Arterielle Okklusion und ‚Pump‘

Dieses Thema enthält 12 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von jfi jfi 14.01.2020 um 08:35.

Ansicht von 13 Beiträgen - 1 bis 13 (von insgesamt 13)
  • Autor
    Beiträge
  • #215324 hilfreich: 0
    Avatar
    PhanTazMa
    Teilnehmer
    Beiträge: 47

    Hallo ihr Lieben.
    Kurz vorweg – ich mache CrossFit und möchte gut darin sein. Nun habe ich das Glück, einen tollen Coach zu haben, der wirklich eine Menge Ahnung hat. Seine Erkenntnis – natürlich hundertfach gemessen – lautet dass einer der größten Limiter die Stärke des Herzens verglichen mit der Muskelspannung darstellt. Heißt: machst du ein Workout mit vielen Air Squats und das Herz kann die Beine aufgrund des Pumps und der arteriellen Okklusion nicht mehr mit neuem, sauerstoffreichen Blut versorgen, sinkt deine Leistung und du kannst weniger lang durchhalten als ein Athlet, bei dem das erst ab einem relativ hohen Prozentsatz seines 1RM eintritt. Das Problem: je länger du so trainierst, desto schwächer wird dein Herz und desto größer und stärker werden in der Regel deine Muskeln. Das trifft nicht bei allen zu, könnte aber ein Grund dafür sein, dass man mich als ‚Softgainer‘ bezeichnen würde. Selbst Ruder-Intervalle sorgen mehr für Pump als schwere Atmung und das Training muss sehr vorsichtig geplant werden. Wie gesagt – meckern auf hohem Niveau hier!

    Nun zu meiner Frage: gibt es einen natürlichen Weg oder bestimmte Lebensmittel, mit denen ich mein Blut verdünne bzw. die Fließgeschwindigkeit verbessere oder das Verklumpen der Blutplättchen vermeide? Nein, ich möchte nicht ständig Aspirin nehmen. Und könnte das überhaupt bei diesem Problem helfen?

    #215330 hilfreich: 0
    Avatar
    wmuees
    Teilnehmer
    12 pts
    Beiträge: 841

    Die Blutplättchen verklumpen nicht, wenn es keine Wunde gibt.

     

    Warum wird Dein Herz schwächer? Es ist doch auch ein Muskel.

     

    #215331 hilfreich: 0
    Avatar
    PhanTazMa
    Teilnehmer
    Beiträge: 47

    Okay, das mit den Blutplättchen wusste ich nicht.

     

    Zur zweiten Frage: das habe ich nicht 100%ig verstanden, jedoch wird der Muskel je weniger Sauerstoff darin vorhanden ist immer verkrampfter und ärmer an Sauerstoff. Nicht gerade ein gutes Zeichen für den Körper, der wiederum den Blutfluss zu den „unwichtigen“ Muskeln stärker unterbindet um das Herz zu schützen. Sobald der Muskel einmal dicht ist, wird das Herz in seiner Ausdauerleistung aber deutlich schlechter trainiert, als wenn es fleißig durchpumpen kann.

     

    Die besten Athleten haben eine graduelle Reduktion des O2-Gehalts im Muskel über ein Workout hinweg, bei Athleten wie mir ist es eher wie bei einem Supersatz im Gym: Sauerstoff weg aus der Schulter, dann geht die Okklusion über zum Bizeps usw.

     

    Wie gesagt: ich bin gesund und fit. Aber das Herz ist trotzdem nicht stark genug, um die Masse an Muskulatur zu versorgen. Was ironischerweise zu mehr Muskulatur führt.

    #215336 hilfreich: 0
    Zopiclon
    Zopiclon
    Teilnehmer
    11 pts
    Beiträge: 577

    Cardio Training ist keine Option für dich, wenn du glaubst, dass dein Herz zu schwach ist?

