Große Verzweiflung Blutbild

Dieses Thema enthält 28 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Teutonicus 03.11.2019 um 15:41.

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    Teutonicus
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    Mein bester Freund (30) ist ein extrem herzlicher Kerl, vegetiert aber schon jahrelang wie ein schlapper kaputter Rentner. Zu nichts ausdauernden Antrieb, überfordert mit allem, müde und unkonzentriert sodass der Job schlecht läuft, fehlende Stresstoleranz bei den kleinsten Sachen und kaum Libido.

     

    Er ist schulmedizinisch gesund, keine Medikamente, keine Substanzen außer morgens ne Tasse Kaffee, selten erkältet, Normalgewicht, ernährt sich oft nach meinem Vorbild inklusive Leber, keine Milchprodukte und Getreide, Supplemente Selen D3 K2 Multi Magnesium. Schlaf 7-8 Stunden, kaum Stress im Leben, Sport hält er nur 20 Minuten Joggen gelegentlich durch und sitzt den Rest apathisch im Büro oder liegt erschöpft auf dem Sofa.

     

    Was seinen Zustand temporär fast eliminiert: Schlafentzug (Dopamin?), länger Fasten, kalte Dusche, Kaffee, Ritalin, Alkohol, leichter Ausdauersport. Leider sind diese Interventionen nicht permanent, weil er auf Dauer z.B. mit Kaffee noch stärker ins Loch fällt, Sporteffekte nur kurz anhalten und für kalte Duschen nicht täglich fit und willensstark genug ist. In letzter Hoffnung nun ein Blutbild – vielleicht habt ihr noch Ideen. Wir sind euch für jede Hilfe schwer dankbar.

     

    Leukozyten: 5,3 (4,2 – 11,2)
    Erythrozyten: 4,67 (4,4 – 5,9)
    Hämoglobin: 14,1 g/dl (13,5 – 17,8)
    Hämatokrit: 40,2 (36,4 – 50,4)
    Ferritin: 185,9 ng/ml (22 – 322)
    MCV: 86 (84 – 102)
    MCH: 30,3 (27,6 – 33,5)
    MCHC: 35,2 (33 – 36)
    Thrombozyten: 297 (135-326)
    Mittleres Thrombozytenvolumen: 7,4 (7,6 – 10,9)
    Kreatinin im Serum: 0,95 (0,7 – 1,3)
    Glomeruläre Filtrationsrate (CKD-EPI): 108 ml/min (> 60)
    Harnsäure: 6,0 (< 7,0)
    GOT (ASA, AST): 24 U/l (13 – 40)
    GPT (ALAT, ALT): 35 U/l (9 – 40)
    GGT: 14 (< 37)
    Cholesterin: 126 (< 190)
    HDL: 30 mg/dl (> 40)
    LDL: 80 mg/dl (< 130)
    Triglyceride: 99 (< 150)
    CRP: 0,14 mg/l (< 5)
    Gesamteiweiß: 7,4 g/dl (5,7 – 8,2)

    TSH: 2,22 mIU/l (0,22 – 4,46)
    fT4: 1,27 ng/dl (0,9 – 1,6)
    fT3: 3,57 pg/ml (2,3 – 3,8)
    rT3: 201,9 pg/ml (90 – 215)
    TPO-AK: 41 kU/l (< 60)
    Estradiol: 60,4 pg/ml (< 39,8)
    Testosteron gesamt: 3,3 ng/ml (1,65 – 7,53)
    Testosteron frei: 15,86 pg/ml (7,0 – 22,7)
    Prolaktin: 10,8 ng/ml (2,1 – 17,7)
    SHBG: 29,32 nmol/l (14,55 – 94,64)

    EBV AK: negativ
    Gesamt-IgE: 187,5 IU/mL (< 87)

