Pflanzenstoffe

Wie Kaffee auf den Eisenhaushalt wirkt

Kaffee ist ohne Frage ein ziemlich faszinierendes Gebräu. Die darin enthaltenen rund 1000 Stoffe haben eine vielfältige Wirkung auf den Organismus.

Daher tauchen immer wieder Studien auf, die darlegen, wie genau die enthaltenen Stoffe wirken, und damit Kaffee selbst.

Eine meiner Lieblingsarbeiten diesbezüglich ist eine Doktorarbeit, die entsprechend publiziert wurde: Die hat gezeigt, dass beim Rösten des Kaffees bestimmte Stoffe entstehen, die als s. g. Phosphodiesterase-Hemmer (kann man mal googeln 😉 ) wirken.

Kaffee ist in meinen Augen daher nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Therapeutikum. Das kann super gut oder eher schlecht sein, je nach Kontext.

In einer ganz interessanten Studie aus dem Jahr 2016 wurde gezeigt, dass Koffein die sogenannte “ferritin heavy chain” (FHC) in Zellen hochreguliert.

Hier steckt das Wort “Ferritin” drin – Ferritin ist uns bekannt als Eisenspeicherprotein. Dadurch wirkt es aber nicht nur als Speicher für Eisen, sondern zeitgleich als Antioxidans, da Eisen bekanntlich die Bildung von freien Radikalen begünstigen kann.

Ferritin besteht aus verschiedenen Untereinheit, eine davon ist die o. g. “ferritin heavy chain”. Diese Untereinheit ist für die Speicherung von Eisen verantwortlich.

Wie bereits gesagt: Offensichtlich können physiologische Koffein-Dosen – also das, was man auf täglicher Basis beim Kaffeetrinken zuführt – diese Untereinheit hochregulieren, und damit dafür sorgen, dass vermehrt Eisen in den Speicher wandert.

Die Frage: Ist das jetzt gut, oder eher nicht so gut? 

Kommt wohl auf den Kontext, die Menge und die Regelmäßigkeit des Konsums an. Will man seinen Zellen Eisen immer vorenthalten? Eher nicht. Denn Eisen ist wichtig. Könnte man bestimmten, kranken Zellen damit das Eisen entziehen? Möglicherweise – und das wäre wiederum eher gut.

Letzteres ist im Grunde auch die Message der Arbeit. Denn die hat gezeigt, dass Koffein auf diese Weise dafür sorgt, dass sich eine bestimmte Sorte von Lungenkrebszellen nicht mehr so gut teilen und vermehren kann (Proliferation).

Tja. Manchmal hat man die Qual der Wahl offensichtlich. Jedenfalls wird immer wieder klar, dass jede Ernährungsströmung inhaltlich nicht ganz falsch liegt: Die “Karnivoren” behaupten ja, Pflanzenstoffe würden krankmachen.

Wer sich täglich mit Kaffee druckbetankt und seinen Zellen die Verfügbarkeit des Eisens einschränkt … tut sich ggf. nichts Gutes. Falsch ist aber, zu behaupten, Kaffee würde auf diese Weise per se krankmachen.

In anderen Kontexten nämlich, könnte Kaffee auf genau diese Weise sehr gesund sein.

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Kommentare (9)

  1. Hallo, toller Artikel – kurz und prägnant! Dass Konsum von Kaffee und auch anderen gerbstoffhaltigen Getränken sich ungünstig auf die Eisenaufnahme und -verfügbarkeit auswirkt, konnte ich schon sehr häufig hören bzw. lesen. Ich schreibe dies, während ich gerade mein köstliches Kaffeeersatzgetränk geniesse: einen Tee auf Basis von Carobpulver, Zichorien, Löwenzahnwurzeln, Datteln und Mandeln. Schmeckt sehr gut, tut gut und ist wirklich sehr kaffee-ähnlich, hat aber keinerlei Koffein und ist basenbildend. Ich hoffe auch, dass weitere negative, normal durch Kaffeeröstung entstehende Stoffe, hier wegfallen. Ich habe seit Beginn der Fastenzeit meinen regelmäßigen Kaffeekonsum beendet, und daran ist eure Homepage auch nicht ganz unschuldig 🙂 Die Fastenzeit ist zwar vorbei, deshalb “darf” ich jetzt auch wieder normalen Kaffee trinken, aber ich tue das jetzt nur noch alle 2-4 Tage mal, und zwar nur noch dann, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche ihn dringend und er würde mir guttun. Danke für die zahlreichen interessanten Artikel zum Thema und wohl bekomm’s!

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