Ernährung

Druck’s dir aus: Dein Ernährungsplan fürs neue Jahr.

Ganz kurz zu Beginn: Nimm’s dir zu Herzen … Schreib’s dir auf deine Fahnen fürs neue Jahr. Dann wird nicht nur das Leben der Gemeinschaft besser – sondern auch dein eigenes. Am Ende des Jahres kannst du uns ja dann erzählen, wie’s war. 


Hallo erstmal, im Jahr 2020. Ich dachte eigentlich, wir würden im Jahr 2020 endlich mal zum Mars fliegen. Stattdessen … wie immer das gleiche. Ernährung noch primitiver als in der Steinzeit.

Drum lass uns doch zunächst mal wieder über Ernährung sprechen. Das ist der beste Start ins Jahr 2020.

Ernährung heutzutage: Kopfschmerz

Das Thema Ernährung wird deshalb so kontrovers diskutiert, weil es … wie im echten Leben ist: Mit viel Liebe kann man ein Puzzle-Teil nehmen und in ein anderes Puzzle setzen. Selbst dann, wenn das Stück gar nicht so gut passt.

Dank des menschlichen Gehirns und seinen vielen Eigenheiten geht das in Wahrheit noch viel einfacher als beim Spiel. Denn wenn dem Gehirn etwas nicht passt, wird’s halt passend gemacht.

Man muss dem anderen (oder sich selbst) nur gut zureden, die Sache ein bisschen eindimensional betrachten, ein paar Details und das große Ganze ausblenden … und schon ist die Illusion perfekt.

Das menschliche Gehirn setzt dem Ganzen dann zusätzlich noch eine Krone auf: Denn weil es kognitive Dissonanz so sehr hasst, schränkt es sein eigenes Sichtfeld noch mehr ein, um bloß keine andere Perspektive einnehmen zu müssen.

Wer sich also immer gefragt hat, warum so krasse Filterblasen überall entstehen … Here you go.

Du brauchst dann nur noch ein paar Leute, die fest davon überzeugt sind, dass sie Ernährung verstehen, und schon greift der Dunning-Kruger-Effekt. Große Klappe, nix dahinter, Scheinargumente – aber immerhin liest es sich gut, und wird mit Vehemenz und im Stile einer jugendlichen Hybris an die Masse getragen.

Ernährung kann man nicht theoretisch erfassen

Speziell was Ernährung betrifft, gibt es zudem eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis. Die Ernährungswissenschaft versucht etwas, was aus Tausenden Bestandteilen besteht, in sich Auf- und Abwärtsspiralen, und Synergismen entstehen lässt, unfassbar dynamisch ist … in seine Einzelteile zu zerlegen.

Was kommt beim Laien an? Der sieht das aus der Ferne, weil die Zeitungen diesen Häppchen, die die Wissenschaft da ausspuckt, immer nachspringen wie die Katze einer Maus.

Und das Resultat ist dann „Wissenschaftsverdrossenheit“. Ich nenne das dann immer: Inflationärer Gebrauch von Wissenschaft … und seine Folgen. Kennen wir ja von der Politik, aber das ist ein anderes Thema.

Ich reg mich nicht mehr auf. Wenn mir wieder irgendein Video geschickt wird, von Leuten, die Themen einfach komplett aus dem Zusammenhang reißen, das Puzzle-Stück nehmen, in ein ganz falsches Puzzle setzen wollen … und es anderen Leuten auch noch als Wahrheit verkaufen.

Ich weiß mittlerweile: Ernährung kannst du dir weder erdenken, noch auf Grundlage von Theorie lernen. Und Ernährung kannst du den Leuten auch nicht erklären. Ernährung muss man erlebt haben.

Ernährung muss anders gedacht werden

Ernährung kann nur schwer oder kaum theoretisch erfasst werden, weil wir mit einer Ernährungsumstellung nicht nur das umstellen, was auf dem Teller liegt, sondern sowohl sämtliche Veränderungen auf Mikroebene vornehmen, als auch unser komplettes Verhalten im Alltag ändern.

