Stoffwechsel

So verbessert Resistente Stärke deine Stoffwechselgesundheit

Ein Wissenschaftler des American Gut Project sagte einmal sinngemäß:

Es scheint völlig egal zu sein, wie du dich ernährst. Das Einzige, was zählt ist, dass du deine Darmbakterien mit Ballaststoffen fütterst.

Das sagte er vor allem im Hinblick auf die Diversität der Ernährungslandschaft und den daraus resultierenden Veränderungen des Darm-Mikrobioms. Denn derselbe Forscher hat herausgefunden, dass die Bakterienlandschaft sich gravierend negativ verändert bei kohlenhydrat-, besser: ballaststoffarmer Ernährung. Noch schlimmer wird es, wenn die falschen Fette, zum Beispiel Milchfette, verfüttert werden. Gott sei Dank nur Studien an Speedy, dem Mäuserich.

Solange Darmbakterien ausreichend Futter erhalten, sollte alles andere zweitrangig sein, sollte die Darmflora (niedriger pH-Wert, „richtige“ Vertreter) in Ordnung sein – jedenfalls Pi mal Daumen. Das war natürlich vereinfacht ausgedrückt, denn man kann freilich auch die falschen Darmbakterien füttern.

Ballaststoffe feiern ein Comeback

Immer öfter tauchen derzeit Arbeiten auf, die sich mit Ballaststoffen und insbesondere einer speziellen Ballaststoffform, der resistenten Stärke befassen.

Klar ist mittlerweile, dass der Darm eine ganz herausragende Rolle spielt bezüglich allgemeiner Gesunderhaltung. Uns (edubily) interessiert hier vor allem wie Darmbakterien klassische Stoffwechselparameter wie die Insulin-Sensitivität (und Glukose-Toleranz), oxStress etc. beeinflussen. Dinge, die nicht nur wichtig sind für ein gesundes, langes Leben, sondern auch maßgeblich unsere sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen. (Ich bin gespannt, wann die vielen Athleten diese Aspekte verstehen.)

Also: Ballaststoffe erfahren gerade ein riesiges Comeback, nichts wird in den nächsten Jahren so populär werden wie dieses Thema. Aber erneut gilt: Wenn wir glauben, etwas verstanden zu haben, haben wir in Wahrheit noch nichts verstanden. Ich merke das hier einmal mehr an, so, dass meine Leser sich trotz meines bisweilen euphorischen Schreibstils nicht zum Übermut verleiten lassen.

Hack deine Insulin-Sensitivität!

Brandneu erschienen ist eine Arbeit, die sich genau dafür interessierte.

Das Spannende an der Arbeit: Es war eine RCT-Studie, was bereits impliziert, dass Menschen untersucht wurden. Nicht wieder irgendwelche Ratten.

Untersucht wurden 56 Frauen, alle Diabetiker und entsprechend insulinresistent. Wir studieren hier also die eine Seite des Spektrums.

Die Damen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und eine Gruppe erhielt 10 g resistente Stärke, Typ 2.

Ballaststoffe rein, Insulin runter

Nach acht Wochen wurde nachgemessen:

  • 30 % niedrigeres Insulin
  • 30 % niedrigere Insulin-Resistenz
  • 10 % weniger Zucker am Hämoglobin, HbA1c
  • 20 % höhere antioxidative Kapazität
  • 10 % höhere Glutathion-Peroxidase-Konzentration

Ob Metformin genauso gut wirkt?

Jedenfalls sind das Verbesserungen, die man zumindest ansatzweise mit Medikamenten-Wirkung vergleichen könnte. 10 g resistente Stärke.

Es wird ja nun wahrlich immer einfacher für uns, uns selbst zu gesunden. Gleichzeitig immer schwerer für diejenigen, die sich keine Mühe geben wollen – bald gibt’s keine Ausreden mehr. 🙂

Literatur 

Karimi P et al. „The Therapeutic Potential of Resistant Starch in Modulation of Insulin Resistance, Endotoxemia, Oxidative Stress and Antioxidant Biomarkers in Women with Type 2 Diabetes: A Randomized Controlled Clinical Trial.“ in Ann Nutr Metab. 2015 Dec 12;68(2):85-93

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Über den Autor

Ich bin Chris Michalk. Im Zuge einer Stoffwechselerkrankung habe ich den Blog 2014 ins Leben gerufen und bin der Mann hinter den meisten edubily-Texten. Meinen Bachelor-Abschluss machte ich in Zellulärer Biochemie (1,0; Studiengang: Bsc. Biowissenschaften). Ich befasse mich am liebsten mit Themen, die Gesundheitsoptimierung und Leistungsfähigkeit betreffen, und bin Autor unseres fünften Buches, "Gesundheit optimieren, Leistungsfähigkeit steigern", das 2019 beim Springer-Verlag erschien.

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