Gesamteiweiß und Aminogramm – wie hängt das zusammen?

Dieses Thema enthält 20 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar sVensationell 28.06.2015 um 14:29.

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 21)
  • Autor
    Beiträge
  • #87614 (0)
    Avatar
    Karsten
    Teilnehmer
    Beiträge: 177

    Beim Stöbern zu den Themen Gesamteiweiß und AS findet man immer wieder Aussagen wie "Gesamteiweiß niedrig, Aminogramm super" oder auch anders herum.

    Bei Dr. Strunz kann man lesen:
    Nach dem Prinzip Justus von Liebig richtet sich ja das Gesamteiweiß nach dem einen, dem einzelnen tiefsten Wert einer essentiellen AS.

    Ein sinnhafter Zusammenhang erschließt sich mir nicht.

    Wie genau hängen diese Werte zusammen, gibt’s dafür eine einfache und nachvollziebare Erklärung?

    #97463 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    118
    Beiträge: 2600

    Gesamteiweiß ist das Resultat der Protein-Synthese in der Leber.

    Proteine bestehen aus Aminosäuren. Fehlen einzelne Aminosäuren, so kann das Protein nicht ausreichend gebildet werden.

    => niedriges Gesamteiweiß.

    #97464 (0)
    justizia
    justizia
    Teilnehmer
    1
    Beiträge: 935

    Also esse ich lieber Aminosäuren statt Eiweiß? Oder wie?

    #97465 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    118
    Beiträge: 2600

    Bettina,

    Eiweiß besteht doch aus Aminosäuren :-)

    LG, Chris

    Edit: Nur es ist eben so, dass … wenn eine Aminosäure fehlt, kann das ganze Protein im Körper (Protein-Synthese) nicht gebildet werden. Und "Gesamteiweiß" bezeichnet einfach nur die Menge der Plasma-Proteine, die in der Leber gebildet werden.

    #97466 (0)
    justizia
    justizia
    Teilnehmer
    1
    Beiträge: 935

    Jaa, aber wenn es sich gleich bleibt, dann ist es doch viel einfacher Pulver aus Aminosäuren zu essen als ein Stück Fleisch. Ich meine jetzt mal ungeachtet Geschmack und Sättigung??

    #97467 (0)
    Avatar
    Karsten
    Teilnehmer
    Beiträge: 177

    Danke für die Erklärung, Chris. Das leuchtet mir jetzt ein.

    Wenn mein Gesamteiweiß niedrig ist, weil einzelne AS "fehlen" zB. weil sie überproportional für Reparaturzwecke benötigt werden wäre es aus meiner Sicht logisch neben genereller Eiweißzufuhr genau die fehlenden AS as Extra-Portion zu ergänzen. Macht das Sinn?

    #97468 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    118
    Beiträge: 2600

    Zitat


    Jaa, aber wenn es sich gleich bleibt, dann ist es doch viel einfacher Pulver aus Aminosäuren zu essen als ein Stück Fleisch. Ich meine jetzt mal ungeachtet Geschmack und Sättigung??


    Ich habe schon lange aufgehört an Fleisch zu glauben … Aber das kann man ja niemandem erzählen.

    Zitat


    Wenn mein Gesamteiweiß niedrig ist, weil einzelne AS "fehlen" zB. weil sie überproportional für Reparaturzwecke benötigt werden wäre es aus meiner Sicht logisch neben genereller Eiweißzufuhr genau die fehlenden AS as Extra-Portion zu ergänzen. Macht das Sinn?


    Absolut! Genau auf den Punkt gebracht.

    #97469 (0)
    naklar!
    naklar!
    Teilnehmer
    26
    Beiträge: 1750

    ok, ich habe jetzt beim lesen dieses Threads etwas gelernt…
    …wenn ich dies nun aber auf die ersten Sätze in Karstens Eingangspost beziehe, dann machen diese doch überhaupt keinen Sinn?
    Oder liegt hier Denkfehler meinerseits vor?

