Vegan

Was Veganismus anrichtet – Wer nicht hören will, …

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung der Daten – Danke! 


Immer mal wieder bezeichneten wir eine vegane Ernährung als „Misshandlung des Körpers“. Im Handbuch (und im neuen Springer-Buch) legen wir über mehrere Seiten dar, warum dies der Fall ist – und warum wir uns nicht wie ein Affe ernähren können. Wer es ein bisschen provozierender und sarkastischer möchte, darf sich mal unser Video bei YouTube zum Thema angucken:

Mit einem gesunden (und rationalen) Menschenverstand kann man schnell antizipieren, was passiert, wenn man sich vegan ernährt – und dabei zeitgleich nicht über eine ausgewogene Nahrungsergänzung nachdenkt.

Dazu heute mal ein Fallbeispiel einer Bekannten von mir. Seit Jahren erkläre ich der Dame, die so alt ist wie ich, dass eine vegane Ernährung, in ihrem Fall, mit hoher Wahrscheinlichkeit krank machen wird. Nach Jahren die Einsicht:

Muss auf jeden Fall was machen, so weiterleben ist keine Option.

Das ist das Problem. Zwischen „gut gemeint“ und „tatsächlich gut“ kann ein himmelweiter Unterschied sein.

Also, kurz gefasst, sie schreibt:

  • „Fühle mich auf jeden Fall nicht im Körper einer 28-jährigen“
  • „Erkenne mich selbst nicht mehr“
  • „Fühle mich wie ein Wrack und bin schon seit zwei Monaten krank“
  • Haarausfall (der ob der Haardichte glücklicherweise nicht so auffällt)
  • Haut sehr schlimm, geht in Richtung Akne, schon ein psychisches Problem
  • Ständig erkältet, alles verschleimt, Bronchien und Nebenhöhlen
  • Asthma
  • Immer müde und kraftlos
  • Versteift, immer Knochenknacken
  • Konzentration, Antrieb, Motivation … „sau schlecht“
  • Extrem vergesslich
  • Libido war auch mal besser

Wohlgemerkt: Frau Patientin ist schlank, eher zu schlank geworden die letzten Wochen. Klassiker. Genau so würde ich mir einen Veganer vorstellen. Gemein, ich weiß.

Was die Blutwerte angeht, stelle ich mir das so vor:

  • Eisenspeicher verarmt
  • Zink niedrig
  • Homocystein hoch
  • B12 und B6 niedrig
  • Vitamin A niedrig
  • Carnitin niedrig
  • Möglicherweise Hämoglobin niedrig, vielleicht sogar anämisch
  • Triglyceride/Cholesterin/Blutzucker gut
  • Omega-3-Fettsäuren niedrig
  • Selen normal-niedrig
  • Darm löchrig (Glutenmast!)
  • Mangan möglicherweise hoch (viele Hülsenfrüchte etc.)
  • Taurin niedrig

Doch wie sieht sowas in der Realität aus? Hier mal ein paar Werte:

  • Kalium-Mangel
  • Carnitin-Mangel
  • Gefäßgift Homocystein skyrocketing
  • Folat grenzwertig niedrig
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Magnesium-Mangel
  • Mangan hoch
  • Selen normal-niedrig
  • Zink grenzwertig niedrig
  • B1, B2, B6 grenzwertig niedrig
  • Vitamin D normal
  • FT3 m. E. zu niedrig
  • Zonulin skyrocketing hoch
  • Eisen deutlich erhöht
  • Zeitgleich: Hämoglobin zu niedrig

Wie man das übersetzt? In einem Wort: Katastrophe. Wie um alles in der Welt will man SO leben?

Schön zu sehen: Leider wurde der Ferritin-Wert (= Eisenspeicher) nicht bestimmt. Der zeigt sehr sicher einen sehr niedrigen Wert an – zeitgleich ist Eisen im Blut (aus welchen Gründen auch immer) erhöht. Wie bereits sehr oft erwähnt: Eisen im Blut ist kein vernünftiger Marker! Hilft genau 0. Ist bei vielen immer normal oder sogar hoch, selbst wenn der Eisenspeicher gegen 0 geht (und das geht häufig mit Haarausfall einher)! Dass zu wenig Eisen im Körper ist, wird hier allerdings in Form eines zu niedrigen Hämoglobins angezeigt.

