Vom Reizdarm und den Darmbakterien

Reizdarm ist oft die Ursache von falscher Ernährung

Bevor wir zum eigentlichen Inhalt dieses Blogs kommen möchte ich mich kurz und knapp vorstellen.

Mein Name ist Simon Goedecke und dem ein oder anderen hier vielleicht aus dem EdubilyForum oder von Aesir-Sports unter dem NicknameSimme“ bekannt. Ich studiere derzeit im Master of Molecular Nutrition, meinen Bachelor hingegen habe ich in Ökotrophologie gemacht.

Im heutigen Artikel möchte ich Auszüge aus meiner Bachelorarbeit vorstellen, da das Thema im Moment sehr präsent ist und vielleicht den ein oder anderen interessieren könnte.

Die komplette Arbeit handelte von einem konkreten probiotischen Produkt, welches an meiner damaligen Hochschule entwickelt wurde und dem Einfluss dessen auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen und das Reizdarmsymdrom. Hier soll es allerdings ein wenig allgemeiner um den Einfluss der Mikrobiota und probiotischen Präparaten auf das Reizdarmsymdrom gehen.

Die Darmflora

Der Darm stellt das wichtigste Organ zur menschlichen Immunabwehr dar und steht in ständiger Wechselwirkung mit über 1000 verschiedenen Bakterienstämmen. Die Anzahl der bakteriellen Zellen im Gastrointestinaltrakt des Menschen ist mit ca. 10 Billionen Zellen etwa um das Zehnfache höher als die Anzahl von Humanzellen im gesamten Organismus. Die Darmflora macht dabei ein Gewicht von ca. 1-2 kg aus und bildet bis zu 60 % des Stuhls.

Die bakterielle Flora besitzt eine eigene metabolische Aktivität und geht enge Wechselwirkungen mit seinem Wirt ein. Man kann hier von einem symbiotischen Verhältnis sprechen. Die qualitative und quantitative Zusammensetzung der menschlichen Darmflora ist relativ stabil, jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein gestörtes Verhältnis zwischen Flora und Wirt kann demnach verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben. In der modernen Medizin wird eine Anomalie der bakteriellen Darmbesiedlung mit der Entstehung zahlreicher Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Zusammensetzung der menschlichen Darmflora ist extrem individuell und in Teilen so individuell wie der menschliche Fingerabdruck. Die metabolische Aktivität der Intestinalflora ist in etwa so hoch wie die der Leber und kann somit den Gesamtorganismus wesentlich beeinflussen. Die höchste Besiedlung mit Mikroorganismen findet man im Dickdarm, wohingegen andere Verdauungsabschnitte vergleichsweise dünn besiedelt sind. Beim gesunden Menschen besteht die Darmflora zum größten Teil aus gesundheitsfördernden Mikroorganismen, zum Teil aber auch aus pathogenen Keimen.

Die Mikroorganismen sorgen dabei für die Entwicklung und den Erhalt eines funktionierenden Immunsystems und Aufrechterhaltung der Barrierefunktion. Des Weiteren sorgt die gesunde Darmflora für eine Konkurrenz gegenüber Pathogenen und verdrängt sie, indem sie antimikrobielle Toxine, sowie organische Säuren zur Senkung des pH-Wertes bildet. Die Darmflora kann ebenfalls die Wirtszellen zur Produktion von Defensinen anregen und die Induktion von Tight Junctions hervorrufen, wodurch der Durchtritt größerer Partikel durch die Darmschleimhaut verhindert wird.

