Kalorien "zählen"

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar phL 04.01.2015 um 14:33.

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  • #87624 (0)
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    Alex
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    Hallo zusammen.

    Da ich mir derzeit einen groben Essensplan aufstelle, taucht bei mir eine Frage zur Berechnung der aufgenommen Kalorienzahl auf: (sry schon mal für mein Unwissen in der Biochemie)

    Auf den meisten Lebensmitteln ist ja die kcal-Zahl angegeben (Gesamt aus KH, Fett, Protein) und damit kann man ja sehen was man so aufnimmt. Steht diese kcal-Zahl dem Körper dann wirklich zur Verfügung? Darf man hier die kcal-Proteine mit berücksichtigen, da diese eigentlich für andere Zwecke im Körper "verbraucht" werden. Wie gesagt ich hab ziemlich wenig Ahnung von der Körperchemie und vll. kann mir wer damit weiterhelfen.

    #97702 (0)
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    H_D
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    Nein, weil die KCAL-Angabe ein physikalischer Brennwert ist (einfach mal googeln wie die KCAL bestimmt wurden).

    Einfaches Beispiel: Protein hat einen hohen TEF – dadurch nicht wirlich die 4,1kcal

    Oder Nüsse: Auf Grund der Phytinsäure liefern sie dem Körper weniger KCAL als ermittelt

    #97703 (0)
    Markus
    Markus
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    Wenn du mit deinen Nahrungsmittel einen Brennofen betreiben möchtest, dann stimmen die Angeben freilich ;o) Denn genau so wurden sie mal ermittelt.: "Brennwert". Ansonsten kommt es auch auf den Kontext an, also welcher Makro welchem folgt. Und die Kalorien verdauliche Ballaststoffe zB stehen dem Körper nur etwa zur Hälfte zur Verfügung, vom Rest lebt deine Darmflora.

    #97704 (0)
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    phL
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    #97705 (0)
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    H_D
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    Find ich viel zu kompliziert gedacht.
    KCAL-Umsatz mmn immer noch am Besten über ein Ernährungsprotokoll. Wobei bei IF die Sache noch etwas anders aussieht. Oft ist beim Umstieg die Wassereinlagerung (wahrscheinlich Cortisol durch den "Stress") höher

    #97706 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Beiträge: 2599

    Zitat


    Ich möchte das Thema Kalorien hier doch noch einmal "reaktivieren". Das Buch habe ich durchgelesen.

    Mir ist schon klar, dass auf der zellulären Ebene ein ständiger Wechsel zwischen anabolen (mTor) und katabolen (AMPK) Prozessen stattfindet, letztere ja auch grds. für die Zellgesundheit (sehr) zuträglich sind.
    Auch ist mir klar, dass die gleichzeitige Gabe von hohen Mengen Fett und Kohlenhydraten die Glucoseoxidation hemmt, was (langfristig) eine Gewichtszunahme und Diabetes begünstigt (Randle Cycle). Sehr gut.

    Weiterhin ist der Körper anhand der durch Chris aufgeführten Versuchsreihe kaum gewillt, die de novo Liponeogenese hochzufahren, sofern die Glykogenspeicher nicht vollends gefüllt sind. Und selbst dann scheint der Körper ja einen massiven Teil der zugeführten KH zu oxidieren. Eine vollends gegebene Glykogensättigung ist bei normaler Ernährung ja auch kaum möglich, wenn wir hier von 1000gr Carbs über mehrere Tage sprechen.
    Habe ich das soweit richtig verstanden? Perfekt.

    Aus den o.g. Faktoren erschließt sich mir dann, dass eine Gewichtszunahme in Form von Körperfett grundsätzlich nur dann geschieht, wenn ich zu viele Fette in Verbindung mit Kohlenhydraten esse oder eben insgesamt zu viele Fette / -säuren zuführe, die eben dann im Fettgewebe und in den Muskelzellen eingelagert werden und unverbrannt bleiben.Ganz genau.

    Hängt jetzt die Anzahl der für mich "essbaren" Fette ohne Einlagerung als Depotfett direkt mit der Anzahl der Mitochondrien zusammen oder woher ergibt sich jetzt meine Energiebilanz und wie kann ich diese messen? Ja, deine Energiebilanz hängt mit der Anzahl der Mitochondrien zusammen. Das zeigen unzählige Studien, bei denen man Resistenzen gegen Fettleibigkeit festgestellt hat, wenn die mitochondriale Fettsäure-Oxidation maximal gesteigert war, beispielsweise durch PGC1-alpha Overexpression oder PPARdelta-Agonisten. Das Problem ist, dass du diesbezüglich keinerlei Ahnung hast, denn du kannst deinen Körper nicht untersuchen (bzgl. mitochondriale Dichte im Muskel und co.) – ich würde mich an der allgemeinen Energiebilanz orientieren und daran denken, dass man in unterschiedlichen physiologischen Zuständen (z. B. Ketose) womöglich mehr Substrate zuführen kann ohne nennenswerte Fettspeicherung. Aber hier zählt dein eigenes Experiment. Das musst du individuell herausfinden.

    … oder hängt die Gewichtszunahme an verhältnismäßig / mengenmäßig häufigeren Aktivierung von mTor zusammen, die nicht mehr durch AMPK ausgeglichen wird? Nein, weil generell auch mTOR energiefressende Zustände erzeugt (Beispiel Muskelaufbau). Es kommt eher auf die langfristigen Effekte von mTOR und AMPK bzgl. Muskelfaser-Komposition etc. an.

    Und wie finde ich nun heraus, was für mich Gewichtszunahme bedeutet und was nicht?

    Bei mir ist es nämlich momentan so, dass ich das Gefühl habe, IF ist für meinen Körper relativ viel Stress, was ich u.a. an meiner trockenen Haut merke und am Allgemeinbefinden, wobei ich noch nicht meine Werte habe messen lassen. Ich möchte meinen Körper allerdings nicht zusätzlich noch mit einer zu starken "Energierestriktion" versaubeuteln. Verständlich. Daher Energieumsatz erhöhen, beispielsweise durch T3 (was ja ebenfalls die mitochondriale Dichte erhöht) und dann einfach eine milde Kalorienrestriktion (- 15 %) praktizieren …

    Also, kann mir jemand sagen, wie ich meinen Energiebedarf und meinen Energie-Intake messen kann? In einem Stoffwechsellabor

    Grundsätzlich wäre eine Gewichtszunahme bei einem regelmäßigen Wechsel zwischen HCLF (Pushen der Hormonsysteme, Auffüllen der Glykogenspeicher) und LCHP (zur Verbrennung der angestauten Fettsäuren) dann ja quasi unmöglich Ist es auch aufgrund der partitionierenden Effekte.

    Und wie verhält es sich mit der Muskelproteinsynthese, wenn ich Muskeln aufbauen will. Ist dann ein Energieplus (und falls ja, in welcher Form, also Fett / KH / EW) erforderlich und wie bemesse ich diesen? "Profis" sprechen von circa 100-200 kcal mehr an Tagen des Trainings.

    Stehe also etwas auf dem Schlauch… Ich hoffe man versteht die Problematik die ich versuche darzustellen…

    LG!


    #97707 (0)
    Avatar
    phL
    1
    Beiträge: 363

    Danke, Chris! :) Sehr aufschlussreich!

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