Was Jod mit Deiner Körbchengröße zu tun hat (Auch für Männer!)

Jod Brustkrebs

 Von den Heilpraktikerin Kyra Hoffmann, Heilpraktiker Sascha Kauffmann

Als Edubily-Leser/in bist du sicher schon durch die entsprechenden Artikel von Tim und Chris über Jod gut informiert. Jod ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper selbst nicht synthetisieren kann, wir müssen es daher regelmäßig mit unserer Nahrung zuführen.

Und jeder, der sich noch an den Chemieunterricht in der Schule erinnert, weiß:

Das Element Jod steht in der 7. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente, in der Gruppe der Halogene, die neben Jod auch Brom, Chlor und Astat umfasst. Diese Gruppenzugehörigkeit ist nicht ganz unbedeutend, wir kommen später auf sie zurück.

Periodensystem Jod

(Klick zum Vergrößern)

Ohne Jod läuft also gar nichts im Körper — ohne Jod sind wir dauerhaft nicht überlebensfähig.

Wir erinnern uns kurz: Die Schilddrüsenzellen nehmen Jod in Form von Jodid aus dem Blut auf. Jodid wird in den Zellen zu Jod (elementarem Jod) oxidiert. Vier Jodatome plus die Aminosäure Tyrosin ergeben T4 (Thyroxin), das inaktive Schilddrüsenhormon. Dieses wird in der Peripherie (Leber, Niere) unter Beteiligung selenhaltiger Enzyme (Dejodasen) in das aktive Schilddrüsenhormon T3 umgewandelt. Soweit — so bekannt.

Dass die Schilddrüse Jod benötigt, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn sie ist nur zu ca. 50 % am Jodverbrauch des gesamten Körpers beteiligt.

Schauen wir uns doch mal an, wo die anderen 50 % landen:

Folgende Organe benötigen ebenfalls Jod, um regelgerecht zu funktionieren:

  • Magen-Darm-Trakt
  • Eierstöcke
  • Plexus choroideus (Teil des Gehirns, in dem der Liquor produziert wird)
  • Speicheldrüsen
  • Prostata
  • Nebennieren
  • und besonders die Brustdrüsen (vor allem in der Schwangerschaft und in der Stillzeit)

All diese Organzellen benötigen Jod so dringend, dass die Evolution für sie kleine eigene Transportsysteme entwickelt hat, mit denen sie dieses Element effektiv aus dem Blutplasma filtern und in das Zellinnere befördern können — die so genannten Natrium-Jodid-Symporter (NIS). Die Filtration gelingt ihnen nur unter Verbrauch von Zellenergie dem ATP (Adenosintriphosphat). Um für einen regelgerechten Jodtransport in allen Zellen zu sorgen, benötigen wir also gesunde Mitochondrien, die regelmäßig ausreichende Mengen an ATP bereitstellen! Es schließt sich also wieder ein Kreis. Sascha hat es für Euch einmal kurz skizziert.

Zelle

Von den gerade genannten Organen benötigen nach der Schilddrüse vor allem die Brustdrüsenzellen besonders viel Jod. Nicht verwunderlich, denn Jod ist für den Säugling überlebensnotwendig. Es ist essentiell zur Entwicklung seiner Schilddrüsen- und auch Gehirnfunktion. Daher betonen Ernährungsgesellschaften, die WHO oder verschiedene Gynäkologenverbände die Bedeutung der sogenannten „Jodprophylaxe für Schwangere und Stillende“. Leider mit mäßigem Erfolg, denn den wenigsten Frauen ist die Bedeutung von Jod für ihre eigene Gesundheit und die ihres Neugeborenen bewusst. Die Erfahrung zeigt, dass die wenigsten auf eine gute Jodversorgung in dieser Zeit achten. Aus Sicht der Evolution gehören Brust und Jod einfach zusammen. Die (stillenden) Brustzellen sind bildlich gesprochen, kleine Jod-Schleusen.

Jod – die Wiederentdeckung eines alten Heilmittels

In antiquarischen Schriften aus dem 19. Jahrhundert haben wir Angaben zur erfolgreichen Behandlung von „Brustverhärtungen“ und „Drüsenschwellungen“ gefunden.. Jod bzw. Jodverbindungen wurden also bereits zu dieser Zeit wirksam in der Behandlung von Brusterkrankungen eingesetzt. Die Berichte aus dieser Zeit gehören in den Bereich der „Volksheilkunde“ und haben natürlich keinen wissenschaftlichen Anspruch — interessant sind sie dennoch.

Die systematische Erforschung von Jod und Brusterkrankungen begann erst im frühen 20. Jahrhundert. Die junge Ärztin Dr. Anna Goldfelder war eine der ersten Wissenschaftlerinnen, die sich mit der Wirkung von Jod auf das Wachstum von Tumoren in Tierversuchen beschäftigte. Sie sollte später — nach ihrer Emigration in die USA — zu einer der führenden Krebsforscherinnen des Jahrhunderts werden. Dr. Goldfeder gelang es zu zeigen, dass Tiere mit einem Tumor, die mit Jod behandelt wurden, länger lebten als die turmortragenden unbehandelten Kontrolltiere. „In einigen Fällen ist der Tumor zuletzt ganz verschwunden, bis jetzt ohne Rezidive.“ schreibt Dr. Goldfeder in einer wissenschaftlichen Abhandlung vom 4. Juli 1928.

