Katecholamine und Kaffee

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar ToddyKra 29.03.2019 um 17:39.

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    ToddyKra
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    Frage an die Wissenden, und an die "Selbstkompetenten" ;-)

    Katecholamine

    Hier schreibt Chris:

    Zitat


    "Stress klingt hier so negativ, ist er aber nicht per se. Denn Katecholamine vermitteln auch Wachheit, sind essentiell für Höchstleistungen, für Grenzgänge – intuitiv suchen viele die Leistungsgrenze auf täglicher Basis. Das beginnt schon damit, dass der Geist müde und schlapp wird nach 1-2 Stunden Text-Tipperei. Dann kommt meistens der Kaffee. Der hilft uns, diese Müdigkeit zu umgehen und bringt uns zurück auf ein höheres Leistungsniveau.

    Hier spielen nicht nur die Katecholamine eine Rolle, sondern auch die Adenosin-Rezeptor-antagonisierte Wirkung der Xanthine, hier: Koffein. Wir bewegen uns wieder Richtung Leistungsgrenze, weil Noradrenalin und Adrenalin ansteigen."


    Ich kenne das beim Kaffeekonsum. Mitunter sind es ein Liter am Tag. trinke ich 400ml zu schnell, werde ich "fahrig". Aber, mir schmeckt nunmal Kaffee, schwarz, Vollautomat.

    In dieser Studie zum Zusammenspiel von Oxidativen Stress und Vitiligo wird ein Bild aufgezeigt

    Dieses Bild fasst wunderbar die Informationslage zur Weißfleckenkrankheit Vitiligo zusammen. Ich kenne sehr, also wirklich sehr sehr sehr viele Arbeiten dazu – das ist die beste Aufbereitung des Sachverhalts. Und gilt noch heute. Aktuelle Studien tummeln sich immer mal in einem "Quadraten" der multifaktorellen Genese und suchen dort den Kelch der Wahrheit.

    Zitat


    Bild wird in Pfad iii) beschrieben
    "iii) Increased catecholamines inhibits mitochondrial calcium uptake which results in generationof free radicals"

    heißt: "iii) Erhöhte Katecholamine hemmen die mitochondriale Calciumaufnahme, wodurch freie Radikale gebildet werden"


    Dieses Video bei Youtube erklärt schöm, was den da so durch Koffein mit Adenosin passiert und welches regulativ beeinflusst wird.

    Ok, und nun die Frage:
    Wie naheliegend ist es, dass Koffein diesen Stresspfad zumindest sauber ebnet, so dass Stresslevel schnell eskalieren und der Krankheitsbetroffene besser mal eine abstinente Runde fährt beim Kaffee?

    Hat da jemand eigene Erfahrungen?

    Grüße aus der rheinischen Tiefebene,
    Thorsten

    #180375 hilfreich: 0
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    wmuees
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    Die im Diagramm dargestellten Zusammenhänge bezüglich Vitiligo sind eher unter "ferner liefen".
    Die Studienschreiber sagen selber, dass sie den wahren Grund für Vitiligo nicht kennen.

    Inzwischen ist man hier weiter, Vitiligo lässt sich durch das Coimbra-Protokoll leicht bekämpfen.
    Vitiligo ist übrigens die Krankheit, durch die Coimbra erst dazu gebracht wurde, sein Protokoll zu entwickeln.
    Das war 2002.

    #180376 hilfreich: 0
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    ToddyKra
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    CP ist bekannt und hier nicht Thema der Fragestellung.

    Mit CP-Anwendern und ehemaligen(!) Anwendern bin ich im Austausch. Das möchte ich hier nicht vertiefen.

    Coimbras Veröffentlichung aus 2013 zu Vitamin D bei Psoriasis und Vitiligo ist mir ebenfalls bekannt.

    Deshalb zur Wiederholung: Laddha et al treffen noch heute den Nagel auf den Kopf. Übrigens ist auch die Kommentierung von Böhm et al sehr gut.

    #180377 hilfreich: 0
    Zopiclon
    Zopiclon
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    Stress, n=1, ist ein großer Faktor bei AI.
    Das ist nicht der Grund, aber definitiv ein Auslöser.

    Gruss

    #180378 hilfreich: 0
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    ToddyKra
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    Zitat von Zopiclon im Beitrag #4


    Stress, n=1, ist ein großer Faktor bei AI.
    Das ist nicht der Grund, aber definitiv ein Auslöser.

    Gruss


    Deshalb setze ich dort jetzt (endlich) an. Bei mir ist es auch nur n=1. Jedoch sind es mittlerweile mehrfach Stressereignisse, die verdammt auffällig korrelieren. Da helfen auch keine "Super-Mikros" – wenn denn überhaupt.
    Bleibt also, hier nachzuschauen, ob auch ein Unterlassen eine Resilienz erhöhen kann. Für ein paar Monate hatte das bereits vor Jahren "geschafft". Die Erfahrungen sind gut. Ob es kausal war – keine Ahnung.

    #180379 hilfreich: 0
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    ToddyKra
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    Ich ergänze eine Studie zum Thema:

    Catecholamines increase in the urine of non-segmental vitiligo especially during its active phase
    Pigment Cell Res. 2003 Apr;16(2):111-6.

    [übersetzt]"Neuronale Faktoren scheinen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese von Vitiligo zu spielen.

