Dramatischer Gewichtsverlust mit „Potato Hack“

Tut mir leid, aber … über die von mir gewählte Überschrift muss ich selber schmunzeln. 😀

Doch nun zum Thema.

Ich fühle mich unglaublich. Ich schlafe besser, ich habe keine Gelenkschmerzen mehr, ich bin voller Energie, ich habe einen klareren Kopf und kann mich besser konzentrieren.

Was würden wir dafür geben, oder? Auch endlich mal „voller Energie“ zu sein. Oder wenigstens mal gscheit zu schlafen.

Für Andrew Flinders Taylor wurde das zur Realität.

Der nämlich hat in einem mehr als 50 Kilogramm abgespeckt.

Doch es geht noch weiter:

Ich hatte hohe Cholesterin-Werte, die jetzt niedrig sind. Mein Blutdruck ist gesunken, genau wie mein Blutzucker-Spiegel.

Kurzum der Mann bekam ein neues Leben geschenkt.

Doch wie er hat das gemacht?

Ein Jahr lang (!) hat der gute Mann sich

ausschließlich von Kartoffeln ernährt.

Und zwar von sämtlichen Kartoffeln, also auch Süßkartoffeln. Dazu gab’s Gewürze, fettfreie Chili- oder Barbecue-Soße. Beim Kartoffelbrei gab’s manchmal noch ein bisschen fettfreie Sojamilch. Getrunken wurde nur Wasser, ab und zu mal ein Bier. Da es kein Fleisch gab, wurde mit B12 ergänzt.

Nun ja, diese „Diät“ ist nicht neu. Insider kennen das Buch „Potato Hack“. Auf der anderen Seite wissen wir auch spätestens seit dem Pizza-Mann, dass man quasi alles essen kann, solange

ein Kaloriendefizit gegeben ist.

Was sagt uns das?

  1. Es gibt keine Magic Diet. Jede gottverdammte Diät, also eine Ernährungsform, die uns Körperfett verlieren lässt, wird unsere Gesundheit dramatisch verbessern. Wir sprechen von Insulinresistenz, Blutdruck, Depressionen (s. o.), Blutfette und so weiter.
  2. Wir verrennen uns im Gemache. Suchen monatelang nach der passenden Diät, zeitgleich hätte man mit einer simplen Restriktionsdiät schon ordentlich Gewicht machen können.

Glukose, die reine, pure Glukose, ist ein idealer, eben gerade nicht krankmachender Energiespender. Würden wir uns nur von Glukose ernähren, siehe hier, hätten wir keine Probleme. Das weiß jede Ratte. Die kann man mit sämtlichen Ernährungsformen krank machen — und spielend leicht wieder gesund, alleine dadurch, dass man ihr nur Maisstärke und ein bisschen Casein verfüttert. Aber ich weiß, wir sind ja keine Ratten …

OK — das wäre geklärt. Wir wissen allerdings auch, dass das sicher nicht die ideale Ernährungsform ist. Für Veganer vielleicht, nicht aber für uns, die Aufgeklärten.

Was machen wir?

  • Grünes Gemüse dazu.
  • Gesunde Fette dazu (Fisch, Ei, Nuss usw.)
  • Eiweiß dazu (also Fleisch) dazu.

Lean. Green. Marine.

Plus Glukose — zum Beispiel Reis(waffeln), Kartoffeln, Süßkartoffeln und so weiter. 

Das speist die Glykogenspeicher und sorgt dafür, dass uns die Schilddrüsenhormone nicht zu früh abdanken. Denn freilich: Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Lean. Green. Marine.

Plus Fett.

… funktioniert nämlich auch.

Wenn es allerdings um den Gewichtsverlust geht, sollte man dran denken:

Nur das Kaloriendefizit zählt.

Egal ob Fett oder KH.

Oder, nach den Worten von Taylor:

Scheiß auf’s Essen. Besorg dir ein Leben!

 

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32 Kommentare, sei der nächste!

