Prävention

Eigenverantwortung & Bredesen-Protokoll bei Alzheimer

Das Wort Eigenverantwortung sollte man sich gut merken, am besten noch die Bedeutung davon wissen.

Eigenverantwortung ist „Bewusst-sein“.

Mit Verantwortung haben wir es oft nicht so. Das merke ich vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. „Was, ich soll Verantwortung übernehmen? – Ok, bye“.  Vielen Menschen fehlt einfach der Mut, weil man schon irgendwo ahnt, was es bedeutet, wenn man Verantwortung übernimmt. Deshalb umschifft man dieses „Sich (dessen) bewusst sein“ so gut es geht.

Für mich hat das was mit Erwachsensein und Persönlichkeitsreife zu tun. Für was lebe ich überhaupt? Aber auch das ist – wenn man mal ganz ehrlich ist – so eine Frage, die sich viele schon mal gar nicht stellen, und wenn, dann eher nach dem dritten Bier im Fußballstadion.

Also. Eigenverantwortung. Das heißt: Ich reiße mir für mich selbst den Arsch auf (weil ich es mir wert bin), sehe ein, dass das hier halt kein Ponnyhof ist, bin mir im Klaren darüber, dass ich für die Konsequenzen meines Handels verantwortlich bin und versuche mir auch darüber im Klaren zu sein, welche Rolle meine Person im Leben anderer Menschen spielt – Letzteres ist ganz wichtig, wir leben nunmal nicht nur für uns selbst.

Kein Ponnyhof. Das bringt mich zu einem anderen Punkt, der mit Eigenverantwortung zusammenhängt. Wir hier bei edubily können immer nur einen Rahmen vorgeben. Innerhalb dieses Rahmens muss jeder seine ganz eigene Lösung für sich finden. Andere Menschen – z. B. bei uns im Forum – können ggf. helfen, aber im Endeffekt muss man, ganz alleine, seinen Weg finden und den konsequent gehen.

Es gibt keine perfekte Ernährungsform

Mir tut es auch leid, dass uns die Bedeutung des intensiven Befassens mit dem eigenen Körper nicht schon in der Schule ins Hirn geprügelt wird (sonst kann man auch immer alles reinprügeln), aber irgendwann muss man zum Schluss kommen: Lieber befasse ich mich jetzt intensiv mit mir selbst – vor dem Hintergrund allgemeiner „Spielregeln“, die man hier bei edubily sowieso zuhauf findet – anstatt noch mehr Jahre damit zu verbringen, „die perfekte Lösung“ bei irgendeinem Guru finden zu wollen.

Das ist wirklich ein Ratschlag, der Gold wert ist. Schwups sind fünf Jahre rum, man kennt alle Ernährungsweisheiten aller Gurus … steht wieder am Anfang (= ist genauso schlau oder dumm wie zuvor), hat unfassbar viel Zeit dazwischen verschenkt und weiß immer noch nicht, welche Nahrungsmittel einem selbst am besten bekommen oder nicht.

Irgendwann heißt es „friss oder stirb“. Wer sich mit solchen Sachen – ganz eigenverantwortlich – nicht befasst, wird irgendwann befasst … und zwar „fremdverantwortlich“ – z. B. in Form von Ärzten, die genauso schlau sind wie die Wissenschaftler, die sie mit „Neuigkeiten“ beliefern, die wiederum häufig wie blinde Hühner das Korn suchen.

Alzheimer ist genetisch – oder doch nicht?

Wie ich darauf komme? Eben läuft zum wiederholten Male eine Sendung zum Thema Alzheimer im TV (wohl extra für Menschen mit Alzheimer gemacht … Scherz!). Gott will anscheinend, dass ich mir das reinziehe, weil ich das jetzt schon zum zweiten Mal gesehen habe, obwohl ich nicht sonderlich viel TV gucke. Egal, war erhellend … nicht.

Key messages dieser mutmachenden Sendung:

  • Alzheimer ist genetisch.
  • Medikamente wirken nicht.
  • Garnitur: Wissenschaftler bzw. Ärzte sind mehr oder weniger ratlos, heißt: stehen ohne Medikament da.

