Dehnen

Dieses Thema enthält 16 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar KingWing 29.11.2018 um 17:29.

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    OnkelPaul
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    Hallo Community,

    habe gerade ein Streitthema mit meinem Sohn. Dehnen: vor dem Sport, nach dem Sport, oder nicht sinnvoll. Im Netz gibt es ja ziemlich unterschiedliche Aussagen dazu. Wie macht ihr das?
    Oder ist das vielleicht Sportart abhängig? Beim Sprinten eher nicht und beim Bodybuilding schon?

    #102472 hilfreich: 0
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    Luna
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    Hi,
    wann dehnt ein Tier? Nachdem es geschlafen hat. Niemals bevor es auf Jagd nach Beute geht oder in der Herde mitlläuft. Das gibt schon mal einen Hinweis auf das, was in der Natur vorkommt.

    Im Bereich des Sports hängt es von der Belastungsart ab: Alle Sportarten, die einen sehr großen Bewegungsspielraum benötigen wie bei den Tänzern, Turnern oder Gymnastinnen z.B. ist maximale Flexibilität notwendig. Diese Sportler wärmen sich lange vorher auf inkl. Dehnung.
    Sportarten, die schnellkräftige Muskelbeslatungen beeinhalten, steigt mit zunehmender Kraft auch die Verletzungsgefahr. Dazu kommt, dass mehr Muskelmasse die Dehnfähigkeit eher einschränken. Also wird Dehnung wohl auch notwendig werden, um die Muskulatur flexbibel zu halten.
    Fragt sich, wann gedehnt werden soll. Jedenfalls nicht bei erschöpfter Muskualtur. Vorher? Muss jede(r) ausprobieren. Inzwischen wird meist empfohlen, die Dehnung als Extra-TE z.B. am Folgetag durchzuführen.
    Dadurch wird dann auch die Regeneration verbessert, da eine entspannte Muskulatur ja besser durchblutet wird und umgekehrt Verklebungen der durch Training leicht verletzten Fibrillen verhindert werden.
    So zumindest kenne ich es aus der Sporttheorie und auch aus der Praxis.
    LG

    #102473 hilfreich: 0
    Phil Böhm
    Phil Böhm
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    Wer keine Verkürzten Muskeln hat, der braucht auch nicht zu dehnen. Ganz im Gegenteil, wer gerne Kraftsport macht, sollte sich vor zuviel Dehnen hüten. Allzu bewegliche Gelenke sind weniger stabil! Macht man dazu Krafttraining mit Grundübungen, bleibt in den meisten Fällen eine gute Beweglichkeit bis ins hohe Alter vorhanden.
    Ein kleines Beispiel von den Beinen, kann man mit gestreckten Beinen nicht den Boden berühren, dann könnte man eventuell über ein bisschen Dehnen nachdenken. Den Spagat zu können wäre hingegen völlig übertrieben und unnötig aus gesundheitlicher Sicht!

    Und wenn Dehnen, dann nicht vor oder nach dem Training, sondern separat an einem Tag. Vor dem Training kostet es Muskelspannung und somit Leistung, nach dem Training sind die Muskeln leicht verletzt und haben Mikroverletzungen. Zieht man nun den Muskel noch in die Länge, dann werden die Verletzungen grösser und die Erholungszeit länger!

    Wie Luna gesagt hat, die Natur kann auch hier ein Vorbild sein, direkt nach dem aufstehen alle Glieder zu strecken kann helfen, schneller fit zu werden. Aber dafür reicht ein kleines Strecken, kein Tier dehnt sich exzessiv!

    #102474 hilfreich: 0
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    Don90
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    Ich hatte einseitige Verkürzungen im Piriformis und in der Brust, hat mir auf Dauer Becken und Schulterprobleme gemacht.
    Testen würde ich es schon mal lassen ob du wo verkürzt bist, da man damit schon viel ausgleichen kann, gerade wenn man Probleme hat.

    Pflichdehnbereiche sind in meinen Augen die Oberschenkelvorderseite und Rückseite, Brust, Piriformis und Psoas. Aber in meinen Augen auch nur bei Problemen.

    Ich dehne meistens an eigenen Tagen oder vor dem Kampsport. Mir persönlich ist es aber an eigenen Tagen fast lieber.
    Generell würde ich aber darauf achten, dass ich nicht den Muskel dehne, den ich an dem Tag trainiert habe. Davon rät auch mein Trainer deutlich ab.

