Hohe Ferritinspiegel: Was ist der Grund?

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Markus Markus 23.05.2018 um 19:26.

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    wer sich für den Eisenstoffwechsel interessiert, dem ist sicher auch bekannt, dass Ferritin im Serum, abgesehen von Ausnahmefällen, der beste Parameter zur Beurteilung des Eisenstatus ist.

    Häufig werden auch relativ hohe Ferritinwerte gemessen, deren Ursache oft nicht so einfach zu klären ist. Britische Wissenschaftler der British Society for Haematology haben vor Kurzem einen Fachartikel publiziert, in dem sie sich mit dem Thema erhöhtes Serumferritin beschäftigten. Verminderte Ferritinkonzentrationen im Serum werden ausschließlich bei Patienten mit reduzierten Eisenspeichern gemessen. Es gibt hierfür keine andere Ursache.

    Etwa 20 Prozent der kaukasischen männlichen Erwachsenen haben Serumferritinkonzentrationen von über 300 µg/ l, was dann häufig Anlass zur Vermutung gibt, es könne eine Eisenspeicherkrankheit vorliegen.

    Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, weshalb die Ferritinkonzentration im Serum hoch sein kann. Die häufigsten Ursachen sind chronische entzündliche oder infektiöse Erkrankungen, Lebererkrankungen, Alkoholabusus, Tumorerkrankungen sowie das metabolische Syndrom. Die erwähnten Ursachen sind allsamt wesentlich häufiger und wahrscheinlicher als das Vorliegen einer Eisenspeichererkrankung. Es gibt Erkrankungen, die mit extrem hohen Ferritinkonzentrationen (größer 10.000 µg/l) einhergehen können. Besonders hoch sind die Ferritinkonzentrationen beim Stillsyndrom, das zu den rheumatischen Erkrankungen gehört. Die britischen Wissenschaftler empfehlen folgende Vorgehensweise beim Nachweis erhöhter Ferritinkonzentrationen:

    Zunächst sollten die Patienten über den Alkoholkonsum und andere Risikofaktoren für Lebererkrankungen befragt werden, dann zu Typ-2-Diabetes, Adipositas und Bluthochdruck sowie zu entzündlichen Erkrankungen und Tumoren. Außerdem sollten mögliche Bluttransfusionen sowie eine familäre Belastung mit Eisenüberladung eruiert werden.

    Bei Patienten mit erhöhten Serum-Ferritin-Konzentrationen sollte die Bestimmung wiederholt werden und außerdem die Transferrinsättigung sowie das CRP und die Blutsenkung bestimmt werden, zudem die üblichen Parameter zur Beurteilung des Leberstoffwechsels und der Nierenfunktion sowie der Blutzucker und Lipidstoffwechsel. Männer mit einer Serum-Ferritin-Konzentration über 300 µg/l und einer Transferrinsättigung größer 50 Prozent haben üblicherweise eine Eisenüberladung und sollten auf Hämochromatose weiter abgeklärt werden. Bei Frauen liegen die Grenzwerte bei Ferrtin größer 200 µg/l und die Transferrinsättigung größer 40 Prozent.

    Aderlässe sind keine geeignete Maßnahme zur Senkung des Ferritinspiegels und sollten in diesem Zusammenhang auch nicht durchgeführt werden.

    Wie bereits erwähnt, sind nicht nur verminderte Ferritinkonzentrationen recht häufig, sondern auch erhöhte, die aber nur in seltenen Fällen auf Hämochromatose verdächtigt sind.

    Referenz:
    Cullis JO, Fitzsimons EJ et al.: Investigation and management of a raised serum ferritin; Br J Haematol. 2018 May;181(3):331-340. doi: 10.1111/bjh.15166. Epub 2018 Apr 19.


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