Starten wir von unten nach oben: Es wird ein Wissenschaftler interviewt, der „früher eine große Euphorie besaß“, dass man die Krankheit locker in 10 Jahren heilen könnte. Heute … sehe er das ein bisschen anders. So schnell würde es dann doch nicht gehen. Hintergrund: Es sollte Medikamente entwickelt werden, die ein bestimmtes Enzym (ß-Sekretase) hemmen. Leider viel zu toxisch für den Patienten.

In der Zwischenzeit wird in der Sendung gesagt, dass Ärzte „optimistisch seien“, dass es mit der neuen Antikörper-Behandlung endlich klappen könnte. Diese Info hat ihnen natürlich kein Vöglein, sondern die medizinische Wissenschaft gezwitschert, deshalb wissen diese Ärzte noch nicht, dass auch diese Antikörper-Behandlung nix wird – meine Prognose.

Es herrscht leider immer noch der Irrglaube, dass man mal eben so ein Stöffchen – ein Medikament – schlucken könnte, das im Stande ist, ein ganzes Systemversagen, und nichts anderes sind solche Erkrankungen (inkl Alzheimer), nebenwirkungsfrei zu stoppen. Nebenwirkungsfrei heißt für mich: Ohne das System anderweitig zu kränken oder kaputtzumachen.

Kommen wir nochmal auf den Wissenschaftler zurück, der anfangs euphorisch war und heute einsehen muss, dass sie doch ein bisschen kompliziert ist, die Biologie. Der sagt beschämt in die Kamera, dass es doch nicht so einfach sei, ein Wirkstoff auf den Markt zu bringen. Diese Stoffe seien ja oft giftig und so.

Der neueste Schrei jetzt ist dieses Antikörper-Zeug. Antikörper sind Bestandteil vom Immunsystem. Klingt gut. Klingt machbar. Die Idee: Man lässt Antikörper gezielt das für die Alzheimer-Erkrankung verantwortliche Protein angreifen, und den Rest regelt das Immunsystem.

Wer jetzt denkt, „ist logisch, also ist es einfach“, weit gefehlt. So ein Immunsystem ist maximal komplex. Wer weiß denn, welche Immunreaktionen man durch solche Antikörper-Gaben noch triggern kann? Das ist schließlich kein Virus oder Bakterium, sondern ein körpereigenes Protein. Genau dieses Problem sah oder sieht man auch bei den Antikörper-Behandlungen in der Krebstherapie.

Warum so polemisch? All das bringt uns zum letzten Punkt, „Alzheimer ist genetisch“. Das verankert man bei uns, die augenscheinlich noch nicht daran erkrankt sind, und vor allem bei jenen, die sich die Diagnose beim Arzt abholen dürfen, tief im Gehirn. Resultat: Man nimmt vorneweg Möglichkeiten zur Prävention und nimmt jedem Patienten Hoffnung auf Besserung. Der kann sich dann damit zufrieden geben, wenn ein Medikament mal die Symptome verbessert.

Das Bredesen-Protokoll gegen Alzheimer

Die Ärzte und Wissenschaftler, die behaupten, Alzheimer sei genetisch (= man kann nix dagegen machen), kennen anscheinend gewisse Gebietskoryphäen nicht. So einer ist z. B. Dale E. Bredesen. Ein Arzt, und Professor für Neurologie an den Easton Laboratories for Neurodegenerative Disease Research der University of California, Los Angeles (UCLA). In seinem wohl berühmtesten Paper, das den vielsagenden Namen Reversal of cognitive decline: A novel therapeutic program trägtschreibt er:

Im Falle der Alzheimer-Krankheit gibt es keine einzige Therapie, deren Erfolg über eine marginalen, nicht-dauerhafte symptomatische Wirkung hinausgeht, mit wenig oder gar keinem Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung. Darüber hinaus wurden allein in den letzten zehn Jahren Hunderte von klinischen Studien für AD mit einem Gesamtaufwand von Milliarden Dollar ohne Erfolg durchgeführt. Dies hat einige dazu veranlasst, sich zu fragen, ob der Ansatz zur Arzneimittelentwicklung für AD optimal ist.