Auch schön zu sehen: Die Dame isst wohl zu wenig (Kalium niedrig), isst kein Fleisch (Carnitin niedrig, B12 niedrig, Zink niedrig, B6 niedrig), isst zu wenig grünes Gemüse bzw. Salate (Folat niedrig) und hat aufgrund diverser Vitamin-B-Mängel ein sehr hohes Homocystein. Magnesium-Mangel ist obligatorisch.

Bezeichnend ist zudem leider, dass der Darm löchrig ist. Aufgrund der glutenlastigen Kost, ist Zonulin sehr, sehr hoch (krankhaft?). Heißt: Das Immunsystem ist on fire, genau wie der Darm. Bisschen Angst machen? On fire möglicherweise auch das Gehirn (12:05).

Der Mensch ist nicht gemacht für Veganismus. Punkt. „Ich will (aus diesem oder jenem Grund) kein Fleisch essen“ akzeptiert jeder. Leider geht das nicht selten auf Kosten der eigenen Gesundheit.

Oh man. Und ich dachte immer, ich lebe und ernähre mich gesund.

PS: „Man kann, wenn man vegan lebt, einfach kaum, wenn überhaupt zunehmen“. Entsprechend gut sind „klassische“ Risikomarker wie Cholesterin, Trigs, Blutglukose – oder BMI. Da applaudiert der normale Arzt oder der Risikogutachter bei der PKV. Wieder einmal ein gravierender Trugschluss.

übersicht

Kommentare (48)

  1. Sehr interessant. Ich habe genau die selben Symptome und ähnliche Blutwerte, bin jedoch kein Veganer. Ich habe Helicobacter Pylori und die entsprechende chronische Magenschleimhautentzüdung. Dazu kommt ja dass Dank H.Pylori Ich zu wenig Magensäure habe und dadurch womöglich mit das Selbe widerfährt wie einem Veganer. Chris, ich erinmere mich dass du mal nebenbei erwähnt hast wie du den Helicobacter gekillt hast. Mich würde das interessieren, allgemein wird eine immens wichtige Thematik wie Magensäure kaum behandelt. Man kann die „beste“ Ernährung haben, wenn der Magen nichts hin kriegt dann biste trotz Kuh ein Veganer.

  2. Hi Dine,

    Harald Dvorak hat 1986 einen Artikel mit „Tumors: Wounds that do not heal“ veröffentlicht indem er Belege zwischen natürlich hervorgerufenen Entzündungsprozessen und der Entstehung von Krebs beschreibt. 2001 haben Balkwill und Mantovanu in Lancet den Artikel „Inflammation and cancer: back to Virchow?“ veröffentlicht wo u.a. Helicobacter pylori als Entzündungsursache für ein Malignes Lymphom beschrieben werden. Solltest du dir mal durchlesen. Viele Grüße Robert

    1. Hey Robert, danke für deine Antwort. Den Zusammenhang zum ersten Artikel verstehe ich nur bedingt. Ja, Helicobacter ist Krebserregend, das mit dem Lymphen ist mir auch bekannt. Ich dachte mir dass Chris eventuell seine „Methode“ offenbart bevor ich zur Antibiotika Therapie zurückgreife, was aber nicht unbedingt das Magensäure Problem löst.
      Liebe Grüße und danke nochmal

        1. Hi Chris, danke für deine schnelle Antwort.
          Warum emphielst du es nicht? In welcher Dosierung hast du das geschafft? Oder soll ich einfach die Antibiotika nehmen?
          Kannst du mal einen Beitrag bzgl Magebsaure machen?
          Viele Fragen, sry dafür.
          Liebe Grüße

          1. Na ja, es war ja mein eigenes Unterfangen und ich bin kein Arzt. Wir werden keine Empfehlungen zu Behandlungen jeglicher Art aussprechen. Sorry.

          2. Dine, ich habe mal gelesen, das es wohl nahezu 100% hilft 5-7 Tage lang Broccoli zu essen, also 500gr pro Tag. Hab ich persönlich einfach mal so gemacht, ist nicht unangenehm. Hier auf die schnelle ein Link von der Ärztezeitung, die bei 70g pro Tag eine Reduzierung feststellt: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/magen_darm/ulkus/article/541706/magenbakterium-h-pylori-mag-keinen-brokkoli.html

            Anscheinend geht hier um Sulforaphan https://www.sulforaphan.org/sulforaphan-vorkommen/ das besonders in Brokkoli-Sprossen enthalten ist. Viel Glück damit!

            Was sagt Chris dazu?

