Was sie schon immer über Krafttraining wissen wollten – aber nie zu fragen wagten…

Dieses Thema enthält 29 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar valentino 29.08.2016 um 15:13.

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    naklar!
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    Hey Axel, ich stimme dir bei vielem, ja fast allem zu – nur

    – bitte vergiß nicht, wie schlecht aufgestellt manche Neulinge ins Studio kommen. Sie sind nicht nur, um es mit deinen Worten zu sagen, Bewegungslegastheniker, sondern zusätzlich auch über ihre besten Jahre hinaus, sprich:
    In einem Alter, in dem es langsam anfängt zu zwicken und zwacken, was letztendlich der Grund ist, weshalb sie im Studio aufschlagen. Außerdem eben auch in einem Alter, in dem man gerne schnell mal was kaputt machen kann.
    Daher haben Maschinen hier durchaus ihre Berechtigung, wenn es zunächst einmal um eine Stärkung des Grundgerüstes geht – allerdings sollte auch hier progressiv trainiert werden.

    – bitte bedenke, daß viele Menschen gar nicht unbedingt stärker, viel schlanker oder was auch immer werden möchten. Sie wollen einfach ein bißchen Sport machen, um sich besser zu fühlen, vielleicht auch nur deshalb, weil sie was gemacht haben.

    Ich mag deinen Stil, bin selbst Kraftsportbegeistert und muß des öfteren schmunzeln – weil ich deine Beispiele, deine Gedanken von mir aus dem Studio und von mir selbst kenne, nur

    lass uns froh sein, daß wir unseren Weg lieben und leben dürfen. Lass uns darauf achten, daß wir auch nicht das kleinste Fünkchen elitäres Denken zulassen. Denn die Versuchung ist da.

    Gruß, Eric

    #110008 hilfreich: 0
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    Axel
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    Moin, Eric!

    Zitat von naklar! im Beitrag #16


    Hey Axel, ich stimme dir bei vielem, ja fast allem zu – nur

    – bitte vergiß nicht, wie schlecht aufgestellt manche Neulinge ins Studio kommen. Sie sind nicht nur, um es mit deinen Worten zu sagen, Bewegungslegastheniker, sondern zusätzlich auch über ihre besten Jahre hinaus, sprich:
    In einem Alter, in dem es langsam anfängt zu zwicken und zwacken, was letztendlich der Grund ist, weshalb sie im Studio aufschlagen. Außerdem eben auch in einem Alter, in dem man gerne schnell mal was kaputt machen kann.


    Wie sollt eich das vergessen? Ich bin Bewegungslegastheniker. Hoffentlich nicht mehr ganz so krass wie früher. Aber ein athletischer Hintergrund geht mir ab. Ich war als Kind und Jugendlicher unsportlich. Was ich heute habe, musste ich mir alles erarbeiten, den Großteil davon jenseits der 30.

    Über meine besten sportlichen Jahre bin ich theoretisch auch hinaus – mit jetzt 43. Trotzdem bin ich jetzt – subjektiv – in vielen Bereichen fitter, als ich es mit 20 war. Glaub mir, ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn der Rücken zwackt und man morgens aus allen vieren aus dem Bett krabbelt, mit schmerzverzerrtem Gesicht.

    Zitat von naklar! im Beitrag #16


    Daher haben Maschinen hier durchaus ihre Berechtigung, wenn es zunächst einmal um eine Stärkung des Grundgerüstes geht – allerdings sollte auch hier progressiv trainiert werden.


    Eben hier bin ich skeptisch. Den Übertrag von Maschinen auf die freie Langhantel halte ich für so minimal, dass es sicher vernachlässigbar ist. Und wenn jemand keine Kraft für Kniebeugen mit der leeren LH hat, dann soll er sie eben anfangs ganz ohne Gewicht machen, mit nem Besenstiel auf den Schultern. Aber nur so lernt der Körper die Balance, den Bewegungsablauf, das Zusammenspiel der Muskeln und Gelenke.