  1. Die „Zum Abnehmen brauchst du halt ein Defizit (du leichtgläubiger Depp 😀 )-Hack“ Diät verkauft sich halt nicht so schön. Denn das ist für die Leute zu einfach und man kann das Scheitern nicht so schön weg schieben

  2. Ist ja toll, dass das funktioniert. Und nicht zu vergessen die McDonalds-Diät mit 1400 Kalorien, die wäre auch zu erwähnen… Aber was will dieser Blog nun sagen? Fangen wir wieder von vorne an und geben zu dass die Kalorienzähler schon immer richtig lagen? Ich dachte edubily beschäftigt sich mit gesunder Ernährung, nicht mit dem Abnehmwahn. Heute nehme ich mit, iss was Du willst, wenn Du abnehmen willst, ist doch (fast) egal. Ob nun Fett oder doch eher Muskeln flöten gehen, who cares… (ist nicht böse gemeint, als Blog-Autor hat man es nicht leicht…)

      1. Ja. Das Ende ist wieder typisch edubily. Ich meine die Einleitung. Was bitte haben Kartoffelbrei und Bier noch mit „Lean, Green Marine“ zu tun? Und wieso Fisch mit Geühnkohl essen? Schließlich funktionieren Pizza, Potatohack ja offensichtlich genauso gut…

        1. Klar ist das „typisch“ Edubily. Und das will ich auch und ist der Grund warum ich das lese. Ein Qualitätsmerkmal quasi.

          Und Kartoffeln sind doch lean. Also noch Gemüse dazu und nen Fisch und fertig.

  3. Dann habe ich das ja richtig verstanden. Ich es jetzt jeden Tag Bratkartoffeln („PLUS Fett“) mit Fisch („MARINE“), aber nicht zu viel („Nur das Kaloriendefizit zählt) und trink dazu mindestens ein Bier Bier! („Scheiß auf’s Essen. Besorg Dir ein Leben!) So hab ich mir eine gesunde Ernährung ja auch immer vorgestellt, gut dass es jetzt mal jemand wissenschaftlich auf den Punkt bringt… Und nein, ich will nicht Trollen, nur meine Meinung sagen. Deshalb war das der dritte und letzte Versuch zu erklären, welche Botschaft dieser Artikel im Ganzen meiner Meinung nach transportiert. Falls alle anderen das nicht so sehen, dann räume ich meinen Irrtum vorsichtshalber hier schon ein und entschuldige mich.

    1. Abstraktionsvermögen?

      1. „PLUS Fett“ – da geht es um ketogene, Low-Carb-Ernährungsformen. Grünes Gemüse, Fleisch und Fett. Nicht um Bratkartoffeln.
      2. „Nur das Kaloriendefizit zählt“ – schreibe ich, weil es immer wieder Menschen gibt, die sich in diversen Konzepten verrennen, statt an simple und banale Grundregeln zu denken bzw. die Einstellung daran anzupassen.
      3. „Scheiß auf’s Essen“, schreibe ich nicht, damit jeder jeden Tag ein Bier trinkt. Hier geht’s noch nicht mal um’s Essen, sondern darum, dass viele Menschen zu stark auf’s Essen fokussiert sind und nicht verstehen, dass das Leben mehr beinhaltet als Essen.
      4. Der Artikel war 0 wissenschaftlich, wo war hier Wissenschaft?

      Übrigens: Wenn du Bratkartoffeln mit Fisch, nicht zu viel davon isst und ab und zu ein Bier trinkst – come on, selbst das klingt mir noch einigermaßen vernünftigen, im Kontext einer guten Lebensführung 😉

      Allgemein aber ging die Message komplett an dir vorbei.

  4. Dankeschön für die interessanten Artikel.

    Mir ist aufgefallen, beim Thema „Abnehmen“ spricht man hier immer das dafür notwendige Kaloriendefizit an.

    Spielt es Eurer Meinung bei einem „normalen“ Menschen keine Rolle, woher die Kalorien (d.h. von welchem Makronährstoff) kommen, wenn es ums Thema „Abnehmen“ geht?