          3. Ich finde solche Ideen gut, wir sind ja auch Freunde von „Pflanzenheilkunde“, wenn es dazu eine (wissenschaftliche) Grundlage gibt. Sulforaphan ist ja kein unbekannter Player. Allerdings: Gibt es da keine elegantere Methode? Irgendwie … Brokkoli-Pulver als Smoothie, gleich irgendeinen Extrakt oder gar Sulforaphan als Einzelsubstanz? Und Brokkoli-Sprossen sind in der Tat sehr reich daran.

  3. Oh shit, die Werte sind ja krass!

    Selbst Kalium ist extrem tief obwohl das doch so viel im Blattgemüse enthalten ist. Sieht ganz so aus, als würde die Dame sich hauptsächlich von Sojapudding ernähren.
    DOA ist auch im Keller. Dann hat sie bestimmt bereits ne krasse Histamin-Intoleranz.

    Aber deine Bekannte ist ja aus ethischen Gründen vegan und nicht aus gesundheitlichen. Deshalb wäre es gut wenn sie sich mal folgendes Video anschaut, in dem gezeigt wird, dass Tierhaltung (artgerecht natürlich) die einzige Möglichkeit ist unseren Planeten vor der Ausbreitung der Wüsten zu bewahren: https://www.youtube.com/watch?v=vpTHi7O66pI&list=PLECtTO612iRWKNo4GaNravE-XRq4qGuv1&t=0s&index=7

    Leider interessieren sich viele Veganer nicht für ernährungsphysiologische Zusammenhänge, sondern kommunizieren hauptsächlich über Bilder und Memes. Wer kennt nicht das Meme mit dem Gorilla der von einem Erdhörnchen gefragt wird: „Bist sicher, dass du genug Protein bekommst?“
    Dass der Gorilla ein vollkommen anderes Verdauungssystem hat, spielt für die Leute keine Rolle.

    Ich hab vor einiger Zeit mal in einem Meme-Generator eine Antwort auf dieses Meme kreiert. „Woher bekommt Godzilla sein Protein? Von Nuklearabfällen natürlich. Also lasst uns ab sofort alle Nuklearabfälle essen.“
    Moment, ich verlink euch mal bei Instagram auf dem Bild.

    1. Sehr gut ausgedrückt. Das Problem beim Veganismus ist ja nicht nur die „Mangelernährung“, wenn man sich nicht bestens auskennt – selbst mit viel Liebe und viel Hirnschmalz wird es enorm schwer aus Veganismus eine „ausgewogene Ernährung“ zu machen, die alles beinhaltet. Leider wird mir zu häufig vergessen, dass es auch hier einen Trade-off gibt: Je mehr nährstoffreiche Pflanzenteile ich esse, umso höher ist auch der Anteil an Antinährstoffen und problematischen Pflanzenproteinen (Lektine und Co.), weil sich diese Pflanzenteile entsprechend schützen (sieht man ja z. B. in Form des Zonulins). Abgesehen davon, dass viele Synthese-Wege im menschlichen Körper derart atrophiert sind, dass gewisse Substanzen (z. B. Taurin) nur noch unzureichend gebildet werden können … Carnitin (s. o.) ist auch so ein Beispiel, von DHA/EPA und Co. mal abgesehen. Ein Durchschnittsveganer wird weder die Zeit noch das Wissen haben all das zu berücksichtigen. Unter anderem deshalb kommt es zu solchen Laborresultaten. Dennoch: Viele dieser Leute sind unbelehrbar. Nach jedem Artikel mit solchen Inhalten, gibt’s einige wenige, die immer noch (und immer wieder gleich) argumentieren, „Veganismus ist sehr gesund, man muss es nur richtig machen“. Eine saubere Argumentation will dann mit so einem Totschlagargument nichtig gemacht werden. Das würde zwar in den ernährungsphilosophischen Bereich abdriften, nichtsdestotrotz ist dies ein gutes Beispiel dafür, wie sich Mensch gegen seine „evolutive Wahrheit“ stellt und meint, schlauer zu sein als zwei Millionen Jahre Evolution.

