FUKK PUSSIES, FUKK BLUTWERT-OPTIMIERUNG

navy seals

Gerade habe ich wieder eine Woche Laborarbeit hinter mir.

Was haben wir da gemacht? Wir haben mit Tumorzellen verschiedener Geweben gearbeitet. Humane Tumorzellen, also menschliche Tumorzellen.

Mein Gott … wie empfindlich die sind! Die muss man hegen und pflegen. Die liegen in speziellem Medium. Wichtig ist, dass den Zellen genau das gegeben wird, was sie zum Überleben brauchen. Also beispielsweise ein Substrat, normalerweise Glukose. Dann Proteine, also beispielsweise Albumin. Insulin ist auch wichtig.

Dosiert man allerdings Insulin oder andere Bestandteile zu hoch, dann reagieren die Zellen natürlich, es schalten sich Signalwege an, die normalerweise, also unter physiologischen Bedingungen, gar nicht aktiv sind oder, im wissenschaftlichen Fall, in einem Experiment gar nicht aktiv sein dürfen, da sonst Ergebnisse verfälscht würden.

Wissenschaftler also kümmern sich mit maximaler Konzentration und mit viel Hirnschmalz-Einsatz um die Zellen im Fläschchen.

Setze ich mich morgens an den Computer und klicke mich durchs Internet, also z. B. durch Foren, dann muss ich aufpassen, dass mir die Hähnchenbrust nicht im Hals stecken bleibt. Dort finden sich so, so viele Menschen, die von nix eine Ahnung haben, aber beispielsweise mit NEM-Hochdosen an sich selbst rumschrauben — eben wie das ein großer Mechaniker am Auto tun würde. Der feine Unterschied ist, dass der Mechaniker eine Ausbildung absolviert hat.

Wissen die Leute eigentlich (nicht), was sie da tun?

Es ist schwer diese Problematik anzusprechen. Das beginnt schon mit den Assoziationen der Menschen, Beispiel: Nahrungsergänzungsmittel sollen gut sein, weil irgendwie nützlich für den Körper. Chemikalien oder Pharma schlecht.

Alles ist Chemie. Jeder scheiß Stoff hat seine eigene Pharmakokinetik.

Problem ist genau das, was ich ganz zu Beginn angesprochen habe: Leute kippen sich heute ohne Hirn „Chemie“, also NEM, in den Kopf und aktivieren damit natürlich, aber nicht wissend, irgendwelche Signalwege in den Zellen, blockieren gegebenenfalls andere, ganz wichtige Signalwege. Natürlich geht das. Deshalb hatten wir im Handbuch ganz am Anfang von physiologischen Bereichen gesprochen. Man kann nicht wahllos irgendwelche Substanzen in Höchstdosen einwerfen, höchste Blutspiegel anpeilen.

Gejuckt hat es anscheinend nicht viele. Will man die Komplexität und ganz wichtige Basis-Konzepte vermitteln, heißt es, man „verheddere sich in den Fallstricken der deutschen Sprache“. Nein, falsch. Das hat nichts mit der Sprache zu tun. Das hat etwas mit der Komplexität des Themas zu tun. Das will wenigstens ansatzweise komplex dargestellt werden, sonst ergeben sich nämlich genau die Szenarien, die wir heute haben. Wer hier immer nur abwinkt, der hat einfach keinen blassen Schimmer.

Biologie ist halt anders. Biologie ist nicht Brückenbauen. Das soll hier auch so vermittelt werden. Wer sich mit biologischen Konzepten auseinandersetzt, der muss sich ein anti-populistisches Denken angewöhnen. Das bedeutet mitunter, dass man Text-Passagen eben dreimal lesen muss, bis man sie versteht — wenn man sich aufgrund eigener Kenntnisse überhaupt versteht.

Tja. Die Komplexität beginnt damit, dass Zink aus der Kapsel eben überhaupt nicht mit Zink aus Fleisch zu vergleichen ist. Die große Quintessenz ist, dass es keine einheitlichen Blutwerte gibt, die jeder anstreben muss oder sollte, schon gar nicht was essentielle Mikronährstoffe angeht. Noch nie auf die Idee gekommen, dass dein Körper einzigartig ist? Dass dein Körper komplett andere Bedürfnisse hat als die der Körper deines Nachbarn? Drum: FUCK Blutwert-Optimierung. Bringt eh nix. Du kannst keinen magisch-hohen Blutwert anpeilen, ab dem alles gut wird, der dich zum Weltmeister macht. Viel mehr muss bei jedem Körper andere tasten unterschiedlich lange gedrückt werden, damit schöne Melodien entstehen. Und da sollte man dem Körper nicht allzu sehr ins Handwerk pfuschen.

