Erfolgreicher Koffeinentzug & Eisbäder nach Wim Hof

Dieses Thema enthält 20 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar mseaforest 08.10.2019 um 18:20.

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    Teutonicus
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    Liebe edubily’er,

     

    es gibt mal wieder einen kleinen Bericht von mir. Und zwar zum Thema Kaffee.

     

    Einer meiner Arbeitskollegen gehört zu jener großen Gruppe in Deutschland, die von morgens bis abends eine Tasse nach der anderen trinken. Absetzversuche hat es bei ihm bereits gegeben, da die Koffein-Toleranz entsprechend hoch ist und auch keine anregenden Effekte mehr eintreten. Jeder Versuch ist daran gescheitert, dass er jedes Mal über Tage einen sehr starken Kopfschmerz, Lethargie und Müdigkeit empfand. Vielleicht kennen einige von euch diese Symptome und haben je nach Koffein-Toleranz auch ein Problem damit.

     

    Die Lösung für das Problem bei ihm war hauptsächlich: Rote Bete Saft. Ich habe ihm empfohlen, direkt morgens nach dem Aufstehen und ein zweites Mal abends 500ml Rote-Bete-Saft zu trinken. Insgesamt entspricht das also den Nitraten aus 2kg roten Rüben. Hierdurch sind seine Kopfschmerzen vollkommen verschwunden, trotz „kaltem Absetzen“ ohne stufenweise Kaffee-Reduktion. Wer einen Selbstversuch machen will, dem empfehle ich die Demeter Tetrapacks 500ml Rote Bete Saft milchsauer vergoren.

    Die Symptome der Antriebslosigkeit und Stimmungsprobleme bestanden zwar noch, aber ich habe die Gelegenheit genutzt und den Kameraden mal insgesamt auf den Geschmack gesundheitlicher Stählung gebracht, da er eine sehr interessierte und offen unvoreingenommene Art hat. Nach der Wim Hof Methode habe ich 4 Tage lang mit ihm morgens meine Eisbäder zusammen gemacht und er war begeistert von den psychischen Effekten. Auch das kann jeder von euch problemlos selbst umsetzen und braucht dafür weder viel Geld, noch übermäßig viel Zeit zur Vorbereitung. Nehmt eure Badewanne im Badezimmer oder ihr stellt euch eine in den Garten/Balkon, die auf Anzeigeportalen ständig billig zu kriegen sind von Renovierungsarbeiten. Notfalls tun es auch (etwas unkomfortabler und Ablassventil muss angebracht werden) Regentonnen, 240L Mülltonnen oder Mörtelbottiche. Ihr füllt euren Badebehälter dafür zunächst mit Wasser auf durch einen Schlauch zum Wasserhahn oder einzeln mit Eimern. Praktisch ist vor allem ein tiefer Brunnen im Garten, ich habe dadurch ganzjährig 9 Grad kaltes Grundwasser umsonst, das man z.B. auch mit einem Osmosefilter günstig zu Trinkwasser machen kann. Da das Wasser in eurem Bottich nach ein paar Tagen umkippt, empfehle ich Aktivsauerstoff bzw Wasserstoffperoxid als bessere Lösung zu Chlor gegen Mikroorganismen. Es treten keine Hautreizungen auf und der Stoff ist biologisch abbaubar und kann somit einfach in den Rasen abgelassen werden bei einem monatlichen Wasseraustausch. Mit einer Abdeckfolie sorgt ihr dafür, dass draußen weniger Dreck in euren Bottich gelangt und ein kleines Leiterchen macht den Einstieg praktikabler. Nach jedem morgendlichen Badevorgang entnehmt ihr aus dem Badebottich 10L Wasser mit zwei großen Tupperdosen, friert diese über Nacht ein, holt sie morgens vorm Baden wieder raus und kippt sie vorm Einsteigen ins Wasser, sodass hier ein Zyklus entsteht. Was meiner Erfahrung nach sehr wichtig ist vor dem Einsteigen, ist die Atemtechnik von Wim Hof. Ein schönes Video von ihm zur Erklärung: https://www.youtube.com/watch?v=nzCaZQqAs9I

