Wege zur gesunden Schilddrüse – Eine evidenzbasierte Anleitung

gesunde schilddrüse

Bevor wir mit dem neuen Artikel starten, hier noch eine kleine Zusammenfassung, vorab, vom letzten Artikel.

Bis jetzt erschienene Artikel der Schilddrüsen-Serie:

Zusammenfassung

  • Das Low-T3-Syndrom findet man in schwerkranken Patienten; häufig aber auch in übermotivierten Sportlern mit radikalen Ernährungsansätzen
  • Die Bindehormone im Blut für z. B. Schilddrüsenhormone nehmen im Zuge der “Akute-Phase-Reaktion” bei schwerer Krankheit (oder Radikal-Diät) ab; dadurch fällt die gespeicherte Menge an Schilddrüsenhormone (TT3)
  • Mit entsprechender Dauer stellt sich “Abwärtsspirale” oder “Teufelskreislauf” ein, aus dem das Entkommen schwierig ist
  • Vermutlich Teil eines Schutzmechanismus des Körpers: Energie wird konserviert
  • Konversion des “Vorstufenhormons” T4 ist gestört; weniger T3 dafür mehr inaktives rT3
  • Rolle der zugehörigen Enzyme (Deiodinasen) nicht wirklich geklärt
  • Deiodinasen sind Selenoenzyme, benötigen also Selen um zu funktionieren;
  • Die Gleichung “mehr Selen = mehr Schilddrüsenhormone” wird nicht unbedingt von der aktuellen Datenlage unterstützt
  • Da so essentiell wird jegliches Selen zuerst für die Deiodinasen verwendet, die also immer ausreichend versorgt sind – so der allgemeine Konsens
  • ABER: Man muss sich über methodische Schwächen im Klaren sein!
    Als Wissenschaftler bleibt einem nur das beobachten, woraus man seine Schlüsse ziehen kann.
    Aktuell ist man in dieser Hinsicht etwas limitiert – Dinge hinter dem Vorhang, darüber kann man nur spekulieren.
    Die aktuell messbaren Parameter sind häufig etwas vorsichtig zu interpretieren
    Außerdem sollten nie Blutwerte, Enzymaktivität et cetera im Vordergrund stehen, sondern die Symptome!
  • Selen ist mit sowohl positiven als auch negativen Wirkungen assoziiert. 
  • Supplementierungsmöglichkeiten wären Natriumselenit, Selenomethionin oder Paranüsse (Selenocystathionin). Letzteres scheint viele Vorzüge zu haben, während die beiden erstgenannten verschiedene Schwächen aufweisen.

Eine Anleitung zur gesunden Schilddrüse

Aufgrund der hohen Individualität versuche ich direkte Empfehlungen meistens zu vermeiden. Die Komplexität, Individualität und Kontextabhängigkeit machen die Ernährungswissenschaften zu einem wahren Minenfeld.

Um meinen Respekt vor der Sache zu erklären:
Es ist nicht nur die große (epi)genetische Variabilität, sondern auch der Kontext, welcher bei Ernährungsfragen immer wieder seine Finger mit im Spiel hat und alles verkompliziert.

  • Verspüren Unterversorgte durch eine xy-Supplementierung wahnsinnige Verbesserungen, tut sich bei adäquat-versorgten Personen überhaupt nichts.
  • Wirkt der eine Inhaltsstoff im gesunden Menschen präventiv gegen Krebs, kann er beim Erkrankten das Tumorwachstum fatal steigern.
  • Werden zum Beispiel Grünem Tee oder Polyphenole allgemein gesundheitliche Vorteile zugeschrieben, haben sie doch auch negative Schilddrüseneffekte.

Zu allem Übel sind viele Studien häufig nicht optimal durchgeführt. Übertragbarkeiten von Ergebnissen aus Tiermodellen sind vermutlich nicht einmal das Hauptproblem. In Humanstudien werden Testpersonen oftmals nicht entsprechend ihrer Voraussetzungen in Untergruppen eingeteilt (basale Blutwerte). Besonders ironisch ist, dass der beeinflusste Parameter bei Supplementierungs-Studien häufig noch nicht einmal bestimmt wird. Man springt lieber direkt zu den Endmessungen. Man gibt z. B. pauschal x mg Selen um dann ein paar Monate später ausschließlich Messungen der Schilddrüsenwerte durchzuführen (und überhaupt: Welche Selenform hat man denn gegeben?). Selen wurde weder vor der Intervention noch danach in irgendeiner Form bestimmt. Zu guter Letzt gibt es noch die lustigen Telefonbefragungen zur individuellen Ernährung der letzten 20 Jahre, woraus dann z. B. Schlagzeilen in der Presse entstehen wie “3 Gläser Milch am Tag sind tödlich”.

Die hohe Inzidenzrate der subklinischen Hypothyreose (und des Low-T3-Syndroms) in der heutigen Gesellschaft lässt es mich aber doch wagen, eine evidenzbasierte “Anleitung” zu verfassen. Die angesprochene Entwicklung rührt mit großer Wahrscheinlichkeit von mangelhafter Ernährung und fragwürdigem Lebensstil. Und wie in Teil III beschrieben, trifft es manchmal gerade die übermotivierten Gesundheitsbewussten.

