Mama

Ich war eine Zeit lang nicht so aktiv hier und werde es die nächsten Tage und vielleicht Wochen auch nicht sein. Das Geschäft läuft natürlich weiter, der Blog-Betrieb, der von mir (Chris) ausgeht, eher weniger. Das hier ist mein Blog und deshalb möchte ich heute eine etwas persönliche Geschichte mit dir teilen.


Manchmal muss man loslassen

Als meine letzte Beziehung zu Ende ging, saßen Mama und ich zusammen in meinem Auto. Sie sagte:

Weißt du, Christoph, irgendwann im Leben muss man lernen loszulassen, auch wenn es schmerzt und sehr, sehr weh tut.

Dann hat sie in den Himmel geschaut und angefangen zu weinen. Mama hat den Tod ihrer Mama nie wirklich verkraftet. Und ich dachte: Um Himmels Willen. Wie soll ich das später mal verkraften, wenn es mich trifft, wenn meine Mama geht?

Auch sonst hatte ich im letzten Jahr ein komisches Gefühl. Oft habe ich meine Eltern am Wochenende besucht und Mama stand bei der Verabschiedung am Auto als würden wir uns nie wieder sehen. Oft habe ich selbst geweint als würden wir uns nie wieder sehen.

Wenn man die Zeichen nicht erkennt

Schon im April hatte sie Rückenschmerzen. Nächtelang konnte sie nicht schlafen, an den Wochenenden hörte ich sie nachts den Balkon hoch und runter laufen. Sie war bei Physiotherapeuten, Masseuren, Osteopathen, Neurologen und unzählige Male beim Hausarzt.

Monate vergingen so. Als ich Anfang des Jahres nachhause kam, sprang sie auf als hätten wir uns Jahre nicht gesehen. Ende des Sommers kam ich nachhause und meine Mama blieb einfach liegen — so, als wäre ich gar nicht da.

Überhaupt, Mama wollte nur noch schlafen, hatte keinen Appetit mehr, verlor an Gewicht, wollte nicht mehr zur Arbeit, „die Wechseljahre sind so furchtbar hart, ich muss mein Leben neu ausrichten“.

Ich, völlig naiv, klärte sie noch über „die Regeln des Lebens“ auf … „Du musst aktiv werden, Mama, wenn du liegen bleibst, signalisierst du dem, dass du sterben willst!“ — nichts habe ich gewusst und heute denke ich mir oft, dass ich mein besserwisserisches Geschwafel selbst nicht mehr ertragen kann. Denn die Wahrheit war, dass Mama längst am Sterben war.

Mama konnte nicht mal mehr ein Backblech halten

Als wir den Eindruck hatten, dass der Rücken nicht mehr schmerzt, begann der „Reizhusten“. Mama rannte wieder von Arzt zu Arzt, die „chronische Bronchitis“ wurde mit Hustensaft und sonstigen Spielereien wie Sprays etc. behandelt. Wenig später konnte sie kaum mehr laufen, konnte nicht mal mehr ein Blech aus dem Backofen heben.

Vor drei Wochen saßen wir abends zusammen … „So, ihr Leute, morgen fahre ich gegen einen Baum“. Wie bitte? Was hat sie gesagt? „Ja, morgen fahre ich gegen ein Baum“. Der Hilfeschrei war kaum zu überhören. War ich blind?

Der tägliche Schmerz

Ich fuhr Mama am nächsten Morgen ins Krankenhaus. Die Ärzte dort wussten irgendwann nicht weiter („Sieht aus wie Sarkoidose“ — doch nicht), deshalb wurde Mama in ein anderes Krankenhaus gebracht. Dort lag sie zunächst im Viererzimmer mit drei sehr alten und kranken Menschen, in einem Raum, wo es nicht mal Toiletten gab. Die Patienten dort bekamen einen Stuhl, auf den sie sich setzen mussten, um ihr Geschäft zu verrichten. So ist das, wenn man ein denkmalgeschütztes Gebäude als Krankenhaus nutzt. Wo sind wir gelandet?

In der Zwischenzeit war wieder eine Woche vergangen und wieder verstrich ein Wochenende, an dem nichts passierte. Langsam wurde auch ich ungeduldig — Mama bekam kaum mehr Luft, konnte kaum noch sprechen. „Greifen Sie mich nicht an“, antwortete eine Ärztin. Angreifen! Lächerlich. Ist ja „nur“ Mama.