    Maschinen betrügen einen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich als 72 kg-Hänfling auf der Beinpresse 130 kg bewegt habe, durchaus über einen größeren Bewegungsbereich und für einige Wiederholungen. Ich habe mir damals eingebildet, durchaus starke Beine zu haben. An Kniebeugen mit 40 kg wäre ich aber ziemlich sicher gescheitert damals, mangels Koordination und Kraft im Rücken.

    Zitat von naklar! im Beitrag #16


    – bitte bedenke, daß viele Menschen gar nicht unbedingt stärker, viel schlanker oder was auch immer werden möchten. Sie wollen einfach ein bißchen Sport machen, um sich besser zu fühlen, vielleicht auch nur deshalb, weil sie was gemacht haben.


    Natürlich. Das trifft sicher auf die Mehrheit der Studiobesucher zu. Ganz sicher auf jene, die sich dort eine Stunde aufs Laufband stellen und aus dem Fenster zuschauen, wie draußen die Sonne scheint. Um die gehts mir hier aber weniger.
    Ich störe mich daran, dass es keine Alternative mehr zu geben scheint für die wenigen, die tatsächlich an sich arbeiten wollen. Wenn Du Deine Kraft steigern willst, was machst du? Mein eigener Weg mit viel verschwendeter Zeit in Studios und Vereinskrafträumen zeigt, dass man sich erstens selbst weiterbilden muss. Und zweitens die Selbstsicherheit aufbauen muss, sich auf Basis dieses erworbenen Wissens gegen die verbreiteten Meinungen und gegen die etablierten Trainingsmethoden stellen muss. Das Programm, mit dem ich nach Jahren endlich Erfolge erziele, widerspricht so ziemlich allem, was mir vorher erzählt wurde von "Trainern" und "Experten".

    Ich hätte meinen Post abkürzen können, indem ich schreibe: "Ignoriert den Scheiß, den alle erzählen, und informiert Euch selbst." Genau wie beim Thema Ernährung oder Krankheit usw.

    Zitat von naklar! im Beitrag #16


    Ich mag deinen Stil, bin selbst Kraftsportbegeistert und muß des öfteren schmunzeln – weil ich deine Beispiele, deine Gedanken von mir aus dem Studio und von mir selbst kenne, nur lass uns froh sein, daß wir unseren Weg lieben und leben dürfen. Lass uns darauf achten, daß wir auch nicht das kleinste Fünkchen elitäres Denken zulassen. Denn die Versuchung ist da.

    Gruß, Eric


    Danke für die Blumen. Unseren Weg sehe ich leider immer schwerer werden. Es gibt kaum noch Studios mit geeignetem Gerät. Bei mir in der Kleinstadt ist komplett Fehlanzeige, mir bleibt keine andere Chance als mein eigenes Gerät im Keller. Trainer sind ebenfalls Fehlanzeige. Und komplexe Ganzkörperübungen aus dem Internet zu lernen, mit der Videokamera als Analysewerkzeug, ist definitiv schwieriger, als es von einem guten Trainer gezeigt zu bekommen. Klar, wo keine Nachfrage ist, wird auch kein Angebot entstehen. Aber wird das der Entwicklung wirklich gerecht? Oder spielt es nicht auc heine Rolle, dass der durchschnittliche Interessierte so gehirngewaschen ist, dass er sich die funktionierenden Methoden der 50er und 60er Jahre gar nicht mehr vorstellen kann?

    Elitär klinge ich hoffentlich nicht. Nichts läge mir ferner. Wie gesagt bin ich Anfänger und gerade an der Schwelle von "pathetic weakling" zu "weakling". Was hart genug erarbeitet ist, aber noch einen weiten Weg vor mir lässt.