Wer braucht schon Kalorien und Kohlenhydrate? Die Schilddrüse!

Wir leben nicht von Luft, Licht und Liebe.

Am destruktivsten für die Schilddrüse ist wohl eine starke Kalorienrestriktion bei einem zu hohen Sportpensum. Schon eine moderat negative Energiebilanz von 15 % genügt, um in Männern Zeichen einer gestörten Konversion der Schilddrüsenhormone zu erzeugen (1 Garrel et al., 1984).

Ein ausreichender Anteil an Kohlenhydraten in der Ernährung scheint ebenfalls von großer Bedeutung. Beobachtungen von verschiedenen, recht radikalen Reduktionsdiäten weisen darauf hin, dass der prozentuale Anteil an Kohlenhydraten ausschlaggebend für das Ausmaß des T3 Abfalls ist (2 O’Brian et al., 1980; 3 Serog et al., 1982; 4 Reinhardt et al., 1993). Diese Studien lassen vermuten, dass ein gewisser “Schwellenwert” für Kohlenhydrate besteht. Wird er unterschritten, zeigten sich eindeutige Verschlechterung der Schilddrüsenparamter.

Der Anstieg an rT3 dagegen scheint weniger von den Kohlenhydraten als vom absoluten Kaloriendefizit abzuhängen.

Eine Fastenperiode für 30 Stunden resultiert ebenfalls in signifikant reduziertem T3 und erhöhtem rT3. Da für TSH ebenfalls ein Abfall festgestellt wurde, ist sowohl von einer verminderten Sekretionsleistung der Schilddrüse als auch von einer gestörten Hormonkonversion hin zu mehr rT3 ausgehen (5 Hugues et al., 1984).

Das Gegenteil trifft übrigens genauso zu:

Bei einem Kalorienüberschuss (overfeeding) unterscheiden sich die drei verschiedenen Makronährstoffe in ihrer Auswirkung auf die Schilddrüsenhormone. Fett ist in diesem Fall die schlechteste Wahl. Obwohl es T3 recht deutlich anzuheben vermag, ist es äußerst ineffizient darin rT3 zu reduzieren. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt.
Erzeugt man das Kalorienplus durch Kohlenhydrate beziehungsweise Protein wird T3 ebenfalls erhöht, allerdings ist die Reduktion an rT3 deutlich ausgeprägter.

einfluss von fett, kohlenhydrate und protein auf schilddrüsenwerte
Abb. 1: Der Einfluss der drei Makronährstoffe auf die Schilddrüsenparameter während eines Refeeds (angelehnt an 6 Danforth et al., 1979)

Für die Hormonwirkung ist besonders dieses T3/rT3 Verhältnis relevant, welches laut dieser Studie durch protein- und/oder kohlenhydratreiche Mahlzeiten am günstigsten beeinflusst wird (6 Danforth et al., 1979). Da Makro, wie auch Mikronährstoffe häufig synergistisch wirken, lässt sich empirisch belegbar kaum sagen, mit welchem Essen man am besten nach einer Diät oder Krankheit seine Schilddrüsenhormonwerte wiederherstellt.

Aus vielerlei Gründen würde ich persönlich in so einem Fall von längerem Fasten (>12 h) Abstand nehmen. Vier bis fünf kohlenhydrat-und proteinlastige Mahlzeiten pro Tag. Um die Insulinsensitivität sowie Oxidation von Kohlenhydraten zu begünstigen und die Stoffwechselrate anzuheben ist es sicher hilfreich moderate Mengen Fructose (und Galactose) in den meisten Mahlzeiten mit einzubauen (7 Sharief & Macdonald, 1982; 8 Holbrook et al., 1989; 9 Moore et al., 2000; 10 Moore et al., 2001; 11 Lecoultre et al., 2010; 12 Sievenpiper et al., 2012). Logischerweise soll man hier die natürlichen Formen wie Obst, Säfte und Honig sowie Milch bzw. Milchprodukte bevorzugen. Kalzium halte ich neben Magnesium ebenfalls für ein sehr unterschätztes Mineral. Es nimmt sowohl Einfluss auf das hormonelle Milieu (z. B. Parathormon aus der Nebenschilddrüse) als auch direkt auf den zellulären Energiestoffwechsel (13 Zemel, 2004; 14 Astrup, 2008;). Letztendlich beeinflusst dies auch die Schilddrüsenhormonwirkung.

Low Carb Diäten, Fasten und freie Fettsäuren

Bezüglich des Low-T3 Syndroms gibt es auch das Konzept, dass freie Fettsäuren die Schilddrüsenhormone von ihren Bindeproteine verdrängen und die Konversion von T4 in T3 direkt beeinträchtigen können (15 Chopra et al., 1985; 16 Bregengård et al., 1987; 17 Chopra et al., 2013). Langes Fasten und Low-Carb-Diäten mit geringen Insulinspiegeln treiben in der Regel die Lipolyse an. Somit sind die freien Fettsäuren erhöht. Sofern man sich noch einem extremen Kaloriendefizit aussetzt, kann es möglicherweise dazu beitragen die gesamten TT3 Spiegel abfallen zu lassen.