Endlich wurde Bronchoskopie, ein Lungen-CT und ein PET-Scan gemacht.

Die Lunge ist voll mit irgendwas — wir wissen noch nicht was, aber sie ist voll damit. Und im PET-Scan fanden wir auch verschiedene Punkte, im

Becken,

Gesäßmuskel,

Rückenwirbel,

Halswirbel,

und Schulter.

Becken, Gesäßmuskel, Rückenwirbel, Halswirbel, Schulter — jedes Mal ein Stich mitten ins Herz. Man ahnt ja, was das bedeutet.

Ich habe mir das Lungen-CT zeigen lassen. Das soll normal einigermaßen schwarz aussehen, mit ein paar weißen Punkten noch. Bei Mama war die komplette Lunge voll mit einem riesigen, diffusen, weißen Netzwerk. So sieht Lungenkrebs eigentlich nicht aus — und auch Metastasen nicht. Zwar hätte auch ein Laie gesehen, dass die Lunge maximal geschädigt und zerstört ist, aber „immerhin vielleicht kein Krebs“ …

Danach habe ich mir den PET-Scan angesehen. Hier wird markierte Glukose gespritzt — sehr stoffwechselaktive Gewebe und Tumore nehmen die auf und leuchten dann im Scan. Im Becken war ein riesiger, leuchtender Fleck mit weiteren Punkten diffus dort verteilt. Mehr konnte ich nicht erkennen. „Okay, in der Lunge leuchtet nichts und die Organe scheinen auch frei zu sein.“ Gott sei Dank, vielleicht doch kein Krebs. Vielleicht Entzündungen. Und wenn Krebs, dann sicher behandelbar. Notfalls wird ketogene Diät probiert, aber Mama hat eh kaum gegessen und war ständig am Fasten.

Zum ersten Mal auf der Intensivstation

Freitag vor einer Woche wurden dann Gewebeproben aus den betroffenen Stellen entnommen. Sie wollte sich nach der OP melden. Freitag, 09.35 Uhr war Mama das letzte Mal vor der OP bei Whatsapp online. Wieso hat sie niemandem mehr geschrieben? Ein Tag verging. Keine Nachricht. Der Grund war, dass Mama seit der OP im künstlichen Koma auf der Intensivstation lag, künstliche Beatmung. Mama hätte selbst nicht mehr atmen können.

Zum ersten Mal auf der Intensivstation, vom Gefühl her der Vorhof zur Hölle. Dort spürt man den Tod förmlich. Und Mama war mittendrin, eingefallen, mit Schlauch im Mund und am Hals verkabelt mit etlichen Narkosemitteln. Sicherheitshalber rief ich die Klinik-Seelsorge, auch für meinen kleinen Bruder.

Wie in Trance

Montagmorgen rief das Krankenhaus an, wir sollen schnell kommen, um die neuen Befunde und den Therapieverlauf zu besprechen. Und dann läuft es ab wie im (schlechten) Film: Chef- und Oberarzt holen einen ab, bringen einen ins Büro. Scheinbar gut gelaunt, flachsend, aber etwas zu höflich.

Es ist zwar erst eine Woche vergangen, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, was uns dort genau gesagt wurde.

Sie hat einen extrem bösartigen und vom Verlauf her seltenen Krebs, der schon in die Knochen und den Muskel metastasiert hat. Wir können leider nichts mehr für sie tun. Sie wird innerhalb der nächsten vier Tage sterben.

Ja … Zum Glück musste Mama das nicht mehr miterleben und konnte bis zur OP glauben, es sei nur eine schwere Lungenentzündung. Einige Tage später schaute ein Onkologe persönlich vorbei und besprach die Lage mit uns ganz ausführlich noch einmal. Mama hatte keine Chance, zu keinem Zeitpunkt, nicht mal, wenn man es ein halbes Jahr vorher entdeckt hätte. Und auch der PET-Scan war im Grunde nutzlos geworden, der nämlich hat den Krebs in der Lunge gar nicht erst angezeigt.

Auf einmal wird alles wertlos. Es war eine Person, für die man gelebt hat, die man stolz machen wollte. Wenn niemand an einen geglaubt hat, einen Fan hatte man ganz gewiss. Menschen lassen einen fallen, die Liebe einer Mama ist bedingungslos. Und nun war klar, dass das nie mehr so sein wird. Nie mehr!