    Mikronährstoffe im Vollblut:
    Kalium: 1573 mg/l (1505 – 1870)
    Calcium: 62,5 mg/l (49,9 – 59,5)
    Magnesium: 36,5 mg/l (31 – 38,8)
    Kupfer: 0,91 mg/l (0,69 – 0,94)
    Eisen: 506 mg/l (445 – 563)
    Zink: 6,1 mg/l (5,1 – 7,0)
    Selen: 152 ug/l (92 – 149,8)
    Mangan: 5,6 ug/l (5 – 11)
    Molybdän: 1,25 ug/l (0,4 – 1,2)
    Vitamin B6: 61,2 ug/l (16,4 – 80,4)
    Vitamin B12: 449 pg/ml (211 – 911)
    1,25 (OH) 2 Vitamin D3 (Calcitriol): 47,2 pg/ml (19,9 – 79,3)
    Vitamin A im Serum: 630 ug/l (300-700)
    Kalium (Hämatokrit-korreliert): -7% (Abweichung vom Referenzmittelwert)
    Magnesium (Hämatokrit-korreliert): +8% (Abweichung vom Referenzmittelwert)
    Kupfer (Hämatokrit-korreliert): +11% (Abweichung vom Referenzmittelwert)
    Eisen (Hämatokrit-korreliert): +7% (Abweichung vom Referenzmittelwert)
    Zink (Hämatokrit-korreliert): +2% (Abweichung vom Referenzmittelwert)
    Selen (Hämatokrit-korreliert): +28% (Abweichung vom Referenzmittelwert)

    #198501 hilfreich: 1
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    Tommy
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    Sind Allergien bekannt? Hat er mal low Histamin probiert?

    Andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

     

    Zudem scheint sein Ferritin hoch zu sein… viel rotes Fleisch/Leber? —> ggf mal Blut spenden? Vielleicht hat er auch Probleme mit der Insulinsensivität… Kälte und Sport verbessern diese. kann man auch mal testen indem man mal f 2,3 Wochen 3x500mg Berberin nimmt und schaut wie man sich damit fühlt. Hormonell ist ja auch nicht alles im grünen Bereich aber da kommt sicherlich noch anderweitig Input. Cortisol würde mir noch einfallen, wurde ja scheinbar nicht getestet. Gerade auch in Bezug auf die geringe Stresstoleteanz.

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    #198505 hilfreich: 1
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    wmuees
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    Hm Hm. Testosteron scheint mir sehr niedrig. Viele Labore geben 3 ng/ml als untere Grenze an. Dazu viel Estrogen, wahrscheinlich durch Aromatase.

    Das läßt die Vermutung zu, dass DHT sehr niedrig ist. Die Symptome passen jedenfalls ALLE auf Testosteronmangel. Kenne ich aus eigener Erfahrung.

    Man wird zum Couch Potato.

     

    Lasse ihn mal einen Endokrinologen oder Andrologen aufsuchen! Mal testweise ein paar Tage Testosteron nehmen, und Du weisst woran Du bist.

     

     

     

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    #198555 hilfreich: 1
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    helga666
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    Hallo,

     

    ich sehe da ein Muster bei:

     

    Cholesterin – Estradiol – TSH – rt3 = SD

     

    Frage: hat dein Freund Bauchspeck? Weißt du von sonstigen Östrogenquellen die er sich vlt. unbewusst zuführt?

    Wie ist sein Stuhlgang? Probleme mit Konstipation oder Unregelemäßigkeiten?

    Wie ist seine Statur? Selbst der laut Blutbild eigentlich gute ft3 Wert muss nichts heißen, wenn sein Körper deutlich mehr verträgt oder braucht. Würde mich da nicht blenden lassen. Er soll mal seine Körpertemperatur = Stoffwechsel über den Tag verteilt messen.

     

    Welche Fette isst er?

     

    Für mich sieht da so aus, dass dein Freund viel zuviel weibliche Hormone im Blut hat.

     

    Runter damit -> Ballaststoffe – aber am besten muss er sehen welche er veträgt und sich keine zusätzliche Überbelastung mit zuviel Fibers holt.

    Vit E Status wäre auch interessant insofern er das supplementieren möchte um die Östrogendominanz weiter abzubauen.

     

    Kleiner Erfahrungsbericht: Ich reduzierte mein Östrogen von 30pg/ml auf 19pg/ml innerhalb eines Monats mit sehr viel Broccoli und Haferflocken. Mit Schlappheit hatte ich nicht mehr zu kämpfen. Heute würde ich nur empfehlen, dass er selbst testen muss welche Ballaststoffe er verträgt. Ein roher Karottensalat pro Tag würde auch einen guten Effekt erzielen, aber er soll selbst ausprobieren.

