Ernährung bei Morbus Crohn: Wie ich mit Paleo symptomfrei wurde (Gastartikel)

Ernährung bei Morbus Crohn

Vorwort Phil

Für jeden von uns, auch für dich, spielt die Darmgesundheit eine außerordentliche Rolle. Nicht erst dann, wenn du offensichtliche Beschwerden hast.

Bei uns auf edubily liest du immer wieder, dass es entscheidend ist, welche Stoffe, vor allem Makro- und Mikronährstoffe, du deinem Körper zur Verfügung stellst und was dein Körper davon tatsächlich aufnimmt.

Wenn du unter einer Erkrankung des Verdauungstrakts oder einer chronischen Dysfunktion leidest, wird dein Körper unweigerlich irgendwann Defizite aufweisen. Spätestens auf lange Sicht.

Die aller erste Maßnahme (noch vor der Wahl der passenden Nahrungsergänzung) sollte es sein, in deinem Körper die besten Bedingungen zu schaffen, um die Nahrung optimal aufzunehmen und zu verwerten.

Unser Gastautor Marvin hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Beschäftigen müssen. Er erhielt vor einigen Jahren die niederschmetternde Diagnose Morbus Crohn. Eine Krankheit, bei der eigentlich keine Heilung zu erwarten ist. Ich schreibe eigentlich, da es Marvin trotzdem geschafft hat. Wie, das hat er ausführlich für uns beschrieben.

Von unserer Seite großen Respekt für seine Geschichte und seine Offenheit.

Vorstellung

Ich heiße Marvin und bin 20 Jahre alt. Ich wiege aktuell etwa 82 Kilo und mein 1 RM im Bankdrücken beträgt 110 Kilogramm. Beim Kreuzheben bin ich in der Lage einmal 170 Kilogramm zu ziehen. Mit meinen 20 Jahren habe ich wohl noch einiges an Potential in mir, was die körperliche Entwicklung betrifft.

Nun, warum erwähne ich meine Kraftwerte? Ich möchte damit niemanden etwas beweisen oder mich versuchen zu profilieren, sofern das denn überhaupt möglich ist bei diesen Werten. Höchstens möchte ich mir selbst etwas beweisen.  Ich möchte mir beweisen, dass es trotz der Diagnose einer Autoimmunerkrankung möglich ist, körperlich fit zu sein. Denn bei mir wurde vor vier Jahren eine solche diagnostiziert.

Durch das Erwähnen meiner Kraftwerte habe ich versucht, ein optisches Bild von mir zu vermitteln, das wohl nicht dem typischen Autoimmunerkrankten entspricht, sofern es überhaupt ein stereotypisches Bild eines solchen Menschen gibt.

Aber langsam. Ich erzähle es euch von vorne und möchte euch begreifbar machen, dass die Diagnose einer Autoimmunerkrankung einer sportlichen Entwicklung nicht im Wege steht.

Vor cirka vier Jahren, also mit 16 Jahren, wurde bei mir nach langer Tortur „endlich“ festgestellt, dass ich an der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leide. Chronisch, also ein anhaltender Zustand, der aus schulmedizinischer Sicht nur mit starken Medikamenten in Schach gehalten werden kann. Hier sei bereits erwähnt, dass ich nun etwa seit zwei Jahren keinerlei Medikamente nehme.

Der lange Weg der Diagnose „Morbus Crohn“

Wie erwähnt hat es mit 16 Jahren angefangen und ich wurde zunächst von Arzt zu Arzt geleitet und niemand wusste, woher diese Schmerzen, die sich anfühlten, als ob jemand mit Rasierklingen in deinem Darm hantiert, herkommen.

Mein aktueller Hausarzt entdeckte bei einer Ultraschalluntersuchung eine Verdickung der Darmwand. Das Wort „Morbus Crohn“ fiel hier das erste Mal. Nun lag ich eine Woche im Krankenhaus und wurde beobachtet. Essen bekam ich dort nur Suppe, die ich nach paar Tagen einfach stehen ließ und schließlich nichts mehr aß. Aufgrund der Tatsache des Nichtessens gingen die Bauchschmerzen weg und ich wurde wieder entlassen mit den Worten „kein Verdacht auf Morbus Crohn“. Cool dachte ich, ist das auch vorbei.

Doch die Freude währte nicht lang. Genau genommen nur bis wenige Stunden nach dem Verlassen des Krankenhauses, als ich zu Hause, nach dem Essen, vor dem Computer saß. Wieder höllische Schmerzen, bei denen ich mich immer in die Embryonalstellung kauerte und hoffte, dass der Schmerz wieder weggeht.

Wieder beim Arzt überwies mich dieser sofort zum Internisten und eine Darmspiegelung folgte der Nächsten. Ich glaube, mein Rekord liegt bei 15 Darmspiegelungen im Jahr. Bietet jemand mehr? Ich hoffe nicht! Auch wenn ich immer vollnarkotisiert war, sind Darmspiegelungen bei Gott keine angenehme Sache. Immer dieses, nach was auch immer schmeckende, Abführmittel zu trinken, ist kein Genuss. Das anschließende Entleeren des Darmes auch nicht. Übrigens ging ich natürlich nebenbei noch zur Schule. Dass ich das Schuljahr nicht schaffte, muss ich wohl nicht erwähnen.

Beim Internisten bestätige sich nun nach den etlichen Untersuchungen „endlich“ der Verdacht auf Morbus Crohn. Endlich, weil man nun wusste, woran man ist und mit Medikamenten gegengesteuert werden konnte. Jetzt hieß es erst einmal hoch dosiert Cortison nehmen, um die Entzündung weg zu bekommen. Cortison ist ein Steroidhormon und die Vorläufersubstanz von Cortisol, was ein Stresshormon ist. Sollte für die Leser auf edubily wohl ein Begriff sein.