Mama

Ich habe dich jeden Tag besucht, Mama. Zusammen haben wir viele Schlachten geschlagen und auf deinem letzten Weg wollte ich dich bis zum Schluss begleiten. Das, was ich noch für dich tun konnte. Du hast zwar tief geschlafen, trotzdem haben wir uns auf unsere Art unterhalten. Erst jetzt verstehe ich langsam, welche Qualen und welches Leid du in den letzten Wochen und Monaten tapfer durchstanden hast und haben musst. Du hattest keine Muskelverspannung, sondern Metastasen im Knochen. Am Ende konntest du noch nicht einmal mehr weinen, weil du Angst hattest, dass du erstickst. Das alles bricht mir das Herz!

Und ich hatte nicht mal die Chance dir zu helfen.

Die Lehrstunde

Das, was einen am Leben hält, ist der Schock. Er nimmt den Schmerz und lässt alles unwirklich erscheinen. Die volle Härte und die Konsequenz habe ich noch nicht realisiert. Es wird mich Monate kosten, die Besuche, die Arztgespräche, die Geräusche, den Krankenhaus-Geruch oder das ewige Auf und Ab zu verarbeiten. Ganz zu schweigen vom Tod meiner Mutter an sich.

Gleichzeitig lehrt mich das alles so viel.

Meine Mama war eine Maschine, in meinen Augen unzerstörbar, nie krank. Und am Schluss wurde sie so unfassbar hart gebrochen. Einfach so. Innerhalb weniger Wochen vom puren Leben zum Tod.

Wir Menschen leben in einer großen Illusion.

Das, was mich tröstet, ist die Tatsache, dass ich live miterlebt habe, was Ärzte und Schwestern, vor allem Intensiv-Schwestern, dort leisten und geleistet haben. Es war nicht kalt, ganz im Gegenteil. Trotz der enorm hohen Arbeitsbelastung, haben diese Menschen sich großartig gekümmert, auch um uns, die Angehörigen. Dafür habe ich mich hoffentlich oft genug bedankt. Wahnsinn, die Leistung.

Was bleibt jetzt?

Die letzten bald vier Jahre hier im Blog, bin ich Stück für Stück demütiger geworden. Langjährige Leser werden das sicher wissen. Ich bin ein so kleines Licht. Hochmut weicht der Demut und Ehrfurcht. Wenn man selbst alles erreicht, was man sich vornimmt und vielleicht überdurchschnittlich leistet, vergisst man irgendwann, dass sich die eigene Realität formt, man sieht nicht mehr, wie viele Realitäten es noch gibt und wie schnell wir uns in anderen Realitäten wiederfinden.

Gerade habe ich eine Realität erlebt, die ich nie habe erleben wollen, die so fern und letztlich doch so unglaublich nah war.

Jetzt werde ich nicht von meinem Macbook oder meinem Uni-Abschluss aufgefangen. Das, was bleibt, wenn einem das Wertvollste genommen wird, ist die Wärme und die Energie, die einem zwischenmenschliche Beziehungen geben. Das ist das, was am Ende übrig bleibt. Eine banale und vorhersehbare Einsicht, nicht wahr? Illusionen.

Mach’s gut!

Mama, bevor ich gegangen bin, habe ich dir ins Ohr geflüstert, dass man im Leben manchmal loslassen muss. Heute Morgen um 6.30 Uhr hast du losgelassen. Ich hab‘ dich lieb.

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63 Kommentare, sei der nächste!

  1. Selbst eine Mama, bin ich zu Tränen gerührt über Ihren liebevollen Nachruf.

    Ihre Mutter war sicher sehr stolz auf Sie. Möge alles, was sie Ihnen mitgegeben hat für Ihr Leben Sie in liebevoller Erinnerung begleiten.

    Ihrer Familie und ganz besonders Ihnen wünsche ich für die kommende schwere Zeit der Trauer alles Gute.

  2. Das tut mir unendlich leid. Obwohl ich einen ähnlichen Fall in der Familie hatte, finde ich mich trotzdem noch viel zu oft in genau dieser „Besserwisserei“ wieder. Mein Beileid und ganz viel Kraft!

  3. Eine sehr, sehr traurige Geschichte aus dem Leben, über das Leben und über den Tod. Mein aufrichtiges Beileid, Chris! Ein kleiner Trost ist vielleicht, das dennoch all das, was Deine Mama war und Dir in den Jahren mitgegeben hat, für immer unzerstörbar und unvergesslich in Dir weiterleben wird!