    #110009 hilfreich: 0
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    Axel
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    Passt grad so gut – auf beide Geschlechter:

    http://aesirsports.de/2015/07/kraftsport…instieg-frauen/

    #110010 hilfreich: 0
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    cheburashka
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    Axel ich halte viele deiner grundsätzlichen Überlegungen für Schwachsinn. Das allgemeine Problem ist in meinen Augen, dass viele Menschen mit Persönlichkeitsstörung oder ähnlichem dem Kraftsport anfangen. Diese machen es dann besonders exzessiv und haben Freude daran, weil Sie das erste mal bewusst Kontrolle über Ihren Körper ausüben oder Muskeln wachsen. Die wenigsten haben Ahnung von Biomechanik oder wie sie Ihren Körper bewegen sollten. Das ist elementar! Meiner Beobachtung nach werden viele die früher die "Unsportlichen" waren, dann die krassen Pumper oder fangen an mit BB/Kraftsport inkl. Selbstkasteiunng durch Ernährungsplan.

    Vom Fettsack zum Proteinjünger ist immer noch besser als vom Säufer zum Hassprediger könnte man sagen, aber die psychologischen Parallelen sind schon frappierend.

    Das verstehe ich nicht. Ich habe früher mal richtigen Sport gemacht und betreibe Gewichte heben immer nur als Hobby. Das heißt ich gehe zum Sport und trainiere so, dass ich einen Ausgleich habe. Wieso sollte ich mich in meiner Freizeit, während meines Hobbies noch stressen und mir Gedanken machen über Booster, Shakes und Supersätze? Ich gehe doch zum Sport um mal von der ganzen durchgetakteten Welt Abstand zu nehmen und nicht um meine Ernärung und meine Training/Freizeit mit Hilfe eines Spreadsheets wie ein Unternehmensberater zu planen und zu optimieren.

    #110011 hilfreich: 0
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
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    Beiträge: 2477

    Zitat


    Vom Fettsack zum Proteinjünger ist immer noch besser als vom Säufer zum Hassprediger könnte man sagen, aber die psychologischen Parallelen sind schon frappierend.


    Sehr gut!

    Das ist auch das Problem mit vielen Low-Carb-Jüngern.

    Zitat


    Das verstehe ich nicht. Ich habe früher mal richtigen Sport gemacht und betreibe Gewichte heben immer nur als Hobby. Das heißt ich gehe zum Sport und trainiere so, dass ich einen Ausgleich habe. Wieso sollte ich mich in meiner Freizeit, während meines Hobbies noch stressen und mir Gedanken machen über Booster, Shakes und Supersätze? Ich gehe doch zum Sport um mal von der ganzen durchgetakteten Welt Abstand zu nehmen und nicht um meine Ernärung und meine Training/Freizeit mit Hilfe eines Spreadsheets wie ein Unternehmensberater zu planen und zu optimieren.


    Kommt ein wenig darauf an, über was man sich und seine Person definiert. Wenn die Leute erkennen, dass Sport gewisse Lebensbereiche verbessert (oder glauben, dass es so ist: mehr Bizeps => mehr Selbstbewusstsein), dann bekommt die Sache noch einmal ganz andere Züge.

    #110012 hilfreich: 0
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    Axel
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    #110013 hilfreich: 0
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    valentino
    Beiträge: 41

    Axel, schön wenn es für dich funktioniert.
    Meine Frage: wenn du Mo Kniebeugen machst, Di Pause, wie sieht es Mi aus? Hast du deine Beine wieder soweit regeneriert (Muskelkater etc.) das du wieder voll einsteigen kannst mit Kniebeugen?
    Legst du immer ein Scheibchen drauf von Workout zu Workout? Oder hälst du auch mal eine zeitlang das Gewicht konstant?

    Was bei mir fehlt ist KH. Hatte ich früher immer auf dem Plan (nein habe keinen Plan auf dem Zettel, alles im Kopf). Werde ich wieder einbauen. Gleich heute noch. Ist es ok erst KH und dann Arme komplett (Bizeps und Trizeps) zu tranieren?

    #110014 hilfreich: 0
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    Axel
    Beiträge: 276

    Moin, Valentino.