     

    Noch dazu fehlt es an Cholesterin dem Hormonbaustoff. Es scheint ebenfalls, dass einiges an SD-Hormonen in rt3 umgewandelt wurde. TSH ist auch zu hoch. Jod? Wie geht es ihm nach Einnahme von Jod?

     

    Testo ist jetzt nicht ultra niedrig oder sowas wie hypogonadal… das liegt eher an der verschobenen Estradiol/Testosteron Balance. Also Östrodominanz. Irgendwoher muss das viele Östrogen kommen. Futter / oder bereits hohe Aromatase… ? Da kann es auch einen Zusammenhang geben zwischen der IgE also dem Sofortallergiemarker und der Östrogengeschichte. Er soll mal versuchen sich an seiner Körpertemperatur zu orientieren – wundert mich nicht wenn er keinen Bock hat auf kalte Duschen – wahrscheinlich ist ihm sowieso zu kalt. Da bringt der durch „harten Willen“ induzierte Schock dem Körper nichts – das ist eher wie Öl ins Feuer gießen.

     

    Eine Kohlenhydratquelle finden die keine Allergien auslöst! Bzw. so lange Nahrungsmittel aufschreiben und beobachten, bis sein Körper Feedback gibt, dass er sich sprichwörtlich wohlig warm fühlt nach dem Essen.

     

    Übrigens kannst du dir vorerst den Andrologen sparen wegen der Testosterongeschichte und deinem Freund K2 Mk-4 empfehlen, welches er sich auf seine Hoden schmiert. siehe hier:

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21914161

     

    Aber das ganze T verschreiben ist alles Einbahnstraße, bzw. haut er sich seine eigene Synthese damit zusammen. DHEAS wären noch interessant.

    1-2 Blutspenden in den nächsten 6 Monaten oder je nach Körpermasse wären sicher auch hilfreich um eine bessere Glukosetoleranz zu forcieren.

    Homocystein / MMA also B12 wäre noch interessant. Aber eher als letztere Empfehlung.

     

    fehlende Stresstoleranz bei den kleinsten Sachen ->ua. B Vitamine..?

     

    Er ist schulmedizinisch gesund, keine Medikamente, keine Substanzen außer morgens ne Tasse Kaffee, selten erkältet, Normalgewicht, ernährt sich oft nach meinem Vorbild – oft nach deinem Vorbild – was isst er dazwischen?

    Sein Hämoglobin ist auch gerade so lala … wenn die ihm vor der Blutspende in den Finger stechen zwecks Bestimmung seines Hämoglobinstatus können die durchaus verweigern.. das sage ich weil ich erst bei ner Spende war und die meinten bei meinem 15.5 Wert alles unter 14 ist kritisch, bzw. die werden wieder heimgeschickt.

     

    Viel Erfolg

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    #198715 hilfreich: 0
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    Teutonicus
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    Schon mal ein ganz großes Dankeschön für euren riesen Input bisher! Ich möchte nochmal ein paar detaillierte Zusatzinfos geben, da er gerade neben mir sitzt.

    Die Ernährung sieht meistens ungefähr so aus:

    Morgens bis frühen Nachmittag entweder fasten oder 2-3 Whey Shakes mit mehreren Portionen Obst. Nachmittags etwas Gemüse meistens Grünkohl oder Paprika mit viel Olivenöl und öfter auch mehrere weichgekochte Eier drin. Abends Fleisch und dazu Reis oder Kartoffeln, je nach Tag 100-250g Kohlenhydrate. Er isst auch öfter mal Pizza, Nudeln, Kuchen, Döner und trinkt Bier oder Schnaps wenn er wo eingeladen ist, aber in Maßen mal am Wochenende, keine Exzesse. Was mich am meisten wundert, ist der erhöhte Calcium Wert im Vollblut, da hätte ich jetzt am ehesten noch einen Mangel erwartet, da er Milch/Quark/Käse komplett meidet und bis auf 50g+/- Whey täglich und gelegentlich Grünkohl kaum Calcium zuführt und so bei weitem nicht auf 1000mg am Tag kommt.

    Tommy schrieb:Sind Allergien bekannt? Hat er mal low Histamin probiert?

    Er hat vor ein paar Jahren mal einen Allergie-Hauttest machen lassen, da kam wenig raus, nur ein bisschen Hausstaub meint er. Er ernährt sich auch eher histaminarm (Käse/Wein/Joghurt/Sauerkraut/Schokolade usw).