  4. Chris,
    mein aufrichtiges Beileid! Ich wünsche dir alle erdenkliche Kraft in der kommenden Zeit. Ich bin, wie Ricarda selber Mutter und tief berührt von dem was du hier geschrieben hast.
    An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bedanken für deine Arbeit und dein Engagement.
    Vielen Dank für diesen Blog!

  5. Sehr mutig von dir! Wirklich.
    Mein tiefst empfundenes Beileid für dich und deine Angehöhrigen.
    Ich hoffe für dich das die Lücke irgendwie angemessen gefüllt werden kann
    oder zumindest es langsam verheilt.
    Erhohle dich und nehme dir Zeit dafür.

  6. Meine herzliche Anteilnahme, lieber Chris. Du hast mit deinen klugen Beiträgen so Vielen geholfen und hier warst du hilflos.
    Bitte mach dir keine Vorwürfe ! Der klügste Arzt der Welt kann oft nichts gegen Krebs tun.

  7. Lieber Chris – ein wunderschöner Nachruf und Danke für deine erneut offenherzigen und sehr einfühlsamen Zeilen. Natürlich auch von mir meine herzliche Anteilnahme, das nötige Vertrauen und die Kraft zu erkennen, dass dennoch alles einen Sinn ergibt.

    Das kuriose ist, dass auch meinen Mutter gestern – am 4.11. – nach einem ca. 25 jährigen Rheumaleiden aus diesem Leben geschieden ist. Sie hat sich davor bei einem Sturz noch den Oberschenkelhals gebrochen, war jedoch für eine bereits für Mo. angesetzte OP letztendlich zu schwach und ist 12 h später verstorben.

    Ja daher ist das hier noch mal ganz speziell, auch für mich!

    Da ich physisch nicht anwesend sein konnte – wir wohnen 400 km auseinander – habe ich mich innerlich mit ihr verbunden. Ich lag dann im Bett und war in einem sehr friedvollem, erfüllten Zustand. Vielleicht weil es eine Erlösung für sie war, vielleicht ist das Sterben jedoch nur für die schlimm die zurückbleiben, wer weiss…

    Ich habe mich dann irgendwann gefragt, was würde sie mir jetzt wohl sagen, wenn sie könnte?

    Das Erste was mir dann in den Sinn kam war so etwas wie: „Mir geht es sehr gut und mach dir keine Sorgen“.

    Das Zweite waren viele Bilder und Gründe für die ich dankbar sein konnte, so eine Mutter gehabt zu haben. Für mich ist dieser Punkt einer der traurigsten/schmerzhaftesten wenn ich sehe, wie viele Gründe es gab dankbar zu sein, die aber nicht gezeigt, gesehen oder ausgesprochen wurden. So zumindest bei uns. Es ist einfach soviel leichter sich zu beschweren, zu beklagen (ausgesprochen oder unausgesprochen), Vorurteile zu pflegen als zu loben, anzuerkennen, jemanden wertzuschätzen… und auch für die (gewöhnlichen) Dinge die man hat, dankbar zu sein. so zumindest meine Erkenntnis.

    Der dritte Punkt war so was wie: „Haltet zusammen“.

    Mami war das wichtigste Bindeglied in der Familie und im nachhinein gesehen war ihr das wichtiger, als ihr eigenes Rechthaben oder wahrscheinlich hin und wieder sogar ihr eigenes Wohlergehen. Ob das nun richtig oder sinnvoll war, sei hintenangestellt. Ich denke man darf durchaus mal verschiedener Meinung sein oder andere Erfahrungen machen, jedoch bin ich heute überzeugt, dass es entscheidend ist, das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Daher das „Haltet zusammen“!

    An der Stelle auch aus dieser Einsicht heraus, lieber Chris, ein herzlicher Dank für all dein Teilen! Du hast damit mir, und ich bin sicher vielen deiner Lesern grosse Schritte weitergeholfen, wenn nicht einigen sogar „entscheidend“ geholfen. Zudem hast du für mich einen guten „Riecher“ wie du ein Thema nach dem anderen aufgegriffen hast. Gratuliere!

