The Paleo Way — Das Wort zum 4. Advent

Was wir sagen: Leute sollten Nahrungsmittel in ihren Einkaufswagen legen, die den nährwertspezifischen Charakter der Nahrungsmittel unserer Vorfahren emulieren.

Es gab keinen „Brokkoli“ vor 1000 Jahren. Aber Brokkoli hat den gleichen nährwertspezifischen Charakter wie Kohl. Und Kohl geht aus einer kleinen Pflanze hervor, die wiederum ähnliche Nährwerte aufweist.

Was wir mit unseren Studien herausgefunden haben: Wenn wir wilde pflanzliche Lebensmittel mit domestizierten pflanzlichen Lebensmittel vergleichen … die Nährwert-Qualität ist nahezu identisch.

Es gibt kleine Unterschiede: Domestiziertes Obst enthält mehr Zucker. Wir bevorzugen größere, süßere Früchte und so weiter. Aber grundsätzlich ähneln sie sich sehr.

(Zitat, Loren Cordain)

Ist das eine schöne Nachricht, da schmeckt der heiß geliebte (wirklich!) Rosenkohl gleich viel besser.

Vielleicht interessiert den einen oder anderen auch, was Loren Cordain zum Fleisch sagt. Gibt es da Unterschiede?

Wir können vorweg sagen: Tja, wir füttern Getreide, Soja und sonstigen Müll. Und wundern uns über das Endprodukt.

Hier ist das Video:

print
  • Peter A.

    Zum Schamanen-Video.

    Immer wieder diese Steinzeitargumente. Das bringt doch nichts.

    1. Die Steinzeit heisst so, weil man aus dieser Zeit Steinwerkzeuge gefunden hat. Wir wollen etwas über gesunde Ernährung lernen. Wie sich Menschen in der Steinzeit ernährt haben weiss niemand. Warum soll damals niemand eine Ziege gemolken haben? Haben sich alle Steinzeitmenschen wirklich an unser „Paleo“ gehalten?

    2. Woher wissen wir, wie alt die Menschen wurden, und welche Krankheiten sie hatten? Krankheiten manifestieren sich vorwiegend in den Weichteilen. Wie lange hält sich eine Leber, wenn man sie nicht einfriert?

    3. „Kein Tier trinkt die Milch eines anderen Tieres“. Stimmt, aber Tiere fressen sogar ganze Tiere, die nicht zu ihrer Art gehören. Wenn das Euter voll ist, schlecken sie auch die Milch. Die Milch enthält Hormone? Sind Organe und Muskeln etwa hormonfrei?

    „Native“ (Nord)-Euroäer vertragen Milch. Einfach deshalb, weil man die Milch/Milchprodukte brauchte, um über den Winter zu kommen. Man schaue sich die regionale Verteilung der Lactose-Unverträglichkeit an.

    4. „Anti-Nutrients“. Ein Schimpfwort, sozusagen der Kampfbegriff gegen Gertreide. Es mag ja sein, dass Getreide nicht optimal ist. Aber viele andere Lebensmittel sind auch nicht optimal. Abgesehen davon kommt es darauf an wer es isst. Viele Leute haben gar keine Schwierigkeiten mit Gluten. Und ja, die Nährstoffdichte von Weissmehl, also Vitamine/(etc) pro Kilojoule, ist sicher nicht besonders hoch, jedenfalls schneidet jedes Gemüse besser ab. Aber was, wenn du auf die Kalorien angewiesen bisst, weil, du sonst im Winter frierst oder weil du eben noch 20 km durch die Berge willst? Einfach 2kg Möhren und ein Stück fettes Fleisch essen? Es gibt auch Menschen, die Schwierigkeiten mit zuviel Fett haben, teils im Magen, teils im Darm.

    Keine Paleo-Argumente mehr.

    Man kann alles damit begründen. Weil man es nicht beweisen muss, sondern einfach behaupten kann („Der Steinzeitmensch war gesund, bis er einfach umfiel und starb, so mit 70-80. Ausser er wurde vorher gefressen oder starb an einem Unfall. Aber keiner hatte Diabetes. Keiner einen Herzinfarkt. Keiner Rheuma. Der perfekte Mensch sozusagen.“).

