Selen-Wert kurz und knapp

Selen ist bekannt. In meiner Lebensgeschichte in Form von Schilddrüsenhormonen, in anderen Lebensgeschichten – oder in meiner Zukunft – vielleicht in Form von Prostatakrebs oder anderen Krebsformen. Für mich ist Selen – rein theoretischer Natur – auch bedeutend aufgrund seiner Wichtigkeit hinsichtlich der Glutathion-Peroxidase, ein sehr potentes, körpereigenes Antioxidanz. Ich möchte später einfach keinen Herzinfarkt haben.

Es hatte einen Grund, warum ich meine Selen-Werte damals schnell gesteigert habe, wo sich andere monatelang vergeblich bemühen. Das hatte zwei Gründe: a) Bioverfügbarkeit (organisch vs. anorganisch) und b) die Höhe der Dosis.

Mein Bemühen stand auf den Beinen folgender Arbeit, die meine Überlegungen (von damals) rechtfertigen:

Man gibt drei (3) verschiedene Selen-Formen. Selenit, Selenmethionin und Selen-Hefe, in jeweils drei verschiedenen Dosen (das macht insgesamt 9 Versuchsgruppen!).

  • Selenit (200, 380, 600 μg/Tag)
  • Selenmethionin (158, 338, 507 μg/Tag)
  • Selen-Hefe (226, 439, 703 μg/Tag)

Mein Kommentar: Man achte auf die höchsten Dosen, die ja tatsächlich sehr hoch sind und das über einen Zeitraum von 16 Wochen!

Lassen wir uns doch einmal von den Ergebnissen überraschen:

Gleich ersichtlich wird: Selenit bringt gar nichts. Das kannst du dir jetzt für die Zukunft also merken. Das ist verschwendetes Geld. Das kann man auch in seine Freundin oder in den Hund investieren.

Selenmethionin und Selen-Hefe sind sehr effektiv, wenn es um die Erhöhung der Plasma-Werte geht, erreichen mit der jeweiligen höchsten Dosis bereits nach 4 Wochen den Zielwert von 200 μg/L. Dieser kann auch gerne bis 250 μg/L angehoben werden.

Deshalb sage ich: 400-800 μg/Tag über 4 Wochen und deine Selen-Werte sollten stimmen!

Bemerkenswert: Für einen Selen-Wert von ca. 100 μg/L braucht man sich offensichtlich nicht anzustrengen, denn das hatte eh jeder.

Merke: Bei hohen Dosen (z.B. 600 μg/Tag) wird dein Wert auf 1/2 x eingenommene Menge pro L einpendeln (in diesem Fall also bei ca. 300 μg/L Plasma). Bei normalen Dosen (z.B. 300 μg/Tag) wird dein Wert auf 2/3 x eingenommene Menge pro L einpendeln (in diesem Fall also bei ca. 200 μg/L). Diese pi-mal-Daumen Berechnung gilt für Selenmethionin. 

Das heißt: Wenn du dich monatelang bemühst mit 200 μg/Tag auszukommen, dann wirst du vielleicht irgendwann mal bei 130-150 μg/L landen.

Referenz zum Selber-Gucken, hier.

PS. Ein aufmerksamer Leser hat mich daran erinnert, dass Selen ja auch eine Halbwertszeit im Körper hat. In der Tat beträgt die Halbwertszeit von Selen im menschlichen Körper ca. 100-260 Tage. Das heißt: Wenn der Selen-Wert im Blut stimmt, dann braucht man sich auch keine Gedanken zu machen, wenn es man es einige Zeit nicht mehr nimmt.

 

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  • Der Captain

    Was ist von einem Präparat zu halten das Natriumselenat enthält? Bzw welches Präparat kannst du empfehlen?

    • Auf den Beitrag bezogen:

      Selenat/it ist nicht zu empfehlen.
      Man sollte Selenocystein zu sich nehmen, „Super Selenium“ von LEF, bei amazon.

      LG, Chris

  • 4D-DOC

    Sehr gut ist auch Selen-Methionin 200mcg von Pure encapsulations. Meine Favoriten bei den NEM-Herstellern, da sie hypoallergene apothekenpflichtige Reinsubstanzen herstellen und mein Vertrauen größer ist, als bei LEF (bekomme von deren Produkten häufig leider Nebenwirkungen).

    Aber Vorsicht! Mein Selenwert ging im Vollblut (Ganzimmun) rasch absolut in den hochroten Bereich > 240 µg/l!

    So hohe Werte sind nicht ganz unbedenklich. Daher würde ich nicht unkritisch hohe Mengen organisch gut bioverfügbaren Selens einnehmen, ohne zu Messen (mehrfach). Insbesondere bei unbekannter Aufnahme über die Nahrung.

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  • Chris

    Hey! Hier ein interessantes Dokument aus einem Meeting von Selen-Experten. Das war vor zwei Jahren, und die Erkenntnis für mich ist: man weiß sehr, sehr, wenig. Weder die exakten Marker, noch Markerhöhe, noch Zufuhr, noch Zufuhrart – und die Funktion. Ab Seite 95, besonders aufschlussreich die Diskussion der Profs am Ende. Eure Meinung? http://www.bfr.bund.de/cm/350/die-rolle-der-bioverfuegbarkeit-im-rahmen-der-risikobewertung-am-beispiel-spurenelemente.pdf