Das Intelligenz-Paradox

Dieses Thema enthält 23 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Chris Michalk Chris Michalk 10.09.2014 um 12:59.

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  • #87436 (0)
    Chris Michalk
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    Homo sapiens zu "schlau" um gesund zu bleiben: Stress ist ein notwendiger Bestandteil der Gesunderhaltung.

    http://www.nutritionandmetabolism.com/content/11/1/34

    #93519 (0)
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    FurorGermanicus
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    Witzig und doch erschreckend zugleich (bzw. zum Nachdenken anregend). Ist natürlich möglich, dass wir einen solchen Break-Even-Point erreicht haben, wobei das in anderen Teilen der Welt ja noch anders ist – es leben nicht alle so wie wir und man kann auch nicht sagen, dass wir stressbefreiter sind. Wir werden aber langsam und stetig immer weicher und wehleidiger, anfälliger und kränker. Natürlich aufgrund von Lifestylefaktoren – das ist die sprichwörtliche "Komfort-Zone" die schrumpft und irgendwann so klein ist, dann selbst ein kleiner Schritt, der mit Aufwand verbunden ist, bereits als unerträglich wahrgenommen wird (z.B. mal das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen / mit dem Rad fahren…

    Wo anders würde man uns sicher komisch ansehen, wenn es heißt, wir bezahlen dafür, dass wir arbeiten dürfen (–> Kraftsport und schweres Zeug hochheben.) ;)

    #93520 (0)
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    Bernd
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    Hallo,

    so ist es. Den Preis der Verlockungen der heutigen sog. Wohlstandsgesellschaft zahlt der Mensch mit körperlichen Beschwerden und psychischer Instabilität, weil er zum einen zwar arbeitstechnisch immer mehr gefordert wird, dem gesamten ausgeuferten Kommunikationsmedien hilflos ausgeliefert ist oder sich freiwillig ausliefert und andererseits auch immer fauler und bequemer wird und ihm dies unter dem Motto von "Modernität" werbemäßig als normal und erstrebenswert vorgegaukelt wird Und weil er daher keine oder kaum noch wirkliche körperliche und psychische Härten mehr kennt, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch für unsere Eltern völlig normal waren, und, wenn diese dann doch auftreten, sie nicht mehr erträgt. Ein profitables Geschäft für all die aus dem Boden geschossenen "Burn-Out-Heiler" und dem ganzen daran hängenden Rattenschwanz. Sinnbild einer kranken, verweichlichten und dekadenten Gesellschaft!

    Wenn eine Generation Massenburnout gehabt haben müßte, dann die Kriegsgeneration. Aber die kannten diese neuerfundenen "Krankheiten" nicht und hatten für solche Sachen im Überlebenskampf einfach keine Zeit, beim Überleben im Kriege und beim Ärmelhochkrempeln für den Neuaufbau danach.

    Gruß Bernd

    #93521 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Hallo,

    das Paradox ist ja, dass wir so "schlau" geworden sind (im evolutiven Sinne), dass wir uns selbst eine "ideale Welt" bauen, das heißt: Konstante Nahrungsquellen, Fortbewegungsmittel etc. – das Fernbleiben solcher Stressoren aber ist das Problem: Dadurch verweichlichen wir.
    Auf der anderen Seite bauen wir uns eine "fake Welt" auf, die uns mit Stressoren konfrontiert, die es nie gab. Und das sorgt für eine Art Stress, der nicht nur nicht förderlich ist, sondern uns noch weiter in den Sumpf zieht.

    Aus dieser Perspektive betrachtet, sind wir nicht intelligent, sondern eher saublöd :-)

    #93522 (0)
    vera8555
    vera8555
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    Mein Mann und ich stellen uns jeden Morgen und nach dem Sport unter die eiskalte (naja,16 Grad) Dusche .
    Das machen wir, seit wir das Video auf Damians Seite gesehen haben. Das mit den 10 Eimern kaltem Wasser und 10 Gründen, warum das gut ist.
    Wollte es mal verlinken – finde es aber auf die Schnelle nicht mehr, vllt. kann Damian helfen.