Wichtig: Das Beheben eines Mangels steht natürlich auf einem anderen Blatt. Es ist enorm wichtig das ordentlich zu unterscheiden. Einen Mangel zu erkennen und zu beheben ist das eine. Drum arbeiten wir mit Vimeda zusammen und haben eine eigene Supp-Linie. Werte ins Nirvana zu steigern, weil man glaubt, der eigene Körper sei ein Auto, das zum Tunen da ist … das andere. Das thematisieren wir im Stoffwechselbuch.

Das bringt mich zu einem anderen Thema.

Dem Anspruchsvollen wollen viele Menschen so gut es geht aus dem Weg gehen. Siehe oben.

Wenn ich jedem aber einen Tipp geben müsste, einen wichtigen Ratschlag, dann wäre es der: Bringe deinen Körper ganz bewusst, aber kontrolliert, ab und zu an seine Grenzen. Mit Grenzen meine ich Grenzen, nicht die 70 %, die sich wie 100 % anfühlen.

In diesen Extrem- bzw. Ausnahmesituationen lernt man enorm viel. Nicht (nur) über sich, sondern über die eigene Physiologie. Das Ich als Teil ebendieser.

Es hat schon einen Grund, warum es verrückte Menschen gibt, die bei Minusgraden halbnackt durch die Gegend joggen oder mal eine Woche lang nix essen. Warum wohl sind die berühmte Spezialeinheit, die Navy SEALs, für ihre Ausbildung bekannt? Genau: Dort werden Menschen gebrochen, zerstört, an den Rand des Machbaren gebracht. Nur dadurch können sie wissen, wer sie sind. Und klar, erst dadurch wissen die Ausbilder, mit wem sie es zu tun haben. Manche Menschen lernen erst aufgrund einer Krankheit, was es bedeutet, korrekt oder anständig zu leben. Krankheit will und braucht man nicht. So weit muss man es nicht kommen lassen, auch wenn man es manchmal leider nicht kontrollieren kann.

Aber: Erstens wäre das Thema „mangelndes Selbstbewusstsein“ schnell ver- und gegessen. Zweitens würde man sehr schnell sehr viel über die tatsächlichen Bedürfnisse des Körpers und über seine Ernährung lernen. Fastende Menschen wissen genau wovon ich rede: Plötzlich diktiert der Körper ganz präzise, was er braucht und ist satt, wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind. Das sind Erfahrungen, die prägend sind.

Drum: FUCK Pussies. Vielen von uns fehlt es an Härte.

Was mich so ärgert: All das ist längst bekannt. Ich bin doch auch nur Wiederkäuer, immerhin praktizierend. Anstatt sich diesen Herausforderungen zu stellen, begeben sich Menschen immer und immer wieder auf die Suche nach Wunderlösungen und driften gedanklich ab in ihre Traumwelt, laufen irgendwelchen Geschichtserzählern nach. Mittlerweile weiß ich wenigstens, dass ich mich nicht anstrengen brauche. Normale Menschen kapieren irgendwann. Die anderen … na ja. Schreiben fleißig 1-Sterne-Rezensionen bei Amazon. 🙂 Späßchen.

PS: Das eine oder andere Wort bitte nicht zu ernst nehmen.

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14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hmm, wir sind alle Homo sapiens sapiens, von einer Art und unsere Stoffwechselprozesse sind also so sehr unterschiedlich nicht. Individuelle Unterschiede gibt es immer- aber die Grundbedürfnisse sind schon vergleichbar. Nicht ohne Grund haben 80-90% einen Mangel an Vitamin D, Zink, Selen, Jod, Magnesium…….Diesen „nur“ durch verbesserte Auswahl an Nahrungsmitteln auszugleichen oder gar zu „optimieren“(was immer das „Optimum“ im Einzelfall sei) mag wünschenswert sein, ist aber für die Meisten von uns leider nicht realistisch.
    Daher haben NEM ihren Stellenwert in Verbindung mit regelmäßigen Messungen der wichtigsten „Kandidaten“ im Blut. Mit Nachmessen ist auch einem unkritisches „Zuviel“ zumindest mittelfristig entgegengewirkt. Bluttuning oder Blutwertoptimierung sind sicher keine sehr sinnvollen Wörter, aber daß das Messen und ggf. ausgleichen nichts bringt, daß kann man so nicht untersschreiben. Viele Grüße!