    Ich habe Anfang Jahr aus gesundheitliche Gründen auf Keto umgestellt. Ich hatte damals ein BMI von 21 und somit nicht das Ziel abzunehmen. Ich verlor jedoch in den ersten 4 Monaten dermassen viel Gewicht, dass ich seither einen Kalorienüberschuss von täglich ca. 600 kcal zu mir nehme, damit mein BMI nicht unter 19.5 fällt. Laut der Theorie vom „Kaloriendefizit“ müsste ich inzwischen ein ziemlich starkes Übergewicht haben. Dass dies nicht so gekommen ist, liegt vielleicht daran, dass die Kalorien, die ich grösstenteils mit Fett abdecke (ca. 80%), in meinem Fall nicht dieselbe Energie liefern, wie die Kalorien, die ich früher von Kohlenhydraten bezog. Anders gesagt: vielleicht „verstoffwechsle“ ich Fett einfach nur schlechter als Kohlenhydrate. Könnte dies der Grund für meinen Gewichtsverlust sein?

    1. Oskars Frage interessiert mich auch. Wie kann das sein? Dafür ne gute Erklärung zu finden und verständlich zu vermitteln, ist zielführend. Auf den Kleinkrieg im Blog, wenn sich jemand eine Quintessenz in euren Beiträgen wünscht, solltet ihr edubilys doch verzichten können, oder? Wir lesen eure Sachen, weil wir was verstehen wollen, von dem ihr mehr versteht als wir. Das war auch, wie ich mich erinnere, euer Ziel den Blog zu starten. Und nun wünscht ihr euch stattdessen entweder Insider-Leser, die genausoviel Ahnung von Biochemie etc. haben wie ihr, oder Dummies, die alles abnicken, was ihr schreibt? … Diese Selbstdarstellung habt ihr doch gar nicht nötig. Ich habe schon so viele super aha-Erlebnisse in eurem Blog gehabt, wenn ich durch euch neue Zusammenhänge begreifen konnte, aber eure Überheblichkeit, die ihr leider oft mitliefert, finde ich dabei unpassend, weil unnötig. Ihr beeindruckt und überzeugt allein durch euer Wissen und eure Intelligenz. Deshalb könnt ihr euch Kritikfähigkeit leisten und müsst nicht beißen. Danke, dass ich das so offen sagen darf.

      1. Okay, man muss jetzt aber auch nicht übertreiben. Manchmal kann man auch einfach schmunzeln und ein bisschen gelassen sein. Genau das ist nämlich das Problem, und etwas, was wir hier etwas sarkastisch auf die Schippe nehmen. Statt sich einfach an Grundregeln zu halten, die ja tatsächlich extrem einfach sind und für die es keinen Biochemie-Doktor bedarf (wie sonst könnten Lebewesen auf diesem Planeten überleben?), wird ständig und überall ein Fass aufgemacht. Die Frage von Oskar wurde schon mehrfach und oft genug thematisiert. Low-Carb und Keto-Ernährungsformen bieten einige Vorteile, etwa kaum Hunger, optimierter Fettstoffwechsel (inkl. Ketonkörper-Stoffwechsel im Gehirn) usw. Das macht das Abnehmen leichter — deshalb hat sich auch intermittierendes Fasten zu einer echten Alternative entwickelt, weil man schnell versteht, dass im „Fasten-Modus“ der Hunger verschwindet und es sich ziemlich leicht abnehmen lässt. All das aber hat nichts mit den Gesetzen der Thermodynamik zu tun. Vielleicht subjektiv so empfunden, wenn’s aber ums Abnehmen geht, schießt der Körper genau so viele Kalorien aus seinem eigenen Speicher zu, wie zur Erhaltung nötig. Dass das keine genaue Zahl ist und auch nicht einfach so leicht festlegbar (z. B. anhand einer Kalorien-Formel) ist auch klar, ganz einfach, weil wir niemals alle Variablen erfassen können. Die andere Seite, auch das hatten wir schon thematisiert, ist die kalorische Belastung des Organismus nach oben. Aus vielen Tierexperimenten weiß man, dass der Körper hier ganz unterschiedlich reagiert, soll heißen: eine Ernährungsform kann obesogener sein als eine andere. Nichtsdestotrotz: Würde man Oskar in ein Labor zur Stoffwechselüberwachung stecken und würde ihn direkt mit Kohlenhydrat-Probanden vergleichen, würden die Unterschiede marginal ausfallen. In 90 % der Fälle haben Probanden einen falschen Eindruck von dem, was sie zu sich nehmen und letztlich ist der tatsächliche Unterschied, auf den Oskar z. B. anspielt, viel kleiner als angenommen. Im Allgemeinen aber gibt es Unterschiede von Mensch zu Mensch und eben auch Unterschiede, wie der Körper auf verschiedene Kalorienquellen reagiert – ich kenne viele Menschen, die so gelebt haben wie Oskar und das Gegenteil berichten. Allerdings lege ich meine Hand dafür ins Feuer, dass jeder, wirklich jeder hier von uns mit einer reinen „Kartoffeln-Diät“ abnehmen würde, völlig egal, ob das Kohlenhydrate sind oder nicht. Damit es noch mal klar wird: Es geht uns hier ums Prinzip, nicht darum, dass wir eine Kartoffel-Diät empfehlen!

