Omnivor vs. Vegan

Dieses Thema enthält 21 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Shman Frontal 18.09.2019 um 22:48.

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    H_D
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    Passend zum neuen Artikel

    Vorteile von Veganismus und Karnivorismus im Vergleich


    würde mich mal interessieren wer von euch Veganer ist, was ihr für Veränderungen festgestellt habt und im Idealfall auch, wie sich eure Blutwerte verbessert/verschlechtert haben.

    (Bitte keine ethische Diskussion daraus machen, das muss jeder für sich entscheiden)

    #194843 hilfreich: 0
    Nymeria
    Nymeria
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    Hi HD!

     

    Ich esse zwar mittlerweile sogar wieder Fleisch, dennoch kann ich dir einen kleinen Vergleich liefern.

     

    Ich ernährte mich ca. 4 Jahre vegan, anfangs nicht aus ehtischen Gründen, dann dachte ich Fleischverzicht sei die einzige Lösung, aber wie du schreibst, DAS soll hier kein Thema sein.

    Anlass waren Unverträglichkeiten. Natürlich stieg meine Lebensqualität schier ins Unermessliche mit der Anpassung auf verträgliche Kost, hat aber nichts mit Vegan zu tun. Damals hatte ich in dem falschen Wissen angenommen, es wäre das beste. Mit der Folge, wirklich mit einem verdammt engen Pool an Nahrungsmitteln auskommen zu müssen. Aber das war okay. Hauptsache keine Schmerzen.

     

    Blutwerte habe ich leider keine aus der Zeit vor Vegan und noch keine aktuellen als Omnivore. Aber dafür einiges von der Zeit dazwischen 🙂

    Ich muss sagen, ich habe von Anfang an wirklich alles mehr oder weniger regelmäßig supplementiert, außer Eisen (Fehler)

     

    Vom Empfinden her.. naja, wie gesagt, war wirklich ein geiler Switch von Null Lebensqualität zu „normal“. Ich habe ja schon vor Monaten zusätzlich zu Milchprodukten (Schaf) wieder Fisch und Eier dazugenommen, Fleisch (weiß) seit einigen Wochen.

    Ich muss sagen, erst fiel mir absolut kein Unterschied auf. Rückblickend dürfte das aber die Lösung für die bleierne Müdigkeit gewesen sein, die ich ja, wie man dem Forum entnehmen kann, der Schilddrüse zugeschrieben habe.

     

    Zu bemängeln habe ich allerdings etwas die Verdauung. Sie ist zwar regelmäßig, allerdings ist der Stuhl sehr trocken. Ich denke, die Magensäureproduktion muss sich noch einpendeln, da das Eiweiß aus Fleisch ja etwas schwerer verdauulich ist.

     

    Alles in allem bin ich froh, diese Entwicklung gemacht zu haben, auch wenn ich es erst nicht einsehen wollte, dass ich mich nicht einschränken muss, wenn ich eh schon Unverträglichkeiten habe. Es war auch aus pragmatischer Sicht eine Erleichterung, nicht mehr vegan zu sein, aber soll auch nicht das Thema sein.

     

    Ich weiß, du wolltest Erfahrungsberichte von Statusquo Veganern, aber ich denke, ich konnte dir trotzdem einen Einblick liefern.

     

    LG

    #195002 hilfreich: 0
    Chris (edubily)
    Chris (edubily)
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    Wenn der Stuhl trocken ist, solltest du mal die Schleimproduktion bisschen ankurbeln. Wer viel Protein und viel Fleisch isst, braucht vor allem mehr Vitamin A! Erstens wird das bei solchen Kostformen vermehrt umgesetzt und zweitens ist es essentiell für die Schleimbildung auch im Darmtrakt 😉

    #195004 hilfreich: 0
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    H_D
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    Danke für deinen Post!

    Was hattest du denn für Unverträglichkeiten und wie hast du dich vegan ernährt?

    #195012 hilfreich: 0
    Dominik
    Dominik
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    Warum kommt mein Beitrag nicht an?

     

    // Edit:

     

    Ich klinke mich mal ein, weil ich das Thema sehr spannend finde.