    1. Ich möchte hier gar nicht mit dir diskutieren. Da hat wohl jeder seine eigene Auffassung, meine habe ich im Artikel dargelegt. Das sapiens-Argument ist keins, denn klar reden wir immer noch von Menschen, nicht von Elefanten, aber das ist in meiner Argumentation ja inbegriffen.

      Warum haben wir heute Mängel? Weil Menschen statt Steak Bockwurst essen, statt Leber Kekse und statt Grünkohl Muffins. Das ist für mich auch keine Argumentationsbasis.

      Deinem letzten Absatz stimme ich zu, allerdings habe ich ja auch nichts anderes geschrieben. Mein Punkt: Es gibt einen Unterschied zwischen Ausgleich von Mängeln und Hochdosis-Therapien, fürs „Tuning“. Die Unterschiede sind gravierend und viele Menschen wissen nicht, wie weitreichend die Folgen sein können.

      LG

      1. Hallo,
        so einfach können wir die gravierenden Mängel in der Breite nicht erklären.
        Selbst wenn man den Grünkohl statt der Muffins und 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag essen würde-selbst das ist für die Meisten schlicht nicht realistisch-, wird man immer noch reichlich Mängel feststellen. Ganz einfach, weil durch ausgelaugte Ackerböden, lange Transportwege und die chemische Behandlung in den Dingen eben kaum noch was enthalten ist. Wir essen die Blätter nun mal nicht mehr frisch von den Bäumen…..Auch beim Fleisch ist es nicht realistisch zu glauben, die Meisten könnten oder wollten auf Bio-Produkte von ausschließlich grasernährten Tieren umschwenken- denn das antibiotikabelastete und durch die Tierhaltung und deren Ernährung minderwertige Steak ist auch nicht der Heilsbringer….
        So bleibt Aufklärung theoretisch, wird interessiert zur Kenntnis genommen, aber kaum jemand kann und will das letztendlich so richtig umsetzen, leider. Zumindest ist das meine Erfahrung.
        Die Art der Tips im „Handbuch“ sind da näher an der Machbarkeit für
        die „Breite“ gewesen. Vielleicht könnt Ihr in diesem Sinne da später nochmal ansetzen….
        LG

        1. Ralf, ich bin doch bei weiten Teilen bei dir. Mängel begleichen, ggf. mit NEM, wir empfehlen doch sogar NEM. Aber das war doch nicht die Botschaft vom Artikel.

          Und, kleine Anmerkung am Rande: Kein Blutwert der Welt kann sagen, ab wann ein Wert für das Individuum gut ist oder nicht. Nicht jeder braucht Zink- oder Magnesium-Spiegel XY. Ich habe es mehrfach selbst getestet: Mit der von uns genannten Ernährung kriegt man spielend leicht gute Mikronährstoff-Versorgungen hin, zumindest zum Großteil. Damit einhergehend ein Lebensgefühl, das einem NEM eben nicht geben können, weil NEM gut sind, um Lücken zu begleichen, aber nicht um ein System zu versorgen. Übrigens wirst du diese Botschaft in Zukunft immer öfter lesen, Terry Wahls ist dafür ein tolles Beispiel.

    2. Hallo Ralf,

      wo hast du denn gelesen, dass „80-90%“ einen Mangel an VD, Zink, Selen, Jod, Magnesium haben?
      Haben 80-90% einen Mangel an ALLEN genannten Stoffen, oder haben 80-90% der Bevölkerung (welcher? der Deutschen generell? Mitteleuropäer? Kinder? Alte?) einen Mangel an mindestens einem dieser Stoffe?
      „Mangel“ meint dann, einen einmalig oder mehrfach gemessenen Wert außerhalb der unteren geltenden Laborreferenzwerte, soweit es da Einheitliche gibt?

      Ich denke mittlerweile, nach übrigens weit über 15 Jahren und vielen 1000enden von Euros an Erfahrungen mit sämlichen NEMs die es so gibt, dass hier vorwiegend ein riesiger Markt existiert. Dieser Markt basiert auf vielen Luftnummern und zu einem nicht unerheblichen Teil auf Placebo-Effekten (diese will ich nicht abwerten).