        1. Was soll damit sein? Die Diskrepanz zwischen „Langlebigkeit“ und „Lebensgefühl“ haben wir – u. a. in diesem Beitrag – schon oft diskutiert. Die AHS zeigen, wenn überhaupt, dass Pflanzenkonsum prinzipiell förderlich ist. Das bestreitet auch keiner. Zeitgleich zeigen die AHS, dass BMI ein entscheidender Faktor beim Gesundbleiben ist, und dass eine pflanzenbasierte Kost hier förderlich wirkt. Vor dem Hintergrund, dass lediglich um die 10 % der Teilnehmer Veganer sind und in den AHS2 gezeigt wurde, dass die Gesamtsterblichkeit am geringsten ist, wenn man zusätzlich Fisch isst, kann man feststellen, dass AHS keine Werbung für einen reinen Veganismus sind. Wohlgemerkt: Bei allen Teilnehmergruppen war der Proteinanteil relativ gleich-gering (ca. 14-15 %), was darauf schließen lässt, dass selbst in den nicht-veganen Gruppen der Anteil tierischer Kost nicht sonderlich hoch war.

          Ein Omnivore, der ausgeglichen und qualitativ hochwertig isst, neben Fleisch auch viele Pflanzen isst, der Zyklen beachtet, seinen BMI (besser: Körperfettanteil) niedrig hält, nicht raucht etc. wird unterm Strich nicht nur gesünder sein, sondern auch ein besseres Lebensgefühl haben. Ob das dann für 120 Jahre reicht, darf natürlich bezweifelt werden.

    1. Hi Philo, auch dir danke für deine schnelle Antwort. Ja das ist mir Bekannt, ich kenne eine Studie wo man mit 5g VitC in 30% der Fälle den Helicobacter killt, allerdings steht nicht ob 1mal Täglich oder zbsp 5x 1gr VitC. Auch hab ich gelesen dass solange Helicobacter da ist man praktisch immer im Vitamin C mangel ist.

  4. Böse: Exakt so stelle ich mir das Blutbild eines Veganers vor. Tja…das hohe Eisen kann übrigens von Hämolyse kommen, schließlich ist 99% des Eisens in den RBK…dito der extrem hohe Wert für Homocystein (sicher das die nicht 82 ist anstatt 28).
    Klar, liegt am B6/B12 Mangel…und vor allem am nicht mehr vorhandenen Methyl-Stoffwechsel.
    Bei Helibakter würde ich übrigens durchaus die Schulmedizin in Betracht ziehen, so blöd es auch ist, 2 Antibiotika zu nehmen. Aber so wird man den recht sicher los…und dann Probiotika zum Aufbau des Darms. Oder erstmal mit Grapefruit-Kernextract und Vit.C probieren…die Atombombe kann man ja immer noch einsetzen.
    VG,
    Robert
    PS: Vegane Kost ist ja gut…wenn daneben ein Steak liegt 😉 …was die Leute auch nie auf die Kette kriegen: Es gibt auch vernünftige Quellen für Fleisch…man muss das nicht abgepackt im Supermarkt kaufen!

  5. Noch ein Wort zu Zonulin. Also eigentlich ist das kein hoher Wert. Es gibt leider noch nicht soviele Studien zu diesem neuen Meßwert, aber bei GanzImmun z.B. sagt man <45 ng/ml. Und erste Erfahrungen in einem Labor in 2013 gaben an, dass die Mitarbeiter (es waren ca. 50) einen Wert von 25-45 hatten. Da wäre 35 noch Mitte…

    Mein Doc in Berlin sagt, der Wert soll <15 liegen…aber Leute mit LGS (Leaky Gut Syndrom) haben idR Werte größer 40/50.
    Geht aber schnell runter auf ca. 15 ng/ml wenn man alles (!) an Gluten (auch Mais, Reis, Hafer, …) und Milch weglässt. Vorsicht "glutenfrei" ist eine falsche Deklaration…müsste Gliadinfrei heißen. Da hat Prof. Fasano leider versagt…
    VG,
    Robert

    1. Na ja, wenn man mal davon ausgeht, dass die Zonulin-Ausschüttung immer bei Gliadin-Konsum getriggert wird, wäre es ja auch falsch, den Durchschnittswert der Bevölkerung, deren Ernährung darauf fußt, zu nehmen. Richtig ist: Ab wann ist der Zonulin-Wert pathologischer Natur? Hier bewegt man sich allerdings entlang eines Spektrums. Fakt ist: Wenn’s krankhaft ist, sind die Zonulin-Werte deutlich und vor allem dauerhaft, heißt nicht transient erhöht. Da unter den Werten steht, dass es sich hierbei wohl um „geänderte Referenzbereiche“ handelt, gehe ich davon aus, dass diese hier erhöhten Werte definitiv darauf hindeuten, dass es pathologischer Natur sein könnte. Die niedrigen DAO-Werte hauen in dieselbe Kerbe. In meinen Augen ist dieser Darm bereits geschädigt. In jedem Fall aber lässt sich vereinfacht sagen: je höher der Zonulin-Wert (jedenfalls vor Ort im Darm), umso offener (durchlässiger) ist der Darm. (Die Frage ist natürlich, wie aussagekräftig der Zonulin-Wert im Blut letztlich ist, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Halbwertszeit so gering ist.)