    Ja und ja. Wobei das Programm davon ausgeht, dass man keinen anderen Sport treibt. Das trifft bei mir nicht zu, deswegen muss ichs anpassen. In Phasen, in denen ich nicht laufe oder radfahre, passt es aber sehr gut mit diesem Mo/Mi/Fr-Rhythmus und stetiger Gewichtssteigerung. Wenn’s zäh wird, fällt die Steigerung eben kleiner aus, deswegen habe ich mir 0,5 kg-Mikroscheiben besorgt, die bei den Oberkörperübungen (Press und Bankdrücken) weiter Fortschritte ermöglichen, wenn die größeren Sprünge zu hart wären. Nicht zu vergessen ist, dass ich darauf achte, mindestens 8, besser 9 Stunden Schlaf pro Nacht zu bekommen. Vernachlässige ich das, kann ich die Steigerungen vergessen. Außerdem ist zu beachten, dass Kniebeugen beileibe nicht nur die Beine belasten. Da muss der ganze Körper ran. Wenn’s schwer wird, spanne ich da schon unwillkürlich jeden Muskel an, den ich habe (jup, inklusive der Gesichtsmuskeln! )

    Ok ist, was für Dich passt. Kurzhanteln benutze ich aber überhaupt nicht, weil ich Übungen mit diesen nur als Ergänzungsübungen für fortgeschrittene Heber sehe. Und der bin ich noch lange nicht. (Ich machs an bewegtem Übungsgewicht relativ zum Körpergewicht fest, nicht daran, wie lange ich schon dabei bin.) Auch die Arme trainiere ich nicht isoliert, weil ich das – in meiner Situation – für komplette Zeitverschwendung halte. Vereinfacht: Der Bizeps wächst auch durch Kniebeugen. Von KH-Curls wächst garnix, weil der Reiz viel zu klein ist. Mag für "unterstützte Athleten" funktionieren, für normale Anfänger nicht.

    Wenn Du die Kurzhanteln schwingst – auch darauf geht Rippetoe ein, weil er weiß, dass es die meisten nicht lassen können – dann häng’s ans Ende des Programms. Erst die wichtigen Übungen, wenn man ausgeruht ist (Kniebeugen!). Die Spielerei zum Schluss.

    #110015 hilfreich: 0
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    valentino
    Beiträge: 41

    Zitat von Axel im Beitrag #23


    Ok ist, was für Dich passt. Kurzhanteln benutze ich aber überhaupt nicht, weil ich Übungen mit diesen nur als Ergänzungsübungen für fortgeschrittene Heber sehe. Und der bin ich noch lange nicht. (Ich machs an bewegtem Übungsgewicht relativ zum Körpergewicht fest, nicht daran, wie lange ich schon dabei bin.) Auch die Arme trainiere ich nicht isoliert, weil ich das – in meiner Situation – für komplette Zeitverschwendung halte. Vereinfacht: Der Bizeps wächst auch durch Kniebeugen. Von KH-Curls wächst garnix, weil der Reiz viel zu klein ist. Mag für "unterstützte Athleten" funktionieren, für normale Anfänger nicht.


    Bei vielen deiner "Überlegungen" bin ich bei dir. Doch mit dem Absatz da oben komme ich nicht ganz klar. Vielleicht liegt es auch daran, dass du dich noch als Anfänger siehst. Ich bin schon lange kein Anfänger mehr.
    Du hast schon Recht mit "schwere Grundübungen, wie KH oder KB, sind das A und O". Du hast dadurch die maximale Testo Ausschüttung. Auch wächst der Bizeps mit ein Stück. Doch ganz ohne gezielte Isolationsübungen für Brust, Bizeps, Trizeps etc. besteht die Möglichkeit, dass du bald aussiehst wie das Gegenteil eines Disco Pumpers –> dicke Beine, dünne Ärmchen.