Das geht automatisch. 

Das Resultat ist, dass eine Ernährungsform den ganzen Lebensstil prägt – es ergibt sich also eine ganz eigene Spirale. All das kann man gar nicht theoretisch erfassen, weswegen nur bleibt, die Leute dazu zu motivieren, es selbst herauszufinden.

Der einzige Knackpunkt:

Die Ernährung, die die beste Systemkopplung gewährleistet, gewinnt. 

Kopplung bedeutet, dass der Körper die für jeden Reiz beste Antwort nutzen kann. Die Menschen heute leben vielfach in Systemen, die stark entkoppelt sind und daher auf viele Reize maladaptiv reagieren.

Einfaches Beispiel: Adaptiv wäre, dass der Körper die Kohlenhydratoxidation hochschraubt, wenn mehr Kohlenhydrate gegessen werden. Maladaptiv ist, wenn der Körper stattdessen mit chronischer Hyperinsulinämie reagiert.

Das ist Ernährungsdenken 2.0 – ein ganz anderer Zugang, als das, was wir sonst so lesen und hören … und noch in 20 Jahren aufs Brot geschmiert bekommen.

Und womit gewährleistet man die beste Kopplung? Mit einer Ernährung, bei dem das Feedback-System am besten arbeitet, weil man seine eigene, durch die Evolution geformte Biologie nicht übergehen kann. Diese Ernährungsform gibt es, und die heißt „Paleo Diet“ (edubily-optimiert ;-).

  • Obst, Gemüse, Salat
  • mageres Fleisch (vorwiegend Geflügel <- kein Neu5Gc)
  • Fisch (am besten aus Seen und Flüssen)
  • Samen, Nüsse, Tierfett, ein paar Eier
  • Stärkehaltige USOs (Kartoffeln usw.)

Oder anders ausgedrückt: Wann immer du auf deinen Teller guckst, frag dich mal, ob du das auch in der Wildbahn so vor dir hättest. Umgekehrt kannst du dich fragen, ob du überleben würdest, würdest du dieses oder jenes nicht essen.

Ach ja: Nimm ein Multi dazu. Basisversorgung. Und iss möglichst regional und unverarbeitet. Klingt hart, ist es nicht.

Iss mal so … and see the magic unfolding. Dein ganzer Lebensstil wird sich auf Knopfdruck ändern. Sofern du es auch mal kompromisslos durchziehst.

Dann wirst du dich nicht mehr fragen, wie viele Kohlenhydrate ok sind, dann wirst du sehen, dass du oft genug gar nicht so viel Fleisch und Protein isst, dass du oft genug überhaupt wenig isst, weil du wenig brauchst … und so weiter.

Dann spielt die Theorie kaum mehr eine Rolle, weil die Praxis halt anders ist als das, was die meisten sich in ihren Köpfen zusammenfantasieren, wenn sie über Ernährung philosophieren.

Ein paar Anmerkungen

  1. Ich sage nicht, dass es nicht auch anders geht als „Obst, Gemüse, mageres Eiweiß, Fett und stärkehaltige USOs“ (auch „Paleo“ genannt). Aber das gewährleistet die beste Kopplung. Ein Startpunkt.
  2. LEIDER GOTTES wird das, was hier steht, aus den Gründen, die ich hier auch genannt habe, seltenst genau so umgesetzt. Und weil ich mich nicht als Pfarrer einer Gemeinde oder Prophet sehe, werde ich auch nicht zum Überzeugungtäter, der hier gebetsmühlenartig dieselbe Leier runterbetet. Aber: Wer nicht hören will, muss fühlen. Das gilt für jeden von uns. Wer das hier noch nicht zu 100 % (ja, das heißt auch ohne Kaffee und Wein) ausprobiert hat, der braucht keine Mail-Anfragen zu schicken.
  3. Kaffee wird keinen umbringen. Aber es fällt mir zunehmend auf, dass Menschen den Normalzustand (= ohne Kaffee) nicht mehr aushalten können. Das liegt u. a. daran, dass das System nach dem „Absetzen“ erst wieder koppeln muss. Und selbst dann kann das Leben manchmal ein bisschen härter sein. Aber auch in diesem Fall kann man davon ausgehen, dass der Körper entsprechend adäquat und ordentlich auf die Umwelt reagiert, weil er darf. Ist das so schwer zu verstehen? Drogen scheinen den Menschen das Gehirn zu vernebeln.

