Untergewicht trotz/wegen Schilddrüsenunterfunktion

Dieses Thema enthält 9 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von naklar! naklar! 24.02.2019 um 18:08.

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    naklar!
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    Hey zusammen,
    habe in letzter Zeit zwei Kunden/ Studio kennengelernt, die eindeutig nach einer SD Überfunktion aussehen, aber eine Unterfunktion haben.

    Kann das jemand erklären?

    Merci, Eric

    #179599 hilfreich: 0
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    Luna
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    Hallo Eric,
    ich bin auch so eine Kandidatin.

    Selbst in deutlicher Unterfunktion (Beginn Hashimoto 2003) habe ich Gewicht verloren. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Auch bei Reduktion der SD-Hormone, die mir ein TSH-fixierter Arzt in den letzten beiden Jahren eingebracht hat, schaffe ich es das Gewicht zu halten (44-45kg bei 1,58, immer schon)

    Meine Erklärung dafür:
    1. Der Körper versucht fehlende SD-Hormone durch Stresshormone, v.a. Cortisol, zu ersetzen, um die geforderte Leistung erbringen zu können. Bekannt ist diese Konstellationn besonders bei latenter UF.

    2. Da ich damals ja nichts von meiner UF wusste, habe ich natürlich wie immer mein Lauftraining (Marathontraining) weitergemacht. Es ging zwar nicht super gut, aber im Rahmen. Die Ausdauer war gut, Tempofähigkeit na ja. Ich hatte, soweit ich mich erinnern kann, zumindest auch kein größeres Problem. Das Gewicht war relativ stabil, ging eher zurück,

    Aber: Im Nachhinein habe ich herausbekommen, dass ich Muskulatur abgebaut hatte. Muskelaufbau ist in UF für mich eh sehr sehr schwierig.

    Vermutlich hatte ich durch das Training, durch den hohen Spiegel an Stresshormonen, meine Muskulatur z. T. "verheizt". Nach der Hashimotodiagnose hatte ich auch eine ganze Zeit lang eine Nebennierenschwäche.

    Auch heute kann ich selbst bei zu niedrigem SD-Hormonspiegel sehr gut Ausdauersport betreiben. Fehlende Kraft ist bei mir immer das erste Symptom bei unzureichender SD-Hormoneinstellung.

    LG
    Luna

    #179600 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Ok, die Vorgehensweise bei solchen Personen wäre dann also

    1.) Natürlich nachsehen, ob genügend gegessen wird

    2.) Cortisolwerte über den Tag überprüfen

    3.) Schauen, ob die medikamentöse Einstellung stimmt ( SD Hormone )

    Mir ist nur nicht ganz klar, ob 3 vor 2 kommt, oder andersrum….

    #179601 hilfreich: 0
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    Luna
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    Hallo
    Ich würde es genau anders herum angehen: 3-2-1
    Die SD ist der Schlüsselfaktor. Ohne ausreichende Hormone kann der Körper die anderen Hormone ( Sexualhormone, Wachstumshormon u. a.) nicht herstellen. Zum einen weil der Stoffwechsel einfach zu langsam ist und für die Regeneration der Schäden aus Alltag und/oder Sport sehr viel Energie benötigt wird.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist der in UF erhöhte Cholesterinspiegel. Dadurch versucht der Körper das Ausgangsmaterial für die Hormone in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Bei hohen Stresshormonen geht dieses Potential aber mehrheitlich in Richtung Cortisol, da diese Achse als erstes bedient wird (Überleben).
    Der Haken dabei: die richtige Einstellung zu finden ist eine Sache von vielen Monaten.
    Ein Cortisol Tagesprofil kann schon helfen abzuschätzen wie der Stoffwechsel funktioniert. Ist halt nur eine Momentaufnahme. Hilfreich ist auf jeden Fall die Körpertemperatur. Sie sollte mindestens 36,6-36,8 betragen ( bei Frauen Zyklus beachten) Infos dazu auf der Seite von Dr Rieger Bamberg.

    Der 3. Punkt , mehr essen, ist auch nicht ganz so einfach. Einerseits bekommt der Körper dadurch sicherlich verstärkt das Signal aufzubauen. Ob es dann funktioniert, hängt wieder von den Hormonen ab.
    Bei mir führt ein mehr an Kalorien bei zu niedriger SD- Hormonversorgung dazu, dass ich verstärkt Fett ansetze und kaum Muskeln aufbaue, dafür aber auch träger werde. Immerhin dürften sie zumindest nicht weiter abgebaut werden.