      Ich muss hier Chris kritischen Worten zustimmen: wenn man selber sehr vieles in diesem Segment, Trends, Waves usw mitgemacht hat, und glücklicherweise den Boden wieder unter den Füssen spürt, dann wird irgendwann klar: keine noch so reinen, tollen, genialen Aminosäuren, Extrakte, Mineralstoffe, getrocknete Lebensmittelpulver oder mystische Superpillen oder dergleichen können Defizite in der Lebensführung nachhaltig ausgleichen.
      Damit meine ich ausreichend Schlaf, moderate Bewegung, Familie und Freunde, RUHEPHASEN für das Gehirn, einen geregelten Job, ausreichendes Einkommen und natürlich eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit nach Möglichkeit frischen und wenig verarbeiteten Lebensmitteln, mit aber hoher Beachtung und Rücksichtnahme individueller (Un)Verträglichkeiten (FODMAPS, Fruktose, Lactose, Gluten, Phytine, Ballaststoffe, Fettsäuren, Phenole, Alkaloide).
      Was nützt eine noch so „gesunde“ Ernährung, wenn man genetisch bedingt keinen hohen Phenol- oder Alkaloid-Load verträgt?

      Was nützen große Mengen an Pillen und Kapseln, die teils vollgestopft sind mit Emulgatoren, Süßungsmitteln, Konservierungsstoffen, Überzugsmitteln, Farbstoffen, der Gesundheit wirklich?

      1. Hallo 4D-Doc,

        keiner hat behauptet, daß NEM Defizite in den von Dir genannten, sicher ebenso wichtigen Lebensbereichen wie Bewegung, Schlaf und Soziale Bindungen. ausgleichen können. Natürlich ist dann aber Ernährung die 4.Säule und wir sprechen hier zunächst ja über die Mikronährstoffversorgung.
        Lies doch mal “ Risikofaktor Vitaminmangel“ von Jopp, das „Handbuch Anti-Aging und Prävention“ von Schmitt-Homm oder einige der Bücher von Strunz, die allesamt auf viele viele Studien verlinken, die Dir Deine Fragen hinsichtlich der Mikronährstoffversorgung heutzutage sehr genau und sehr wissenschaftlich beantworten.
        Die Folgen sind in der Praxis bei täglich 50-100 Patienten auch ohne Studien sichtbar: massive Zunahme der Schilddrüsenerkrankungen, aber wir bekommen ja alle genug Jod, massive Zunahme der Migräne-und Bluthochdruckpatienten, die mit zig Medikamenten eingestellt sind- aber keiner hat bisher den häufig ursächlichen dramatischen Magnesiummangel festgestellt, weil keiner gemessen hat… Massive Zunahme der Krebserkrankungen— der Zusammenhang mit Vitamin D-Mangel -und Jodmangel bei Brustkrebs z.B. dürfte mittlerweile gut belegt sein, immer noch sterben Neugeborene mit Neuralrohrdefekten in Deutschland wegen Folsäuremangel!!–obwohl das seit vielen Jahren bekannt ist… reicht das als nur einige kleine Beispiele?
        Glaubst Du im Ernst, daß alle diese Patienten in der Lage sind durch sehr bewußte und zielgerichtete Umstellung der Ernährung und täglichem Sonnenbaden alle die Dinge zu erhalten, die sie brauchen?
        Das schafft vielleicht- aber auch nur vielleicht- jemand, der in der Nähe eines Bio-Bauernhofes wohnt, die Zeit und die (nicht geringen) finanziellen Mittel hat, ausschließlich gesund und frische, micronährstoffreiche Lebensmittel zu beschaffen, sich zudem sehr ausführlich mit dem Thema Ernährung, kochen , Zubereitung usw. zu beschäftigen. Das magst Du schaffen und das ist ja auch durchaus der beste Weg und erstrebenswert, aber für die Mehrheit unserer Mitbürger ist das fernab der Realität. Die gehen zum Doktor und wollen ihre Probleme mit einer Tablette gelöst haben, so ist das nun mal.
        Und hier ist die spannende Frage dann: gibt man Ihnen gleich den Betablocker-oder das Schildrüsenhormon …. oder das Ritalin??!, oder mißt man erst mal die Basics und gleicht dann ggf. mit zunächst NEM aus und mißt nach….
        Nicht jedes Problem ist damit aus der Welt…aber man kann Einiges erreichen.
        Sicher nicht ideal, aber die Realität in der Breite und allemal besser, als Millionen für unnötige und z.T. nebenwirkungsreiche symptomatische Therapien auszugeben.

