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Darmgesundheit

Entzündungen: Was viele nicht verstehen

von Chris Michalk, Biologe
Chris Michalk
Veröffentlicht am (Zuletzt aktualisiert am 05.03.2021)

Entzündungen, vor allem chronisch-niedriggradige Entzündungen, sind gemein. Sie versauen einem das Leben.

  • Sie rauben Energie, indem sie den Energiestoffwechsel auf komplexe Weise ausbremsen,
  • sie machen insulinresistent,
  • entsprechend begünstigen sie Gewichtszunahmen
  • und zu allem Übel können sie massiv die Gesundheit des Gehirns beeinflussen.
  • Das macht dann ggf. Antriebslosigkeit, Depressionen oder Müdigkeit.

Wen stellen wir uns da vor? Genau. Den typischen Deutschen.

Pflanzenproteine können auch Entzündungen machen

Nun gibt es verschiedene Auslöser für solche Dauer-Entzündungen. Hintergrund ist quasi immer, dass der Körper irgendeinen Feind erkennt, den er bekämpfen will. Noch bevor man sich fragt, warum der Feind urplötzlich z. B. die eigenen Gelenke sind (Arthritis), sollte man sich vor Augen führen, dass das Immunsystem im Darm programmiert wird. Das ist keine Floskel. Jeder, der eine Darmerkrankung hat oder hatte, weiß, dass Essen, das den Darm entzündet (aha!), Entzündungsreaktionen im ganzen Körper aggressiver macht. Ein einfacher Zusammenhang also. Ärgere ich das Immunsystem im Darm, ärgere ich es im ganzen Körper – und das Immunsystem ärgert mich dann. Hehe.

immunsystem meme

Also. Essen, das den Darm entzündet. Hatte ich eben kurz angesprochen. Leider Gottes haben wir von Essen heutzutage eine sehr seltsame Vorstellung. Der Großteil der Deutschen etwa, muss sich „sättigen“ mit „Sättigungsbeilagen“, also Kartoffeln, Reis, Nudeln und so weiter. Das sind, grob gefasst, Pflanzenproteine. Was niemand weiß oder offensichtlich niemand versteht: Diese Pflanzenproteine machen etwas mit unserem Energiestoffwechsel. Diese „Sättigungsbeilagen“ sättigen nicht, weil sie bisschen Volumen und ein paar Kalorien schenken, sondern weil diese Pflanzenproteine sehr sicher eine eigene biologische Wirkung haben.

Denn bedenke: Proteine, die wir essen, haben immer eine eigene Bioaktivität, sprich Wirkung im Körper. 

Damit können sie komplex auch in die Neurochemie der Sättigung eingreifen. Nur weiß kein Schwein, wie genau diese Proteine bzw. Peptide wirken. In der Sprache von Prof. Wieler: „Wir wissen aber nicht genau wie die wirken, wie gut die wirken, was die bewirken…“ . 🙂 Spaß beiseite! Im Ernst: Es gibt einen Grund, warum die Karnivore Ernährung so erfolgreich auch Krankheiten therapieren kann, warum die Paleo-Autoimmunprotokolle, die Lectin-free diets und Wheat Bellys dieser Welt immer als Erstes mal Pflanzenproteine vom Speiseplan streichen.

Pflanzenproteine sind ein bisschen gemein

Der Grund ist, dass Pflanzenproteine von Haus aus immunogener sind. Das liegt zum einen an oft „speziellen“ Aminosäurensequenzen dieser Proteine. Das kann man am Beispiel von Gluten ganz besonders gut beschreiben: Unsere eiweißspaltenden Enzyme im Darm finden nur schwer Angriffsstellen in diesen Sequenzen – das liegt z. B. am hohen Glutamin-Prolin-Anteil. Das Protein wird unvollständig zerlegt, die Fragmente bleiben zu groß. Unser Darm hasst nichts mehr als das, weil zu große Proteinfragmente vom Immunsystem als Feind erkannt werden. Das macht, genau, Entzündung. Teile von Gliadin (Weizengluten), die immunogen wirken können, sind auch genau beschrieben:

gliadin immunogen
Gliadin (Weizengluten) enthält mehrere Aminosäuren-Sequenzen, die immunogen sind (farblich markiert). Quelle: https://youtu.be/te577-ssRr8

Zum anderen sind die Speicherproteine von Pflanzen oft in einer ziemlich robusten Matrix aus Pflanzenzellwänden verpackt. Im Darm werden die oft nur unvollständig aufgeschlossen. Das wiederum sorgt dann dafür, dass sehr wahrscheinlich relativ große Mengen dieser Pflanzenproteine die komplette Länge des Darms mit ebendiesem (und den Darmbakterien) wechselwirken dürfen. Allgemein gilt, dass die Verdaubarkeit von Pflanzenproteinen sehr viel schlechter ist als die von Proteinen tierischen Ursprungs. Die Gründe stehen hier.