    Die Evolution selbst spricht übrigens dagegen. Unsere Lebensweise funktionert, deshalb sind wir auch so viele. Es geht der Evolution nicht um „Optimierung“. Es geht ums Überleben unter den gegebenen Umständen. Wer damals Milch trank und sie vertrug, hatte einen Vorteil. Alle Anderen hatten den nicht. Warum soll das bedeuten, dass Milch kein geeignetes Nahrungsmittel ist??? Im Gegenteil.

    Eine sinvollere Frage ist: kannst Du _anstelle_ von Milch etwas Anderes essen, was dir auch die Proteine bringt aber sonst weniger Nachteile? Wenn ja, was wäre das zum Beispiel? Es ist nicht so, dass Fleisch keine Nachteile hat. Das Problem fängt schon mit der _Tierproduktion_ an.

    Es ist auch keine Frage, dass grasgefütterte Tiere mit viel Auslauf besseres Fleisch liefern. Aber was hat das mit Paleo zu tun? Wenn ich selbst viel Auslauf habe geht es mir auch besser, als wenn ich den Tag vor der Edubily Webseite verbringe–egal was ich esse. Das sind Trivialitäten, die nicht viel mit Wissenschaft zu tun haben.

    Fröhliches Fest,

    Peter A.

    • edubilyde

      Keine Ahnung, was der Rant hier soll (wir sind bei edubily, nicht bei Steinzeit-Ernährung.de) — man muss ja nicht gleich wegen jedem Video einen Koller bekommen, man kann für sich sicher 1-2 Dinge mitnehmen.

      Hättest du mal die Arbeiten von Cordain gelesen, das riesige Bollwerk, das er erschaffen hat, dann wüsstest du, dass er sehr, sehr gründlich gearbeitet hat und es oftmals gar nichts mit der Steinzeit per se zu tun hat. Deshalb gibt es hier ein Video von Cordain und nicht von … Gibt ja genug „Schamanen“.

      Ist auch wurschd.

      2 Fakten:

      1. Gestern Abend eine Doku zu den Inuit gesehen. Plötzlich sterben sie alle an Diabetes und Herzinfarkt. Das ist übrigens alles bestens dokumentiert, das gilt nämlich auch für Aborigines, aber nicht nur für Jäger/Sammler, sondern auch für Menschen aus ländlichen Regionen, die alle krank werden, wenn sie mit normaler Kost beginnen.
      Daher haben wir den Beitrag zitiert, weil 2. Häufig gesagt wird, dass Obst beispielsweise ein Kunstprodukt ist und krank macht, Gemüse auch nicht mehr das geben kann, was mal war. Da wir hier aber Wissenschaft an den Mann bringen wollen: Loren Cordain hat gemessen und verglichen.

      Nicht mehr, nicht weniger.

      • Peter A.

        Woran stirbst Du, wenn Du dich plötzlich wie ein Inuit ernährst?

        Ich selbst bin den ganz Tag müde und mir ist kalt, wenn ich längere Zeit zu wenig Kohlenhydrate esse. Und das passiert zwangsläufig bei Paleo, weil ich nicht den ganzen Tag essen will, sondern auch noch andere Dinge tun möchte.

        Das Inuit-Argument hattet ihr doch schon lange widerlegt. Schaut in eurem eigenen Archiv nach.

        Ich suche mir ein paar Paper von Cordain raus. Einverstanden. Ich frage mich nur, ob ich jemandem glauben will, der so argumentiert wie in diesem Video.

        Beste Grüße,
        Peter A.

        • edubilyde

          Ich weiß nicht, an was ich sterbe, wenn ich lebe wie ein Inuit. Ich bin aber auch kein Inuit. Über die genetischen Unterschiede zu Inuit haben wir schon gesprochen.

          Wir haben auch keine „Inuite-Argumente widerlegt“. Wir haben aufgezeigt, dass sie nicht in der Ketose leben, richtig. Das hat aber rein gar nichts mit der Lebensweise dieser Population zu tun. Aber ich beziehe mich nicht auf die Inuit per se, sondern auf alle „nativ lebenden Menschen“, die krank werden, sobald sie urban o. Ä. leben und moderne Kost abbekommen.

          Wie gesagt, das ist alles dokumentiert und gut beschrieben.

          Dein Beitrag ist voller Vermutung, gerade nicht das, was du von uns im Gegenzug verlangst.