        LG

        1. Grundsätzlich bin ich schon bei dir. Das Screening sollte im Zeitalter der Marsreisen längst etabliert sein. Viele Ärzte haben von Mikronährstoffen und der körpereigenen Biochemie, bzw. der Funktionsweisen dessen, überhaupt keine Ahnung oder sehen einfach keine Relevanz. Letzteres dürfte wohl der Hauptgrund sein. Wie gesagt: Das stimmt schon.

          Was ich nicht teile: a) Die Denke, Gesundheit werde nur durch NEM gemacht, also durch blanke Mikronährstoff-Zufuhr. Loren Cordain hat genau dazu mal Stellung genommen. Die Ansicht passt zu den 80ern, aber nicht zum Heute. Im Gegenteil: Die Lebensmittel-Matrix an sich ist ein großer, großer Faktor. b) Die Denke, dass wenn grundsätzlich Mängel bestehen und diese Probleme machen, ein Mehr noch besser ist. Hier verwischen die Grenzen zwischen Mangel-Ausgleich und „Tuning“, es wird undifferenziert. c) Teilweise die Ignoranz oder das Nichtwahrhabenwollen, dass Mikronährstoffe in ihrer individuellen Matrix ganz anders reagieren und ganz andere Pharmakokinetiken aufweisen als isolierte NEM. Nimm als Beispiel Hämeisen aus dem Fleisch: Vielfach höhere Bioaktivität, daraus folgt: viel weniger „Rohsubstanz“ notig, direkte Vorstufe für Häm-Abnehmer im Körper. e) Die Denke, dass alle Mikronährstoffe täglich zugeführt werden müssten, obwohl selbst wasserlösliche Vitamine nicht an einem Tag verbraucht werden. Und d) Zuguterletzt der Irrglaube, in der Nahrung sei nix mehr drin. Das ist einfach falsch. Ja, man muss halt die richtigen Nahrungsmitel essen. Leber, Innereien und so weiter, die Vitamin-Bomben unter den Pflanzen, z. B. Grünkohl. Es hat schon einen Grund, warum genau das auf den ganzen Paläo-Seiten empfohlen wird. Oder bei Terry Wahls, dort kannst du das auch noch mal schön nachlesen. Drum: Am Ende gewinnt eben nicht der, der sich NEM-Bombe einwirft, sondern der, bei dem Leber (sinnbildlich) auf dem Speiseplan steht. Auch, wenn dann nicht 50, sondern nur 25 mg Zink zugeführt werden.

          Wenn du aber, was du glaube ich meinst, sagst: Bevor wir der Masse, die von richtiger Nahrungsmittelwahl und dem Drumherum keine Ahnung hat, Medikamente verschreiben, sollten wir doch lieber messen und mit NEM ausgleichen und mit gezielt dosierten NEM erhalten, dann ist das auf jeden Fall besser, aber nicht das Höchste der Gefühle.

          1. Ja, Chris, der letzte Abschnitt ist eine sehr schöne Zusammenfassung.
            Deine Hinweise zur Lebensmittelmatrix sind sicher alle richtig und begründet und genauso wichtig ist die Aufklärung darüber.
            Leider klaffen eben hier Theorie und Praxis bei den allermeisten Menschen aus objektiven und subjektiven Gründen dermaßen weit auseinander, daß wir oft um NEM nicht herumkommen, wollen wir präventiv und kurativ helfen.
            Vielleicht könnt ihr der Aufklärung willen genau dieses Problem zwischen Wünschenswerten und Machbaren in einem Handbuch 2.0 irgendwann nochmal mit einbinden.
            Der Bedarf dafür ist gar nicht hoch genug zu schätzen.

