Zur "richtigen Atmung", über Hypoxie und vor allem Hyeroxie

Dieses Thema enthält 2 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Stockinger 17.05.2017 um 13:11.

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    Markus
    Markus
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    Beiträge: 2653

    Na, als Taucher weiss man schon. wie sich Hypoxie so anfühlt, aber auch wie 1,6 bar ppO2 (Sauerstoffpartialdruck) bei entsprechend hohem ppN2 scheppern können

    Daher vielleicht noch einige Hinweise zum Gegenteil, zur hyperbaren, zur hyperoxischen Umgebung (also Sauerstoffpartialdruck >0,21 bar, in Druckkammern geht es dann bis zu 2,0 bar):

    hier wird (Henry’sches Gesetz) der Sauerstoff in mangelhaft versorgtem Gewebe bis zu zehnfach tiefer eindringen und kann so wieder die Angiogenese vorantreiben. Interessant vor allem bei tiefen Wunden, Nekrosen und Minderdurchblutung als diabetischen Komplikationen. Weiterhin wird die Immunabwehr sehr stark stimuliert, was u.a. zu einer stark gesteigerten Aktivierung der Leukozyten führt. Der erhöhte Sauerstoffgehalt hat weiterhin auch einen direkten bakteriostatischen und bakterioziden Effekt. Entzündungstreaktionen werden so schnell wieder aufgelöst, beschädigtes Weichgewebe wie Collagen, aber sogar auch Knochen, heilen somit deutlich besser und schneller. Ödeme werden schneller wieder aufgelöst.
    d

    Eine hyperbare Behandlung findet typischerweise ambulant in einer Druckkammer statt, kostet einen knapp vierstelligen(!) Betrag je Behandlungssstunde und wird üblicherweise nicht von den GKV übernommen.

    Wer sich auch nicht wie anno dazu Michael Jackson ein Sauerstoffzelt zum Übernachten leisten kann, hier die Poor-man-Methode einer hyperbaren Selbstbehandlung. Diese könnte auch wie Folgt ausschauen: eine 50 Liter Flasche mit Reinsauerstoff kostet etwa 250 Euro (weitere Füllung etwa 50 Euro). Dazu kommen noch 250 Euro für einen sauerstoffreinen (ganz wichtig!) Atemregler aus dem Tauchladen.

    Jetzt kann man sich einfach hinlegen, eine Tauchermaske aufsetzen (diese verhindert, dass man über die Nase atmet) und aus dem Atemregler reinen Sauerstoff atmen. Be einem typischen Verbrauch von 15 Liter pro Minute bei einem Umgebungsdruck von 1 Bar reicht eine Flasche etwa (50 Liter*200bar) /(15 Liter/min*1 bar)=660 Minuten = 11 Stunden. Das kann man also etwa eine halbe bis eine Stunde je Tag schon mal machen.

    Aber Achtung: reiner Sauerstoff ist ein Brandbeschleuniger erster Güte, über den Umgang damit muss man sich unbedingt(!) zuvor sachkundig machen. Vom medizinischen Standpunkt her ist eine Sauerstofftoxizitär bei 1 Bar und bei gesunden Menschen jedenfalls praktisch ausgeschlossen. Ab 1,6 bis 2,0 Bar kann es anfangen, zu Krämpfen zu führen. Das ist der sog. Paul-Bert-Effekt auf das ZNS. Weiterhin kann bei verlängerter Exposition UND erhöhter Sauerstoffpartialdruck es zu einer Schädigung der Lungenalveolen kommen, dem Lorrain-Smith-Effekt.

    Disclaimer: Das ist ein sehr interessanter Biohack, aber bitte beachtet das von mir Unterstrichene unbedingt. Handelt also auf eigene Gefahr. Auch über die Differenzen zwischen dem erhältlichen technischem und medizinischem Sauerstoff lohnt es sich diese nachzulesen- nicht, dass jemand meckert.

    #110242 hilfreich: 0
    Avatar
    meise
    Teilnehmer
    Beiträge: 93

    Kann man für den gleichen effekt auch einen sauerstoffkonzentrator benutzen?

    #110243 hilfreich: 0
    Avatar
    Stockinger
    Beiträge: 319

    Mal 20-30 Minuten reinen Sauerstoff atmen hilft oft auch gut gegen Cluster-Kopfschmerzen, bzw. kann den Beginn eines Anfalls abwenden.

    Und: Unbedingt brennbare Stoffe fernhalten. Hantieren nur mit fettfreien Fingern; am besten entsprechende Einweghandschuhe nutzen.

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