Unsere Europäer-Genetik verschärft das Problem

Das sind die perfekten Zutaten für eine lange, intensive Immunogenität von Nahrungsbestandteilen in Form von Pflanzenproteinen, die komplette Länge des Darms entlang. Das sind dann etwa schätzungsweise 30 bis 40 Quadratmeter, die in Berührung damit kommen dürfen. Nun wird es sehr sicher Därme geben, die ganz cool bleiben, denen das überhaupt nichts ausmacht. Toll! Auf der anderen Seite haben wir Europäer der nördlicheren Sphären das Problem, dass wir sehr, sehr oft ungünstige Gen-Kombinationen tragen, die die Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen begünstigen. Oft ohne, dass wir das merken. So wie ich:

Colitis ulcerosa
Mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit einer Entstehung der entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa, liege ich in der 100. Perzentile. Heißt: Das höchste relative Risiko überhaupt. Aber: Gemerkt habe ich nie wirklich was. 

Diese Genregionen, die besonders viele dieser Genvarianten tragen, nennen sich auch noch IBD (engl. Inflammatory Bowl Disease), also „Entzündliche Darmerkrankung“. Und weil Wissenschaftler besonders lustig sind, haben sie diese Genregionen auch noch durchnummeriert. Deshalb gibt es IBD1, IBD2, IBD3 … und so weiter. Und die Dinger sind deshalb so gut erforscht und deshalb überhaupt beschrieben, weil wir Europäer offensichtlich ein genetisches Nadelöhr durchlaufen haben, das diese Genvarianten positiv selektierte.

(Solltest du dich an der Stelle fragen, warum „schlechte“ Genvarianten positiv selektiert werden: Erstens ist „schlecht“ kontextabhängig – die meisten Genvarianten setzen sich aus gutem Grund durch und sind nur in einem anderen Kontext „schlecht“. Zum anderen gibt es das s. g. genetic hitchhiking: „Schlechte“ Genvarianten werden durch positives Selektieren förderlicher Genvarianten, die daneben liegen, sozusagen auch positiv selektiert, also mitgezogen, obwohl sie eigentlich eher negativ wirken. Aha!)

IBD5
Ich muss es wissen: Hier habe ich einen genetischen „Volltreffer“ gelandet, habe bei jedem der vier hier getesteten Gene die IBD5-Variante, und zwar doppelt. Entsprechend fällt mein Score hier schlecht aus. 

So weit, so gut.

Wie es krank machen kann

Nun. Viele Menschen essen jeden Tag sehr viele Pflanzenproteine. Eine Scheibe Brot hat ja mal eben 4 g Protein, vornehmlich Gluten. Eine große Kartoffel schafft es sogar auf knapp 8 g Protein. 100 g Linsen enthalten fast 10 g Pflanzenprotein.  Kann sich summieren. Der Punkt ist: Nicht nur Entzündungsstoffe wie TNF-alpha oder beispielsweise bestimmte Interleukine machen Probleme. In den meisten Fällen haben wir zudem noch Antikörper gegen viele dieser Proteinfragmente. Von denen wir nichts wissen, weil wir sie a) nicht messen und b) noch gar nicht messen können.

Auch hier: Am Beispiel von Gluten wird das besonders anschaulich. Was viele nicht wissen: Gibt’s erst mal Antikörper gegen Gluten-Proteinfragmente, steigen die bei jedem Konsum im Blut an. Diese Antikörper haben aber die Eigenheit, nicht nur gegen das Ziel an sich zu reagieren, sondern haben auch eine gewisse Kreuzreaktivität. Daher reagieren diese Gluten-Antikörper auch sehr schnell häufig gegen Pflanzenproteine aus z. B. Mais – das heißt, auch wenn der Mais ursprünglich kein Problem war, wird er jetzt zu einem dank dieser Gluten-Antikörper.

Und die Antikörper reagieren gegen körpereigene Strukturen. 

Das kann jeder recherchieren: Die Zielsequenzen der Gluten-Antikörper sind vielen Körperproteinen so ähnlich, dass es sehr sicher zu Kreuzreaktivitäten kommt – übrigens in der Literatur am Beispiel von Schizophrenie auch schon beschrieben –, sprich zu einer gewissen Autoimmunität. Das wiederum legt aber körpereigene Proteine lahm. Auf dieser Basis wird das gemütliche Kaffeekränzchen mit dem Stückchen Torte zu … einer kleinen Katastrophe. Denn jetzt sind wir für viele Stunden leicht entzündet und haben auch noch Antikörper, die unseren Chemiebaukasten direkt lahmlegen.

Gliadin is a highly immunogenic protein, and B cell epitopes along its entire immunogenic length are homologous to the products of numerous proteins relevant to schizophrenia

Wohlgemerkt: Das ist nicht bei jedem so, das muss bei dir so nicht sein. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass wir genau diese s. g. Sättigungsbeilagen in mehr als 99,5 % unserer Entwicklungszeit nicht gegessen haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sehr viele Menschen äußerst empfindlich auf diese Art der Pflanzenproteine reagieren – auch wenn sie scheinbar nichts merken. Und entsprechend sollte man Menschen immer wieder dahingehend sensibilisieren, dass sie ihren gesundheitlichen Fortschritt auf diese Weise vielleicht konstant sabotieren.