    Tommy schrieb:Zudem scheint sein Ferritin hoch zu sein… viel rotes Fleisch/Leber? —> ggf mal Blut spenden?

    Korrekt, er kommt jeden Sonntag zum Mittagessen bei mir Leber essen, kriegt über die Woche frisches Gulasch vom Rotwild mit und holt sich öfter beim Metzger rohes Rindertatar. Alles klar, also ich schicke ihn mal zur Blutspende, kann nicht schaden. Obwohl Hämoglobin & Thrombozytenvolumen ja relativ niedrig sind – was mich ebenfalls wundert, da sein Ferritin hoch ist.

    Tommy schrieb:Cortisol würde mir noch einfallen

    Das haben wir früher mal messen lassen, war nicht erhöht.

    wmuees schrieb:Testosteron nehmen

    Zufuhr von Testosteron, Arimidex oder Psychopharmaka wäre dann die letzte Holzhammer Option, wenn alles andere nicht fruchtet.

    helga666 schrieb:hat dein Freund Bauchspeck? Weißt du von sonstigen Östrogenquellen die er sich vlt. unbewusst zuführt?

    Wie ist sein Stuhlgang? Probleme mit Konstipation oder Unregelemäßigkeiten?

    Wie ist seine Statur

    Er ist insgesamt eher schlank mit 82kg auf 1,86m, hat aber einen (kleinen) Bauch. 98cm Umfang haben wir gerade gemessen. Kein auffälliger Stuhlgang, 1-2x täglich, keine Darm- oder Magenschmerzen.

    helga666 schrieb:Ich reduzierte mein Östrogen von 30pg/ml auf 19pg/ml innerhalb eines Monats mit sehr viel Broccoli und Haferflocken.

    Das könnte ich ihm natürlich mal empfehlen, Broccoli und Haferflocken isst er überhaupt keine.

    helga666 schrieb:Wie geht es ihm nach Einnahme von Jod?

    Nimmt er täglich, 150-300ug aus Kelp, spürt keinen Unterschied.

     

    Der IgE Wert macht mich persönlich am meisten neugierig. Da er halt Kassenpatient ist und jetzt schon recht viel ausgegeben hat für das Blutbild, möchte er jetzt verständlicherweise möglichst effizient vorgehen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er vielleicht Parasiten hat oder irgendeine andere chronische Infektion, allerdings bin ich kein Allergologe und weiß nicht wie man das kostenschonend eingrenzen kann, um eine genaue Ursache zu identifizieren, quasi vom Großen ins Kleine, ohne aufwändig gegen jeden Erreger/Einzelauslöser Antikörper zu bestimmen.

    #198723 hilfreich: 1
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    H_D
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    Bei dem Verhältnis von Größe/Gewicht zu Bauchumfang wundert mich der Östrogenwert nicht

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    #198729 hilfreich: 1
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    Tommy
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    Cortisol im Tagesprofil? Einzelmessung nur morgens ist wenig aussagekräftig.

     

    histamin ist leider weit mehr als nur Schokolade, Rotwein und Käse. Das wird halt immer als Klassiker genannt. Es gibt Lebensmittel die selbst stark histaminhaltig sind und welche die die körpereigene histaminausschüttung triggern.

     

    Kaffee, Leber! Eiweiß (nicht gelb), Grünkohl, Spinat, Himbeeren, Tomate etc etc. es gibt hunderte Lebensmittel die histaminprobleme entstehen lassen können… und Müdigkeit, Schlappheit ist eins DER typischen Symptome bei Histaminintoleranz. Verbunden mit dem hohen IGE würde ich das definitiv nachverfolgen. Die m.E beste und umfangreichste Seite zu dem Thema ist

    http://www.histaminintoleranz.ch

     

    und die von Dir angesprochen Priktests für die Haut sind nur relevant für sofortallergien. Bestes Beispiel: Erdnüsse. Du isst diese und dein Hals schwillt an. Lebensgefahr! Viel “wichtiger” ist es die IGG Tests auf verzögerte Nahrungsmittelunverträglichkeit zu testen. Du isst etwas unverträgliches und hast 2-3 Tage später davon Symptome. Das mal im Auge behalten. Als erstes würde ich Histamin testen. Kostet ihn nix! 3-4 Tage mal nur Reis, Kartoffel, Zucchini, Olivenöl etc. ggf noch gefrorenen Fisch oder Hühnerbrust (eingeschweisst). Frisches Fleisch vor allem Hack neigt dazu schnell Histamin zu bilden. Geht es ihm mit der Diät deutlich besser, dann wird es höchstwahrscheinlich am Histamin liegen. Also arsch zsammen und mal 5 Tage durch 🙂 danach weißt es.