    Gruß

    #215339 hilfreich: 0
    Avatar
    PhanTazMa
    Teilnehmer
    Beiträge: 47

    Klar mache ich Cardio – fast nur 🙂

    Lasst euch gesagt sein, was das Training angeht bin ich gut versorgt und es ist dennoch nicht so einfach, wie ihr euch das denkt. Falls es euch interessiert, checkt mal Evan Peikon bei Instagram ab.

     

    Hier sollte es um die Biochemie gehen! 🙂

    #215351 hilfreich: 0
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    50 pts
    Beiträge: 2524

    Hm das alles erscheint mir nicht schlüssig. Den höchsten VO2max haben normalerweise Leute wie Ruderer, deren Herz konstant gegen einen großen peripheren Druck arbeiten muss. Der VO2max wird aber von weiten Teilen durch die Leistungsfähigkeit des Herzens bestimmt, weswegen hier die Rechnung in meinen Augen schon mal nicht aufgeht. Zudem muss das Herz mit der Zeit weniger arbeiten, weil der Muskel lernt, sich selbst besser mit Sauerstoff zu versorgen (eisenhaltige Proteine, vor allem Myoglobin), weswegen ein gut trainierter Muskel das Herz normalerweise weniger beansprucht. Das gilt vor allem für den Muskel, der zu wenig Sauerstoff abbekommt, weil das Herz relativ betrachtet zu wenig bringt. Abgesehen davon, dass das Herz ja auch hypertrophiert und Anpassungen zeigt. Irgendwie scheint mir die Idee noch nicht so ganz ausgereift zu sein.

    #215353 hilfreich: 0
    Avatar
    PhanTazMa
    Teilnehmer
    Beiträge: 47

    Der VO2-Max ist jedoch nur ein Proxy für die Realität. Und dennoch zeigt er: konstanter Blutfluss zum Zielmuskel = hoher Sauerstoffverbrauch. Abgeschnürter Blutfluss zum Zielmuskel: insgesamt während Belastung weniger Sauerstoffverbrauch und höhere Laktat-Produktion – niedrigerer Test-Score.

    Deine Behauptung trifft nicht auf alle Ruderer zu. Gute Ruderer haben einen hohen VO2-Max. Was macht diese aus? Konstanter Power-Output. Selbst ein Usain Bolt wird auf dem Rower bei 2k nichts reißen, seine Fast Twitch Fasern kontrahieren zu stark, um über 6 Minuten konstant versorgt zu werden.

    Wer sich dazu mal informieren möchte, kann gern evan_peikon bei Instagram suchen.

     

    #215354 hilfreich: 0
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    50 pts
    Beiträge: 2524

    PhanTazMa schrieb: Das Problem: je länger du so trainierst, desto schwächer wird dein Herz und desto größer und stärker werden in der Regel deine Muskeln.

    Diese Kernbehauptung stimmt aber einfach nicht. Das Herz wird, wenn überhaupt, relativ betrachtet schwächer zur Muskelmasse. Aber selbst das dürfte eher der Fall sein bei Leuten, die richtig Masse draufpacken.

     

    Mein Punkt ist, dass du gerade die Kapazität des Herzens trainierst, wenn du es gegen Spannung in der Muskulatur forderst. Und zeitgleich trainierst du damit auch den Muskel, weil er mit seiner relativen Sauerstoffknappheit besser klarkommen muss und sich entsprechend anpassen wird. Das ist der Hintergrund zum Tabata-Protokoll bzw. der Grund, warum das – gemessen anhand der Vo2max-Steigerung – überhaupt funktioniert.

     

    Ich denke daher, dass man die Sache anders herum sehen muss: Nicht das Training sorgt dafür, dass das Herz in Relation zur Muskulatur schwächer wird, sondern erst dieses Training ermöglicht es dem Herzen überhaupt, in dieser Hinsicht besser zu werden. Leute, die hier besser starten, sind vor allem solche, die von Haus aus eine hohe oxidative Kapazitäten Muskel haben und erst gar nicht groß laktazid werden. Dadurch bleibt der Blutfluss gewahrt und das Herz muss weniger arbeiten. Das ist aber im Endeffekt genau die Adaptation, die sich im Zuge des Trainings ergibt.

