Kaputte Mitochondrien reparieren

Von Published On: 2021-02-08Kategorien: Mitochondrien14 Kommentare

… ist Kernthema unserer Arbeit.

Denn Mitochondrien stehen buchstäblich im Zentrum all unserer Bemühungen. Sie sind Dreh- und Angelpunkt unserer Gesundheit, entscheiden über Leistungsfähigkeit und bestimmen auch, wie alt wir werden. Es gibt ihn also tatsächlich, den heiligen Gral: 

Mitochondrien. 

Wer das verstanden hat, hat gewonnen. Jedenfalls hat er dann Zugang und Zugriff auf weite Teile seines Wohlbefindens und der Gesunderhaltung der Zelle bzw. des Körpers. Jetzt kommen wir mal noch kurz zurück auf den Boden der Tatsachen und zur Realität: Verstanden haben das immer noch nicht ganz so viele Menschen.

Die mitochondriale Dysfunktion

Und das, obwohl mitochondriale Dysfunktionen eine, unsere Volksseuche sind.

  • Immer müde.
  • Seltenst wirklich leistungsbereit.
  • Unerträgliche Schweregefühle.
  • Konzentrationsschwäche.
  • Also: keine Ausdauer, weder in den Beinen noch im Kopf.
  • Keine Power, keine Energie.
  • Der Bewegungs- und Denkradius ist maximal eingeschränkt.
  • Während andere Marathon laufen, schaffen wir’s bis zur Küche.
  • Jedes Stück Kuchen macht Diabetes.

Ich muss wissen, wovon ich rede. Mal aus meinem Privatleben: Der eine oder andere wird vielleicht gelesen haben (z. B. in unserem Buch), dass ich auch mal am Stoffwechsel “erkrankt” bin. Ein viel bekannteres Beispiel war unser WM-Torschütze, Herr Götze. Ich kann jedenfalls nur von mir sprechen: Gestern noch vorm Frühstück 20 km gejoggt, ein paar Monate später habe ich es kaum noch um den Block geschafft.

Natürlich ist sowas multifaktoriell und es steht eine Geschichte dahinter. Aber:

Das ist das, was passiert, wenn dir deine Mitochondrien abschmieren.

Also kam letztes Jahr die Idee, “Stoffwechsel verstehen” zu schreiben. Da geht es genau um das Thema:

  1. Was macht Mitochondrien überhaupt gesund?
  2. Und was macht sie krank?

Natürlich war das auch schon immer Thema in all unseren Werken – aber wir haben uns noch nie so intensiv mit den Störfaktoren auseinandergesetzt, mit denen sich der moderne Mensch, Stand 2021, auseinandersetzen und befassen muss. Schließlich wurden wir in eine vom Menschen gemachte Welt gesetzt – und jetzt können wir gucken, was wir mit unserer Millionen Jahre alten Bio-Maschine machen.

Umweltgifte to go

Denn die kennt die ganze S*heiße nicht, mit der wir es heutzutage zu tun haben. Wenn Chris Michalk also über Dinge in der Nahrung schreibt, die wir vielleicht eher mal meiden sollen, dann geht es hierbei nicht um “Verbote”, sondern um eine Hilfestellung. Denn wer, Stand 2021, nicht begreift, dass er sich aktiv schützen muss vor dieser Umweltpest, der wird halt nie gesunde und voll leistungsfähige Mitochondrien haben.

Der wird halt immer durch die Gegend schleichen, ein bisschen jammern, alles schlechtreden, einen Denkhorizont bis zur Schnasenspitze haben und … halt doch keine Energie fürs Leben und für den Sport haben. Also, von mir aus kann man so leben, aber für mich ist das ein bisschen armselig. Vergeudete Lebenszeit ist das. Vielleicht wird das dem einen oder anderen erst bewusst, wenn’s zu spät ist. Man weiß es nicht.

