BEITRAG
Hormone

Testosteron macht Lust (auf Bewegung, zum Beispiel)

Wenn man(n) mal genau hinschaut, stellt man(n) fest: Männer verhalten sich instinktiv so, dass der Testosteron-Spiegel nicht zu stark fällt. Das resultiert in erster Linie daraus, dass jeder Mann sich nicht gut fühlt, wenn das passiert. Deshalb meidet man(n) normalerweise das, was Testosteron raubt.

Hierbei geht es nicht in erster Linie um den Erhalt der reproduktiven Kapazität, um es mal so zu formulieren.

Springen wir zunächst zu was anderem: Im neuen Buch schreibe ich, ich zitiere:

Bezogen auf das genetische Maximum: Bei einem Menschen, der an seinem genetischen Maximum lebt, macht 80 % der Körper und 20 % das Bewusstsein. Es geht von alleine. Bei Menschen, die das nie erfahren, sieht es genau andersherum aus. Da macht 20 % der Körper und 80 % der Geist. Ein Körper, der funktioniert, „macht“ – bei einem Körper, der nicht funktioniert, machen Sie!

Das ist natürlich nicht wörtlich gemeint. Wie meine ich das stattdessen?

  • Wenn wir – Achtung ich überspitze – kein Immunsystem haben, philosophieren wir möglicherweise täglich, über Monate oder Jahre, darüber, wie wir uns vor den bösen Viren schützen können. Haben wir ein Immunsystem, kann das mal passieren, aber im Regelfall “macht” der Körper – entweder wir merken vom Virus kaum was oder wir werden einfach viel, viel seltener krank. Thema erledigt. Nix Denken.
  • Wenn wir keinen Energiestoffwechsel haben, … fragen wir uns jahrelang, warum der Nachbar die Nudeln essen kann und wir nach jedem Stück Kuchen erst mal wieder Diät machen müssen. Haben wir einen Energiestoffwechsel … fragen wir uns ganz andere Sachen, etwa: Was soll ich noch mehr essen, damit ich endlich mal auf meine Kalorienmenge komme? Aber: nix Grübeln.
  • Wenn wir keinen im Kerne gesunden Körper haben, macht jede Entzündung, jede Erkrankung, quasi chronisch krank. Ist der Körper im Kerne gesund, will er wieder gesund werden, macht also automatisch. Eine ganz andere Perspektive!

So ist das auch mit Testosteron … Bestes Beispiel erektile Dysfunktion, die ja einige Gründe haben kann. Prominent ist halt Testosteron. Diese Menschen können irgendwann gar nicht mehr verstehen, warum der Penis bei anderen Männern einfach so … funktioniert halt. Hier muss also 80 % der Geist machen, weil der Körper nicht mehr macht.

Kann man vielleicht verstehen, dass das jeweils ein komplett anderes Lebensgefühl erzeugt? Vom Denker zum Macher, sozusagen. (Ok, es geht auch beides gemischt! 🙂 )

Deshalb liebe ich solche Studien, wie die eine, die 2018 erschienen ist. Die trägt die hübsche Überschrift:

Testosterone boosts physical activity in male mice via dopaminergic pathways.

Ich zitiere nochmal:

Niedriges Testosteron (T) bei Männern, insbesondere seine freie Fraktion, wurde mit Antriebsarmut in Verbindung gebracht. Dementsprechend führt die Orchidektomie (ORX) (Hodenentfernung, Anm.) bei Nagetieren zu einer verminderten körperlichen Aktivität. Dennoch bleiben die Mechanismen, durch die T die Aktivität stimuliert, meist unklar. (…)

Unsere Ergebnisse zeigen, dass T eine schnelle und dramatische Wirkung auf den Bewegungsdrang hat (…)

Sowohl die Genexpression als auch funktionelle Studien deuten darauf hin, dass T die In-vivo-Empfindlichkeit gegenüber Dopamin (DA)-Agonisten moduliert. Darüber hinaus wird die Wiederherstellung des Bewegungsdrangs durch T durch die Behandlung mit DA-Antagonisten gehemmt. Diese Ergebnisse zeigen, dass der freie Anteil von T, sowohl über den Androgenrezeptor als auch indirekt durch Aromatisierung in Östrogene, das Bewegungsverhalten bei männlichen Mäusen stimuliert, indem er auf zentrale DA-Bahnen wirkt.

Heißt ganz banal: Testosteron erzeugt “Antrieb” im Gehirn, indem es Einfluss auf den Dopamin-Haushalt im Gehirn hat – und dann haben die Mäuse Bock sich zu bewegen. 

Den Unterschied verstanden? Bei uns heißt es: “Ja, ich muss mich halt bewegen, damit ich nicht zunehme (etc.)” – unter normalen Umständen muss es aber heißen: “Ich bewege mich, weil ich Bock darauf habe.” 