Die „Behandlung“ der Schulmedizin

Dann durchlief ich die Standardprozedur, die vielen Betroffenen bestens bekannt sein sollte. Angefangen hat es, soviel ich noch weiß, mit dem Medikament Budenofalk. Wirkte nicht. Nach ein paar Wochen ging es wieder mit höllischen Schmerzen los. Also wieder Cortison um die Entzündung einzudämmen. Danach experimentierte der Arzt noch mit anderen Medikamenten, die alle nicht wirkten, eher noch neben-wirkten. Die Dauer zwischen den Schüben wurde immer kürzer und mir ging es von Zeit zu Zeit immer schlechter. Nicht verwunderlich, da ich zu der Zeit wohl mehrere Nährstoffmängel hatte.

Nun griff mein Internist zu dem Immunsuppressiva Azathioprin. Ein Medikament, das früher Menschen nach Organtransplantationen verabreicht wurde. Das Medikament unterdrückt das eigene Immunsystem und verhindert so, dass es überreagiert und das transplantierte Organ abstößt. Heute wird es aufgrund dieser immunsuppressiven Wirkung auch bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Ok. Soweit so gut. Die Intervalle der Schübe wurden kürzer.

Kürzer, aber die Krankheit drückte sich trotzdem aus, wenn auch nicht mehr so oft. Cirka alle vier Monate äußerte sie sich, weswegen ich nebenbei noch dauerhaft niedrig dosiert Cortison dazu nehmen musste.

Plötzlich wurde es aber wieder sehr extrem. Wie aus dem Nichts schoss der CRP-Wert (Marker für Entzündung) in die Höhe und ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen und mit allem Möglichen zugepumpt, um die Entzündung runter zu regulieren.

Nach kurzer Zeit auf der Intensivstation wurde ich in ein Zimmer verlegt. In diesem Zimmer lag ein Mann mit Darmkrebs, der körperlich echt am Ende war. Ich gehe aus Respekt ihm gegenüber nicht weiter auf ihn ein, aber er hat sich mir sehr eingeprägt und mich dazu gebracht, mein Leben mit vollen Zügen auszukosten, wie es das Akronym YOLO vermittelt. Und wer jetzt denkt, dass ich jeden Tag feiern gegangen bin und mir Ecstasy eingeschmissen habe, der hat das Konzept hinter Yolo meiner Meinung nach missverstanden. Zwar finde ich es schon fast tragisch, dass ich erst einem Menschen mit Krebs begegnen musste, bis sich bei mir ein Schalter umgelegt hat, aber besser spät als nie. Aber bevor es hier zu philosophisch wird, geht es weiter im Text.

Da ich Privatpatient war, wurde ich noch vor ihm operiert und mir wurde ein Teil meines Dünndarms entfernt. Der Chefarzt sagte, dass dieses Stück so dermaßen entzündet war, dass es nach dem Rausschneiden geplatzt sei. Ich stand fast vor einer Sepsis, meinte er zu meinen Eltern.

Nach der OP lag ich noch für cirka drei Wochen im Krankenhaus mit vielen Schmerzmitteln intus. Ich musste das Gehen im Grunde neu lernen, da ich in den drei Wochen nahezu nur gelegen habe und Muskeln vermutlich kaum vorhanden waren. Meine Medikation musste ich weiterhin nehmen.

Wir befinden uns jetzt zwei Jahre nach der Diagnose und ich habe nach dem Krankenhaus angefangen Sport zu machen. Genau genommen habe ich mir zwei acht Kilo Hantel vom Speicher geholt und Liegestütze gemacht.

Wieder aus dem Krankenhaus entlassen, wurde mein Internist verlegt und ich bekam eine neue Internistin. Nach der Operation ging es mir ganz okay. Subjektiv sogar ganz gut, wenn ich mich in mein früheres Ich rein versetze. Verglichen mit heute war ich allerdings damals wohl ein „Wrack“. Jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich meine körperliche Fitness zum Vergleich herziehe.

Nun trainierte ich also. Immunsuppressiva und Cortison immer noch am Start. Ich baute meinen Fitnesskeller aus und es gesellten sich Hantelbank und paar weitere Hantelstangen hinzu. Ich begann mich mit Ernährung zu befassen, wie es sich für einen Sportler gehört, und nahm die Infos aus dem Netz und Ernährungspredigern wie ein Staubsauger auf. Viel Vollkornprodukte, wenig Fett. Das war die Richtung, in die es ging. Gelobt wurde ich von allen Seiten, auch von meiner Internistin. Auch als es mir wieder schlechter ging, riet sie mir nicht davon ab. Keine Vorwürfe hier meinerseits.

Als es mir wieder merklich schlechter ging, war ein neues Medikament Gesprächsthema. Humira oder auch (Handelsname Humira®Adalimumab:

Adalimumab ist ein therapeutischer humaner monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α und wird daher auch als TNF-Blocker bezeichnet. Adalimumab wird zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Spondylitis ankylosans und der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt. Es gilt mit knapp 1000 Euro pro Dosis als eines der teuersten Medikamente auf dem deutschen Markt.“ (Quelle Wikipedia).

Ich sagte, dass ich mir das durch den Kopf gehen lassen möchte, auch wenn ihr das nicht gefiel. Immerhin kostet dieses Medikament stolze 1000 € pro Sitzung, woran sie mit Sicherheit nicht schlecht verdient hätte. Ja, hätte.

Ich hab mich dagegen entschieden, dieses Medikament zu nehmen. Auslöser war ein Bekannter, leidenschaftlicher Bodybuilder, der ebenfalls an Morbus Crohn leidet. Obwohl er dieses Medikament nahm, ging es ihm sehr schlecht und er musste die Intervalle zwischen die Sitzungen immer wieder verkürzen. Ich dachte mir: „Warum soll ich dieses Medikament nehmen, wenn es mir hinterher noch beschissener geht?“ Hier sei kurz eingeworfen, dass besagter Bodybuilder jetzt keinen Dickdarm mehr besitzt, aufgrund der immer wiederkehrenden Entzündungen.

 Es musste doch einen anderen Weg geben…

Die artgerechte Ernährung des Menschen

Ich bewegte mich zu dieser Zeit viel auf dem Bodybuilding-Board Team-Andro. Zu dieser Zeit startete eine Artikelreihe mit dem Namen „Die Artgerechte Ernährung des Menschen“ von Chris Eikelmeier.