Warum? Weil der Körper halt ein System ist. Tja, siehe oben. Bredesen sagt im Interview unten knallhart: Heutzutage, also im 21. Jahrhundert, gehe es um Programmatik. Heißt umgekehrt, wer noch immer glaubt, „Alzheimer ist genetisch = kann man nix machen“, der ist halt noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Auf wen das genau zutrifft, sieht man, sobald man – so wie ich gestern – den TV anmacht.

Deshalb schlägt der etwas ganz anderes vor. Ein Lifestyle-Programm, das er sogar schon an Betroffenen erprobt hat – auch bekannt als „Bredesen-Protokoll“. Das sieht in Tabellenform gepackt so aus:

Das Bredesen-Protokoll (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4221920/table/T1/?report=objectonly)

Der eine oder andere Leser wird sich erinnern: Das hatten wir schon 2014 im Handbuch abgebildet. Soll heißen, das ist keine Raketenwissenschaft, sondern eher … der ganz normale Lebensstil von Leuten, die z. B. hier lesen. Man sollte sich immer nur wieder vor Augen führen, dass das keine „unseriöse Scheinwissenschaft“ ist, sondern … von den angesehensten Wissenschaftlern der jeweiligen Gebiete empfohlen wird. In diesem Fall heißt dieser halt Prof. Bredesen.

Was bleibt?

Was bleibt, ist ganz „einfach“. Wer seine Verantwortung – vor allem im Gesundheitsbereich – abgibt, beraubt sich der mächtigsten Waffe, über die wir verfügen dürfen … die Selbstheilungs- und Reparaturkapazität des menschlichen Körpers. Selbst wenn ein Medikament bei einer Erkrankung hilft, dann hilft es nur nachhaltig, wenn wir das System als Ganzes wieder auf „Gesund“ polen. Der große Jack Lalanne sagte einmal:

Living is a pain in the butt. Dying is easy.

Und solche Wahrheiten sollte man früh genug akzeptieren.

PS:

Vom Bredesen gibt’s sogar noch ein aktuelles Video. Lohnt sich:

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Kommentare (17)

  1. Super Artikel!!
    Irgendwie passen eure Artikel immer perfekt zu meiner momentanen Lebenssituation.
    Thema Alzheimer
    Die Alzheimer Lüge !!!

    1. Sehr, sehr gut – danke dafür.
      Zu Bredesen:
      Bei meinem Vater wurde vor Jahren Alzheimer festgestellt.
      Ich habe daraufhin die Alzheimer Lüge von Dr.Nehls gelesen und bin fast zeitgleich über die Bredesen Studie gestolpert. Wir (meine Geschwister und ich) haben die Nehls Empfehlungen so gut es irgendwie geht umgesetzt (die sich ja sehr mit Bredesen decken).

      Fazit: Nach einem Jahr der „Lebensstiländerung“ schnitt mein Dad bei den neurologischen Tests sogar besser ab. Weitere 3 Jahre später ist sein Zustand unverändert.

      Alzheimer verläuft – wenn ich mich recht erinnere – in 7 Phasen und je nach Art führt es zwischen 3 und 7 Jahren zum grausamen Tod.
      Wenn mich nicht alles täuscht, dann haben wir bei unserem alten Herrn zumindest eine extreme Verlangsamung oder gar Stillstand des Krankheitsfortschritts erreicht – der mühsame Versuch war es auf jeden Falll wert.

      Ich möchte jeden Mitmenschen auffordern, wie Chris das schrieb, Eigenverantwortung zu übernehmen. Nicht nur für den geliebten Mitmenschen, sondern auch als Eigenprävention, um seinen Lieben später nicht zur Last zu fallen und jämmerlich enden zu müssen (wie meine Schwiegermutter Jahre zuvor; seinerzeit wussten wir noch nichts von Nehls und Bredesen).

  2. Die in dem Buch von Michael Nehls aufgeführten Hauptursachen für Alzheimer: Zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und fehlende menschliche Wärme kann ich bei meiner Mutter entschieden ausschließen. Trotzdem verfiel sie in den letzten 6 Jahren immer mehr dem Alzheimer. Einziger Lichtblick: Keine Verschlechterung mehr und sogar eine leichte Verbesserung seitdem wir ihr reichlich Blaubeeren geben. Das wurde sogar seitens des Pflegepersonals bemerkt. Klingt vielleicht zu trivial, ist aber einfach mal ein Fakt. Kann ich nur jedem raten, denn man hat in dem Stadium ja nichts mehr zu verlieren. Sehr deprimierend ist auch mit anzusehen, wie in dem Pflegeheim andere Demenzerkrankte noch „relativ“ vital eingeliefert werden und dann wirklich sichtbar unter den Segnungen der Pharmaindustrie und der Standard-Ernährung innerhalb von Monaten abbauen und oftmals nach einem Jahr sterben.