Das grundlegende Credo

Eine ausgewogene, mikronährstoffreiche Ernährung von hoher Qualität und geringem Verarbeitungsgrad. So abgedroschen es klingen mag:
Die “leeren Kalorien” bei verarbeitetem Essen sind tatsächlich ein Problem. In diesem Falle fehlen wichtige Vitamine und Spurenelemente, die (i) den Metabolismus kurz- oder langfristig am Laufen halten und (ii) metabole Feedback-Signale ermöglichen, um überhaupt erst das “Ich-bin-satt-Gefühl” zu erlauben.

Wie es die Natur “vorgesehen” hat:

Lust auf süß = Obst = Zucker mit assoziierten Mikronährstoffen
Lust auf umami = Fleisch = Protein mit assoziierten Mikronährstoffen

Heute greifen viele in solchen Fällen jeweils zu raffiniertem Zucker oder Mononatrium-Glutamat + Nudeln. Als ein Beispiel von vielen. Aufgrund der Wahl solcher Lebensmittel gehen einem aber die eigentlich damit assoziierten Substanzen durch die Lappen. Chronisch betrieben können die Folgen fatal sein (metabolische Entgleisungen, Überkonsum, …).

Ich bin kein sturer Paleo-Verfechter, aber dieser Punkt ist ohne Zweifel ein Problem
(siehe auch: proxy nutrient avidity).

Die zugehörige Evidenz

Eine Subklinische Hypothyreose konnte in Kindern übrigens allein durch eine Ernährungsumstellung behoben werden (18 Kuiper et al., 2012). Dreimal die Woche rotes Fleisch, fünfmal grünes Gemüse, täglich vollfette Milchprodukte und der TSH wurde bei den meisten betroffenen Kindern wieder in den Referenzbereich abgesenkt!

Meiner Meinung nach ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie essentiell vollwertige Lebensmittel mit adäquaten Mikronährstoffen sind (Iodid, Eisen, Magnesium, Vitamin A, …). Allerdings mindestens genauso traurig, dass solche grundlegenden und eigentlich selbstverständlichen Vorgaben so viel Erfolg haben.
Während das Zurückgreifen auf unverarbeitete Lebensmittel sicher schon ein großer Gewinn ist, ist auch das Verhältnis von Nährstoffen zu Anti-Nährstoffen ein wichtiges Thema bei der Schilddrüse.
Auch wenn als „gesund” vermarktet sind die meisten Sojaprodukte der Schilddrüse – und damit der allgemeinen Gesundheit – wie es scheint alles andere als zuträglich (19 Sathyaplan et al., 2011). Der Name “Goitrogene” (etwa: Kropf-auslösend) für einen Teil der im Soja enthaltenden sekundären Pflanzenstoffe kommt nicht von ungefähr.

Während man auf unfermentierte Sojaprodukte aus geschmacklicher und ernährungsphysiologischer Sicht durchaus verzichten kann (m. M. n. sogar sollte), ist in anderen Lebensmitteln die Lage weniger eindeutig.

Wie gesagt gibt es da den grünen Tee oder auch Kohlgemüse (Kreuzblütler), bei welchen man Vorteile gegen die Nachteile “abwiegen” kann. Wie oben vermerkt ist das bei den meisten Lebensmittel der Fall.

Info
Der Verzehr von Kohlgemüsen ist vor allem im rohen Zustand, in regelmäßig größeren Mengen und bei gleichzeitigem Jodmangel ein Problem (20 Fenwick et al., 1983; 21 McMillan et al., 1986; 22 Chu & Seltzer, 2010).

Grüner Tee und dessen Extrakte enthalten eine heterogene Mischung an Catechinen, welchen von der Supplementindustrie vor allem für deren lipolytische Eigenschaften vermarktet werden. Man unterscheidet Epicatechin (EC), Epigallocatechin (EGC), Epicatechingallat (ECG) und Epigallocatechingallat (EGCG)

Neben all den bekannten Vorzügen von Grünem Tee kennt man inzwischen allerdings auch negative Effekte. So scheinen Catechine wohl zum Teil in der Lage zu sein die Androgen- und Schilddrüsenhormonspiegel abzusenken (23 Sakamoto et al., 2001; 24 Satoh et al., 2002; 25 Chandra & De, 2010; 26 Chandra et al., 2011; 27 Chandra & De, 2013;).
Allerdings hängt das stark von der Zusammensetzung des Grünen Tees und dem Verhältnis der enthaltenen Catechine ab. Einige von diesen wirken nämlich anti-androgen andere wiederum pro-androgen.

Epicatechin (EC) sticht hier als besonders positiv hervor und scheint den Testosteronspiegel und Muskelaufbau im Allgemeinen positiv zu beeinflussen (28 Gutierrez-Salmean et al., 2013). Epicatechin ist das vorherrschende Catechin in Kakao und ist damit auch in Bitterschokolade in größeren Mengen vorhanden. Generell stellt Kakao ein bemerkenswertes Lebensmittel dar und weist viele positive Effekte auf.

