Magnesium für einen niedrigen Blutzucker-Spiegel

Magnesium kann den Blutzucker regulieren

Was ich so lustig finde: Zu jedem Mikronährstoff gibt es mittlerweile eine dazugehörige Sekte… äääh (Facebook-)Gruppe, die sich mit dem Stoff beschäftigt. Manchmal wissenschaftlicher (die Ausnahme, viele Grüße an Kyra), manchmal weniger wissenschaftlich (die Regel).

Jeder Stoff kann, so scheint es, alle möglichen Erkrankungen heilen. Zumindest glaubt man das, wenn man eine Zeit lang mitliest.

Ein Körnchen Wahrheit?

Magnesium: Banal, aber mit großer Wirkung

Es gibt einen Wissenschaftler namens Guerrero-Romero, der sich dem Magnesium-Thema verschrieben hat und der, na ja, doppeltblinde, placebokontrollierte Studien nur zu Magnesium publiziert. Und das sind bereits einige.

Also lese ich die Ergebnisse, gucke mir die Resultate an und denke mir:

Wow … Magnesiumchlorid, vermutlich nicht mal 5 € Kosten im Monat, hat einen derart gravierenden Einfluss auf die Stoffwechselgesundheit …

Okay, doch nun konkret zur Studie. Was hat er gemacht?

Man nehme Männer und Frauen, die an Prädiabetes (= ein bisschen zu viel Zucker im Blut) oder Magnesiummangel (Achtung! Unter 0,74 mmol/L) leiden und verabreiche ihnen 2,5 g Magnesiumchlorid pro Tag. (2,5 g Magnesiumchlorid sollte – lt. der Molmasse – 620 mg Magnesium, elementar, enthalten.)

Resultate:

  • Magnesium von 0,61 mmol/L auf 0,81 mmol/L angehoben.
  • Insulinresistenz fast halbiert (HOMA-Index von 4,6 auf 2,6).

(Vgl., 1)

Nun, wäre es nur eine Arbeit gewesen, hätte ich gesagt: Glaube ich nicht. Nur leider gibt es da noch viele weitere, die Ähnliches zeigen. 2 3 4

Also die Ergebnisse sind schon ein bisschen verrückt, die Größenordnung. Wir reden ja immer noch von einem banalen Mikronährstoff, nicht von einem Diabetes-Medikament.

Hier kriegen Menschen mit Magnesiummangel oder leichter Blutzucker-Dysregulation, Stoffwechselgesundheit ja fast schon nachgeschmissen, mit Magnesiumchlorid auch noch, die günstigste Version überhaupt – ohne auch nur einen Muskel dafür bewegt zu haben. Wie wäre es wohl in Verbindung mit passender Ernährung und Bewegung? Egal, die Wirkmechanismen dahinter sind sicher spannend. Ein solcher Mechanismus ist, dass Magnesium die komplette „Energieträger-Maschinerie“ der Zellen reguliert, inklusive der Anzahl der „Energieträger-Produzenten“, also Mitochondrien. Dazu hatte ich in unserem großen Magnesium-Guide bereits etwas geschrieben. Den könntest du jetzt noch einmal kurz lesen. Fakt ist: Die Arbeiten geben Hinweis darauf, dass Magnesium – in physiologischen Bereichen – vermutlich großen Einfluss auf den Glukose-Stoffwechsel hat. (Biochemiker kennen sich hier aus: Nahezu die Hälfte aller glykolytischen Enzyme sind Mg(2+)-abhängig, intrazellulärer Mg(2+)-Mangel stört die adäquate Verstoffwechselung von Glukose.)

Magnesium ist für mich ein tolles Beispiel dafür geworden, wie eine Beweisführung ablaufen sollte. Von molekularbiologischen Abläufen innerhalb der Zelle (Welche Enzyme werden reguliert?), über systemische Wirkungen, hin zu Tier- und letztendlich gut durchgeführten Human-Studien. Das Prinzip erklärte ich hier.