    Ich bin weiters ziemlich sicher, dass alle die bis hierher gelesen haben auch eine Art Gemeinschaft bilden, die mehr oder minder ein Ziel sicher teilt: Dazu denke ich gehört es die Gaben dieser Erde – sprich die elementaren Nährstoffe – in ein neues, moderne Licht zu heben. Vielleicht werden dann eines Tage nicht nur harte Schicksale wie das deiner oder meiner Mutter unnötig.

    Und ja, so neben bei, als kleine Zugabe, auch mit 80 oder 90 noch vergnüglichen Sex zu haben… why not… ? Ich denke wenn man in ein paar Jahren 60 wird, darf man so was sagen/wünschen? Bei dem Anlass? Ich geb zu, schon etwas skorpionisch…

    Allen einen schönen Sonntag und halten wir zusammen! Danke

  8. Ich bin eigentlich nur stiller Leser, verfolge den Blog aber von Beginn an.

    Mein aufrichtiges Beileid. Mein höchster Respekt vor diesem Blogartikel. Ohne Worte. Vielen Dank. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft in nächster Zeit.

  9. Mein herzliches Beileid! Und danke, dass du diese intensiven Gedanken mit uns teilst. Da war sehr viel Liebe da, das hört man raus.
    Ich wünsch euch alles Gute und viel Kraft.

  10. Hallo Chris.
    Mein Mitgefühl für Dich.
    Wir hatten vor 2 Jahren exakt die selbe Situation. Die Mutter
    meiner Frau dümpelte gesundheitlich vor sich hin. Halsschmerzen, Rückenschmerzen und
    daraus resultierend die üblichen Therapien: Chiropraktiker, Antibiotika etc.
    Irgendwann meinte der Chiropraktiker, dass die Rückenprobleme nicht mehr von der Wirbelsäule herrühren können
    und ein Arztwechsel ergab, die Ursachen für die Halsschmerzen sind nicht mit Antiobiotika behandelbar, es handelte sich um
    einen Kleinzeller in der Speiseröhre, der schon kräftig gestreut hatte.
    Auch wir versuchten es noch mit Keto, obwohl sie eh kaum noch etwas aß.
    Das Ende kam dann auch sehr schnell. Meine Frau schilderte ihre Erfahrungen und Empfindungen, im Krankenhaus,
    genauso wie Du. Auch sie kämpft heute noch mit dem Tod ihrer Mutter.
    Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Thomas

  11. Lieber Chris,
    bisher war ich ein stiller Mitleser auf der Seite, aber dein Artikel berührt mich so sehr, dass ich Dir mein Beileid ausdrücken will.
    Ich danke Dir, dass Du das Erlebte teilst und habe allergrößten Respekt davor, wie du die Situation angenommen hast.
    Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft.
    Machs gut,
    Martin

  12. Mein ganz herzliches Beileid Chris! Habe ähnliche Erfahrungen mit meiner Mama gemacht und hoffe, dass mir das gleiche bei meinem Vater noch lange erspart bleibt. Dein Nachruf ist eine wunderbare Geschichte und rüht selbst mich zu tränen.

  13. Beim Lesen Deiner Zeilen erfasst mich ein Schauer der nicht mehr aufhören mag. Erst letztes Jahr, im Juli, habe ich eben dieses Schicksal mit meiner Mama erlebt. Bis heute habe ich kaum etwas von meinem Schmerz verloren. Nichts ist mehr wie es war. Freunde sind nun wichtig und eine Familie die zusammenhält. Dieses wünsche ich Dir in dieser schwierigen Zeit.

    Mitfühlend
    Dieter

  14. Stark.

    Ich nehme Deinen Text einmal mehr als Anstoß mich öfter um meine Mama zu kümmern, die vor etlichen Jahren an Schizophrenie erkrankt ist.

    Du hattest zu Ihren Lebzeiten einen starke Mama, sei dankbar – nun wünsche Dir alle Kraft die Du brauchst.

  15. Stark.

    Ich nehme Deinen Text einmal mehr als Anstoß mich öfter um meine Mama zu kümmern, die vor etlichen Jahren an Schizophrenie erkrankt ist.

    Du hattest zu ihren Lebzeiten einen starke Mama, sei dankbar – nun wünsche ich Dir alle Kraft die Du brauchst.