Ernährungsaffin, wie ich war, zog sie mich in ihren Bann und ich begann zu begreifen, welche Nahrungsmittel welche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Ich setzte Vieles um und begann mit der Substitution von L-Glutamin, wovon ich auch meiner Internistin berichtete. Sie war gar nicht erfreut darüber, dass ich „so eine Chemie in mich reinkippe“ und drängte mich weiterhin zu Humira. Welch paradoxe Aussage dachte ich mir …  Auch von Ernährung wollte sie nichts hören „du musst dich nicht so komisch ernähren. Ernährung spielt keine Rolle!“ waren ihre Worte. Ich nahm sie nicht mehr ernst und brach den Kontakt ab und ging zu keiner Blutuntersuchung mehr. Das war fahrlässig von mir und ich empfehle es keinem weiter! Arbeitet mit euren Ärzten und nicht gegen sie!

Also versuchte ich es nun auf eigene Faust. Ich recherchierte sehr viel und stieß auf das „Paleo-Autoimmunprotokoll“. Kurz: AIP. Damals entdeckt auf der Seite der selbst ernannten Paleo Mom. Alles erschien mir logisch und ich passte meine Ernährung an. Wieso, weshalb und warum man diese Lebensmittel besser nicht verzehren sollte, erspare ich mir an dieser Stelle, da man wahrscheinlich zu jedem der genannten Lebensmittel eine eigene Abhandlung halten könnte. Ich werde es wenn, nur sehr kurz anreißen. Wer wirklich interessiert ist sein Leben zu ändern, wird sich selbst informieren können und nicht alles von mir vorgekaut bekommen. Lektüre gibt es für jeden frei zugänglich im Netz. Das Paleo-Autoimmunprotokoll beinhaltet:

– Kein Getreide

Dies ist DER wichtigste Punkt. Glutenhaltiges Getreide ist tabu in jeder Hinsicht. Übeltäter sind hier allen voran Gliadin und Glutenin. Diese Proteine werden von keinem Menschen verdaut und sind somit komplett unverdaulich für den Homo sapiens. Ich wiederhole: Kein Mensch ist in der Lage, diese Proteine zu verdauen.

Vielleicht in den nächsten 50.000 Jahren der Evolution, aber jetzt noch nicht. Das sorgt für Probleme. Manche spüren kaum welche, aber manch anderer reagiert mit einer heftigen Immunantwort. Weiter sorgen diese Proteine dafür, dass der Darm angegriffen wird und permeabel, also durchlässig, wird. Man spricht dann, wenn die Durchlässigkeit nicht von selbst repariert wird von dem „Leaky-Gut-Syndrom“. Zu Deutsch: Dein Darm ist löchrig.

Dies führt zu allerhand Problemen. Ich rede nicht nur von Morbus Crohn, sondern auch von anderen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose. Aber auch banale Dinge wie Heuschnupfen können erste Anzeichen für einen löchrigen Darm sein. Ich hatte früher Heuschnupfen, also muss mein Darm schon früher „leaky“ gewesen sein. War das der Vorreiter für eine spätere Autoimmunerkrankung? Vielleicht. Ich möchte hier niemandem Angst machen, aber achtet auf so etwas und handelt frühstmöglich!

Viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind auch Marker für einen kaputten Darm. Darmsanierung werfe ich jetzt mal in den Raum. Mein Heuschnupfen ist übrigens kaum bis gar nicht mehr vorhanden. Dieses Jahr hatte ich jedenfalls keinerlei Probleme, wohingegen ich früher immer Nasenspray und tonnenweise Tempos dabei haben musste.

– Keine Milchprodukte

Hier ist es vor allem das Casein, welches Probleme verursachen kann. A1 Casein, um genau zu sein. A2 Casein wird häufig besser vertragen und ist heute in der Regel in Büffelmilch und irischen Kühen zu finden. A1 Casein in den gängigen Milchprodukten im Supermarkt.

Ich persönlich konsumiere hin und wieder Schafsmilch sowie Büffelmozzarella. Schafsmilch und Ziegenmilch werden wohl häufiger besser vertragen, da diese Tiere lange vor der Kuh schon domestiziert wurden. Lactose ist dort genauso enthalten wie in Kuhmilch.

– Kein billigen Speiseöle

Wie Raps- und Sonnenblumenöl mit hohen Omega-6 Anteil.

– Keine Nachtschattengewächse
– Keine Eier

Die aß ich aber weiterhin. Problematisch ist hier nur das Eiweiß. Das Eigelb ist unproblematisch.

– Keine Hülsenfrüchte
– Kein Soja
– Keine Nüsse, Samen

Mandeln habe ich gegessen.

– Kein Pseudogetreide
– Keine nichtsteroidale Antirheumatika
– Keine künstliche Süßstoffe
– Kein Alkohol
– Keine Emulgatoren, Verdickungsmittel und andere Zusatzstoffe

Vereinfacht kann man sagen, dass ihr einfach Lebensmittel mit Nährstoffen essen sollt. Ein Vollkornbrot ist keine gute Nährstoffquelle. Getreide generell ist kein Nahrungsmittel, welches in irgendeiner Form empfehlenswert ist zu essen. Es spricht in unseren Breitengraden einfach nichts dafür. Punkt.

Ein Samen eines Getreides ist nichts anderes als der Embryo der Mutter. Ein Rind kann sich mit seiner schieren Masse und seinen dicken Hörnern wehren, aber ein Samen hat keine Hörner. Krallen oder scharfe Zähne auch nicht. Deswegen wird es anders geschützt, und zwar in Form von Antinährstoffen, welche es vor Fraßfeinden schützen soll. Früher hat man übrigens oftmals noch Getreide und Nüsse eingeweicht, um genau diese Antinährstoffe abzubauen. Meine Oma kennt diese Praktik noch sehr gut und wendet sie regelmäßig an.