    Aber da du noch relativ Anfänger bist, kann ich auch deine Strategie voll nachvollziehen. Erst einmal das Grundgerüst stärken, dann die Feinarbeit. Wie so oft, viele Wege führen nach Rom.

    Würde gerne mit dir mal ein Kurzhantelprogramm, egal ob für Arme, Schulter oder Brust durchziehen. Nur um dir zu zeigen wie maximal man auch kleine Muskelgruppen isoliert reizen kann.

    Beneide dich um die 8 bis 9 Std. Schlaf. Das krieg ich nicht mal am WE hin.

    #110016 hilfreich: 0
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    southpaw
    Beiträge: 143

    Ich bin da bei Valentino.

    Grundsätzlich liegst Du mit deinem Ansatz nicht falsch – auch ich empfehle jedem Anfänger mit den Basics anzufangen. (Immer vorausgesetzt, sie sind in der Lage die Technik zu erlernen und physisch gesund.)

    Das Problem: Du bist zu radikal, zu verbissen in deine Vorstellung vom “richtigen“ Training.

    – Progression = Ja!
    – Grundübungen = Ja!
    – Frequnenz nicht zu hoch ansetzen = Ja!
    – Nicht für jeden, in jeder Situation macht ein Split Sinn = Ja!

    Aber …

    … selbst Anfängern empfehle ich z. B. Seitheben. Das ist nur ein Beispiel, aber es gibt durchaus Personen, die ohne diese Übung nie richtig ausgebildete seitl. Deltas entwickeln. Ich gehörte dazu.

    … selbst nach über 12 Jahren Training (davon eines chemisch optimiert) stelle ich noch fest, dass mein Körper anders auf das Krafttraining anspricht als vor 3, 5 oder 7 Jahren der Fall.

    … ein hoher Split – 4er oder 5er – hat bei mir erst nach vielen Jahren “Wirkung“ gezeigt. Frühere Versuche damit endeten immer in keinen bis kaum Fortschritten. Später war der Wechsel auf einen solchen Split genau das, was mir wieder langfristige Progression und eine Formverbesserung brachte.

    Ich habe die meiste Zeit meiner Trainingslaufbahn die besten Fortschritte mit einem 2er Split machen können, von russischen Komplexsätzen über DC bis hin zu PITT Force aber so ziemlich alles ausprobiert.

    Was will ich sagen? Werde dem ein wenig offener gegenüber. ;)

    #110017 hilfreich: 0
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    valentino
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    Denke jeder liegt richtig, wenn er ein Programm oder eine Form des Trainings für sich entdeckt hat welches für denjenigen funktioniert. Sprich man kommt vorwärts, vorerst. Sei es nun mehr Kraft, Ausdauer oder eben paar cm mehr Oberarmumfang.
    Es gibt nicht viele Wahrheiten die für alle gelten. So z.B. schwere Grundübungen KH oder KB. Es ist fakt das bei solchen Übungen die max. Stimulation wie auch anschliessend Hormonausschüttung stattfindet.

    Aber ebenso, wie southpaw bereits erwähnt, haben auch Isolationsübungen ihre Daseinberechtigung.

    Es ist ok, ja sogar optimal, wenn man im Laufe seiner "Sportkarriere" verschiedene Trainings Philosophien ausprobiert. Denn nichts ist schlimmer als immer zu das gleiche Programm abzuspulen ohne jeglich Veränderung. Sei es Gewicht, Wiederholungen, Satzzahl etc.
    Der Körper ist eine Gewöhnungsmaschine. Wie sagt Arnold immer "…you have to shock the muscle.."

    Und nicht zu vergessen, jeder hat andere Ziele.

    Mahlzeit, verputze gerade lecker Rührei. :-)

    #110018 hilfreich: 0
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    southpaw
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    Darauf läufts hinaus. Nicht zu viel pauschalisieren.

    Denke da z. B. an einen mir bekannten Schwarzen, der keine der üblichen Grundübungen ausführt, mini-Gewichte verwendet und sich stets im Kraftausdauer-Bereich befindet … trotzdem hat er schöne, volle Muskeln und davon mehr als der durchschnittliche Trainierende.

