100km am Stück gehen – Ohne etwas zu essen?

Dieses Thema enthält 17 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Brynhildr 16.09.2019 um 06:56.

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    Anzm
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    Hallo,

    plane mit ein paar Freunden demnächst an einem 100km "Spaziergang" zeilzunehmen (Megamarsch). Ich faste regelmäßig: Meistens ~16/8, aber auch einmal in der Woche einen Tag komplett ohne Nahrung. Habe deswegen einfach mal geplant am Tag des 100km-Gangs nichts zu essen. Oder wäre das für den Körper eine zu große Belastung? Ist wirklich nur normales Gehen, also bei einer Geschwindigkeit von 5~6kmh. Intuitiv habe ich angenommen, dass das auch ohne das Zuführen von Nahrung machbar sein sollte… Hast jemand Erfahrungen damit und würde mir davon eher abraten? Habe geplant mich ein paar Tage vorher kohlenhydratarm zu ernähren, damit mich mein Körper schon mal daran gewöhnt seine Energie aus Fett zu beziehen und mit Keton-Körpern klarzukommen, sodass das Fasten beim 100km-Gehen problemlos klappen sollte, oder übersehe ich da etwas?

    #180968 hilfreich: 0
    Phil Böhm
    Phil Böhm
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    Ganz ganz miese Idee.
    Kann gut gehen – oder halt nicht. Dann geht aber im wahrsten Sinne des Wortes garnix mehr und es kann der reinste Horrortrip werden.

    Vorbereitung ist da alles und es besteht doch keine Not im Vorfeld zu testen wie du klar kommst. 16/8 aka „mal keine Lust zu frühstücken“ ist da sicher nicht vergleichbar.

    #180969 hilfreich: 0
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    Anzm
    Beiträge: 40

    Hm… Warum genau kann das zum Horrortrip werden? Welche negativen biochemischen Auswirkungen hätte denn ein nüchterner 20Stunden Spaziergang, der in einer Ketose gestartet wird, im Vergleich zur "normalen Variante"?

    Das 16/8-Schema ist bei mir quasi seit Jahren ein Standard. Zusätzlich dann nochmal fast wöchentlich (wobei ich das eher nach Lust und Laune mache) 36h fasten… und in dieser Fasten-Phase ganz normal Krafttraining ohne signifikante Leistungseinbuße. Sport ohne Nahrungszufuhr ist mir also nicht fremd. Gehen ist zwar keine intensive Belastung, aber wenn man das 20 Stunden am Stück macht, dann sieht das sicherlich anders aus. Normalerweise wird einem empfohlen alle 2,3,4 Stunden Obst zu essen um den Blutzucker-Spiegel konstant zu halten bzw. das Lebenglykogen zu füllen… Aber in der Ketose wäre das doch nicht so relevant, da das Körperfett während der 20 Stunden in einem konstanten Maße angezapft wird? Sollte dann nicht "20Stunden-Gehen in Ketose ohne Nahrung" nicht wirklich schwerer (oder vielleicht sogar angenehmer) sein als "20Stunden-Gehen mit regelmäßigen Obst-Konsum"?

    #180970 hilfreich: 0
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    Brynhildr
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    hi,
    ich finde die Idee des Wanderns ohne Zuführen von Energie auch nicht ganz optimal, muss aber zugeben, daß ich es so nicht ausprobiert habe.
    (Meine Langstreckenunternehmungen wie z.b. Radfahren von 300km am Stück in ca. den von Dir geplanten 20 h oder dem Versuch des schwungvollen Radfahrens von Trondheim nach Oslo am Stück in etwas mehr als Deinen 20h waren natürlich mit reichlich Energiezufuhr, aber da war die Energie-Entnahme ja auch höher geplant).