Und was ist nun empfehlenswert zu essen?

  • Fleisch (achtet hier bitte auf Qualität)
  • Gemüse
  • Wurzeln
  • Obst
  • …RICHTIGE LEBENSMITTEL eben. Ist nicht schwer.

Eingeschränkt fühlte ich mich nicht, da es mir unfassbar gut ging.

Das AIP zog ich knappe zwei Monate durch. Mein Essen bestand nur aus Fleisch (400-500 g täglich, gerne auch mehr), 500 g gut durchgegartes Gemüse (Kaisergemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Spinat etc.) und Süßkartoffeln. Immer alles mit großzügigen Mengen Kokosfett oder Olivenöl zubereitet.

Mir ging es sehr gut damit. Ihr müsst euch nicht 1:1 so ernähren. Ist für viele wohl langweilig oder nicht befriedigend genug. Für mich steht Genuss nicht an erster Stelle, wenn es ums Essen geht. Essen sollte den Zweck erfüllen, den Hunger zu beseitigen. Heute haben wir aber einen Überfluss an Essen und alles muss lecker und möglichst „sexy“ für das Auge präsentiert sein. Das ist meine Ansicht.

Ihr könnt euch ruhig mehr Mühe beim Zubereiten eures Essens geben. Auch Artgerecht lassen sich allerhand Köstlichkeiten zaubern. Empfehlen kann ich hier die Seite Paleo360.de.

Das heißt übrigens nicht, dass mir mein Essen nicht schmeckt. Das Gegenteil ist der Fall. Ich esse alles, was ich esse sehr gerne.

Es ist wichtig, dass ihr Dinge esst, die euch nachweislich gut bekommen. Führt vielleicht ein Tagebuch oder ähnliches, wo ihr einfach mal niederschreibt, was ihr esst und wie es euch danach ging.

Ihr seid der beste Indikator und nur ihr wisst, was euch gut bekommt. Aber lasst euch nicht verunsichern. Es muss nicht immer am Essen liegen, wenn es dem Darm nicht gut geht. Vielleicht hatte ihr auch einfach „nur“ Stress.

Nebenbei schlich ich übrigens auch das Cortison aus, das aber zu dem Zeitpunkt mit 5 mg sowieso nicht mehr hochdosiert war. Ich war nun medikamentenfrei.

Faste mal!

Zur selben Zeit entdeckte ich das Intermittierende Fasten (kurz: IF) für mich, welches besagt, dass man 16 Stunden am Tage fastet. Also in dieser Zeitspanne nichts außer Wasser trinkt und die restlichen acht Stunden „Fütterungsphase“ sind.

Mir gefiel das Konzept extrem gut und ich fühlte mich frei. IF halte ich neben dem Essen für einen sehr wichtigen Bestandteil, der zu meiner Genesung beigetragen hat. Vor allem das Weglassen der „wichtigsten Mahlzeit am Tag“, dem Frühstück, halte ich für wichtig. Für das morgendliche Aufstehen sind in der Regel Stresshormone verantwortlich. Während Stress – morgens haben wohl die meisten Stress (zur Arbeit gehen, zur Schule gehen) – ist der Arbeitsnerv, der Sympathikus, aktiv und der Ruhenerv, der Parasympathikus, der unter anderem für die Verdauung zuständig ist, hat Pause. Und jetzt feuern die meisten schon mit Essen. Eher nicht gut. Ferner gibt es noch ein paar Gründe, die für das Fasten sprechen, die ich aber nicht alle erwähnen kann, da der Text sonst noch länger wird. Abgesehen davon halte ich regelmäßiges Fasten einfach für etwas Natürliches. Und dafür muss man keine Biochemiker sein. Der Kühlschrank ist nebenbei erwähnt auch eine relative junge Erfindung. Früher, und da müssen wir nicht in die Steinzeit zurück, musste man sich zwangsläufig bewegen, bevor man aß. Und sei es nur der fünfminütige Fußweg zum Bäcker. Immerhin wurde der Sympathikus dort etwas gestillt.

Ganz simpel:  Training/Arbeit/Aktivität/,,Jagen“ è Essen è Ruhen/Schlafen/Verdauen.

Ob ihr persönlich fasten müsst, um euch besser zu genesen, weiß ich nicht. Probiert es einfach mal aus. Ich kann es euch nur ans Herz legen. Fall es euch nicht liegt oder ihr es, warum auch immer, nicht durchführen könnt, achtet wenigstens darauf, euch vor dem Essen etwas zu bewegen.

Nahrungsergänzungen

An Nahrungsergänzungen nahm ich folgende zu mir:

  • 20-40 g L-Glutamin (zum Essen)

Glutamin ist eine Aminosäure. Sie wird vor allem von Geweben mit einer hohen Zellteilungsrate benötigt. Dazu zählt vor allem das Immunsystem, welches gerade bei einer Autoimmunerkrankung im Fokus stehen sollte. Die Schleimhautzellen des Dünndarms sind ebenfalls für die hohe Zellteilungsrate bekannt und profitieren so auch von L-Glutamin. Falls nicht genug L-Glutamin vorliegt, kann es so zu Verdauungsbeschwerden und Immunstörungen kommen.

  • 3 g  hochdosierte Omega 3 Fischöl Kapseln …

… um ein besseres Omega3/6 Verhältnis zu haben. Omega-3 ist der Gegenspieler zu Omega-6. Während Omega-6 proentzündlich wirkt, ist Omega 3 sehr wichtig, um gegen Entzündungen im Körper anzukommen.

Zink schließt offene Stellen im Darm, die durch Nahrung (Gluten, Lektine, …) entstehen. Durch den hohen Verzehr problematischer Getreide und Hülsenfrüchte werden die Tight Junctions, die Barrieren des Darms, beschädigt und aufgrund dessen durchlässig für Nahrungsbestandteile, die das Immunsystem reizen können.

Grob gesagt zur Entspannung.