    LG Vera

    #93523 (0)
    Chris Michalk
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    No pain, no gain.

    Im Ernst: Vorbildlich, Vera.

    #93524 (0)
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    Bernd
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    Zitat von vera8555 im Beitrag #5


    Mein Mann und ich stellen uns jeden Morgen und nach dem Sport unter die eiskalte (naja,16 Grad) Dusche .
    Das machen wir, seit wir das Video auf Damians Seite gesehen haben. Das mit den 10 Eimern kaltem Wasser und 10 Gründen, warum das gut ist.
    Wollte es mal verlinken – finde es aber auf die Schnelle nicht mehr, vllt. kann Damian helfen.

    LG Vera


    Hallo Vera,

    schließe mich da gern an, was die angenehme Wirkung so eines "Rituals" betrifft. Ich bin schon seit meiner Armeezeit ein morgendlicher "Wechselduscher" und dasselbe natürlich auch nach jedem Training, also in der Folge warm, kühl, heiß und dann eiskalt zum Schluß. Immer wieder herrlich, wenn der Schmerz nachläßt!

    Ansonsten bin ich eh ein Freund der Kneippschen Wasserkuren, kalte Aufgüsse nutze ich für verschiedene Zipperlein und habe damit sogar schon einen hartnäckigen Tennisarm in recht kurzer Zeit "weggespült".

    Die Jungs wie Kneipp &. Co. damals haben eben noch gewußt, was dem Körper auf natürliche Art und ohne den modernen heutigen Hokuspokus gut tut und gesund macht.

    Gruß Bernd

    #93525 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Zitat


    Die Jungs wie Kneipp &. Co. damals haben eben noch gewußt, was dem Körper auf natürliche Art und ohne den modernen heutigen Hokuspokus gut tut und gesund macht.


    JA!

    #93526 (0)
    Phil Böhm
    Phil Böhm
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    A propos Zippel. Ich hab direkt als es erschienen ist das "Leider geil, fett faul Buch" gelesen und wollte gleich eine längere Rezension schreiben. Dann dachte ich mir nein…lass es wirken. Bei einem richtig guten Buch sollten die wichtigsten Sachen irgendwo hängen bleiben. Tun sie das?

    Ja, genau so ist es jetzt Monate später. Zugegeben vieles war für mich blablab. Das Wichtigste, was auch schon Thema in "Wille zur Kraft" war, habe ich aber verinnerlicht: Widerstand ist gut. Beim Training und im Leben.

    Ich bin gerade einen Text am schreiben, wo ein Satz heißt "Couch und Chips machen korpulent und krank". Dieses "faul sein" liegt uns ja einfach als Energiesparmodus in den Genen.

    Frage an dich Chris: Ich hatte kürlich in einem Jounal was über AMPk und Bewegungsdrang gelesen. Glaube ich zumindest. Finde es leider nicht mehr und bekomme es nicht mehr auf die Kette. Aber in wie weit kann man denn seine Gene manipulieren, dass sie mehr Bock auf einen gesunden Lifestyle haben? Könnte man dann vielleicht auch den ungekehrten Weg gehen?
    Also nicht vermehrte Sport/Fasten->AMPk->Mitochondrien->Bewegungsdrang. Sondern anders induziert->mehr Mitochondrien->Bewegungsdrang.

    #93527 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
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    Hey Philus,

    Zitat


    Also nicht vermehrte Sport/Fasten->AMPk->Mitochondrien->Bewegungsdrang. Sondern anders induziert->mehr Mitochondrien->Bewegungsdrang.


    Ich verstehe das nicht ganz – wie meinst du das? "Anders induziert"? Meinst du "anders induzieren" mit Substanzen, oder wie?

    #93528 (0)
    Phil Böhm
    Phil Böhm
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    Ja habe es etwas komisch beschrieben. Meine Überlegung fällt auch eher in die Rubrik verrückte Theorie:

    Vorausgesetzt eine hohe mitochondriale Dichte bringt die Leute zum Sport machen, weil die Gene moduliert werden. Normalerweise wird das meistens durch Sport passieren. Ergebnis: Leute die sich viel bewegen, bewegen sich noch mehr.

