Kamila kocht: Straußenleber-Himbeertraum

Von Published On: 2021-02-03Kategorien: MLGA20 Kommentare

Heute gibt’s mal ein kurzes Vorwort von mir, Chris: Straußenleber ist meine Lieblingsleber und mittlerweile auch eigentlich die einzige, die ich esse. Einfach, weil der Geschmack grandios ist und sich dieses “Wohlgefühl” bei keiner anderen Leber sonst einstellt. Straußenleber muss man einfach probiert haben. Sie hebt sich in allen Belangen von “normaler” Leber ab. Die Qualität und der Geschmack sind einzigartig. Daher habe ich mir auch ein Straußenleber-Rezept von Kamila gewünscht. Für diese Zwecke habe ich ihr Straußenleber und ein paar Fleischstücke vom Strauß zukommen lassen. Was sie draus gemacht hat, erfahrt ihr heute.


Die Leber vom Vogel Strauß mit himmlischer Himbeerbalsamicoschlotze bespritzt

Der Vogel Strauß hat eine ganz wunderbare Leber, die nicht wirklich vergleichbar ist mit anderen Lebern, die wir kennen. Ein Hauch Wildgeschmack, ein wenig wie die Ente, die Anmut von Rinderfiletspitzen und irgendwie doch ganz und gar dezent aromatisch anders. Braucht man denn nun so viel um dieses gesunde, glänzende Organ zuzubereiten? Meiner Meinung nach ganz und gar nicht. Da ihr Geschmack so einzigartig mild, leicht nussig und einen Hauch süßlich ist, sollten wir sie am besten so belassen wie sie ist. Pur kann diese Leber mehr als glänzen.

straussenleber stuecke

Wer es allerdings nicht lassen kann, der folge diesem Rezept, und brauche dafür nur ganz wenige Zutaten, die das ganze Jahr über erhältlich sind. Wir machen eine himmlische Himbeerbalsamicoschlotze, die ganz wunderbar mit Straußenleber sowie jeder anderen Leber harmoniert, die ihr großartig zu Fleisch und Käse genießen könnt, nicht zu vergessen auf eure Leberpastete drauf. Dieser süß-säuerliche Himbeertraum rundet ab und hebt (spärlich verwendet) den herzhaften Geschmack. Eure Himbeerschlotze könnt ihr problemfrei über Monate im Kühlschrank aufbewahren.

Bevor wir also zur Leber kommen, zunächst die Vorbereitung:

  • Circa 150 g Himbeeren, taut sie vorher auf
  • Circa 100 ml Aceto Balsamico
  • Sowie 250 ml (ungeschwefelten) Rotwein

Das war es auch schon. Alles rein in den Topf und langsam aufkochen sowie im Anschluss einreduzieren lassen.

Variiert mit der Konsistenz, so wie ihr es gerne mögt. Experimentiert mit weiteren Zutaten, hier meine drei Favoriten in Ergänzung zum oben genannten Grundrezept.

  • Presst eine Orange hinein und fügt die Zesten hinzu, oder
  • röstet einen Teelöffel Koriander an, mörsert ihn und fügt ihn hinzu, oder
  • ebenso genial kommt eine fruchtige Chili, die ihr einfach mitkocht

Die Leber braucht in der Vorbereitung nicht viel. Ordentlich trocken tupfen, und in etwa zeigefingerdicke Scheiben schneiden. Wer kein Problem mit Mehl hat, der bestäubt diese Scheibchen nun ganz zart und leicht von allen Seiten mit etwas Mehl, und klopft es hinterher ab. Es soll wirklich nur ein Hauch an Mehlschicht an den Scheibchen kleben, wir wollen schließlich keine Mehlschwitze machen.

straussenleber stuecke mehl

Eine gute Portion geklärte Butter in eure Pfanne  geben und nun die Hitze auf halbe Pulle reduzieren. Die Leber vom Strauß wird, sobald das Fett heiß ist, von beiden Seiten nur kurz angebraten, je nach Dicke eurer Scheiben circa 1 Minute pro Seite. Bevor ihr eure kostbare Leber verhunzt und das Projekt an die Wand fahrt, weil ihr euch nicht sicher mit dem Garpunkt seid… wendet einfach diesen Megatrick von mir an. Es könnte der Lifehack eures Lebens werden, wenn es sich um feine, kurz zu bratende Lebensmittel handelt, wie beispielsweise eure kostbare, frische Straußenleber.

