Antioxidantien – Überdosierung möglich bzw. (individueller) Bedarf?

Dieses Thema enthält 6 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Chris Michalk Chris Michalk 06.10.2014 um 16:54.

Ansicht von 7 Beiträgen - 1 bis 7 (von insgesamt 7)
  • Autor
    Beiträge
  • #87461 (0)
    Avatar
    Mike
    Teilnehmer
    Beiträge: 284

    Hallo Forum,

    ich habe aus den Beiträgen verstanden, dass Antioxidantien im Kontext / vor sportlicher Betätigung negativ / leistungsmindernd seien können.
    (und deshalb ein Abstand zwischen Einnahme und Sport einzuhalten ist bzw. Antioxidantien erst nach dem Sport genommen werden sollten)

    Die meisten NEMs die ich nehme, haben antioxidative Wirkungen…

    Meine Frage:
    Wann ist die nutzbringende Grenze überschritten?
    Wieviel ROS wird benötigt bzw. wieviel ist zu viel und wie ermittle ich meine individuellen Bedarf?
    Gibt eine "Überdosierung" bzw. wann ist der Körper aus der Homöostase?

    Da Entzündungsmarker wie CRP stark schwanken, war meine Idee längerfristig ein gutes Verhältnis von ROS/Antioxidantien bzw. bzw. Dosis von Antioxidantien z.b. anhand von Markern für den oxidativen Stress wie diesenabzuleiten :
    Malondialdehyd (Malonsäuredialdehyd)° Indikation HPLC Produkt der Lipidperoxidation, erhöht bei oxidativem Streß ?
    ?
    Ich glaube nicht, dass es reicht, durch die Bestimmung der antioxidativen Kapazität (z. B. Vitamin C, VitaminE, Coenzym Q 10, Glutathion, ..) ein Ungleichgewicht zu identifizieren.

    Wie ist Eure Meinung?

    Gruß Mike

    #93901 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    117
    Beiträge: 2599

    Hallo Mike,

    Markus hatte hier irgendwo mal (glaube ich) einen Link gepostet: Antioxidantien wirken, weil sie selbst "giftig" sind und der Körper daher dementsprechende Schutzsubstanzen bildet.
    Daher geht es hier nicht direkt um die antioxidative Wirkung.

    Aber: Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die eigene antioxidative Kapazität gesteigert werden sollte. Gleichzeitig sollte man über die Einnahme von Antioxidantien dann überlegen, wenn man 35 Jahre alt oder älter ist, wenn die körpereigene Kapazität (womöglich) abnimmt.
    Ich denke, dass man diese Veränderungen sehr gut anhand des MDA-Wertes messen bzw. feststellen kann – das ist auch ein sehr aussagekräftiger und häufig benutzter Wert in der Forschung.

    Ansonsten sollte man, wenn möglich, Glutathion steigern und dafür sorgen, dass der Körper sich selbst schützen kann mit Hilfe von Glutathion(peroxidase), Zink/Mangan/Kupfer-Superoxiddismutasen etc.

    Klar differenzieren sollte man auch die diversen gesundheitlichen Zustände: Wenn jemand konstant sehr viel isst, womöglich an Fettleibigkeit leidet oder wenn jemand exzessiv Sport treibt, ist es ratsam, über eine Supplementation nachzudenken.

    Ich denke nicht, dass es da ein Patent-Rezept für jeden gibt.

    LG, Chris

    #93902 (0)
    Avatar
    Mike
    Teilnehmer
    Beiträge: 284

    Hallo Chris,

    danke für deine Antwort.

    Anbei habe ich meine Testreihe vom letzten Jahr ausgegraben:
    Malondialdehyd (i. P. HPLC) Referenz: nmol/l < 0,7: März: 0,46 April: ./.Mai: 1,0sowieOxidative Belastung (PerOX Test?) März: 352April: 444Mai: 256hier sind die Referenz-Werte:keine erhöhte oxidative Belastung: < 200 nmol/l mäßige oxidative Belastung: 200 – 350 nmol/l starke oxidative Belatung: > 350 nmol/l

    Finde die Messreihe schon sehr interessant.
    Ich werde demnächst die Reihe mit aktuellen Werte ergänzen (die dann auf einer vermutlich „guten“ Steigerung der antioxidativen Kapazität fußt und bessere Werte liefert.