    1. Das ist richtig, weil es nicht mit solch einfachen Ratschlägen getan ist. Das sagt Bredesen auch: Das Programm muss auf jeden Patienten speziell zugeschnitten sein. Mit „mehr Bewegung, besser Essen, mehr Geborgenheit und mehr Schlaf“, ist es sicher nicht getan. LG
      EDIT: Und ja, ist oft so. Richtig bergab geht’s dann erst in einer Anstalt, die eigentlich fürs Bergauf sorgen sollte.

  3. Hi Chris,

    danke für den Artikel. Fasst den Ansatz von Bredesen gut zusamamen. Alzheimer ist behandelbar und die Krankheit lässt sich in vielen Fällen stoppen und in manchen sogar verbessern. Aber nicht mit der „üblichen“ Therapie, wie sie heute standardmäßig angewendet wird. Es ist eine Systemerkrankung und daher muss auch der gesamte Körper behandelt werden.
    Habe darüber ein Buch geschrieben, das Anfang Januar herauskommt.
    Schicke dir dann ein Exemplar.
    Werner

  4. @Werner Krag

    Ich finde dieses Thema auch sehr interessant. Vielleicht ist es ja möglich, dass du mir auch ein Buch zukommen lässt, oder zumindest den Titel nennst. Damit man sich das kaufen kann.

  5. Hallo Chris,

    ich gehe mit Deiner Prognose, dass die Antikörper-Behandlung nix bringen wird, 100% mit. Das gilt eigentlich für fast alle systemischen Erkrankungen. Immer gibt es die Hoffnung, da kommt plötzlich eine kleine Pille raus, die 30 bis 80 Jahre Fehlernährung / falschen Lebensstyls weg macht. Natürlich maximal in 2 Wochen…wird es jedoch nie geben.
    Das Problem mit der Selbstverantwortung ist leider nur, dass man erstmal alles vergessen muss, was von staatlicher Seite als „gesund“ propagiert wird. Und das ist eigentlich total krank…aber in der Welt leben wir. Erst wenn man zudem noch kritisch hinterfragt und sich gegen die manipulierten Vorgaben auflehnt, kommt der Erfolg.
    VG,
    Robert

  6. Schon der alte Volksmund sagt: „Vorbeugung ist die beste Medizin“
    Je ungesunder die Lebensweise, desto wahrscheinlicher werden Wohlstandserkrankungen auftreten. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand.

  7. Moin…solange die Funktionäre der Bundesärztekammer schweigend(!!!)zusehen wie jedes Jahr ca 50 000 Füsse amputiert werden und 2000 deusche blind werden weil der diabetes gnadenlos zuschlägt…solange wird die starre Distanz zu zb Alzheimer und seiner Therapie kein mm kleiner. Die Gene werden nix richten…das Leben vor der Erkrankung von zb Alzheimer zu untersuchen, mit all den alltäglichen noxen(Pestizide, östrogene im trinkwasser…) hiesse das Wirtschaftssystem in Frage zu stellen..das ist hoffnungslos…aber mi ndestens den frass den die Kinder reinziehen könnte man zerschreddern damit sie ne Chance bekommen gesund älter zu werden.

  8. Danke für den tollen Artikel! Ich bin recht neu hier und frage mich gerade ob ich zuerst das Handbuch lesen soll oder lieber das neuste Buch von euch…?

  9. Warum redet/schreibt niemand über CIRS, wenn Bredesen es doch als einen Grundpfeiler beschreibt? Es gibt in Deutschland so gut wie keine gute Schimmel-Diagnostik.

    Ich habe persönlich erlebt was ein Auszug aus einem Wohnraum mit leichtem (!) sichtbaren Schimmel für die Gesundheit bedeuten kann. Das habe ich bisher mit Nährstoffen, Lifestyle und DMPS nicht erreicht.

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