Leider ist das Ganze zusätzlich etwas komplexer

Die Wahrheit ist natürlich noch viel ernüchternder. Denn Weizengluten bzw. Gliadin alleine kann beispielsweise die Darmbarriere öffnen und den Darm „löchriger“ machen (s. Fasano et al.). Eine Entzündung im Körper kann das häufig auch. Das wiederum verstärkt die hier ausführlich erläuterte Thematik deutlich, denn dann kommt das Immunsystem noch mit viel mehr Antigenen (z. B. Pflanzenproteinen) in Kontakt und noch mehr Antikörper können gebildet werden. Ein Teufelskreis. Dass Leute zudem oft einen schlechten Lebensstil haben, zudem schon über keine gute Konstitution verfügen, wird dem Ganzen in die Karten spielen.

Das Ding ist nur… Es will niemand wahrhaben. Die Inhalte hier sowieso nicht. Natürlich nicht. Die Pflanzen sind so clever. Der Grund, warum wir das Zeug so liebend gerne essen, warum man Menschen nur schwer von der Pasta trennen kann und jeder nach zwei Monaten Abstinenz wieder seinen Reis oder die Kartoffeln essen will: Sie haben eine psychoaktive Wirkung. Wie eben andere bioaktive Peptide auch. Mit dem feinen Unterschied, dass die Pflanzenproteine zudem einen krankmachenden Charakter haben können.

Insofern … Wer nicht für mindestens 30, besser 60 Tage komplett verzichtet hat,  kann hier einfach nicht mitreden. Ich muss es wissen, siehe oben.

PS: Das Leben ist gemein, weil wir es im Eifer des täglichen Gefechts einfach nicht in die Meta-Perspektive schaffen. Unsere ganze Nation ist krank. Und zwar über weite Teile des Lebens, bis hin zum Tod im höheren Alter. Das kommt nicht von ungefähr. Wer sterben will, wie ein Deutscher, lebt eben wie ein Deutscher. Wer das nicht möchte, sollte jeden Baustein dieses krankmachenden Lebensstils hinterfragen. Wir haben offensichtlich die perfekte Mischung fürs Krankmachen mit Nahrungsbestandteilen geschaffen.

EDIT: Sind alle Pflanzenproteine gleich doof?

Natürlich nicht.

  • Könnte es sein, dass du in der Wildnis – also die letzten 2,5 Mio. Jahre – über ein paar Bohnen stolperst und sie isst? Ja.
  • Gilt das für alle Bohnen? Nein. Viele kann man roh nicht essen und sind auch sonst sehr toxisch.
  • Könnte es sein, dass du in der Wildnis auf einen Walnussbaum triffst und Nüsse isst? Ja.
  • Könnte es sein, dass du in der Wildnis an einem Weizenfeld vorbeiläufst, Körner pickst, das Zeug mahlst und es auch noch jeden Tag in der Hauptsache isst? Nein.

Also ist es sehr wahrscheinlich, dass Getreide, also Gräser, problematischer ist als ein paar Brechbohnen. Der Punkt ist: Wir leben in einer modernen Blase und haben von „Ernährung eines normalen Menschen in der Wildbahn“ überhaupt keine Ahnung mehr. Das ist zum Teil okay, weil wir ohnehin auch genetisch domestiziert sind. Auf der anderen Seite braucht man auch Gefühl dafür, was ganz sicher eher nie auf dem Speiseplan eines Menschen stand und aus diesem Grund sicher auch eher Probleme machen wird.

übersicht

Kommentare (36)

  1. Hey,

    interessanter wenn auch recht deprimierender Artikel. Was mir hier noch fehlt sind die Tipps für die praktische Anwendung. Soll man jetzt Pflanzen doch mehr meiden als ursprünglich angenommen? Was kann man dann noch essen außer Fleisch? Vielleicht doch mal eine Zeit lang Carnivore probieren? Welche Pflanzen sind eher ok und welche eher böse? Welche Mengen kann/soll man essen? Fragen über Fragen..

    1. Antwort an Wolf08

      Diese Fragen beantworten wir doch quer über den kompletten Blog verteilt 🙂 Und in jedem unserer Bücher, in GoLs und sowieso im Stoffwechsel verstehen. Und so deprimierend ist das gar nicht, denn es ist ja nur ein Leitfaden zum Ausprobieren. Vielleicht spielt das für den Einzelnen überhaupt gar keine Rolle.