Neben all diesen spannenden Pflanzenstoffen darf man nicht aus den Augen verlieren, dass viele der zugehörigen Lebensmittel regelmäßig mit schädlichen Schwermetallen und Pestiziden kontaminiert sind. Ob Grüner Tee oder Kakao – man sollte auf die Herkunft achten (29 Zheng et al., 2014)

Bisphenol A – Weichmacher und die Schilddrüse

In der heutigen Zeit sind wir mehr und mehr solchen nicht-nutritive Substanzen ausgesetzt, die der Schilddrüse erheblich schaden können. Insbesondere Weichmacher/Phtalate finden sich inzwischen nahezu überall, wo Plastik oder beschichtete Aluminiumbehälter verwendet werden. Das bekannste Beispiel ist Bisphenol A. Mit Sicherheit sind wir aber vielen weiteren sogenannter “endokrinen Disruptoren” ausgesetzt.

Bisphenol A ist vor allem dafür bekannt, im Körper an Östrogen-Rezeptoren zu wirken. Kürzlich wurde gezeigt, dass es zusätzlich die Wirkung von T3 abschwächt und somit weniger T3-sensitiven Gene abgelesen werden (30 Moriyama et al., 2002; 31 Gentilcorea et al., 2012). Die Schilddrüsenhormonwirkung wird direkt in der Zelle abschwächt. An diesem Punkt sind die Blutwerte von fT3 eventuell noch im Referenzbereich. Außerdem wirkt Bisphenol A stimulierend auf die TSH Produktion und man endet dadurch im ungünstigen Zustand der Subklinischen Hypothyreose – erhöhtes TSH und normales T3 und T4. Die Hormonwirkung kommt allerdings nichts in der Zelle an.

Diese Probleme lassen sich schon bei relativ geringen Mengen an Bisphenol A feststellen. Bedenkt man, dass wir in der Regel überall diesen Weichmacher in zum Teil sehr hohen Konzentrationen ausgesetzt sind, kann kein wirklich gutes Gefühl aufkommen.

Fazit: Weichmacher zu 100 % zu vermeiden ist nicht realistisch. Trotzdem sollte man sie meiden, wo immer es geht. Hier würde ich um die entsprechenden Konservendosen und Plastikbehälter usw. einen großen Bogen machen. Ganz besonders sollte man keine dieser Behälter erhitzen, zum Beispiel in der Mikrowelle. Enthält der Inhalt etwas Fett, stellt das ein perfekte Lösungsmittel für die verstärkt freigesetzten Weichmacher dar.

Info
Es wird allgemein angenommen, dass eine Östrogendominanz sehr negativ auf die Schilddrüse wirkt. Schädliche Östrogen-Rezeptor-Modulatoren entstammen aber nicht ausschließlich dem Chemielabor, sondern finden sich auch in vielen Pflanzen. Gerade Soja weist viele Phytoöstrogene auf. Allein die Menge, die für einen Soja-konsumierenden Vegetarier estimiert wurde genügt, um aus einer subklinischen Hypothyreose eine ausgeprägte Unterfunktion werden zu lassen (19 Sathyaplan et al., 2011).

Ob Bisphenol A oder Phytoöstrogene – es steht in erster Linie die Lebergesundheit im Mittelpunkt. Hier werden nämlich nicht nur die körpereigenen Hormone wie Östrogen ausscheidbar gemacht, sondern auch körperfremde Xenobiotika wie Bisphenol A oder Phytoöstrogene. Der in Teil I angesprochene enterohepatische Kreislauf, der Gallenfluss und die Darmflora sind hierfür wohl die kritischen Komponenten.
PhD Raymond Peat ist ein in der orthomolekularen Szene sehr bekannter Biologe mit genauso interessanten, wie kontrovers diskutierten Thesen. Er legt ein besonderes Augenmerk auf die Schilddrüsengesundheit und empfiehlt unter anderem rohe Karotten zu essen. Diese unverdaulichen Ballaststoffe mit schwach antibiotischer Wirkung sollen z. B. ein Bakterienwachstum im oberen Dünndarm verhindern, die Transitzeit zu verkürzen und mehr. Dadurch wird die Aufnahme von Endotoxinen verhindert und die Leber letztendlich darin unterstützt (i) schädliche Substanzen auszuscheiden und (ii) T4 in T3 zu konvertieren. Endotoxine und Entzündungsmediatoren wie TNFα, IFNγ oder IL-6  spielen im Low-T3-Syndrom eine zentrale Rolle (32 Boelen et al., 1993; 33 Bartelena et al., 1994; 34 Torpy et al., 1998).
Ich kann für mich zumindest sagen, dass mir rohe Karotten viel gebracht haben.
Im Zusammenhang mit der Lebergesundheit wurde hier auf Edubily schon häufiger Creatin und Cholin genannt (hier und hier). Kann ich natürlich so unterschreiben, denn beides scheint recht wirksam gegen eine hepatische Steatose (non-alcoholic fatty liver disease; NAFLD) und Probleme mit der Methyldonoren-Verfügbarkeit (Homocysteinwert) zu sein. Und alles, was deiner Leber gut tut, tut auch der Schilddrüse gut!

Übrigens können große Mengen an schnell anflutender Fructose (s. Softdrinks) Leberzellen folgenschwer “aushungern”. Dieser temporäre ATP-Mangel schadet der Lebergesundheit und behindert zusätzlich die T4-T3-Konversion (35 De Jong et al., 1994).

