BEITRAG
Blutwerte Vitamin D Magnesium

Ohne Magnesium funktioniert Vitamin D nicht

 

Soeben erschien eine Arbeit, die uns zeigt:

Um Vitamin D im Körper zu verarbeiten, brauchen wir ausreichend Magnesium.

Na sowas! Das ist ja ein großer Zufall. Wir brauchen, damit ein Stoff wirken kann, also noch weitere essentielle Mikronährstoffe?! Tolle Erkenntnis. Auch noch ausgerechnet Magnesium.

Der Co-Autor der Arbeit, ein Professor für Pathologie, lässt auf ScienceDaily verlauten:

Leute nutzen Vitamin-D-Präparate, verstehen aber nicht, wie es verstoffwechselt wird. Ohne Magnesium ist Vitamin D nicht sonderlich hilfreich oder sicher. Patienten mit optimalen Magnesium-Werten brauchen auch weniger Vitamin D.

In der Arbeit selbst finden wir ein paar nette Fakten:

  • Magnesium aktiviert mehr als 600 Enzyme und Transporter.
  • Es ist essentiell für die Zellfunktion, RNA- und DNA-Synthese, Reparatur und Antioxidanzien-Status der Zelle.
  • Magnesium-abhängige Kinasen aktivieren bis zu 30 % der Körperproteine.
  • 40 % des Magnesiums finden wir in den Zellen, 60 % in Knochen und Zähnen, und 0,3 % im Serum.
  • Magnesium im Serum sagt nichts oder wenig über die Gesamtkörper-Versorgung mit Magnesium aus.
  • Selbst wenn die Werte im Serum noch stimmen, können Gewebe längst unterversorgt sein, da der Blut-Magnesium-Spiegel einigermaßen konstant gehalten wird.

Magnesium und Vitamin D gehören zusammen

Dann kommen noch ein paar andere wissenswerte Fakten, etwa, dass geschätzt wird, dass ca. 50 % der US-Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind.

Was Vitamin D, zusammengefasst, mit Magnesium zu tun hat, sehen wir in folgender Grafik:

Magnesium und Vitamin D Grafik

Das Entscheidende dieser Grafik zusammengefasst:

  • Das Vitamin-D-Transportprotein braucht Magnesium (zu erkennen am kleinen Kreis mit Mg).
  • Ein Vitamin-D-Enzym in der Leber braucht Magnesium.
  • Und zwei andere Enzyme (z. B. in der Niere) brauchen auch Magnesium.

Damit ist bereits alles gesagt. Was die Nährstoff-Wechselwirkungen angeht … Das hatten wir vor ein paar Tagen schon mal in einem anderen Artikel.

PS: Das mit dem “optimalen Magnesium-Wert” ist so eine Sache, wie der eine oder andere vielleicht weiß. Das kann Monate dauern und braucht eine konsequente Umsetzung. Aber das ist ein anderes Thema. Wer mehr über Mag erfahren will: Hier geht’s zu unserem Magnesium-Guide.

 

Zur übersicht
ÜBER DEN AUTOR

17 kommentare ab “Ohne Magnesium funktioniert Vitamin D nicht

  1. Merci Chris, ich bin Dir für diesen Artikel und auch für den verlinkten Haupt-Artikel auf https://edubily.de/magnesium/ extrem dankbar. Habe mir vor einigen Wochen das Buch “Mitochondrien: Symptome, Diagnose und Therapie” von B. Kuklinski gekauft: es ist aber für mich zu kompliziert. Deine Erklärungen habe ich verstanden. Hätte wohl zuerst Dein Buch bestellten sollen. Kann ich ja noch nachholen 🙂