Testosteron hat also nicht nur etwas mit Reproduktion zu tun, sondern erzeugt im Gehirn auch “Lust” – Lust, sich zu bewegen, beispielsweise.

Achtung Werbung: Wer sich für den Testosteron-Haushalt interessiert, sollte unser neues Buch gelesen haben. Dort steht die möglicherweise größte Liste an Möglichkeiten drin, wie man seinen Testosteron-Haushalt positiv beeinflussen kann. Unter anderem, versteht sich 🙂

#GoLs

Das Buch kann man vorbestellen. Es erscheint am 02. März. (Vor-)Bestellen kann man es bei Amazon, bei Thalia oder in der Buchhandlung vor Ort.

PS: Ach ja, dieser Post war zwar sehr männlich, ähnliches gilt allerdings auch für Frauen! Die haben ja auch ein Big T, das im Gehirn wirken darf.

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ÜBER DEN AUTOR

12 kommentare ab “Testosteron macht Lust (auf Bewegung, zum Beispiel)

  1. Verlinkt doch lieber statt Amazon mal Buch7.de -> hier wird ein Großteil des Gewinns aus dem Verkauf von Büchern in soziale Projekte investiert. Service & Versand funktioniert hervorragend – ich bestelle hier seit Jahren.

  2. Es gibt aber auch Menschen, bei denen „es von ganz alleine „einfach so“ funktioniert…und die trotzdem den ganzen Tag drüber nachdenken…!
    Diese sollten vielleicht „loslassen“ und sich glücklich schätzen…!
    Nur so ein Gedanke😏!

  3. Der Mann hat 100% Recht. Man sollte wirklich einfach alles dem Körper überlassen. Der existiert schließlich auch schon seit Tausenden von Jahren wenn nicht mehr. Erfahrungsgemäß liegt der schon ganz vorne. Gib dem Körper alles was er braucht(Nährstoffe, Vitamine, usw.) und hindere ihn nicht daran seine Arbeit zu verrichten(Chemikalien, Stress,…). Dann funktioniert auch alles super. Gesund zu sein ist ja im Endeffekt ein Mittel zum Zweck um ein gutes und glückliches Leben zu führen und nicht das Ziel, was die meisten eh nie erreichen.
    Tolles Buch! Kann es nur weiterempfehlen!

  4. Ich habe seit Jahren das Problem, dass ich nicht so viel Willensstärke aufbringen kann, wie ich bräuchte. Wäre also sehr interessiert daran, was ich als Frau da tun kann, denn die Ärzte helfen mir nicht. Ich gehe aber davon aus, dass nur die männliche Seite im Buch abgehandelt wird?

    1. Naja, für Frauen gäbe es mal die Progestine die wichtig sind und generell der ganze Stoffwechselhaushalt. Es gibt über 50 Arten von Steroidhormone und dennoch werden nur ein paar davon gelobt und als wichtig gesehen wie Testosteron, Östrogen, usw.
      Was viele nicht in Betracht nehmen ist, dass alle Steroidhormone eine quasi Ableitung von Cholesterin sind. Also der Anfangsstoff um die ganzen Hormone zu produzieren. Interessant ist jedoch dass wir selber keine Steroide produzieren, sie nur weiterverarbeiten.. Die Mutter aller Steroidhormone ist Pregnenolon was auch direkt von Cholesterin erzeugt wird. Diese Umwandlung findet in der Mitochondria statt. Dass heißt dass unser Hormonspiegel vielmehr abhängig von unseren Mitochondrien sind, als von uns selbst. Was dann mit dem Pregnenolon passiert hängt vom Körper und dessen Enzyme ab. Also wenn es in den Hoden gelangt wird daraus Testosteron gemacht. Kommt es in die Nebennierenrinde wird es, je nach Situation, zu Kortison, Aldosteron oder DHEA umgewandelt.
      Sind unsere Mitochondrien glücklich und zufrieden, kriegen wir auch genügend Pregnenolon und können damit alle Steroide produzieren die für uns notwendig sind. Zum Beispiel ein erhöhter Cholesterinspiegel zeigt nur, dass das Cholesterin nicht weiterverarbeitet wird und dass ein problem in den Mitochondrien liegt. Ganz easy, hat nix mit dem ganzen Mist, der überall erzählt wird, zu tun.
      Der Prozess Cholesterin———>Pregnenolon findet einfach nicht statt und warum dass passiert kann von vielen Faktoren abhängen. Einerseits könnte es ein Cholesterinmangel sein(durch Statine usw. also Cholesterinsenkende Medikamente) oder ein Vitamin A Mangel, denn der transportiert dass Cholesterin die Mitochondrien. Andererseits kann es aber auch daran liegen dass die Mitos nix zum Essen haben, wass auch der Fall bei den meisten Verhungerungsdiäten ist. Oder wird zu viel schlechtes wie ungesättigte Fette oder Östrogenähnliche/-artige Stoffe konsumiert. Oder zu wenig aktives Schilddrüsenhormon T3.
      Kann halt vieles sein. Das gute ist dass Progesteron ein direkter Nachläufer des Pregnenolon ist und damit relativ einfach zu produzieren ist. Einfach drauf achten dass die Mitos alles zu verfügung haben damit sie ihre Arbeit verrichten können und dann macht sich auch alles von selbst, hormonell bezogen natürlich.
      Ob Frau oder Mann ist im Endeffekt relativ egal. Bei Frauen wird aus Pregnenolon Progesteron usw. produziert und bei Männern halt Testosteron, Androsteron, etc.
      Was halt anders bei den Geschlechtern ist, sind nur die Enzyme, also die Maschinen die diese ganze Umwandlungen durchführen. Der wichtigste Teil ist bei Mann und Frau gleich und zwar die Mitochondrien.