  2. Also ich bin jetzt auch ziemlich verwirrt, obwohl ich wirklich alle Beiträge hier bisher gelesen habe. Dass Gluten problematisch ist, ist ja nichts neues. Aber dass selbst Kartoffeln und Reis (abgesehen vom Arsen) ungünstig sind, bringt mich zu der Frage, welche KH-Quellen ich dann nutzen sollte. Was ist noch stärkehaltig? Oder doch mehr Fruktose? Und Low-Carb wurde ja auch oft genug als nicht zielführend deklariert (wenn man Normalgewicht hat und Sport bzw. Muskelaufbau betreiben möchte).
    Ich hoffe, du kannst uns noch ein wenig auf die Sprünge helfen. Danke

    1. Antwort an Conrad

      Ok, das wundert mich ein bisschen. Unser Kernkonzept:

      – Lean. Green. Marine. Immer wieder als Basis.
      – Klarer Paleo-Ansatz.
      – Der ist von Haus aus natürlich eher nicht „high carb“.
      – Ketogene Phasen sind normal und gut.
      – Ketogene Diäten oder Karnivore Ernährungen lehnen wir aber ab.

      Wird von uns in jedem Werk so wiedergegeben und auch quasi im jedem „Neujahrspost“ mindestens wiederholt, z. B. hier: https://edubily.de/paleo/paleo-ausreden-get-real-mandelmehl/
      Auf dieser Basis kann individuell entschieden werden, ob man z. B. Milchprodukte reintegrieren möchte oder ob man pflanzliche Stärke- bzw. Proteinquellen verträgt und welche das sind (vielleicht verträgt der eine prima Hülsenfrüchte, aber kommt halt mit Gluten nicht klar).

      Der Text hier ist keine „Anleitung“, sondern ein Leitfaden, wie immer. Gedanken anregen, damit der Leser auch mal was ausprobieren kann, über das er vorher vielleicht nicht nachgedacht hat. Das Umsetzen an sich ist auch ehrlich gesagt nicht ganz so kompliziert, auch ohne Kartoffeln und Reis beispielsweise.

        1. Antwort an Gundula Schulz

          Ich finde auch wir sollten die Blutgruppen einmal genauer ansehen! Meiner Meinung nach waren die Entwicklung der Blutgruppen eine Anpassung an die Ernährung! 0- die Urform, der Fleischfresser, A-verträgt Getreide etwas besser, B-Anpassung an Milch; Soweit man weiß neutralisieren die Blutgruppenantikörper gewisse Lektine!

          1. Antwort an Günter

            Nein. Das ist einfach totaler Populismus. Man kann nicht anhand einzelner Strukturen im Körper bestimmen, was man essen soll. Das wird nicht anhand einzelner Gene fest gemacht. Es gibt auch nicht den „Fleischfresser“ oder den „Getreide-Esser“ … Für keinen Menschen ist Getreide gut.

            1. Antwort an Chris Michalk

              Hallo Chris!
              Ich geb zu mein Beitrag oben war zu plakativ! Bei Weizen und Mais bin ich deiner Meinung, dass die für keinen Menschen gesund sind. Gundry gebe ich ja grundsätzlich auch recht, aber Dr. D’adamo, der Gründer der Blutgruppendiät, hat durch jahrzehntelanges Messen an tausenden Menschen herausgefunden, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die Milchprodukte (zumindest von Schaf und Ziege), andere gewisse Getreidesorten (außer Weizen und Mais) oder manche auch gewisse Hülsenfrüchte vertragen und andere dagegen überhaupt nicht. D.h. er hat gemesen, ob gewisse Lektine vertaut werden können oder eben nicht und dadurch, durch Fäulnisbakterien im Darm, Indole gebildet werden. Die Indol-Konzentration hat er mittels Indikat-Test gemessen. Und als gemeinsamer Nenner dieser Menschengruppen hat sich eben die Blutgruppe herausgestellt. Ich denke diese These kann man einmal so im Raum stehen lassen und beobachten, bzw. diese Diät einmal ein paar Wochen ausprobieren und dann urteilen. Für mich klingt das nachvollziehbar.

              1. Antwort an Günter

                Für mich ist das halt „einfache Lösung für ein komplexes Problem“. Ich weiß nicht, ob es da vielleicht eine falsche Vorstellung gibt. Menschen einer Blutgruppe gehören ja nicht dem gleichen Stamm an. Das Gleiche gilt ja auch für ein Y-Chromosom. Das Y-Chromosom kann beispielsweise aus dem tiefsten Osten kommen, aber das heißt nicht, dass der Mensch mit seiner Genetik insgesamt ein Osteuropäer ist, eben weil sich die individuelle Genetik aus unzählig vielen Genen zusammensetzt. Ich wüsste nicht, wie ein einzelnes Gen (AB0) diktieren sollte, was ein Mensch eher verträgt. Dazu ist die eigene Genetik einfach sehr zu komplex. Ich kann mir vorstellen, dass es gewisse Korrelationen gibt, aber es macht einfach keinen Sinn, dass ein Gen hier eine ganz besonders starke Rolle spielt.