    Angenommen man kann Sirt1 und PGC1-alpha direkt stimulieren (ohne Energiemangel), könnte man doch einen Sportmuffel zu einem Menschen verändern der Bock auf Bewegung hat?! Also der umgekehrte Weg. Ich denke da an Reservatrol, Leucin oder kalte Duschen. Bildlich gesprochen, könnte man dadurch doch den "Stein ins Rollen" zu einem besseren Leben ins Rollen bringen. Der erste Schritt ist immer der Schwerste.

    Zugegeben, klingt vielleicht alles ein bisschen crazy…

    #93529 (0)
    Chris Michalk
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    Ergänzung:

    Die einzigen Arbeiten, die ich dazu kenne, zeigen dieses "Ich will mich bewegen" bei (temporärer) Kalorienrestriktion. Natürlich mit ansprechenden Hormonen wie Noradrenalin, damit du in die Gänge kommst.
    Langfristig kann das aber zu "burn out" führen, zumindest hinsichtlich der Nebennieren.

    #93530 (0)
    Chris Michalk
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    Nein, das klingt genau so, wie ich das immer vermitteln will:
    Man muss nicht zwangsläufig ATP-Mangel erzeugen, wenn man die zellulären Signalwege kennt. Damit der Mensch sich aber bewegt, muss er a) fit sein (u.a. mitochondriale Dichte) aber b) auch in gewisser Weise im Nahrungs"stress" sein – denn das ganze Spiel läuft nicht nur in der Zelle ab, sondern via Hormone im ganzen Körper und dieses hormonelle Zusammenspiel ist weitaus komplexer.

    #93531 (0)
    Chris Michalk
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    Aber: Wenn du den Muskel eines Übergewichtigen von "ich schaffe 20m am Stück" auf "ich kann locker 10km maschieren" umprogrammierst, dann wird das auch für entsprechende Motivation sorgen! Jeder ist gerne leistungsfähig.

    #93532 (0)
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    Bernd
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    Zitat von edubily im Beitrag #13


    Nein, das klingt genau so, wie ich das immer vermitteln will:
    Man muss nicht zwangsläufig ATP-Mangel erzeugen, wenn man die zellulären Signalwege kennt. Damit der Mensch sich aber bewegt, muss er a) fit sein (u.a. mitochondriale Dichte) aber b) auch in gewisser Weise im Nahrungs"stress" sein – denn das ganze Spiel läuft nicht nur in der Zelle ab, sondern via Hormone im ganzen Körper und dieses hormonelle Zusammenspiel ist weitaus komplexer.


    Hallo Chris,

    das sehe ich genauso. Das alte Sprichwort "Ein voller Bauch studiert nicht gern" gilt aus meiner Sicht natürlich auch für das Thema Bewegung. Ich denke, neben den positiven hormonellen und anderen körperlichen Abläufen bei einem gewissen Nahrungsstress läuft dazu wohl auch das Uraltprogramm des Menschen ab, denn genauso hat man sich ja schon zu Urzeiten verhalten. Hunger, Nahrungssuche, Essen und Energieaufladen, nebst Erholung und Ausruhen so lange wie möglich und die angelegten Vorräte reichen, Hunger, Nahrungssuche…usw. Die hatten zwar damals Nahrungsstress, aber nicht den permanenten geistigen Stress der heutigen Zeit durch Job, Umfeld, Medien etc., der sich bei vielen Menschen bekanntermaßen ja auch körperlich negativ auswirkt und oftmals durch Überforderung zusätzliche körperliche Aktivität verhindert, was dann häufig durch ein Belohnungs-und Stressabbausystem mittels Nahrung oder Suchtmitteln aller Art ersetzt wird. Ein Teufelskreis sozusagen, der mit eine artgerechten Leben nicht mehr viel zu tun hat.

    Diesen (Ur)Zyklus von Nahrungsstress/zeitliche Nahrungslimitierung will ja auch Ori Hofmeklers Warrior Diät immitieren und dabei gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, von hormonellen Aspekten bis hin zu Gesundung und Optimierung von Körper und Geist und Rückbesinnung auf jahrhundertealte Abläufe und Programme.

    Gruß Bernd

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