Brauchen wir Nahrungsergänzungsmittel?

Halten wir mal fest:

  • Sport brauchen wir.
  • Richtige Nahrung brauchen wir.

Wer sich nicht bewegt, ist kein Mensch. Ganz einfach. Der verschenkt einen Großteil seines Potenzials, schaltet seine Genexpression nicht richtig und signalisiert dem Leben, dass er gerne sterben möchte. Kannst du gerne haben. Dann fährt der Körper seine Leistung halt runter und wir wundern uns immer. Egal, anderes Thema.

Wir müssen auch echte Lebensmittel zuführen. Der Grund ist simpel: Die Natur hat dem Ganzen eine gewisse Ordnung mitgegeben. Das Zeug hat selbst mal gelebt. Lebensmittel enthalten eine Matrix an Stoffen, die wir auch in zehn Jahren noch nicht entschlüsselt haben und auch nie werden. Die Inhaltsstoffe an sich vielleicht. Mehr aber auch nicht.

So, das scheint klar zu sein.

Aber brauchen wir Ergänzungsmittel?

Bis auf ganz wenige Ausnahmen … NEIN.

Im Gegenteil. Wer jahrelang damit experimentiert hat, weiß, dass Ergänzungsmittel bestenfalls eine Notlösung darstellen. Wie oben bereits angedeutet, liefern wir mit Ergänzungsmittel aber nur einen Teil der möglichen Information. Einzelne Mikronährstoffe zuführen, hilft uns, keinen Mangel zu entwickeln. Darüber hinaus können sie hochdosiert therapeutisch eingesetzt werden. Das war’s dann aber auch.

Es ist schon ein himmelweiter Unterschied, den Eisen-Spiegel mit Rindfleisch zu heben oder mit Eisen-Pillen. Das Gleiche gilt für sämtliche andere Mikronährstoffe. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass der Körper mit Mikronährstoffen aus der Nahrung ganz anders umgeht als mit NEM-Mikronährstoffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und es bedarf einen eigenen Post, um das gänzlich zu erläutern. Meine eigene Erfahrung spricht allerdings für sich. Ich bin mir sicher, dass viele andere Menschen, die jahrelang mit NEM arbeiten, die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

Okay, also. Ich weiß auch nicht, was genau Menschen immer tun. Essen die nicht richtig? Hab‘ ich irgendwie einen besonderen Darm?

  • Für Zink und Eisen gibt’s Rind, Leber, Jerky und Schweinelende. Easy.
  • Für Mangan und Kupfer gibt’s Hülsenfrüchte, vor allem immer mal wieder 500 g Linsen. Bam. Easy.
  • Für Selen gibt’s Fisch, vor allem auch Paranüsse. Easy.
  • Für Jod gibt’s Algen. Easy.
  • Für Taurin gibt’s Fisch und Muscheln. Easy.
  • Für Cholin gibt’s Eier, Milch und Fleisch. Easy.
  • Für Carnitin gibt’s Fleisch. Easy.
  • Für Kreatin gibt’s Fleisch. Easy.
  • Für Lithium gibt’s ab und an Hirschquelle. Easy.
  • Für Calcium gibt’s Mineralwasser oder Milchprodukte. Easy.
  • Für Kalium gibt’s Lebensmittel, vor allem Gemüse. Easy.
  • Für Vitamin A gibt’s Grünkohl und Co. und natürlich Leber. Easy.
  • Für Vitamin K gibt’s Grünkohl und Blattsalate. Easy.
  • Für Vitamin C gibt’s auch Grünkohl und andere Kohlarten.
  • Für die Omegas gibt’s paar Nüsscher, Eier, Fisch und so weiter. Easy.
  • Für Folat gibt’s Salat. Easy.

Was bleibt übrig:

  • Chrom
  • Magnesium
  • Vitamin E
  • Vitamin K2
  • Vitamin D

Chrom kriegt man ggf. über Hülsenfrüchte und Muscheln. Kann aber auch, um auf Nummer sicher zu gehen, als 50 bis 100 mcg pro Tag gesuppt werden.

Und der Rest?

Hier darf und kann man NEM einsetzen. 

Also für Mag, VitE, VitK2 und VitD.

Das gilt auch für B-Vitamine. Biotin ist so ein Wackelkandidat. Aber darüber braucht man sich keine zwei Minuten den Kopf zu zerbrechen. Man nimmt halt 1-2 x die Woche einen B-Komplex. Fertig.

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann on top einfach ein Low-Dose-Multi nehmen. 

Oft genug schon empfohlen.

Manchmal liest man von irgendwelchen Superhochdosen. Von irgendeinem Blutzielwert. Ich weiß, hier streiten die Geister.

Wir haben allerdings schon oft erläutert, dass > 80 % der Effekte eintreten, wenn wir einen Mangel beheben. Und das ist spieeeelend leicht erreicht, das geht mit vielen Mikronährstoffen innerhalb weniger Stunden. Dass wir häufig solche Mangel-Probleme haben, liegt in erster Linie daran, dass der Deutsche lieber Butterhörnchen statt Rindersteak isst.