  16. Lieber Chris,
    ich bin von deinem Bericht tief berührt. Meine herzliche Anteilnahme !
    Mein Partner und ich sind auch an Themen des Abschiednehmens, da vor wenigen Tagen ein Freund friedlich und unerwartet frühmorgens entschlafen ist. Wir haben nun schon öfters geliebte Menschen loslassen müssen. Das eigene Leben steht jeweils still und nichts ist mehr wie es vorher war. Da ist der Schmerz vor dem Unveränderlichen und die Frage wie man damit weiterleben kann.
    Es ist genauso wie du schreibst, wir Menschen leben alle in einer großen Illusion. Ein solches Ereignis kann den Blick hinter die Illusion öffnen. Vielleicht kann sich zum Schmerz des Abschieds die Freude darüber einstellen, dass deine geliebte Mama bei dir und bei Euch war. Und sie kann mit all dem was Ihr erlebt habt und mit eurer Verbundenheit weiterhin bei dir sein. Die Liebe bleibt bestehen.

    Der Einfussbereich schwere Krankheit zu vermeiden ist begrenzt. Und es ist bitter das auf diese Weise zu erfahren. Machmal ist es so, dass Dinge, die unabwendbar sind, unmerklich geschehen.
    Du bemühst dich so sehr um das tiefe Verständnis über die Biologie des Körpers und damit auch der Gesundheit. Dies kannst du deinen interessierten Lesern auch sehr gut vermitteln.
    Doch kann der Blick, den wir als Menschen einnehmen nur limitiert sein. Manchmal muss man annehmen, daß etwas so wie es war, geschehen ist und den Wunsch nach Veränderung loslassen.

    Ich danke dir sehr für deine vielen Berichte, durch die du uns immer wieder zu tieferem Verständnis weitergeholfen hast.
    Nimm dir alle Zeit, die du brauchst.

    Klara

  17. Hallo Chris,
    das sind sehr emotionale Worte, bei denen man mitleidet. Sehr menschlich und rar in der Blogwelt. Großen Respekt dafür. Du weißt ja am Besten, das ist eben auch Biologie, auch wenn es jetzt nicht tröstet. Du konntest Deiner Ma in dieser Situation nicht mehr helfen. Aber Du hilfst mit Deinen Artikeln so vielen Anderen, das vielleicht so was Schlimmes sogar verhindert werden kann Mach weiter, laß Dich trotzdem nicht unterkriegen.Liebe Grüße und viel Kraft!
    Ralf

  18. Als ebenfalls stiller Mitleser, mein aufrichtiges Beileid!

    Deine Blogleser sind bei euch. Möge die Zeit auch hier hoffentlich schnell die Schmerzen und Trauer lindern können.
    Es wird weiter gehen! Viel Mut und Kraft!

  19. Herzliches Beileid Chris

    ich kann mir gut vorstellen, wie Du dich fühlst, habe gerade ähnliches durchlitten.
    Selbstzweifel – habe ich alles richtig gemacht usw.
    Viel Kraft
    Detlev

  20. Lieber Chris !!
    Mein aufrichtiges Beileid!! Mir fehlen die Worte, so bewegend, traurig und wunderschön formuliert zu gleich, danke dass du auch diesen schweren Teil deines Lebens mit uns teilst !! Ich selbst arbeite in der Pflege im Heim und wenn jemand stirbt muss ich immer daran denken wie einst ein Bewohner zu mir sagte, der Tod ist nur für die lebenden schwer, sie müsse damit weiter Leben , aber Mädchen lerne damit zu leben und nimm dir dass beste von jedem auf deine Reise mit !! Viel mehr eine Mutter eine riesige Lücke im Herzen hinterlässt, die sich nur schwer wieder füllen lässt !! Ich hoffe aufrichtig du findest deinen Weg!!

  21. Lieber Chris
    als Du so lange nichts schriebst dachte ich, es ist etwas passiert.Wie traurig, dass sich meine Ahnung bestätigt hat, irgendwie bist Du auch wenn wir uns nicht persönlich kennen ein Begleiter und Ratgeber für mich geworden.
    Ich musste weinen als ich Deinen Bericht las. Ich bin eine Mutter und habe Kinder und jedesmal wenn sie abreisen, denke ich, wieder viel zu schnell vorbei , immer ein kleiner Tod, so wie Du es beschreibst. Ich habe kurz hintereinander in 7 Jahren 7 Angehörige verloren, habe einen Krebs überlebt, deshalb weiß ich wovon Du sprichst, von Demut gegenüber dem Leben und dem Tod.
    Wir müssen das Unabänderliche hinnehmen, der Schmerz wird mit den Jahren weniger, aber im Herzen trägt man seine Lieben immer in sich.
    Dorothea

  22. Chris, ich halte Dich für einen guten Menschen!
    Mit tollen Ambitionen, einem großen Herzen, und einem gerüttelten Maß an
    „Mehr-Einblick“ in verschiedene Dinge.