Komm vorbei auf Instagram

Außerdem: Wir haben einen Instagram-Kanal. Dort wird es in Zukunft exklusive Instagram-Beiträge von uns geben. Gerade eben gab es wieder einen Beitrag zu Cholin. Einfach mal unten aufs Bild klicken. Auch unsere Story brummt Tag für Tag.

edubily instagram cholin

Auf ein erfolgreiches Jahr! 

übersicht

Kommentare (60)

  1. Tja, „the world is what you think it is“; für viele. Dass da oft genug nur veritabler Selbstbetrug hinter steht wird vielfach gar nicht wahrgenommen, weil es eben nicht in die selbst erdachte „Realität“ passt. Gilt nicht nur für Ernährungsfragen.
    Danke Chris, für deine stetigen Augenöffner.

    Ein gesundes und erfolgreiches 2020
    Thorsten

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Da hast du absolut recht.

      Ich wünsche dir auch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

  2. Hallo !

    Zuerst einmal ein frohes neues Jahr und vielen Dank für die unzähligen Infos, Denkanstöße und Impulse verbunden mit der Möglicheit sich auszutauschen oder auch nur still mitzulesen.

    Keep up the great work !!!

    Wie lange muss der Kaffeeverzicht denn mindestens andauern um “ the magic unfolding “ möglich zu machen ?

    Grüße Ben

    1. Danke Ben für deinen Kommentar!

      Das mit der „magic“ war eher auf den ganzen Lebensstil bezogen. Man wird aber nach ein paar Tagen merken, was der Kaffee alles so macht mit einem. Für mich persönlich ist das genug „magic unfolding“ – vielleicht nimmst du dir mal 60 Tage Auszeit. 30 ist wohl zu kurz – nach 60 kann man ein erstes Fazit ziehen.

      LG und ein gesundes neues Jahr!

  3. Wie fast immer ein Artikel mit genialem Schreibstiel, respekt!
    Was sind denn USOs??? Habe im web nix gefunden, bin wohl zu doof 🙂

        1. „gemeinsam kochen“ na wenn das nicht so auch im Buch steht, je länger ich mich mit dem ganzen Thema beschäftige, desto öfter denk ich mir „halt, das hat Chris doch so auch schon im Buch erklärt“ 😀

  4. Hallo Chris,
    schöner Artikel…und genau so leben wir, meine Frau und ich. Einzig: ich sehe Neu5Dingens nicht so kritisch und esse daher auch reichlich Entrecote und ich geniesse meine 2 Tassen Kaffee zum Frühstück; da ich ja schon keinen Schluck Alkohol mehr trinke sind diese 2 Tassen eine der wenigen Freuden im Leben; natürlich liebevoll mit Siebträgermaschine und perfekter Bohne (Azucar…allein der Geruch) zubereitet 😉 …sonst bin ich voll dabei…genau so. Und der letzte Blutcheck war auch entsprechend überzeugend gut 🙂
    LG,
    Robert

    1. Hi Robert,
      danke dir! Wünsche dir (und deiner Frau bzw. Familie) an der Stelle auch schon mal ein gutes neues Jahr 🙂 Ich weiß, dass du sehr sehr vorbildlich lebst und entsprechend gesund bist. Das freut mich!
      Zum Neu5Gc: Wart mal ab. Was Gluten für den Darm ist, wird irgendwann Neu5Gc für die Bluthirnschranke sein. Du wirst mal noch an mich denken 😛 Mikrovaskuläre Dysfunktionen und so. Aber … klar ist auch: Dein Lebensstil ist so on point, dass es die Effekte stark abschwächen wird. Netto profitierst du dann eher vom red meat, jedenfalls in moderaten Mengen.
      LG