            LG

  2. Eines der Hauptprobleme dürfte doch auch sein, das man schlicht nicht genau weiß, was ein bestimmter, optimaler Blutwert ist. Da wird ein Querschnitt durch mehr oder weniger große Teile der Bevölkerung gemessen und ein Entsprechender Bereich als Referenz abgeleitet / definiert; als „normal“, aber nicht notwendiger Weise auch „optimal“.
    Wer sich dann aber noch nicht mal im „normalen“ Bereich bewegt, dürfte dann mit hoher Sicherheit einen Mangel haben. Wer sich im „normalen“ Bereich / Referenzbereich bewegt ist aber damit noch lange nicht notwendiger Weise optimal versorgt.
    Hinzu kommt, dass viele Blutwerte voneinander abhängig sind. Ich kann nicht Stoff „A“ isoliert kurzfristig anheben, ohne auch Stoff „C“ mit zu ziehen (z.B. Vitamin D & K).
    Ziel sollte es sein, seinen Bedarf nach Möglichkeit mit abwechslungsreicher, hochwertiger und ausgewogener Ernährung zu decken.
    Da, wo das schwierig ist oder ein deutlicher Mangel diagnostiziert wurde, kann und sollte man sicher durch NEMs nachhelfen (unsere Kanzlerin würde vermutlich sagen „mit Augenmaß“).
    Wer aber schon vor lauter NEM futtern satt ist, wird es schwer haben, überhaupt eine hochwertige, ausgewogene Ernährung für sich zu etablieren. Ich habe oftmals den Eindruck, dass das „E“ in NEM schlicht ignoriert wird.

    LG,
    Thorsten

  3. Also ich muss auch sagen, der Beitrag ist mir zu pauschal und undifferenziert. Es gibt nicht die „NEMs“, und es gibt auch nicht nur Leute, die Ergänzungsmittel unkontrolliert und in hohen Dosen „einwerfen“ und dann erwarten, dass alles besser läuft. Das mit der „Matrix“ ist ja ein schöner und richtiger Gedanke, aber eben pauschal und in dieser Form nicht hilfreich. Was gebraucht wird, sind praktikable Entscheidungshilfen, die Ernährung und Ergänzung umfassen. Dabei ist jeder Stoff für sich zu betrachten. Ich kann nicht Zink und Vitamin C in einen Topf werfen. Wenn es so ist, dass Zink aus dem Ergänzungsmittel komplett anders wirkt als das aus Nahrung, dann wäre das zu begründen, um zum Schluss zu kommen, dass das Ergänzungsmittel nicht genommen werden sollte, dafür aber jenes Lebensmittel gegessen werden soll. Es sind einfach verlässliche Entscheidungshilfen nötig. Nicht jeder kann alles genau prüfen.

    Es ist letztlich ein Entscheidungsproblem mit stark unsicherem Wissen. Hier hilft die Spieltheorie: ich wähle die Strategie, die das maximale Risiko minimiert. Könnte heißen, ich nehme vorsichtshalber doch eine gewisse sichere Menge an Ergänzungsstoffen, obwohl ich natürlich auch meinen Lebens- und Ernährungsstil in der Richtung ändere, die im allgemeinen als gesundheitsfördernd angesehen wird. Es gibt so viele Informationen, und ich muss eine individuelle Strategie haben, daraus eine Entscheidung zu bilden, obwohl ich zu keiner Information wirkliches Vertrauen habe.

    1. Manchmal frage ich mich, ob meine Beiträge überhaupt richtig gelesen bzw. verstanden werden.

      Natürlich war der Beitrag provokativ geschrieben.

      Aber ich habe weder von „den NEMs“ gesprochen, noch pauschal von „alle Leute werfen unkontrolliert ein“. Gleichzeitig muss man den Artikel doch in den Gesamtkontext unserer Arbeit setzen, um ihn ordentlich zu verstehen. Fünf Beiträge weg von hier schreibe ich ausdrücklich, wie wichtig NEM sind oder sein können, wenn sie ordentlich genutzt werden. Das wiederhole ich sogar in diesem Beitrag.

      Wenn man sieht, dass es eine Tendenz innerhalb einer Strömung gibt und man sieht bzw. selbst erfahren hat, dass sie falsch ist, dann muss ich nicht auf Biegen und Brechen einen anderen Heilsbringer vom Zaun brechen, damit das auch so gesagt werden darf. Das aber impliziert dein Verlangen nach Entscheidungshilfen. Wenn ich aufzeige, dass die Lebensmittel-Matrix wohl sehr viel entscheidender ist, dann muss ich nicht zwangsläufig in der Lage sein, das in Tausend Einzelteile aufzuschließen und genauestens zu analysieren — es gibt schlicht nicht immer, weil man eben nicht alles direkt und perfekt erklären kann. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass man mit NEM-Hochdosen grade so weiter machen muss.