Daran lässt sich erkennen: Moderne Stoffwechsel-Analysen müssen versuchen, die Mikronährstoff-Versorgung mit einzubeziehen, auch, wenn die Möglichkeiten noch sehr limitiert sind. Denn wenn „banale“ Mikronährstoffe einen derart großen Einfluss haben auf die Stoffwechselsituation, reden wir nicht mehr von „Banalitäten“, sondern von großer Bedeutung im Gesundheits- und entsprechend Finanzsystem. Die Auswirkungen eines solchen Schmetterling-Schlages sollte jeder auf dem Schirm haben, auch, wenn einige noch immer nicht daran glauben, dass Stoffe wie Magnesium so einen Einfluss haben können.

(Zu den Magnesium-Formen: Trimagdicitrat eignet sich hervorragend, um schnell hohe Mag-Spikes im Blut zu generieren, die Aufnahme ist schnell und kann daher mehrfach täglich wiederholt werden. Anorganische Formen – Oxid, Chlorid etc. – wirken langsamer und nachhaltiger.)

Referenzen

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  1. Guerrero-Romero, F; Tamez-Perez, HE; González-González, G u. a. (2004): „Oral Magnesium supplementation improves insulin sensitivity in non-diabetic subjects with insulin resistance. A double-blind placebo-controlled randomized trial“. In: Diabetes & Metabolism. 30 (3), S. 253-258, DOI: 10.1016/s1262-3636(07)70116-7.
  2. Rodriguez-Moran, M.; Guerrero-Romero, F. (2003): „Oral Magnesium Supplementation Improves Insulin Sensitivity and Metabolic Control in Type 2 Diabetic Subjects: A randomized double-blind controlled trial“. In: Diabetes Care. 26 (4), S. 1147-1152, DOI: 10.2337/diacare.26.4.1147.
  3. Guerrero-Romero, F.; Simental-Mendía, L.E.; Hernández-Ronquillo, G. u. a. (2015): „Oral magnesium supplementation improves glycaemic status in subjects with prediabetes and hypomagnesaemia: A double-blind placebo-controlled randomized trial“. In: Diabetes & Metabolism. 41 (3), S. 202-207, DOI: 10.1016/j.diabet.2015.03.010.
  4. Guerrero-Romero, Fernando; Rodríguez-Morán, Martha (2011): „Magnesium improves the beta-cell function to compensate variation of insulin sensitivity: double-blind, randomized clinical trial“. In: European Journal of Clinical Investigation. 41 (4), S. 405-410, DOI: 10.1111/j.1365-2362.2010.02422.x.
  • Micha Berger

    Mal wieder Top Magnesium Beitrag. Danke! Geht auch Magnesiumchlorid Hexahydrat, MgCl2 . 6H2O (MG 203,3 g/mol)? Das gibt es in Pharma Quali schon ab 8 €/kg. Da ich kein Biochemiker bin, wieviel Gramm müsste man davon für 1 g elementares Mg nehmen?
    VG Scotty

    • edubilyde

      Danke dir.

      Sollte 11 % Anteil sein. Um auf 1 g elementar zu kommen, bräuchte man demnach rund 10 g Pulver.

  • Markus

    Eines sollte man hier vor allem noch beachten: Die genaue Grenze für einen Mangel bei Mg ist umstritten, ganz besonders wenn im Serum gemessen. Mangelsymptome treten bei manchen Empfindlichen auch noch bei 1,0 mmol/l auf, bei Unempfindlicheren wären dagegen sogar noch 0,75 mmol/l tolerabel. Ich würde daher Minimum 0,9 mmol/l empfehlen, testweise kann man auch einen höheren Spiegel anstreben. Diese Unterschiede hören sich zwar nicht dramatisch an sie sind es aber. Nimmt man deutlich mehr Mg zu sich als benötigt so wird es ausgeschieden, aber Achtung: es werden dabei von den Nieren auch weitere Elektrolyte dazu ausgeschwemmt. Also nicht dass dann Magneisum passt, aber Kalium und Natrium relativ dazu fehlen…Lesetipp: http://www.magnesiumhilfe.de/

    • edubilyde

      Wertvoller Input, wie immer, danke dir.