    Wesentlich ist dabei sicher auch eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen, da da fast immer Defizite entstanden sind. Das betrifft meist Eisen, Selen, Zink und oft auch B12. Da also auch mal schauen.
    Über Ernährung lässt sich die Situation sicher verbessern, wenn Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte ( und nicht nur Kaloriendichte) verwendet werden und nicht das übliche „Mastfutter“ wie z.B. die gesunden (Voll-)Kornprodukte, ;-) bei kaum Fett. Aber da kennst du dich ja selbst aus.
    LG
    Luna
    Luna

    #179602 hilfreich: 0
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    H_D
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    Bringt aber doch auch nichts die SD zu pushen und aufs Gaspedal zu drücken wenn die NN damit überfordert sind

    #179603 hilfreich: 0
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    Luna
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    Richtig,
    dann kann es vorübergehend notwendig sein Cortison dazu zu geben.
    Bevor die NN es nicht mehr schafft genügend Cortisol zu produzieren, gibt es meist längere Phase, in der der Cortisolpegel dauernd erhöht ist. Um diese Phase ging es mir.
    Denn bei UF + ausgeprägter NNS ist Sport im allgemeinen nicht mehr wirklich möglich bzw. führt zu so heftigen Folgeerscheinungen wie Müdigkeit oder Muskelschmerzen, dsss die Lust auf weitere Sporteinheiten vergeht.

    #179604 hilfreich: 0
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    Luna
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    Ergänzung:
    Alles was ich geschrieben habe, bezieht sich auf eine ECHTE SD-UF. Damit meine ich z.B. eine stark geschrumpfte SD oder eine stark echoarme SD mit Zysten drin o.ä, also einen eindeutig nachweisbaren Grund, sodass die SD die notwendigen Hormone nicht liefern KANN. Mangel an essentiellen Nährstoffen wären auch denkbar. Die müssen aber erst mal aufgedeckt werden.

    Anders sieht es aus, wenn zuviel Sport bei gleichzeitig zu wenig Essen die Ursache sind, dass der Körper die Produktion von SD-Hormonen runterfährt. Das ist dann ja im Grund Magersucht/Anorexie. Man könnte es auch eine physiologische Senkung der SD-Leistung nennen, um den Zusammenbruch des Körpers zu verhindern. Da wird die Muskulatur ja zur Energieproduktion hergenommen, schlimmstenfalls sogar der Herzmuskel. Da würde dann die vorgeschlagene Vorgehensweise, also erst die Nährstoffe erhöhen und dann schauen, wie sich die SD-Leistung entwickelt. Wie es in diesem Fall mit den Stresshormonen aussieht, kann ich nicht sagen. Dazu weiß ich nichts.

    LG
    Luna

    #179605 hilfreich: 0
    martin5
    martin5
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    Nach welchen äußerlichen Kriterien siehst du eine SD unterfunktion?

    Ich hatte auch Untergewicht und zu wenig SD Hormone. Das kommt aber eher von dem was Luna schon beschrieben hat (zuviel Sport, zu wenig Essen)
    Da ich das selbst erlebt habe wie sowas abläuft sehe ich, das jetzt immer öfter bei anderen Sportlern. Blutwerte sind dann dementsprechend TSH niedrig, T4, T3 niedrig, Hämoglobin niedrig.
    Der Körper muss einfach auf Sparflamme gehen wenn viel Ausdauer trainiert wird => sieh dir die Marathonläufer an, der Köper isst sich regelrecht selbst auf.
    Cortisol und Stresshormone springen auch in dieser Situation ein. Das wurde auch bei Trainingseinheiten >45min gemessen.

    #179606 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Hallo zusammen, habe den jungen Mann erst jetzt wieder getroffen und konnte näher nachfragen:

    Vor ein par Jahren wurde bei ihm ein TSH von 44 qU/ml gemessen – habe zwei mal nachgefragt, aber er ist sich sicher.
    Den hat er medikamentös ( 100 qg L-Thyroxin? ) auf 4 senken können.
    Dann hat er etwas ayuverdisches genommen, weil er kein Hormonpräparat mehr wollte – zuletzt hatte er einen TSH von 8 qU/ml und nimmt nun wieder 50 qg L – Thy.

    Laut eigener Aussage war er immer so dünn wie jetzt, also auch bei der Erstdiagnose.
    Er ist wirklich sehnig dünn/hager und hat leicht hervorstehende Augen.

    Er ist gut ( ich lasse ihn jetzt mal tracken ) und hat immer nur etwas Fußball gespielt, also nicht übertrieben viel Sport gemacht.
    Mein Ziel ist es, ihm ordentliche Zuwächse am Eisen zu bescheren :-)

    Gruß, Eric

    #179607 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Gibts hier noch Meinungen?

    Merci, Eric

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