Stressfrei und entspannt mit dem richtigen Magnesium-Spiegel

 

Schon als kleiner Junge soll ich, lt. Aussage meiner Mutter, nachts immer mit den Zähnen geknirscht haben. Auch generell war ich immer sehr unruhig innerlich, angespannt und irgendwie ausgelastet — obwohl es dazu oft gar keinen Grund gab.

Mit 18 oder 19 Jahren war ich dann ab 20 Uhr nicht mehr zu gebrauchen. Ich hatte auch sonst keine Energie, mir war immer schwindelig, ich war nur müde, antriebslos, depressiv, in meinen Augen übertrainiert.

Und dann kamen die Extrasystolen. 

Die fühlen sich immer so an als ob das Herz kurz aussetzt und in Folge einmal kräftiger „nachschlägt“. Das darf ruhig passieren, so … einmal am Tag. Ich hatte das minuten- oder stundenlang am Stück, tagelang.

Man kann sich vorstellen, dass das unter Umständen auch Todesangst machen kann.

Mein Arzt hatte am EKG natürlich nichts gefunden (wie immer!) und die Blutwerte seien auch „in Ordnung“ (wie immer!). Er hatte zwar nichts „gefunden“, ich allerdings schon:

Magnesium unter 0,75 mmol/L

Das war ganz offensichtlich kein „schwerer Mangel“, sonst hätte mein Arzt das sicher entdeckt. Fakt ist aber, dass 0,7 bzw. 0,75 oft die Grenze ist. Und wer will wissen, ob das für meinen Körper nicht schon längst ein roter Bereich ist?

95 % des Magnesium liegt in den Geweben vor. Lediglich 1 % schwimmt im Blut — das dient also bestenfalls an Anzeige für den Füllstand der Depots. Und mein Zeiger stand ganz sicher nicht auf „optimal gefüllt“.

In der Folgezeit habe ich ca. 1 g Magnesium (elementar*) aufgefüllt und habe dann

ein neues Leben bekommen.

Stressfrei, gelassen, mit viel Rückenwind und vor allem … ohne Herzrhythmusstörungen.

Da habe ich was gelernt: Mein Körper hat ganz offensichtlich einen ziemlich hohen Magnesium-Bedarf. Oder kriegen andere das auch? Jedenfalls war mir in meinem Bekanntenkreis kein solcher Fall bekannt. Auch heute noch muss ich sehr auf eine hohe Zufuhr achten.

Dr. Strunz hatte das nach dem Lesen des Handbuchs damals aufgefasst und geschrieben:

Magnesium ist neben Protein der für Sie wichtigste Stoff im Leben. Wenn Sie leben wollen. Ich spreche hier von Lebensenergie und Lebensfreude.

Das ist tatsächlich gut möglich.

Weshalb? Weil wir heute in erster Linie ein Problem mit Stress und Stress-assoziierten Krankheiten und Dysfunktionen haben. Das beginnt beim „inneren Verkrampfen“ und endet bei ernsten Depressionen.

Und jeder, der es mal erlebt hat, weiß, dass Magnesium der beste natürliche „Tranquilizer“ ist — ohne genug Magnesium im Blut, brauchen wir über „Entspannungstechniken“ überhaupt gar nicht erst nachzudenken, es ist quasi unmöglich ohne genug Magnesium im Blut überhaupt zu entspannen.

Kann man übrigens alles ziemlich leicht selber überprüfen. Dafür eignet sich ein

q4h-Protokoll.

300 mg Magnesium (elementar) alle 4 Stunden. 

Maximal 300 mg und 3-4 Stunden Abstand, weil es ansonsten ggf. Durchfall gibt (will keiner).

