Der Grund, warum du deine Ziele nicht erreichst

Vor allem im Hinblick auf Gesundheit, Ernährung und (sportliche) Leistungsfähigkeit sehe ich sehr häufig ein grundlegendes Missverständnis:

  • Für langfristige Gesundheit, so glauben wir, müssen wir immer noch mehr Pillen schlucken.
  • Für eine gute Ernährung, so glauben wir, müssen wir immer noch mehr auf den Kopf stellen, immer noch bessere Konzepte für uns entdecken.
  • Für sportlichen Fortschritt, so glauben wir, müssen wir immer noch härter trainieren, immer noch mehr machen.
  • Für eine breitere Wissensbasis, so glauben wir, müssen wir immer noch mehr lernen, noch mehr Bücher kaufen.

So funktioniert die menschliche Physiologie allerdings nicht.

Jeden Tag 10 Stunden auf den Ergometer

Wenn es darum geht, Fortschritte zu machen, egal auf welcher Ebene, zählt nicht das, was du heute oder immer ganz hart, ganz fest, ganz strikt verfolgst.

Es liegt heutzutage irgendwie nahe zu glauben, dass wir immer zu wenig tun. Dies resultiert oft darin, dass wir

  • a) oft viel, zu viel tun und
  • b) keine Regelmäßigkeit

walten lassen.

Dabei sollte es genau umgekehrt sein.

Die Kraft der Mäßigung

Regelmäßig … mäßig. 

Etwas also regelmäßig zu tun, aber so, dass es uns nicht schadet, sondern so, dass es uns verbessert. Damit du besser wirst – Achtung, jetzt kommt das Jahrtausend alte Geheimrezept – musst du – zumindest beim Sport – hart, sehr hart trainieren, wenigstens ein paar Minütchen. Nun schließt das eine (täglich/ganz oft <=> Belastungsintensitiät) das andere aus. Denn: Tust du etwas (zu) heftig, intensiv, so wird es zwangsläufig dazu führen, dass du es nicht regelmäßig tun kannst. Im schlimmsten Falle sorgst du dafür, dass du etwas kaputt machst. Dann wirst du es vermutlich niemals wieder tun.

Drum wäre es angebrachter, eine minimal wirksame Dosis für uns zu finden und das … over and over again. Immer wieder dieselbe Sache tun. In schöner Regelmäßigkeit. Aber mit steigender Dosis, mit steigender Intensität. 

Das Problem, das wir in unserem Geiste haben ist, dass wir immer die Extreme sehen. Uns ein Beispiel nehmen an Menschen, die schon 10.000 Schritte weiter sind als wir. Unser Verstand leitet dabei völlig falsche Prinzipien für uns ab. Wir sehen nur die Resultate, nicht aber den Weg.

Um das besser zu verstehen, hier mal eine Analogie.

Kleine Änderung, große Wirkung

Motivation

Für einen Golfer ist ganz klar, dass minimale Änderungen der Schlägerhaltung dazu führen, dass der Golfball eine dramatisch andere Flugrichtung einnimmt. Dabei können wenige Millimeter darüber entscheiden, wie stark der Golfball letztlich seine Flugbahn verändert.

Freilich spielt der Faktor Distanz eine entscheidende Rolle.

Nun sieh die Flugbahnlänge als deine Lebensspanne.

Die minimalen Veränderungen, die du heute als solche festgelegt hast, entscheiden in ein paar Monaten oder in ein paar Jahren ganz gewaltig darüber, wo der Golfball landet, entsprechend, wie sich deine eigenen Fähigkeiten entwickelt haben.

Wir sehen allerdings oft nicht das, was dieser gewaltigen Flugbahnänderung vorausging: Die Änderung der Golfschläger-Position. Der veränderte, kleine Winkel. Diese Millimeter.

Mit 2 % deiner Zeit zu unglaublichen (!) Veränderungen

Eine Woche hat 168 Stunden.

Es gibt Menschen, die investieren weniger als 2 % ihrer Zeit, entsprechend drei Stunden wöchentlich, in ihr Ganzkörpertraining. Es gibt Menschen, die investieren deutlich weniger als das.