     

    Und zu Usain Bolt: Ich wette, der hat immer noch eine überdurchschnittliche Ausdauerleistungsfähigkeit – nicht bezogen auf einen Marathon, weil dafür ist er zu schwer, aber bezogen auf z. B. Ergometer-Ausdauerleistungen.

     

    Heißt: Peripher entscheidet sich der Wettkampf, nicht zentral im Herzen.

    #215425 hilfreich: 0
    jfi
    jfi
    Teilnehmer
    46 pts
    Beiträge: 987

    PhanTazMa schrieb:Deine Behauptung trifft nicht auf alle Ruderer zu. Gute Ruderer haben einen hohen VO2-Max. Was macht diese aus? Konstanter Power-Output. Selbst ein Usain Bolt wird auf dem Rower bei 2k nichts reißen, seine Fast Twitch Fasern kontrahieren zu stark, um über 6 Minuten konstant versorgt zu werden.

    Wer sich dazu mal informieren möchte, kann gern evan_peikon bei Instagram suchen.

     

    Chris hat eigentlich bereits alles gesagt, aber das hier stößt mir schon ein bisschen sauer auf, weil der Vergleich Bolt gegen Ruderer ungefähr so ist als würdest du Äpfel und Steine vergleichen, das eine hat mit dem anderen nichts am Hut!

    Bolt ist darauf trainiert (bzw geboren weil man die Fast-Twitch-Fasern ja nicht wirklich prozentuell erhöhen kann) 10-20 Sekunden absolut Vollgas zu geben und dabei alles abzureißen was er hat. MWn gibt es aber keine so kurzen Ruderstrecken, daher hinkt der Vergleich gewaltig.

     

    Grade habe ich auch mal bei dem Evan reingeschaut und ich muss sagen NAAAAJA.

    Was ich da sehe – zumindest bei instagram- ist eine große Klappe und nichts dahinter, keine Beispiele für einen Track Rekord mit guten Athleten die er trainiert und er selbst ist auch einfach nur lean, hat aber keine besondere Menge Muskelmasse und ist auch nicht sonderlich stark und was noch dazu kommt: Lauter Behauptungen in den Captions und keine Verweise auf Studien und Daten.

     

    Wenn Layne Norton irgendwann mal dieses Profil findet wird er den wieder ordentlich roasten, das is ja gefühlt alles was Layne zur Zeit in den sozialen Medien noch macht…

     

    Wenn deine Muskeln zu schnell einen Pump haben und dich dadurch in der Kraftausdauerleistung beim CrossFit beschränken, solltest du evtl. mehr Cardiotraining machen um das direkt Herz zu stärken und für die Muskeln, die schnell zu gehen mehr Kraftausdauertraining. Ein Freeclimber ist z.B. tot wenn bei dem in der Mitte der Wand die Unterarme nen Pump bekommen, deshalb werden die mit vielen vielen Wiederholungen und langen statischen Holds trainiert um die Myoglobinspeicher und die Kraftausdauer auszubauen. Was ist denn deine 1km Zeit und wie viel km läufst du in 30 min?

     

    LG Jens

     

     

     

     

     

    #215454 hilfreich: 0
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    50 pts
    Beiträge: 2524

    Ich denke, genau das ist das Thema. Statt den Leuten zu sagen, dass (Kraft-)Ausdauer, von vielen, vielen glücklicherweise trainierbaren Faktoren abhängt, wobei Cardiac Output neben Sauerstofftransportkapazität im Blut, Kapillarisierung des Muskels, strukturelle bzw. metabolische Effizienz, Pufferkapazität, Lungenkapazität, GENETIK, etc. eine ist, wird es hier auf einen wesentlichen Faktor heruntergebrochen, der offensichtlich noch nicht austrainierte Sportler dazu verleitet, sich zweifelhafter Methoden zu bedienen. Einmal davon abgesehen, dass ein limitierender Faktor je nach Belastung ein ganz anderer sein kann. Trainierst du einen Bizeps bzw. einen Arm isoliert, meinetwegen sogar beide gleichzeitig, ist das Herz ganz sicher nicht der limitierende Faktor.