    • Chris

      Topp! Und wieder einmal mehr ein Beleg dafür, dass man selbst bei so nebenwirkungsarmen Stoffen wie Mg eben nicht überdosieren sollte. Die in den Studien verwendeten 600mg werden ja nur deshalb verwendet, um statistisch die Effekte groß zu machen. Das ist das typische Vorgehen in Studien /= sinnvolle Dosierung langfristig.

  • Giuseppe Gorgonzola

    Hi Chris,
    habe eine Frage zu dem Trimagdicitrat was ich selbst nehme. Bedeutet das ich nur ein kurzen hohen Spiegel damit erreiche aber nicht dauerhaft einen konstant hohen Magnesiumspiegel erhalten kann?

    Toller Artikel. Danke!

    LG
    Giuseppe

    • edubilyde

      Hi Giuseppe,

      vielen Dank für deine Frage.

      Doch, mit Trimag kann man gute Wert halten. Meine Erfahrung ist allerdings, dass anorganische Formen auch ihre Daseinsberechtigung haben und in manchen Situationen sogar vorteilhafter sind.

      Ein Mix aus verschiedenen Formen sollte, ähnlich wie das bei versch. Proteinquellen der Fall ist, vorteilhafter sein. So jedenfalls meine aktuelle Theorie, nachdem ich neuerdings viel rumprobiert habe.

      LG, Chris

      • Giuseppe Gorgonzola

        Danke für die Antwort!

      • Chris

        Das meiste als „Mg-Citrat“ verkaufte ist ja verwirrenderweise in Wirklichkeit Trimagdicitrat (3:2). https://en.wikipedia.org/wiki/Magnesium_citrate_%283:2%29 . Da es alkalischer, weniger wasserlöslich, dafür 40% mehr elementares Mg hat als Mg-Citrat (1:1) https://en.wikipedia.org/wiki/Magnesium_citrate – siehst du da Vorteile für das ein oder andere? Klar, Leute mit verschiedenen Typen von Nierensteinen werden eher das alkalischere oder saurere bevorzugen (oder ist das quantitativ bei den Mengen sowieso egal?), aber sonst? Praktische Relevanzunterschiede?

  • Son Goku

    Ich habe irgendwo aufgeschnappt – weiß leider nicht mehr wo – dass es
    eine relativ neuere Studie zu Magnesium und den unterschiedlichen Formen
    gibt und überraschender Weise gerade das bisher als minderwertig
    angesehene Magnesiumoxid, dass auch in anderen Studien immer schlechter
    im Vergleich zu anderen Formen abgeschnitten hat, auf einmal bei dieser
    Studie am besten abgeschnitten hat. Weißt du Chris vielleicht um welche
    Studie es handelt und kannst du dazu was sagen?

    • edubilyde
      • Son Goku

        Danke für den Link. Das geht in eine ähnliche Richtung.
        Habs aber wo anders aufgeschnappt. Es war diese Studie hier von 2012: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22433473

        • edubilyde

          Hey, vielen Dank dafür.

          Was ich allerdings etwas seltsam finde:

          „… received either magnesium oxide monohydrate tablets (520 mg/day of elemental magnesium) or magnesium citrate tablets (295.8 mg/day of elemental magnesium) for one month (phase 1) …“

          520 mg elementares Mag via Oxid vs. 256 mg elementares Mag via Citrat.

          Da frage ich mich natürlich: Wieso dieses Design? Wieso nicht gleiche Mengen?

          Dann wäre der Unterschied sicher nicht derart signifikant gewesen, bei Oxid wurde ja die doppelte Menge Mag verabreicht.

