Was im Gesundheitsinternet falsch läuft

Derzeit herrscht ein seltsamer Trend. Eine Art Überkompensation. Die Menschen, so habe ich das Gefühl, trauen nichts und niemandem mehr. Dieses große Misstrauen zeigt sich in vielen, vielen verschiedenen Formen.

Wenn NEM-Kapseln krank machen (sollen)

Nehmen wir als Beispiel mal unsere NEM-Kapseln. Dort ist sowieso nichts mehr drin, außer das, was wirken soll. Gut, die Kapselhülle noch. Aber mal im Ernst: das ist Cellulose, also ein Ballaststoffe. Für uns völlig unproblematisch, die Darmbakterien freuen sich.

Wir haben schon auf beispielsweise Mg-Stearat verzichtet. Damit wollten wir auf die Menschen zugehen, die zurecht (!) nur das bekommen wollen, wofür sie auch zahlen — also Zink, Magnesium und Co. Sie zahlen nicht für unnötige Zusatzstoffe. Wohlgemerkt: manchmal sind diese Zusatzstoffe nötig.

Der rationale Verstand eines (Bio-)Chemikers wird allerdings gleich bemerken, dass Magnesium hier an eine Fettsäure (Stearinsäure) gebunden ist. Was bei uns so negativ besetzt ist, wird in manchen Kreisen anders bewertet. Magnesium liegt hier als „oganische Verbindung“ vor, halt wie Citrat, Aspartat und so weiter.

Fette nehmen wir außerdem im allerhöchsten Grammbereich zu uns, oft zwischen 50 und 150 g, je nach Ernährungsform. Die werden im Darm gespalten und verbinden sich dann natürlicherweise mit Calcium, Magnesium und Co. — auch im Blutstrom passiert das öfters, weil das freie Magnesium einfach mit Fettsäuren verseift.

Das also passiert im höchsten Grammbereich, aber gleichzeitig haben viele — unbegründet — Angst vor Mg-Stearat im Milligrammbereich. Milligramm! 1/1000-Gramm.

Doch damit nicht genug. Neuerdings kommen immer krassere Fragen, auf die ich nicht näher eingehen will. Was kommt als nächstes? Wie die Luftqualität bei der Produktion war? (Dem Wunsch werden wir selbstverständlich auch noch nachkommen! 🙂 )

Die Dosis macht immer noch das Gift

Wir verlieren in uns allen Ernstes in Kleinigkeiten. Das, was eigentlich klein ist, machen wir groß. Und das, was eigentlich groß ist, reden oder denken wir uns klein.

Wenn man mir nicht glaubt, dann vielleicht dem Menschen, der sich wirklich damit auskennt. Dieses kurze Video sollte jeder gesehen haben:

Bruce Ames wurde nicht wegen seiner tollen Mikronährstoff-Studien bekannt, sondern durch seine Arbeit als Toxikologe. Noch heute kann er nicht verstehen, dass Menschen an der Westküste der USA sich um die Fukushima-Strahlung sorgen, während der Folsäure-Mangel ein viel größeres Risiko für einen DNA-Doppelstrangbruch für diese Menschen darstellt. Doppelstrangbrüche sind das Gefährliche bei hoher radioaktiver Strahlenbelastung. Hier also können Menschen die Gefahrenlage nicht richtig einschätzen und verschätzen sich gravierend!

Du solltest dich nicht um niedrige Dosen, sondern um toxikologische Dosen kümmern.

(Bruce Ames, Carcinogens, Anticarcinogens, and Risk Assessment – Dr. Bruce N. Ames, youtube-Video)

Ames ist oder war auf dem Gebiet einer der größten Fachmänner überhaupt. Er sagt sinngemäß, dass wir so vielen Karzinogenen ausgesetzt sind. Es wäre Wahnsinn jedes einzelne ausfindig machen und es bekämpfen zu wollen. Das sei auch überhaupt nicht nötig, weil nicht das Karzinogen das Problem sei, sondern die Dosis.

