Wie du dich vor einem Schlaganfall schützen kannst

Wie du dich vor einem Schlaganfall schützen kannst

Hast du dich schon immer gefragt, wie ein Schlaganfall entsteht?

Soeben daran verstorben: Roger Cicero.

Im Grunde genommen gibt es darüber nicht viel zu schreiben. Ich tue es aber trotzdem, da wir E-Mails erhalten haben, mit der Bitte, dieses Thema kurz aufzuarbeiten.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, wie ein Schlaganfall („Hirnschlag“) entstehen kann:

1. Durch ein Blutgerinnsel (ischämisch, große Mehrheit der Fälle)

Wir hier im „Westen“ sind dafür bekannt, verstopfte Gefäße zu entwickeln. Hierbei lagert sich ein Cholesterin-Fett-Calcium-Gemisch in die Arterienwände ein (Arteriosklerose) und wächst zunehmend in den Hohlraum der Arterie, der auch Lumen genannt wird. Dadurch verengt sich dieser Hohlraum und immer weniger Blut kann pro Zeiteinheit durch diese Stellen fließen. Gefährlich wird es, wenn sich an diesen Stellen ein Blutpfropf bildet, der sich löst und im Körper zirkuliert. Gelangt dieser Pfropf in sehr enge Gefäße, wie zum Beispiel Kapillare im Gehirn oder im Herzmuskel, bleibt er dort hängen und verhindert den Blutfluss. Das durch diese Blutbahn eigentlich versorgte Gewebe, das hinter diesem Verschluss liegt, erleidet schwere Schäden bzw. stirbt ganz ab.

Passiert das im Gehirn, heißt es Schlaganfall. Passiert es beim Herz, heißt es Herzinfarkt.

Natürlich kann das Cholesterin-Fett-Calcium-Gemisch die Arterien auch so verstopfen, dass – häufig mit zusätzlicher Gefäßverkrampfung – die Zellen dahinter mangelversorgt sind. Das zeigt sich, zumindest am Herz, sehr häufig durch Angina pectoris.

Grundsätzlich kann allerdings alles, was Blutgerinnsel hervorruft, auch zu einem Infarkt führen: Gestörte Blutgerinnung oder Thrombosen.

2. Durch einen „Riss“ (hämorrhagisch, Minderheit)

Blutgefäße können natürlich auch kaputt gehen. Das kann beispielsweise an Schwachstellen passieren, die man Aneurysmen nennt. An diesen Arterien-Stellen zeigen sich Anomalien, wie zum Beispiel sackförmige Ausstülpungen. An diesen Stellen kann Blut austreten, was das umliegende Gewebe zerstört.

Diese Art des Schlaganfalls findet sich häufig(er) bei mechanischer Belastung, zum Beispiel Bluthochdruck oder (Auto-)Unfällen. Michael Schumacher ist hier sicher ein bekanntes Beispiel, der Hirnblutungen nach einem Skiunfall entwickelte.

Die große Frage, die sich unsere Leser stellen: Wie kann man dem vorbeugen? Die Angst treibt.

  • kein Cholesterin-Fett-Gemisch in den Arterien

Ist logisch, oder? Gesunde Gefäße schützen sich selbst.

– Cholesterin unter 150 mg/dl schützt massiv

– Wenn das nicht geht, HDL weit über 60 (siehe Handbuch)

– Ausreichendes eNOS/NO-Signaling: NO ist die vasoprotektive (Gefäß-schützende) Substanz überhaupt. Deshalb gibt es dazu einen ausführlichen Guide. Übrigens findet man dort auch eine Grafik, die aufzeigt, wie gravierend dieses Gas vor dem Cholesterin-Fett-Calcium-Gemisch schützt

– Schutz vor oxStress: Freie Radikale oxidieren LDL-Cholesterin – erst dann, wird Cholesterin richtig gefährlich – dafür gibt es beispielsweise Taurin* oder eine Kost, die reich ist an pflanzlichen Sekundärstoffen

* Taurin wirkt ebenfalls stark vasoprotektiv, weil es unter anderem selbst antioxidativ wirkt und die Glutathion-Werte stabilisiert. Taurin wirkt hemmend auf das ZNS, was auch die Arterien entspannt, die werden als Folge weiter, was den Blutfluss verbessert. Taurin wirkt zytoprotektiv, auch auf Endothelzellen, die wiederum die Gefäße instand halten. Taurin moduliert die Bildung der Lipoproteine (Cholesterin-Transporter), was ebenfalls Gefäß-schützend wirkt.