Leuten ist jedenfalls selten klar, dass das Leben bzw. ihr Schaffen ein Spiegelbild des Innenlebens ist. Wenn man das mal versteht, wird man sich nicht mehr wundern über unsere kaputte Gesellschaft, die vor allem kognitiv und in der Lebenswirklichkeit massiv beschnitten ist – durch die eigene Biologie. Die sind dann auch noch sauer auf andere, auf die Umstände, aufs Leben, dabei sind sie doch selber schuld.

Ich prophezeie mal, dass wir an dieser Erkenntnis scheitern werden und der tiefe strukturelle Wandel in unserer Gesellschaft maladaptive Züge annehmen wird. Das verzogene biologische System auf Mikroebene macht ein verzogenes biologisches System, sprich Gesellschaft etc., auf Makroebene. Und das perfide ist, dass die, die es betrifft (also den Großteil der Gesellschaft), es nicht mal merken, weil es eben … maladaptiv ist. Gut gemeint, schlecht gemacht. Im besten Falle rettet uns unsere Biologie hier und das Pendel schlägt in die andere Richtung zurück, sprich der normale Zyklus regelt – wenn wir Pech haben, gehen wir daran zugrunde. Wie auch immer das dann aussehen wird.

Wichtige Störfaktoren

Jetzt habe ich aber lange geredet. Es folgt ein Bildchen, auf dem ich mal einige “Mito-Störfaktoren” nenne:

Mito Dysfunktionen Ursachen 1 1

Ich habe hier mal die vermutlich relevantesten Störfaktoren genannt und ein bisschen gruppiert. Insulinresistenz, Entzündungen und Lipotoxizität gehen alle in die gleiche Richtung. Insgesamt muss sowieso beachtet werden, dass diese Faktoren sich alle gegenseitig beeinflussen. TMAO senkt NO, Schwermetalle senken NO und hemmen die Schilddrüsenfunktion, Entzündungen machen relativen Eisenmangel und so weiter.

Nun weiß ich, dass der gemeine Leser all das eher nicht auf sich beziehen wird. Der wird sich denken:

  • NO? Was soll das sein?
  • Ich insulinresistent?
  • Ich soll zu viel Eisen im Körper haben? 
  • Neu5Gc? Ich ess doch nur täglich ein Schweineschnitzel.
  • “Organische Schadstoffe”?! Umweltgifte kenne ich nur aus der Zeitung.
  • Meine Schilddrüsenwerte sind ausgezeichnet … hat der Arzt gesagt. 
  • Der vegane Youtuber hat gesagt, Ferritin von 30 ist voll ok. 
  • Oder noch besser: Tierfette en masse und kiloweise Rind sind doch total geil.

Ein bisschen edubily lesen

Du versteht sicher, auf was ich hinaus will. Ich weiß schon, dass viele Leser das nicht ernst nehmen wollen und eher weglächlen. Für die anderen, die ernsthaft dran interessiert sind, mal was zu ändern und wirklich auch bereit sind, mal eine Weile restriktiv zu leben und all diese Faktoren weitestgehend aus der Nahrung zu streichen, dem kann ich unser neustes Heftchen wärmstens ans Herz legen. Genau genommen – und wer aufpasst, wird das merken – fügen wir hiermit nur die wichtigsten Teile einer jeden erfolgreichen Ernährungsform zusammen. Es geht schließlich immer um die Prinzipien dahinter.

Die Mitochondrien werden’s danken. Mit Energie und … einer gesunden Psyche ;-)

14 Comments

  1. Sara Korkor 08.02.2021 at 20:46 - Antwort Kommentar melden

    Guten Abend zusammen!!
    Welcher ferritin Wert ist denn optimal!!?
    Und was tun,wenn der Körper Eisen nicht richtig aufnehmen kann!?
    Vielen Dank und lg

    • Chris Michalk 09.02.2021 at 10:44 - Antwort Kommentar melden

      Woran machst du denn fest, dass der Körper es nicht gut aufnimmt?

      Ferritin von 80 bis 120 wohl.

