Aspartam und die Verwertung von Nahrung

Dieses Thema enthält 2 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Yeboah 15.07.2019 um 22:32.

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  • #186503 hilfreich: 0
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    schlauerschmausen
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    Hallo zusammen,

    bin noch neu hier und hab auch die Suche bemüht, bin aber bislang nicht fündig geworden. Falls es das Thema bereits gibt, gern verlinken. 😉

    Meine Frage bezieht sich auf Aspartam: da habe ich gehört, dass es in der Viehzucht eingesetzt wird. Es gibt zwei verschiedene Gründe, weshalb das angeblich der Fall ist und ich weiß nicht, welcher von beiden korrekt ist:

    1. Aspartam schmeckt süß und steigert dadurch den Appetit, wodurch das Vieh besser gedeiht. (warum nimmt man eigtl  nicht Zucker? Wegen der Insulinausschüttung->Verfettung->Qualität des Fleisches?!)

    2. Aspartam führt zu einer besseren Verwertung der aufgenommenen Nahrung, wodurch das Vieh mit der gleichen Nahrungsmenge mehr an Gewicht zulegt.

    Vielleicht sind auch beide Theorien Schwachsinn – es würde mich aus biochemischer Sicht einfach mal interessieren, evtl. sind hier Profis, die das erklären bzw. gern mir auch Infos verlinken, englisch ist auch okay.

    Danke euch und viele Grüße

    sabine

     

    #186519 hilfreich: 0
    Phil Böhm
    Phil Böhm
    Verwalter
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    Beiträge: 958

    Ich glaube der eigentliche Grund ist viel langweiliger. Tierfutter muss vor allem eins sein: billig billig billig. Also werden ekelhafte Komponenten mit hoher Nährwertdichte (billig) einfach mit ein bisschen Süße (billiger Süßstoff – von dem man sehr wenig benötigt) gepimpt, um den Fraß erträglich zu machen.

    Das wird vor allem bei Jungtieren gemacht, da die noch auf Süße stehen. Milch ist das einzige süße Nahrungsmittel, das sie normalerweise verzehren. Ich könnte mir schon vorstellen, dass das die triggert.

    Davon sollte man aber auf keinen Fall ableitet: Süßstoff macht die Menschen fett, weil es bei Tieren zur Mast eingesetzt wird.

    #186694 hilfreich: 0
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    Yeboah
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    Beiträge: 11

    Künstliche Süßstoffe scheinen schon in die Verwertung der Nahrung einzugreifen und werden durchaus mit einer Entgleisung des Stoffwechsels und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht.

     

    Meta- Analyse (2013): Seit 1993 wurden über 66.000 Frauen in Frankreich beobachtet. Frauen, die Getränke mit künstlichen Süßstoffen konsumierten, hatten ein höheres Risiko für Diabetes Typ 2 als Frauen, die gezuckerte Getränke konsumierten.

    https://academic.oup.com/ajcn/article/97/3/517/4571511

    Ich weiß, Meta- Analysen sind immer so ne Sache. Vielleicht wollten ja die Frauen, die sich eh schon schlecht ernährten/wenig bewegten, den bösen Zucker durch Süßstoffe ersetzen. Es gibt viele Mechanismen, die hier eingreifen könnten, sowie methodologische Schwächen, die man dem Ganzen zuschreiben könnte.

     

    Allerdings beschreiben Tierstudien den möglichen Mechanismus, der dahinter stecken könnte.

    Mäuse, die zum Trinkwasser künstliche Süßstoffe erhielten, waren nach 11 Wochen zunehmend glukoseintolerant. Das  Ganze scheint durch eine Veränderung des Darm- Mikrobioms ausgelöst worden zu sein. Gab man den Mäusen über 4 Wochen ein Antibiotikum und richtete die Darmflora zu Grunde, waren Sie wieder in der Lage Glukose zu verstoffwechseln. Außerdem transplantierte man die Darmbakterien von Saccharin- gefütterten Mäusen in keimfreie Mäuse ohne eigene Darmflora. Nach 6 Tagen waren auch diese Tierchen glukoseintolerant. Die Mikrobiomuntersuchung unterstützte die beobachteten Vorgänge zusätzlich.

    https://genie.weizmann.ac.il/pubs/2014_nature.pdf

     

    Klar können wir keine direkten und genauen Schlüsse für den Menschen daraus ziehen. Mir reichen die Indizien aber aus, um einen Bogen um künstliche Süßstoffe zu machen.

    Liebe Grüße

    Tobi

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