    #97470 (0)
    naklar!
    naklar!
    Teilnehmer
    26
    Beiträge: 1750

    Also ich meine:

    Wie kann denn dann " Gesammteiweiß zu niedrig und Aminogramm super " sein, so wie Karsten es immer wieder liest.
    Bzw. andersrum?

    #97471 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    118
    Beiträge: 2600

    Es kommt auf das Gleichgewicht an. Es bringt nichts, wenn alle Aminosäuren in exorbitanten Mengen vorhanden sind, aber Methionin fehlt – als Beispiel. Okay?

    #97472 (0)
    naklar!
    naklar!
    Teilnehmer
    26
    Beiträge: 1750

    Okay – aber wenn Methionin ( ich nehme mal an, eine Aminosäure :-) fehlt, würde man doch nicht von einem guten Aminogramm sprechen.

    Ich verstehe das so:

    Alle Aminosäuren ausreichend vorhanden = Gutes Aminogramm = Gesamteiweiß paßt.

    Sorum wird doch ein Schuh draus, oder?

    #97473 (0)
    naklar!
    naklar!
    Teilnehmer
    26
    Beiträge: 1750

    …..oder habe ich eine falsche Vorstellung dessen, was man gemeinhin ein gutes Aminogramm nennt?

    #97474 (0)
    justizia
    justizia
    Teilnehmer
    1
    Beiträge: 935

    Ich esse Fleisch hauptsächlich weil ich davon satt werde. Chris, warum hast Du aufgehört an Fleisch zu glauben? Das würde mich echt interessieren. Eier machen mich lange nicht so satt wie Fleisch.

    #97475 (0)
    Avatar
    H_D
    Teilnehmer
    9
    Beiträge: 1484

    Im Bodybuildingbereich gab es ja auch mal die Empfehlung des Protein Cycling. Ich glaube von Lyle McDonald.
    Ein Link dazu, wenn auch nicht von Lyle:
    http://inhumanexperiment.blogspot.de/200…termittent.html

    Was haltet ihr davon?

    #97476 (0)
    Avatar
    Karsten
    Teilnehmer
    Beiträge: 177

    Nochmal zum Aminogramm, und zur Eiweißzufuhr.

    Jetzt liegen die Laborberichte für meine Frau auch vollständig vor. Vor dem Hintergrund ihrer "depressiven" Erkrankung (in den letzten beiden Jahren massiv) hatten wir Abgründe in ihrem Aminogramm befürchtet. Gesamteiweiß bei 6,18 ließ ja schon mal nichts Gutes vermuten.

    Um so überraschter war ich als ich die Werte sah – ich dachte es zieht mir die Schuhe aus!

    Methionin 18 ( 25- 33) mcmol/L
    Taurin 110 ( 54- 94)
    Leucin 171 (110-149)
    Isoleucin 99 ( 58- 80)
    Valin 287 (207-277)
    Lysin 189 (139-201)
    Phenylalanin 81 ( 51- 61)
    Histidin 67 ( 60-114)
    Threonin 113 (120-188)
    Tryptophan 41 ( 37- 56)
    Arginin 148 (110-180)
    Prolin 64 ( 10- 25)

    Bis auf Methionin (verbraucht im Kampf gegen Rest-EBV?) und Threonin sind alle andere Werte gut, sechs (darunter alle BCAA) schießen sogar durch die Decke!

    Und das bei einer täglichen Eiweißzufuhr von gemittelt max. 50g (in Worten: fünfzig!) am Tag, wenigstens in den letzten 3-4 Monaten. Davor aber auch nicht viel mehr. Bei einem Körpergewicht von 60-65 kg / 176cm.
    Bedingt durch eine nicht unbedingt eiweißbetonte Ernährung, sowie eine schon als Mangelernährung zu bezeichnende Nahrungszufuhr in den im wöchentlichen Turnus immerwiederkehrenden Krankheitsphasen, in denen sie das Bett kaum verlassen konnte bzw. wollte.

    Wie paßt das zusammen?

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 21)

Sei müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können. Bitte loggen Sie sich ein.