     

     

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    #198930 hilfreich: 1
    Shman Frontal
    Shman Frontal
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    Ja Hallo lieber Freund von Teutonicus

     

    Kurzfassung:

    leichte bis mittlere Insulinresistenz, Mangel an Cholesterin und Calcium

     

    Weitere Blutwerte bei Interesse: Homocystein, PTH, Phosphor.

     

    Behandlung: 2 Monate 2perDay, Milch und Eierschalen um auf 2-3gr Kalzium am Tag zu kommen, Temp, Puls, Blutdruck Tagebuch (TPB? oder lieber TBP taufen? :D) führen sowie Tagebuch über alle Lebensmittel (ganz wichtig) und Makroverteilung. Der Rest ergibt sich von selbst.

     

    Langfassung: Kommt Morgen weil heute Fussballabend 😀

     

    Liebe Grüße

     

     

    P.S Frage aus Eigeninteresse: Hat er sogenannten erblich bedingten Haarausfall?

     

     

     

     

     

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    #199525 hilfreich: 0
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    Teutonicus
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    Shman Frontal schrieb:Hat er sogenannten erblich bedingten Haarausfall?

    Das hat er.

     

    Wovon leitest du die moderate Insulinresistenz ab? Weder Triglyceride, Leberwerte, noch Blutzucker fallen mir besonders auf.

    Tommy schrieb:Die m.E beste und umfangreichste Seite zu dem Thema ist

    http://www.histaminintoleranz.ch

    Danke Tommy, ich lasse ihn die Eliminationsdiät machen.

     

    Beim Blutspenden waren wir auch vorgestern zusammen. Hinterher gabs von zierlichen Helferinnen für jeden ein halbes Hähnchen. Die meinten, sie haben noch nie erlebt, dass jemand mit Knorpeln und Knochen alles komplett wegfrisst wie im Krieg. Süße Mäuse.

    #199527 hilfreich: 2
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Vor dem Hintergrund der Symptome (wo ich voll auf einer Linie mit @wmuess bin) …

     

    • Testosteron/Östradiol checken!

    -> schwaches Hämoglobin bei relativ niedrigem Erythrozytengehalt und hohem Ferritin => schwache Erythropoese?!

    -> sehr niedriges HDL trotz augenscheinlicher Stoffwechselgesundheit (hab diesbezüglich auch noch mal waist/height ratio zum Vergleich herangezogen, weil du die Maße gerade genannt hast) => HDL korreliert stark mit Testosteron

     

    Grund: Wer sich in dem Alter wie ein „Rentner“ verhält, hat entweder ein Problem mit zu wenig Testosteron oder mit einer mangelnden Testosteron-Wirkung, egal wie das im Endeffekt zustande kommt. Hier ist die Logik ziemlich simpel. Wenn er sich mit 30 nicht wie ein junger Löwe fühlt, dann hat er genau hier ein Problem.

     

    Das niedrige Gesamtcholesterin zusammen mit dem niedrigen HDL-Wert zeigt ein Stück weit auch mangelnden Anabolismus in der Leber an, isst der gute Mann überhaupt genug?

    • Deutlich erhöhtes IgE!

    -> Wie äußert sich das bei ihm? Die Allergie-assoziierten Zytokine alleine können den ganzen Körper schachmatt legen, da würden selbst normale T-Werte wenig helfen. Die Zytokine wirken direkt zentral (im Gehirn) und können einen in einen komatösen Zustand versetzen.

     

    Er sollte auch mal einen Stuhltest machen, damit man noch was über den Darm erfährt. Die Ernährung von ihm ist dahingehend nicht sauber, und wenn er immunologisch auf irgendwelche Nahrungsmittel reagiert – von denen er noch genug potentielle Kandidaten im Aufgebot hat – dann gäb’s hier auch noch was zu tun.