      • Dirk 12.02.2021 at 10:11 - Antwort Kommentar melden

        Hallo Chris,
        es wird im Zusammenhang mit Ferritin immer wieder von falsch hohen Werten bei Entzündungen gesprochen. Gibt es dazu irgendwelche Richtwerte? Mein Ferritinwert ist immer um die 230, der Eisenwert aber immer am unteren Limit (zuletzt 78 µg/l, Referenzwert 70 – 180) bei einem erhöhten CRP (3-8, Referenz 0-5, vermutlich bedingt durch Hashimoto). Weder mein Arzt, noch ich können die Werte so richtig interpretieren. Daher wäre es toll, wenn es verlässliche Daten dazu gäbe. So oder so, vielen Dank für deine Arbeit. Ihr seit meine erste Anlaufstelle für solche Themen, zusammen mit Rhonda Patrick.

        • Naknappja 14.02.2021 at 08:05 - Antwort Kommentar melden

          Mein Mann hatte einen Ferritinwert von 1200. Seit Okt. haben wir die Ernährung umgestellt, keine Milchprodukte, kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, kein weißer Zucker. Jetzt liegt der Ferritinwert bei 500 und der CRP bei 2,5. Die Ärztin kann sich auch nicht erklären weshalb der Wert so hoch ist/war. Meine Vermutung…. Fleisch und Zucker…. mein Mann würde am liebsten den ganzen Tag Fleisch essen und Cola trinken. Jetzt muss er Gemüse zu seinem Fleisch essen. Zwei bis dreimal war er im letzten Jahr zum Aderlass. Übrigens waren sämtliche Fettwerte hoch, incl. Leberwerte. Er ist von dünner Statur.

          • Sylvia Wollensak 15.02.2021 at 13:31 - Antwort Kommentar melden

            Bei dauerhaft (stark) erhöhten Ferritinwerten bitte auch an angeborene Aufnahme/-Verwertungsstörungen denken (Hämochromatose, HFE-Gen).

          • Chris Michalk 15.02.2021 at 13:36 - Antwort Kommentar melden

            Ja, dann muss er definitiv mal rotes Fleisch streichen. Und Sylvia hat recht: Ich hab auch eine HFE-Genvariante, die mit erhöhter Eisenaufnahme einhergeht. Hier muss ich auch aufpassen.

            • Dirk 15.02.2021 at 16:23 - Antwort Kommentar melden

              Danke für die Antworten, aber das war eigentlich nicht meine Frage. Hämochromatose habe ich sicher nicht, meine Transferrinsättigung ist bei ca. 30%. Das war aber auch eher eine Antwort für Naknappja, wenn ich das richtig interpretiere. Mein Problem ist ein niedriger Eisenwert, oft auch unter der Referenz, obwohl mein Ferritinwert okay ist. Meine Vermutung ist, dass ich zu wenig Eisen habe und der Ferritinwert durch den erhöhten CRP falsch hoch ist. Ich habe aber keine Idee, wie ich das verifizieren könnte.

              • jfi 16.02.2021 at 10:02 - Antwort Kommentar melden

                Ganz einfach: Bring dein CRP runter und schaue was die Werte dann machen. Eisen steigt bei Infekten/Entzündungen aber normalerweise auch an.

                CRP runter bringen kannst du über Magnesium, Astaxanthin und andere Antioxidantien, ein gutes Multi, viel Alltags-Bewegung (Spazieren gehen), kalte Duschen und Sauna.

  2. Marc 18.02.2021 at 11:05 - Antwort Kommentar melden

    Danke für den Beitrag, die Liste der Symptome war ernüchternd…
    Also, ich mache viel Sport, achte auf gesunde Ernährung, ergänze mit euerm Multi, sowie noch Vit. D und Magnesium und trotzdem plagen mich einige der genannten Symptome wie Müdigkeit, keine Power/Energie und Konzentrationsprobleme. Ich find’s schwierig, da jetzt noch weitere mögliche Ursachen eingrenzen zu können. Der letzte Check-Up beim Arzt war i.O., und die “Stoffwechsel-Sünden” aus euerm Heftchen beschränken sich im Prinzip nur noch auf Kaffee und Gluten (Vollkornbrot)…

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit den Zustand der Mitochondrien konkret untersuchen zu lassen oder geht das nur indirekt über andere Blutwerte / Symptome?