      1. Hi Chris,
        ich bin ja so ein Leidengenosse was LGS angeht. Gewesen jedenfalls.
        Die Labore benutzen nach meinem Wissen allen den gleichen Test für Zonulin. Was man auf jeden Fall auch testen muss ist: Alpha-1-Antitripsin und IgA bzw. Calprotectin …gut per Stuhlprobe möglich. Und Du hast Recht, wahrscheinlich ist Zonulin per Stuhlprobe aussagekräftiger. Habe bei mir aber immer per Blut überwacht.
        Denn nur ein hohes Zonulin sagt nix zu LGS aus, da gehört dann mehr dazu. Wohl aber: Ein niedriges Zonulin schließt LGS aus (siehe Darm krank, alles krank).

        Was ich noch beitragen kann aus eigener Erfahrung: Mein Wert ist von 25 auf 16 runter als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, Milch wegzulassen (Thema Casein). Es gibt ja einige Ärzte, die schreiben: Alles was ich zu Gluten geschrieben habe gilt auch für Casein :-/

        Der DAO Wert hat erstmal nur sekundär was mit dem Darm zu tun. Ich würde bei niedrigem DAO erstmal Kupfer untersuchen! Und dazu passend auch das schlechte Blutbild bei den roten BK bei der Dame. Denn Kupfermangel kann sich im Blut wie Eisenmangel darstellen…siehe großer Thomas, Labor+Diagnose.
        Aber vorher Kupfer messen bevor man Cu einnimmt, besonders bei Frauen…am Besten im Vollblut (sorry bin ein Vollblutmessfan). Kupfer holen wir uns ja auch eher vom Tier als von der Pflanze 😉 …außer Mandeln sollen viel Kupfer haben…aber ist des auch so bioverfügbar wie ein Stück Leber? Wahrscheinlich mal wieder nicht…

        VG,
        Robert

        1. Jap, sehr guter Input von dir! Gehe ich voll mit. Vor allem bzgl. Kupfer. Kann mir gut vorstellen, dass Kupfer hier auch niedrig ist. Und auch beim Darm gebe ich dir recht: Hier reicht ein Marker selbstverständlich nicht aus! Finde aber, dass der hohe Zonulin-Wert hier sehr ins Bild passt 🙂 Zu Milch: Ich bin mir nicht mal sicher, ob das überhaupt am Casein liegt. Milch enthält so viele Proteinfraktionen – wer weiß, was genau da ähnlich wie Gluten/Gliadin wirken könnte.

  6. „(“Kommst du aus dem KZ?”). Klassiker. Genau so würde ich mir einen Veganer vorstellen. Gemein, ich weiß.“

    Hallo Chris,

    ich bin entsetzt, bekomme regelmäßig den Newsletter von Euch und habe mir nun diesen Beitrag durchgelesen und bin fassungslos.

    Nett, mal „vegan“ und die möglichen Folgen zu diskutieren, aber der zitierte Ausschnitt geht gar nicht und ist mehr als unsachlich, er ist historisch und politisch nicht vertretbar. Schade, um den eigentlich sachlichen Hintergrund dieses Beitrags.

    Ich kenne übrigens einige kräftige Veganer/innen – ist ja auch kein „Problem“ bei den vielen Kohlenhydraten in der veganen Ernährung. Und hohes Homocystein und sehr niedriges Hämoglobin kann man auch als Omnivor/e haben.

    Der Stoffwechsel ist nunmal sehr komplex und individuell.

    1. Ich habe nur das Zitat wertfrei wiedergegeben. Die Sätze dahinter beziehen sich nicht auf „abgemagerte KZ-Insassen“, falls du das angenommen haben solltest.

      Dass man auch als Veganer dick sein kann, dass man auch als Omnivor mangelernährt sein kann, hat keiner bestritten.

      Es geht um Wahrscheinlichkeiten.

      1. So ein Zitat kann man nicht wertfrei wiedergeben, es ging ja gerade um die scheinbar abgemagerte Freundin im besten Alter.