Jede Pflanze enthält zig Tausende Karzinogene. Tatsächlich schenkt uns die Natur prozentual betrachtet genau so viele karzinogene Chemikalien, wie wir uns selbst. Und trotzdem essen wir sie ohne Bedenken, weil wir darüber nichts wissen. Wird uns auch nie jucken, weil die Dosen einfach viel zu gering sind.

70 % der Stoffe im Kaffee sind karzinogen. Du trinkst also jeden Morgen fast literweise deinen Krebs-Tod (oder auch nicht — merkste?). Eine Tasse Kaffee am Morgen ist äquivalent zu einer Jahres-Pestizid-Ladung — jedenfalls zu Zeiten des Ames-Videos! Seinen Kaffee zu trinken, während man sich im Internet über Pestizide und Co. echauffiert (siehe oben), ist … na ja, fast schon psychotisch, wie es im Buche steht.

Was glauben wir, wie viele Karzinogene wir einatmen, wenn wir an einer vielbefahrenen Straße entlanglaufen? Trotzdem hat es im Endeffekt kaum oder keinen einen Einfluss, wenn man es mit tatsächlichen, hochpotenten Krebsverursachern, das Rauchen z. B., vergleicht (s. erstes Ames-Video).

Der Mensch verfügt genau aus diesem Grund über unglaublich potente Entgiftungsmechanismen im Körper. Die wurden aber in einer Zeit entwickelt, in der es keine „man made“-Gifte gab, sondern alles „natürlichen Ursprungs“ war. Heißt: auch damals gab es sehr giftige Substanze. Zum Großteil kein Problem für den Körper.

Auch hier spielt das Hormesis-Konzept rein, wobei niedrige Giftdosen sogar stärker machen. Das kennen wir doch mittlerweile von Pflanzenstoffen. Die sind auch gesund, weil sie uns aufgrund ihrer Giftigkeit „impfen“. Sport übrigens auch. Sport lässt das Körpergift schlechthin entstehen, Superoxid. Interessiert aber keinen, wir merken ja nichts davon.

Aber … bei uns muss alles immer maximal „clean“ sein. Hat ja nachweislich dafür gesorgt, dass unsere Kinder immer kränker wurden, immer öfter an Autoimmunkrankheiten und Allergie leiden. Wer das Kind nicht im Dreck spielen lässt, sondern die Badewanne noch mit Desinfektionsmittel absprüht … Na ja, lassen wir das.

Überall lauern Dunning und Kruger

Das alles ist irgendwie verrückt, macht mich einfach so sprachlos immer. Wir Menschen heute verschätzen uns so extrem, glauben aber gleichzeitig nur unserer eigenen Wahrnehmung und unserem eigenen Urteil, obwohl wir oft überhaupt keine Ahnung haben. Dunning-Kruger-Effekt lässt grüßen.

Dunning und Kruger waren zwei Menschen, die herausgefunden haben, dass inkompetente Menschen nicht merken, dass sie inkompetent sind. Das zu erkennen, setzt nämlich Kompetenz voraus!

Apropos Dunning-Kruger-Effekt. Wie soll man das vermitteln, ohne beleidigend zu werden? Geht nicht, deshalb versuchen wir immer höflich zu argumentieren. Wir müssen leider feststellen, dass auch das häufig keinen Sinn mehr hat. Stattdessen müssen wir die Erfahrung machen, dass viele Menschen unglaublich vermessen agieren. Da frage ich mich immer, woher das Selbstbewusstsein kommt.

Ich wirke hier vielleicht oft (zu) selbstbewusst. Das liegt aber daran, dass ich mich auf das kleine Gebiet beschränke und so viel Zeit damit verbracht habe, dass ich mir zu 95 % sicher bin, bevor ich darüber schreibe. Und wenn ich darüber schreibe, dann nie so, dass es „die absolute Wahrheit“ ist, sondern immer … na ja, einfach vorsichtig. Auch, wenn das nicht wahrgenommen wird. Auch im Privatleben werde ich mich nur dann vehement für etwas einsetzen, wenn ich weiß, dass ich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit recht habe. Doch bevor ich mir das überhaupt zutraue, muss viel passiert sein.