– Hemmung von Entzündungen: Arteriosklerose ist eine entzündliche Erkrankung der Arterien, darum sollte man die Entzündung dämpfen. Auch hier spielen Nahrungsmittel wieder eine große Rolle, vor allem eine Kost, die auf Pflanzen basiert (Gemüse und Co.), aber auch ausreichende Konzentrationen an Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA), die den entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren entgegenwirken. Auch Zink, Mangan und das bereits erwähnte Taurin wirken antientzündlich. Substanzen, die Schwefel enthalten (in Gemüsen, Methylsulfonylmethan oder Cystein), wirken antientzündlich.

– Ordentliche Fließeigenschaften des Blutes: Das Blut sollte nicht zu viskos (dickflüssig) sein – ein adäquater Omega-3-Anteil in Erythrozyten hält die Verformbarkeit ebendieser instand. Auch Entzündungen spielen hier wieder eine große Rolle. Die Blutgerinnung sollte normal funktionieren, weswegen auch auf ausreichende Vitamin-K-Versorgung geachtet werden muss. Das vorhin erwähnte eNOS/NO-Gas schützt nicht nur die Gefäße, sondern wirkt auch gegen Verklumpungen des Blutes.

– Kein Calcium in den Arterien: Über Jahre hinweg reichert sich Calcium in den Gefäßwänden an. Dort gehört es allerdings nicht hin. Calcium muss gebunden und z. B. in den Knochen transportiert werden. Dafür müssen bestimmte Proteine angeschaltet („carboxyliert“) werden. Und das ist Vitamin-K-abhängig. Die nahezu vollständige Aktivierung der Proteine erreichst du mit ca. 1000 mcg Vitamin K1 oder 200-400 mcg Vitamin K2/MK7 pro Tag. (VORSICHT: Patienten, die Gerinnungshemmer nutzen, sollten das vorher unbedingt mit dem Arzt abklären.)

  • Gegen Blutaustritt

… kannst du leider nicht so viel tun. Du solltest mechanischen Stress vermeiden, also keinen Bluthochdruck aufweisen und kein Boxer werden.

Blutungen beobachtete man vor allem bei Skorbut (Vitamin-C-Mangel), da Vitamin C essentiell dafür ist, gesundes Kollagen zu bilden. Kollagen macht auch Arterien sehr stabil. Blut tritt dann aus, wenn Kollagen nicht gut gebildet wird. Wir empfehlen schon seit Monaten, auf eine ausreichende Kollagen-Synthese zu achten, z. B. durch Vitamin-C-reiche Kost, aber in erster Linie auch durch ein Kollagen-Hydrolysat-Produkt, das die dafür wichtigen Aminosäuren (Glycin, Prolin, Hydroxyprolin) direkt zur Verfügung stellt.

Der Lifestyle kann entscheidend sein

Nun habe ich gelesen, wie immer übrigens, dass Roger Cicero sehr gesund lebte. Ein Freifahrtschein für alle, die schon immer gewusst haben, dass ein gesunder Lebensstil eben nicht schützt. Das ist natürlich Blödsinn … Da denke ich gleich an Jack Lalanne …

Nein: Ich habe hier ganz bewusst nicht das übliche Geschwätz formuliert wie: Treibe Sport, iss gesund, entspann dich …

Biochemie kann schon sehr helfen. Allerdings sollte man sich früh damit befassen.

Hätten wir nicht bereits genau aus diesen Gründen Produkte mit den oben genannten Inhaltsstoffe, wir würden sie schnellstens entwickeln.

Bildquelle

 „Roger Cicero“ von Julia R, lizensiert unter CC BY 2.0

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Is ja interessant! Wie spielen denn Stress mit erhöhtem Cortisol/Adrenalin, verursacht durch Angststörungen und Herzinfarkt zusammen? Treffen da die oben genannten Gründe auch zu oder gibts da noch weitere Zusammenhänge?