    Habt Ihr diese Werte schon einmal messen lassen?

    Gruß Mike

    #93903 (0)
    Avatar
    Mike
    Teilnehmer
    Beiträge: 284

    Hallo,

    nun die aktuelle Ergänzung aus dem letzten Monat:

    Malondialdehyd (i. P. HPLC) Referenz: nmol/l < 0,7:
    < 0,1
    sowie
    Oxidative Belastung
    484

    Bin jetzt doch ein bisschen ratlos…

    Gruß Mike

    #93904 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    117
    Beiträge: 2599

    Hallo Mike,

    deine Werte sind wirklich SEHR interessant. Denn normalerweise korreliert man oxidativen Stress immer mit Malondialdehyd.
    Die Frage ist natürlich, was hier vor sich geht…

    Hohe oxidative Belastung und aber wenig Schäden? Zumindest wenn man Malondialdehyd als Marker nimmt hinsichtlich Membranen etc.

    Die Frage ist: Was genau bemisst man denn in deinem Labor, wenn man von oxStress spricht?

    #93905 (0)
    Avatar
    Mike
    Teilnehmer
    Beiträge: 284

    Hallo Chris,

    die Nachfrage beim Labor hat ergeben, dass mit der oxidativen Belastung
    Lipidperoxide (PerOx) gemessen werden.
    Dieser Test schließt zumeist auch Malondialdehyd (MDA) ein.

    Eingeordnet wurde MDA als eher kurzfristiges Ergebnis und die oxidative Belastung eher als Wert über einen längeren Zeitraum. Daher auch keine (direkte) Korrelation der beiden Ergebnisse.

    Der PerOX-Wert ist z. B. auch erhöht, wenn dauernd intensive Sporteinheiten absolviert werden. Würde ich aber bei mir ausschließen… Ebenso wie (vermutlich) einen Mangel an Antioxidantien.

    Zellen und Geweben stehen verschiedene Schutzmechanismen gegen oxidativen Stress zur Verfügung:
    – Antioxidatives Schutzsystem – enzymatische und nichtenzymatische Radikalfänger und Antioxidantien
    – Sekundärer Schutz – Reparaturmechanismen der DNA und geregelter Abbau von Proteinen (-turnover)

    Überlege nun noch Glutathion bzw. das Enzym Glutathionperoxidase (das Proteine, Zellmembranen, Lipide und Nukleinsäuren vor oxidativen Molekülen schützt) oder Superoxid-Dismutase messen zu lassen.

    Wie ist Deine Meinung? Hast Du Ideen?

    Gruß Mike

    #93906 (0)
    Chris Michalk
    Chris Michalk
    Verwalter
    117
    Beiträge: 2599

    Hallo Mike,

    so blöd, wie das klingt: Malondialdehyd ist etwas, was entsteht, wenn ungesättigte Fettsäuren oxidiert werden.
    Unlogisch klingt es daher, wenn der PerOX-Test so hohe Werte ergibt, misst er doch normalerweise die Schäden an Membranen (Lipidperoxide) und Membrane bestehen nun mal zu weiten Teilen aus ungesättigten Fettsäuren.

    Deshalb würde mich interessieren, ob der Wert vielleicht anders auffällt bei einer zweiten Messung, wenngleich das Labor von ‚chronischer Belastung‘ spricht.

    Dennoch ist die Frage berechtigt und es wäre sinnvoll zu wissen, wie folgende Werte aussehen:
    – Mangan/Kupfer/Selen/Zink
    oder eben die von dir genannten W.

    Liebe Grüße,
    Chris

Ansicht von 7 Beiträgen - 1 bis 7 (von insgesamt 7)

Sei müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können. Bitte loggen Sie sich ein.