      1. “Einfach drauf achten dass die Mitos alles zu verfügung haben damit sie ihre Arbeit verrichten können und dann macht sich auch alles von selbst, hormonell bezogen natürlich”

        Schön wär’s.

        1. Ich muss schon sagen dass es einfacher gesagt ist als getan aber es gibt genügend Material hier die sich mit dem Thema Mitochondrien befassen.
          Es spielen einfach viel zu viele Faktoren mit. Der schnellste Weg ist natürlich T3 also aktives Schilddrüsenhormon zu nehmen nur kann man, wenn man sich mit dem Zeug nicht auskennt, viele Fehler machen. Und natürlich genügend Zucker damit auch Energie produziert werden kann. Schließlich steigt der T3 Spiegel auch immer nur dann an, wenn auch genügend Zucker im Körper ist. Sonst macht das ja kein Sinn denn ohne Rohstoff kann man ja auch keine Energie machen und mann müsste dann eigene Muskelmasse oder Hautproteine in Zucker umwandeln, was nicht wirklich optimal ist, wie beim Low Carben z.B.
          Auch das Sonnenlicht spielt ne Rolle. Wir betreiben zwar keine Photosynthese, nutzen aber trotzdem die Energie der Sonne aus um Vitamin D(welches auch ein Steroidhormon ist) und andere diverse Hormone zu produzieren wie Progesteron z.B. Und damit ist nicht explizit das UV-Licht gemeint, Nein auch das „normale“ sichtbare Licht ist wichtig für unsere Mitochondrien. Je rötlicher das Licht, umso besser und je bläulicher, natürlich umso schlechter. Infrarot Wellen sind ja auch eine Art rotes Licht nur sehen wir es nicht, können es aber spüren, als Wärme. Und jeder weiß wie gut manchmal ein Besuch in der Sauna sein kann.
          Schau dir das Thema Mitochondrien einfach genauer an. Wie gesagt es gibt genügend Material hier und n paar Bücher auch die sich mit damit befassen.

          1. Ich habe für meine Mitochondrien schon sehr, sehr viel getan. Es hilft nicht, eine jahrzehntelange Östrogenzdominanz zu heilen.

            Ich komme zurück zu meiner Frage: Wird im Buch auch auf Frauen eingegangen oder ist es auf Männer (und allerhöchstens noch gesunde Frauen) bezogen?

          2. Wie‘s aussieht ja. Der Autor schrieb ja auch dass das ganze für Frauen gilt. Ob es sich jz aber nur mit dem Testosteron befasst oder auch mit dem weiblichen Progesteron keine Ahnung.
            Manchmal fehlen nur ein paar kleine Dinge um das ganze ins Laufen zu bringen. Motivationsprobleme haben meistens etwas mit dem Dopaminspiegel zu tun. Der ist sehr abhangig vom Prolactin. Steigt Prolactin zu hoch, funktioniert Dopamin nicht mehr. Und der Prolactinspiegel hängt wiederum vom Natriumspiegel im Blut ab. Also n Salzmangel kann es auch sein. Oder zu viel Wasserkonsum.
            Oder zu viel Serotonin was einem quasi in den Winterschlafmodus zwingt. Isst man zu viel Stärke, Xanthan, Carrageenan, Agar Agar, usw. dann ist meistens Serotonin bzw. Melatonin das Problemchen im Kopf.
            Was auch immer, nur du kannst‘s wissen. Und ne Östrogendominanz lässt sich einfach mit n wenig bioidentischem Progesteron und dem antiöstrogenen Vitamin E lösen.

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