          Cordain muss so argumentieren, dass er verstanden wird. Immer wieder beeindruckend, was Leser von Autoren verlangen, obwohl sich nur die Hälfte verstehen würden, wenn die wiederum „normal“ argumentieren. Dass man das nicht mal verstehen kann.

          • Peter A.

            Nicht so schnell sonst kommen wir von „Kuchenbacken auf Arschbacken“. Erst waren wir beim Steinzeitmenschen, jetzt bist du bei isoliert lebenden „Naturvölkern“.

            Ich beziehe mich auf obiges Video. Nicht auf Paper von Cordain. Ich habe auch noch nie eins von ihm gelesen. Aber muss ich das, um die Aussagen des Videos kommentieren zu dürfen?

            Es geht mir nur um einen einzigen Sachverhalt:

            Argumente, die die Genetik betreffen und bei denen ein total hypothetischer Steinzeitmensch angeführt wird (als ob es einen Prototyp von Steinzeitmensch jemals gegeben hätte) sind so, wie sie im Video diskutiert werden, einfach nicht haltbar.

            Wie ich oben geschrieben habe: Milch ist nicht per se schlecht, weil Steinzeitmenschen angeblich keine Milch getrunken haben (was im übrigen keiner nachweisen kann). Ich will ja gar nicht behaupten, dass Milch ein optimales Nahrungsmittel ist. Vielleicht hat Cordain ja gute Gründe gegen Milch. Aber er sagt sie uns nicht, sondern argumentiert pauschal mit unserem Genom und damit, dass kein anderes Tier Milch einer anderen Art trinkt.

            Beim Getreide das gleiche Schema. Bitte mein Argument oben nochmal lesen.

            Ich bestreite nicht, dass die sog. westliche Lebensweise massenhaft Nachteile hat. Hat sie. Aber es geht dabei nicht nur ums Essen.

            Und es überrascht mich nicht, wenn Mitglieder eines Naturvolkes Probleme bei der Umstellung auf eine solche haben. Nur: umgekehrt wäre es vielleicht ähnlich. Schon die Anpassung an die neue Umwelt würde wohl den meisten sehr große Schwierigkeiten machen (Vorsicht! Mutmaßung meinerseits. Nicht belegt.). Nicht jeder ist so tough wie z.B. Rüdiger Nehberg, der sich nackig im Jungle absetzen lässt und überlebt.

            Grüße
            Peter A.

          • edubilyde

            Sorry, ist mir jetzt zu anstrengend so rumzudiskutieren. In gefühlten 100 Artikeln haben wir bereits alles dazu gesagt. Weiß auch nicht, was diese Erbsenzählerei jetzt ausrechnet hier soll, wo wir doch immer so differenziert wie möglich argumentieren, auch in meinen Kommentaren die sowieso nie richtig gelesen werden.

        • Markus

          Hallo Peter,

          „Ich selbst bin den ganz Tag müde und mir ist kalt, wenn ich längere Zeit
          zu wenig Kohlenhydrate esse. Und das passiert zwangsläufig bei Paleo,
          weil ich nicht den ganzen Tag essen will, sondern auch noch andere Dinge
          tun möchte.“

          wer bitte ausser einigen Halbgebildeten behauptet denn noch ernsthaft, dass Paläo identisch mit Ketose oder auch nur Lowcarb sei? LC ist nur eine Möglichkeit(!), das eine Ende des Spektrums. Wer sich immer nur darauf bezieht und dabei alles andere ignoriert der ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Extremist.

          „Warum soll damals niemand eine Ziege gemolken haben? Haben sich alle Steinzeitmenschen wirklich an unser „Paleo“ gehalten?“

          Normalerweise muss jemand, der eine außerordentliche Aussage macht, diese belegen und nicht der andere widerlegen. Aber machen wir es einfach: zeig mir eine paläolithische Ausgrabungsstätte mit Menschenknochen, in deren Nähe gleichzeitig Ziegenknochen gefunden wurden. Es müssten dann ja Hirtenvölker gewesen sein und die Überreste beider Arten nebeneinander zu finden sei. Na?

          Im übrigen ist dies auch eine Definitionsfrage: Jäger und Sammler sind per definitionem Paläolithisch während Bauern und Hirten(!) Neolithisch sind. Hirten zählen somit einfach zur Neuzeit. Wenn also solche fiktiven Ziegenmelker gefunden werden würden, dann wäre das Neolithikum einfach entsprechend früher anzusetzen.