    Ein Artikel, der die Auswirkungen psychischer Erkrankungen oder extremen Stresses auf die Biochemie erklärt, wäre auch sehr interessant. Gestresst scheint ja heute irgendwie jeder zu sein, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen.

    Immer aufm Sprung sozusagen. Ich leider auch. 😀

    Weiter so! 🙂

  2. Wenn das alles nur so einfach wäre… das LDL in meinem Körper weigert sich standhaft, unter 150mg/dl zu gehen. Und ob die angegebenen Zahlen für Vitamin K immer so ausreichen? Ich habe 14 Monate lang täglich eine Super-K von der LEF genommen. Mein Kalkwachstum in den Adern hat das nicht gestört…. erst mit großen Dosen K2 MK4 konnte ich die Entwicklung stoppen. Dieser Artikel im LEF-Magazin hat mir dabei geholfen: http://www.lifeextension.com/Magazine/2015/7/Turning-To-Stone/Page-01

    1. Hi Wolfgang,

      ich meine auch nicht LDL unter 150, sondern Cholesterin gesamt 🙂

      Meines Erachtens hat K2-MK4 keine besondere Wirkung gegenüber den anderen, zumindest nicht mit Blick auf die Arterien. Höhere Dosen MK7 oder K1 hätten sicher gleichermaßen geholfen. Aber egal: Hauptsache, dir hat etwas geholfen.

      MK4 hat den Nachteil, dass es kaum im Plasma erscheint und anscheinend eher in Geweben landet.

      Im Artikel schreibe ich: Man muss früh genug damit beginnen. Ich denke, wenn alles schon da ist, braucht es z. T. vielleicht andere, härtere Maßnahmen.

      Zu deinem Cholesterin: Hast du mal versucht Cholesterin-frei zu leben? Es gibt ein paar nette Studie, die aufzeigen, dass einige Individuen direkt auf die Cholesterinzufuhr reagieren, so, dass 500 mg Cholesterin am Tag den Unterschied machen kann zwischen Blut-Cholesterin > 200 und 150. Tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass man den Cholesterin-Wert nach Belieben steigern und senken kann durch Hinzufügen oder Wegnehmen von Nahrungscholesterin. Das solltest du auch auf jeden Fall mal im Auge behalten.

      Beste Grüße und weiterhin alles Gute!

      1. Heidelbeeren enthaltenen Anthocyane. Diese sorgen dafür, dass der Körper Cholesterin vermehrt über den Darm ausscheiden kann. Ausserdem reduzieren sie die Aktivität verschiedener Gene, die mit einem erhöhten Cholesterinspiegel in Verbindung gebracht werden.
        Walnussöl beeinflusst ebenso den Cholesterinspiegel positiv. Es lässt den HDL-Spiegel steigen und der LDL-Spiegel sinkt. Kohlehydrate stark reduzieren – ebenfalls. Auf einen vernünftigen Vitamin-D-Spiegel achten! Und pro Tag eine Avocado – guten Appetit 🙂

        1. Hey Irmtraut,

          vielen Dank für deine Tipps.

          Wolfgang und ich kennen uns, deshalb weiß ich auch, dass er schon sehr, sehr viel probiert hat.

          Deine Tipps sicher auch.

          🙂

          Herzlich,
          CM

          1. Danke für die vielen Tipps zum Cholesterin. Inzwischen habe ich mein Cholesterin schon genau so viel reduziert, wie man normalerweise mit einem Statin schafft (nur ohne). Allerdings bin ich mit sehr hohen Werten gestartet, so dass es immer noch zu viel ist.

            Angesichts der Tatsache, dass der Kalk jetzt für mich das größte Problem ist, habe ich mich darauf konzentriert und bekämpfe schädlichen Wirkungen des Cholesterins erst einmal mit anderen NEMs (z.B. Reduktion mit Q10, Serrapeptase gegen Narbenbildung usw). Reduktion des Kalks durch sehr wenig Cholesterin scheint zwar möglich zu sein, aber nur im geringem Umfang.

            LG
            Wolfgang

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