                1. Antwort an Chris Michalk

                  Auch da gebe ich dir recht – das ganze Lektin-Problem ist extrem komplex. Da sind sich z.B. Grundry und D’Adamo einig – Weizen- und Mais-Lektine binden an den Insulinrezeptor „über längere Zeit“ und dadurch können sämtliche Nährstoffe in die Zellen rein, aber in dieser Zeit nicht raus – das fördert klarerweise die Gewichtszunahme. Das ganze geht aber so weit, dass dieser Effekt auch dann auftritt, wenn man z.B. Hühnerfleisch isst und das Huhn mit Mais gefüttert wurde – die Lektine gehen ins Fleisch. Ich habe bei einem Freund, einem Biolandwirt, nachgefragt, und der hat mir gesagt, dass Biohühner auch mit Biomais gefüttert werden können – also Bio heißt nicht automatisch artgerechte Fütterung! Also – Achtung – zu tief in diese Materie hineingraben kann zu schweren Kopfschmerzen führen! 😉

                  1. Antwort an Günter

                    Und da wiederum gebe ich dir recht. Das alles beschäftigt meinen Kopf seit mindestens 12 Jahren. Wie weit die Erkenntnisse trotz Tausender Stunden des Nachdenkens und des Studienlesens gekommen sind, sieht man hier ?

                    1. Antwort an Chris Michalk

                      Hallo Chris!

                      Ich habe für mich auch noch einmal hinterfragt, wie Lektine ins Muskelfleisch kommen können – daher habe ich bei Gundry noch einmal nachgelesen. Es geht in erster Linie um Wheat Germ Agglutinin (WGA) – das „krallt sich an den Insulinrezeptoren der Muskelzellen fest und bleibt dort sehr lange Zeit“;
                      Dr. D’Adamo schreibt auch von speziellen Lektinen, die besonders in Hühnerfleisch vorkommen und den Insulinhaushalt stören – da steht aber nicht genau welche!

                    2. Antwort an Günter

                      Günter, das mag ja sogar stimmen. Lektine haben tatsächlich eine biologische Aktivität an Insulinrezeptoren (was erst mal nichts Schlechtes ist; die Menge macht das Gift) – allerdings ist fraglich, ob bei Getreidefressern (Hühner, Vögel können das viel besser als wir; Herbivoren allgemein sowieso) überhaupt so viel davon im Körper landet. Und hinzu kommt, dass wir das Fleisch in der Regel ja auch noch kochen. Wie viele Lektine müsste ein Tier täglich essen, damit die sich im Fleisch derart anreichern, dass wir Probleme damit bekommen? Ich bezweifle sehr stark, dass man sich diesbezüglich Gedanken machen sollte. Alle Pflanzenfresser in der Wildbahn fressen Pflanzenlektine… Vor allem Vögel. Also…

                  2. Antwort an Günter

                    Servus Günter!

                    Aufregednes Thema: Fütterung bei Biohaltung. Alle sagen: Fleisch von grasgefütterten Tieren essen. Doch mehrere Biobauern haben mir gesagt: Auch bei Weidehaltung würde Fertigfutter in Form von Getreide- und Maispellets zugegeben.

                    Wenn man glutenfrei leben will, wie soll man sich jetzt noch ernähren?
                    Einfach Vegetarier oder Veganer werden ist ja auch wieder schlecht.

                    PS: Das macht Kopfweh – da hast Du recht 😉

                    1. Antwort an Ben

                      Also, ich kann die Vorstellung nicht ganz nachvollziehen. Gliadin etc. wird nach der Verdauung ja nicht irgendwie in Gewebe eingebaut. Im Fleisch ist ganz sicher kein Gliadin oÄ mehr drin und Pflanzenlektine sind auch kein natürlicher Bestandteil tierischer Proteine. Insofern… Ist es aus der Sicht ziemlich zweitrangig, was ein Tier isst.

              2. Antwort an Günter

                Erkundige dich mal besser über den Herr seine Theorie ist schon längst als falsch bewiesen.Er gibt in seinem Buch falsche wissenschaftliche Fakten, schon die basis ist falsch.Und schon am Anfang die Geschichte mit den Blutgruppen ist auch falsch …Für den Laien kann es wissenschaftlich aussehen ,ist es aber nicht,er hat da riesige Fehler gemacht.
                Jede Diät funktioniert auch am Anfang,egal welche du machst,da es ein Restriktion bringt die meisten immer besser ist als die aktuelle Ernährung ,auf jedenfall kurzfristig.

                1. Antwort an Thomas Thibault

                  Reaktion auf verschiedene Kritiken
                  von Peter D´Adamo

                  Aufgrund ihrer potenziellen Auswirkungen auf den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Status quo, ist Kritik an einer Theorie wie die der Blutgruppenernährung unvermeidlich. Vielleicht sind Sie bereits im Internet auf die folgenden Kritikpunkte an meiner Arbeit gestoßen. Um diese Desinformation aufzuklären, habe ich einige dieser Artikel überprüft und dokumentiert. Ich habe auch Links zu dem Original-Material aufgelistet, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

                  Die Antworten sind meistens rhetorisch, da keine Beweise für die Behauptungen vorgelegt werden. Die meisten sind spontane Äußerungen von Anhängern anderer Ernährungssysteme, Autorenkollegen von Ernährungsratgebern und Einzelpersonen, die aufs Schärfste gegen die Naturheilkunde eingestellt sind. Einige wenige Punkte sind geradezu gelogen.