      1. Hi Chris,
        Dir auch ein gutes und erfolgreiches neues Jahr! Ja vielleicht wird Neu5Gc sowas wie Gluten, ggf. braucht man aber auch das falsche „Gen“ dafür, wie bei Gluten (HLA DQ); mir fehlt so ein bißchen der Glaube, weil wir (sehr wahrscheinlich) viele Millionen von Jahren rotes Fleisch gegessen haben, wie Du ja auch zu Beginn des Buches schreibst. Aber mal schauen; es ist ja nicht so, dass man das Thema komplett ignoriert. Ich halte Zucker nur für wesentlich problematischer 😀 …ich glaube, da sind wir uns auch einig 😉
        LG,
        Robert
        PS: Meine Frau und ich haben Leber übrigens jetzt in unser Leben fest integriert. Samstags gibt es Leber. Punkt. Und man gewöhnt sich dran 😉

        1. Na ja, Gluten reißt ja bekanntlich bei jedem Löcher auf im Darm. Und man sollte beachten, dass Wildfleisch möglicherweise kaum mit unserem Stallrind zu vergleichen ist. Aber wie bereits geschrieben: Du lebst eh gut. 😛

  5. Hallo Chris, wieder ein super Artikel. An der Kaffee-Sache arbeite ich, Dank dir. Ansonsten läufts. 😀
    Liebe Grüße,
    Elfi

    PS: Neujahrsgrüße hatten wir schon per Mail 😂

  6. Man kommt eben wie ein Jojo unweigerlich immer wieder zu den Basics zurück. Ein guter Artikel, danke!
    Beim Neu5Gc geht es mir ähnlich wie Robert. Habe kürzlich wieder mal in Eurem Stoffwechselbuch geschmökert. Da empfehlt Ihr noch ausdrücklich Wiederkäuerfleisch. 🙂 Vielleicht sollte man seinen Fokus mehr auf Wild legen anstatt auf Menschen-gezüchtete Arten. Das hat zudem den höchsten Carnitingehalt, weswegen ich auch generell nicht auf rotes (Säugetier-)Fleisch verzichten möchte. Mir fällt sonst keine bessere Quelle ein.
    Mag sein, dass ich die Carnitinzufuhr überbewerte, aber kann man „nur“ mit Geflügel und Fisch den Bedarf decken?

    Gruß Lutz

    1. Keine Panik! Auch im aktuellen Buch „empfehlen“ wir Wiederkäuferfleisch. Es ist nun mal mit das mikronährstoffreichste Lebensmittel, was wir haben. Dazu stehen wir nach wie vor. Und es ist auch so wie du sagst: Wir haben zwar kaum eine Übersicht über den tatsächlichen Neu5Gc-Gehalt in diversen Fleischsorten. Aber die erste Datenlage deutet daraufhin, dass Wild auf jeden Fall viel besser abschneidet und in manchen Wildsorten Neu5Gc gar nicht zu finden ist. Insofern: Moderate Mengen, in einen gesunden Lebensstil integriert, ggf. vorwiegend Wild … und Neu5Gc dürfte kaum mehr ein Problem sein.

    1. Steht ja nicht da, oder? 😛 Milchprodukte kann man sicher konsumieren, halte ich aber nicht für notwendig und auch nicht unbedingt zielführend. Kommt immer darauf an, wie sehr man sich an der Ideallinie orientieren will.
      Whey ist da irgendwo ne Ausnahme, weil es halt eine überragende Aminosäurenkomposition aufweist und speziell fürs Training bereichernd sein kann. Muss jeder für sich selbst entscheiden.