    • kai 18.02.2021 at 19:57 - Antwort Kommentar melden

      Gibt es eigentlich eine Möglichkeit den Zustand der Mitochondrien konkret untersuchen zu lassen oder geht das nur indirekt über andere Blutwerte / Symptome?

      glaub das ist eher so Heilpraktiker Hokus Pocus oder?
      Habe schon “Test” auf Laboren gesehen aber, mal ehrlich, wie soll das gemessen werden?

      • Chris Michalk 19.02.2021 at 11:25 - Antwort Kommentar melden

        Nee, ist kein Hokuspokus. Die Mitochondrienaktivität kann man sehr gut messen, sogar die Entkopplungsrate, der oxidative Stress uvm. – ob das am Ende irgendwie zielführend oder besonders aussagekräftig ist, sei mal dahingestellt.

  3. Ariane 30.04.2021 at 20:36 - Antwort Kommentar melden

    Hallo Chris, tolles ebook, kurz und knackig ;) Bin jetzt neugierig auf euer Buch. Aber trotzdem eine Frage. Wie stehst du zu Eiseninfusionen? Mein Ferritin ist seit knapp 3 Jahrzehnten (bin 44) immer unter 20/30. Hatte nach einer Stresskardiomyopathie mit ungeklärter Ursache eine Anämie. Kardiologe, Frauenarzt etc raten mir aber immer nur zu mehr eisenhaltigen Lebensmitteln und Eisentabletten. Trotzdem steigt Ferritin nicht über 25, fällt dann aber auch gerne wieder ab. Für die Ärzte ein “ausreichender” Wert??!! Blutende Stellen im Darm, Myome etc wurden ausgeschlossen. Ich mache gerne und viel Sport, ernähre mich gesund (seit 2 Jahren kein Zucker, kein Gluten, einige Zeit streng keto zum abnehmen, jetzt im Wechsel keto, low carb mit viel Gemüse, Salaten, gutem Fleisch etc. Dazu NEM´s wie VitD3, Mag, euer Multi ..) Schilddrüse und Hormone sind laut “gängigen” Laborwerten alle in der Norm. Ich habe eigentlich immer “schwere Beine” und mental fühle ich mich oft lethargisch. Hast du einen Tipp wie ich Ferritin signifikant erhöhen kann, bzw welche Gegenparameter ich noch prüfen sollte bevor ich eine Infusion in Erwägung ziehe?? Finde ich dazu Erklärungen in eurem letzten Buch?
    Gruß Ariane

    • Chris Michalk 01.05.2021 at 13:41 - Antwort Kommentar melden

      Hallo Ariane,
      hast du mal Leber probiert? Der Körper braucht für eine Eisen-Verwertung vor allem viel Vitamin A und Kupfer.
      LG

      • Ariane 02.05.2021 at 17:14 - Antwort Kommentar melden

        Hallo Chris,
        lieben Dank für deine Antwort. Bio-Rinderleber haben wir seit kurzem neu auf unserem Speiseplan ;). Mein Kupfer ist eher niedrig, im unteren Drittel der “gängigen” Norm. Ebenfalls sehr niedrig ist auch Eisen, Calcium und Chrom und auch leider Magnesium. Ich nehme seit ca 1 Monat 1x tgl euer Multi. Dank eures ebook über Superfoods suche ich mir jetzt noch mal verstärkt Lebensmittel mit viel Vit A und Kupfer. Aber ich denke, dass auch meine Schilddrüse, trotz “gängiger Werte” nicht im Lot ist, zumindest sagt mir das mein Körpergefühl, dass da etwas nicht stimmt. Kannst du mir da einen Test für daheim empfehlen? Lykon bietet ja leider keine Schilddrüsentests an ..
        Lieben Gruß
        Ariane

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