  • Probiotika

Das ist wichtig, um euren Darm wieder auf Vordermann zu bekommen. Omni Biotic Panda habe ich genommen. Pauschal habe ich aber viel Gutes von Primal Defense Ultra von Garden of Life gehört, da dort die wichtigsten Stämme, die für einen gesunden Darm wichtig sind, vorhanden sind. Genommen habe ich es zwei Monate lang jeden Morgen.

  • Vitamin D3 (+K2) 2000 IU

Das Vitamin, welches eigentlich ein Prohormon ist, hab ich anfangs auch genommen. Jetzt nur noch im Winter oder wenn ich es nicht schaffe, mich genügend draußen aufzuhalten (was leider viel zu häufig vorkommt).

Hier habe ich das Produkt von NOW genommen, welches ein Kombipräparat war mit zusätzlich Vitamin K2.

Resumée

Der Weg meiner Genesung dürft ihr nicht 1:1 übernehmen und ich verstehe, dass ihr das eventuell auch gar nicht wollt. Es soll euch nur als Anhaltspunkt dienen, wo ihr anfangen könnt und welche Stellschrauben eures Körpers ihr drehen müsst, damit es euch dann letzten Endes wieder gut geht.

Ernährt euch vernünftig und findet eure Mitte. Werdet zufrieden und lasst euch nicht von einer Krankheit euer Leben kaputtmachen. Steht auf und tretet den Kampf gegen „eure“ Krankheit an. Ich achte übrigens bewusst darauf, nie von „meiner“ Krankheit zu sprechen, denn wenn man sich immer wieder vorhält, wie krank man selbst ist, glaubt man es am Ende wirklich.

Also sag deinem Feind, deiner Krankheit, den Kampf an und lass sie nicht die Überhand gewinnen. Kein Körper will krank sein. Der Körper will sich nicht selbst zerstören und möchte Leben. Also lebe!

Weitere hilfreiche Links zum Thema

ME Improved 

AesirSports

Urgeschmack

Mark’s Daily Apple

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  • phil

    Hi Marvin,
    toller Artikel. Schön geschrieben, ich konnte nicht aufhören zu lesen 😉
    Die Kraftzuwächse sind ja auch nicht zu verachten. Da schlummert schon der nächste Erfahrungsbericht 😀

    Du hast erwähnt das du das AIP 2 Monate durchgezogen hast. Dafür noch mal, Chapeau! Ich habe auch vor kurzem einen Versuch gestartet und musste nach 5 Tagen aufgeben. Irgendwie lief mein Motor nicht mit den zugeführten Rohstoffen. KH-Quelle war bei mir auch hauptsächlich 4-5 Stücke Obst in Form von Bananen, Mandarinen, Äpfeln. Süßkartoffeln wären vielleicht besser gewesen.
    (An andere Leser: Bitte nicht als Abschreckung auffassen, ich denke ich habe wohl einfach zu wenig gegessen)

    Durch das Durchführen des Protokolls und das Zuführen von reparierenden NEMs, heilt man sich also. Wie ging es denn anschliessend bei dir weiter?
    Konntest du dich dann wieder komplett anders ernähren oder hast du immernoch versucht gewisse Grundsätze wie z.B. Glutenverzicht einzuhalten?

    Ich könnte mir vorstellen das AIP auf jährlicher Basis immer für einen gewissen Zeitraum durchzuführen und dann auch mit einer Darmsanierung zu kombinieren. Auch wenn mein letzter Versuch gescheitert ist, könnte ich mir vorstellen es doch irgendwie hinzubekommen. Süßkartoffeln als KH-Quelle dürften hilfreich sein. Nach meinen Recherchen waren diese nur in kleinen Mengen erlaubt. Deshalb hatte ich sie gänzlich weggelassen.

    • Dogmeat

      Endlich komme ich mal zum Anworten…
      Also nach dem AIP hab ich nach und nach Lebensmittel integriert, wobei ich direkt sage, dass ich seitdem komplett auf Glutenhaltiges Getreide verzichte. Ich persöhnlich komme damit super klar und mir fehlt nichts. Ich sehe in Getreide einfach kein Genussmittel und keinen Sinn es zu konsumieren. Es liefert mir keinen Nährwert und richtet nur potenziellen Schaden an.

      Bei Hülsenfrüchten wie Mais sieht es ähnlich aus. Esse ich auch nicht. Schmeckt mir persöhnlich auch nicht.
      Soja und all seine Produkte finde ich auch zum speien und haben auch keinerlei positive Aspekte für mich.

      Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Paprika etc. konsumiere ich. Genauso wie ab und an mal Reis und Pseudogetreide. Aber auch das ist eher die Seltenheit.

      Im Grunde esse ich eben wirklich nur „echtes Essen“ (oder Raw Food wie es im englischen gesagt wird). Sprich Fleisch, Gemüse, Knollen, Obst, Nüsse, Eier,Honig (mit Reiswaffeln)…

      Man könnte auch Paleo sagen. Ich bevorzuge aber ‚Raw Food‘ oder Artgerecht.
      Den „Ausgleich“, wenn man es denn so nennen möchte, schaffe ich mir mit unregelmäßigen Cheatdays. Die sehen ab und an ganz schön heftig aus für Außenstehnde, wie meine Eltern. Da ich esse ich auch mal 500g+ Gummibärchen, Nussmuße, Marzipan, Chips, Pfannkuchen, selbstgemachtes Gebäck oder jetzt zur Weihnachtszeit Plätzchen und und und…Aber eben kein Glutenhaltiges Getreide etc.
      Lande da dann gerne mal bei knappen 10.000 kcal.

      Aber wie gesagt: Das kommt nicht so oft vor, da das Verlangen auch einfach nicht da. Empfehlenswert ist das wohl auch nicht, aber bisschen Essgestört war ich schon immer. Und einen kleinen Stoffwechselpush gibt mir das wohl auch…:D

      Ich kann verstehen, wenn man Probleme mit einer Umstellung hat. Ich persöhnlich hab früher richtig total konträr zu heute gegessen. Kelloggs, Nutella, Toastbrot, extrem viel Käse, kaum bis kein Gemüse, viel Nudeln mit Soße etc.. Abends viel genascht, wie mal eben ne Packung Prinzenrolle oder sowas. War wohl nur ne Frage der Zeit bis mein Körper schlapp macht. Bewegt hatte ich mich auch kaum.