     

    Ansonsten: Auf den Ca-Wert im Blut würde ich nicht viel geben. Der schwankt. Der sagt auch nichts oder wenig über die tatsächliche Ca-Zufuhr aus. Immerhin scheint er nicht zu wenig Ca zu essen, sonst wäre der Calcitriol-Wert (als Ca-sensing Hormon) höher. Allerdings kann er die Ca-Zufuhr trotzdem mal hochschrauben.

     

    LG C

     

     

    takko456Avatar
    #199584 hilfreich: 0
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    Teutonicus
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    Danke für deine Mühe, Chris.

     

    Was konkret könnte man aber nun noch großartig tun gegen die Hormonprobleme? In dem Alter schon die HH Achse abstellen mit synthetischer Zufuhr und die Aromatase mit Brustkrebsmedikamenten reduzieren? Weil T3 und Mikronährstoffe wie Zink, D3 oder Magnesium sind ja in Ordnung und werden fortlaufend mit NEM und vitalstoffreicher Nahrung zugeführt plus genug Schlaf.

     

    Und für die Erythrozyten EPO geben? 🙂

     

    Darüber hinaus schicke ich ihn aber mal zum Allergologen für eine Stuhlprobe. Was exakt könnte man testen lassen?

     

    Und vom leichten Bauchansatz her würde ich mal vermuten, dass er schon genug isst. Ich schätze um die 2500kcal.

    #199595 hilfreich: 1
    takko456
    takko456
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    Niedriges Testo, hohes Östradiol … da könnte man es doch erst einmal mit pflanzlichen OTC-Aromatasehemmern versuchen, oder?

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    #199608 hilfreich: 1
    Shman Frontal
    Shman Frontal
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    Langfassung*

     

    @Teutonicus

     

    Wovon leitest du die moderate Insulinresistenz ab? Weder Triglyceride, Leberwerte, noch Blutzucker fallen mir besonders auf.

     

    Größtenteils an seiner Müdigkeit 😀

     

    t3/rt3 Ratio spricht schon für eine leichte/entwickelnde IR, hohes Ferritin hilft da auch nicht gerade weiter und er hat EBH, und Leute mit EBH haben mE immer IR. Wichtig ist ob er nur vorne an der Stirn und am Hinterkopf Haarausfall hat. Wenn nur Vorne dann ist es nicht unbedingt ein Indikator für IR.

     

    Das ganze Bild strich aber dafür. Wenn er Stress hat, Ausdauertraining, Kaffee, Schlafentzug etc gehts ihm kurzzeitig besser. Er geht in diesen Moment auf Fettverbrennung und Cortisol. Für mich ist es eindeutig. Er braucht Glukose.

     

     

     

     

     

    Ich gehe alles (Wichtige) durch. Sachen die ich nicht erwähne sind auch nicht Wichtig.

     

    Leukozyten: 5,3 (4,2 – 11,2)
    Erythrozyten: 4,67 (4,4 – 5,9)
    Hämoglobin: 14,1 g/dl (13,5 – 17,8)
    Hämatokrit: 40,2 (36,4 – 50,4)
    Ferritin: 185,9 ng/ml (22 – 322

     

    Ist OK. Blutspenden kann, muss aber nicht, da Testo am Boden. Sein Häm steigt wenn Testo hoch geht, deswegen uninteressant hier etwas zu unternehmen. Ist Begleiterscheinung aufgrund seines Cholesterin und Testo Mangel.

     

    MCV: 86 (84 – 102)
    MCH: 30,3 (27,6 – 33,5)
    MCHC: 35,2 (33 – 36)
    Thrombozyten: 297 (135-326)
    Mittleres Thrombozytenvolumen: 7,4 (7,6 – 10,9)
    Kreatinin im Serum: 0,95 (0,7 – 1,3)
    Glomeruläre Filtrationsrate (CKD-EPI): 108 ml/min (> 60)
    Harnsäure: 6,0 (< 7,0)
    GOT (ASA, AST): 24 U/l (13 – 40)
    GPT (ALAT, ALT): 35 U/l (9 – 40)
    GGT: 14 (< 37)

     

    ist OK

     

    Cholesterin: 126 (< 190)
    HDL: 30 mg/dl (> 40)
    LDL: 80 mg/dl (< 130)

     

    Joa, Cholesterinmangel. Sollte bei seiner Ernährung eher bei 200-220 sein. Hier sehe ich auch das größte Problem. Wenn er wieder Fit werden will dann ist das die aller erste Baustelle. Ideen, Interventionen oder sonstige Versuche Testo zu erhöhen halte ich für Sinnfrei, denn von Nichts kommt Nichts. Wer kein Cholesterin hat kriegt keine Hormone. Ganz einfach. Und Testo ist bei weitem nicht Alles.

