitlicher Verlauf. Und daraus geht hervor, dass der akute Peak einer Vitamin-C-Gabe nicht “das Mehrfache des 12h-Wertes beträgt”.

          Das, was diese Wissenschaftler getan haben, war herauszufinden, was die Minimum Effective Dose für Vitamin C ist. Also: die Menge, die unterm Strich die ausreichendsten Netto-Effekte zeigen. Und hierfür haben sie u. a. gezeigt, dass die Vitamin-C-Ausscheidung linear zunimmt, die Plasma-Spiegel sich aber nicht linear verhalten. Unterm Strich blieb die Erkenntnis, dass, sagen wir, bei 200 bis 300 mg quasi “80 % der Wirkung” erreicht ist. Natürlich kann man die Plasma-Spiegel weiter anheben. Das höchste der Gefühle dürfte sich bei 10 bis 12 g am Tag einstellen, wobei Werte um die 3 mg/dl erreicht würden (zum Vgl.: in der Kommentarspalte findet sich ein Artikel von Dr. Strunz, der rund 1 mg/dl als Wert bei Gesunden nennt). Die Frage ist doch nicht, ob höhere Plasma-Spiegel erreichbar wären, sondern ob die Kosten/Nutzen-Rechnung sich proportional dazu positiv verändert. Und das darf vor dem Hintergrund der Erkenntnisse im Artikel bezweifelt werden. Das heißt nicht, dass wir per se gegen höhere Dosen sind, aber es muss die Frage erlaubt sein, ob so hohe Dosen überhaupt (für jeden) sinnvoll sind. Übrigens: Kranke sind (wie so oft) mal außen vor. Hierzu gibt es m. E. kaum Untersuchungen, die sich z. B. mit dem Vitamin-C-Turnover etc. befassen.

          Edit: Ich habe eine Arbeit gefunden, die zeigt, dass 3 g pro Tag bei Schwerkranken nötig sind, um die Vitamin-C-Werte auf Normalniveau (1 mg/dl) zu heben. Critically ill dürfte allerdings Intensivstation-Niveau sein (und nicht der klassische Raucher). “The initial mean +/- SEM baseline plasma ascorbic acid concentration was depressed (0.11 +/- 0.03 mg/dl) and unresponsive following 2 days on 300 mg/day supplementation (0.14 +/- 0.03; P = 1.0) and only approached low normal plasma levels following 2 days on 1000 mg/day (0.32 +/- 0.08; P = 0.36). A significant increase was noted following 2 days on 3000 mg/day (1.2 +/- 0.03; P = 0.005).”

  4. “Erst neulich wurde gezeigt, dass zugeführte Pflanzenstoffe anders wirken als isolierte Vitamin-Gaben. Denn: diese Pflanzenstoffe regten die Bildung körpereigener Antioxidantien auf DNA-Level an.”

    Für mich die Hauptaussage des Artikels.
    Das ist, was Dr. Wahls schon seit 2008 propagiert.
    Erst dieser Tage hat sie es wieder berichtet (leider kein Transkript vorhanden): Sie hatte im Versuch, ihre MS zumindest aufzuhalten, erst die Schulmedizin versucht; die schickte sie irgendwann heim. Dann versuchte sie NEM. Ihr Zustand verschlechterte sich trotzdem weiter. Und dann begann sie, ihr Gemüse-Konzept (inkl. farbigem Gemüse für Polyphenole) zu entwickeln und ab da wurde nicht nur die Progression gestoppt, sondern ihr Zustand besserte sich deutlichst. https://drhyman.com/blog/2018/08/15/the-doctors-farmacy-episode-14-with-dr-terry-wahls/

  5. Hallo Chris, vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich habe für mich hier auch viel Neues gefunden. Zu viele Antioxidantien können dem menschlichen Körper schaden, weil sie zu viele freie Radikale neutralisieren. Das ist schlecht für die körpereigenen Abwehrkräfte.

  6. Hallo Chris,

    unglaublich guter Artikel, sehr interessant, ein großes Dankeschön dafür!

    Zum Thema Vitamin C:
    Der Fehler ist, dass viele Leute der Meinung sind, dass Vitamin C gleich Ascorbinsäure (E300) ist.

    Laut Morley Robbins (“Magnesium man”) ist aber die Ascorbinsäure nur die äußere Hülle des Vitamin C – Moleküls.
    Mal angenommen Vitamin C wäre ein Auto:

    Ascorbinsäure ist dann der Autokäfig.
    Spannend sind jetzt die anderen Autoteile…
    Der Motor ist ein Enzym mit dem Namen Tyrosinase.
    Die Zündkerze ist dann Kupfer.

    hier mal ein Bild:

    Deswegen ist Vitamin C auch so extrem wichtig für den Kupfer – Eisen – Haushalt.
    Die isolierte Einnahme reiner Ascorbinsäure ist dagegen für den Kupfer – Eisen – Haushalt kontraproduktiv.
    Warum?
    Weil Ascorbinsäure die Eigenschaft besitzt, dass an Ceruloplasmin (= ein Eiweiß welches Eisen und Kupfer bindet und durch den Körper transportiert) gebundene Kupfer wieder zu lösen.

