Diätpause, Stoffwechselstörung und Testosteronmangel

Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar phL 04.01.2015 um 11:14.

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    hisairness
    Beiträge: 91

    Hallo liebe edubily – Community,

    auf Anraten von H_D bin ich nun auch zu euch gestoßen, der mir doch schon sehr viele Tipps und Hilfestellungen gegeben hat. Immer öfters hat er auch auf das Forum hier verlinkt, da doch einige Probleme hier genauer behandelt werden und hier auch das entsprechende Fachwissen vorhanden ist.
    Ich versuch auch, mich kurz zu halten in meiner Problemstellung. Kurz zu mir: 26 Jahre alt, 1,92m groß und aktuell bei ca. 94kg.

    Früher: mit 16 Jahren 150kg auf den Rippen
    – Radikaldiät auf 100kg innerhalb eines halben Jahres
    – bis 2010 wieder auf 120kg "gehen lassen"
    – Seit 2010 dauerhaft im Fitnessstudio und auch eben mittlerweile auf dem derzeitigen Gewicht eingependelt.
    Jetzt kommt das ABER:
    – Leider habe ich mit der Ernährung damals so ziemlich alles falsch gemacht, also ich war immer der Ansicht "Fett ist böse" – so hab ich monatelang mit einer geringstmöglichen Fettzufuhr(Dafür Carbs + Protein) gelebt und nun auch die Quittung erhalten. Testosteronwert total im Keller, das wurde auch durch 3 Blutuntersuchungen beim Urologen bestätigt (die Werte habe ich leider nie schriftlich erhalten)

    => Therapie mit Testogel 50mg, zeitweise mit 100mg täglich.

    Vor 5 Wochen bin ich dann mit 97kg auf den Zug der anabolen Diät (Fett soll ja den Hormonhaushalt pushen) aufgesprungen und komme somit eigentlich klar, ausser das ich nun, trotz Defizit nicht mehr abnehme (und mir Obst und Magerquark fehlen :D)
    Die Testosteronwerte sind nach dem letzten Blutbild auch wieder verbessert, jetzt muss nur noch die Libido anspringen, aber die allgemeine Laune und das Wohlbefinden ist deutlich gebessert.
    Bei der ketogenen Ernährung gefällt mir, dass ich das erste mal "satt" werde – bei Carbs hatte ich immer das Problem des schnell widerkehrenden Hungers (trotz sauberen Lebensmitteln)

    Derzeit stehe ich aber nun vor dem Dilemma, dass dieses Jahr 2014 wie folgt aussah:
    Januar bis April: Diät = Dauerdefizit
    Mai – Juli: leichter Überschuss ohne nennenswerte Zuwächse
    August – November: Defizit
    Seit mitte November: Defizit über die AD, mit wöchentlichen, 1 tägigen Refeeds.

    Ergo bin ich nahezu das komplette Jahr über in einem Defizit unterwegs, was auch die stillstehende Abnahme erläutern KÖNNTE.
    Habe nun auch überlegt, um einfach mal dem Körper Normalität zu signalisieren, 2 Wochen auf Erhaltungsniveau zu essen, laut H_D wäre auch die Rückkehr zu Carbs in meiner Situation alles andere als verkehrt – er hat mich aber dennoch auch hier hin verwiesen.

    Und hier habt ihr meinen Post.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir noch den ein oder anderen Gedankenkick geben könntet.

    Vielen Dank im Voraus!

    #97948 (0)
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    phL
    1
    Beiträge: 363

    Hallo hisairness,

    da dir bislang ja keiner geantwortet hat, versuche ich dir mal ein wenig zu helfen.

    Zuerst einmal wäre interessant zu wissen, wie du deinen Tagesbedarf bemessen hast und an welchen Werten und Makronährstoffen du dich orientierst.
    Dann wären aktuelle Blut- und dazugehörige Referenzwerte deines Labors wichtig, um die derzeitige hormonelle Lage deines Körpers einschätzen zu können.
    Darüber hinaus:
    Wie fühlst du dich aktuell vom Allgemeinbefinden her? Geht es dir gut, bist du schlapp oder neigst sogar zu Depressionen?

    Dann zu der Fett-Menge:
    Natürlich sind Fette wichtig, allerdings ist die Frage, ob du davon nicht nun nach einem anfänglichen totalen Vermeidungsverhalten zu viele Fette zuführst (Schwarz-weiß-Denken, vom einen Extrem ins andere), die deine Körperzellen (Mitochondrien) gar nicht in der Menge verbrennen können. Gerade auch dann, wenn dein Stoffwechsel durch die Dauerdiät heruntergefahren ist.
    Weiterer Nachteil einer (zu) hohen Fettzufuhr ist die damit korrelierende physiologische Insulinresistenz des Muskels, da konstant zu viele Fette in der Muskelzelle vorgehalten sind und somit die Aufnahme von Glukose vermindert, wenn nicht verhindert wird.

    Ich würde dir ansonsten aufgrund des andauernden Kcal-Defizits empfehlen, dich mal "sauber" gehen zu lassen:
    Hau‘ dir dann am besten mal richtig den Bauch mit Carbs voll, am besten mit hochglykämischen Kohlenhydraten wie weißem Reis (NICHT parboiled), Kartoffeln. Du darfst auch gerne mal die "Fett-Zügel" etwas lockerer lassen.
    Und achte NICHT auf Kalorien, ein richtiger Refeed kann auch mal dem doppelten deines Tagesbedarfs entsprechen.

    Wichtig ist aber wie gesagt deine Hormonwerte zu kennen. Ansonsten ist es die Nadel im Heuhaufen, die du suchst!

    Ich hoffe ich konnte dir einen Denkanstoß geben! Vielleicht schreibst du auch hier mal Auszüge deines Ernährungsverhaltens und die Makronährstoffverteilung hier mit in den Thread!?

    Viele Grüße
    Phil

    #97949 (0)
    Avatar
    Siggi
    Beiträge: 419

    Hallo Phil,

    ich habe dazu eine kurze Frage:

    Was ist an parboiled verkehrt?

    #97950 (0)
    Avatar
    phL
    1
    Beiträge: 363

    Hi Siggi,

    parboiled Reis hat einen wesentlich geringeren Einfluss auf den Blutzucker und somit auf das insulinaufkommen, welches du ja bei einem refeed möglichst hoch provozieren willst! weißer Reis hat beispielsweise einen GI von ca. 70,während parboiled Reis einen GI von ca. 48 hat.

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