Wie du mit Zink dein Testosteron steigerst und deine Spermienanzahl verdoppelst

Testosteron und die Sperienanzahl lassen sich mit Zink steigern

Ach Freunde.

Das hier ist immer noch ein Blog, kein Wissensmagazin. Daher erlaube ich es mir manchmal, ein wenig Charakter und Persönlichkeit in diesen und mit diesem Blog zu transportieren. 🙂

Also: Ach Freunde.

Neulich sprachen wir, einmal mehr, von Zink.

Es ist mir schon klar, dass das alles nicht geglaubt wird. Das ist auch okay für mich, ich bin ja nicht betroffen.

Falls du aber wenig Testosteron, wenig Dihydrotestosteron (viermal potenter als Testosteron) und, ganz wichtig, wenig Spermien aufweist, solltest du dir Gedanken machen. Wenigstens dann. Denn dann geht es – vielleicht – um deine Zukunft. Wer Kinder haben möchte, der denkt vielleicht ein wenig anders. Ein wenig ehrgeiziger.

Daher möchte ich euch ein paar nette Ergebnisse nicht vorenthalten.

Was hat man gemacht? (Methode)

Man nimmt 37 Patienten (Alter: 20 bis 40), die seit mindestens fünf Jahren unfruchtbar sind.

Gegeben wurde zuerst 660 mg Zinksulfat. Es gab freilich ein paar Darmbeschwerden, daher reduzierten die Forscher die Dosis auf 2 x 120 mg Zinksulfat. Nun kann ich leider nicht sehen, ob die elementares Zink meinen oder in Form der Verbindung.

(Sollten sie elementares Zink meinen: Die molare Masse von Zink beträgt 65 g/mol, Zinksulfat wiegt wasserfrei 161 g/mol. Man muss kein Mathematiker sein, um einen Prozentanteil von 40 % zu errechnen. Hieße dann: 660 mg Zinksulfat entsprechen 264 mg elementares Zink. 2 x 120 mg (= 240 mg) entsprechen 96 mg elementares Zink.)

Vor und nach der Intervention gab es jeweils eine Blutwertmessung.

Die 37 Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt – einmal eine Gruppe mit niedrigen T-Werten (unter 4,8 ng/ml) und einmal mit etwas höheren T-Werten (größer/gleich 4,8 ng/ml).

Was waren die Folgen? (Resultate)

Und die Werte sahen wie folgt aus:

Zink

Fokussieren wir einmal kurz die Gruppe mit den niedrigen T-Werten (unter 4,8 ng/ml):

  • Die Zink-Werte stiegen im Schnitt von 1,04 mcg/ml auf 1,54 mcg/ml (oder: 1,04 mg/l auf 1,54 mg/l) 
  • Die Testosteron-Werte stiegen im Schnitt von 3,5 ng/ml auf 5,4 ng/ml (ca. 54%iger Anstieg)
  • Die DHT-Werte stiegen im Schnitt von 0,38 ng/ml auf 0,5 ng/ml (ca. 30%iger Anstieg)
  • Die Spermienzahl stieg um 150 % – also mehr als doppelt so viel im Vergleich 

Zink konnte sogar in der Gruppe mit etwas höherem T-Wert einiges Gutes tun:

  • Auch hier stiegen die Zink-Werte ganz deutlich an (von 1 mcg/ml auf 1,65 mcg/ml)
  • Die T-Werte stiegen immerhin um ca. 8 %
  • Die DHT-Werte stiegen fast 20 %
  • Die Spermienzahl stieg um 171 % 

Exkurs: Wie viele Spermien brauche ich denn, um meine Frau zu schwängern? 

Leider haben wir, die Männer von heute, weniger Spermien. Im Schnitt zwischen 20 und 40 Millionen pro 1 ml Sperma. In der Literatur finden sich Werte bis zu 200 Millionen Spermien pro ml.

Wie du oben, in der Tabelle, siehst, haben diese Männer, unfruchtbar, eine sehr niedrige Spermienkonzentration (8 Millionen pro Milliliter), was sich auf wenigstens 20 Millionen erhöht, immerhin. Nun liegen diese Männer nämlich am unteren Ende des Referenzbereiches.

Doch ab wann wird eine Frau schwanger? Wie viele Spermien brauche ich?

Auch hier finden wir ein Power-Law. Die höchstmögliche Wahrscheinlichkeit wird bei circa 40 Millionen Spermien pro Milliliter erreicht. Gehen wir von dieser höchstmöglichen Wahrscheinlichkeit aus, bist du bei circa 80 %, wenn du 20 Millionen Spermien aufweist.

Spermien

Soll heißen: Du brauchst vermutlich nicht deutlich mehr als 40 Millionen Spermien und selbst mit 20 Millionen Spermien bist du noch recht gut bedient. Alles, was danach kommt (< 20 Millionen Spermien) ist nicht mehr gut und vermutlich auch nicht ausreichend.