        Allein das Zitat – auch ohne diesen Zusammenhang – sollte so nicht veröffentlicht werden und wenn dann doch in einem anderen, gesellschaftlichen Kontext als Ernährungsfragen.

        Meines Wissens nach gab es dazu die vergangenen Monate auch einiges an gesellschaftlicher Diskussion, wann und in welchem Zusammenhang „KZ-Vergleiche“ an- bzw. unangebracht sind.

        1. Vermutlich habe ich darüber nicht ernsthaft nachgedacht (weil das Thema für mich derart selbstverständlich ist und nicht ernsthaft diskutabel). Vielleicht auch, weil mir der Satz genauso auch schon mal an den Kopf geworfen wurde vor einigen Jahren. Insofern, ja, ich gebe dir recht und habe die Textstelle entsprechend gelöscht. Ich möchte mich dafür entschuldigen!

  7. Was ist mit Ethik? Zählt die überhaupt nicht? Ich lese hier kein bisschen Mitgefühl für die Menschen, die in diesem Dilemma stecken, welches Übel das kleinere ist? Andere Lebewesen zum eigenen Wohl aus zu beuten und zu knechten oder sich selbst zum Wohle anderer Wesen womöglich nicht optimal zu versorgen. Klar, Leben ist kein Ponyhof, das wissen wir alle. Die Kenntnis die bei Edubily preis gegeben wird ist zweifellos sehr kostbar, ich selbst habe schon oft davon profitiert, vielen Dank an dieser Stelle. Aber bitte respektiert auch andere Menschen, die ethische Belange in die Entscheidung, wie der Ernährungsplan aussehen soll, einfließen lassen und denen die Entscheidung nicht so leicht fällt wie anderen. Die womöglich im Zweifel lieber auf eigene Kosten leben als auf die Kosten anderer. Ja, Pflanzen sind auch Lebewesen. Es ist eine grundsätzliche und existentielle Tatsache. Damit ich weiter leben kann muss anderes sterben. Solange es mich betrifft ist es alles in Ordnung aber wehe ein anderes Wesen oder eine andere Spezies (Virus, Bakterium, Pilze oder was auch immer) macht das mit mir. Besiedelt mich, beutet mich aus zerstört mich um dem Weg des eigenen Lebens zu folgen. Dann ist Krieg angesagt und das System plötzlich nicht mehr so ok. Wie werden sich andere Wesen wohl fühlen deren Kinder oder sie selbst weg geführt werden zur Schlachtbank um auf dem Teller zu landen. Wir würde es mir gehen wenn es mich selbst betreffen würde oder jemanden den ich mag? Ich weiß keine Antworten und doch stelle ich mir diese Fragen weil ich es für wichtig halte. Aus Mitgefühl.

  8. Kann ich wirklich absolut so bestätigen. 90% der Symptome hatte ich nach 3 Jahren vegan auch, obwohl ich es „richtig“ gemacht habe. Ich habe sogar meine Periode verloren für 2 Jahre. Seit 3 Monaten versuche ich nun mit rotem Fleisch, Eiern, Fisch, Knochenbrühe/Kollagen und Leber meinen Nährstoffhaushalt wieder aufzufüllen und mir geht es stetig besser, meine Periode ist auch wieder da. Bin wirklich froh, offen und undogmatisch geblieben zu sein.

  9. Vielleicht sollte man sich auch einfach mal die Frage stellen, wo wir genetisch herkommen. Dann stellt man schnell fest, dass wir tierisches Eiweiß brauchen. Punkt. Können wir alle nicht ändern, hat sich Mutter Natur so ausgedacht.
    Wenn man jetzt ethisch leben möchte, was ich mir durchaus auch auf die Fahne schreibe, dann schaue ich mir an: Wie kann ich an vernünftige/vertretbare tierische Produkte kommen?

    Meine Antwort: Bioland + Demeter. Da bekommt man Fleisch, Milch, Eier, Bacon, Käse usw.. Wobei Käse und Milch, wie oben erwähnt, durchaus bei manchen Menschen (wie bei mir) sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken können.