        Edit: Die (konstruktive) Kritik wird selbstverständlich angenommen und beherzigt! Danke dafür.

        1. Danke Chris für Dein ausführlich Stellungsnahme. Ich möchte jetzt nur auf das Thema „falschen Eindruck des Kohlenhydrat-Probanden“ antworten (ansonsten hätte ich da noch einige Ungereimtheiten zum Thema „Ketose mit Kohlenhydrate):

          Seit ich mit der Ketogenen Ernährung im vergangenen Januar angefangen habe, verwende ich myfitnesspal.com, um alle Nahrungsmittel zu erfassen, die ich zu mir nehme (bis auf die Grössenordnung von 4g bzw. 4ml bzw. Grössenordnung eines Teelöffels, und ja, ich bin da sehr pingelig…).

          Der theoretische Grundumsatz basiert auf einer Annahme (Aktivitätsfaktor) sowie auf eine theoretische Berechnung anhand der Grösse und des Gewicht. Auch der Kalorienverbrauch aus einer sportlichen Aktivität basiert auf dieselben Annahmen und einer theoretischen Berechnung (in meinem Fall Garmin 920 XT). Diese Daten fliessen auf myfitnesspal.com zusammen. Daraus bekomme ich z.B. folgende Information über die letzten 6 Wochen:

          Zwischen dem 21. August 2017 und dem 1. Oktober 2017 habe ich eine Kalorienüberschuss (d.h. Nettokalorien nach Abzug des Grundumsatzes und des Verbrauch bei sportlichen Aktivitäten) von 21’740kcal. Dies macht im Schnitt pro Tag ein Überschuss von 518 kcal aus, ohne dabei an Gewicht zuzunehmen. 518kcal sind knapp 14% weniger als im oberen Beitrag angegeben, aber um ehrlich zu sein, wollte ich damals 500kcal schreiben, konnte es aber nach dem Absenden nicht mehr korrigieren.

          Zu den Zeiten, als ich mich noch Kohlenhydratreich ernährt habe, habe ich kein Protokoll geführt. Ich kann somit keinen Beweis vorlegen, dass ich früher nicht auch einen hohen Überschuss an Kalorien zu mir genommen habe. Eins weiss ich mit Sicherheit: dass ich zu jenen Zeiten nie und nimmer so viel (Volumen und Gewicht) gegessen habe, wie es seit der Ernährungsumstellung im Januar der Fall ist. Ein Grund liegt daran, dass ich früher nur halb so viel Gemüse gegessen habe und zudem nur sehr wenig Fett. Zudem besitzt Fett eine über doppelt so hohe Energiedichte wie Kohlenhydrate: insbesondere sehr fetthaltige Nahrungsmittel mit vergleichsweise (zum Fettgehalt) niedrigem Ballaststoff-Gehalt (z.B. Nüsse) fallen da beim Verzehr schnell und stark zu Buche.