     

    Triglyceride: 99 (< 150)

     

    Fett verbrennen kann er.

     

    TSH: 2,22 mIU/l (0,22 – 4,46)
    fT4: 1,27 ng/dl (0,9 – 1,6)
    fT3: 3,57 pg/ml (2,3 – 3,8)
    rT3: 201,9 pg/ml (90 – 215)
    TPO-AK: 41 kU/l (< 60)

     

    Ich halte die SD für in Ordnung aber rt3 ist zu hoch und das ist für mich ein Zeichen für Insulinresistenz.

     

    Estradiol: 60,4 pg/ml (< 39,8)
    Testosteron gesamt: 3,3 ng/ml (1,65 – 7,53)
    Testosteron frei: 15,86 pg/ml (7,0 – 22,7)
    Prolaktin: 10,8 ng/ml (2,1 – 17,7)
    SHBG: 29,32 nmol/l (14,55 – 94,64)

     

    Testosteron ist eindeutig Mangel. Sollte mit 30 weit über 6ng, eher 8 liegen. Freies Testo.. halte ich allgemein nicht viel von.

    Da SHBG leicht niedrig ist, Östradiol aber hoch, ist eigentlich gesichert, dass seine Fettdepots Aromatase anheizen, und das ist auch nur passiert weil zu wenig Glukose, dafür aber viel Fettverbrennung.

     

    Gesamt-IgE: 187,5 IU/mL (< 87)

     

    Begleiterscheinung wegen Östradiol. Östradiol triggert Mastzellen am stärksten.

     

    Calcium: 62,5 mg/l (49,9 – 59,5)

     

    Prolaktin leicht erhöht, Parahormon nicht gemeßen und VitD gesuppt.. Joa 😀 Calciummangel 😀 Wenn er seine Haare wieder haben will sollte er was dagegen tun.

     

    Selen: 152 ug/l (92 – 149,8)
    Mangan: 5,6 ug/l (5 – 11)
    Molybdän: 1,25 ug/l (0,4 – 1,2)

     

    Könnten noch wichtig werden…

     

    Vitamin B12: 449 pg/ml (211 – 911)

     

    Recht niedrig. Also unter 400 ist schon potenziell Mangel laut Labor.

     

     

     

     

    Jemand der viel Fleisch isst bekommt nun mal sehr viel Phosphat ab, das muss mit genügend Calcium ausgewogen werden sonst steigen Dinge wie PTH und Prolaktin. PTH macht viel rt3, haut die SD auf Dauer ohnehin weg, erhöht iNOs und Serotonin. Prolaktin entzieht deinen Knochen Calcium (das schwimmt dir dann im Blut) und ist so lange Aktiv, wie jemand unterzuckert, SDUF oder gestresst ist. Ich halte Prolaktin allgemein für sehr genau und sensibel. Sein Zustand ist somit sowieso (wie bei fast Jedem) Multi-kausal. Am einfachsten ist es ordentlich Kalzium zu essen, 3-4gr wären bei seinem Fleischkonsum angebracht.

     

    Kollagen Hydrolysat/Gelatine und/oder Knochenbrühe helfen der SD und er sollte auch da ordentlich reinhauen.

     

    Cholesterin ist die größte Baustelle und genau deswegen ist das Tagebuch so wichtig um Lebensmittel als Fehlerquelle auszuschließen. Er wird also nicht darum herum kommen ordentlich und maximal penibel Tagebuch über alles zu führen was er im Laufe des Tages isst. Solange Cholesterin nicht steigt sind Handlung mit VitK und Testo Kuren und was da noch so kam sinnfrei.