     

    Jens, ich gebe dir eigentlich recht mit Blick auf Bolt. Aber wenn du mal sein Training anguckst, wie viele Läufe der ballert, macht alleine die Masse der 100 und 200 m „Sprints“ daraus eine Ausdauereinheit. Er wird aufgrund der Spezifität des Trainings sicher kein überragender Marathonläufer sein, aber seine schnellen Fasern sind ganz sicher auch sehr gut aerob programmiert, weswegen ich davon ausgehe, dass er immer noch überdurchschnittlich gut bei bestimmten Ausdauertests abschneidet.

    #215491 hilfreich: 1
    jfi
    jfi
    Teilnehmer
    46 pts
    Beiträge: 987

    Chris Michalk schrieb:Jens, ich gebe dir eigentlich recht mit Blick auf Bolt. Aber wenn du mal sein Training anguckst, wie viele Läufe der ballert, macht alleine die Masse der 100 und 200 m „Sprints“ daraus eine Ausdauereinheit. Er wird aufgrund der Spezifität des Trainings sicher kein überragender Marathonläufer sein, aber seine schnellen Fasern sind ganz sicher auch sehr gut aerob programmiert, weswegen ich davon ausgehe, dass er immer noch überdurchschnittlich gut bei bestimmten Ausdauertests abschneidet.

     

    Das mit 100%iger Sicherheit! Grade auf Strecken bis zu 5 oder vllt auch 10 km wird der noch ziemlich schnell sein und ist aerob garantiert besser trainiert als 90% der restlichen Menschheit. Kipchoge verwendet ja auch relativ viel Krafttraining (3×2 Stunden pro Woche in manchen Phasen) und viel Intervalltraining um seine Marathonzeit auszubauen. Aber beim Rudern ist die Belastung komplett anders verteilt und der Oberkörper/Rücken ein viel wichtigerer Faktor als beim Sprinten oder Laufen, deshalb denke ich nicht dass Bolt da mit der Elite mithalten kann.

     

    Im Prinzip wollte ich mit meiner Aussage nur vermitteln, dass man die Belastung von Sprints bzw. der menschengerechten Bewegung auf 2 Beinen nicht mit der Bandscheiben-zerstörenden Belastung im Sitzen beim Rudern vergleichen darf, einfach weil das 2 Paar Schuhe sind.

     

     

    LG Jens

    Chris Michalk
    #215495 hilfreich: 1
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    50 pts
    Beiträge: 2524

    Komplett bei dir!

    jfi
    #215537 hilfreich: 0
    jfi
    jfi
    Teilnehmer
    46 pts
    Beiträge: 987

    PhanTazMa schrieb:Klar mache ich Cardio – fast nur 🙂

    Lasst euch gesagt sein, was das Training angeht bin ich gut versorgt und es ist dennoch nicht so einfach, wie ihr euch das denkt. Falls es euch interessiert, checkt mal Evan Peikon bei Instagram ab.

     

    Welchen Smiley hast du denn hier verwendet? Sehe in meinem Browser nur ein Quadrat…

     

    Aber wegen Training: Check dir mal die Reihe des Ultimativen Athleten von Chris Eikelmeier ab, am besten noch als „Einleitung“ bzw Wiederholung je nach Wissensstand das FUNDAMENTE-Programm.

    Etwas Besseres zum Thema Training hab ich noch nie gesehen oder gelesen, egal von wem. Die ganzen Dinger haben mir auch vor Augen geführt, dass mein Wissen doch nicht so ausgeprägt war wie ich basierend auf meinen Kraftwerten und dem bisher gelesenen dachte. Aktuell hat der glaube ich sogar nen Rabatt auf den Sachen wenn es dich interessiert 😉

     

    LG Jens

     

Ansicht von 13 Beiträgen - 1 bis 13 (von insgesamt 13)

Sei müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können. Bitte loggen Sie sich ein.