    Um die mögliche Korrelation zwischen der Aktivität von Vitiligo und dem peripheren monoaminergen System zu untersuchen, verwendeten wir Hochdruckflüssigkeitschromatographie und elektrochemische Detektormethoden, um die Grundausscheidungswerte von Katecholaminen [Norepinephrin (NE), Adrenalin und Dopamin (DA)], ihren relativen Metaboliten, zu ermitteln [3-Methoxy-4-hydroxyphenylglycol (MHPG), Normetanephrin (NMN), Metanephrin (MN), Vanilmandelsäure (VMA) und Homovanillinsäure] sowie 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) bei 35 gesunden Probanden und bei 70 Patienten mit nicht-segmentalem Vitiligo in verschiedenen Krankheitsstadien.

    Die Konzentrationen von NE, DA, NMN, MN, MHPG, VMA und 5-HIAA waren bei Patienten signifikant höher als bei Kontrollen.

    Die Patienten mit progressivem Vitiligo (n = 56) wiesen für alle Parameter (insbesondere NE-Spiegel) erhöhte Urinausscheidungswerte auf als andere Patienten.
    Interessanterweise unterschieden sich die NE-Werte bei Patienten, die vor kurzem mit Vitiligo begonnen hatten (<1 Jahr), von denen der betroffenen Personen zwischen 1 und 5 Jahren und zwischen 6 und 10 Jahren.
    Dieses Ergebnis wurde durch die signifikante negative Beziehung zwischen den NE-Ausscheidungswerten und der Krankheitsdauer bestätigt.
    Sowohl in der Vitiligo- als auch in der Kontrollgruppe wurden signifikante Korrelationen zwischen Monoaminen sowie zwischen diesen Monoaminen und ihren Metaboliten gefunden.

    Der Anstieg des Katecholaminumsatzes, der hauptsächlich zu Beginn der Krankheit auftritt, ist wahrscheinlich auf den Stress zurückzuführen, der mit dem Auftreten von Läsionen verbunden ist.

    In Anbetracht der Tatsache, dass diese Verbindungen leicht toxische freie Radikale produzieren und Vitiligo-Probanden einen defekten Abwehrmechanismus für freie Radikale aufweisen, können sie außerdem zum Verschwinden von Melanozyten in den frühen Phasen von Vitiligo beitragen."

    Das ist der Ansatz, einen Versuch wert.

    #180380 hilfreich: 0
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    ToddyKra
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    Oder einfach Apeginin dem Kaffee hinterherwerfen ;-)

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21514118
    Apigenin attenuates dopamine-induced apoptosis in melanocytes via oxidative stress-related p38, c-Jun NH2-terminal kinase and Akt signaling.

    "Abstrakt
    HINTERGRUND:
    Die Anzeichen deuten darauf hin, dass das Auftreten von oxidativem Stress zu Melanozytenabbau in Vitiligo führt. Berichten zufolge wird bei Patienten mit Vitiligo ein erhöhter Spiegel von Dopamin (DA), einem Initiator von oxidativem Stress, gefunden, der den Tod von Melanozyten in vitro induziert. DA-behandelte Melanozyten wurden als Modell für die Suche nach Antioxidationsmitteln zur Behandlung von Vitiligo verwendet.

    ZIELSETZUNG:
    Wir untersuchten die Schutzwirkung von Apigenin gegen DA-induzierte Apoptose in Melanozyten und den molekularen Mechanismus, der diesen Effekten zugrunde liegt.

    METHODEN:
    Melanozyten mit oder ohne Vorbehandlung mit Apigenin wurden DA ausgesetzt. Dann wurden die Lebensfähigkeit der Zellen mittels MTT-Assay gemessen. Die Werte für zelluläre reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und der Prozentsatz apoptotischer Zellen wurden durch Durchflusszytometrieanalyse nachgewiesen. Die Aktivierung von Caspase 3, Poly (ADP-Ribose) -Polymerase (PARP) und das Signalisierungssignal in Bezug auf oxidativen Stress, einschließlich p38, c-Jun-NH2-terminaler Kinase (JNK) und Akt, wurden durch Western-Blotting bewertet.

    ERGEBNISSE:
    Apigenin schwächte den DA-induzierten apoptotischen Zelltod ab, entlastete die ROS-Akkumulation und aktivierte Caspase 3 und PARP, was die schützenden Wirkungen von Apigenin gegen DA-induzierten oxidativen Stress und Apoptose in Melanozyten nahe legt. Darüber hinaus induzierte DA die Phosphorylierung von p38, JNK und Akt, während Inhibitoren von p38, JNK und Akt die DA-induzierte Apoptose signifikant reduzierten. Die Vorbehandlung mit Apigenin inhibierte jedoch signifikant die DA-ausgelöste Aktivierung von p38, JNK und Akt, was die Beteiligung von p38, JNK und Akt an den schützenden Wirkungen von Apigenin gegen DA-induzierte Cytotoxizität nahelegt.

    FAZIT:
    Diese Ergebnisse legen nahe, dass Apigenin die Dopamin-induzierte Apoptose in Melanozyten über den mit oxidativem Stress zusammenhängenden p38-, JNK- und Akt-Signalweg abschwächt und daher ein potentieller Wirkstoff bei der Behandlung von Vitiligo sein könnte."

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