     

     

    Ich würde 2 Monate lang 2perDay nehmen um alle B Vitamine einmal aufzufüllen (insbesondere Thiamin, da scheint er besonders Probleme zu haben). Zusätzlich kann er ein wenig Osaft trinken um Inositol zu tanken. Akut kann er mehr Salz essen, dann macht ihn vorerst ein wenig fitter, falls er nicht genug bekommt (auch hier muss Tagebuch geführt werden)

     

    Seine Probleme lösen sich mMn in Luft auf wenn er Cholesterin auffüllt und genug Glukose bekommt.

     

    Östradiol bekämpft er am besten mit PUFA Verzicht. Den Rest erledigen Kalzium, VitD und VitK sowie PREG und PROG.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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    #199609 hilfreich: 1
    Chris Michalk
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    Also ich denke nicht, dass hier eine nennenswerte IR vorliegt.

     

    Zu wenig Testosteron bzw. eine zu schwache Wirkung verringert auch Dopamin. Wir hatten darüber mal irgendwo geschrieben: Testosteron wirkt „antreibend“, weil es die Dopamin-Werte hebt. Dopamin ist Gegenspieler von Prolaktin. Das Prolaktin ist hier nicht deutlich erhöht, aber sofern Prolaktin eine Rolle spielen würde, kann dies genauso gut mit dem T-assoziierten schwachen Dopamin zusammenhängen. Kurz zu den Dimensionen: Prolaktin ist definitiv pathologisch über 200 ng/ml, ab etwa 25 ng/ml gibt’s einen Graubereich. Bei 10 ng/ml kann man jetzt wirklich nicht von erhöhtem Prolaktin sprechen, zumal die Werte im Tagesverlauf schwanken und morgens nüchtern eher höher sind.

     

    PTH stimuliert die Calcitriol-Produktion, bei Ca-Mangel müsste Calcitriol höher sein. Das spricht in dem Fall hier jetzt zwar nicht per se dagegen, mehr Calcium zuzuführen, aber um wirklich einen Mangel festzustellen, wäre PTH das bessere Instrument. Aber wie gesagt, da Calcitriol ein Produkt von PTH sein sollte, und es hier nicht erhöht ist, sehe ich nicht, wieso PTH erhöht sein sollte. Ich sehe auch nicht, wieso PTH hier negativen Einfluss auf die SD-Hormone haben sollte, in Studien zeigt sich quasi immer, dass Hyperparathyreoidismus das rT3 sogar senkt.

     

    Ich sehe bei dieser Ernährung auch wenig Grund zur Annahme, dass er extra Glukose braucht. Für solche Hormonkaskaden kommen aktivierte Signalwege infrage, die eher auf den Energiestatus gesamt reagieren, statt auf einzelne Substanzen aus Makronährstoffklassen, was ein bisschen was anderes wäre, wenn er dauerhaft im Energiestress wäre. Um das auszuschließen, kann er ja mal ein paar Säfte einbauen, mach ich persönlich auch so.

     

    Für mich ist daher eher die Frage, wie kriegen wir das Problem mit dem Testosteron gelöst und welchen Einfluss haben hier immunologische Parameter? Ich kann mich nur noch mal wiederholen: Zytokine können einen komplett lahmlegen, Testosteron(-Wirkung) adé. Es kann sogar sein, dass er irgendwelche Infektionen hat (Borreliose?) oder stärkere Dysbiosen mit entzündeter Darmschleimhaut – auch hier können Zytokine herkommen, das kann auch den erhöhten Ferritin-Wert bei schwacher Blutbildung erklären, da Eisen hier in den Speicher gedrückt wird. Die Zytokine legen, wie mehrfach beschrieben, zudem die T-Wirkung lahm. Deshalb muss man hier unbedingt nochmal immunologische Parameter checken! Das alleine könnte alles erklären. Mir persönlich sind Fälle bekannt, wo das genau so war.

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    #199687 hilfreich: 1
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    H_D
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    Shman Frontal schrieb:

     

    Das ganze Bild strich aber dafür. Wenn er Stress hat, Ausdauertraining, Kaffee, Schlafentzug etc gehts ihm kurzzeitig besser. Er geht in diesen Moment auf Fettverbrennung und Cortisol. Für mich ist es eindeutig. Er braucht Glukose.

     

     

     

     

    Warum auf Fettverbrennung? Eher Gluconeogenese oder nicht?

     

     

     

     

     

     

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