Dass Jod eine funktionelle Bedeutung für die Brustdrüse hat, konnten Forscher  in den 1940er Jahren belegen. In einem englischen Hospital fiel auf, dass Frauen, denen man nach der Geburt getrockneten Schilddrüsenextrakt verabreichte, deutlich mehr Muttermilch produzierten. Aufgrund dieser Beobachtung, wurde die in jener Zeit bereits sehr bekannte Jod-Lösung — die Lugol’sche Lösung — Frauen mit Milchmangel verabreicht. Stillprobleme, aufgrund von fehlender Milchproduktion sind auch heute noch weitverbreitet — aber die Verbindung zu Jod ist heute leider in Vergessenheit geraten.

In den 1950er Jahren haben polnische Forscher als erste Jod im weiblichen Brustgewebe nachweisen können.

Die umfangreiche Arbeit mit dem Titel „The iodide concentrating mechanism of the mammary gland“ im Journal of Physiology im Jahr 1957 war Anstoß für einige Forscher sich nun auch mit der Pathologie der Brust und Jod — also mit Jodmangel und Brustdrüsenveränderungen — zu beschäftigen.

Seit den 1960er  Jahren — bis heute! — hat sich vor allem der Gynäkologe Dr. Bernard Eskin um die Erforschung von Jod auf die Brustdrüse verdient gemacht. Er hat die Grundlagen gelegt für die Arbeiten der Forschungsgruppe von Professor Dr. Carmen Aceves (Universität Mexico City) und Prof. Dr. Rösner (Universität Hohenheim).

In den letzten Jahren haben Jod-Forscher in Mexiko, Indien, Italien, USA und auch Deutschland folgende Ergebnisse erzielen können:

  • Jodmangel stellt einen unabhängigen Risikofaktor für gutartige Brusterkrankungen und auch Brustkrebs dar.
  • Jod — therapeutisch in entsprechender Dosierung vor allem als elementares Jod (I2) eingesetzt — hat einen deutlich verbessernden Effekt bei einer fibrozystischen Mastopathie oder chronischen Brustschmerzen (Mastodynie.
  • Jod und Jodverbindungen können in hohen Dosen das Wachstum von verschiedenen Brustkrebszellenlinien stark eindämmen  (bis zu 70 %).

Hier eine kleine Auswahl an Studien, die sich mit dem Thema Jod und Brustzellen befassen:

  • 1967: Jodmangel führt bei Ratten zu verändertem Brustzellengewebe (Dysplasie), es gibt einen statistischen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Brusterkrankungen
  • 1976: Jodmangel erhöht das Risiko für Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs
  • 1977: Jod spielt eine große Rolle bei der Gesunderhaltung der Brust
  • 1979: Jodmangel mit Östrogenen behandelten Ratten führt zu Zeltveränderungen der Brust
  • 1983: Jod ist ein wichtiger Faktor bei der Gesunderhaltung der Brust
  • 2001: Die Rolle der Jodlipide bei der Erhaltung der Brustgesundheit wird beschrieben
  • 2005 : Molekulares Jod (I2) ist hilfreich in der Therapie von Brustkrebs
  • 2016: Jod und seine Verbindungen helfen bei verschiedenen Brustkrebsformen sowie anderen Tumorzellen, indem Jod das Wachstum von Tumorzellen bis zu 70 % hemmen kann

Wer Lust auf intensive wissenschaftliche Recherche hat, der findet die genauen Studienangaben am Ende dieses Artikels.

Die Natrium-Jodid-Symporter (NIS) der Brust bilden sich besonders in der Stillzeit angeregt durch die Hormone Prolactin und Oxytocin aus, um dem Säugling die Jodversorgung über die Muttermilch zu ermöglichen.

Die Brustdrüsenzelle nimmt Jodid aus dem Blutplasma auf. Dieses wird durch das Enzym Laktoperoxidase zu elementarem Jod oxidiert und an Kasein (= das Protein der Milch) gebunden. Die Muttermilch enthält somit sowohl Jod-Kasein als auch freies Jod.

Die Brustdrüsenzelle benötigt vor allem das elementare Jod (I2). Sie kann es durch Oxidation selbst herstellen, kann aber auch durch Diffusion elementares Jod aufnehmen. Ganz unabhängig von den Mitochondrien. Es wird aber angenommen, dass die Versorgung über die Natrium-Jodid-Symporter effizienter ist.

Die Muttermilch kann natürlich nur so viel Jod beinhalten, wie die Mutter in Form von Nahrung oder Nahrungsergänzung zu sich nimmt. Da Jod nur in Seefisch, Meeresfrüchten und Meeresalgen in brauchbaren Konzentrationen zu finden ist, sind viele Frauen — und somit auch ihre Säuglinge —  schlichtweg einfach unterversorgt.

Auch außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit benötigt die Brustdrüsenzelle Jod — allerdings in geringerem Maße.

Brustzellendrüse Jod

Zwei Wirkmechanismen sind mittlerweile so gut erforscht, um einen eineindeutigen Zusammenhang zwischen Jodmangel und Brusterkrankungen oder anders ausgedrückt zwischen Jodversorgung und Brustgesundheit herzustellen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen sogenannte Jodlaktone — Verbindungen von ungesättigten Fettsäuren mit (elementarem) Jod.