Des Weiteren sorgen sie für die Produktion kurzkettiger Fettsäuren aus Ballaststoffen, die ins Colon gelangen. Diese kurzkettigen Fettsäuren stimulieren das Wachstum und Differenzierung der Darmzellen und unterstützen deren Funktion und die Darmmobilität. (Bischoff und Köchling 2012)

Das Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsymdrom (IBS – inflammatory bowel syndrome) zeigt sich durch eine veränderte Stuhlfrequenz mit einhergehenden Schmerzen im Bauchbereich, wobei die Ursachen der Beschwerden durch klinische Routinediagnostik nicht nachweisbar sind (Layer et al. 2011). Die Diagnosekriterien haben sich in der Vergangenheit immer etwas verändert. Aktuell werden allerdings die S3-Leitlinien verwendet, die da lauten:

  • Länger als 3 Monate anhaltende Darmbeschwerden, wie Blähungen und Bauchschmerzen mit Veränderungen des Stuhlganges.
  • Die Beschwerden sind so erheblich, dass der Patient selbstständig einen Arzt aufsucht
  • Keine weiteren Veränderungen, die auf das Vorhandensein anderer gastrointestinalen Erkrankungen schließen lässt.

Man unterscheidet in je nach Art der Beschwerden in 3 Subtypen, dem diarrhödominaten Typen (IBS-D), dem obstipationsdominatnen Typen (IBS-C) und dem Mischtypen aus beiden ersteren (IBS-M). (Vgl. T. Frieling, Schemann 2014)

Oft treten auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten diverser Natur auf, wobei jedoch keine immunologischen Ursachen zu finden sind. Daher wird von vielen Patienten eine Eliminationsdiät gegen die jeweiligen Nahrungsmittel eingehalten, was zu sozialer Isolation führen kann. Außerdem kann die Angst vor einer chronischen Erkrankung zusätzlich zu Depressionen führen. (Kruis 2001)

Das Problem dabei ist, dass der Darm und das Gehirn eng miteinander verknüpft sind. Patienten mit Reizdarmsymdrom leiden oftmals auch an psychischen Störungen, die auch im Verdacht stehen ein auslösender Faktor für die Erkrankung zu sein. (Layer et al. 2011)
Daraus kann sich dann ein Teufelskreis ergeben. Psychischer Stress verstärkt den Reizdarm und der Reizdarm verstärkt den psychischen Stress.

Für die Entstehung des Reizdarmsymdroms spielen allerdings verschiedene Mechanismen eine Rolle, wobei der genaue Zusammenhang in vielen Fällen noch nicht hinreichend aufgeklärt ist. Oftmals besteht einer erhöhte Zahl an immunologisch aktiven Zellen, die zu einer geringradigen Entzündung führen. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Störung der Barrierefunktion der Darmepitelien, die im Normalfall vor dem Eindringen von unerwünschten Bakterien und Pathogenen schützt. (Layer et al. 2011)

Am häufigsten Tritt die Krankheit jedoch nach einer bakteriellen Enteritis auf. Es wurde festgestellt, dass dadurch das Risiko für einen Reizdarm um das 8-10fache steigt. Hierbei spielen allerdings auch die Eigenschaften des Erregers, sowie Schwere und Dauer der Enteritis eine entscheidende Rolle. (Layer et al. 2011)

Es gibt viele mögliche Ursachen für ein Reizdarmsymdrom und das Zusammenspiel ist noch nicht genau geklärt, da auch die Symptomatik nicht wirklich einheitlich ist. Was alle Patienten mit dieser Erkrankung allerdings gemeinsam haben ist eine qualitativ und quantitativ veränderte Darmflora gegenüber gesunden Personen. Oftmals besteht eine höhere Dichte an Proteobacterium Firmicutes, dafür weniger Bifidobakterien, Acidobacter und Bacteriodes. (Prof. Dr. T. Frieling, Prof. Dr. M. Schemann 2014)

Ist die natürliche Darmflora gestört, kann es zur Überwucherung und Einflussname von Krankheitserregern kommen. Gärungs- und Fäulnisbakterien Darmkeime sorgen somit auch für das erhöhte Aufkommen von Flatulenzen, Durchfallerreger lösen Diarrhö aus. In einer normalen Darmflora produzieren die Darmkeime kurzkettige Fettsäuren, die der Darmmukosa als Nährstoff dienen. Die veränderte Ausscheidungsrate von diesen Fettsäuren bei Reizdarmpatienten deutet auf eine veränderte Darmbesiedlung und eine mögliche Unterversorgung der Dickdarmmukosa hin. (Alfred-Nissle-Gesellschaft)

In wie weit die Veränderte Darmflora jedoch die Ursache oder Folge eines Reizdarmsymdrom ist, ist noch nicht ganz klar. Für einen Zusammenhang sprechen aber Beobachtungen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Reizdarmsymdroms nach einer Behandlung mit Antibiotika zunimmt. (Layer et al. 2011)

Wie können Probiotika helfen?

Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Präparationen von probiotischen Kulturen, wie Saccharomyces, Lactobacillen, Bifidobakterien und Escherichia coli Stämme wie E.coli Nissle 1917, verschiedene Effekte auf die Veränderung der menschlichen Darmflora nehmen können. Veränderungen zeigten sich in der Produktion von Metaboliten, wie Gasen und Fettsäuren, der Stärkung der intestinalen Barrierefunktion, sowie die Beeinflussung des Immunsystems. (Layer et al. 2011)

In einer Doppelblindstudie wurde der Einfluss eines probiotischen Escherichia coli (E.coli Nissle 1917) Präparates auf Patienten mit chronischer Obstipation untersucht.

Bereits nach 4 Wochen erreichte die E.coli Gruppe einen Durchschnitt von 4,9 Stuhlgängen pro Woche, was schon fast mehr ist als bei manchen gesunden Personen. Die Placebogruppe erreichte nur 2,6 Stuhlgänge pro Woche. Nach 8 Wochen der Einnahme wiesen die Probanden, die mit dem Probiotikum behandelt wurden, eine völlig normale Stuhlfrequenz von 6 Stuhlgängen pro Woche auf. Die Placebogruppe hatte nach 8 Wochen im Schnitt 1,9 Stuhlgänge pro Woche und erreichte damit keine signifikante Verbesserung der Stuhlfrequenz. (Möllenbrink und Bruckschen 1994)

Eine Pilotstudie an Patienten mit chronischer Diarrhö untersuchte den Einfluss gefriergetrockneter Lactobacilli acidophilus (Lactocol®) auf die Stuhlfrequenz sowie abdomineller Beschwerden und Blähungen. 24 Patienten, die unter Diarrhö ohne organische Ursachen litten, wurden über 4 Wochen mit inaktivierten Lactobazillen behandelt. Die Dosis lag bei 2 Gaben je 10×109 KBE. Nach einer Woche reduzierte sich die Stuhlfrequenz von 2,5±1,3 auf 1,9±0,9 am Tag.
Die abdominellen Schmerzen und Blähungen nahmen tendenziell ab. Die Effekte hielten über den gesamten Zeitraum von 4 Wochen an. (Keller et al. 2010)

In einer aktuelleren Arbeit wurde der Einfluss eines Mischpräparates auf Patienten mit Reizdarmsyndrom des darrhödominanten Typs untersucht. Verwendet wurden zwei Stämme der Lactobacillus plantarum (CECT7484 und CECT7485) sowie ein Stamm der Pediococcus acidilactici (CECT7483) im Verhältnis 1:1:1. Die 81 Probanden wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt eine hohe Dosis (1-3 × 10 10 KBE/Kapsel), die zweite Gruppe erhielt eine geringere Dosis (3-6 × 109 KBE/Kapsel) und die dritte Gruppe erhielt ein Placebo. 

In allen Gruppen zeigte sich eine Verbesserung der Lebensqualität, jedoch war dieser Effekt in den Probiotikagruppen wesentlich ausgeprägter. Das abdominelle Unwohlsein, gemessen über VSI verbesserte sich ebenfalls bei den Gruppen mit hoher, bzw. geringerer Dosis, wohingegen die Placebogruppe nur eine minimale Verbesserung erreichte. Die Intensität der Symptome veränderte sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. (Lorenzo-Zúñiga et al. 2014)

Eine iranische Untersuchung untersuchte ebenfalls erst kürzlich den Einfluss eines Mischpräparates (Probio-Tec® Quatro-cap-4), bestehend aus Bifidobacterium animalis subsp. lactisBB-12®, Lactobacillus acidophilus LA-5®, Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus LBY-27 und Streptococcus thermophilus STY-31, auf Patienten mit Reizdarmsymdrom nach Rom-III-Kriterien.