Die Hochdosen haben ihre Berechtigung in der Therapie. Vielleicht braucht es einen gewissen Spiegel eines Vitamins o. Ä., um gewisse, therapeutische Effekte herbeizuführen, die erst mal gar nichts mit der „natürlichen“ Wirkung des Vitamins im Stoffwechsel zu tun haben. Das gilt aber nicht für jede Person und therapeutisch eingesetzte Mikronährstoffe haben sehr oft Nebenwirkungen. Hier kenne ich mich bestens aus. Beginnt mit Nasenbluten und hört mit Unterfunktion auf. Das ist kein Spaß!

Man sollte also Therapie nicht mit normaler Erhaltung verwechseln. 

Natürlich dürfen wir mit NEM noch ein bisschen spielen. Etwa mit

Citrullin. Oder Ballaststoffen. Oder Kollagen. Oder Aminos.

Um das Komplettpaket quasi ordentlich abzurunden. Okay!

Gut, wer aufgepasst hat: Oben steht zugleich, was man am besten isst, um gesund zu bleiben. Ich wiederhole es noch mal:

Beef, Fleisch, Leber (Organe), Fisch und Meeresfrüchte im Allgemeinen, Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte, Grünkohl, Salate und andere Blätter, gutes Wasser.

Leben ist einfach. (Oder auch nicht 🙂 )

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14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich denke an dieser Stelle passt ein Zitat von Hippokrates (bzw. eine der Varianten seiner Aussage) ganz gut:

    „Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“

    Hoffentlich kommen noch viele Leute zu dieser Einsicht/Erkenntnis

  2. Absolute Zustimmung zum Artikel – spricht mir größtenteils aus der Seele – wobei ich NEM’s bei Menschen die einfach viel Zeit brauchen um die Umstellung der Gewohnheiten zu schaffen (und im starken Mangel sind) durchaus helfen können.

    Ich würde ergänzen:
    – Vitamin E = gewässerte Wallnüsse und Mandeln (esser derzeit wieder 20 Mandeln am Tag für E & gute Fette)
    – K2 = Natto. Will ich mal wieder machen und mit dem Jogurtbereiter vom InstantPot sollte das auch möglich sein
    – D = Sonne, Sonne, Mittagssonne.
    – B’s (ausser B12) = Keimen, Sprossen, nochmals Keimen und Grünzeugs.
    – Ballststoffe = gehen 1a über Ernährung.

    Selber habe/hätte ich mit NEM’s bei Mineralien & Spurenelementen eher weniger Stress. Ich finde die Lage bei den Vitaminen jedoch teils sehr unübersichtlich. Cholin ist bei mir Wackelkandidat und mit Aminos können (zeitbegrenzt) einige positive Effekte erzielt werden.

    Nebenbei gibts ja noch Adaptogene und Kräuter sowie Gewürze – die sind ja teils auch nicht ohne in der Wirkung.

    1. Stimme Dir in den meisten Bereichen zu.

      Vitamin-D ist allerdings so eine Sache, die halt nicht nur so einfach über „Sonnen“ abgedeckt werden wird.

      Da spielt der Körper nicht mit, und nach einer halben Stunde ist erst einmal Schluß.

      Jeden Tag? Klar! WENN wir hier mal Sonne haben!

      Solarium? Blöderweise ist das Licht der Sonnenbank mehr als ungenügend, und man kann da getrost einen Haken dran machen!

  3. An manchen Abschnitten des Artikel habe ich das Gefühl, dass dort ein Ironie-Kennzeichen fehlt.

    Lass mal ein paar Nahrungsunverträglichkeiten, -abneigungen oder auch Krankheiten oder genetische Dispositionen oder auch nur eine hypokalorische Ernährung vorkommen, dann ist dort schnell ein Mangel.

    1. Bei uns gibt’s doch keine Ironie.

      Im Ernst: Das ist selbstverständlich klar.

      Aber „Nahrungsunverträglichkeiten, Krankheiten, gen. Dispositionen, Hypokalorie“ ist schon sehr diffus. Nimm mal hypokalorische Ernährung. Natürlich kann man da trotzdem seinen Mikro-Bedarf decken. Usw.

      Ansonsten bin ich natürlich bei dir: Individualität zählt immer!

  4. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Auf so einen Artikel habe ich schon lange gewartet. Treffender und kürzer kann man die Frage, wie eine gesunde und vollwertige Ernährung heutzutage aussehen kann, nicht erklären! Danke dafür!

    1. Ein Low-Dose-Multi ist ein Multivitaminpräparat/-supplement, in dem die Inhaltsstoffe nur gering/schwach dosiert sind (oftmals <=100% RDA (in Bezug auf die Deklaration, wie viel davon in der Kombi immer ankommt, steht ja nochmal auf einem anderen Blatt)). Hier läuft man (i.d.R , im Internet muss man ja immer vorsichtig sein) keine Gefahr, durch die alleinige Supplementierung eine Überdosierung zu erreichen.
      Im Gegensatz dazu stehen dann entsprechend Supplemente, in denen die Wirkstoffe in extrem hohen Konzentrationen (teils therapeutische Dosierungen) enthalten sind., die dann auch (kontrolliert) für einen gewissen Zweck (Auffüllen/Begleichen von Mängeln) eingenommen werden sollten

  5. Lebertran. Nahrungsmittel oder NEM?
    Hat reichlich Vitaminhormon D.
    Lieber nicht transkutan.😉
    Ausdauersportler und Apnoetaucher halten die Luft an und spülen mit Karottensaft oder so nach.
    Der Rest nimmt Nasenklammer.

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