Wirkmechanismus Nr. 1: Wachstumsregulation

Bei der Entstehung von Brusttumoren spielen Wachstumsfaktoren, wie TNF-alpha oder Epidermal Growth Factor (EGF) eine entscheidende Rolle.

Jodlaktone können den Rezeptor für EGF blockieren und so eine erhöhte Mitose (Zellteilung) hemmen. Nur bei ausreichender Jodversorgung (und natürlich Fettsäurenversorgung nicht zu vergessen!) können ausreichend viele Jodlaktone gebildet werden, um regulierend auf eine möglicherweise überschießende Zellteilung einzuwirken.

Der weitere Mechanismus betrifft den natürlichen, geregelten Zelltod — die Apoptose.

Wirkmechanismus Nr. 2: Apoptoseinduktion

Jodlaktone haben noch eine weitere wichtige Funktion. Sie können die Apoptose bei Brusttumorzellen auslösen ohne einen nachteiligen Effekt auf gesunde Brustdrüsenzellen auszuüben. Die Apoptose — oder der natürliche Zelltod — ist der „normale“ Vorgang, den die Mitochondrien einleiten, wenn eine Zelle aus der Norm fällt, wie z. B. bei Tumorzellen. Die geregelte Apoptose ist eine wirksame Strategie des menschlichen Körpers sich gegen Krebszellen selbständig zur Wehr zu setzen. In diesem Bereich forscht Herr Professor Dr. Rösner an der Uni Hohenheim intensiv und wir durften ihn zu seinen Forschungen interviewen. Bislang ist der genaue Ablauf der Apoptoseinduktion noch nicht geklärt, allerdings konnte festgestellt werden, dass Jodlaktone die Apoptose auslösen können.

Sämtliche Studien zu Jod und Brusterkrankungen haben gezeigt, dass erst eine tägliche Aufnahme im mg-Bereich (ca. 3-6 mg/Tag und mehr) eine Wirkung zeigt.

Eine Jodgabe im mcg-Bereich, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder die WHO (200 mcg pro Tag) empfehlen, kann die Brustdrüsenzellen nicht wirklich sättigen. Diese Mengen reichen bestenfalls zur Verhinderung von Kropf und Kretinismus.

Bislang konnte immer nur ein statistischer Zusammenhang zwischen langer Stilldauer und verringertem Brustkrebsrisiko bei Frauen abgeleitet werden. Daher wird auch regelmäßig Frauen zum Stillen geraten. Dass Jod hier aber vermutlich das entscheidende Element ist, wird nirgendwo erwähnt.

Bist Du ausreichend mit Jod versorgt?

Sicher stellt sich an dieser Stelle jede Frau (und hoffentlich auch jeder Mann!) die Frage: Habe ich genug Jod in meinem Körper, bin ich ausreichend versorgt?

Wir haben hier für Euch die TOP 10 der Jodlieferanten zusammengestellt. Jeder Lieferant hat eine Menge von mehr als 100 mcg Jod pro 100 g in sich:

  • Kabeljau
  • Scholle
  • Krabben
  • Seelachs
  • Shrimps
  • Hummer
  • Jakobsmuscheln
  • Meeresalgen (z. B. Nori, Wakame)
  • Miesmuscheln
  • Wildlachs

Ein Ernährungscheck zeigt: Wenn du dich nicht bewusst maritim ernährst, wirst du es noch nicht einmal schaffen, die DGE-Mindestmenge an Jod von 200 mcg pro Tag zu dir zu nehmen.

Aber dafür gibt es ja jodiertes Speisesalz! — entgegnest du vielleicht.

Nun — wenn wir unseren gesamten Salzbedarf von ca. 5 g Salz pro Tag ausschließlich durch Jodsalz deckten, dann wären das ca. 100 mcg Jod, die wir so konsumieren würden.  Jodsalz stellt so die Mindestversorgung sicher, aber ist sicher nicht für eine Optimalversorgung geeignet.

Im übrigen zeigen Untersuchungen, dass Verbraucher eher weniger jodiertes Speisesalz kaufen. Gerade gesundheitsbewusste Menschen greifen oft zu „natürlichem“ Meersalz, das allerdings fast genauso viel Jod enthält, wie unjodiertes Steinsalz. Auch in Großküchen und Kantinen wird Jodsalz nicht durchgängig verwendet.

Besonders problematisch sehen wir eine Jodphobie, die in den letzten Jahren in gewissen Kreisen geschürt wird und fast schon Züge von verschwörungstheoretischem Gedanken beinhaltet.

Daher an dieser Stelle noch ein paar Fakten: Jod im Speisesalz in Europa ist eine Kalium-Jod-Verbindung. Da Jod selbst flüchtig ist, wird es in Form von Kalium-Jodat dem Speisesalz hinzugefügt. Sämtliches Jod im Speisesalz entstammt dem Salpeterabbau aus Chile und nicht — wie oft im Internet zu lesen — aus Abfällen nuklearmedizinischer Praxen.

Tierische Produkte, wie Milch und Milchprodukte enthalten, tatsächlich auch Jod, falls das Tierfutter mit Jod angereichert wird. Dies ist aber nicht durchgängig der Fall. Wer Bio-Milch konsumiert, wird über diesen Weg keine nennenswerten Jodmengen zu sich nehmen.