          LG, Chris

          • Son Goku

            Ja, das ist mir auch aufgefallen (520mg oxid vs 296mg citrat). Man kann die Studie (12 Seiten) kostenlos als pdf herunterladen: http://www.jle.com/download/mrh-292422-comparison_of_magnesium_status_using_x_ray_dispersion_analysis_following_magnesium_oxide_and_magnesium_citrate_treatment_of_healthy_s–VxtaLX8AAQEAAGL2obkAAAAN-a.pdf

            Da ist mir aufgefallen, dass sie 2 Magnesiumprodukte gegenüberstellen:

            – Magnox 520TM (magnesium oxide monohydrate,
            520 mg/day of elemental magnesium) von Naveh
            Pharma, Israel

            – Magnesium Diasporal (magnesium citrate, 295.8 mg/day of elemental
            magnesium) von Protina GMBH, Ismaning, Germany

            Interessanterweise gibt es aber Diasporal auch in einer 400mg Version (siehe http://www.diasporal.de/). Das wäre doch eher noch vergleichbar gewesen, was das elementare Magnesium angeht. Aber ich weiß nicht ob es die Version bereits 2012 gab. Oder vielleicht ist die 300mg Version gängiger.

            Hat Naveh Pharma die Studie „veranlasst“?!

            Interessant hierfür ist auch der Text auf der Homepage von Naveh Pharma: http://www.navehpharma.com/products_magnox.php


            Magnesium can only be absorbed by the
            cells as a free ion (Mg++).

            Naveh Pharma scientists are investing magnesium mineral more than 20 years. In 2012
            we have found that organic magnesium salts form complexes of magnesium, which
            cannot be absorbed into the cells and are therefore ineffective at combating magnesium
            deficiency. Most available magnesium supplements are composed of organic magnesium
            salts such as lactate, citrate, or aspartate.

            These findings have been backed by a recent clinical trial conducted by Schechter et. al
            compared the intracellular absorption of Naveh Pharma’s patented Magnox to Magnesium
            Citrate. The findings revolutionize the understanding of magnesium absorption and places
            Magnox as Superior magnesium supplement compared to most available preparation.

            Die Aussage ist quasi dass bisherige Studien nie die Zellen auf Magnesium untersucht haben, sondern nur das Blut und Urin. Alle anorganischen Magnesium Formen wären so gut wie unbrauchbar. Zitat: „organic magnesium salts form complexes of magnesium, which
            cannot be absorbed into the cells and are therefore ineffective at combating magnesium
            deficiency“

            Dann gibt es auf der Naveh Pharma Seite noch folgende interessante pdf http://www.navehpharma.com/download/why_magnox.pdf die das noch ins Detail führt, andere Studien disqualifiziert und die Studie von Shechter et. al. von 2012 darin als Beleg heranzieht, dass deren Produkt das Non-Plus Ultra ist.

            Dann noch was den Vergleich der Dosen angeht:

            „The weight of the magnesium in Magnesium Oxide Monohydrate is 42% (see Figure-1), whereas in organic magnesium formulations it is 16% (for citrate) or less for other compounds.“

            Bei Diasporal: Magnesiumcitrat 1856,6 mg machen einen elem. Magnesium-Gehalt von 300 mg
            Bei Magnox520: Magnesiumoxid 1238 mg machein einen elem. Magnesium-Gehalt von 520 mg.

            Vom Rohstoff her gesehen war also Diasporal/Magnesiumcitrat sogar höher dosiert. Aber ich weiß nicht ob der Vergleich so gerechtfertigt ist.

            Jedenfalls meinen die halt auch:
            „The content of one molecule of Magnox contains 60% elemental magnesium. That fact enable to provide 520mg of elemental magnesium in one dose whereas, most available preparations, Cardio-vascular patients that must take many tablets a day prefer one daily thus, Magnox presents a much better compliance.“

            Wahrscheinlich wollten sie also 1 Tablette vs 1 Tablette testen. Und nicht x Magnesiumcitrat Tabletten vs 1 einzige Magnesiumoxid Tablette.