      Jetzt habe ich eben Ziele im Leben und weiß grob was ich will und nicht will. Ist auch eine Frage der Einstellung. Mir ist es ziemlich egal wie ich auf andere wirke, wenn ich „mein“ Essen esse. Ich ziehe mein Ding einfach durch und kann auch „nein“ sagen, wenn mir was zu Essen angeboten wird. Bin dann auch bereit das Unbild zu ertragen, wenn ich dann nicht so gesellschaftsfähig rüberkommen sollte. Wobei das bei Fremden meistens egal ist, wenn du einfach selbstbewusst „nein“ zu den Plätzchen o.ä. sagst.

      Fasten tue ich auch weiterhin. 16/8 oder auch mal nur eine Mahlzeit am Abend. Gefällt mir wirklich sehr gut und möchte es nicht mehr missen. Ist auch ne große Zeitersparnis wenn man sich keine Gedanken um das Essen machen muss.

      Supplemente:
      Immernoch 20-30g L-Glutamin
      Fischölkapseln angepasst an die Ernährung
      25mg Zink dauerhaft (meistens ZMA)
      Vitamin D3 unregelmäßig
      Aktuell wieder Probiotika (seit 1,5 Jahren endlich wieder)

      Kcal- und Makroverteilung:
      An Trainingstagen über 3000kcal und an Nichttrainigstagen schaue ich, dass ich nicht viel höher als 2600kcal gehe. Mache das nur noch nach Gefühl.
      Protein ist hoch mit 2g+/kg Körpergewicht. Kohlenhydrate an Trainingstagen höher. Fett zwischen 80 und 160g. Varriert stark. Am wichtigsten ist das Protein, da ich einfach auf Nummer sicher gehen möchte. Nur wenn genug Protein da ist, kann das Immunsystem richtig funktionieren

      • Alex Klamuy

        danke für deine ausführungen marvin 🙂
        dann werd ich mal bald damit anfangen am besten anfang 2016. bin da auch bei dir soja, gluten, mais usw.. brauch ich auf keinen fall. wenn man es komplett durchgezogen hat 8 Wochen AIP und nach und nach wieder sachen einführt wird man sehen was geht und was nicht. sarah ballentyne hat ja auch ne liste in welcher reihenfolge man welche lebensmittel wieder einführen sollte.

        -eine frage hab ich noch würdest du probiotika direkt ab tag 1 AIP einführen oder zB erst nach 8 Wochen „Darmreinigung“?

        hab hier noch ein paar links zum thema

        Dr. Kharrazian’s Blog
        https://drknews.com

        und noch was deutsches

        https://autoimmunpaleo.wordpress.com

        • Dogmeat

          Ich selbst habe alles von Anfang an genommen, da ich nicht alles versetzt nehmen wollte.
          Wobei das Probiotika etwas länger mit der Post unterwegs war und ich das deshalb erst nach 4-5 Tagen dazu „stacken“ konnte.

          Danke für Links!

          • Alex Klamuy

            danke dieter für deine infos… werde mich mal da die nächsten tage haargenau einlesen ins thema probiotika. hab das immer ein bisschen vor mich hingeschoben 🙂

            @marvin
            alles klar weiss ich bescheid und nix zu danken.

            hier noch Dr.Kochs Blog auch sehr viele Interessante Texte zu Autoimmunerkrankungen… denke aber werden hier 99% eh kennen 🙂

            http://www.drkochs.de/blog/

        • Dieter

          Da die Darmschleimhaut im A … ist, erstmal dort aufbauen: Colibiogen von laves und danach z.b. Omnibiotic. Ich würde nur nicht „Panda“ nehmen (ist für Babys), sondern OMNi-BiOTiC 10 AAD. das passt lt. den Fachinformation besser. Wenn alles wieder gut ist, kann mann dann mit OMNi-BiOTiC 6 ein bis zweimal im Jahr kuren (jedenfalls mache ich das so).

  • Lutz

    Hallo Marvin,
    tolles eigenverantwortliches Handeln von Dir. In dem Alter, wo es Dich „erwischt“ hat, ist das nicht selbstverständlich.
    Bei mir wurde mit Mitte dreißig auch eine AIE diagnostiziert. Der Arzt damals sagte: „Sie sind unheilbar krank, sie werden ein Leben lang Medikamente einnehmen müssen.“ Das war wie eine Kampfansage und hat ungeahnte Kräfte und einen nicht stillbaren Wissensdurst in mir freigesetzt.
    Das AIP habe ich vor 2 Jahren auch für ca. 2 Monate getestet. Mir ging es damals wie phil – keine Erfolge durch Kaloriendefizit. Ich war – jetzt im Nachhinein – viel zu verbiestert mit mir und eine Belastung für meine Nächsten. Total abgemagert und fast schon verstört habe ich es dann weniger streng angegangen. Getreide (Ausnahme Reis), Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, künstliche Zusatzstoffe und Alk standen und stehen sowieso sehr selten auf dem Speiseplan.
    Die Wende kam mit am Anfang hyperkalorischer Ernährung und weniger strengem Herangehen (ich denke, der Kopf spielt hier ebenso eine entscheidende Rolle), und in Verbindung mit den von edubily empfohlenen NEM’s geht’s nun auch bei mir ständig aufwärts.
    Freut mich, daß es Dir jetzt so gut geht. Interresant wäre noch, inwieweit das AIP in Deiner jetzigen Ernährung eine Rolle spielt.

    Gruß Lutz

    • Dogmeat

      Bleib aufjedenfall dran. Kcal würde ich definitv nicht zu tief ansetzen, aber das hast du ja selbst gemerkt.
      Wenn ich schon „unheilbar krank“ höre, kommt mir das kotzen. Ist mir echt unbegreiflich wie man in der Position eines Arztes so etwas sagen kann. Kein Körper will krank sein.