Innerlich so richtig entspannt zu sein, ohne dabei explizit irgendwas zu tun, also schon wieder zu denken, ist etwas extrem Herrliches und solche Möglichkeiten sind Gold wert.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Magnesium scheint auch zwei wichtige Enzyme der Testosteron-Synthese zu regulieren, namentlich 3β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase and 17β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase. Genau aus diesem Grund gab es ja die berühmte Formel, ZMA, Zink mit Magnesium-Aspartat und B6. Meines Wissens wurde zwar nie bewiesen, dass die tatsächlich „potent“ wirkt. Dennoch:

Dies ist gerade im Alter wichtig. Und auch wenn die Datenlage beim Menschen häufig so spärlich ist, so sollten wir immer daran denken, dass wir auch Tiere sind: Bei älteren Herrschaften gibt es einen starken signifikanten Zusammenhang zwischen Magnesiumwerten und den anabolen Hormonen Testosteron und IGF17. Auch Testosteron scheint signifikant positiv durch die Gabe von Magnesium beeinflusst zu werden (bis zu + 25 %)18.

Weil wir wissen, und erlebt haben, wie wichtig Magnesium ist, hatten wir mal einen großen Magnesium-Guide veröffentlicht. Den kannst du hier noch mal in Ruhe lesen. Und … wieso man vielleicht darüber nachdenken sollte, ein Präparat zu kaufen, das mehrere Magnesium-Verbindungen beinhaltet … dazu hatten wir hier mal was geschrieben.

Zum Schluss vielleicht noch mal etwas eindringlicher: Ich bin mir sicher, dass Magnesium Leben retten kann! Nicht mehr verkrampfen, sondern q4h.

* „Elementar“ ist der Netto-Gehalt des Magnesiums in einer Verbindung, also z. B. Magnesium-Citrat. Der Gehalt an elementarem Magnesium wird normalerweise auf der Verpackung angegeben. Ungewöhnlich ist hingegen, den Gehalt der ganzen Verbindung, also z. B. Mag-Citrat, anzugeben.

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15 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Chris und Phil,

    gute Zusammenfassung der enormen Bedeutung von Mg im Körper. Habe aber auch in den anderen Mg-Artikel keinen Hinweis auf Mg-Orotat gefunden, welches besonders auf das Herz positiv wirken soll. Hat es für euch in diesem Zusammenhang eine Relevanz.

    Danke Dr. Espenhayn

  2. Hallo,
    Du schreibst, dass du Herzrhythmusstörungen durch den Magnsesiummangel hattest. Wie verhält es sich, dass ich genau diese Extrasystolen bekomme durch Magnesium?
    Ich leide im Moment unter extremen Einschlafstörungen bis ca. 3 h nachts und unter Augenlidzuckungen. Jeder würde sagen, nimm Magnesium ein. Wenn ich das tue, dauert es 2 Tage und mein Herz fängt an zu flattern. Etwas besser ist es, wenn ich es in Verbindung mit Calzium einnehme.
    Kannst Du mir das erklären?
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Annette

    1. Hallo Annette,

      ich habe die gleichen Probleme wie du seit einiger Zeit. Ich habe über Weihnachten noch mal in Gesund in sieben Tagen gelesen und Antworten gefunden.

      Zitate aus dem Buch Gesund in sieben Tagen von Raimund von Helden:

      S. 19
      „Die Unterversorgung mit Calcium führt über die Störung des Nervensystems zu unruhigem Schlaf und Schlaflosigkeit, zu ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit, zu Konzentrationsstörungen, Rastlosigkeit und innerer Unruhe.“

      S. 21
      „Vitamin-D-Mangel stört auch die Funktion der Gefäßmuskulatur. Ringmuskeln liegen um alle blutführenden Schläuche, so wie der Druckanzug eines Jet-Piloten. […]
      Bei Calciummangel ist die Aktivität dieser Ringmuskeln verringert. Plötzliches Aufstehen in der Nacht kann zu Schwindelgeführen führen. Besteht ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel, kann es sogar am Tage zum Absacken des Blutdrucks mit Schwindel und Sehstörungen kommen. […]
      Sobald ein verminderter Blutdruck durch die Drucksensoren in den Halsschlagadern gemessen wird, kommt es zu einer Notreaktion: Adrenalin und ähnlich wirkende Hormone werden schlagartig freigesetzt, um über eine Aktivierung der Ringmuskeln an den Gefäßen den Blutdruck zu stabilisieren. Dieses Adrenalin-System schaltet sich automatisch wie ein Turbo ein. Adrenalin und auch das wirkungsverwandte Angiotensin führen allerdings bei höherer Dosis zu einem Verkrampfen der Gefäßmuskeln im Kopf. Das wird als Kopfschmerz spürbar. […]
      Bei schwerem Mangel an Vitamin D versagt die kontinuierliche Spannung der Ringmuskeln, weil es an Calcium fehlt.“