    Ja, auch bei Bioland+Demeter werden Tiere getötet. So ist das leider …denn da wir andere Tiere getötet und gegessen haben, haben wir unseren beneidenswerten Dünndarm und unser recht großes Gehirn bekommen. Punkt.
    Kann man alles ignorieren und landet bei obigen Blutbild und dann auch irgendwann im Krankenhaus. Hat meine Neffin mit ähnlichem Ansatz „prima geschafft“…das Blutbild sah z.T. ähnlich dämlich aus…Thema B12. Bei B12 muss man noch Kuklinski dazuziehen und feststellen, dass nur 1/3 des gemessen B12 auch bioverfügbar ist…

    Daher: Die Tiere sollten artgerecht leben …was wie weiter oben erwähnt auch wichtig ist für die Bildung und Erhaltung von Humus. Artgerecht gehaltene Tiere produzieren auch um Faktoren weniger Methan…so nebenbei erwähnt…und produzieren um Faktoren mehr Omega3…ein Rädchen greift ins andere…

    Daher: Jeden Tag habt Ihr alle die Wahl, was für Produkte hergestellt werden. Kauft man Bioland + Demeter…so wird es mehr davon geben und mehr Bauern steigen um auf den sehr sehr sinnvollen biodynamsichen Gedanken.
    Man muss nicht immer so tun, als gäbe es nur verabscheuungswürdige Massenware. Ich kaufe die schon seit 20 Jahren nicht mehr!

    VG,
    Robert

  10. War das ein Test, der über den Hausarzt lief? Ich ernähre mich ebenfalls vegan (nicht zuletzt dank eurer Seite aber stark supplementiert) und mich würde interessieren, wie diese Marker bei mir aussehen. Ich habe bisher noch keinen Arzt gefunden, der sich auf so eine umfassende Blutanalyse ohne Indikation (ich fühle mich ansonsten gesund, aber das muss natürlich nichts heißen) eingelassen hat oder dem ich nicht erklären musste, warum ich z.B. B12 gerne über einen Holo-TC Test und nicht über einen B12-Serum-Test gemessen haben möchte. Gibt ja meines Wissens nach auch noch andere Werte mit besseren (teureren) und schlechteren (billigeren) Testverfahren.
    Es gibt ja einige Tests von eurem Partner Lykon, die in die Richtung gehen, aber auch da fehlen noch viele der hier angesprochenen Blutwerte. Kennt jemand noch andere Möglichkeiten an ein umfassendes Blutbild zu kommen ohne für den Arzt erst eine Weiterbildung durchzuführen?

    VG,
    Steffen

    1. Du kannst Bluttests auch bei Laboren direkt machen … Zum Beispiel bei Ganzimmun in Mainz. Und ja genau, es gibt immer bessere und schlechtere Methoden bzw. Werte. Hätte unsere Dame aus dem Beispiel oben Holo-TC messen lassen, wäre das Ergebnis vielleicht noch gravierender ausgefallen, weil B12 im Serum häufig einen Mangel verschleiert.

  11. Hallo,
    hier in diesem Forum sollte sich doch keiner auf den Schlips getreten fühlen. Endlich gibt es so ein Forum, in
    dem inhaltskräftige; informative etc. Artikel veröffentlicht werden und anschließend zur Diskussion frei gestellt werden. Das
    sich nicht jeden von allen Themen angesprochen fühlt ist doch klar. Wir hacken und tunen an unseren Werten, wie wäre es dies ebenfalls mit unserem Ego zu tun.
    Wir sind doch hier nicht bei Ntv , wo sich laufend jemand entschuldigen muss, wegen geäußerten Tatsachen.
    Chris… ich möchte keine weichgespülten Berichte und tiptoeing von dir!
    Weitermachen wie bisher, auch wenn sich nicht jeder Leser verstanden fühlt.

    Herzlich,
    Stephanie

  12. Hi, bin zwar keine Veganer bzw. Vegetarier aber was mich zum Nachdenken gebracht hat war ein Interview mit Rhonda Patrick und Richard Roll. Darüberhinaus bin ich sehr gespannt wann „The Game Changers“ von James Cameron rauskommt.

      1. @Tobi
        Das diese Spitzenathleten außergewöhnliches in ihrer Sportart vollbringen und das mit vegetarischer/veganer Ernährung. Ich gehe mal davon aus das regelmäßige Tests (inkl. Bluttests) durchgeführt werden, bei denen Defizite umgehend auffallen würden. Ein Patrick Lange der mit vegetarischer Ernährungsweise den Ironman Hawaii gewinnt. Dies sind Punkte die mich erstaunen und die daraus auftauchenden Fragen mein bisheriges Weltbild in Bezug auf Fleischkonsum schon etwas verändern.