          Der einzige für mich plausibel erklärbare Grund, weshalb ich trotz des starken Überschusses an Kalorien nicht zunehme bzw. beim Reduzieren derselben wieder an Gewicht verlieren würde: ein beachtlicher Teil der Ketone sowie der Fettsäuren werden die Toilette hinuntergespült. Bei sehr hohem Fettverzehr und/oder sehr hohen Ketonwerte habe ich öfters Durchfall.

  5. Sorry, mir geht es bei manchen edubility-Artikeln ähnlich wie heute offenbar Rob: Die Botschaft scheint nur für Eingeweihte auf Anhieb verständlich zu sein: für Mitstreiter, die zwischen den Zeilen lesen können; für wissenschaftlich Vorgebildete, die sich das Fazit aus den Puzzlesteinen des Artikels selbst zusammensetzen können. Alle anderen Leser dürfen deuteln?

    Auch wenn mir persönlich in obigem Beitrag die Aussage klar war, nutze ich Robs Unwillen für eine Anregung:

    Ich wünschte mir schon oft, daß die – wirklich interessanten! – Artikel dieses Blogs mit einem zusätzlichen FAZIT-Absatz gekrönt würden. Einem Fazit, das klar und eindeutig die Meinung/die wissenschaftlichen Ergebnisse noch einmal knapp, aber allgemein verständlich zusammenfasst und unmißverständlich wertet. Und so keinen Raum mehr zum deuteln läßt.

    Mein ganz persönliches Fazit: Ihr macht einen guten Job! Macht ihn noch besser! Vielleicht würde das nicht nur mich sehr freuen! Danke.

  6. Ich finde die edubily Artikel insgesamt eher kryptisch. Eine echte Message ergibt sich für mich meistens nicht. Oft bleibt das fade Gefühl: „Irgendwie-muss-man-ja-mal-was-pposten-aber-bitte-möglichst-vage-bleiben-und-zwar-unter-dem-Sarkasmus-Vorwand-oder-mit-einem-Augenzwinkern“…sorry, ist aber für mich reine Zeitverschwendung.

  7. Ich denke, mal von Kaloriendefizit abgesehen, der große Vorteil der „Kartoffeldiät“ ist der, das man ein relativ großes Volumen dabei essen kann, Das ist nicht nur für „Esssüchtige“ wie Taylor sicher wichtig, sondern für viele andere Diätformen ja auch, die gerade deshalb scheitern, weil man sich da mit Miniportionen und kaum Sättigungsgefühl abfinden soll. Das hält psychisch kaum jemand lange durch, auch wenn er bei diesen Diätformen natürlich auch abnimmt. Wer eine Diät mal ernsthaft gemacht hat oder sich mit Fasten und IF auskennt der weiß, daß sich das Hungergefühl und auch das Magenvolumen sich zwar durchaus anpaßt, aber ab einer bestimmten Größenordnung ist eben Schluß damit und es beginnt sich im Kopf alles um das Essen zu drehen, wenn man nicht einmal optisch das Gefühl hat, sich einmal ordentlich sattzuessen. Da ist die Größe des Essvolumen psychologisch doch eine nicht zu unterschätzende Komponente. Auch jeder Bodybuilder weiß das mit dem Klassiker Reis, Hühnchen und Brokkoli zu schätzen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird eine Diät eigentlich nur noch Kopfsache und scheitert eben auch bei den meisten langfristig daran. Insofern auf jeden Fall cool, das der Mann das so lange und so konsequent durchgezogen hat!

    1. Auf jeden Fall! Mittlerweile bin ich aus eigener Erfahrung auch davon überzeugt, dass Darmhormone eine riesige Rolle spielen auch bei der „Langzeitsättigung“. Eine große Mahlzeit, ungeachtet der kalorischen Gewichtung, kann schon echt Wunder bewirken in einer Diät.