    Fddb behauptet pro Stunde Walken oder Wandern wären 415 kcal Verbrauch vorhanden, ich rechne jetzt einfach mal mit 400kcal….
    Bei 20 h wären das dann 8000 kcal …. Mein Körper würde da möglicherweise im Hungerast landen, irgendwann vielleicht, und Deiner? …
    Deiner hat möglicherweise auch Schwierigkeiten, wenn Du in so kurzer Zeit soviel Energie zu entnehmen versuchst, und soviel Kraft einsetzt, es ist ja nicht völlig flach ….

    Trotz zuführen von kcal per Essen und Getränke sollte Dir die Ketose während des Marsches erhalten bleiben, was ich vermute, daß Dein Wunsch ist.
    Trotzdem bedeutet Ketose nicht "unendliche Energie" , auch wenn es sich im normalen Leben mal für ein Stündchen so anfühlt.

    Gruß!

    #180971 hilfreich: 0
    naklar!
    naklar!
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    Beiträge: 1639

    Während du dich in der Frage der Umsetzung offensichtlich eher im Bereich der Spekulation befindest, kannst du sicherlich eine Frage ganz klar beantworten:

    Warum willst du ausgerechnet an diesem Tag nichts essen?

    Wenn du dir davon einen GROSSEN Benefit versprichst – probiere es aus.
    Wenn nicht, dann ….nicht.

    Eric

    #180972 hilfreich: 0
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    Luna
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    Hi
    Ein Freund von mir hatte vergangenes Jahr massive Probleme mit dem Magenpförtner, landete im Krankenhaus und sollte dort eigentlich bleiben, um über Infusion ernährt zu werden. Essen ging gar nicht. Er macht Triathlon ( Langdistanz) und ist ketoadaptiert. Das nur vorweg.
    Er ist auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus raus und hat seinen normalen Tagesablauf wieder aufgenommen, inkl des täglichen Trainings – meist Laufen- und hat dabei das Essen einfach sein lassen. Das hat er ca 2 Wochen durchgezogen, bis sich das Magenproblem von allein, also ohne Medikamente gegeben hatte.
    Dass das nicht jeder machen kann und. SOLLTE ist klar.
    Aber bei entsprechender Vorerfahrung geht das.
    Ich würde sowas an deiner Stelle aber mit vollem KH-Speicher angehen.
    Ach ja, der Herr ist 60+
    LG Luna

    #180973 hilfreich: 0
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    Waldmops
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    Beiträge: 86

    Meine Frage lautet: Hast du Erfahrungen mit Langstreckenwandern? Ich bin vor 20 Jahren den Jacobsweg gelaufen mit Tagesetappen von 20 bis 30 Kilometern. Im letzten Drittel habe ich mich an einem Tag verlaufen und bin auf 45 km gekommen. Das war kein Spaß!!!
    Hier in Berlin gab es vor 4 Wochen auch einen 24 Stunden / 100km Wanderung mit ca. 2500 Leuten. Im Durchschnitt erreichen 30% das Ziel.
    Ohne zu Essen wird das ganze nochmal einen Faktor anstregend.

    #180974 hilfreich: 0
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    Sven
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    Wenn Du es Dir zutraust und Bock drauf hast ist es sicher eine interessante und wertvolle Erfahrung um die eigenen Grenzen kennenzulernen.
    Sei aber nicht zu verbissen. Wenn Du zwischendrin merkst, dass etwas Futter einfach notwendig ist. Das Wichtigste ist SPASS dabei.

    PS: Was ich von ähnlichen Läufen gehört habe, machen bei hobby Teilnehmern eher die sich langsam häutenden Fusssohlen schlapp ;)

    #180975 hilfreich: 0
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    saian
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    Ich habe Erfahrung darin, bin aber auch trainiert.

    Sehr wahrscheinlich wird deine Ernährung jedoch nicht das eheste Problem sein.
    Gelenkschmerzen (Knöchel, Knie), Verspannungen (Hals, Rücken, Waden), Blasen werden zuerst kommen.