Umgekehrt sehe ich täglich Menschen, die mir (!) sagen wollen, dass „Tierstudien nicht aussagekräftig“ seien. Erstens hat nie einer behauptet, dass Tierstudien alleine für eine ordentliche Beweisführung ausreichen. Zweitens würde ich keine Tierstudien anführen, wäre die Beweislage auf biochemischer und speziesübergreifender Ebene nicht deutlich. Drittens, und daran merkt man, ob jemand vom Fach ist oder nicht, ist es völlig normal, auch Tierstudien als Argumentationsgrundlagen zu nehmen. Das macht jeder. Deshalb gibt es sie ja.

Aber die Damen und Herren Internetexperten wissen es ja besser. Wie immer alles. Haben noch nie ein Buch geschrieben, scheinen aber von Haus aus Literaturexperten und Germanisten zu sein. Haben noch nie einen Statistik-Kurs besucht oder eine Wahrscheinlichkeitsrechnung gemacht, wissen aber, dass Studien nix taugen. Haben noch nie in der Wissenschaft gearbeitet, wissen aber, dass alle für Cola arbeiten und nur BS produzieren. Haben keine Ahnung von Chemie, wissen aber, dass „Chemikalien schlecht für den Körper sind“. Haben keine Ahnung wie Insulinresistenz entsteht, wissen aber, dass Kohlenhydrate insulinresistent machen.

Die Internetausbildung reicht nicht

Neulich gab es eine wilde Diskussion um Transdermal-Magnesium. Fakt ist: Es gibt keine einzige Studie, die zeigt, dass transdermales Magnesium zur nennenswerten Erhöhung des Blutspiegels führt. Gleichzeitig gibt es verschiedene positive Erfahrungsberichte, die von, „Ich fühle mich aber gut nach Magnesium-Bädern“ bis hin zu, „Bei mir ist der Mg-Wert gestiegen“ reichen.

Da fragt eine Dame ganz verdutzt: „Lügen diese Menschen alle?“ — nein, natürlich nicht. Aber der Mensch „lügt“, auch wenn es ihm gar nicht bewusst ist. Deshalb muss man in der Wissenschaft ja gerade gegen die vielen kognitiven Bias ankämpfen. So etwas wäre hier beispielsweise: Nur, weil die sich nach dem Baden wohlfühlen, heißt das doch nicht, dass das was mit dem Magnesium im Blut zu tun hat. Oder: Haben Menschen gleichzeitig andere Interventionen genutzt? Es war die Rede von Vitamin D und anderen oralen Mag-Formen — das nennt sich Confounder. Auch die muss man bei Studien größtmöglich eliminieren.

Und auch das ist ein Grund, warum man bei einem ordentlich durchgeführten Experiment möglichst nur eine Variable gleichzeitig ändert, sonst kann man keine Rückschlüsse ziehen. Das alles muss man doch erst mal wissen! Deshalb macht man der Uni ein Jahr lang Mathe-Statistik …

Mehr Urvertrauen (= weniger „Ich“) würde nicht schaden

Auf vielen verschiedenen Ebenen sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Dazu zähle ich auch, dass Menschen glauben, eine „Internetausbildung“ würde reichen, um über Naturwissenschaft zu diskutieren.

Ja, ja, ich weiß, wir, die Revoluzzer, lassen uns von den Autoritäten nichts mehr sagen. Das ist ja ok, aber deswegen ist man nicht gleich so kompetent, dass man mitdiskutieren kann. Auch, wenn man das selbst nicht so sehen will.

Manchmal schadet es nicht, wieder etwas an seinem Urvertrauen zu arbeiten. Wir Menschen bestehen nicht aus Glas und andere Menschen wollen uns nicht immer gleich umbringen, sondern sorgen sich auch, wenigstens ein bisschen, um das Allgemeinwohl.