      Wie es nach dem AIP weiter ging habe ich weiter unten beanwortet.

    • Christian S.

      Hy Lutz!

      Was Produkte angeht die selten auf deinem Speiseplan stehen geh ich mit dir Hand in Hand wobei ich ab und zu paar Milchprodukte durchgehen lasse.
      Ich frage mich nur manchmal wie ich einen Tagesumsatz von ca. 3000-3500kcal (manchmal auch mehr nach langen Läufen) hinbekommen soll wenn zB auch noch Nüsse, Hülsenfrüchte fehlen die eine höhere Energiedichte aufweisen.
      Soviel Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse kann ich den ganzen Tag gar nicht runterschlingen. Würd mich mal interessieren wie ihr das so handhabt.

      lg
      Christian

      • Markus

        Hallo Christian,

        ich habe Gott sei Dank keine Autoimmunerkrankung. Aber 1 Liter Kokosmilch hat rund 1800 kcal und geht schnell zu kippen und kostet auch nicht fürchtlerlich viel. Auch dunkle Schokoloade (85% aufwärts) und Avacados sind eine hochkalorische Nahrung.

      • Lutz

        Hallo Christian,
        da ich meine kcal ehrlich gesagt, wenn überhaupt, nur grob überschlage, kann ich Dir darauf keine befriedigende Antwort geben. Sport hat bei mir einen hohen Spaßfaktor, und genau so trainiere ich auch. Du verstehst?
        Nüsse und Hülsenfrüchte, egal wie energiereich sie Deiner Meinung nach auch sein sollten, würde ich definitiv nicht zum Auffüllen des Tageskalorienbedarfs verwenden.
        Bei mir kämen dann mehr Kohlenhydrate und mehr (gute) Fette in Frage. Möglichst getrennt versteht sich (s. Blog). Protein ist, wenn ich mir das richtig gemerkt habe, im Wirkungsgrad 😉 nicht zu vergleichen mit KH und Fett, da es bis zu 30% Verschwendung bei der Oxydation gibt.
        http://edubily.de/2014/06/protein-macht-dick/
        Vielleicht mehr auf den Körper achten, der nach Trainingseinheiten Gelüste auf bestimmte Nahrungsmittel signalisiert, um Defiziten vorzubeugen bzw. etwaige auszugleichen.

        Gruß Lutz

  • Don90

    Hey Marvin!

    Die Geschichte könnte von mir sein, du müsstest nur die Kraftwerte ein wenig runterschrauben und die Diagnose zu Morbus Bechterew ändern 😉
    Der Rest ist mir mehr oder weniger genau so passiert und meine Erfahrungen sind die Gleichen.

    Kein glutenhaltiges Getreide, keine Milchprodukte, keine Hülsenfrüchte! Das waren die wichtigsten Punkte.
    Supplementiert habe ich mit Vitamin D, Glutamin und Zink…durch Edubily ist noch einiges dazugekommen und seither fühle ich mich fitter als vor der Diagnose 😉

    Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass rheumatische Erkrankungen (vor allem Morbus Bechterew) durch Ernährung bis zur Symptomfreiheit behandelbar sind.

    Ansonsten kann ich nur sagen: Respekt, weiter so! Du hast dein Schicksal selbst in der Hand und kein anderer!

    Details zu meiner Diagnose und meiner Geschichte findet ihr im Thread „Erfahrungsbericht Rheumatoide Arthritis“ im Bereich „Erfahrungsberichte“ im Forum!

    LG Don

    • Dogmeat

      Deine Geschichte habe ich auch damals sehr gespannt verfolgt und ich freue mich, dass es bei dir auch so gut funktioniert! Auch Respekt und weiter so von mir!

      Ernährung und Supplemente sehen bei uns wohl recht ähnlich aus 😀

      LG

  • Alex Klamuy

    hey marvin,

    toller beitrag danke dafür. ich als hashimoto patient habe das AIP immer vor mich her geschoben aber nach deinem Beitrag ist es aufjeden Fall ein Versuch wert. Das Problem ist bei mir nich der Glutenverzicht sondern der Verzicht auf Milchprodukte. Du schreibst vom A2 Casein was in irischen Kühen vorkommt… also sind Kerrygold Produkte legitim? 🙂

    und auch von mir die Frage wie es nach den 2 monaten AIP weiter ging bei dir

    lg alex

    • Dogmeat

      Kerrygold Butter konsumiere ich des öfteren.

      Das mit den Milchprodukten kann ich nur zu gut nachvollziehen. Früher war ich echt ein Käsefreak.
      In der Anfangsphase würde ich unbedingt auf Milchprodukte verzichten.
      Könntest sie dann wieder integrieren und schaue wie du darauf reagierst. Und wenn Milchprodukte, dann aufjedenfall eher zu Kerrygold (bzw. generell irischen Kühen), Büffel- oder Schafsmilchprodukte zurückgreifen.

      Die andere Frage habe ich weiter unten beantwortet.

      • matze321

        Kerry Gold. Ich habe in Irland gelebt. Glaubst Du etwa das Märchen von den gesunden Kühen auf der Weide? Ich kaufe meine Butter bei einem Bio-Bauern, direkt ab Hof.

    • Giuseppe Gorgonzola

      Ich würde aus Kerrygold Ghee machen. Dann hast du fast alle potenziell problematischen Milchbestandteile eliminiert.

      • Dogmeat

        Ghee kann ich auch nur empfehlen. Ist auch nicht schwer zu machen.

  • Peter A.

    Hallo Marvin,

    Deine Story finde ich interessant. Mir fallen zwei Fragen dazu ein:

    1) Kann es nicht auch eine Infektion gewesen sein kann? Wie sicher kann man Morbus Crohn nachweisen?

    2) Kann ein Mensch Getreideeiweiß wirklich nicht verdauen, wie oben behauptet?
    Viele Vegetarier würden demnach völlig umsonst z.B. „Seitan“ essen. Und die publizierte biologische Wertigkeit von ~60 wäre ebenso völliger Blödsinn.