    Am besten noch eine Notfallperson haben, die euch zur Not abholen kann,
    falls ihr es übertreibt.

    #180976 hilfreich: 0
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    Mo
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    du vergleicht dein krafttraining mit 100 km gehen?

    hast du ausgerechnet, wieviele kalorien du verbrauchen wirst?

    hast du auch das psychische mit einkalkuliert?

    das physische?
    (saian schrieb:Gelenkschmerzen (Knöchel, Knie), Verspannungen (Hals, Rücken, Waden), Blasen )

    und weil du es noch nie gemacht hast, möchtest du die premiere mit fasten verbinden?

    wie wäre es, wenn du das erste mal testest, mit 30 oder 50 km?

    #180977 hilfreich: 0
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    KingWing
    Beiträge: 60

    Grundsätzlich glaube ich das man kein Essen benötigt, wenn man sich beim gehen nicht anstrengt und der Puls unter 100 bleibt. Leute die 14 Tage fasten verbrauchen deutlich mehr Energie als bei 24Std gehen. Die Energie besorgt sich der Körper schon. Wichtig ist vor allem viel zu trinken. Anders wäre das bei Sport. Marathon laufen oder Radfahren bei höherem Puls wäre mit massiven Leistungseinbüßen verbunden und auch gesundheitlich bescheuert.

    Trotzdem empfehle ich einfach mal 20km ohne Essen im Vorfeld zu gehen um ein Gefühl dafür zu bekommen.

    #180978 hilfreich: 0
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    Brynhildr
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    @kingWing : wahrscheinlich hast du recht, das könnte eine Weile gut gehen.
    Ich vermute bei 30 bis 50 km ohne wesentliche Energie Zufuhr wäre dennoch Schicht.

    So der threadstarter im normalen Leben bereits ein fleißiger und begeisterter und geübter spazieren geher wäre sogar länger. Dann halten auch die Füße länger durch ;-)

    Es wäre spannend weiter von diesem Vorhaben zu lesen.
    Gruß!

    #180979 hilfreich: 0
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    NaturBen
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    Beiträge: 16

    Nehmen wir den Menschen als Hetzjäger, der er früher war, sollte der Körper 100km ohne Essen grundsätzlich aushalten, wenn man entsprechend fit ist.
    Wir haben Wild tagelang über große Strecken gejagt, bis es vor Erschöpfung gestorben ist.

    #180980 hilfreich: 0
    jfi
    jfi
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    Beiträge: 927

    Zitat von NaturBen im Beitrag #13


    Wir haben Wild tagelang über große Strecken gejagt, bis es vor Erschöpfung gestorben ist.


    Ja, wir waren Hetzjäger, aber nicht so, dass wir die Tiere tagelang verfolgt haben.
    Wir haben eher Fallen gestellt, aus der Distanz Steine und oder Speere geworfen und die Tiere im Vollspringt kurz angegriffen und verletzt und danach das verletzte Tier dann ne Weile verfolgt aber sicherlich nicht tagelang!
    Die längsten Hetzjagden müssen die in der Savanne gewesen sein und die gibt es bis heute bei manchen Buschmännern. Dabei müssen die aber nur ca 3-5 Stunden über die Distanz von maximal einem Marathon dem Tier hinterherrennen bis es umkippt in der Hitze.

    Also 100 km pro Tag is meiner Meinung nach nichts woran der Mensch angepasst ist und ich würde mir bei sowas auch das essen nicht verbieten.

    LG Jens

    #180981 hilfreich: 0
    Phil Böhm
    Phil Böhm
    Verwalter
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    Beiträge: 946

    Naja für den afrikanischen Urmensch könnte das noch hinkommen. Aber ich denke wir bräuchten hier alle nicht bei einem Wettlauf gegen einen trainierten Kenianischen Langstreckenläufer anzutreten. Von diesem Hetzjagd-Lifestyle sind wir ein bisschen entfernt.

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