Exkurs: Der Unfug mit fluoridiertem Speisesalz

Jod ist ein Halogen und steht mit seinen chemischen Verwandten Fluor, Brom, Chlor und Astat in der gleichen Hauptgruppe im Periodensystem der Elemente. Wie bereits beschrieben, benötigt Jod — um in die Zelle zu gelangen — einen funktionieren Natrium-Jodid-Symporter. Bei Anwesenheit von Fluorid (und auch Bromid) kann der Symporter durch diese „chemischen Verwandte“ blockiert werden. Die Folge dieser Zellbesetzung ist, dass  Jod nicht mehr in das Zellinnere gelangen kann. Daher sehen wir die Fluoridierung von Speisesalz — zum vermeintlichen Schutz vor Karies — als problematisch an. Durch Zahnpasta, Zahngels und Fluoridtabletten haben viele Menschen — gerade Kinder — oftmals mehr Fluorid im Körper als Jod — mit verheerenden Folgen für den Jodhaushalt.

Von den Asiaten lernen

Werfen wir doch einen Blick mal in andere Länder, wie Japan oder Korea. Die Menschen dort haben die höchste Jodaufnahme pro Kopf, denn ihre Nahrung besteht vor allem aus Meeresalgen, Fisch und Meeresfrüchten. Durch diese Komposition der Lebensmittel kommen sie mitunter auf mehrere mg (Milligramm!) Jod (einige Quellen sprechen von bis zu 13 mg) pro Tag.

Gleichzeitig sind sie trotz der Einflüsse des modernen Lebensstil, der auch in asiatischen Länder nicht Halt gemacht hat, statistisch gesehen immer noch die gesündesten Völker mit der höchsten Lebenserwartung und niedrigsten Krebsrate für viele Tumorarten — besonders für Brustkrebs. Verlegen Japanerinnen ihren Wohnsitz jedoch in die USA und ernähren sich dann entsprechend „westlich“, erkranken sie nach einem gewissen Zeitraum genauso häufig wie amerikanische Frauen an Brustkrebs, wie Migrationsstudien zeigten. Gerade für die Brust scheint eine jodreiche Ernährung jedoch besonders schützend zu sein.

Gefangenes Wissen im Elfenbeinturm der Wissenschaft

Uns hat bei der Literaturrecherche zu diesem Thema überrascht, wie viele internationale Studien es zu Jodmangel und Brusterkrankungen bereits gibt und wie wenig die Gynäkologen hierzulande darüber berichten und wissen.

Warum ist das Wissen um Jod — eigentlich bis heute — in den Elfenbeintürmen der Wissenschaft versteckt worden?

Diese Frage stellten sich auch  die amerikanischen Ärzte Dr. Guy Abraham (t), Dr. David Brownstein und Dr. Jorge Flechas und begründeten auf einer Konferenz im Jahr 1995 das sogenannte „Iodine Project“ — eine Initiative zur Erforschung der Wirkung von Hochdosisjod (d. h. die Jodgabe von mehreren mg Jod pro Tag) bei Erkrankungen. Mittlerweile sind viele Therapeuten in den USA mit der von diesen Ärzten ins Leben gerufenen Jodhochdosistherapie vertraut. Seit einiger Zeit beschäftigen sich auch immer mehr Therapeuten in Europa mit diesem Thema.

Durch das Engagement dieser Therapeuten steht nun auch in Europa endlich eine bessere Joddiagnostik zur Verfügung.

Um herauszufinden, ob die tägliche Jodaufnahme für die Versorgung des gesamten Körpers inkl. der Brüste  ausreichend ist, wurde der sogenannte Jodsättigungstest von den amerikanischen „Jod-Ärzten“ entwickelt. Mittlerweile bieten sogar einige Labore in Deutschland diesen Test an.

Dieser eignet sich besser als der herkömmliche Jodtest im Morgenurin, der nur den Bedarf der Schilddrüse als Referenzbereich abdeckt.

Dem Test liegt die Annahme zugrunde, dass der Gesamtkörperjodgehalt eines Erwachsenen bei ca. 50 mg liegt. Zur Testdurchführung werden daher 50 mg Jod (in Form der Lugolschen Lösung flüssig oder in Tablettenform) oral verabreicht Nach Einnahme wird der Urin des Patienten über 24 Stunden in einem Sammelbehälter gesammelt. Aus der Sammelurinmenge wird eine Probe von ca. 10 ml entnommen und an das  Labor geschickt. Dieses untersucht die Urinprobe auf ihren Jodgehalt. Anhand des Resultats lässt sich ableiten, inwieweit der Körper mit dem Spurenelement Jod versorgt ist. Ist ein Körper mit Jod ausreichend gesättigt, scheidet er die größte Menge (ca. 90 Prozent) wieder aus. In den meisten Fällen hat der Organismus allerdings einen höheren Bedarf, so dass er von den eingenommenen 50 mg, einen Teil einbehält. Je höher der Bedarf, umso weniger scheidet er auch wieder aus.

Trotz der relativ hohen Menge an oral verabreichtem Jod gibt es kaum Nebenwirkungen bei diesem Test. Allerdings gibt es auch einige wenige Kontraindikationen, wie akute Schilddrüsenerkrankungen (akuter Schub beim Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow, „heiße“ Knoten, Schwangerschaft und Nierenerkrankungen).

jodbefund

Sowohl bei uns als auch bei Kollegen, die den Jodsättigungstest in ihren Praxen durchführen, haben ca. 85 % der Getesteten einen Jodmangel.