Die Fluoridproblematik – “Hartmacher” sind nicht besser

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt sind Fluoride, die Salze der Fluorwasserstoffsäure. Bis heute werden Fluoride damit beworben, dass sie den Zahnschmelz und die Knochen härten. Sie finden sich in den meisten Zahnpasten, in vielen Baby-Supplements oder in entsprechendem Kochsalz. In den USA ist es seit 1945 sogar im Trinkwasser zugesetzt! Für die Kariesprophylaxe soll es essentiell sein – so zumindest die Behauptung.

Die als unentbehrlich proklamierten Funktionen von Fluorid werden allerdings inzwischen immer häufiger angezweifelt. Es häufen sich Stimmen, die davon ausgehen, dass Fluorid die Strukturen zwar hart aber spröde und dysfunktional werden lässt. Gleichzeitig steht Fluorid unter Verdacht negative Auswirkungen auf verschiedene Krebsarten, die Reproduktionphysiologie und das Herzkreislaufsystem zu haben (36 Bhatnager et al., 2003; 37 Dhar & Bathnagar, 2009).

Fluorid im Gehirn

Auch im Gehirn ist eine Fluoridakkumulation mit neurodegenerativen Erscheinungen assoziiert. Fluoridiertes Trinkwasser resultiert in Ratten in einer abnormen Morphologie von hippocampalen Nervenzellen, welche grob gesagt die Lernprozesse vermitteln. Erwartungsgemäß dokumentierte man in diesen Tieren eingeschränkte Leistungen bei motorisch-koordinativen Tests und eine reduzierte Fähigkeit zu räumlichem Lernen (38 Bhatnager et al., 2002). Sind die Ratten trächtig oder laktieren, stellt man ähnliche Probleme im Nachwuchs fest (39 Narayanaswamy et al., 2010; 40 Basha et al., 2010).
Die zugrunde liegenden Mechanismen sind (i) eine exzessive Überstimulation von Nervenzellen (Exzytotoxizität) und (ii) eine unverhältnismäßige Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (41 Blaylock, 2004; 42 Shuhua et al., 2012; 43 Yan et al., 2013). Die mit dem Fluorid assoziierten Zellschäden sind typisch für oxidativen Stress und beinhalten Lipidperoxidation und Membraneinfaltungen, mitochondriale Schäden, Chromatinabnormalitäten und so weiter (44 Shivarajashankara et al., 2001; 45 Zhang et al., 2008).

Info
Übrigens scheint das Gewürz Kurkuma an dieser Stelle Abhilfe zu schaffen. Verabreicht man den Fluorid-vergifteten Ratten gleichzeitig Kurcuma konnte man die Schäden weitestgehend verhindern (40 Basha et al. 2010; 46 Nabavi et al., 2011; 47 Sharma et al., 2014). Vergleichbare antioxidative Supplements könnten hier sicher ähnlich vielversprechend sein wie z. B. Astaxanthin aus Krillöl (48 Aliev et al., 2008).

Fluorid und die Schilddrüse

Die negative Wirkung von Fluorid auf die Schilddrüse ist eigentlich schon hinreichend bekannt, wird aber selten beachtet.
Fluorid und Iodid entstammen derselben chemischen Gruppe, den Halogenen. Man kann Fluorid als den “kleinen Bruder” ansehen, der Iodid im Körper verdrängen kann. Gleichzeitig ist Fluorid aber deutlich reaktiver (höhere Elektronegativität). Wie aus Teil I bekannt, nehmen die Follikelepithelzellen der Schilddrüse große Mengen an Iodid auf, um daraus die Schilddrüsenhormone zu generieren. Hier interferiert das Fluorid, welches zusätzlich noch deutlich reaktiver ist. Erinnert man sich an den oxidativen Stress im Gehirn, könnte Fluorid eventuell ein weiterer Faktor sein, welcher Autoimmunreaktionen begünstigt.
Verschiedene Rezeptoren in Zellemembranen scheinen ebenfalls durch Fluorid gestört zu werden, wodurch z. B. die Wirkung von TSH abnimmt. Fluorid scheint zusätzlich die enzymatische Konversion von T4 in T3 zu beeinträchtigen. Letztendlich begünstigt ein Fluorid-Exzess eine Iodid-Defizienz und Schilddrüsenunterfunktion.

Sogar schon im Kindesalter zeigt sich in überversorgten Regionen die Extremform einer Schilddrüsenunterfunktion, der Kretinismus. Die Kleinkinder weisen nicht nur das offensichtlichste Zeichen eines Fluorid-Exzess auf (Dentalfluorosen), sondern auch allerlei schwerwiegende Entwicklungsstörung inklusive einem niedrigen IQ und Sprachstörungen sowie Minderwuchs und deformierten Knochen (49 Singh et al., 2014).

Fazit: Ich persönlich würde zugesetztes Fluorid in Kochsalz definitiv meiden. In Deutschland ist glücklicherweise kein Fluorid im Wasser zugesetzt. Zahnpasta ist vermutlich weniger kritisch. Es sind allerdings auch fluoridfreie Pasten erhältlich.

Allheilmittel Vitamin D?

Studien zu Vitamin D werden inzwischen inflationär in jedem Journal veröffentlicht. Den Heil bringenden Botschaften begegne ich deshalb immer mit einer gewissen Skepsis. Nichtsdestotrotz häufen sich die Beobachtungen, dass defiziente Vitamin-D-Spiegel mit der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse assoziiert sind (50 Kivity et al., 2011; 51 Shin et al., 2014; 52 Muscogiuri et al., 2015).