      Im Grunde ist unsere Philosophie ja das, was du mit deinem zweiten Absatz beschrieben hast. Daher gibt es auch bei uns den Hinweis, dass NEM helfen können. Andernfalls würden wir darüber gar nicht berichten. Genau wie ich darüber berichten werde, wenn ich sehe, dass etwas falsch läuft. Im Grunde muss jeder für sich einen Lösungsansatz finden, aber mit dem nötigen Hintergrundwissen, egal, ob das dann als „gut“ oder als „nicht so gut“ empfunden wird. Das darf bei einer Entscheidungsfindung keine Rolle spielen, ansonsten ist man indoktriniert und geblendet.

      1. Keine Sorge, ich folge keinem Hilsbringer oder keiner Ideologie (dadurch hatte ich durchaus schon mal echte Probleme im anderen deutschen Staat …). Ich habe lange wissenschaftlich gearbeitet (wenn auch auf einem anderen Fachgebiet), bin aber mit einer eigenen Firma mehr und mehr Ingenieur geworden, weil ich an praktisch anwendbaren Resultaten interessiert war. Und jetzt ist es so, dass ich in Sachen „Intake“ auch noch beide Seiten, die „Wissenschaft“ und die „Praxis“ in mir habe. Ich hatte wissenschaftlich übrigens viel mit Entscheidungstheorie zu tun, auch hier nützlich, wenngleich es sich schwer formalisieren läßt. Die Informationen sind sehr „fuzzy“. Es ist doch so, dass man zu fast jedem Stoff – seien es Ergänzungsmittel, Lebensmittel oder Pharmaka – Empfehlungen findet, die von „auf keinen Fall“ bis „reichlich“ reichen, und vielfach bezieht sich jede Seite auf Untersuchungen oder Studien.

        Ich muss für mich eine ganz konkrete Lösung finden, die meinen körperlichen Zustand (ich meine z.B. suboptimale Funktionen von Organen) berücksichtigt. Ich habe auch nicht die (Lebens)zeit, alles genau auszutarieren, da die Rückkopplung gerade bei NEM ziemlich träge ist. Wann merke ich etwas, wenn ich z.B. kein Q10 nehme, oder kein D3? Da kann ich lange warten, vielleicht geht es mir unmerklich schlechter, was auch an anderen Einflußgrößen liegen kann.

        Also, was ich anstrebe, ist keine genaue Vorschrift („täglich 100 mg Q10 mit einer Mahlzeit …“), sondern einen Entscheidungsalgorithmus. Ich weiß, dass es niemand aus der Tasche ziehen kann, aber das ist doch letztlich das, was man braucht, wenn man nicht jeden Tag wieder Grundsatzfragen stellen möchte. Ein Problem ist (vorerst) gelöst, wenn man einen Algorithmus hat, wie man es lösen kann. Am glücklichsten sind vielleicht die Menschen, die täglich ihre 8 Tabletten schlucken, die der Doktor verordnet hat. Sie sparen sich die Zeit für Hintergrundwissen und quälen sich nicht mit Für- und-Wider-Überlegungen, müssen nicht Englisch lernen und dicke Bücher lesen. Ist auch ein Algorithmus.

        1. Michael – danke,
          „Das maximale Risiko minimieren“
          finde ich eine sehr plausible Handlungsmaxime.
          Die Zielwerte sind ja selbst ein wanderndes Target , siehe z.B. die Verschiebung der „guten“ Werte bei Vit D, daher sind die Grenzen zw. Unter der Norm, gerade noch, und optimal ja auch in -heimlicher- Bewegung.
          Das bedeutet für mich eine Mix-Strategie, Bio -pflanzen, incl. GreenSmoothie, fleisch, incl. Leber, die üblichen Verdächtigen auffüllen, (Vit D, Magnesium, Vit C, Vit E, ) ein bisschen nach Laune und Stimmung, und ab und zu Blutwerte messen.
          Krebsscreening nach J. Coy.
          Insg. befreit mich dieser Blogbeitrag etwas von dem Stress 50 essentielle Werte / bzw. deren Reaktionsnetze zielstrebig in den Griff nehmen zu wollen.

          carpe diem

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