Wer den Jod-Zellstoffwechsel verstanden hat, also um die ATP-abhängigen Natrium-Jodid-Symporter weiß, dem ist klar, dass ein Jodtest im Serum oder im einfachen Morgenurin, die derzeit die diagnostischen Standard-Verfahren sind, kaum Rückschlüsse auf die tatsächliche Jodversorgung liefern können. Die Jodkonzentration in der Zelle kann bis zu 40 x der im Blutplasma übersteigen.

Ist so ein Test wirklich notwendig? Gibt es keine Standard-Jodzufuhrempfehlung für Erwachsene? Leider nein, denn der Jodverbrauch hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von Deinem Alter (Deiner Östrogenproduktion), Deiner Schilddrüsengröße, Deinem Sportverhalten, Deiner Belastung mit anderen Halogenen (z. B. Fluor oder Brom), Deinem Ernährungsverhalten (viel Kohlgemüse, Brokkoli etc.) und nicht zuletzt von Deiner Körbchengröße.

Wie bitte? Ja, der Bedarf an Jod steigt zum ersten Mal in der Pubertät, wenn die Brustdrüse sich entwickelt. Zu dieser Zeit kommen auch häufig die ersten Schilddrüsenprobleme, da das knappe Jod aus der Nahrung dann nicht nur vorrangig für die Schilddrüse gebraucht wird. Eine Unterfunktion kann sich bereits in diesem Alter einstellen. Mit zunehmender Brustentwicklung steigt auch der Jodbedarf. So einfach ist das.

Jod-Therapie

Bei ausgeprägtem Jodmangel ist es in der Regel nicht ausreichend, diesen über eine jodreiche Ernährung auszugleichen. Hier sollten jodhaltige Therapeutika zum Einsatz kommen. Bei gut- und bösartigen Brusterkrankungen ist eine Behandlung mit Hochdosisjodpräparaten (über 1 mg Jod pro Tagesdosis) indiziert, mit einer Tagesdosis im Mikrogrammbereich sind keinerlei Erfolge zu erzielen. In den 1990er Jahren wurde in den USA die Jod-Hochdosistherapie entwickelt. Eine Gruppe von Ärzten, um die Initiatoren Dr. Guy Abraham, Dr. David Brownstein sowie Dr. Jorge Flechas, arbeiten dort nach dem offiziellen „Jodprotokoll“. Ein Verfahren, dass sich in der Hochdosistherapie als sicher und wirksam erwiesen hat und zunehmend Anhänger in Deutschland findet. Erwähnenswert finden wir, dass im Rahmen der Hochdosisjodtherapie nicht nur Jod in Dosen von 1 mg bis 50 mg (vereinzelt auch mehr) verabreicht wird, sondern dass durch die Gabe hochdosierter „Cofaktoren“, wie Niacin, Magnesium, Vitamin C, Riboflavin die Verstoffwechselung von Jod deutlich verbessert wird.

Jodtherapie ist nicht ganz so einfach, denn ihr Gelingen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Jod lehrt uns — die „Generation NEM“ — dass es nicht ausreicht, einfach die Jodzufuhr zu erhöhen, sondern dass es sich um ein komplexes Unterfangen handelt, wenn man die jodverbrauchenden  Organe wirklich erreichen möchte. Wie Du deinen Jodspiegel auf ein Optimalniveau hebst, das erfährst du bald an dieser Stelle.

Im Übrigen: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Zwar wesentlich seltener als Frauen, aber sie sind nicht 100 % geschützt. Und wenn Du, lieber Leser, meinst Jod wäre eher was für Frauen, dann schau noch mal genau auf den Anfang dieses Artikels, wo wir sonst im Körper noch Jod benötigen.

Hinweis der Autoren: Die Hochdosisjodtherapie, also die Therapie mit Mengen über 1 mg Jod pro Tag, gehört immer in die Hände eines jodkompetenten Therapeuten und darf nicht in Eigenregie durchgeführt werden. Ebenso sollte jede Jodtherapie bei Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen immer therapeutisch begleitet sein. 

Wer Lust hat, mehr über Jod, seine Einsatzmöglichkeiten zu erfahren, dem dürfen wir unser Buch empfehlen.

Buchempfehlung

Hier übernehmen wir, die Jungs von edubily, wieder das Steuer. Wir werden zwar noch einmal eine ausführliche Buch-Rezension schreiben. Aber vorab können wir schon mal sagen: Wer sich für die vielfältige Wirkweise von Jod interessiert, der sollte unbedingt das Jod-Buch von Kyra („Jod. Schlüssel zur Gesundheit. Wiederentdeckung eines vergessenen Heilmittels. Neue Power für Ihre Körperzellen.“ bei Systemed) lesen. Dieses Wissen könnte tatsächlich nicht nur sehr, sehr vielen Menschen helfen, sondern auch den Blick auf das verkannte Spurenelement Jod verändern. Es gibt darüber hinaus eine Facebook-Gruppe, in der sich zu Jod ausgetauscht werden kann: JOD – das unbekannte Heilmittel – Erfahrungsaustausch und Selbsthilfe

Jod Kyra Hoffmann

Referenzen

Rösner, Harald, Müller, Wolfgang et al.: Antiproliferative/cytotoxic effects of molecular iodine, povidone-iodine and Lugol’s solution in different human carcinoma cell lines, in: Oncology Letters, September 2016, 2159-2162

Rösner, Harald, Müller, Wolfgang et al.: Antiproliferative/cytotoxic activity of molecular iodine and iodolactones in various human carcinoma cell lines. No interfering with EGF-signaling, but evidence for apoptosis in: Experimental and Clinical and Endocrinological Diabetes, 2010 Jul;118(7):410-9. doi: 10.1055/s-0029-1225615. Epub 2009 Oct 2.