Außerdem:
Wie wir aus Teil II wissen, interagieren die Schilddrüsenhormonrezeptoren gerne mit Rezeptor-gebundenem Vitamin D, Vitamin A oder ähnlichen Faktoren um effiziente Heterodimere zu bilden. Das fügt eine zusätzliche Ebene der Regulation und Komplexität hinzu:
Das abgelesene Genmuster von T3-sensitiven Genen wird somit zusätzlich durch z.B. Vitamine beeinflusst.

einfluss von vitaminen uf die schilddrüse
Abb. 2: Interaktion der Schilddrüsenhormonrezeptoren mit Rezeptor-gebundenem Vitamin A oder D.

Ein aktivierter TR in Kombination mit VDR bzw. RXR stellt ein sehr effektives Heterodimer dar.

CoA = co-activator; TR = thyroid receptor; TRE = thyroid-receptor responsive element; VDR = vitamin D receptor, RXR = retinoid X receptor.

Info
Vitamin A, beziehungsweise korrekter die Retinsäure, war schon mehrmals Thema auf Edubily und auf Aesirsports (hier, hier und hier). Nicht nur wegen der Schilddrüse halte ich etwas Leber alle 1-2 Wochen für sehr vorteilhaft.  

Entspannt bleiben – Ein weiterer Schlüssel zu guten Hormonwerten 

Nicht nur körperlicher Stress wie ein exzessives Sportpensum oder low-calorie/low-carb diet können sich negativ auf die Schilddrüsenhormonwerte auswirken. Auch Angst, emotionaler Stress und Anspannung sorgen für negative Verschiebungen der Schilddrüsenhormone. Das lassen Beobachtungen in männlichen und weiblichen Studenten unter Prüfungsstress vermuten (53 Johansson et al., 1987).

Natürlich hat auch ein Schlafmangel insgesamt äußerst destruktive Auswirkungen auf endokrine und metabolische Systeme (54 Copinschi, 2005; 55 Leproult & van Cauter, 2010). Selbiges gilt für die Desynchronisation des Verhaltens mit der inneren biologischen Uhr. In seiner vollen Härte wird dieses Problem bei Nachtschichtarbeitern offenbart, welche einem viel höheren Risiko ausgesetzt sind das Metabolische Syndrom zu entwickeln (56 Wang et al., 2014; 57 Morgan et al., 2003; 58 Stenvers et al., 2012).

Mehr oder weniger belegbare Pro’s und Contra’s

Das Rad wird hiermit zwar nicht neu erfunden und vollständig kann es natürlich auch nicht sein, aber einige explizite Beispiele sind vielleicht doch interessant (59 Kralik et al., 1996; 60 Thomson et al., 2008; Nishiyama et al., 1994; Cabanelas et al., 2006).

Pro Contra
  • Jod, Selen und Zink, Eisen
    (ausreichend aber nicht exzessiv) 
  • Langes Fasten
  • Starkes Kaloriendefizit
  • 3 x rotes Fleisch, 5 x grünes Gemüse, täglich Milchprodukte
  • zu geringe Kohlenhydratzufuhr
    (genauer Schwellenwert schwer zu estimieren; vrmtl. stark individuell)
  • Täglich rohe Karotten
    (Verdauung, Endotoxine, Lebergesundheit, …)
  • Schlafdefizit
  • Leber
    (alle 7 – 14 Tage; u. a. Vitamin A)
  • Stress
    (emotional, körperlich)
  • regelmäßig eine Handvoll Paranüsse
    (Selenocystathionin)
  • Entzündungen (TNFα, IFNγ, Il6)
    (insbesondere Permeabilitätsstörungen des Magen-Darm-Trakts und übertretende Endotoxinen)
  • Regelmäßige Sonnenexposition und im Winter angemessen Vitamin-D-Supplementierung
    (gegen Autoimmunerkrankungen?)
  • Creatin und Cholin
    (Lebergesundheit)
  • L-Carnitin, Betain, Taurin (entsprechend: Methyl-Donatoren)
  • Schwermetalle
    (Cadmium, Quecksilber)
  •  Fluorid
    (fluoridiertes Kochsalz und Wasser meiden)
  • (Goitrogene) Anti-Nährstoffe
  • cyanogene Glucoside (Blausäure):
    Maniok, Sorghum, Hirse, Mandeln, Süßkartoffel
  • Thioglucoside:
    Kreuzblütler- bzw. Kohlgemüse, Pinienkerne, Senf, Meerrettich
  • Hülsenfrüchte
    v. a. Soja und Erdnüsse
  • Grüner Tee
  • Hohe Mengen Fructose
    (Obst und moderater Saftkonsum ausgenommen)
  • Endokrine Disruptoren
    (Bisphenol A)
  • Gluten/Lektine
    Getreide

Referenzen

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2 O’Brian JT, Bybee DE, Burman KD, et al. (1980) Thyroid hormone homeostasis in states of relative caloric deprivation. Metabolism.