    Gibt einfach viele Variablen und sicher einen erprobten Mittelweg, nur kein Pauschalrezept. ;)

    Reiswaffeln mit Hering in Tomatensauce. :D
    Mahlzeit!

    Achja nur noch kurz zu den Curls: Gerade diese Isos werden in einigen Fällen nötig, um den Trainigsreiz gezielt zu intesivieren – heißt nicht, dass in diesen Fällen auf Grundübungen verzichtet werden sollte.

    Die Anfänger, die schon im ersten Training 12 Sätze Konzentrationscurls ausführen – denke da sind wir uns einig – sind da ein ganz anderes Thema. ;)

    #110019 hilfreich: 0
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    Axel
    Beiträge: 276

    Ich seh schon, sehr weit auseinander liegen wir wirklich nicht. Aber in einem Punkt ticke ich wohl doch deutlich anders als Ihr beide: Krafttraining ist für mich nur ein Nebenkriegsschauplatz. Ich seh das rein unter 1. gesundheitlichen Aspekten (angeregt durch viel Paläo-Gedankengut, bestätigt durch Chris, Phil & ähnlich denkende Autoren) und 2. als Ergänzung zu meinem Hauptsport, dem Mountainbiken. Vermutlich werde ich beim Gewichtheben immer Anfänger bleiben, einfach deswegen, weil ich mich nicht darauf konzentriere.

    Einige Punkte würd ich gern kurz kommentieren:

    Zitat


    Beneide dich um die 8 bis 9 Std. Schlaf. Das krieg ich nicht mal am WE hin.


    Vielleicht erstmal an den Grundlagen arbeiten, bevor Du Dich zu sehr auf einen ausgefeilten Trainingsplan stürzt…?

    Wie las ich neulich irgendwo: "Zu wenig Zeit gibt es nicht. Nur Prioritäten." Dem folgend schlafe ich lieber mehr und trainiere weniger, als umgekehrt.

    Zitat


    … selbst Anfängern empfehle ich z. B. Seitheben. Das ist nur ein Beispiel, aber es gibt durchaus Personen, die ohne diese Übung nie richtig ausgebildete seitl. Deltas entwickeln. Ich gehörte dazu.


    Reine BB-Denke. Es soll Leute geben, denen die Optik ihrer Deltamuskeln völlig egal ist. Einer davon schreibt hier. Wenn mein Delta-Muskel zu schwach ist – ja, wofür eigentlich? Fürs Radfahren? Für Kniebeugen? – wenn er also dafür zu schwach ist, wird er durch genau diese Tätigkeiten soweit gestärkt, bis das Defizit behoben ist. Das funktionale Defizit, nicht das optische.

    "Chemisch optimiert." Interessant, und Dank Dir für Deine Offenheit! (Wie auch an Simu, der diesbezüglich ja ebenfalls mit offenen Karten spielt). Ich fühle mich bestätigt, dass dieses Thema sehr wohl auch unter Freizeitsportlern weit verbreitet ist.

    Ich hätte nichts Anderes erwartet als ein anderes Ansprechen Deines Körpers mit steigendem Trainingsalter. Ich merke Ähnliches auf dem Rad, und zwar nicht nur konditionell, sondern genauso auch motorisch. (Fahrtechnik!)

    Zitat


    Aber ebenso, wie southpaw bereits erwähnt, haben auch Isolationsübungen ihre Daseinberechtigung.

    Es ist ok, ja sogar optimal, wenn man im Laufe seiner "Sportkarriere" verschiedene Trainings Philosophien ausprobiert. Denn nichts ist schlimmer als immer zu das gleiche Programm abzuspulen ohne jeglich Veränderung. Sei es Gewicht, Wiederholungen, Satzzahl etc.
    Der Körper ist eine Gewöhnungsmaschine. Wie sagt Arnold immer "…you have to shock the muscle.."