Die Patienten bekamen entweder das Probiotikum mit mindestens 1×109 KBE/Kapsel zweimal täglich oder ein Placebo.

Der Untersuchungszeitraum betrug 4 Wochen.

Nach der Hälfte der Zeit hatten 10 Personen die Untersuchung mangels Befriedigung verlassen, 3 (5 %) davon aus der Probiotikagruppe und 7 (13 %) aus der Placebogruppe. Iraner scheinen eine geringe Complience aufzuweisen.

Nach 4 Wochen der Behandlung berichteten 85 % der Patienten der Probiotikagruppe eine Besserung der Symptome, wohingegen 47 % der Placebogruppe eine Verbesserung beschrieb. (Jafari et al. 2014)

Die Ergebnisse des VAS Auswertung zeigten sich im Durchschnitt wie folgt:

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Gerade aus den letzten beiden zitierten Untersuchungen zeigt sich, dass die Psyche einen wesentlichen Stellenwert beim Reizdarmsyndrom einnimmt. Die Ergebnisse der Placebogruppen sind beide Male als signifikant positiv zu bewerten auch wenn der Effekt geringer ausfällt als der der Probiotikagruppen.

Letztendlich ist die Datenlage zur Wirksamkeit probiotischer Präparate auf das Reizdarmsyndrom jedoch so überzeugend, dass die Empfehlung zur Anwendung bereits Einzug in die aktuellen deutschen Leitlinien zur Behandlung eines Reizdarmsymdroms gefunden hat.

Letztlich noch zu meiner eigenen „Mini-Studie“, die ich im Rahmen meiner Arbeit anhand des eingangs erwähnten Produktes durchgeführt habe. Meine damalige Hochschule arbeitet mit einem sehr versierten Proktologen zusammen, der das Produkt seinen Patienten mit Reizdarm und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen empfiehlt. Ich sage bewusst „empfiehlt“, da es als Nahrungsmittel zugelassen ist und daher nicht verschrieben werden kann.

Und ganz billig ist der Spaß auch nicht.

Ich habe also jene Patienten mittels Fragebogen zu Ihrer Erkrankung und Ihren Erfahrungen mit dem Produkt befragt. Dabei kam heraus, dass 80 % der Befragten mit Reizdarmsymdrom eine Minderung der Beschwerden erfahren hat. Auf einer Skala von 1-5, wobei 5 die vollkommene Beschwerdefreiheit darstellt, gaben 50 % eine 3 an und jeweils 25 % eine 1 oder 5.

Wie diese schönen runden Zahlen zu Stande kommen? Nun, leider hatte ich nur 6 auswertbare Fragebögen von Patienten mit dieser Erkrankung, wovon ein Patient aufgrund der zu geringen Einnahmezeit noch keine Aussage treffen konnte. Daher erwähne ich diese Ergebnisse auch nur am Rande.

Trotzdem noch eine kleine Anekdote, bevor wir zum Schluss kommen. Aufgrund der Ergebnisse meiner Arbeit, besorgte sich die unter einem Reizdarm mit unzähligen einhergehenden Unverträglichkeiten leidende Frau meines Vaters, das Produkt und bereits nach einer Kur (6 Tage) besserten sich die Symptome deutlich und nach der zweiten Kur waren sämtliche Unverträglichkeiten verschwunden.

Ach übrigens, falls es jemanden interessieren sollte, bei dem Produkt handelt es sich um Power-Aronia der Firma Klecs und ist eines der wenigen milch- und hefefreien Produkte auf dem Markt. Die genaue Zusammensetzung der Bakterienstämme haben sie aber selbst mir nicht verraten. Das wäre natürlich hoch interessant gewesen.

Probiotika können also durchaus zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik Reizdarm beitragen. Wichtig ist dabei aber auch ein positiver Mindset, denn Die Erkrankung wird stark von der Psyche beeinflusst.

Das Thema Darmflora und Probiotika sind im Moment nicht nur in der Wissenschaft eines der Top-Themen und ich denke, dass wir da in nächster Zeit noch einiges Neues zu hören werden.