      S. 21 f.
      „Unruhiger Schlaf bei Vitamin-D-Mangel erklärt sich über zwei Mechanismen: zum einen durch die elektrische Instabilität der Nervenzellen, zum anderen durch die instabile Steuerung der Gefäßmuskeln. Die Ringmuskeln der Blutgefäße werden mit nachlassender Anspannung in der Nacht nicht mehr vom Adrenalin-System stimuliert und der Blutdruck sinkt ab. Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel haben dann jedoch eine viel zu geringe Aktivität des Calcium-Systems. Das Blut versackt in den zu weit geöffneten Arterien und der Blutdruck kann kritische Werte unter 80 mmHg erreichen. In dieser nächtlichen Notsituation schaltet sich dann das Adrenalin-System ein, um ein weiteres Absinken des Blutdrucks zu verhindern. Durch die anregende Wirkung des Adrenalins auf das Gehirn kommt es zur Störung des Schlafes und zum Erwachen.
      Der oft empfohlene Schlaftrunk aus Milch und Honig erzielt allenfalls kleine Anfangserfolge, weil mit der Bereitstellung von Calcium und Zucker der Zeitpunkt hinausgeschoben wird, an dem das Adrenalin-System anspringt. Erst mit Behebung des Vitamin-D-Mangels wird die Schlafqualität anhaltend verbessert.
      Die Diagnose dieses Zusammenwirkens über die Blutdruckmessung ist leider kaum möglich. Findet man nachts einen normalen Blutdruck, so bleibt unklar, ob dieser Wert unter der Einwirkung des Calcium-Systems oder durch das Adrenalin-System zustandegekommen ist.“

      Dann schreibt er weiter, dass die Übelkeit bei Sport oder Anstrengung ebenso davon kommt, wenn das Adrenalinsystem aufgrund von Vitamin-D-Mangel/Calciummangel anspringt.

      S. 88
      „Denn zum Auslösen einer Muskelkontraktion strömen Calcium-Ionen in die Muskelzellen ein. Dadurch verringert sich unmerklich das Calcium im Blut, was sofort die vermehrte Umwandlung von gespeichertem Vitamin D in seine aktive Form auslöst. Damit wird mehr Calcium aus dem Darm aufgenommen und die Calciumdefizite ausgeglichen.“

      Jetzt kommt meiner Meinung nach der entscheidende Punkt, was auch auf S. 88 leider nicht erwähnt wird.

      S. 115
      „Besonders wichtig ist die OPTIMALE UND AUSGEWOGENE Zufuhr von Magnesium, Calcium und Phosphat. Diese drei Mineralstoffe stehen in einem engen Verhältnis zu Vitamin D: Ein >>> Defizit an Mangesium ODER Calcium <<>> Aufnahme von Magnesium UND Calcium <<< im Dünndarm und vermindert deren Ausscheidung über die Nieren. Aktives Vitamin D steigert zudem die Ausscheidung von Phosphat.
      Es muss somit ein empfindliches Gleichgewicht gewahrt bleiben. An keinem der drei Nährstoffe darf zu viel oder zu wenig zugeführt werden."

      Chris hat im Artikel zu Libido steigern auch mal erwähnt, dass Calcium innerlich ruhig macht.

      Ich tracke meine Ernährung mit Cronometer aufgrund der Mikronährstoffanalyse und habe festgestellt, dass ich bereits mit normaler Nahrung ein knappes 1:1 Verhältnis von Calcium und Magnesium habe. Allerdings ist da nicht mal einberechnet, dass Oxalsäure oder Phytinsäure ggf. Calcium und/oder Magnesium binden. Deshalb ergänze ich nun nur Calcium und lasse Magnesium komplett weg, weil über 1000 mg via Nahrung reichen sollten. Das Calcium:Magnesium-Verhältnis wurde anhand der molaren Masse festgelegt und beträgt 2:1 bis 3:2.