Arroyo,-Helguera, Rogas, Delgado, Aceves: Signaling pathways involved in the antiproliferative effect of molecular iodine in normal and tumoral breast cells: evidence that 6-iodolactone mediates apoptotic effects, in: Endocrinological Relations of Cancer 2008: Dec: 15(4):1003-11

Stoddard, Brooks, Eskin, Joahnnes: Iodine changes gene expression in the MCF7 breast cancer cell line: Evidence for an anti-estrogen effect of iodine, in: International Journal of Medical Science, 2008 July: 8;(4): 189-96

Stadel: Dietary Iodine and risk of breast, endometrial, and ovarian cancer, in: Lancet, 1976, April 24;1(7965)890-1

Aquino and Eskin: Rat breast structure in altered iodine metabolisme, in: Archives of Pathology, 1972, Oct; 94(4):280-5

Eskin: Iodine metabolism and breast cancer, in: Transactions of the New York Academy of Science, Dec 1970, 32 (8):911-47

Eskin: Dieary iodine and cancer risk, in: Lancet 1976 Oct 9;2 (7989) 807-8

Eskin, Bartuska, Dunn, Jacob, Dratman: Mammary gland dysplasia in iodine deficiency. Studies in rats, in: JAMA, 1967 May 22, 200(8):691-5

Eskin, Krouse, Mobini: Age related changes resembling fibrocystic disease in iodine-blocked rat breasts, in: Archives of Pathological Laboratory Medicine, 1979 Nov; 103(12):631-4

Strum: Effect of iodide-deficiency on rat mammary gland, in: Virchows Archiv B Cell Pathology Including Molecular Pathology, 1979 May 31;30(2):209-20.

Aceves, Anguiano, Delgado: The extrathyronine actions of iodine as antioxidant, apoptotic, and differentiation factor in various tissues, in: Thyroid. 2013 Aug;23(8):938-46.

Frederick, Ari, Bernard, Gregg: Iodine Alters Gene Expression in the MCF7 Breast Cancer Cell Line: Evidence for an Anti-Estrogen Effect of Iodine, in: International Journal of Medical Science 2008; 5(4):189-196.

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12 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo zusammen,

    danke für diesen guten Artikel.

    Ich habe vor ein paar Wochen das empfohlene Buch mit Begeisterung gelesen und auch meinen Eltern habe ich es zum Lesen gegeben. Aus folgenden Gründen:

    Väterlicherseits hatte meine Oma eine Kropf und mein Opa starb an Prostatakrebs. Die Prostata braucht auch gewisse Mengen an Jod. Mein Vater hat einen heißen Knoten und nimmt Schilddrüsenhormone.

    Mütterlicherseits hatte meine Oma Brustkrebs und meine Mutter auch. Meine Mutter hat schon längere Zeit eine Schilddrüsenunterfunktion mit einem ständig ansteigenden Anti-TPO-Wert (zur Zeit über 300). Ich vermute eine beginnende Hashimoto-Erkrankung. Auch sie bekommt Schilddrüsenhormone.

    Meine Eltern ernähren sich bei weitem nicht bewusst maritim und bei den Ärzten bei denen sie sind, fehlt das Wissen und die Zusammenhänge zum Thema Jod. Leider.

    Da es ja nun eine Möglichkeit gibt die Versorgung des Körpers mit Jod testen zu lassen (ich denke da auch an mich), mit dem Jodsättigungstest und anscheinend einige Labore diesen Test durchführen, ist meine Frage, welche Labore führen diesen Test durch? Könnt Ihr mir bitte ein paar Namen nennen? Und auch ein paar Ärzte im Raum Stuttgart/Tübingen die sich mit dem Thema auskennen, falls Ihr welche kennt bzw. es welche gibt?

    Über eine kurze Antwort freue ich mich sehr.

    Vielen Dank im Voraus.

    LG Matthias

    1. Hallo Matthias,

      danke für dein nettes Feedback zum Buch.
      Unserer Kenntnis nach gibt es in Deutschland nur drei Labore, die den Test durchführen. Labor Biovis in Limburg, Labor Ettlingen und das Labor Lothar Ursinus in Hamburg. Im Raum Stuttgart sind uns leider keine Jodtherapeuten bekannt. Aber wir sammeln in unserer Jod-Facebook-Gruppe alle Therapeuten im deutschsprachigen Raum (es sind leider nicht sehr viele). Vielleicht magst du da mal schauen (in den Dateien). Lg Kyra und Sascha.

  2. Hallo,

    ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür! Ich hab gestern Abend gleich das empfohlene Buch als eBook gekauft und mich noch recht lange darin festgelesen (das spricht bei einem eher trockenen Thema sehr für das Buch).

    Allerdings stehe ich jetzt etwas ratolos da, hinsichtlich möglichem Handlungsbedarf beim Thema Jod.