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6 Danforth Jr, E., et al. (1979) Dietary-induced alterations in thyroid hormone metabolism during overnutrition. Journal of Clinical Investigation

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12 Sievenpiper JL, Chiavaroli L, de Souza RJ, Mirrahimi A, Cozma AI, Ha V, Wang DD, Yu ME, Carleton AJ, Beyene J, Di Buono M, Jenkins AL, Leiter LA, Wolever TM, Kendall CW, Jenkins DJ (2012) ‚Catalytic‘ doses of fructose may benefit glycaemic control without harming cardiometabolic risk factors: a small meta-analysis of randomised controlled feeding trials. Br J Nutr.

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27 Chandra AK, De N (2013) Catechin induced modulation in the activities of thyroid hormone synthesizing enzymes leading to hypothyroidism. Mol Cell Biochem. 2013

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10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Du sprichst von der „gesunden“ Schilddrüse. Im Artikel beschreibst du aber nur den Weg von einer leicht suboptimal funktionierenden SD hin zu einer optimalen. Die gar nicht so kleine Menge an Leuten mit wirklichen Schilddrüsenkrankheiten (ohne Kenntnis darüber) sucht aber vergeblich nach Heilung durch Supplemente und Ernährung. Ein paar kurze Verweise auf verschiedene Krankheiten wären angebracht! Trotzdem gelungener Artikel 🙂

    1. Das ist leider nicht so einfach, da gerade bei den wirklichen Erkrankungen noch vieles unklar ist.

      Sieht man auch alleine daran, dass manche mit einer Unterfunktion mit L-T4 Monotherapie soweit zurecht kommen, dafür ein nicht unerheblicher Anteil an Patienten überhaupt nicht.

      Deswegen sind auch Erfolge nach Ernährung- und Supp-Intervention für Person A verglichen mit Person B schwer abzuschätzen (s. Einleitung 😉 )

      Trotzdem ist wohl zB für Hashimoto Patienten Selen sehr vielversprechend, selbst wenn sie adäquat versorgt scheinen. Hab ich im letzten Artikel angesprochen, hätte ich hier nochmals erwähnen können.

  2. Hey Tim…danke für den Artikel. Überraschenderweise landen bei Dir z.B. Kreuzblüttler (Brokkoli) und auch Senf/Meerretich (welche sich u.a. positiv auf den Steoridhaushalt auswirken) sowie Mandeln und Süsskartoffeln auf der Contra-Seite! Die Frage ist doch, ob nicht die positiven Eigenschaften dieser Nahrungsmittel die negativen um einiges übertreffen!?

    1. Gute Frage.

      Wie im Text mehrfach erwähnt ist das Schwarz-Weiss Denken bei vielen Lebensmitteln nicht wirklich sinnvoll.

      Und ich stimme dir zu, dass viele der Dinge auf der Contra-Liste sehr viele positive Effekte aufweisen können. So zum Beispiel Isothiocyanate aus (rohem) Kohl, welches Phase II Detoxifizierung Enzyme der Leber aktivieren und so weiter. Selbst bzgl. Blausäure gibt es ja wilde (und mW nicht belegbare!) Theorien, dass „Vitamin B17″/Amygdalin als selektiven Krebskiller funktionieren kann.

      Wie auch immer….so exotisch und orthomolekular muss man ja gar nicht gehen.
      Du hast definitiv Recht mit den vielerlei Vorzüge und es soll auch auf keinen Fall so aufgefasst werden, als dass ALLE Dinge der Contra-Seite pauschal gemieden werden sollten.

      Es kommt wie gesagt auf die Menge und die Situation an, wie viele Stressoren sich summieren etc.
      Vllt können wir noch nachträglich im Artikel fett markieren, was von besonderer Bedeutung ist (Kcal und Kohlenhydrate), was man am besten pauschal meidet (BPA, Fluorid) und wo es aber sogar mehr positive Effekte gibt und Negative nur in gewissen Situationen relevant sind (2L Grüner Tee plus 500g roher Kohl nach 23h Fasten blöd gesagt).

      Bei mir gibt’s jetzt übrigens gleich selbst Brokkoli 😉

  3. Hallo Tim,
    da du Ray Peat erwähnt hast… wie stehst du zu dem Thema PUFA und Schilddrüse bzw. PUFA allgemein? In seinen Artikeln schreibt er ziemlich ausführlich das diese Fette einigen Schaden in unserem Körper anrichten.

    1. Finde manche seiner Thesen und seine Grundeinstellung ziemlich beeindruckend und oft sehr inspirierend. Zum Beispiel seine Meinung bzgl. CO2, Wasser und Licht gefallen mir.

      Zum Thema PUFA muss ich aber sagen, dass ich seine harte Linie in der Literatur so nicht belegt gesehen hab. Auch die Quellen die er selbst zitiert, lassen eigtl keine solch starke Hypothese zu. Meiner Meinung nach. Aber ich habe vermutlich auch nicht alles dazu gelesen. Finde Chris Fett-Guide an der Stelle super und ich sehe auch MUFAs als besonders sinnvoll an. PFUAs würde ich persönlich versuchen nicht in größeren Mengen zu mir nehmen, also viel der Pflanzenöle (außer jetzt Kokos-,Oliven,-Macadamiaöl) meiden.
      Dann und wann Nüsse und Fisch ist klar.