    Deine Erfahrung mit den Extrasystolen “am laufenden Band” hatte ich immer wieder in den Jahren 2013-2017. Wie bei Dir, öfters mehre Stunden hintereinander. Meist gab es alle 4-7 Schläge ein “Stolperer” bzw. Aussetzer. In dieser Zeit hatte ich Schwindel und manchmal hätte ich an Ort und Stelle einschlafen können. Es wurde ein sehr tiefer Blutdruck festgestellt und der Arzt meinte nur, da (tiefer Blutdruck) könne man nichts tun. Das einzige, dass er mir verschreiben könne, seien Stützstrümpfe. Die hatten natürlich nicht geholfen. Erst im letzten August wurde auf meine Bitte hin, der Magnesiumwert gemessen: 0.73 (Labor-Soll 0.7-1.1). Mein Arzt meinte, mein Wert sei in Ordnung. Dennoch nehme ich seither täglich vor dem Schlafen gehen eine Kapsel mit 300mg Magnesium. Während längeren Ausdauer-Läufen (>1.5h) nehme ich zusätzlich 375mg Magnesium (Tri-Magnesium-Dicitrat) und ca. 1’250mg Kalium (Tri-Kalium-Citrat Monoydrat), beides in Pulverform direkt ins Trinkwasser. Mir sind dieses Jahr keine Herzrhythmus-Störungen mehr aufgefallen und Schwindel ist auch keiner mehr aufgetreten. Ich denke, wie bei Dir, war auch bei mir der niedrige Magnesium-Spiegel für die Symptome zuständig. Die Schweizer Herzstiftung erwähnt im Zusammenhang mit den Extrasystolen das Spurenelement Magnesium mit keinem einzigen Wort: https://www.swissheart.ch/herzkrankheiten-hirnschlag/erkrankungen/herzrhythmusstoerungen/extrasystolen.html

  2. “…und 0,3 % im Serum”
    Als biochemischer Laie will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber vielleicht ist trotz suboptimaler Mg-Serumwerte ausreichend vom Mineral im Körper vorhanden, es wird nur nicht freigegeben, weil andere Cofaktorenauch suboptimal vorliegen (s. Eisen – Kupfer – Vit. A).

    Meine Erfahrung ist: mit optimiertem Vitamin D-Spiegel (von 32ng/ml -> 50ng/ml n. edubily-Rechner) und ohne Mg-Substitution geht’s deutlich besser als mit krampfhaft angehobenem Mg-Wert. (Vit. D hebt Ca hebt Mg???)

    In einigen Kommentaren vorheriger Artikel spiegelt sich dies auch ähnlich wieder.
    https://edubily.de/2017/11/angewandte-biochemie/
    https://edubily.de/2017/12/stressfrei-und-entspannt-mit-dem-richtigen-magnesium-spiegel/

  3. Hallo,

    danke wieder mal für den hilfreichen Artikel 🙂
    Wie wir ja schon alle wissen ist der Körper ein System, doch welcher Baustein blockiert denn wenn der Körper sich absolut gegen auch nur geringe Mengen an Magnesium supps wehrt? Mein Darm ist von keiner Verbindung oder Menge begeistert und macht es mir unmöglich meinen Magnesiumspiegel aufzubauen…

    Liebe Grüße
    Carina

    1. Hallo Carina
      Für alle, deren Darmbesiedelung die Magnesiumaufnahme verweigert, gibt es Magnesiumöl.
      Geht auch über die Haut und wäre auf jeden Fall einen Versuch wert.

      1. Danke für deine Antwort 🙂 Magnesiumöl benutze ich bereits, schaffe damit aber nicht meinen Bedarf zu decken da irgendwann meine Haut juckt u das Magnesium nicht mehr richtig einzieht.
        Liegt die schlechte Aufnahme dann an meiner Darmflora oder meiner genetischen Ausstattung?

        Liebe Grüße
        Carina

          1. Jupp, habe das bei meiner HP machen lassen. Krasse Erfahrung! Mir war noch nie so heiss?. Mg ist mega Doping für die Mitochondrien, die machen dann Party. Und danach war ich megaentspannt??

        1. Hallo Carina.
          Hautjucken bzw. kribbeln wäre ein Anzeichen für die Aufnahme.
          Du kannst es natürlich auch mit Hirsebrei mit Zartbitterschokolade, Heidelbeeren und Brombeeren versuchen und dazu Magnesium mit D3/K2 einnehmen.
          Eine Reduktion von Calzium und Natrium (und das Weglassen von Alkohol?) könnten die Magnesiumaufnahme unterstützen.

          L.G.
          Herwig

          1. Vielen Dank für die Tipps. Die meistenberücksichtige ich schon 🙂 Wie viel Magnesium ist denn in so einer Infusion?
            Liebe Grüße
            Carina

          2. Hallo Hedwig,

            das angesprochene Hautjucken bzw. -kribbeln, wäre das auch bei oraler Aufnahme zu beobachten und wenn ja, welcher Mechanismus liegt dem zugrunde? Ich bin diese Tage dabei meinen Magnesiummangel anzugehen und bemerke dieses Kribbeln und Jucken im Gesichtsbereich. Kann natürlich sein, dass das nur mit der Aufnahme korreliert und ein allergisches Symptom ist, aber nachdem ich das hier gelesen habe, kam mir dieser Gedanke (in der Regel sind Allergiesymptome eng an Nahrungsexposition gekoppelt bzw. dem Nahesein allergener Stoffe in der Luft wie Parfums, aber all das war da nicht).