     

    Mein gesamtes Leben (ich bin 28 Jahre jung) waren tierische Lebensmittel ein fester Bestandteil meiner Ernährung.

     

    Auch heute noch. Ich habe noch nie (auch nicht phasenweise) auf alle tierischen Lebensmittel verzichtet.

     

    Was mich allerdings sehr interessieren würde, ist folgender Zusammenhang, der sehr oft aufgestellt wird:

     

    Kuhmilchprodukte <-> Erkältungen

     

    Ist da tatsächlich etwas dran; und wenn ja, wo kann man mehr dazu nachlesen?

     

    Es ist ja nicht so, dass nur die Veganer „contra“ Kuhmilch sind. Auch Paleo-Anhänger sind zum Teil „contra“ Milch, zum Teil „pro“ Milch.

     

    Glücklicherweise zähle ich zu den Menschen, die nie auch nur irgendeine Art von akuten Probleme mit Kuhmilch(produkte)konsum hatten.

     

    Keine Laktoseintoleranz, keine Kuhmilchallergie, nichts dergleichen.

     

    Allerdings gibt es drei Dinge, die ich an mir selbst feststelle, bei denen manche als Ursache die Kuhmilchprodukte im Sinn haben:

     

    1.) Häufige Infektionen der oberen Atemwege (aka Erkältungen)

    2.) Gräserpollenallergie seit der Pubertät
    3.) Konstant hohe IGF-1 Werte im Blutserum

     

    Die Frage ist jetzt, ob es sich bei den 3 Punkten und dem Kuhmilch(produkte)konsum um eine zufällige Korrelation handelt oder ob hier tatsächlich eine Kausalität vorliegen könnte.

    #195019 hilfreich: 1
    jfi
    jfi
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    Super Entwicklung Nymeria und herzlichen Glückwunsch dazu, dass du aus deinem „Dogma“ für eine bessere Gesundheit ausbrechen konntest! 🙂

     

    Aber das was du hier schreibst:

     

    da das Eiweiß aus Fleisch ja etwas schwerer verdauulich ist.

    stimmt so nicht. Ganz im Gegenteil, das Eiweiß aus Fleisch, Fisch oder Eiern ist die am besten verdauliche Eiweißquelle und aus der Eiweißverdauung gibt es auch keinerlei „Überreste“. Das erfährst du ganz schnell wenn du mal jemanden mit einem künstlichen Darmausgang fragst, ob er/sie schonmal Fleisch in seinem Beutel gesehen hat und er/sie dir dann sagt dass er darin tatsächlich noch nie unverdautes Fleisch gesehen hat, sondern nur Überreste von Pflanzen.

     

    Ich glaube auch, dass das Problem das du schilderst von zu wenig Vitamin A kommt, denn wenn du keine Leber isst und wenig supplementierst wird es bei dem höheren Verbrauch durch deine neue Ernährung für dich schnell eng mit der Vitamin A-Versorgung

     

    LG Jens

     

    Chris (edubily)
    #195021 hilfreich: 0
    Dominik
    Dominik
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    @jfi

     

    Gibt es Empfehlungen oder Näherungswerte, was die tägliche empfohlene Vitamin-A-Zufuhr bei Omnivoren betrifft?

     

    Vor allem, wenn diese Omnivoren „viel“ Eiweiß (2-3 g Eiweiß pro kg Körpergewicht) konsumieren?

     

    Ein Durchschnittsdeutscher soll gemäß DGE-Empfehlungen ja 1,0 g Retinoläquivalent zuführen:

     

    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a-b-carotin/

    http://www.vitalstoff-lexikon.de/Vitamine-A-C-D-E-K/Vitamin-A/Zufuhr.html

     

    Als Vergleichswerte:

    In 100 g gekochtem Hühnerei sind 0,264 mg Retinoläquivalent enthalten. (Quelle)

    In 100 g gekochter Kalbsleber sind 25,006 mg Retinoläquivalent enthalten (Quelle)

    #195022 hilfreich: 1
    jfi
    jfi
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    Keine Ahnung, da bin ich auch überfragt.