    Ich weiß zwar nicht, wie Du Dich selber fühlst (ich bin ja nur „Ich“ !), aber

    ich kenne Deine Situation nur zu gut:

    Das Leiden eines geliebten Menschen (bei mir sogar mehrfach),
    das „Irrewerden“ durch die gefühlte Untätigkeit der Mediziner,

    die Hilflosigkeit, wenn man selbst nicht wirklich helfen kann ,

    und dann der Schmerz, wenn geliebte Menschen einfach weg sind.

    In meinem Fall kommt noch oben drauf, das ich selber durchaus hätte
    helfen können, die Pfleger und Mediziner aber lieber
    mit 40 Jahre altem Kenntnisstand „zu Tode therapieren“.

    Zeit heilt einen Scheiß !

    Aber Zeit verändert. Und sei es wegen den neuen Erfahrungen.

    Von mir zu Dir und Deinem kleinen Bruder:

    Von Herzen alles Gute, und das Euch die Trauer nicht kaputt machen wird !

    Es wird irgendwie besser werden. Und auf jeden Fall anders.
    Nehmt Euch alle Zeit, die es braucht.

    Auf bald!

    Justus

  23. Lieber Chris,
    Dein Bericht hat mich tief bewegt und auch mir kamen die Tränen. Ich musste an meine Mama denken und wie es sein wird, wenn sie nicht mehr da ist. Das ist unendlich schmerzhaft.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie von ganzem Herzen viel Kraft.

    Alles Liebe
    Christiane

  24. Lieber Chris,

    ich habe so Angst vor dem Tag. Dein Text kann und soll mir diese Angst nicht nehmen, aber er sagt mir, dass ich nicht alleine bin und das ist viel Wert.

    Lieben Gruß

  25. Lieber Chris,
    Du hast so vielen Menschen schon so viel gegeben. Seit Jahren begleite ich Euch und bewundere Deine Kraft und Brillanz.
    Jetzt bist Du in direktem Kontakt mit einer gewaltigen Kraft. Ich wünsche Dir, dass Du durch Trauer und Schmerz hindurchgehst. Mit der Liebe eines Sohnes, der Kraft eines Hochleistungssportlers sowie dem unbestechlichen Verstand eines passionierten Wissenschaftlers.
    Alles Liebe Dir und Deiner Familie
    Andreas

  26. Lieber Chris,-mein tiefes Beileid zu deinem grausamen Verlust!
    Ich hoffe, du bekommst jetzt ganz viel Wärme von Menschen, die dir nahe stehen.
    Trost gibt es jetzt nicht.
    H. W. Auden sagt …“The stars are not wanted now; put out every one,
    Pack up the moon and dismantle the sun,
    Pour away the ocean and sweep up the wood;
    For nothing now can ever come to any good.“
    Irgendwann wirst du wieder stark und glücklich sein, so wie deine Mutter es sich gewünscht hat.

  27. Mein aufrichtiges und mitfühlendes Mitleid Chris.

    Selbst weiß ich nicht wie diese Situaton meistern würde und wünsche dir und deiner Familie alle Kraft die ihr jetzt braucht.

  28. Lieber Chris,

    ich musste weinen…dann kamen so viele Gedanken. Wie Du Dich wohl fühlst..mit all dem Wissen dann letztlich nicht helfen zu können. Von wegen Ketose und der Krebs verhungert. 🙁 Kommt auf so vieles an..
    Und Deine Mutter, seid wann hat sie wohl gelitten? 🙁 Was dachte sie..wollte sie keinem zur Last fallen…da sind Mütter besonders gut drin, glaube ich. Es tut mir so leid, Chris. Die eigenen Eltern sterben nicht, zumindest ist das fast ein unzulässiger Gedanke. Und als Mutter…ja, ich will ewig an der Seite meiner Kinder sein können, sie beschützen, aufwachsen, groß werden sehen…Ich wünsche Dir Kraft. Aber du darfst auch schwach sein…deshalb wünsch ich dir vor allem starke Freunde. Freunde, die das, die Situaion, deinen Zustand einfach mal aushalten können. Die die Trauer und den Schmerz mittragen. Nicht viel tun, aber sich nicht verstecken, wegbleiben, auf Deinen Anruf warten sondern DA sind, zu Dir kommen, Dich anrufen. Verstehen, wenn Du „Lass mich“ sagst, und es dann trotzdem wieder versuchen. Menschen, die dir Halt geben und einfach mitfühlend und empathisch sind. Ich hoffe, davon hast Du ein paar!!!!!