    #102475 hilfreich: 0
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    OnkelPaul
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    OK. Danke für die Infos …. sehr aufschlussreich … das geht ja doch in eine ganz andere Richtung, als was man so normalerweise hört.
    Vor allem der Hinweis mit dem Tierreich ist gut: Man sollte sich schon immer mal wieder darauf besinnen, wo wir eigentlich her kommen.

    #102476 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Denkt beim Dehnen nicht nur an die Muskeln – man arbeitet hier auch sehr viel mit den Faszien. Und gerade die verkleben gerne durch deftiges Krafttraining!

    #102477 hilfreich: 0
    Markus
    Markus
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    Beiträge: 2649

    Also ich nehme mittlerweile gerne eine Schaumstoffrolle für nach dem Training.

    #102478 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Beiträge: 1646

    Ja, gutes Mittel – und schön, daß du es nicht Hipsterlike Blackroll nennst :-)

    #102479 hilfreich: 0
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    OnkelPaul
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    Zitat von Markus im Beitrag #7


    Also ich nehme mittlerweile gerne eine Schaumstoffrolle für nach dem Training.


    Um was damit zu machen? Stehe auf dem Schlauch.

    #102480 hilfreich: 0
    vera8555
    vera8555
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    Beiträge: 322

    google mal Faszienrolle

    LG Vera

    #102481 hilfreich: 0
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    OnkelPaul
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    Achso … ums sich darauf "rumzurollen" . Ist das als Ersatz fürs Dehnen gedacht, oder als Ergänzung?

    #102482 hilfreich: 0
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    Don90
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    Ein Ersatz zum Dehnen ist es auf keinen Fall!

    Soviel ich weiß ist es dafü da um Muskelverhärtungen etc aufzurollen.
    Im Kampfsport verwenden wir das recht oft.

    Ist teilweise recht angenehm…mehr kann ich dazu nicht sagen.

    #102483 hilfreich: 0
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    Bernd
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    Zitat von OnkelPaul im Beitrag #9


    Zitat von Markus im Beitrag #7


    Also ich nehme mittlerweile gerne eine Schaumstoffrolle für nach dem Training.


    Um was damit zu machen? Stehe auf dem Schlauch.


    Hallo,

    schau mal z. B. hier. Erklärung und Vormachen.

    https://www.youtube.com/watch?v=guUuQrhwORY

    Gruß Bernd

    #102484 hilfreich: 0
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    Axel
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    Moin!

    Mein Senf dazu…

    Zitat von Simu im Beitrag #3


    Macht man dazu Krafttraining mit Grundübungen, bleibt in den meisten Fällen eine gute Beweglichkeit bis ins hohe Alter vorhanden.


    Ich habe verkürzte Muskulatur an der Oberschenkelrückseite (meinte mal ein Orthopäde), komme also im Stand mit durchgedrückten Beinen nur gerade so mit den Fingerspitzen auf den Boden. Dagegen sollte ich dehnen, was ich zeitweise auch gemacht habe, allerdings ohne erkennbaren Erfolg. Gut, das Dehnen wurde mir schnell lästig, was sicher nicht geholfen hat.

    Jahre später habe ich mit dem Gewichtheben angefangen, und bei den ersten Kniebeugen auch festgestellt, dass ich die Verkürzung hierbei merke. Langer Rede kurzer Sinn: Das war nach wenigen Tagen kein Thema mehr. Bei der Übungsausführung unter Last hat sich die beteiligte Muskulatur passend gelängt, weil sie musste. Ganz ohne zusätzlichen Aufwand und lästige Turnerei meinerseits.

    Ich gehe davon aus, dass die Beweglichkeit sich von alleine einstellt, wenn sie gefordert wird. Demnach wäre Dehnen also nicht sinnvoll, sondern das gezielte und regelmäßige Abfordern der vorhandenen – oder gewünschten – Beweglichkeit. Ob durch Yoga, Turnen oder Heben ist dann sicher egal.

    Meine Verkürzung wurde auch schon mit meinem teils durchaus intensiveren Radfahren in Verbindung gebracht. Das würde meine These stützen, denn die ROM (range of motion) unter Last ist da ja bekanntermaßen gering.

    #102485 hilfreich: 0
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    Don90
    Beiträge: 998

    Im stehen mit den Fingerspitzen den Boden berühren zu können, dehnt auch nicht unbedingt die Beinbeugemuskulatur, sondern zieht eher nur den Ischias in die Länge. Meint zumindest mein Trainer und eine sehr bekannte Expertin auf dem Gebiet (Karin Albrecht…kann man googlen), bei der ich mal einen Kurs bzgl Dehnen besucht habe.

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