            Danke für eine Antwort! 🙂

  4. Hallo Chris,

    vielen Dank für den Artikel. Warum lässt du dann den Magnesiumwert bei dir selbst im Serum bestimmen und nennst ihn auch als Referenzwert für andere, wenn diese Arbeit und auch andere gezeigt haben, dass er kaum aussagekräftig ist? Die einzige logische Bestimmung wäre doch eigentlich intrazellulär? So lasse ich es zumindest bestimmen.

    Liebe Grüße

    Toni

    1. Hallo Chris,
      hallo Toni,

      Dir Toni kann ich mit Deiner Kritik an Chris wg. der Serum-Bestimmung nur voll und ganz zustimmen.

      Ich ermittle meim Magnesium-Wert bei der IMD in Berlin anhand des Vollblutes. Hat dieser Wert nicht nahezu den gleichen Aussagewert wie der intrazellulär ermittelte Magnesium-Wert?

      Rainer

      1. Hallo Rainer,
        die Vollblutmessung ist der Serumanalyse schon deutlich überlegen. Allerdings fließt beim Vollblut ja auch der Serumanteil mit ins Ergebnis ein, sodass auch hier Schwankungen auftreten können. Abhängig von der Magnesiumzufuhr (oder z. B. hohe Mengen Phytinsäure) an den Tagen vor und am Blutentnahmetag selbst, kann der Magnesiumwert im Vollblut und besonders im Serum variieren. Die intrazelluläre Messung (intraerythrozytär) ist leider deutlich teurer, zeigt aber den stabilsten Wert und damit auch die tatsächliche Aufnahme und Entwicklung der letzten Monate.

        Liebe Grüße

        Toni

      2. Hallo Rainer,

        vielleicht interessiert Dich zu dem Thema das Webinar von der Ärztefortbildung
        des IMD-Labors vom 11. 12. 2013, gehalten von Dr. Löffler, zwar schon älter, aber immer
        noch interessant:
        “Ursachen und Folgen des Vitamin D3-Mangels in Deutschland”,
        hier zu finden:
        http://www.inflammatio.de/webinar/inflammatiothek.html
        Dr. Löffler bezeichnet den Vollblut-Test als Krücke (in Bezug auf den Vitamin D Status),
        den man benutzen muß, solange nichts besseres angeboten wird.
        Die Aussage ist allerdings inzwischen überholt, da das IMD-Labor mittlerweile genau diesen
        gewünschten Test (Kalzium intrazellulär) anbietet. Dabei werden Kalzium (und Magnesium)
        aber nicht in den Erythrozyten gemessen (wie Toni schreibt), sondern in den Leukozyten.
        Die Erythrozyten eignen sich nur bedingt für diese Messung, da sie weder Zellkern noch
        Mitochondrien besitzen. Die Leukozyten haben aber beides und sind daher ein wesentlich
        besseres Zellmodell für diesen Zweck. Diese Messung kannst Du beim IMD unter der
        Bezeichnung “Kalzium intrazellulär” anfordern, gemessen wird dann Kalzium,
        Magnesium und Kalium in den Leukozyten. Kostet knapp 30€, Diagnostik-Info dazu hier:
        http://www.imd-berlin.de/fileadmin/user_upload/Diag_Info/312_Intrazellulaeres_Calcium.pdf

        Gruß
        Ashton

    2. Weil er meiner Erfahrung nach trotzdem ein guter Richtwert ist. Man kriegt sowieso nie “DEN richtigen Wert” – schon alleine, weil es aus ganz korrekter Sicht nicht richtig ist, Aussagen anhand einer Messung abzuleiten. Richtigerweise müsste man schon eine Messreihe machen usw. usw. … Im Endeffekt geht es ja immer nur darum zu sehen, wie es im Großen und Ganzen bestellt ist. Und für Magnesium: “Voll” und “Leer” lässt sich schon gut anhand des Serumswerts erkennen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.