    Das Buch legt ja sehr eindrücklich dar, dass man bei einer nicht bewusst maritimen Ernährung ziemlich sicher eine zu geringe Jodaufnahme oder einen Jodmangel hat. Die Tabelle mit der Lebensmittelselbsteinschätzung ist da hilfreich. Aber was tun?

    Bei jedem Artikel über Jod und auch in dem Buch, steht ja der Verweis, dass es bestimmte Erkrankungen gibt bei denen Jod kontraindiziert wäre (Morbus Basedow, irgendwelche Knoten, etc.)

    Nun weiß ich über den Gesundheitszustand meiner Schilddrüse eigentlich gar nichts. Offensichtliche Beschwerden habe ich keine, ich lebe halt einfach… ab und an wird ein großes Blutbild gemacht, dort ist nur der TSH Wert drin (bei mir zwischen 1,2 und 1,5). Ein Schilddrüsenvorsorgeuntersuchung gibt es bei Männern in jungen Jahren nicht.

    Jetzt frage ich mich, ob ich auf gut Glück Jod in einer niedrigen Dosierung ergänzen sollte (z.B. 100 mcg) oder braucht es erst eine große Schilddrüsendiagnostik (also alle möglichen Blutwerte, Ultraschall, Szintigramm, sicherer Ausschluss von Hashimoto)?

    Würde ich diese Diagnostik überhaubt bekommen? Wenn ich jetzt zu meinem Arzt gehe und sage, ich habe ein Buch über Jod gelesen aber sonst keine Beschwerden, bitte machen Sie eine Menge Untersuchungen… die Antwort kenne ich schon…

    Klasse Buch, aber ich stehe irgendwie ratolos da, wie ich konkret handeln soll. Ich weiß, dass edubily und vermutlich auch das Buch, eher zum selbstbestimmten Denken anregen wollen und keine konkreten Empfehlungen geben wollen oder können, aber trotzdem… was würdet ihr denn machen?

    Viele Grüße

    wolle

    1. Hallo Wolle,

      durch die tägliche Nahrung nimmst du zwangsläufig etwas Jod zu dir. Wieviel hängt ganz von deiner Ernährung ab. Als Veganer (ohne Algenverzehr) wirst du kaum Jod in ausreichender Menge zu dir nehmen, als maritimer Keto-Anhänger z.B. kommst du leicht auf einige mg Jod pro Tag. Letzteres ist ja wohl eher die Ausnahme. Für geringe Jodmengen (bis 200 mcg pro Tag) sind keine Voruntersuchungen notwendig. Anders sieht es aber aus in der von uns geschilderten Hochdosistherapie, die quasi mit 1 mg am Tag beginnt und teilweise bis zu 100 mg pro Tag erreicht. Wir empfehlen diese Gaben nur in Begleitung mit einem Therapeuten. Das klingt umständlich, ist aber sinnvoll. Die Voruntersuchungen der Schilddrüse und der Niere sind nicht kostspielig und können beim Hausarzt erfolgen. Die absoluten Kontraindikationen für eine Jodtherapie haben wir ja auch genannt. Diese sind sehr selten. Grundsätzlich empfehlen wir aber zunächst einmal einen etwaigen Mangel bestimmen zu lassen. Dafür ist der Jodsättigungstest am besten geeignet. Leider auch nur beim Therapeuten. Lg Kyra und Sascha

  3. Hallo edubily,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel über Jod, bei dem sich mir allerdings immer wieder dieselbe Frage stellt. Als Hashimoto-Patientin sind mir Jodeinnahmen, ob aus Kochsalz oder Lebensmitteln, ja quasi verboten. Wie soll aber meine (mittlerweile nahezu gesunde(?) Schilddrüse ausreichend Hormone basteln, wenn ich kein Jod zu mir nehmen darf, auch nicht in natürlicher Form? Ich nehme ein MultiNEM (ohne Jod) und Selen extra (auch anderes wie Zink,Magnesium, Vit.A, da die Werte tief sind), aber was mache ich mit Jod?? Ich habe es geschafft, meine Schilddrüse, die nur noch 30 % gesundes Gewebe hatte, innerhalb von 3 Jahren auf mittlerweile über 90 % zu regenerieren. Die Schilddrüsenhormone (T3 u.T4), die ich trotzdem weiterhin nehmen soll (?) werden aber wohl nicht ausreichend aufgenommen, denn meine Leistungsfähigkeit und Energie lassen zu wünschen übrig, von vielen Unterfunktionssymptomen ganz abgesehen. Die Werte liegen bei unter 3 (T3) und unter 1(T4).

    Außerdem wüsste ich gerne, ob ihr etwas zu dem reversen Schilddrüsenhormon rT3 sagen könnt. In einem Buch über Hormone habe ich gelesen, dass der Körper unter Stress (Diät, Unfall, Grippe etc) mehr reverses T3 bildet und sich dadurch möglicherweise eine Schilddrüsenresistenz bildet, so dass der Körper weder auf sein eigenes T3 noch auf die Hormone aus Hormontabletten reagiert, so dass die Symptome einer Unterfunktion bestehen bleiben, selbst bei normalem TSH.

