Kleinere Tumore und gesündere Gefäße? Neues aus der Wissenschaft

Tumor Sport Eisen

Heute haben wir wieder zwei hübsche Studien in petto, deren Ergebnisse wir euch gerne zusammengefasst wiedergeben wollen.

Sport killt Tumorzellen

Hast du dich schon gefragt, inwieweit und ob Sport tatsächlich das Krebsrisiko beeinflussen kann?

Gerade wurde eine Studie im renommierten Cell Metabolism Journal veröffentlicht, die uns diese Fragen eventuell beantworten kann.

Dort wurde nämlich gezeigt, dass Sport-treibende Tierchen bis zu 60 % kleinere Tumore haben und, glücklich wie sie waren, weniger Metastasen.

Die Forscher sagen uns auch, warum das passiert: Sport erhöht die Ausschüttung von Adrenalin und IL-6 (Interleukin 6). Adrenalin sorgt dann für die Mobilisierung von sogenannten NK-Zellen („Natürliche Killerzellen“). IL-6 hilft dabei, die NK-Zellen in Richtung Tumor zu schießen. Bemerkenswert dabei ist, dass Adrenalin – auch völlig ohne Sport – ähnliche Effekte hat und das Tumorwachstum gravierend verlangsamt.

Nun, das zeigt ein paar wunderschöne Aspekte auf. Zum einen, dass Adrenalin, in Maßen „genossen“, doch nicht so böse ist (was zu erwarten war), stattdessen dabei hilft, das Immunsystem scharf zu machen. Zum anderen zeigt es uns, welche Immunzellen eine ganz zentrale Rolle spielen. Hier nämlich gezeigt: Natürliche Killerzellen. Um die könnte man sich entsprechend kümmern – da gibt es nämlich sehr sicher noch viele weitere Interventionen.

Was wir auch nicht vergessen dürfen: IL-6, die Sport-induzierte „Wunderspritze“, spielt bei chronischen Entzündungen eine tragende Rolle, aber in Maßen – wie bei Adrenalin – scheint IL-6 sehr viele positive Effekte zu vermitteln.

Pedersen, Line; Idorn, Manja; Olofsson, Gitte H. u. a. (2016): „Voluntary Running Suppresses Tumor Growth through Epinephrine- and IL-6-Dependent NK Cell Mobilization and Redistribution“. In: Cell Metabolism., DOI: 10.1016/j.cmet.2016.01.011.

Eisen sollten wir im Blick behalten

Über Eisen haben wir in letzter Zeit des Öfteren geschrieben. Meistens eher gegen, als für Eisen. (Wohlgemerkt: Es gibt auch viele Artikel von uns, die positiv über Eisen berichten.)

Vor einigen Tagen erschien ein Artikel bei ScienceDaily: Dort wurde berichtet, dass Wissenschaftler getestet haben, wie gewisse Eisen-Mengen (etwa äquivalent zu dem, was man erreicht, wenn man herkömmliche Eisen-Präparate schluckt) auf Endothelzellen wirken.

Endothelzellen stellen die Innenauskleidung unserer Arterien dar. Sie sind enorm wichtig, u. a. um ausreichend eNOS/NO zu produzieren, das gefäßschützend wirkt. Warum ist das wichtig? Weil keiner von uns Arteriosklerose und einen Herzinfarkt erleben möchte – oder? (Über dieses Oder solltest du vielleicht nachdenken. Denn ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich im Unterbewusstsein abgespeichert ist. Denn das wird wahr.)

Nun, die Forscher konnten zeigen, dass schon geringe Eisen-Mengen ausreichen (siehe oben), um Endothelzellen in-vitro (also nicht im Körper) zu schädigen.

Jetzt werden sicher einige denken: Immer diese Reagenzglas-Studien … Das stimmt. Aber ich würde nicht darüber berichten, gäbe es nicht anderen in-vivo-Studien, die zeigen, dass Eisen die Arteriosklerose-Entstehung beschleunigt und umgekehrt, die Eisen-Reduktion dazu führt, das Gefäße länger gesund bleiben.

Einmal mehr könnte dabei die Fenton-Reaktion eine Rolle spielen. Aber das ist gerade Spekulation meinerseits.

Inês G. Mollet, Dilipkumar Patel, Fatima S. Govani, Adam Giess, Koralia Paschalaki, Manikandan Periyasamy, Elaine C. Lidington, Justin C. Mason, Michael D. Jones, Laurence Game, Simak Ali, Claire L. Shovlin. Low Dose Iron Treatments Induce a DNA Damage Response in Human Endothelial Cells within Minutes. PLOS ONE, 2016; 11 (2): e0147990 DOI: 10.1371/journal.pone.0147990

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