    Zwei Tage später kam die gleiche Nachricht von meinem Trainer. Seine Mutter..doch es gab nicht solche Worte wie von Dir. Sie war selber Schuld, dick, hat sich nicht bewegt…als er das so sagte, dachte ich-Chris, Du hast da etwas besonderes (Denke ich zumindest). Deine Mutter und Du, ihr habt euch wirklich gemocht, geliebt. Ihr hattet ein gutes Verhältnis (lese ich in deinen Zeilen zumindest). Das nimmt Dir niemand weg. Der Schmerz ist bestimmt gerade oft unerträglich, aber Dich macht er vermutlich nicht härter und es bleibt eine gute, liebevolle Erinnerung an deine „Mama“.

    LG
    Marie

  29. Lieber Chris,
    mein Mann und ich sind tief berührt.

    Welch ein Glück, daß es Menschen wie Dich gibt!

    Du warst (bist) für Deine Mutter unendlich wichtig.

    Wie gut, daß Du das Leid in persönliche Worte fassen kannst. Du hast vielen Menschen aus der Seele gesprochen.
    Und am Ende Trost und Frieden gegeben.

  30. Chris, mein tiefempfundenes Mitgefühl.

    Ich habe keine Worte, die Deinen Schmerz lindern könnten. Habe selber erleben müssen, wie es ist, wenn die Mutter einem genommen wird (auch durch den Krebs). Ich wünsche Dir viel Kraft, insbesondere in der bevorstehenden Zeit …

  31. Hey Chris,

    ich weiß, dass nicht, was ich hier schreiben könnte, deine Trauer und deinen Schmerz lindern könnte. Es tut mir so unendlich leid. 🙁

    Es ist schrecklich, wie schnell so etwas manchmal gehen kann. Ich habe es in den letzten Wochen und Tagen selbst gesehen, da meine Mutter ihren zweiten Schlaganfall (innerhalb von 1-1,5 Jahren) hatte. Der zweite war vor 3-4 Wochen und sie befindet sich aktuell in Kurzzeitpflege. Die Wahrheit ist, dass ich nicht glaube, dass sie jemals wieder in ihre Wohnung zurückkehren können wird. So sehr ich es mir auch wünsche, dass sie sich wieder davon erholt, so schwindet diese Hoffnung mit jedem weiteren Tag, wo es nicht besser wird. Und man merkt auch, dass ihr Lebenswille langsam, aber stetig, erlischt.

    Das Leben ist mehr als oft so grausam, dass es einem schon beinahe die Luft zum Atmen nimmt. Ich wünsche deiner Familie und dir viel Kraft auf dem Weg. Lass dich nicht unterkriegen, mein Freund!

  32. Mein herzliches Beileid, Chris. Es ist unglaublich, wie schnell das alles gehen kann – solche Vorfälle relativieren einfach alles. Habe dich stets, genauso wie mich, als motivierten, zuversichtlichen jungen Mann wahrgenommen, die immer das beste aus sich und der Situation herausholen möchten, und anderen helfen wollen – Bis plötzlich ein solcher Tiefschlag einen Strich durchs Leben macht. Mir ging es in den letzten Tagen ähnlich, verbrachte gestern meinen 24. Geburtstag im Krankenhaus auf der Intensivstation bei meinem Vater, der plötzlich einen Herzinfarkt hatte – gottseidank glimpflich überstanden, aber bis zu diesem Moment war auch alles andere belanglos, wenn das Leben am seidenen Faden hängt.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und wertvolle Zeit mit deinen anderen, engen Menschen um dich, die dir jetzt soviel helfen können, wie du es mit deinen Aktivitäten auch bei anderen getan hast (wer weiß, wie viele Herzinfarkte du mit deiner Arbeit vielleicht schon verhindert hast?).

    Ich danke dir dafür und wünsche dir viel Kraft in diesen schweren Tagen!

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