    Vielleicht könntet Ihr in einem weiteren Schilddrüsen-Artikel noch einmal auf dieses Thema eingehen. Ich habe hier schon so einiges Lehrreiche mitgenommen und habe persönlich leider das Gefühl, dass man als Patient oft auf sich alleine gestellt ist und dass Ärzte selten Lösungen oder Antworten bei komplexeren Sachverhalten bieten können. Ich jedenfalls informiere mich hinreichend und versuche das eine oder andere auch anzuwenden. Auch aus Euren Artikeln.
    Von mir also ein herzliches Dankeschön für Eure Arbeit!

    Viele Grüße
    Chrissi

    1. Hallo Chrissi,
      in der Tat ist Hashimoto Thyreoiditis ein Sonderfall. Wir haben auch überlegt, ob wir in diesem Artikel gesondert darauf eingehen sollen, aber da hätte der Platz nicht gereicht. Uns war das Thema Brustgesundheit im Moment wichtiger. Vielleicht vorweg: Die Aussage bei Hashimoto Thyreoiditis komplett auf Jod zu verzichten gilt als überholt. Dennoch vertreten diese Meinung immer noch viele Ärzte und auch Heilpraktiker. Vor dem Hintergrund, dass auch jede Frau und jeder Mann neben einer erkrankten Schilddrüse auch viele andere jodverbrauchende Organe hat, muss diese Empfehlung sowieso komplett revidiert werden. Fakt ist aber, dass viele Patienten mit HT Jod nicht oder nur in ganz geringen Mengen vertragen. Wir haben in unseren Praxen schon zahlreiche Jodtests durchgeführt und bei fast alle Patienten mit HT Jodmangel festgestellt. Kein Wunder, wenn die Ernährungsempfehlungen so lauten und die Patienten sich daran halten.
      Zur Pathogenese , also zu den Krankheitsursachen von HT, ist nur wenig bekannt. Geklärt ist, aber dass es eine autoimmune „Schieflache“ des Immunsystems gibt. In vielen Fällen bildet das Immunsystem neben den Antikörpern gegen TPO auch Antiköper gegen die Natrium-Jodid-Symporter, also den Aufnahmemolekülen in den Schilddrüsenzellen und – jetzt kommt es! – wohl auch gegen die Natrium-Jodid-Symporter in den Brustdrüsenzellen. Daher geht HT oftmals auch mit fibrozystischer Mastopathie und auch mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs einher. Auch wenn die Ursachen für HT noch sehr im Dunkeln liegen, so gibt es in der modernen Naturheilkunde effektive Ansätze, um diesen Entzündungsprozess zu stoppen, wie Schwermetallentgiftung, Selen, Weihrauch, Darmsanierung, etc. . Zurück zum Jod: Wir empfehlen bei HT zu einer moderaten Jodaufnahme UNBEDINGT begleitend mit Selen (laborkontrolliert). Bei Unverträglichkeit sollte dann unbedingt nach einer Belastung mit Halogenen (oft Brom) und/oder toxischen Metallen geschaut werden. Lg Kyra und Sascha

    2. Hallo Chrissi,
      hab das Buch selber gelesen und finde es klasse. Es gibt auch ein Kapitel gerade für Hashimoto-Patienten :-). Es gibt auch eine Facebookgruppe, mit vielen weiteren Tipps und auch Arztempfehlungen

      1. Hallo Sarah,
        bin nicht sicher, ob wir dasselbe Buch meinen, in meinem wird HT nicht explizit erwähnt, es gibt ein Kapitel über Schilddrüsenunterfunktion. Wie heißt denn das, was du meinst und wie heißt die Facebookgruppe?
        Dank Dir für Deine Antwort!

        1. Hallo Chrissi, in unserem Buch (s.o.) wird Hashimoto recht ausführlich behandelt….auch die möglichen Ursachen und die Vorgehensweise bei HT in punkto Jod. Gruss Kyra

          1. Hallo Kyra, Euer Buch habe ich mir gestern bestellt und bin schon gespannt. Lieben Dank auch für Deine ausführliche Antwort. Ich werde meine Arzt darauf ansprechen und sehen, ob wir in der Richtung ein bisschen weiterkommen. LG Chrissi

    3. Hallo Chrissi,
      meine Mutter und ich haben HT und ihr wurde gesagt dass ihre Schilddrüse bald ganz aufgelöst sei. Ich bin erstaunt zu lesen dass sich das Gewebe wieder heilen kann. Meine Diagnose habe ich erst seit 3 Wochen und bin noch ganz am Anfang meiner informationsbeschaffung (obwohl ich seit Tagen am Lesen bin). Leider steht auf den meisten Seiten das gleiche oberflächliche blabla und ich verstehe so vieles zu Werten, Tests,… nicht. Ist hier vielleicht das falsche forum aber würde mich über Austausch oder Hinweise wo wann tieferes und verständliches wissen finden kann freuen.

  4. Hallo,

    erst einmal danke für den tollen Artikel. Ich habe mich vor Jahren auch schon mit Dr. Brownsteins Hochdosistherapie beschäftigt. Ich leide angeblich an Hashi seit 10 Jahren denn die ANTI körperwerte sind meiner meinung nach nich hoch genug. Ich leide zudem an einer Gynäkomastie, stark vergrösserten Brustdrüsen. Mittlerweile denke ich das es nur eine Unterfunktion durch starken Jodmangel war buw. ist. Hab mich aber nie getraut die SD Tabletten abzusetzen und eine Jodtherapie zu starten. Wie ist denn der Name der Facebookgruppe ?

    Lg Alex

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