    Ich persönlich empfinde es um Welten einfacher, sehr starke Kälte auszuhalten, wenn ich vorher seine Hyperventilationstechniken anwende und außerdem fördern die Phasen des Luftanhaltens zusätzliche Mitochondrienbildung. Nach drei Runden Atem-Zyklen ins Wasser zu gehen, fühlt sich an, als wäre die Haut um die Hälfte betäubt und der Geist im Tunnelblick. Ich weiß, dass das ganze für die meisten wieder mal sehr extrem wirkt, aber da das ganze wie gesagt günstig und einfach vorzubereiten ist, lege ich euch ans Herz, trotzdem einen kleinen Selbstversuch zu wagen und euer Urteil auf der Basis eigener Erfahrungen zu treffen. Ich erlebe es täglich, dass diese Praktik nach dem Sport nochmal einen sehr starken zusätzlichen Schub der positiven seelischen Effekte bewirkt.

    #191514 hilfreich: 0
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    Sven
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    2 Männer, eine Badewanne. Warum muss ich da an Loriot denken  😉 .

     

    Danke für den Bericht und den Tipp zum Koffeinentzug!

     

    Wim Hof ist ja hier schon fast ein „alter Hut“ und Kälte eigentlich genausowenig extrem wie Hitze (Sauna).

    Persönlich haben mir langfristig die Atemübung(en) mehr gebracht.

    #191517 hilfreich: 0
    Kempi
    Kempi
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    @Teutonicus: Danke für deinen Bericht. Du kannst deinem Kollegen (falls nicht bereits getan) auch noch DL-Phenylalanin empfehlen – das gibt einen kleinen, aber ordentlichen Kick. Aus Erfahrung weiß ich, dass Kaffee/Koffein ’ne ziemliche Bitch ist.

    #191524 hilfreich: 0
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    mseaforest
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    Kann das geile Gefühl während und nach kalten Bädern absolut bestätigen. Nur sollte man da echt langsam rangehen. Habs regelmäßig übertrieben und fast jedes Mal einen Afterdrop erlitten. Dabei fließt das kalte Blut aus den Extremitäten nach der Anwendung wieder zurück in den Köperkern und senkt damit die Kerntemperatur. Ergebnis ist heftiges unkontrolliertes Zittern.

     

    @teutonicus

    Gibt es für die Mitochondrienneubildung durch Luftanhalten Quellen?

     

    Gruß

    #191528 hilfreich: 0
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    Teutonicus
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    Sven schrieb:Persönlich haben mir langfristig die Atemübung(en) mehr gebracht.

    Kannst du beschreiben, was genau?

     

    mseaforest schrieb:Gibt es für die Mitochondrienneubildung durch Luftanhalten Quellen?

    Mehrere. Die keywords zur Suche sind „Mitochondrial Biogenesis“ und „Hypoxia“. Beispiel: http://sci-hub.tw/https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S156772491300007X 

     

    Kempi schrieb:@teutonicus: Danke für deinen Bericht. Du kannst deinem Kollegen (falls nicht bereits getan) auch noch DL-Phenylalanin empfehlen – das gibt einen kleinen, aber ordentlichen Kick. Aus Erfahrung weiß ich, dass Kaffee/Koffein ’ne ziemliche Bitch ist.

    Danke für deinen Tip. Ich habe bisher nur Tyrosin ausprobiert, wie würdest du die beiden im Effekt vergleichen?

     

     

    LG

    #191529 hilfreich: 0
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    Sven
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    @Teutonicus

     

    Hier haben wir das Thema mal besprochen:

    Der Atem(muskel)-Thread – Alles beginnt damit

     

    Primär ist es die Erkenntnis den Atem an verschiedene Situation anzupassen und so aktiv gewünschte Prozesse in Gang zu setzen.

    #191615 hilfreich: 0
    Kempi
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    Teutonicus schrieb:Danke für deinen Tip. Ich habe bisher nur Tyrosin ausprobiert, wie würdest du die beiden im Effekt vergleichen?

    Ziemlich schwer zu beschreiben. Beim Tyrosin habe ich mich immer „aufgekratzt“ bzw. überstimuliert gefühlt. Beim Phenylalanin kommt mir die Energie natürlicher vor – das „Feeling“ allgemein ist besser. Und das schon bei Dosierungen von 500 – 700 mg.