Mit 8 Millionen Spermien bist du definitiv im unteren Drittel des Machbaren (bezüglich des Schwängerns).

Diskussion: Hohe Zink-Dosen? Darf der das?

Der Anstieg der Testosteron-Werte ist eine ganz nette Sache. Könnte man mitnehmen. Immerhin würde man sich damit mindestens ins Mittelfeld des Normbereiches (je nach Labor: 2,49 ng/ml bis 8,36 ng/ml) schießen!

Aber die Testosteron-Sache wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst, wenngleich Zink durchaus ein wichtiger(er) Faktor ist.

Uns, uns hoffentlich werdenden Vätern, geht es doch vor allem um unsere Spermien. Mit Zink … kannst du ganz, ganz deutlich (150 bis 171 % mehr Spermien!) deine Truppen aufrüsten, vermehren. Was will man eigentlich mehr von einem natürlichen Stoff?

Durch die Blume habe ich dir bereits hingeschrieben, warum es bei dir nie funktioniert.

a) Wir haben oft gesagt, dass der Zink-Wert bei circa 1,5 (mcg/ml oder mg/l) liegen muss.

b) Du erreichst das nie, weil deine Zink-Dosis zu niedrig gewählt ist.

(Da gab es neulich diesen lustigen Auftritt bei TV Total. Witze über Randgruppen. „Darf der das?“ – fand ich so lustig. Wenn ich also wieder einmal 100 bis 150 mg Zink empfehle, dann jubelt die eine Hälfte und die andere Hälfte denkt sich: „Darf der das?“ 🙂 Ja, Lachen ist immer noch gesund.)

Siehst du: Studien gibt es zuhauf. Aber mit 15 mg Zink am Tag … ist sicher noch keine Spermien-Armada gezüchtet worden. (Sperma enthält – im Verhältnis – große Mengen Zink. Entsprechend schießt man durch dieses Ventil auch sein Zink ins Nirvana. No-Fap lässt grüßen.)

Fazit: So schwängert man(n)

Resultat der Zink-Intervention: 9 Frauen wurden schwanger, nebenbei. 

Neun. Vielleicht leben die ja polygam. Wenn nicht, dann hat’s bei jedem Vierten geklappt. Einfach so.

Im Übrigen, dieses Mal kein Witz, mir haben schon mehrere, mittlerweile werdende Väter berichtet, dass es nie geklappt hat. Dann kam edubily, angewandte Biochemie und … Treffer, versenkt. Glückwunsch nochmal!

Literatur 

Netter, A.; Nahoul, K.; Hartoma, R. (1981): „Effect of Zinc Administration on Plasma Testosterone, Dihydrotestosterone, and Sperm Count“. In: Syst Biol Reprod Med. 7 (1), S. 69-73, DOI: 10.3109/01485018109009378.

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  • Lutz

    Na, „Deine“ Spermien lassen aber ganz schöne die Köpfe hängen! ;-)))
    Auf was schießen die Keimlinge denn da zu? Ist das ’ne Blaubeere?

    Mach(t) weiter so, das lockert auf! Toller Beitrag!

    Gruß Lutz

  • phL

    Wie lange war denn der Interventionszeitraum, Chris?

  • Peter A.

    Interessant! Andererseits wurde der Artikel nur 28 mal zitiert (Web Of Science), obwohl schon ~35 Jahre alt. Für eine derart durchschlagende Wirkung müssten sich doch ein paar mehr Fertilitätsmediziner begeistern können?! Dass Zinkmangel ein Problem sein kann, wissen die allerdings durchaus.

    Die Frage ist immer, ob man selbst auch einen solchen hat.

    In einem etwas jüngeren Paper wurde gezeigt, dass bei gesunden und nicht Zink-defizitären Männern kein signifikanter Hormonanstieg bewirkt wird, wenn man Zink supplementiert. Die Zink-Dosis war allerdings viel kleiner: 30mg pro Tag über 8 Wochen. Resultierend war lediglich ein deutlicher Anstieg von Zink im Urin, und eine deutliche Erhöhung des Urin pH-Wertes von ~6 auf ~7, also etwas basischer. Ob das erwünscht ist?

    Siehe:
    Koehler, Parr, Geyer, Mester, Schänzer (Sportmediziner aus Köln) in
    European Journal of Clinical Nutrition (2009) 63,pp. 65–70.

    Wer hat Recht? Ist Serum-Zink überhaupt ein geeigneter Indikator um Mangel festzustellen?

    Beste Grüße,
    Peter A.

  • Lutz

    In meiner Bekanntschaft gibt es Paare, denen bisher der Kinderwunsch verwehrt blieb aufgrund weiblicher Infertilität. Spermien bei den Partnern wären lt. Ärzten i.O.
    Deshalb die Frage: Gibt es für die Frauen evtl. auch so elegante Stellschräubchen wie für uns Männer das Zink?

    Gruß Lutz