Übrigens: Urvertrauen heißt auch, „Schuster bleib [bitte] bei deinen Leisten“ oder, „wenn man keine Ahnung hat, einfach …“ — okay, nein, so beleidigend muss dann doch keiner werden. Außer Nuhr:

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Chris,

    ein sehr guter Artikel, der auch auf die bewußte Desinformation hinweist, der wir im Grunde weltweit ausgesetzt sind.
    Dinge wie die hier genannte Fukushima-Strahlung oder das harmlose Magnesiumstearat, hier auch vielleicht zu nennen das Aspartam (nur als weiteres Beispiel, es gibt ja noch unzählige andere), werden als riesen Gefahr jahrelang durch die Medien geschleift und lenken doch so schön ab von den eigentlichen Ursachen unserer meisten Gebrechen- mieserable, zuckerlastige Ernährung, weitverbreitete Vitamin-und Vitalstoffmängel, Bewegungsarmut, Nebenwirkungen von rein symptomatischer teurer Pharmatherapie, um nur Einige zu nennen.
    Daher helfen Eure Seiten bei der Aufklärung und Information über die biochemischen Grundlagen und Ursachen sehr, sich ein besseres Urteil bilden zu können. Wenn wir uns nicht selber informieren und wenigstens die simplen Grundlagen wissen, sind wir verloren…..unsere Kinder (die z.T. genauso alarmierenden wie bedauerlichen körperlichen Zustände sehe ich jeden früh, wenn ich an der Schule vorbeifahre) werden sehr wahrscheinlich schon nicht mehr so alt wie wir. Traurig.

    LG Ralf

  2. Sehr guter Artikel, Chris. Ich denke genauso wie Dunning/Kruger es beschrieben haben – das Problem ist dabei das es heute auch Mode ist, eigentlich sehr simple – von der Natur vorgegebene Prozesse, im Internet oder auch woanders, sehr kompliziert dar zu stellen.

    Denn wenn ich inkompetent bin, dann versuche ich diese Inkompetenz mit möglichst viel Fach Bla Bla und noch mehr verkorksten Ausdrücken zu unterlegen, welche ich mal irgendwo gelesen habe und die sich gut anhören.

    Einfaches Rück besinnen auf von der Natur entwickelte Grundlagen und Abläufe würde vieles davon gar nicht nötig machen.

    LG
    Marcus

  3. Hallo, ich möchte anmerken, dass ihr natürlich grundsätzlich recht habt. Es gibt je nach Person und Vorbildung (auch bei Wissenschaftlern) einen mehr oder weniger großen Wahrnehmungs-Bias. Ich habe auch lange wissenschaftlich gearbeitet, allerdings nicht auf einem biologisch-chemisch orientierten Gebiet. Wie man Originalveröffentlichungen liest, weiß ich. Ein Jahr Statistik hatte ich auch, mein Fachgebiet ist Mustererkennung. Über Anti-/Reverse-Aging bin ich aber mehr und mehr dazu gekommen. Anlass war auch, dass meine „Körperkomposition“ dringend verändert werden musste, auch habe ich einen mtDNA-Defekt.
    Natürlich weiß ich, dass ich für eine solide Äußerung z.B. als Paper oder in Foren nicht ausreichend kompetent bin. Andererseits bin ich entschlossen, meinen gesamten „Intake“ als auch den lifestyle etwas genauer zu analysieren. „Das“ Internet als Wissensquelle gibt es eigentlich nicht. Das Internet ist ja keine Informationsquelle an sich, sondern nur ein Such- und Zugriffsmittel. Es gibt sehr qualifizierte Dokumente und Seiten, als auch Halbwissen und Nichtwissen. Man muss sich nur antrainieren, das zu unterscheiden, Rückvergleiche durchzuführen etc.
    Mit dem „Urvertrauen“ ist das so eine Sache, wobei ich nicht unter Verfolgungswahn leide. Ich bin nur immer ein wenig misstrauisch bzgl. „ehener Wahrheiten“. Ich habe mir angewöhnt, vieles zu hinterfragen, ist lediglich eine Zeitfrage. Irgendwie muss dann zu einer Entscheidung kommen, machen oder nicht. Kann auch falsch sein. Aber bestimmte Entscheidungsprinzipien, wie Hormesis oder Minimierung des maximalen Risikos halfen dann schon, Schaden zu begrenzen. Mit „Urvertrauen“ in Ernährungstraditionen oder Ärzte bin ich meist nicht so gut gefahren. Ich bin nicht bei meinem „Leisten“ geblieben, und das war gut so.