  4. ich bin leider weder Medizinstudent noch Chemiker – und nach Lektüre aller Artikel zum Thema Schilddrüse darf ich sagen: ich bin als Hashimoto-Patient genauso schlau wie vorher. Dagegen kenne ich inzwischen sehr viele Hashimoto-Patienten die signifikante Verbesserungen mit einer Ketogenen Ernährung erfahren haben, die hier als kontraproduktiv dargestellt ist. Auch mein Arzt – der nicht zu den klassischen Schulmedizinern zählt, sondern sowohl Naturheilkunde wie auch „über den Tellerrand hinausschauen“ praktiziert, bestätigt mir Top-Werte mit LC-Ernährung und seit einiger Zeit LCHF, sodass er mir rät, dringend damit fortzufahren – was mir zudem auch mental unglaublich gut tut. – Wie gesagt, steht in krassem Gegensatz zum gelesen, was mir zudem keine klare Vorgehensweise ablesbar macht. Endweder muss man das gelesene weit differenzierter betrachten oder ich bin eine ungewöhnliche Ausnahme, auf die all das nicht zutrifft.

    1. Fakt ist nun mal, dass in allen Studien klar zu sehen ist, dass der T3-Wert sich eben auch am KH-Gehalt der Nahrung orientiert und jede Kohlenhydrat-Einschränkung dazu führen *muss*, dass weniger T4 in T3 umgewandelt wird.

      Das ergibt doch auch Sinn: Das, was bei ketogenen Diäten gemacht wird, ist, physiologisch betrachtet, das Mimen des Fastens. Genau deshalb „wirkt“ die ketogene Diät so gut.

      In so einem Modus macht es überhaupt keinen Sinn für den Körper, vermehrt T3 zu bilden. Und das wird auch dadurch bestätigt, dass eine extrem fettarme, kohlenhydratreiche Ernährung die T3-Konversion deutlich befeuert.

      Das, was du dabei nicht verwechseln darfst: Wir reden immer noch von gesunden Schilddrüsen. Es kann durchaus sein, dass ketogene Diäten helfen, Entzündungen aus der Schilddrüse zu nehmen, um so die sowieso schon angeschlagenen Werte wieder zu stabilisieren.

      Es gibt eben endlos viele Szenarien und genauso viele Wege, die zu Zielen führen können.

      Weiterhin problematisch ist, dass viele während der ketogenen Diät zu wenig essen, weil der Hunger einfach nachlässt, was dann auch in die oben angeführte Thematik reinspielen kann und die Abwärtsspirale verstärkt.

      Noch einmal: Das bedeutet nicht, dass dein Ansatz generell *falsch* ist oder umgekehrt, der von uns geschilderte Fall falsch ist.

  5. Hallo Tim,
    deine Auflistung ist wirklich umfangreich, sodass man schon einige Orientierungsmöglichkeiten für eine Optimierung der Schilddrüsenfunktion hat.
    Zuletzt scheint meine Schilddrüse auch eher träge geworden zu sein, zumindest fühle ich mich häufiger antriebslos und müde. Nun will ich meine Gewohnheiten überprüfen auf ihren EInfluss auf die Schilddrüsenaktivität. Ein noch offener Punkt ist dabei Kälte. Kälte soll ja auch ein Mittel zur Mitochondrienbiogenese sein. Daher habe ich schon einige Zeit jeden Tag kalt geduscht.

    Daher nun meine Frage:

    Wirkt deiner Erkenntnis nach Kälte eher aktivierend oder eher einschläfernd auf die Schilddrüse?

    Grüße
    Ludwig

  6. Bei mir war es so: Ich habe mich ein Jahr low carb ernährt, mich dabei richtig gut gefühlt und auch abgenommen, aber: Meine Blutwerte waren nach diesem Jahr eine Katastrophe (zumindest nach normalen Maßstäben – die Referenzwerte stammen ja von Menschen, die sich vermutlich kohlenhydratreich ernähren).
    T3 und T4 sind in den Keller gerutscht und TSH hat nicht reagiert (war also nicht höher als vor dem Absinken von T3 und T4 – die Werte vor der Ernährungsumstellung waren mir bekannt). Und da die Schilddrüse nicht mehr richtig arbeitete, hat auch die Leber gesagt: „Pff, dann mach ich auch weniger“ (die Schilddrüse ist ja der Motor der anderen Organe), und mein Gesamtcholesterin stieg auf mehr als das Doppelte! Ich hatte fast 500 erreicht, wo der vorherige Wert so bei 220 lag. Leider war es auch noch das Very Low Density Lipoprotein, das stark angestiegen ist, und kaum das HDL. Mein Arzt, der diese Ernährungsweise eigentlich empfiehlt und nichts von der Choesterin-Hysterie hält, war auch entsetzt und bewegte mich dazu, mich wieder „wie vorher“ zu ernähren. Nachdem ich nun schon länger wieder viele Kohlenhydrate esse, arbeitet zwar meine Schilddrüse wieder normal, aber dafür habe ich auch wieder ordentlich an Gewicht zugelegt – Jojo lässt grüßen – wiege nun mehr als vorher.
    Nun frage ich mich, warum man so wenig über negative Blutwertveränderungen liest bei Low Carb. Geht es anderen nicht so? Wieso wird so oft geschrieben, dass vor allem das „gute“ HDL ansteigt? Sind mein Mann und ich Einzelfälle (bei ihm war es genau dieselbe Geschichte)?

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