        1. Gut, dass du es ansprichst.

          – Rhonda Patrick kann man mal intensiver verfolgen, zum Beispiel auf ihrem Instagram-Profil. Ich kann mir unter keinen Umständen vorstellen, dass sie eine vegetarische oder gar vegane Ernährungsform gutheißt. Schon alleine, weil sie ein großer von Fischeiern (Phospholipd-DHA) ist und zudem um die Bedeutung dieser Nährstoffe tierischen Ursprungs weiß (usw.). Darüber hinaus gibt’s ein Interview mit ihr zum Thema „carnivore diet“, dessen Fazit auch nicht negativ ist.
          – Lange und Roll sind aus vielen Gründen nicht repräsentativ für die Allgemeinheit. Erstens, wie du richtig schreibst: Ein Rich Roll lebt irgendwo in den Hollywood Hills und hat vor seinem Designer-Haus eine Schwimmbahn. So einer wird ganz sicher den einen oder anderen Dollar übrig haben, um mal die Blutwerte checken zu lassen. Ähnliches gilt für Spitzensportler, die haben gleichermaßen andere Voraussetzungen. Unabhängig davon sollte man sich vor Augen führen, dass es sich hierbei um „besondere“ Menschen handelt: Wer Langstrecken-Athlet ist, bringt nicht selten um die 70 kg auf die Waage (oder einen vergleichbaren BMI) – sprich, das sind Leichtgewichte! So einen Körper zu unterhalten ist weit einfacher als einen 100-kg-Körper zu speisen.
          – Aber der wichtigste Punkt bei all diesen Diskussionen dürfte sein: Jeder, der mit so einer Ernährungsform liebäugelt, soll es UNBEDINGT SELBER ausprobieren! Man kann viel über Ernährung philosophieren, aber man muss ALLES selbst ausprobieren. Dann sieht man auch Vorteile bzw. mögliche Probleme. Das kann einem die Augen öffnen.

          Ich finde, es wird viel, viel zu oft der Fehler gemacht, und auf andere geschaut, die vergleichsweise gut oder gar herausragend performen – mit dem Ziel, Handlungsalternativen für sich selber abzuleiten. Das alleine ist in den meisten Fällen schon falsch. Aber der größte Fehler ist, gute, logische, stichhaltige Argumente links liegen zu lassen und sich stattdessen auf solche Beispiele zu stützen. Wie oft haben Spitzensportler schon herausragend performt und „erkrankten“ dann zwei Wochen danach an einem Burnout? Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass es Sprinter im Nationalkader gibt, die sich vegan ernähren. Der Bundestrainer ist besorgt, weil er genau weiß, dass das Kreatinphosphat-System möglicherweise darunter leidet – gute Sprintleistungen dann eher trotz (!) und nicht wegen der Ernährung.

          Genau das Gleiche gilt, wenn man sich Menschen der blauen Zonen anschaut. Man schaut auf Endpunkte (z. B. Lebensspanne) und vergisst dabei aber, dass der Erfolg einer Lifestyle-Intervention sich nicht nur danach bemisst, wie lange, sondern wie qualitativ hochwertig die Lebensspanne war. Oder anders ausgedrückt: Häufig wird hier Langlebigkeit gegen Lebensgefühl gehandelt. Solche Variablen gehen bei Beobachtungsstudien viel zu oft unter, weil man sich viel zu sehr auf die jeweiligen Endpunkte fokussiert und vergisst, dass wir Menschen und keine Maschinen sind und wir beim Ableiten der Ergebnisse eben nur Zahlen und kein Gefühl vor uns haben.

  13. Ich bin als Betroffener froh mein 12-Monatiges vegetarisches Experiment (davon der letzte Monat sogar vegan) beendet zu haben, da es gesundheitlich nicht mehr tragbar ist.
    Ich habe zwar keine Blutuntersuchung zur Hand, brauche ich aber auch nicht. Da ich weder zuvor noch währenddessen supplementiert habe muss ich bei vielen Mikronährstoffen und Eiweißen in einem extremen Mangel gewesen sein.
    Wenn mann noch bedenkt, dass (laut Kuklinski) bei L-Carnitin-Mangel eine Mitochondrienpatie droht, wird mir klar wieso es mir insgesamt so schlecht ging.

    Darf ich hier einen Link zu Dr. Schmiedel einstellen? Er hat auch einen sehr interessanten Blogartikel zu genau diesem Thema verfasst. Sehr interessant sind auch die agressiven Kommentare von ideologisch Verbohrten unter dem eigentlichen Artikel. 🙂
    https://www.dr-schmiedel.de/macht-vegan-krank/

    LG
    H

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