            Der Argumentation in der pdf von Naveh Pharma nach macht jedoch die Dosierung bei organischem Magnesium eh keinen Unterschied. Sie sagen, dass organisches Magnesium zwar wie bereits in anderen Studien durch Messungen in Blut (und Urin) in den Blutkreislauf aufgenommen wird, jedoch nicht in die Zellen gelangt (erstmal in der Studie von Shechter 2012 untersucht). Somit auch wenn die Dosierung vom organischen Magnesium in der Studie (Shechter 2012) höher gewesen wäre, wäre das Magnesium nicht in die Zellen gelangt, wie es bei dem Magnesiumoxid der Fall ist, weil, ich zitiere es nochmal:
            „organic magnesium salts form complexes of magnesium, which cannot be absorbed into the cells and are therefore ineffective at combating magnesium deficiency.“

            Das war jetzt ein etwas wirres Brainstorming von mir 🙂 Würde mich interessieren wie du das siehst 🙂

          • edubilyde

            Also ich sag mal so …

            Erstens: In meinen Augen vergleicht man Äpfel mit Birnen, wenn man unterschiedliche Magnesium-Mengen nutzt. Wir untersuchen nicht die Kinetik des Gesamtrohstoffes, sondern die Wirkung des elementaren Magnesiums einer Verbindung. Die Autoren hätten auch einfach die Hälfte der MagOx-Verbindung nehmen können.

            Zweitens: Auch die Mag-Citrat-Gruppe steigerte ihren Mg-intrazellulär-Wert, wenn auch nicht so stark. Dennoch ist die Aussage, dass organische Verbindungen „Komplexe bilden und nicht von Zellen aufgenommen werden können“ sehr schwammig, der genaue Mechanismus keineswegs geklärt und es gibt auch keine Referenzen. Welche Komplexe sollen das sein? Wo soll das stattfinden? Im Blut? Vor der Zellen? In der Membran? Im Darm? In den Enterozyten … oder wo? Magnesium erreicht das Blut ohnehin als Ion, da es nicht kovalent an Citrat gebunden ist, sondern bestenfalls ionisch wechselwirkt.

            Insgesamt also muss noch ein bisschen mehr bewiesen werden. Diese eine Studie reicht da sicher keineswegs aus.

            Beste Grüße!

  • Tanja Elisa

    Warum dieser bissige wie überflüssige Seitenhieb bezüglich der Wissenschaftlichkeit Chris?

    Das hast du zum einen gar nicht nötig und zum anderen schreibst du hier selbst über viele Dinge, die schon sehr lange bekannt sind, aber erst jetzt „anerkannt“ werden von der (leider beschissen korrupten) Chemie-/Pharmaindustrie, weil sie jetzt angeblich erst „wissenschaftlich“ nachweisbar sind.

    Ich glaube viel eher, dass erst und NUR dann eine „Anerkennung“ stattfindet, wenn von diesen Institutionen künftig ein fetter Markt gewittert wird, ansonsten wehren die Lobbyisten wirklich alles ab, egal wie überzeugend Studien und Beobachtungen sein mögen, immer mit dem Hinweis auf die gepriesene Wissenschaft.

    Aber zurück zum Magnesium, denn seine segensreiche und überaus potente Wirkung wurde schon vor mindestens über 30 Jahren entdeckt. Schon 1985 gab es die Übersetzung eines Artikels des Paters Benno-Josef Schorr – Physik-, Chemie- und Biologielehrer in Brasilien.

    Dort wird zwar nicht über Insulinresistenz und molekularbiologische Abläufe gesprochen, doch eine mögliche systemische Wirkung von Magnesium ist hier eindrucksvoll beschrieben.

    Der Pater schildert, wie er – quasi ein Krüppel durch eine als unheilbar diagnostizierte Verknorpelung der Wirbelsäule – durch die Einnahme von Magnesium-Chlorid wieder gesund wurde.

    Die „Wissenschaftler“ die dies wussten (oder entdeckt haben) waren halt nur ein paar popelige Jesuiten. Die konnten zwar gut Verläufe von Krankheiten und Gaben von (wissenschaftlich natürlich nicht anerkannten) Heilmitteln beobachten und daraufhin gewisse Schlüsse ziehen, verfügten aber leider über keines der so gut und teuer ausgestatteten Labore, ohne die keine einzige von Jahrtausende alten Beobachtungen mehr anerkannt werden.

    Mich macht das wütend, dass mit dem Hinweis auf die sogenannte Wissenschaftlichkeit, ständig uraltes Wissen mit einem Handstreich hinweggewischt wird.