Und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja mein Wunschthema für meine Masterarbeit über die Mikrobiota 😉

Literaturverzeichnis

Alfred-Nissle-Gesellschaft: Patienteninformation Darmflora und Reizdarmsymdrom.

Bischoff, S.; Köchling, K. (2012): Pro- und Präbiotika. In: Aktuel Ernahrungsmed 37 (05), S. 287–306. DOI: 10.1055/s-0032-1305309.

Jafari, Elham; Vahedi, Homayoon; Merat, Shahin; Momtahen, Shabnam; Riahi, Aina (2014): Therapeutic effects, tolerability and safety of a multi-strain probiotic in Iranian adults with irritable bowel syndrome and bloating. In: Archives of Iranian medicine 17 (7), S. 466–470.

Keller, J.; Layer, P.; Andresen, V. (2010): Lacteol® bei funktioneller chronischer Diarrhoe beim Erwachsenen – Ergebnisse einer Pilotstudie. In: Z Gastroenterol 48 (08). DOI: 10.1055/s-0030-1263711.

Kruis, Wolfgang (2001): Kurzleitfaden Reizdarmsyndrom. Stuttgart: Thieme.

Layer, Peter; Keller, Jutta; Bünger, Lydia (2011): Das Reizdarmsyndrom. Pathogenese, Diagnostik und Therapie. 3. Aufl. Bremen [u.a.]: UNI-MED (UNI-MED Science).

Lorenzo-Zúñiga, Vicente; Llop, Elba; Suárez, Cristina; Alvarez, Beatriz; Abreu, Luis; Espadaler, Jordi; Serra, Jordi (2014): I.31, a new combination of probiotics, improves irritable bowel syndrome-related quality of life. In: World journal of gastroenterology : WJG 20 (26), S. 8709–8716. DOI: 10.3748/wjg.v20.i26.8709.

Möllenbrink, M.; Bruckschen, E. (1994): Behandlung der chronischen Obstipation mit physiologischen Escherichia-coli-Bakterien. Ergebnisse einer klinischen Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der mikrobiologischen Therapie mit dem E.-coli-Stamm Nissle 1917 (Mutaflor). In: Medizinische Klinik (Munich, Germany : 1983) 89 (11), S. 587–593.

Prof. Dr. T. Frieling, Prof. Dr. M. Schemann (2014): Reizdarmsyndrom – Epidemiologie und Pathophysiologie. In: Coloproctology (3), S. 181–189. DOI: 10.1007/s00053-014-0435-z.

  • L. Ron Hubbard

    Hallo Chris,
    nach zwei schönen Jahrzehnten mit gesunder Ernährung und ordentlicher Verdauung kehrte ich, nach viermonatiger Abwesenheit, mit starkem Durchfall aus einem Land mit anderen hygienischen Standarts und Ernährungsweisen zurück. Nachdem die wichtigsten und gefährlichsten Ursachen abgeklärt und ausgeschlossen wurden, wurde es allerdings knifflig. Schnell stand die Diagnose Reizdarmsyndrom im Raum. Diese Diagnose wollte ich nicht akzeptieren. Zumal ich bereits 4 Monate teils krasse Durchfälle hatte und meine Ärztin, abgesehen von einer Psychotherapie, auch nicht weiter wusste. Die restliche, lange Geschichte, kurz gefasst: Ich blieb am Ball, forderte weitere Untersuchungen ein, machte einen H2-Atemtest, es stellte sich heraus, dass ich ein Problem mit meinem Darmbiom habe (Fruktose-Abhängige Dünndarmfehlbesiedelung) und jetzt bin ich dank dieses Wissens und den richtigen unterstützenden Präparaten und entsprechend angepasster Ernährung auf dem Weg der Besserung. Dein ganzer Artikel liest sich für mich so, als seien in Deutschland eine Menge Menschen mit gestörter Darmflora unterwegs, deren überforderte Ärzte ihnen nicht die richtige Diagnose stellen konnten. Das von dir empfohlene Präparat werde ich ebenfalls nochmal ausprobieren.