      1. „Eine große Mahlzeit, ungeachtet der kalorischen Gewichtung, kann schon echt Wunder bewirken in einer Diät.“
        Genau das wollte ich sagen, aber das hast Du natürlich wieder viel besser ausgedrückt! 😉

    2. Das der Herr „Spud Fit“ das so tapfer durchgehalten hat lag wohl daran, das es von Anfang an als Einkommensquelle geplant war. Schon 2-3 Tage nachdem die ersten Videos von ihm auf Youtube erschienen, konnte man das bei sämtlichen Freßhacktivisten auf diesem Planeten nachlesen. Passte auch rein zufällig im Timing zu den Veröffentlichungen von Tim Steele(alias Tatertot) und Richard Nikolei über den „Potato Hack“.

      1. Also ich sehe da auch kein Problem, solch ein „Experiment“ ggf. auch vermarktend zu begleiten. Man muß das trotzdem oder gerade dann durchhalten. Und das, wage ich mal zu behaupten, schaffen nicht sehr viele Abnehmwillige.

    3. Ein mangel an Sättigungsgefühl ist ja weniger ein psychologisches Problem. Alleine die größe des Magens ist hier entscheidend. Die Mengen, die von dem ein oder anderen Übergewichtigen verspeist werden, liegen weit über dem normalen Fassungsvermögen seines Magens. Da letzterer ein Muskel darstellt, ist dieser trainierbar und passt sich der Menge an. Gleicher Effekt geht aber auch anders herum.
      Sättigung ist also vorallem ein mechanisch bedingtes Gefühl.
      Fazit
      Ein Abnehmdiät sollte am Besten mit einem mindestens 10tägigen Fasten beginnen, um das Magenvolumen wieder zu reduzieren.
      Auch der Faktor Zeit ist dabei sehr wichtig, um nicht den Magen schon überfüllt zu haben, bevor ein Sättigungsgefühl sich einstellen kann.
      Ansonsten ist „Kalorienzählen“ ein alter Hut. Man nannte es vor über 40 Jahren einfach Kalorienreduzierte Mischkost“.

  8. „“OK — das wäre geklärt. Wir wissen allerdings auch, dass das sicher nicht die ideale Ernährungsform ist. >>Für Veganer vielleicht, nicht aber für uns, die Aufgeklärten.<<""
    – Sehr sehr anmaßend!

  9. Ich bewundere den Typen, dass er das 1 Jahr gemacht hat. Wenn es stimmt. Hab mir das Video nicht angesehen, aber ich hatte das vor einiger Zeit selbst mal versucht. Gut, ich bin nicht wirklich übergewichtig, da geht das nicht so schnell mit dem Gewichtsverlust (oder doch? bin immer erstaunt, was andere so schreiben, mein Gewicht pendelt so bei einer Zahl +/-1-2 kg), aber es gibt da einen blog zum Thema potato hack mit Anleitung. Demnach sollen eben möglichst auch 4 h zwischen den Mahlzeiten liegen und am besten noch mit IF (was normalerweise unproblematisch für mich ist, wenn ich nicht high carb esse).
    Aber: nur Kartoffeln zu essen war nicht soo einfach. Ich mag Kartoffeln. Das war kein Problem. Aber ich hatte nach 2 h so einen starken Hunger, es war wirklich unmöglich (zumindest sehr schwer mit Alltagssachen dann klar zu kommen (Kindern essen machen, einkaufen..) 4 h auszuhalten. Also versuchte ich pro Mahlzeit mehr Kartoffeln zu essen, sagen wir reinzustopfen (ist ja auch ziehmlich trocken, das rutscht nicht so gut ;)). Alerdings sättigen Kartoffeln WIRKLICH für diesen Moment extrem stark. Ich hab die extra abgewogen für die Mahlzeiten, aber diese Unmengen haben einfach nicht reingepasst (und ich esse normalerweise ordentliche Portionen und picke nicht so rum).
    Am Ende war es eben einfach tatsächlich, wie es hier steht, Kaloriendefizit mit Hunger, zumindest, wenn ich nicht einfach aller 2 h Kartoffeln gegessen hätte (aber das hab ich nicht probiert). Letztlich wars für mich ein Test, weil ich der learning by doing typ bin. Und ich habs ja auch nur 1 Woche gemacht. Aber ich hab mich nicht gut dabei gefühlt, nur hungrig…
    lg mp

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