    Du schreibst zum Teil so geil mit unverstelltem Blick und eben gerade so wunderbar jenseits der etablierten Industrienahen Behauptungen, dass ich innerlich juble beim Lesen, weil ich sehr vieles schon von der TCM kenne und mir dann denke „Wie cool, jetzt wird langsam aber sicher u.a. vom Chris das bewiesen, was Menschen seit Urzeiten schon wissen“.

    Genau deshalb kann ich deinen argen Schwenk in diese superwissenschaftliche Richtung absolut nicht verstehen.

    Ich mag es übrigens schon auch gerne, wenn bestimmte Sachverhalte nachvollziehbar und wiederholbar dargestellt werden können. Aber den designten Studien, deren Ergebnis von vorne herein vorgegeben werden, traue ich keinen Millimeter, so lange sie von der Pharmaindustrie finanziert sind. Und es gibt bisher KEINE(!) einzige klinische Studie, die NICHT von der Pharma gelenkt ist.

    Wenn eine Firma, die Mikronährstoffkonzentrate verkauft eine Studie durchführt, ist sofort das Geschrei riesig, dass diese ja schon wegen monetärer Interessen nicht korrekt sein könne und dass das nicht wissenschaftlich genug sei, sogar wenn es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie in vitro handelt.

    Wenn aber die Pharmariesen so ne Studie machen, DAS ist dann ohne monetären Hintergrund?

    Solange Wissenschaftlich = Klinisch = Pharma bedeutet, sind deren Arbeiten kaum einen Pfifferling wert, jedenfalls nicht für unsere Gesundheit.

    Sorry für den Roman, ursprünglich wollte ich nur einen Satz und die Quelle zu diesem (wirklich gänzlich unwissenschaftlichen) Artikel von dem Pater hier hin schreiben:

    http://www.naturpur24.de/pdf/Verwendung_Magnesiumchlorid_von_Pater_Benno-Josef_Schorr.pdf

    • edubilyde

      Der Seitenhieb ganz einfach deshalb, weil sich diese ganze Szene massivst verrennt und – 1:1 wie ich es schreibe – viele Menschen in jedem x-beliebigen Stoff ihr neues Heilmittel finden wollen, wo Substanzen hochstilisiert werden zu Wundermitteln, wo sich auf eine isolierte Substanz in Hochdosen konzentriert wird, ohne jeglichen systemischen Zusammenhang, wo jeder Laie glaubt, er könne auch nur in irgendeiner Weise nachvollziehen, wie komplex das Ganze eigentlich ist.

      Das andere Extrem ist auch nicht richtig. Und da bin ich voll bei dir: Wissenschaftler glauben selbst oft, sie seien etwas ganz Besonderes, leben oft auch „woanders“, arbeiten in Wahrheit für den Teufel und wollen selbst nur Macht, Ruhm, Anerkennung und Geld.

      Aber darum geht es mir nicht. Mit Wissenschaftlichkeit meine ich das präzise Know-how und eine ordentliche Beweisführung, durchgeführt von geschulten Geistern. Heute verläuft sich alles in Extreme. Auf der einen Seite hat man den Eindruck, dass eine wissenschaftliche Ausbildung (wie andere Ausbildungen) einen Dreck wert ist, gleichzeitig glauben einige Vertreter (der Seitenhieb), dass sie Dinge verstehen, die sie überhaupt nicht verstehen – und das (deshalb der Seitenhieb) ist GEFÄHRLICH!

      Daher gibt’s diese Seitenhiebe von mir, weil ich sehe, wie gefährlich dieses Treiben hier im Internet ist. Internet ist eine potente Waffe, ein Tool – und leider muss ich beobachten, dass es vielen nicht klar ist, sie nicht adäquat mit dieser Macht umgehen können.

      Und hier muss ich dich auch enttäuschen Tanja: Der Pater berichtet, schreibt – meinetwegen – seine Erfahrungen nieder. Das ist aber wenig wert, wenn man dieses ganze Geschreibsel nicht in einen Kontext setzen kann. Dafür braucht es Wissenschaft. Wissenschaft braucht es auch, um Erfahrungen zu replizieren, sie zu ergründen.