  7. Toller Beitrag – kurz und knackig auf den Punkt. Mich würde nochmal interessieren ob man Kartoffeln auch durch Kürbis, Karotte oder sonstiges Gemüse ersetzen kann?
    Zählen Haferflocken und Bohnen auch zu einer gesunden Ernährung oder sollte man hier aufpassen? (Lektine / Anti Nährstoffe?) Gibt es ne Obergrenze pro Tag?
    Gleiche Frage zu Fleisch und Fisch, wie viel gramm pro Woche / Tag gelten als „ideal“ also weder zu viel noch zu wenig?
    Gutes neues Jahr mit hoffentlich vielen neuen Beiträgen 🙂

    1. Hi, danke dir 🙂 Wichtig ist, dass man in der Ernährung quasi eine Basis hat, die zu 100 % funktioniert. Ohne Störfaktoren, oder sonstige Parameter, die einem die Gesundheit versauen können. Wir sind aber nicht so dogmatisch, dass wir z. B. sagen, dass Haferflocken nie wieder gegessen werden sollten. Darüber haben wir bewusst nicht geschrieben, weil man sich dann schnell wieder verrennt. Kürbis und Co. gehören aber definitiv dazu.
      Ich für meinen Teil halte mich relativ strikt an die „reinste Form“ hier, denke aber, dass es für viele auch in Ordnung ist, ab und zu Bohnen oder Haferflocken zu essen. Bevor man solche Nahrungsmittel in den Speiseplan integriert, sollte man vorher aber einige Wochen ganz strikt gelebt haben, damit man ein Gefühl dafür kriegt. Zum Rest: Auch alles Gefühl. Ich denke nicht, dass es da bestimmte Zahlen gibt, man muss da einfach auf seinen Körper hören, das klappt auch wunderbar.

      1. Vielen Dank! Ich fragte weil ich tendenziell eher low carb esse, da ich Kohlenhydrate einfach nicht gerne mag. Ich muss mich regelrecht zwingen diese zu essen. Gemüse esse ich dafür liebend gerne (1kg am Tag) aller Art. Jedoch keine Kartoffeln und kaum Bohnen. Durch eure Artikel über low carb habe ich nun etwas Angst das ich zu wenige esse. Derzeit bin ich bei ca. 80-120g Carbs, >60g Fett und ca. 150g Protein bei ca. 1600Kcal. Ist halt doch schon low carb oder? Muss ich mich weiterhin zwingen mehr Kohlenhydrate zu essen oder reicht mein Gemüsekonsum auch? Ballaststoffe hab ich ja allemal genug und Fette sind überwiegend gesunde pflanzliche Quellen mit teils Käse wie Parmesan oder Lachs.

        1. Würde ich auch nach dem Gefühl gehen. Wenn du dich gut fühlst, und dein Stoffwechsel damit gut läuft (immer schön warme Hände, kein Dauerfrösteln, regelmäßiger Stuhlgang, keine Kalorienrestriktion nötig um Gewicht zu halten, Libido iO usw.), dann sehe ich keinen Grund was umzustellen.

      2. Viele Leute würde es sicher sehr interessieren, wenn du ein paar Tage dokumenntierst, wie und was du gerade gegessen hast!

          1. Chris! Irreführend sicher für manchen. Aber es wäre total interessant mal eine getrackte Woche von Dir zu sehen! Das wollte ich schon ein paar Mal fragen doch war mir die Antwort eigentlich schon vorher klar 😉

            1. Die meisten Leser hier können sehr gut differenzieren und werden nicht einfach dein Essen kopieren. Für solche Leute wäre das durchaus interessant. Alle anderen werden sowieso täglich im Netz durch etwas verwirrt, spricht also nix dagegen, das zu machen:-)

  8. Hallo Chris,
    schöber Artikel gefällt mir sehr.

    Saisonal zu essen hast du jetzt nicht extra aufgeführt, aber ich denke mal das passiert fast automatisch wenn man regional isst und alle anderen Vorgaben beachtet. Denkst du, dass Sasional zu essen dem Körper auch hilft auf Umweltreize korrekt zu reagieren? So nach dem Prinzip Nahrungsmittel als Information über die Umwelt für den Körper. Letztendlich enstehen dann ja auch gewisse Zyklen im Ernährungsverhalten ganz automatisch.

