Knochenfund in Bayern: Forscher entdecken neuen Vorfahren der Menschheit

Dieses Thema enthält 5 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Chris Michalk Chris Michalk 07.11.2019 um 14:23.

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    Markus
    Markus
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    Im Allgäu haben Wissenschaftler Knochen gefunden, die die Evolution in Frage stellen könnten. Dabei handelt es sich um Funde, die zu einem Menschenaffen gehören, der bereits vor Millionen Jahren auf zwei Beinen lief – und das durch Bayern.

     

    Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler hat im Allgäu (Bayern) Knochen gefunden. Diese zeigen, nach Ansicht der Forscher, dass sich der aufrechte Gang des Menschen nicht in Afrika, sondern in Europa entwickelt hat. „Danuvius guggenmosi“ heißt der Menschenaffe, dessen Knochen im Bereich östlich des Bodensees entdeckt wurden. Demnach habe der menschliche Vorfahre vor 11,62 Millionen Jahren gelebt. Bisher war die Wissenschaft auf dem Stand, dass der aufrechte Gang rund sechs Millionen Jahre alt sei und aus Kenia beziehungsweise der Insel Kreta stamme.

     

    Das Forscherteam um Madelaine Böhme von der Universität Tübingen hat die neuen Erkenntnisse im Fachmagazin Nature veröffentlicht. „Dass sich der Prozess des aufrechten Gangs in Europa vollzog, erschüttert die Grundfeste der Paläoanthropologie„, sagte die schwäbische Forscherin der Deutschen Presse- Agentur. Böhme hält es für ausgeschlossen, dass in Afrika noch ältere aufrecht gehende Menschenaffenformen existieren.

    Den Knochenfund machte Böhme und ihr Team zwischen 2015 und 2018 in einem Bachlauf an der Tongrube „Hammerschmiede“ im Unterallgäu. 15 Prozent des Skeletts konnten dort entdeckt werden – darunter Ellbogen, Teile der Hüfte, und Sprunggelenke. Zum Erstaunen der Wissenschaftler, ähneln einige Knochen mehr denen des Menschen als des Menschenaffen, so Böhme.

     

    Der Vorfahre der Menschen war demnach einen Meter groß. Frauen waren etwa 18 Kilogramm, Männer etwa 30 Kilogramm schwer. Entscheidend für die Veröffentlichung der Wissenschaftler sei der Fund der Wirbelsäule gewesen. So habe „Danuvius“ eine s-förmige Wirbelsäule gehabt, die den Rumpf stützte. Menschenaffen hingegen hatten lediglich eine einfach gebogene Wirbelsäule. Zudem hatte „Danuvius“ X-Beine sowie stabile Fußgelenke. Beides Anzeichen, die nicht für einen Menschenaffen sprechen, da dies ungeschickt für Lebewesen sei, die sich kletternd fortbewegen. Dennoch wies der Knochenfund eindeutige Merkmale eines Menschenaffen auf: „Danuvius“ hatte vergleichsweise lange Arme und Greiffüße – Indizien, die auf einen Baumbewohner hindeuten.

     

    „Danuvius kombinierte die von den hinteren Gliedmaßen dominierte Zweibeinigkeit mit dem von den vorderen Gliedmaßen dominierten Klettern“, erklärt Mitautor David Begun von der Universität Toronto (Kanada).

     

    Das Forscherteam taufte den neuesten Vorfahren der Menschen auf den Namen „Udo“ – frei nach Udo Lindenberg. Hintergrund der Namensgebung ist der Fundtag des „Danuvius“-Unterkiefers am 17. Mai 2016 – Udo Lindenbergs 70. Geburtstag. „Im Radio sind nur seine Songs gelaufen“, erinnert sich Böhme.

     

    https://www.infranken.de/ueberregional/bayern/sensation-knochenfund-im-allgaeu-forscher-entdecken-neuen-vorfahren-der-menschen;art179,4543742

     

    #203049 hilfreich: 0
    Zopiclon
    Zopiclon
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    Großartig,

    die Wiege der Menschheit im Freistaat  😮

     

    War der eigentlich Veganer? 😉

     

     

    Gruss

    #203121 hilfreich: 0
    Markus
    Markus
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    Nö, natürlich war der ein Weißwurst-Aussuckler (im Miozän wohl vom Paraceratherium) und sicher auch kein Schweinshaxen-Verächter. Auch Maultäschle (gefüllt mit Höhlenhyäne) standen wohl des öfteren mal auf dem Speiseplan (Bayerisch-Schwaben!).

    #203150 hilfreich: 0
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Wie zur Hölle kommen die darauf, dass das ein „menschlicher Vorfahre“ ist und vor allem, „dass sich der aufrechte Gang des Menschen nicht in Afrika“ entwickelt hat?

     

    Nicht jeder Affe, der vor uns gelebt hat, ist auch gleichzeitig unser Vorfahre ^^ Haben die ne DNA-Analyse gemacht, oder wie kommt man auf sowas? Sieht für mich so aus als ob die Wissenschaftler da ein bisschen weit ausgeholt haben.

    #203158 hilfreich: 0
    Markus
    Markus
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    Den Zähnen nach gehört er zu der Gattung Dryopithecus und damit zu den Hominiden. Also ist er entweder ein direkter Vorfahr deroder aber wenigstens ein Cousin näherer Art.

     

    Den Artikel in Nature findest du übrigens hier:

    https://www.nature.com/articles/s41586-019-1731-0

     

    #203168 hilfreich: 2
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Die genauen Verwandtschaftsverhältnisse sieht man hier (jedenfalls schätzungsweise), m. E. kein „Vorfahr“:

     

     

     

     

    Die Meldung ist zwar supercool (danke dafür!), aber m. E. – jedenfalls was die Presse draus gemacht hat – komplett irreführend. Jetzt denken die Leute, die Art wäre unsere Vorgänger-Art. Ich denke eher, dass sich der aufrechte Gang in verschiedenen, meinetwegen verwandten Arten, parallel und möglicherweise unabhängig entwickelt hat. Edit: Passend dazu auch der Eintrag in Wikipedia zur Gattung:

    „Die meisten morphologischen Übereinstimmungen (…) werden allerdings von der Mehrheit der Autoren nicht als Synapomorphien, sondern als Homoplasien erachtet“,[8] das heißt als mehrfach unabhängig voneinander entstanden.

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