  • Candel

    Super, dass Du Auszüge aus Deiner Bachelorarbeit hier teilst. Echt klasse und informativ!! Und natürlich sehr aktuell momentan. Man hört es ja überall, dass Menschen Probleme mit Ihrer Darmflora haben.

    Die Umstellung auf eine ballaststoffreichere Nahrung führte bei mir auf jeden Fall zu einer deutlichen Verbesserung. Ich hatte zuvor starke Darmbeschwerden (Blähungen, Verstopfungen etc.) und der Stuhlgang war nur unter Schmerzen möglich. Jetzt geht alles viel leichter, auch dank der Umstellung von der normalen Sitzposition auf der Toilette in die natürliche Hockposition, denn durch das Hocken muss man nicht mehr drücken und der Darm wird deutlich entlastet. Ich habe einen Bericht in der ARD dazu gesehen, und ich habe mir daraufhin einen Toilettenhocker (Hoca) zugelegt.

  • Holger

    Schöner Artikel Simon bzw. Abschlussarbeit!
    Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass sich vor solchen Kuren „Entgiftungen/Entschlackungen“ als günstig erwiesen haben. Was sagst du dazu oder einfach die Kur so starten?
    Wie siehts denn mit den verschiedenen Ballaststoffen in dem Zusammenhang aus? Tim hat ja dazu mal was in seinem Andro-Thread gepostet.

    Vl. auch ganz interessant:

    http://blog.foodlinx.de/videotipp-weizen-unvertraeglichkeit-und-chronische-erschoepfung/

  • Natural-Hit

    Was hebt dieses Produkt denn von anderen Produkten mit Milchsäurebakterien ab?
    Mir kommt es ehrlich gesagt wie ein Werbeschreiben vor – ganz anders als bisherige Blogeinträge.

    • http://www.edubily.de Chris (edubily)

      Nicht immer gleich alles konzeptionalisieren …

      Das war ein Auszug aus einer Bachelor-Arbeit.

  • Beatrix Willius

    Die Zusammensetzung ist extrem wichtig. Warum dieses Produkt und kein anderes? Das Produkt ist schon recht teuer und der Name ist voll lustig (2% Aronia).

  • Trinity 32

    wie siehts mit flohsamen, flohsamenschalen, leinsamen, chiasamen, symbioflor aus?

  • mk

    Was ich mich frage ist, woran erkenne ich, welche Nahrung gut für meine eigene Darmbesiedelung ist. Woran erkenne ich, wenn bei mir irgendwas nicht rund läuft? Welche Bakterien sind eindeutig schlecht und was sollte ich im Hinblick auf eine „gute“ Besiedelung anstreben – scheint ja sehr individuell zu sein, welche Bakterien in welchem Verhältnis vorliegen..

  • Kerstin Hendriks

    Interessante Info, aber was bei allen Studien außer Acht gelassen wird, ist, wie sich die Probanden vor und während der Studien ernährten. Mittlerweile scheint auch Getreide, auch Pseudo-Getreide, erheblichen Anteil an der Fehlbesiedlung der Darmflora zu haben. Deshalb mach ich als Reizdarmpatientin neben dem Verzicht auf unverträgliche Nahrungsmittel jetzt auch eine Ernährungsumstellung auf Paläo/Primal, d.h. ich bereite meine Speisen möglichst selbst zu (keine industriellen Fertigprodukte), nehme bewusst kein Getreide noch Zucker zu mir. In der Umstellungsphase habe ich zwar auch Blähungen und Durchfall/Verstopfung bekommen, aber schon an einigen Tagen eine deutlich verbesserte Verdauung gespürt. Ich reagiere z.B. auf einige FODMAPS – Knoblauch, Schnittlauch, Nachtschattengewächse, aber meine Lebensqualität ist schon deutlich besser als vorher. Außerdem unterstütze ich meine Darmflora, indem ich weitestgehend auf Hülsenfrüchte, Zucker und Milch verzichte, stattdessen aber Kimchi (wegen der Milchsäurebakterien und des herrlichen Geschmacks) und (Kokosmilch-)kefir zu mir nehme.