     

    Aber da ich von der DGE wirklich überhaupt nicht halte würde ich mal tippen, dass die mit Ihrer Empfehlung ordentlich daneben (genauer: darunter) liegen zu dem was man bei hoher Eiweißzufuhr so braucht…

     

    Ich schaue einfach, dass ich einmal pro Woche 200-300 gr Leber esse (bei mir meist Rind oder Hühnchen) und nehme dazu Das Multi. Damit hab ich keinerlei Probleme mit den Schleimhäuten irgendwo.

     

    LG Jens

    Dominik
    #195029 hilfreich: 0
    Dominik
    Dominik
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    Theoretisch (ist jetzt mal meine Gedankenspinnerei) könnte man ja die Empfehlung von 1x Leber pro Woche auf einen einzelnen Tag herunterbrechen.

     

    Selbst, wenn man nur von 100 g Rinderleber pro Woche ausgeht (Rinderleber hat mit rund 15 mg Retinoläquivalent auf 100 g am wenigsten Vitamin A, gefolgt von Kalbsleber mit rund 25 g auf 100 g und Schweineleber mit 32 mg auf 100 g) wären das immerhin rund 2 mg pro Tag. Also doppelt so hoch wie die DGE-Empfehlung. Und niemand würde behaupten, dass 100 g Rinderleber pro Woche übertrieben wäre.

    #195032 hilfreich: 3
    Chris (edubily)
    Chris (edubily)
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    Also nach jahrelangem Rumprobieren weiß ich heute, dass ich etwa 10.000 IE pro Tag brauche. 3000 IE reichen nicht. Umgekehrt komme ich mit viel weniger Vitamin D aus (etwa 1000 bis 3000 IE). Deckt sich erstaunlicherweise auch mit dem Empfehlungen von Weston Price (10k A und 1k D pro Tag, wenn ich es richtig im Kopf habe; bei einer Ratio A:V ca. 4-8:1). 100 bis 150 g Leber pro Woche ist also genau die passende Empfehlung. Wer das nicht mag, der greift halt zu NEM.

     

    Der Vitamin-A-Turnover scheint höher zu sein, als man angenommen hat. Jedenfalls bei mir. Ich denke mal, das liegt daran, dass es für etliche physiologische Prozesse benötigt wird und man in der heutigen Welt ständig mit irgendwas bombardiert wird bzw. die Belastungen hoch sind.

    AvatarDominikNymeria
    #195040 hilfreich: 0
    Nymeria
    Nymeria
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    Wow, hat sich ja einiges getan hier!

     

    Danke erstmal Chris für den Hinweis mit Vitamin A, das klingt sehr schlüssig. Ich hatte schon meine Experimente mit 10,000 IU für 2 Monate oder so, hab aber nichts an Veränderungen bemerkt (was ja nichts heißen muss)

     

    Zur Verdaulichkeit des Fleisches: Danke, aber mir ist sehr wohl bekannt, dass tierisches Eiweiß am leichtesten verdaulich ist. Ich meinte das eher so, dass MEINE Verdauung möglicherweise noch für die ungewohnte Kost zu schwach ist, besser gesagt die Magensäure. Darmflora muss sich überdies ja auch anpassen.

    Ich denke, es wird wohl die Kombination aus mehreren Faktoren sein.

     

    Zu veganen Tagen aß ich prinzipiell dasselbe wie jetzt, nur ohne die besonderen Extras 😉

    Sprich:

    *wenig bis mittelmäßig viele Ballaststoffe

    *kein Obst und keine Rohkost

    *nichts Fertiges

    *kein Brot, Backwaren

    *Proteinquelle war hauptsächlich Reisprotein, aber auch proteinreiches Pseudogetreide

     

    Wie gesagt, angepasst an die UV, in meinem Fall Fructose und Histamin, sowie FODMAP reiches, aber generell zu viele Ballaststoffe sind der Overkill. Normale Milchprodukte lähmen meinen Darm regelrecht, daher auch nur von Ziege und Schaf.

    Ich muss ergänzen, dass ich seit dem Säuglingsalter massive Probleme mit dem Darm habe, hier möchte ich das allerdings nicht thematisieren. Die UV waren also damals nicht erst von heute auf morgen da.