    Viele Grüße
    Alex

  9. Vorausgesetzt man beachtet diese Basic’s schon – wie sieht es mit der Qualität aus? Bezüglich Fisch, ist fetter Lachs für Omega 3, Wildlachs oder Räucherlachs besser? Kann man ohne Bedenken ca. 30-40g Nüsse am Tag essen ohne diese einzuweichen? Wie sieht es mit Hülsenfrüchten aus – täglich ca. 100g oder lieber reduzieren? Welche Sorten eignen sich besser / schlechter? Gehört zu den USO’s auch z.B Rote Beete und Möhren? Muss man sich bei Geflügel und 2x pro Woche Rindfleisch Sorgen um Antibiotika machen oder wird dies beim erhitzen zerstört? (Wenn ja welche Zeit und Temperatur?). Esse zusätzlich am Tag noch 500g Magerquark und ggf fetten Schafrohmilchkäse – geht das klar oder reduzieren?
    Sind zwar denke ich mal Kleinigkeiten bei sonst sehr gesunden Ernährung aber würde mich alles mal sehr interessieren um das Beste aus meiner Gesundheit zu machen.
    Danke für den super Beitrag!
    Gutes neues Jahr und viel Gesundheit. Lg

    1. Hallo,
      Qualität ist immer das Wichtigste. Mal noch kurz was Grundsätzliches: So, wie wir es schreiben, so meinen wir es auch.
      1) Besser kein oder wenig Meeresfisch. Wenn, dann ja, Wildlachs. Ich esse ab und zu Sockeye. Aber grundsätzlich gilt, dass speziell fette Fischsorten stark mit Umweltgiften belastet sind und entsprechend selten gegessen werden sollten. Nimm für O3s lieber eine Regenbogenforelle aus hiesiger Biozucht.
      2) Klar, eine Hand voll Nüsse kann man immer ohne Probleme essen.
      3) Hülsenfrüchte sind für mich im Graubereich. Ich esse kaum welche, sehe sie aber jetzt auch nicht so extrem kritisch. Deshalb sollte hier jeder auf sein (Körper-)Gefühl achten. Für mich die beste Wahl sind Linsen und Kirchererbsen.
      4) Ja, zu USOs gehören natürlich auch Beten und Möhren, Wurzelgemüse halt.
      5) Nein. Antibiotikarückstande gibt’s vornehmlich bei Geflügel, und dann auch nicht im Fleisch sondern im Knochen. Daher sagen wir ganz klar: Gib dein Geld für qualitativ hochwertiges Fleisch aus. Schau mal ob du ne Geflügelzucht bei dir hast oder so.
      6) Milchprodukte sind für mich auch im Graubereich. Kann man machen, bei Leuten, die Probleme jeglicher Art haben, würde ich sagen: nein.

      Dir auch ein gutes neues Jahr. 🙂

      1. Wow, vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort! Damit ist mir wirklich geholfen.
        Wenn ich mein Fischkonsum auf Forelle beschränke, wie viel pro Woche sollte es sein um mein O3 Bedarf zu decken? Ich dachte immer Forelle hat recht wenig.
        Okay, also Kartoffeln lieber den Hülsenfrüchten vorziehen. Was meinst du Haferflocken, Amaranth gepufft und Mais? Gute Quellen für Carbs? Das ist spannend mit dem Antibiotika im Knochen, was Neues dazu gelernt 🙂 Werde mal Ausschau halten.
        Gibt es eigentlich einen Zuckerersatz den man safe verwenden kann? Sucralose? Frage aufgrund der Darmflora und ggf schädigender Wirkung.
        Grüße und nochmals Danke!!!