                  Schlüsselpunkte zur Bewertung einer Kritik an der Blutgruppen-Theorie:

                  Ist die Kritik wissenschaftlich fundiert oder nur das Postulat eines Sprechers für ein gegensätzliches System, das sich bedroht sieht? Ist der Autor gegen alle Formen von Naturheilkunde oder alternativer Medizin?
                  Spiegelt die Kritik eine überzeugende Kenntnis der menschlichen ABO-Gruppen wieder? Wir haben festgestellt, dass viele Kritiker von Dr. D’Adamo’s Arbeit weder wirklich eines seiner Bücher gelesen haben, noch haben sie sich die Zeit für wissenschaftliche Untersuchungen genommen. Ist der Autor der Kritik ein Experte auf dem Gebiet?
                  Erscheint die Kritik fair und ausgewogen? Ist der Kritiker interessiert an dem, was untersucht wird? Es ist in Ordnung, skeptisch zu sein, aber eine überraschende Anzahl von Skeptikern haben absolut kein Interesse an dem, worüber sie skeptisch sind. Hat sich der Kritiker die nötige Zeit für eine gründliche Überprüfung des Materials genommen?
                  Hat sich der Kritiker mit seinem Anliegen direkt an Dr. D’Adamo gewandt, bevor er seine Beurteilung schrieb? Es wird als gute journalistische Arbeit angesehen, seine Einwände zuerst den Autoren der Studie oder den Buchautoren vorzutragen bevor man seine Beurteilung abschließt. Dies verhindert Missverständnisse, fördert den Dialog und führt zu einer ausge­wogeneren Berichterstattung. Ein klares Zeichen für eine voreingenommene niederschmetternde Beurteilung ist, dass keine Anstrengungen unternommen werden, der anderen Seite eine Chance zu geben, ihren Standpunkt darzulegen.

      1. Antwort an Gundula Schulz

        Man kann anhand des normalen Gentests nicht auf sowas rückschließen, wie ich es im Blog getan habe. Dazu muss man die Daten bei sämtlichen Drittanbietern auswerten, was ein Laie nicht kann. Der Gen-Test spielt mit Blick auf den Inhalt dieses Artikels ohnehin keine Rolle.

  3. Was haltet ihr von DPP-IV als Verdauungsenzym zur Ergänzung in Situationen in denen man Gluten nicht immer komplett ausschließen kann? Aus bestimmten Gründen meide ich Gluten so gut wie möglich, es klappt aber nicht immer unkompliziert und ein Verdauungsenzym rund um eine leicht glutenhaltige Mahlzeit könnte doch nützlich sein, oder? Anscheinend soll DPP-IV auch bei Casein helfen.
    LG

    1. Antwort an Dominik

      Hm, ich bin davon nicht überzeugt. Es ist fraglich, ob sowas bioaktiv bis in den Dünndarm bleibt und die großen Glutenmengen dann verdauen kann. Hinzu kommt, dass es fraglich ist, ob DPP-IV alleine irgendwas bewirken kann oder ob die Fragmente dann immer noch zu groß sind.

      1. Antwort an Chris Michalk

        Gibt es deiner Meinung nach irgendwelche Bedenken es zu testen? DPP-IV scheint ja erstmal keine Nebenwirkungen zu haben?
        Jedoch keine Wirkung ohne Nebenwirkung…

  4. Mir ist dieser Artikel etwas zu negativ und einseitig ausgelegt. Dass diverse Pflanzen-Proteine bzw. Lektine Probleme bereiten können, ist denke ich den meisten klar. Zum Glück hat der Mensch im Laufe seiner Evolution aber Mittel und Wege gefunden, diese schädlichen Antinährstoffe zu deaktivieren bzw. weitestgehend zu verringern. Säuern, Fermentieren und Einweichen, alles Vorhänge für die der moderne und westlich geprägte Mensch heute keine Zeit mehr hat bzw. haben will und deshalb dann eben von Mutter Natur die Quittung dafür bekommt. Es macht einen himmelweiten Unterschied, ob ich ein Vollkorn-Weizentoastbrot einer bekannten Marke aus dem Discounter esse, oder ob ich mir abends ein selbstgebackenes Sauerteigbrot gönne. In meinen Augen sind es nicht die Antinährstoffe an sich, die den meisten Probleme bereiten, sondern der falsche Umgang mit Ihnen. Das ist mir ein bisschen zu kurz gekommen in dem Artikel, ansonsten alles top wie immer 🙂