      Um meinen Blutdruck zu senken, habe ich vorwiegen Magnesium und Kalium ergänzt. Ergebnis war eine schlechte Muskelkontraktion bis hin zu Muskelschwäche und Schwindel im Training. Das verwundert mich jetzt nicht mehr.

      1. Hallo Sandro,

        die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Habe lange Zeit nur Magnesium ergänzt und habe leider nicht genug Calcium zugeführt. Meine letzte Blutanalyse ergab sogar einen Magnesiumüberschuss. Momentan ergänze ich Magnesium und Calcium mit der Sango Koralle im Verhältnis 2:1. Damit fühle ich mich viel besser als nur mit Magnesium. Wenn ich nicht genug Calcium zuführe werde ich innerlich Unruhig und nervös.
        Außerdem ergänze ich noch 3000 IU Vitamin D3 um das Calcium richtig aus dem Darum resorbieren zu können.

        Grüße

    2. Ich habe noch etwas gefunden.

      http://edubily.xobor.de/t1751f44-Welches-Calcium-Supplement.html#msg23993
      „Habe zweimal vollblutmineralstoffe messen lassen, seitdem ich seit 7 Monaten auf Milchprodukte aufgrund einer Igg4 Allergie verzichte.

      Beide Male war Calcium und auch Natrium im Mangel. Keine Milchprodukte + magnesiumsuppstitution von >1g elementares Magnesium führen zum Mangel.“

      Durchfall und Verdauungsstörungen können ebenso wie ein niedriger Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen ein Zeichen von Calciummangel sein.

  3. Der Artikel bringt nochmal sehr schön auf den Punkt was ich für mich aus anderen Artikeln und dem Grundlagen Kurs rausgezogen habe! Ich nehm seit einiger Zeit ca. 600mg elementares Magnesium und habe auf jeden Fall eine Verbesserung gemerkt. Habe mittlerweile auch die Vermutung, dass ich einfach einen hohen Bedarf habe ähnlich wie es hier in dem Artikel beschrieben ist. Werde denke ich angeregt durch die erwähnten 1g aber probeweise auch nochmal die Dosis erhöhen denke ich. Problem bei der ganzen Thematik ist dass so viel elementares Magnesium gar nicht so leicht zu bekommen ist und den meisten Leuten ist das leider dann auch gleich wieder zu teuer… Vielen Dank für den Artikel!

  4. Vielen Dank für diesen Eintrag, auch für den Link zum Guide.
    Ich staune immer wieder wie schlecht MG-Citrat viele Menschen vertragen. Ich nehme morgens und abends je eine 700 mg Kapsel. Bei erhöhter Anstrengung auch noch eine zusätzlich zum Mittagessen. Auch meine Frau und mein 5-Jähriger Sohn haben keine Probleme. Er bekommt täglich vor dem Mittag ein lösliches Pulver mit 300 mg MG-Citrat.

      1. Hallo Christian

        Eine offensive Veränderung ist für uns schwer zu erkennen. Man kann sich ja doch nicht sicher sein, da sich bei einem 5 Jährigen eine Menge tut. Wir geben ihm das weil wir denken dass es ihm guttut. Er hat manchmal Mühe sich zu konzentrieren, vielleicht hilft ihm das.

        Liebe Grüsse, Cyrill

  5. Hallo,
    ich habe einige Probleme mit meinem Darm (Dybiose etc.) und nehme Magnesium nur sehr schlecht auf bzw. vertrage eigentlich keine Magnesium NEM, egal welche Verbindung. Habe von Glycinat, Malat und Citrat schon alles durch und noch keine gefunden die bei mir keine Probleme macht.
    Meine Frage an euch: Weiss jemand wie viel Magnesium der Körper auf einmal per Infusion aufnehmen kann? Ich habe die Möglichkeit 1000mg elementares Magnesium per Infusion zu bekommen glaube aber dass das meiste davon wahrscheinlich wieder ohne großen Nutzen ausgeschieden wird oder kann der Körper bei einem Mangel so große Mengen auf einmal aufnehmen?
    Liebe Grüße
    Carina

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