        1. Wir sind nicht gegen Zucker. Wer z. B. Saft mag, kann auch mal O-Saft trinken oder so. Finde eine ausreichende Zucker-Zufuhr in vielen Settings auch wichtig für einen guten Stoffwechsel. Kann man hier im Blog aber auch nachlesen (und im Buch auch).
          Forelle: Geh nicht nach irgendwelchen „Bedarfswerten“, die du anstreben willst. Meiner Erfahrung nach reicht regelmäßige O3-Zufuhr locker, keiner muss täglich penibel genau seine O3-Zufuhr beachten. 200 g Forelle in der Woche und hier und da mal ein paar gute O3-Kapseln einschmeißen … reicht.
          Und ja, USOs vor Hülsenfrüchten.
          Haferflocken, wie gesagt, muss jeder für sich selber entscheiden. Amaranth und Mais mal ok, aber keine Grundnahrungsmittel.
          LG

          1. Mir vielen noch 2 Fragen ein. 1) Zu den Nüssen, geröstet auch in Ordnung? Entweder gekauft (ist Sonnenblumenöl bei) oder als Alternativ eine Möglichkeit selbst schondend zu rösten? Hab schon gehört das geht auch in der Mikrowelle wäre ja glaube am Besten was Vitaminverlust angeht oder? 2) Sind Süßstoffe trotzdem in Maßen okay? 3) Mindestmenge pro Makronährstoff? Protein 2g /kg. Fett 1g/kg oder mehr / weniger? Carbs min. 100g / mehr oder egal?
            So danach hab ichs dann. – Danke für die Mühe und Geduld 🙂

            1. Klar, geröstet kann man auch essen. Wüsste aber nicht, wieso man das selbst machen sollte, wenn man davon eh nicht mehr als ne Hand voll isst am Tag.
              Süßstoffe in Maßen sind ok. Für die Makronährstoff-Frage liest du am besten mal unser Buch, da ist das hinlänglichst beschrieben 😛

              1. Ich frage wegen den Nüssen weil die gerösteten ja angeblich weniger gute Fettsäuren haben sowie Vitamin E und Antioxidantien oder? Die werden ja gekauft in billigen Pflanzenölen Pflanzenölen geröstet, sind da nicht sogar dann auch Transfette bei? Ansonsten welches Buch denn? Werde es mir dann bestellen! 😛

  10. Super Artikel, ich stecke immer noch in diesem „Übergangsdenken“ fest. Habe auch immer nach Alternativen gesucht, sprich Pseudogetreide & Co. Habe es insgesamt enorm schwer mien Gewicht zu halten und falle dann auch regelmäßig wieder auf ungesundes zurück, wenn ich es aus irgendwelchen Gründen nicht geschafft habe genügend gute Lebensmittel zur Verfügung zu haben.
    Als Ende letztes Jahres meine Schilddrüsenwerte gut und böse durchbrachen habe ich erneut hinterfragt ob es nicht besser ist auf Null zu gehen. Es spielt bei mir auch Stress eine große Rolle. Ich bin aber überzeugt, dieser ist auch durch falsche Nahrung induziert.
    Bin für mich lediglich bei der Frage der Fleischwahl auch skeptisch – eigentlich bekomme ich gute Rückmeldung von meinem Körper, aber z. B. 400gr Ribeye, kein Problem (Mache ich natürlich nicht 5x/Woche & Weidenrind vom Erzeuger). Bei magerem Hähnchen muss ich mich schon über die 200 gr zwingen. Da ich zu Untergewicht neige und sonst keinen Schimmer habe wie ich meinen Energiebedarf decke werde ich da erstmal bei bleiben. Halte ich für natürlicher als täglich Unmengen Olivenöl. Auf jeden Fall hast du mir hier noch ein paar Fragen beantwortet, in Bezug auf Hülsenfrüchte & Co. Jetzt nur noch den Schweinehund im Würgegriff halten und auch durchziehen.