      Zu guter Letzt arbeite ich noch immer an meiner akademischen Laufbahn und ein bisschen Seriosität („Wissenschaftlichkeit“) ist da sehr wichtig, sonst ist es vorbei, bevor es angefangen hat.

      • Dina

        Als Laie verstehe ich die ganzen wissenschaftlichen Zusammenhänge aber nicht und bin von der Komplexität des Ganzen erschlagen (ein Biochemiestudium dauert mindestens vier Jahre, da kann ich, wenn ich das nicht studiert habe, einfach nicht mithalten). Einen Arzt, der sich auskennt, finde ich nicht (weil es sie schlicht fast nicht gibt), und auch sonst kann man sich bei komplexen Problemen an niemanden wenden. Wenn es mir nun aber schlecht geht und ich weiss, dass mein Körper ein Problem hat, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mich mit meinem laienhaften Verständnis an die Lösung dieses Problems heranzuwagen und halt selbst zu probieren, was ich so finde. Insofern bleibt mir dann nicht viel anderes, als im Internet zu suchen und mein eigenes Versuchskaninchen zu sein. Ich bin Juristin und sollte daher logisch denken können. Dennoch überfordert mich die unglaubliche Komplexität der Abläufe in meinem Körper und ich habe kein Chance, den Einfluss, den alles gegenseitig aufeinander hat, nachvollziehen zu können. Ich verstehe Deine Kritik an uns Laien, denn wo man selbst den Durchblick hat, kann man oft nicht verstehen, wie sich jemand anderes so dumm anstellen kann. Du solltest aber auch uns verstehen, die wir keine Ahnung (oder nur sehr ärmliche) von Chemie, Biochemie oder all den komplexen Abläufen in unserem Köper haben, aber dennoch leiden und eine Lösung suchen. Ihr habt hier kürzlich eine harsche Kritik an diesem Vorgehen geäussert und dazu aufgerufen, dass jeder sich das erforderliche Wissen aneignen solle bzw. müsse. Wer aber jeden Tag 9 Stunden arbeitet, am Abend noch einen Haushalt zu führen und eine Familie zu betreuen hat und dabei noch versucht, regelmässig Sport zu machen, dem bleibt einfach nicht die Zeit (und, ganz ehrlich, auch nicht die Energie), sich ein Wissen anzueignen, das mit dem Deinen als Absolvent eines entsprechenden Studienganges auch nur annähernd vergleichbar wäre. Mir das vorzuwerfen ist nicht fair und – ganz wichtig – hilft mir nicht weiter. Ich wäre vielmehr auf Tips angewiesen, wie ich selbst als Laie ohne wirklichen Durchblick etwas verbessern kann, oder noch viel besser, auf eine umfassende Beratung von jemanden, der die Zusammenhänge wirklich versteht (damit ich mich nicht auf Facebook tummeln muss …).

        • edubilyde

          Dina,

          ich kann dich voll und ganz verstehen!

          Es geht ja auch nicht darum, dass „ein Laie“ sich nichts trauen, nicht rumprobieren soll.

          Es geht eher um den vernünftigen, rationalen Umgang damit. Wenn man sich die Inhalte einiger Gruppe anschaut, muss man einfach feststellen, dass oft das Verständnis für die großen Zusammenhänge fehlt, grundlegende biologische Konzepte werden ignoriert und in jeden Stoff werden Sachverhalte interpretiert, die so nicht stimmen. Dann fließen z. T. esoteriknahe Ideen mit hinein (z. B.: „Stoff XY hilft bei der Entgiftung“ – Wie? Wo findet die Entgiftung statt? Wie ist der Stoff tatsächlich involviert?) und so weiter.

          Ich denke, auch ein Laie darf ein Gespür dafür haben, wie vernünftig gewisse Konzepte sind. Darüber hinaus sollte auch einem Laien klar sein, dass „der eine Stoff in Hochdosen“ nicht alle Probleme lösen und, wenn in Hochdosen, auch noch selbst Probleme generieren kann.

          LG, Chris