    1. Antwort an Marco

      Hey, das kannst du ja so sehen. 🙂 Ich sehe es nicht so, und meines Erachtens ist es ein Irrglaube, dass man durch extensives Verarbeiten insbesondere pflanzliche Speicherproteine „entschärfen“ kann. Es ist möglich, die Toxizität zu reduzieren, das stimmt natürlich. Allerdings sind moderne Methoden der Verarbeitung überhaupt nicht mehr zu vergleichen mit den traditionellen. Wir glauben heute bspw, irgendwie saurer Joghurt sei gut fermentiert und daher „ok“ – wenn man sich mal anschaut, wie Mongolen in der Steppe ihre Milch verarbeiten, wird klar, dass das ein Witz dagegen ist. LG

  5. Hallo alle!
    Was haltet ihr von verkäuflichen Verdauungsenzymen? Ich stecke nicht ganz tief in der Materie aber mein Eindruck ist, dass die Qualität meistens damit beworben wird, dass sie breit aufgestellt sind. Dass sie also Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Cellulose…in manchmal auch noch unterschiedlich sauren Milieus zerlegen können. Was ich aber noch nicht gesehen habe, ist die Aussage, dass die enthaltenen Proteasen auch relativ spezifische Pflanzenproteine von gängigen Nahrungsmitteln verdauen. Wenn sie das könnten, würde ich erwarten, dass Hersteller damit werben würden. So habe ich das Gefühl, dass verschwiegen wird, dass die das vielleicht nich können. Dann bleibt das Pflanzenproblem. Weiß jemand was?

  6. Lieber Chris,

    mich würde es ebenfalls sehr freuen, wenn ihr auch mal auf die traditionellen Zubereitungen eingehen würdet.
    Da mein Mann aus Westafrika stammt, habe ich schon vieles mitbekommen.
    Traditionell wurde dort seit Jahrhunderten (oder länger?) ein fermentiertes Hirsegetränk zum Frühstück gegessen und jeden Abend ein Gericht aus Mais und Cassava (ebenfalls fermentiert) mit Soßen dazu mit Gemüse drin und ein paar kleinen Fischen. Tagsüber gab es oft Obst oder Wurzeln (Yam, Cassava), Kochbananen oder auch ein Gericht aus fermentiertem Mais. Fleisch gab es nur zu besonderen Anlässen, je nach Saison auch Erdnüsse oder Bohnen, wenig Reis.
    Die früheren Generationen waren i.d.R. sehr gesund und auch ich durfte noch ein paar über 100 jährige Verwandte kennenlernen.
    Sie sind dort nicht so groß aber haben viel Power und sind eben auch bis ins hohe Alter überwiegend gesund.
    Natürlich wandelt sich auch dort die Lebensweise und das erkennt man auch deutlich an den nachfolgenden Generationen.

    In Asien wurde in manchen Ländern doch auch lange traditionell Reis gegessen? Oder in Indien Linsen.
    In Südamerika nixtamalisierte Maisgerichte oder eben Pflanzen wie Quinoa.

    Ich sehe ein, dass die Steinzeitmenschen vermutlich gar kein Getreide gegessen haben, sie haben aber ja auch nicht wirklich gekocht, welchen Stellenwert hat dann Rohkost?
    Und wie sieht es mit Wildpflanzen aus?

    Ich bin diesbezüglich ein Laie und habe einfach ein großes Interesse an Gesundheit und Ernährung und verschiedenen Kulturen. Daher überdenke ich auch immer wieder gerne meine eigenen Thesen neu.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr auf das Thema bei Gelegenheit nochmal eingehen könntet.
    Ich bin durch die Forschungen von Dr Weston Price damals auf das Thema gestoßen.

    1. Antwort an Linda

      Hi Linda,

      wie angedeutet: Bei uns gibt es keine *traditionellen* Zubereitungsarten mehr. Das, was wir „Verarbeiten“ (Fermentieren, traditionell Zubereiten, was auch immer nennen), ist es nicht wirklich traditionell zubereitet. Hinzu kommt, dass es ja genau das bekräftigt, was wir immer wieder schreiben: Der Mensch reagiert sensibel auf bestimmte Bestandteile der Ernährung, die man im Prinzip dann auch nur durch sehr extensives Verarbeiten genießbar machen kann.

      Wie im Artikel dargelegt, gibt es verschiedene „Stufen“ zum Erfassen der Thematik:

      – Fakt ist: Getreide und viele Bohnen- und Hülsenfrüchte-Sorten waren prinzipiell keine Nahrungsgrundlage über die größte Zeit unserer Entwicklung.
      – Ich rede nicht von „Pflanzen“ oder „pflanzlichen (Struktur-)Proteinen“ wie z. B. in Obst, Gemüse oder auch in vielen Wurzeln, sondern von Speicherproteinen in Getreide usw.
      – Wir sprechen ausdrücklich von Menschen mit europäischer Herkunft. Überleg mal, was Hunderte von Generationen hier ohne Supermarkt gefunden haben. Es gibt neben unserer langsamen, langen Entwicklung der menschlichen Grundausstattung auch kurzfristige Adaptationen an Lebensräume. Daher der Punkt mit dem Darm. Ich kenne die Ausstattung von Menschen, die am Äquator leben, nicht.
      – Es geht mir nicht um den „Steinzeitmenschen“, sondern um die Frage, was ein normaler Mensch ohne Supermarkt draußen essen würde. Feuer nutzt man ggf. schon seit 500.000 Jahren. Das ist nicht das Problem.
      – Es ist ein Trugschluss, zu glauben, einigermaßen fit (sehr) alt zu werden ist gleichbedeutend mit voller Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Wir thematisieren das hier oft: Es gibt viele Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände (Leben in Abgeschiedenheit unter wenig modernen Einflüssen) und ihrer genetischen Ausstattung (FOXO etc.) sehr alt werden können. Es ist ja sogar bewiesen, dass „Mangelernährung“ in Form von lebenslanger Kalorienrestriktion besonders alt macht. Die Frage ist immer nur: Zu welchem Preis? Will ich lieber 80 werden, dafür aber mit „vollster“ Hormonausstattung oder werde ich 110, nehme dafür aber dafür nötige Entbehrungen inkauf?

      Viele dieser Fragen sind aber einfach nicht zielführend. Daher frage ich mich nicht, was *andere* Populationen dieser Welt machen. Ich stecke nicht drin. Wir Deutschen konnten auch Bergamo im letzten März nicht nachvollziehen und hätten niemals drauf kommen können, warum’s dort explodiert, aber bei uns alles ok war. Man muss Entscheidungen auf Grundlage der eigenen Lebensrealität treffen. Daher: Deal with it, mit den Voraussetzungen, die wir hier heute haben, auch mit Blick auf die vielen Erkenntnisse. Ein Europäer braucht ggf. seine Leber, ein Afrikaner kann seinen Vitamin-A-Bedarf vllt. durch gelbes/orangenes Gemüse decken. Ich stecke nicht drin.

      LG

  7. Hallo Chris,
    sehr schöner Artikel. Leider ist es genau so komplex und dann für den Einzelnen auch nicht zu verstehen, warum gerade „er“ kein Gluten bzw. keine Milch oder keine Bohnen zu sich nehmen soll/kann, wo doch alle anderen…
    Auch ich brauchte eine lange Zeit, um einzusehen, dass alle Milchprodukte nicht gut für mich sind. Paul Saladino hat das gleiche Problem. Wir bekommen sofort Hautprobleme …auch bei Ziegen- oder Schafskäse. Meine Frau verträgt Käse ohne Probleme.
    Das wird eine Mixtur sein aus Genen/SNPs, Mikrobiom und was das eigene Immunsystem in den letzten Jahren als „Feind“ deklariert hat. Eine leider extrem komplexe Geschichte, die hoch individuell ist.
    LG,
    Robert
    PS: Ich kann mich übrigens Deinem aktuellen Kernkonzept, was Ernährung angeht, zu 99,9% anschließen. Sehe ich inzwischen absolut genauso und beschäftige mich gerade intensiv mit den Hadza. Das ist so ein Fenster in die Vergangenheit…ein Mosaikstein auf dem Weg der „Erkenntnis“, finde ich.

  8. Interessanter Beitrag!

    Wie schaut es mit veganen Proteinshakes aus? Ich selbst vertrage nur welche mit einem hohen Anteil an Reisprotein. Sind diese jedoch dann überhaupt empfehlenswert?

    Beste Grüße,

    Jens

  9. Ich muss zugeben, dass ich auch etwas verwirrt bin. Ich habe mir vor kurzem Euer Buch gekauft und da werden am Ende „was kann man essen“ unter anderem auch Kartoffeln, Bohnen, Hafer, sogar Sauerteigbrot empfohlen. Nimmt du diese Empfejlung weg?

    1. Antwort an Gerry

      Nein, nehme ich nicht weg. Wie im Artikel geschrieben steht: Bohnen, wenn man sie verträgt, sind iO. Hafer ist auch weniger immunogen, auch das muss man probieren. Kartoffeln sind mal eine Beilage, aber kein Grundnahrungsmittel. Und Sauerteigbrot wäre die Einsteiger-Variante. Ich würde mich ab und zu über etwas mehr Abstraktionsvermögen freuen: Zum einen wollen wir dem Leser Informationen an die Hand geben, die ihm helfen, die für ihn richtigen Entscheidungen zu treffen. Zum anderen bemühen wir uns immer um Schablonen. Wenn jemand die Nudeln, das Brötchen und den Großteil der Sättigungsbeilagen streicht, dafür aber ab und an Bohnen oder zum Frühstück Haferflocken isst – das ist doch prima. Es wird niemand auf die Idee gekommen, den ganzen Tag Hafer oder Bohnen zu essen. Es geht um den Großteil unserer deutschen Ernährung, nicht um Kinkerlitzchen.

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