    Ungebundenes Kupfer ist nun aber hoch oxidativ und schädlich für den Körper.
    Nur in der gebundenen Form kann Kupfer seine wichtigen Wirkungen auch entfalten.

    Alles Gute!

    1. OPC ist ein Pflanzenstoff – und Astaxanthin würde ich der Einfachheit halber auch erst mal dazuzählen. Sollte beides iO sein, aber mit absoluter Sicherheit kann man das nicht sagen.

  7. D.h. wenn jemand so etwas schreibt, dann ist das schlicht und einfach falsch?

    (Zitat)

    Mir raten solche Messwerte, sehr viel mehr Vitamin C auf Vorrat in meinem Körper zu haben. Vorsichtshalber. In dem ich täglich meine 10 – 12g schlucke. Daher tue ich das auch.

    1. Dr. Strunz darf natürlich sagen und empfehlen, was er will. Das heißt aber nicht, dass wir uns jeder Empfehlung anschließen müssen.

      Die von ihm zitierten Werte eines gesunden von ca. 1,2 mg/dl und eines Mangelzustandes (ca. 0,2 mg/dl) liegen lt. der oben angeführten Abbildung circa 200 bis 300 mg auseinander. Selbst, wenn man diese 200 bis 300 mg so stark verbrauchen würde, dass man alle paar Stunden mit jenen 200 bis 300 mg nachfüllen müsste, käme man dabei nicht deutlich höher als 1000 mg am Tag. Hier gibt es ja zusätzlich kein lineares Verhältnis. Deshalb stellt unser Artikel (und die Dosiswirkungs-Analyse) ja die Frage nach der Minimum Effective Dose: es bestreit ja keiner, dass noch mehr Vitamin C zu noch höheren Vitamin-C-Werten im Blut führt – wenn das allerdings bedeutet, dass ich für die doppelte Vitamin-C-Menge im Blut die die 20-fache Vitamin-C-Menge zuführen muss, dann stimmt das Kosten/Nutzen-Verhältnis nicht mehr, weil man davon ausgehen kann, dass es vor dem Hintergrund des menschlichen Vitamin-C-Stoffwechsels zu (wenn auch banalen) Nebenwirkungen kommen kann. Für mich ist eine Nebenwirkung, dass sich der Urin linear mit Vitamin C anreichert. Dass man große Mengen Vitamin C “auf Vorrat” speichern kann, ist ja reine Spekulation. Zusätzlich weiß m. E. keiner, wie viel Vitamin C tatsächlich von einer schweren Krankheit verbraucht wird und wie sich der Vitamin-C-Stoffwechsel dadurch verändert (z. B.: Können dann größere Mengen aufgenommen werden?).

      Aber noch mal: Das ist unser Standpunkt. Das heißt nicht, dass wir richtig(er) liegen.

  8. wie sieht es denn mit vit C hochdosen bei der krebs Therapie aus?
    da wird von 1000-2000 mg vit C intravenös gegeben! weil es den krebs angreift… aber die gesunden zellen nicht?!

  9. Bri erhöten Lipoprotein-a Werten, wird min. 3g Vitamin C täglich empfohlen, damit dies nicht als eigenständiger Risikofaktor für Schlag und Infarkt gilt. Wie seht ihr das?

  10. Dieser Artikel greift in meinen Augen zu kurz, denn er reduziert Vitamin C auf seine Rolle als Antioxidans. Doch Vitamin C hat sehr viel mehr Funktionen im Körper, ich möchte da vor allem seine Rolle bei der Hydroxylierung, der Proteinsynthese erwähnen. Darauf geht der Artikel leider gar nicht ein! Daneben glaube ich die Hypothese, dass zuviel Vitamin C den Trainingserfolg zunichte macht, auch nicht, denn ich habe genügend Studien in die andere Richtung gesehen; die Wahrheit ist wieder mal deutlich komplizierter… Für mich ist das Vitamin auf jeden Fall eine mächtige Waffe, deren Konsum wir in bestimmten Situationen (z.B. Viren) sinnvollerweise sprunghaft nach oben schrauben können bzw. sollten (natürlich gibt es auch Alternativen wie z.B. Vit. E und A usw. hierzu) auf mehrere Gramm täglich. Ich habe das oft erfolgreich so an mir selbst ausprobiert!
    Andi

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