    Irgendwie sehe ich Arnie weniger als Authorität im Bereich Trainingslehre – mehr, was Selbstvermarktung angeht…

    Klar haben sehr viele auch grundverschiedene Trainingsansätze ihre Daseinsberechtigung. Was mich nur auf die Palme bringt, sind generell zwei Hauptthemen:

    1. Es wird allzu gern alles über einen Kamm geschoren, ohne auf die Person einzugehen – Schwerpunkte? Voraussetzungen? Trainingsalter? Umfeld, Möglichkeiten? Fragen wir gar nicht erst, da wird der 08/15-BB-Plan drübergestülpt, der "hat noch bei jedem funktioniert" (Im Ausdauerbereich isses auch nicht so viel besser.)

    2. Es wird gelogen, dass mir das Frühstück von vorgestern hockommt, wenn ich die sagenhaften Versprechungen lese. Alle sind sie "natural", alle sind sie Amateure! Ja, natürlich! Auch bei Olympia, alles Amateure, sonst dürften sie dort ja gar nicht antreten. (Kleiner Hinweis: Auffallend viele deutsche Amateursportler bei Olympia sind Polizisten oder Berufssoldaten. Ach.)
    Weltmeister wird man durch harte Arbeit und sonst nix. Joh, schon klar. Und wenn ich Hanswurst das nicht schaffe und schon bei 200 W auf dem Rad asthmatisch keuche, muss es ja an mir liegen, dann bin ich wahrscheinlich ein Waschlappen und trainiere einfach nicht hart genug.

    Was ich für mir für mich selbst nach vielen Jahren Lesen und Trainieren so zusammengereimt habe, ist in etwa:

    – Wenn ich effizient und wirksam trainieren will, muss ich mein eigener Trainer werden, also verstehen, was ich da tue und warum – oder mir einen (hoffentlich guten!) Trainer mieten (die guten sind selten und eher teuer); kostenloser Rat ist in allzu vielen Fällen leider – umsonst.

    – Weine Erwartungen sollten realistisch sein – wenn ich Jedermannrennen konsistent gewinnen oder wenigstens vorne mitfahren will, muss ich dopen (wie Jedermann, haha); wenn ich 40 cm Oberarmumfang haben will, muss ich spritzen; bleibe ich clean, liegt beides komplett außerhalb meiner Reichweite.

    Meine Kritik an Trainingsaussagen und meine vielleicht manchmal etwas harschen Worte sind auf dieser Grundlage vielleicht besser nachvollziehbar.

    #110020 hilfreich: 0
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    Axel
    Beiträge: 276

    Bissl was zur Auflockerung: Quadzilla versus Toaster

    http://www.youtube.com/watch?v=S4O5voOCqAQ

    Da der Versuchsaufbau im Video kaum zu hören ist (0:50), ganz kurz: Das Ergometer springt auf 700 W, womit der Toaster gespeist wird, und wenn Robert Druck nachlässt, springt das Brot aus dem Toaster.

    Nette Veranschaulichung, worüber wir eigentlich reden – und auch, mit welchen Energien wir so in unserem Alltag umgehen.

    #110021 hilfreich: 0
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    valentino
    Beiträge: 41

    Zitat von Axel im Beitrag #28


    Ich seh schon, sehr weit auseinander liegen wir wirklich nicht.


    Was mich angeht, nach deinen letzten Posts, doch sehr wohl. Die Ziele und Ansprüche sind arg unterschiedlich. Von daher kommen unsere Sport Philosophien und Ansichten nie unter einen Hut. Muß auch nicht. Jeder wie er am besten klar kommt.

    Das mit dem Beneiden deiner Schlaf Quantität war nicht so gemeint, eher ironisch. Ich brauche nicht mehr wie 6-7 Std. Schlaf. Regeneration passt und ich habe noch genug Zeit für meine Familie….die man so nebenbei auch noch hat ;-)

    Wünsche weiterhin viel Erfolg beim stark werden.

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