  11. Wegen den Nüssen würde mich aber trotzdem nochmal interessieren ob beim Rösten Vitamine / 03’s / Antioxidantien verloren gehen und ggf Transfette entstehen durch die Pflanzenöle die eingesetzt werden?
    Ansonsten, welches Buch meint ihr? Wo bestelle ich das?
    Lg

      1. Cool danke wird bestellt. Aber bitte beantworte noch diese letzte Frage zu den Nüssen… Das interessiert mich brennend. Dann bin ich auch ruhig & les schön brav das Buch 😀

        1. Ich würde sagen: Nicht deutlich. Im Gegenzug wird sich aber der Antinährstoffgehalt reduzieren und die Spurenelemente besser zugänglich machen. Unterm Strich dürfte es egal sein, ob man röstet oder nicht.

          nährstoffgehalt rösten nüsse

        2. Gut, dass du die Frage zu gerösteten Nüssen beantwortest, Chris. Selbige Frage…Transfette…stellte ich mir nämlich auch schon. Ich liebe geröstete, gesalzene Cashews.
          Obwohl ich viele Nüsse esse, …üvetwiegend unbehandelte, stellte ich, bezogen auf die Phytinsäure, keine Defizite bei Mineralien fest, ganz im Gegenteil, die Werte sind gut.

          1. Ich denke, man muss alles immer relativ sehen. Brate ich einen Fisch … entstehen auch Transfette. Nutze ich Olivenöl zum Braten … entstehen auch Transfette. Sogar im Körper entstehen natürlicherweise Transfette. Und es gibt sogar Transfette, die gesund sind (konjugierte Linolsäure). Ergo: Man sollte sich einfach damit abfinden, dass der Mensch schon immer Transfetten ausgesetzt ist. Das Problem ist nicht die geröstete Nuss, von der man mal 30, 50 oder gar 100 g isst. Problem wären eher sowas wie frittierte Pommes, Croissants, Chickenuggets, Chips usw. Heißt: Wer auf solche Industrieprodukte verzichtet, nimmt eh schon viel, viel weniger Transfette zu sich.
            Zu Nüssen noch: Ich sehe Nüsse auch als sehr wertvolle Mikronährstoffquelle an und gehe davon aus, dass diese eine Mischkost sehr bereichern können.

            1. Letzten Endes kommt es darauf an, wie hoch die Transfettwerte im Körper sind. Laut Labor sollen sie unter 1% liegen
              Jedes weitere %, verdoppelt die Infarktwahrscheinlichkeit.

              1. Ich denke ein Mix aus gerösteten und naturbelassenen Nüssen ist am Besten. So hat man Antinährstoffe teils reduziert und Mineralien besser aufgenommen durchs rösten. Auf der anderen Seite Transfette eingespart bei den ungerösteten… könnte ja passen 🙂 Wichtiger ist glaube Nüsse mit Schale zu essen (Mandel,Haselnuss…) denn da sind ja die meisten guten Inhaltsstoffe drin oder? Lg

              2. Denke dass das je nach Ernährungs- und Lebensstilkontext andere Wahrscheinlichkeiten sind. Würde mich nie auf irgendeinen Wert festnageln.

  12. Wie sieht es aus mit dem Einfluss der Darmbakterien? Finde dieses Thema sehr spannend – da es so viele Wiedersprüche gibt. Bohnen sollen gut sein weil Stärke, schlecht weil Lektine. Zu viel Fleisch soll schaden dabei sind Aminosäuren aus Fleisch doch so gut für den Darm, die einen sagen viele gute Fette, die anderen bloß nicht lieber fettarm… Was stimmt denn nun?
    Ist die Datenlage derzeit klar ob Süßstoffe wie Sucralose, Cyclamat etc das Mikrobiom negativ beeinflussen?
    Kann man dies mit Ballaststoffen ausgleichen? Und warum ist zu viel Salz schädlich?
    Ist Wurst aus dem Supermarkt bedenklich hinsichtlich Nitrat / Qualität oder safe zum konsomieren?
    Habe dazu noch keinen Blogeintrag gefunden,daher frage ich 🙂
    Mfg.

Kommentiere diesen Blog-Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..