    Besten Gruß
    Peter A.

    • Markus

      Proteine bestehen bei Säugern und fast allen Pflanzen in der überwältigenden Mehrheit aus L-Aminosäuren (linkshändig). Bei Süßgräsern gibt es aber sehr viele Aminos in der D-Form (rechtshändig), auf diese passen die Verdauungsenzyme nicht bzw. selbst wenn, so sind diese für den Organismus nutzlos. Alleine diese Tasache wird bei der Berechnung der Wertigkeit nicht beachtet und macht diese noch obsoleter!

      Gliadin, eine Subfraktion des Weizeneiweißes, wird kaum verdaut. Und gerade Gliadin ist das Peptid, den über Zonulin den Öffnungs-Mechanismus der Darmzellen triggert und so weitere Peptide erst ins Blut lässt.

      Dazu kommen noch die Trypsininhibitoren, die eine Verdauung des Proteines erschweren, diese sind AFAIK ebenfalls unberücksichtigt bei der Berechung der Wertigkeit.

    • Dogmeat

      Zu Punkt 2) hat Markus dankender Weise schon geantwortet. Danke dafür 🙂

      Zu Punkt 1)

      Morbus Crohn kann man in so fern „nachweisen“, dass es typische Bilder von Morbus Crohn entzündeten Darmteilen gibt. Diese ähneln sich in der Regel. So sieht ein entzündeter Darm eines Colitis Ulcerosa Betroffenen anders aus, als der eines MC Betroffenen.

      Bei Darmspiegelungen oder der Methode des Mini-Kameras schluckens, die daraufhin Bilder macht kann der Betroffenen Darmabschnitt dann begutachtet werden. Bei Darmspiegelungen werden zudem Gewebsproben genommen, die dann analysiert werden. Wie genau das funktioniert weiß ich nicht.

      Weiterhin tritt Morbus Crohn ja in Schüben auf. Meistens eben dann wieder, wenn das Medikament versagt hat. War bei mir so. War in der Zeit ja nie von Medikamenten runter gewesen und bei mir kam es dann typischerweise immer kurz nach dem Cortison Ausschleichen wieder.

      Als ich damals noch sehr intensiv recherschiert habe, bin ich aber unter anderem auf Seiten gestoßen, die den Verdacht hatten, dass MC vielleicht auch durch eine Infektion ausgelöst werden und deshalb gezielt mit gewissen Antiobtioika behandelt werden kann.

      https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/medizinische-grundlagen/basiswissen/krankheitsursachen/map/

      http://www.medical-tribune.de/medizin/fokus-medizin/artikeldetail/morbus-crohn-mit-antibiotika-heilen.html

      Aber die Mühlen mahlen einfach verdammt langsam. Wahrscheinlich weil diese alternativen Methoden keine dauerhafte Abhängigkeit von Medikamenten vorsehen und somit kaum Geld einbringen.

  • Jay Ray

    Wahnsinnig gut geschriebener Artikel! Sehr motivierend! Danke dafür und alles gute für die Zukunft! Ich habe Schuppenflechte und konnte bei dem Artikel nochmal einiges lernen, auch wenn ich schon viel gelesen habe!

    Eat clean, stay strong – an alle da draussen!!! Bämm!!!

  • Ulrike

    Hallo Marvin,
    vielen Dank für diesen Bericht. Wir haben einen ganz ähnlichen Fall mit Morbus Crohn in der Familie. Nur dauerte der Weg bis zur Symptomfreiheit knapp 20 Jahre. Humira, Puri Nethol, Remicade … alles war im Einsatz. Kurz vor einer geplanten OP kam die Wende: Umstellung der Ernährung auf Low bis No Carb, Eiweißshakes, NEM und Sport. Mit dem Getreide verschwanden quasi sofort die Blähungen. Aufgefüllt wurden Zink, Selen, B-Vitamine, Magnesium, Omega 3. Heute ist ein fast ganz symptomfreies Leben wieder möglich. Wir sind unendlich dankbar, diesen Weg entdeckt zu haben. Am Ende bezahlte die Krankenkasse sogar die Kosten für das Bluttuning, weil es wesentlich günstiger war als das geplante Immunsuppressivum.
    Alles Liebe für Dich

    • Dogmeat

      Vielen Dank für deinen Kommentar und geil dass es bei euch dann nach 20 Jahren doch noch geklappt hat. Besser spät als nie.

      Ich würde gerne Kontakt mit dir aufnehmen, weil ich daran interessiert bin wie ihr es geschafft habt, dass die Krankenkasse das Bluttuning bezahlt hat. Würde mir einige Kosten ersparen 🙂

      Hier ist meine E-Mail: marvin.disson@web.de

  • Moin Marvin 🙂 Sehr geile Erfahrungen, die sich komplett mit meinen decken. Habe seit 2005 MC und inzwischen seid 3,5 Jahren nur durch Ernährung im Griff. Um genau zu sein habe ich mit der SCD (Specific Carbohydrate Diet) gestartet, aber diese ist Paleo sehr ähnlich und inzwischen bin ich auf einem Mittelweg angekommen.
    Ich finde es krass, wie wenig Awareness es für das Thema in Deutschland bis heute gibt. Gerade auch bei Ärzten.
    Ich baue deshalb mit Crohn Revolution (www.crohnrevolution.de) gerade eine kleine Community auf, mit der ich MC und CU Patienten motivieren will es auszuprobieren. Erste Erfolgsgeschichten von Leuten die unserem Weg folgen bekomme ich schon alle paar Tage 🙂

  • Sabrina Bauer

    Hallo Marvin, wie lange hat es etwa gedauert, das du sagen kannst, du hast durch die Ernährung eine Verbesserung erlangt?

    • Christine Slotty

      Kleine Bemerkung dazu, weil ich jemanden mit einer ähnlichen Geschichte sehr gut kenne: Bei ihr gingen drei Tage nach einer Umstellung auf viel Fett und Einnahme diverser NEM (u.a. Zink) die Durchfälle weg, die sie 15 Jahre lang hatte!