Na, was glaubst du, wie dramatisch sich Körperkompositionen alleine dadurch verändern lassen? Wie dramatisch sich nicht nur das Aussehen, sondern auch die körpereigene Biochemie dadurch verändert? Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie fasziniert Wissenschaftler sind, wenn sie ihre Versuchstierchen mal trainieren lassen und danach die Biochemie der Tierchen studieren. Die Veränderungen sind gravierend und unfassbar tief greifend relativ zu sonstigen Interventionen.

Der hat, du willst, der macht, du nicht

Anstatt weniger als 2 % unserer Zeit in Training zu investieren, sitzen wir uns den Hintern wund und studieren (!) die vielen Kraftpakete, die zeitgleich seit Wochen, Monaten und Jahren ebendieses Verhalten an den Tag legen. Over and over again. Mit vielen Fehlern. Daraus folgt: Mit großer Entwicklung. Haben den Golfschläger immer ein Stück weit anders gehalten als wir.

Nur: Die verändern ihr Leben ganz dramatisch und so, dass du am Ende Meilen weit von der Form dieser Menschen entfernt bist.

Während du dann kaum fassen kannst, wie viel schlechter dein Körper, deine Gesundheit aussieht im Vergleich zu unserem guten Golfer, suchst du eifrig nach der Wunderlösung, nach dem Wundertraining, nach dem einen Rezept.

Dabei verstreicht erneut Zeit, in der du längst hättest voranschreiten können mit … Millimeter-Änderungen. So, wie das jeder erfolgreiche Mensch vor dir getan hat.

Facebook, Instagram und Co. – die Scheinwelt, die das Gehirn zerstört

Facebook und Co. helfen uns dabei, immer stärker zu spinnen und immer stärker in eine ganz, ganz seltsame Gedankenwelt abzudriften.

Wir werden erschlagen von der Diskrepanz, die sich scheinbar zwischen uns und anderen Menschen aufgebaut hat.

Statt selbst tätig zu werden, erstarren wir.

Facebook-Hypnose, Spinnerei und das kleine Ego

Die Deluxe-Version davon ist dann, dass man aus Langeweile, Neid, Missgunst und aus tiefer Verzweiflung, den Popo weiter wund sitzt und Kommentare, Rezensionen, Klugscheißer-Sprüche, Beleidigungen und Co. ins WWW tippt.

Und in der Zwischenzeit waren sie wieder üben und trainieren, die Erfolgreichen.

Gerade verstanden? 🙂

Während du …, übt er wieder. Während du …, trainiert er wieder. Während du …, wird er wieder besser.

 Und dann sitzt du wieder da und zeigst mit dem Finger auf die anderen. „Aber der hat … und ich nicht.“

Also, machen wir uns nichts vor: Keiner muss sein Leben auf den Kopf stellen, um sein bestes oder besseres Ich zu werden. Kleine Ernährungs-Tweaks (Beispiel? Süßigkeiten weg, mehr Eiweiß), regelmäßige Belastung des Körpers und so weiter … Nur: Es muss nicht immer das Absolute, das Totale sein. Denn, du kannst schlicht nicht abschätzen, wie dramatisch sich – langfristig betrachtet – dein Leben unterscheidet, wenn du ganz einfach kleine Veränderungen vornimmst. So, ein halbes Stündchen Buchlesen – Quantenbiologie 🙂 (Und morgen wieder … und übermorgen …)

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. „Die Deluxe-Version davon ist dann, dass man aus Langeweile, Neid,
    Missgunst und aus tiefer Verzweiflung, den Popo weiter wund sitzt und
    Kommentare, Rezensionen, Klugscheißer-Sprüche, Beleidigungen und Co. ins
    WWW tippt“

    Super!
    Den Nagel wieder mal auf den Kopf getroffen.
    Ich habe zum Glück noch nie ein Facebook oder Twitter Account gehabt. Gibt ja den schönen Spruch von der „digitalen Demenz“. Wie alles im Leben erfordert auch die Benutzung des Internets Kllugheit, Mäßigung und Bescheidenheit. Damit kann man dann sehr weit kommen.

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