Interview mit Werner Krag über Bluttuning

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Werner Krag ist Buchautor, Doktor der Psychologie und Heilpraktiker. Auch er bestimmt seit geraumer Zeit die Blutwerte seiner Patienten und erhascht sich somit einen Einblick in die Hardware.

Werner Krag praktiziert in Wiesbaden und hat folgende Webseite: www.burnout-therapie-wiesbaden.de



  1. Stelle dich doch bitte kurz vor? Deine Arbeit & deine Ausbildung?

Studium von Medizin und Psychologie, Abschluss: Dipl. Psychologe, nachfolgend Promotion. Anschließend noch 3-jährige Heilpraktikerschule in Vollzeit. Langjährige Auslandsaufenthalte (USA, Kanada, Japan). Mehrmonatiger Aufenthalt in Okinawa, um dort die langlebigsten und fittesten Menschen der Erde zu interviewen und deren Lebensstil zu studieren. Mitarbeit in einer großen ärztlichen Praxis (Schwerpunkt: Naturheilkunde) und später dann Gründung der eigenen Naturheilpraxis.

In meiner Arbeit geht es hauptsächlich darum, Menschen zu betreuen, die unter Stress- und Burnout leiden oder einfach mal eine Blutuntersuchung machen wollen, die diesen Namen auch verdient. Viele meiner Patienten sind von der schnellen und routinemäßig erstarrten „Behandlung“ in einer gewöhnlichen Arztpraxis enttäuscht. Sie wollen genauer und gezielter nachschauen, was in ihrem Körper passiert und verstehen, warum sie bestimmte Beschwerden haben (Müdigkeit, Leistungsknick, Übergewicht, mangelnde Motivation etc.). Der Arzt kann oder will sich nicht so ausführlich mit den Patienten beschäftigen, wie das eigentlich nötig wäre. Es kommen viele, die von der Schulmedizin enttäuscht sind.

  1. Wie, ab wann und warum bist du zum Thema „Bluttuning“ gekommen?

Im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass viele Ärzte es direkt oder indirekt ablehnen, bestimmte Blutwerte zu messen: „Brauchen Sie nicht, bringt nichts, unnötig“ etc. Gleichzeitig gibt es immer mehr Patienten, die sich selbst informieren und gerne bestimmte Werte überprüfen würden. Selbst so wichtige Werte wie Vitamin-D oder Selen werden oft nur ungern einbezogen oder in ihrer Bedeutung gewürdigt. Der Körper ist aber ein hochkomplexes Gebilde, der zwar ständig versucht, im physiologischen Gleichgewicht zu bleiben, aber schon ein einziger „falscher“ Wert, kann das ganze Gleichgewicht so stören, dass langfristig keine Gesundheit und keine Leistungsfähigkeit erreicht werden können. „Bluttuning“ bietet da eine hervorragende Möglichkeit, Defizite (oder Überschüsse) auszugleichen und wieder ins Lot zu bringen.

  1. Was genau hast du damit bezweckt? Haben sich Erfolge eingestellt bei Patienten, wenn ja, welche?

Am Anfang habe ich schwerpunktmäßig auf der psychologischen Ebene gearbeitet. Dann aber schnell festgestellt, dass ich damit alleine sehr schnell an Grenzen komme. Nach und nach habe ich dann detaillierte Blutuntersuchungen mit dazu genommen und von da an haben sich oft wirklich tolle Erfolge eingestellt, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte:

Depressionen und Burnout verschwinden, neue Leistungsfähigkeit stellt sich ein, Krankheiten verbessern sich oder verschwinden ganz, Lust und Laune verbessern sich, die Psyche hellt sich auf etc. Den Ärzten fehlt oft das psychologische Wissen, die Psychologen kennen sich meist in der Medizin nicht aus. Beides zusammen ergibt ein angenehmes und erfolgreiches Arbeiten.

  1. Was ist die Basis deines Konzepts? Was macht die Verbesserung von Blutwerten für dich sinnvoll und notwendig?

Die Basis für meine Arbeit ist eine gründliche Anamnese und eine ebenso gründliche Blutuntersuchung, die auf den individuellen Fall abgestimmt ist. Ich versuche auf mehreren Ebenen gleichzeitig mit den Patienten zu arbeiten (Blutwerte, Ernährung, Bewegung, Psyche). Die Verbesserung der Blutwerte macht auch deswegen Sinn, weil man oft klassische Medikamente der Schulmedizin absetzen oder zumindest die Dosis deutlich verringern kann: z. B. Lipidsenker, Antiphlogistika, Blutdrucktabletten, Insulin gegen Diabetes oder etc.

Als weitere Maßnahme (neben der Blutuntersuchung) gehört auch möglichst ein Hormonstatus. Hormone sind das Bindeglied zwischen Körper und Psyche und sie bestimmen ganz wesentlich, wie wir uns fühlen und ob wir Freude am Leben und Lust und Leidenschaft ausleben können. Niedrige Progesteronwerte (bei Frauen) und niedriges Testosteron oder DHEA (bei Männern) finde ich häufig.

Gerne verwende ich auch pflanzliche Supplemente oder Kräuter, die oft erstaunlich potente Wirkungen haben, z. B. Curcuma, Ingwer, Ginseng, Mariendistel und noch einige andere. Auch solche, die ich aus Japan mitgebracht habe (Shiitake, Maitake, Dulse, Kombu, Natto).

  1. Was konntest du aus deiner Praxis mit Menschen und der Blutwertoptimierung bereits an Erfahrungen gewinnen? Gibt es da etwas, was ganz besonders ins Auge fällt? Z. B. die Vitamin-D-Situation?

Einen vernünftigen Vitamin-D Spiegel haben vielleicht 5% meiner Patienten. Selen und Zink sind auch solche Kandidaten. Auch Aminosäuren sind oft zu niedrig oder einseitig. Magnesiumwerte sind oft grottenschlecht.

  1. Nehmen Menschen gerne deine Ratschläge an? „Glauben“ die an das?

Am Anfang sind einige skeptisch und wollen nicht glauben, dass z. B. Hormone einen Einfluss auf ihre Psyche und ihr Wohlbefinden haben. Gerade Frauen haben oft einen viel zu niedrigen Progesteron-Wert. Oft heißt es auch „Blutuntersuchung? Hat der Arzt doch alles gemacht, alles in Ordnung“. Auf Nachfrage zeigt sich dann doch, dass weder Mg im Vollblut gemessen wurde oder doch kein Hormonstatus erhoben und Vitamin-D oder Homocystein auch nicht gemessen wurde usw. Wenn diese Phase der Skepsis vorbei ist und nach dem messen und supplementieren (oder weglassen) bestimmter  Substanzen, anderer Ernährung, Sport, die ersten Erfolge sichtbar werden, kehrt sich die Skepsis ganz schnell in Begeisterung um.

Das ist es auch, was mich persönlich immer hoch erfreut, wenn plötzlich Krankheiten „verschwinden“ oder sich das Befinden deutlich bessert und Klienten einen deutlicher Sprung nach oben in punkto Lebensqualität machen.