    Wenn du H_D oder jemand anderes, Interesse diesbezüglich hat, kann mir gern eine private Nachricht schicken.

     

    Wie man also erkennen kann, ich habe eigentlich das genaue Gegenteil gemacht, was die meisten Veganer von Anfang machen.

     

    LG

    #195041 hilfreich: 0
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    H_D
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    Chris (edubily) schrieb:Also nach jahrelangem Rumprobieren weiß ich heute, dass ich etwa 10.000 IE pro Tag brauche. 3000 IE reichen nicht. Umgekehrt komme ich mit viel weniger Vitamin D aus (etwa 1000 bis 3000 IE). Deckt sich erstaunlicherweise auch mit dem Empfehlungen von Weston Price (10k A und 1k D pro Tag, wenn ich es richtig im Kopf habe; bei einer Ratio A:V ca. 4-8:1). 100 bis 150 g Leber pro Woche ist also genau die passende Empfehlung. Wer das nicht mag, der greift halt zu NEM.

    Hast du das langfristig bemerkt, dass du 10.000 brauchst oder hast du den Wert gemessen? Bzw was ist denn ein anzustrebender Blutwert?

    #195043 hilfreich: 0
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    Shman Frontal
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    das hatten wir doch alles schon ! und Doms Fragen wurden doch auch beantwortet, oder irre ich mich ? Deja Vu 😀

    #195048 hilfreich: 0
    Dominik
    Dominik
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    Sorry, aber mich nervt dieses „das hatten wir doch alles schon!“

     

    Offenbar gibt es Interesse an dieser Diskussion, also wo ist das Problem?

    #195050 hilfreich: 0
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    Shman Frontal
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    nennt man dann wohl „learned helplessness“. Ürigens war der Satz nicht auf dich bezogen. Aber hier ein wenig Hilfe:

     

    Prolactin steigt und fällt mit Estrogenen:

     

    Litwack, G. Control of prolactin production by estrogen in Biochemical Actions of Hormones. (1985)  “The stimulation of prolactin by estrogen was first recognized almost 50 years ago, and the means by which this stimulation occurs has been investigated by many laboratories. Estrogen affects almost every conceivable aspect of prolactin production…”

     

    Dein Prolactin ist defintiv erhöht, siehe :

     

    Horrobin DF. Prolactin: role in health and disease. Drugs. 1979 May;17(5):409-17. “…<u>the adult male mean level is around 5 ng/ml.„</u>

     

    Das Ding ist ja dass dein SHBG auch erhöht ist, und SHBG steigt ebenfalls mit Östrogenen 😀 Du hast also irgendwo eine Östrogen Quelle (muss nichtmal im Blut erhöht sein).

     

    Prolactin erhöht ebenfalls Wachstumshormon (nicht gut, du willst doch keine riesigen Ohren und Nase wenn du Opi bist, oder ?) Zumindest ist dein Körper cool und wandelt das meiste in igf1 um ( glück gehabt!). Deine erhöhten Igf-1 Werte hängen somit direkt mit deinem SHBG, Prolactin und Estrogenen zsm.

     

    Entweder du nimmst zu wenig Kalzium zu dir und du trinkst verseuchte Milch (hoher Fettanteil womöglich auch) oder du hast einfach Stress. Solange dein Körper in igf1 umwandelt ist es gut, das wird er aber nicht immer oder ist es von Faktoren bedingt die wir gerade nicht ausfindig machen können.

     

    Kruse, K., and Kracht, U. Inhibitory effect of calcium on serum prolactin. Acta Endocrinol (Copenh). 1981 Nov;98(3):339-44. „<u>Calcium induced a significant decline of serum prolactin in most subjects which could not be explained by the associated increase of CT or decrease of iPTH. The important role of Ca for the in vitro secretion of dopamine has been established for a long time. It is speculated that the inhibitory effect of Ca infusion or serum Prl may be due to dopamine release from nerve tracts in the hypothalamus.” „Among the most important physiological conditions, all known to be stimulatory to Prl release, are stress, sleep, pregnancy and nursing.”</u>

     

     

     

     

     

     

     

     

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