    #195969 hilfreich: 0
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    mseaforest
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    Hey,

     

    ich habe Anfang September aufgehört, jegliche Form von Koffein zu konsumieren. Jetzt gehts von der Wachheit nicht mehr so rauf und runter, sondern es hat sich irgendwie etwas unter der Nulllinie eingependelt, heißt ich bin häufig müde, habe aber keine krassen „Energie“ Abstürze mehr.

     

    Jetzt würde ich aber gerne voll durchstarten, aber Mittelchen wie Tyrosin oder OLE bringen bei mir gar nichts. Bin vom Typ Dopamin eher so der Ex-Junkie, d.h. stark belohnungsgeprägt. Intensive Reize in der Richtung verursachen bei mir auch ne zeitlang, paar Tage, Lethargie, einfach weil der Antrieb fehlt.

     

    Jetzt bin ich aber geneigt, mir so n Gefäß für Kältebäder zu besorgen, wird ja auch langsam kalt draußen. Mit der Info, dass es Dopamin pusht ( wie genau eig?), hoffe ich in der Hinsicht auf Besserung. Ich habe das vor 2 Jahren mal im Winter durchgezogen, 30-50 min in einem Badesee. Das war schon ne heftige Zeit und ich habe mich trotz der Anstrengung gut gefühlt. Meditation pur, wenn der Körper gefühlt stirbt, aber der Geist alles zusammenhält.

     

    #195991 hilfreich: 1
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    Teutonicus
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    Mach das, ist eine sehr gute Entscheidung.

     

    -> Human physiological responses to immersion into water of different temperatures.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10751106

     

    „Cold water immersion (14 degrees C) lowered rectal temperature and increased metabolic rate (by 350%), heart rate and systolic and diastolic blood pressure (by 5%, 7%, and 8%, respectively). Plasma noradrenaline and dopamine concentrations were increased by 530% and by 250%

    „responses induced by cold are mainly due to increased activity of the sympathetic nervous system.

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    #195998 hilfreich: 0
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    mseaforest
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    Ich frage mich grade, ob der Anstieg von Dopamin dann so gut ist. Worin unterscheidet er sich zB vom Dopaminrausch bei Heroin? Findet dann nicht auch eine Desensitivierung statt?

     

    Zumindest gefühlt hat mir das damals gut getan, genau wie jede kalte Dusche zurzeit.

    #196014 hilfreich: 1
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    Teutonicus
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    Eine Desensitivierung findet auf jeden Fall nicht vergleichbar mit Heroin oder ähnlichem statt, allein schon wegen der mäßigeren Dauer und Intensität.

    Das merkst du ja selbst ganz praktisch an dir, dass du nicht nach dem „Kälte High“ psychisch ins Loch fällst, wie nach Substanzdrogen.

    Wie sich das exakt chemisch differenzieren lässt, übersteigt aber leider mein Wissen – vielleicht kann ein Neurobiologe hier helfen.

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    #196113 hilfreich: 1
    Chris Michalk
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    Hierbei handelt es sich um systemisch wirkende „Neurotransmitter“ im Blut, hier wurden ja nicht die Neurotransmitter im ZNS untersucht. Noradrenalin z. B. stimuliert in Geweben den Energieumsatz (= Wärmebildung). Dopamin kann das auch, weil es ein Katecholamin ist.

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    #196184 hilfreich: 0
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    mseaforest
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    Danke euch beiden. Ich schlussfolgere daraus, dass es noch keinen Beleg dafür gibt, dass man durch Kälteanwendung etwas gutes für sein Belohnungssystem tut. Die Erhöhung der Katecholamine ist dann einfach ein Schutz gegen die Kälte.

    #196186 hilfreich: 1
    Chris Michalk
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    Hm, also, je nach Kälte sollte das Belohnungssystem via Endorphinausschüttung aktiviert werden … Aber Kälte ist jetzt kein „Dopamin-Trigger“ im klassischen Sinne ^^ eher im Gegenteil.

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    #197715 hilfreich: 0
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    mseaforest
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    Ich erlebe es täglich, dass diese Praktik nach dem Sport nochmal einen sehr starken zusätzlichen Schub der positiven seelischen Effekte bewirkt.

    @Teutonicus

    Nach dem Training stelle ich mir das auch ziemlich nice vor, aber da Kälte entzündungshemmend wirken soll, befürchte ich, dass die Anpassen an die Belastung beim Training dann teilweise flöten gehen. Weiß jemand was dazu?

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