    1. Hi Michael,

      klar, niemand ist perfekt, die Wissenschaft auch nicht. Es ist eher eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Wer das Knowhow hat, kann zwar immer noch irren, verfügt aber generell wenigstens um Kompetenzen, vor allem mit Blick auf Statistik, Wahrscheinlichkeiten, Dosis-Beziehungen und Co.

      Nichts für Ungut, aber ich glaube, auch du bist biased, weil du meines Erachtens über ausreichende Kompetenzen verfügst, was du aber nicht auf die Allgemeinheit übertragen kannst. Viele sind einfach nicht so kompetent.

      Urvertrauen ist nicht blindes Vertrauen und „ein bisschen mehr Urvertrauen“ ist auch nicht „unkritisches Urvertrauen“. Es geht eher darum, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen in gewissen Bereichen gravierend verschätzen enorm hoch ist. Was also machen? Sich über jede mögliche Chemikalie sorgen oder darauf verlassen, dass der Körper mit einem riesig großen Anteil davon spielendleicht fertig wird?

      Dass ein Arzt sich bei tiefergehenden biochemischen Fragen verschätzt, ist übrigens auch sehr wahrscheinlich und hat wenig mit Urvertrauen zu tun. Der Onkel Doktor hat eben auch seinen Expertise-Bereich – Urvertrauen in den Chirurg, als Beispiel, könnte man durchaus haben.

  4. Dieser Artikel wirkt auf mich ehrlich gesagt abschreckend. In meinen Augen beschwerst Du Dich über die „Internetausbildung“, also das, was Du zu Deiner eigenen Mission erklärt hast (oder ist das primäre Ziel dieser Seite dann doch das Marketing?), und verlangst „Urvertrauen“?? Da ich selber keine Ahnung habe, kann ich erst recht nicht beurteilen, ob Du sie hast, ob Deine Interpretationen und Schlüsse und Empfehlungen stimmen, da werde ich einen Teufel tun, ein „Urvertrauen“ an den Tag zu legen. Wenn ich nur die Möglichkeiten der „Internetausbildung“ habe, dann doch bitte mit so viel Misstrauen und Hinterfragung wie irgend möglich. Geht auch gar nicht anderes, weil ich nahezu für jede Aussage irgendwo anders eine Gegenaussage finde. Das bei Diskussionen der Ton die Musik macht, steht außer Frage.

    1. Ich finde es bemerkenswert, dass – wenn die Möglichkeit besteht, etwas „anders“ zu verstehen – es immer falsch verstanden wird. Wir haben oft genug geschrieben, dass es wichtig ist, immer kritisch zu bleiben. Für viele ist „Urvertrauen“ wohl „blindes Vertrauen“. Dein Beitrag klingt auch so, als ob ich mich hier der kritischen Auseinandersetzung entziehen will, was genau 0 der Fall ist. Im Gegenteil, ich hoffe wirklich sehr, dass Menschen so weit und so kritisch Themen beäugen, dass sie sich irgendwann selbst ein aussagekräftiges Bild machen können. Es kann aber nicht sein, dass man stur und fast schon blind sämtliche wichtige Barrieren einfach überrennt. Es ist wichtig, z. B., Wissenschaft bzw. Studien kritisch zu hinterfragen. Der Elefant im Porzellanladen ist dann die Tatsache, dass Wissenschaft gar nicht mehr ernst genommen wird oder wir geistige Rückschritte ins Mittelalter machen, grundlegende und wichtige Erkenntnisse einfach infrage stellen, weil wir von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Newton würde sich im Grabe herumdrehen. Mir scheint es, dass wir immer mehr vergessen, dass es nicht um Schwarz oder Weiß geht. Wir sehen die Nuancen, die feinen Unterschiede einfach nicht mehr.

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