Achtung, jetzt kommt der Lifehack: Investiert 2 Minuten Lebenszeit und bratet ein kleines Stückchen zur Probe vor, guckt dabei auf die Uhr.

Nun habt ihr perfekt gebratene, von außen leicht knusprige, von innen wunderbar zarte und vielleicht sogar leicht rosige Stückchen der Straußenleber, die ihr beträufeln könnt mit der Himbeerbalsamicoschlotze eurer Wahl. Eure Leber könnt ihr in der Pfanne oder auf eurem Teller mit einer Prise Salz und, wer es mag, ein wenig Pfeffer bestreuen. Der Rest ist unbeschreiblich. Probiert es aus. Mindblowing.


Die Leber ist das “Multivitamin der Natur”, und schon seit Jahren legen wir unseren Lesern nahe, wenigstens ab und an mal die Nährstofffülle dieses kostbaren Lebensmittels zu genießen. Mit dem Hashtag #MakeLeberGreatAgain (MLGA), den wir seit ein paar Monaten nutzen, wollen wir das Ganze ein bisschen sexy gestalten. Unter der Rubrik MLGA werden wir ein paar Leber-Rezepte posten.

Dafür stellt uns meine Lieblings-Instagram-“Köchin” Kamila ein paar Leber-Rezepte zur Verfügung. Kamila ist eine wirklich coole Socke und “nebenbei” Unternehmerin (bio-babydecke.de). Auf ihrem Instagram-Kanal Kamila kocht gibt es täglich den gelebten Pragmatismus, vor allem in Form von coolen Rezepten. Aber auch der (ernährungs-)philosophische Teil kommt nicht zu kurz, weswegen Kamila kocht einer der wenigen Instagram-Accounts ist, die ich mir immer wieder gerne ansehe, natürlich insbesondere die Storys.

20 Comments

  1. Cyrill 03.02.2021 at 11:07 - Antwort Kommentar melden

    Strauss?? Haha, diesen Vogel gibt es so gut wie gar nicht in der Schweiz, geschweige denn die Leber ?

  2. LutzK 03.02.2021 at 19:50 - Antwort Kommentar melden

    Ich stelle mir gerade vor, wie unsere mitteleuropäischen Vorfahren bei der Jagd auf “regionale und saisonale” Leckereien gestaunt hätten, wenn da ein Strauß durch die Buchenwälder gehuscht wäre… ?

    • Chris Michalk 04.02.2021 at 09:40 - Antwort Kommentar melden

      Damals haben die über ganz andere Sachen gestaunt ;-) Heute ist der Strauß “eingebürgert” und schön regional und saisonal, wenn auch nicht wild.

    • Tiller 05.02.2021 at 13:39 - Antwort Kommentar melden

      Google hält einem bei Anfrage nach “ökobilanz straussenfleisch” direkt eine Bachelorarbeit zu “Ökobilanzen von Hirsch- und Strassenfleisch” unter die Nase (von einer Schweizer Uni). Hab Sie ein bisschen überflogen und der Arbeit nach scheint die Idee Strausse zu züchten nicht allzu absurd zu sein, selbst wenn das Fleisch aus Südafrika importiert wird…

      Die Empfehlung aus der BA ist aber in der Tat inländisches (schweizer) Straußenfleisch (Siehe dort Seite 93 unten). Wird, auch aus kulinarischen Gründen, als alternative zu Rind empfohlen.

  3. Ipau 04.02.2021 at 12:51 - Antwort Kommentar melden

    Woher kommt der unappetitliche Ausdruck Schlotze für eine wohlschmeckende
    Speisenergänzung?

    • Chris Michalk 04.02.2021 at 12:52 - Antwort Kommentar melden

      Das ist Kamilas Stil, den ich im übrigen sehr gerne habe. Kann man bei Instagram oder im Video sehen.

    • Cleo 05.02.2021 at 21:27 - Antwort Kommentar melden

      Risotto kocht man z.B. mit einer schlotzigen Konsistenz, der Begriff ist durchaus üblich und respektabel.

  4. Tiller 05.02.2021 at 13:11 - Antwort Kommentar melden

    Stellt sich das wohlgefühl auch dann ein wenn man sich die Strassenleber einfach direkt roh reinschlotzt? :-D

  5. H_D 10.02.2021 at 17:28 - Antwort Kommentar melden

    So – 2kg Straußenleber liegen in der Kühltruhe. Ich bin gespannt

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