Die Wahrheit über den Bulletproof-Kaffee

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Das Erste, was das Guten-Morgen-Deutschland morgens nach dem Wasserlassen macht ist … Kaffee trinken. Zugegeben: Für manche heißt es Kaffee plus Frühstück, das bei wiederum anderen Kaffee plus Zigarette bedeutet. Das ist ohne Zweifel die effektivste Version.

Die neuste, erfolgreichste Version eines Kaffeegetränks nennt sich Bulletproof-Kaffee.

Bulletproof-Kaffee stammt von Dave Asprey, einem Amerikaner, der zig tausend Dollar in das „Hacken“ seines Körpers investiert hat, um Möglichkeiten zur (allgemeinen) Leistungssteigerung herauszufinden. Die gleichnamige Firma heißt Bulletproof – das dazugehörige Motto lautet „The state of high performance“.

Es erscheint ein wenig unspektakulär und überzogen, dass man Tausende von Dollar in ein Projekt investieren muss, das am Ende eine Kaffee-Version hervorbringt. Natürlich nicht nur einen Kaffee. Aber der Bulletproof-Kaffee avanciert mittlerweile zum Flaggschiff der Bulletproof-Firma.

Dieser Kaffee soll das Masterproblem des Menschen beheben: Energielosigkeit. Dazu gleich mehr.

Der Bulletproof-Kaffee besteht aus …

  • einem speziellen Kaffee, der keine Toxine mehr enthält (95 % der Anwender praktizieren es womöglich mit herkömmlichem Kaffee)
  • einem Esslöffel MCT-Öl (Asprey verkauft ein spezielles MCT-Öl, das „18 x stärker ist als Kokosöl“ – wie er das wohl begründet?)
  • mindestens zwei Esslöffel Weidebutter (Asprey nimmt bis zu 6)

Die grundlegende Aussage lautet wie folgt:

Mit dieser Mischung bekommst du massiv mehr Energie, hast keinen Hunger mehr, ein morgendlicher Durchhänger bleibt erspart und du verlierst spielend leicht Gewicht.

Doch was verbirgt sich hinter diesem „Zaubertrank“, der es in die Medien, zu einigen Prominenten und etlichen Fitnessbegeisterten schafft?

Dazu muss man die Geschichte von Asprey kennen, der vor einigen Jahren das tibetische Hochland besucht hat. Das Lieblingsgetränk der Tibeter ist der Yakbutter-Tee. Yak ist eine Rinderart. Dieses Getränk besteht also aus Tee und Butter.

Jedenfalls hat der damals konstant energielose Asprey laut eigener Aussage dieses Getränk verzehrt. Das Resultat war eine enorme „Energiesteigerung“.

Auf dem Weg hin zu seinem eigenen Produktimitat, integrierte er auch einen speziellen Kaffee, der offenbar weniger Mykotoxine, Schimmelpilzgifte, enthält, allen voran eine Substanz namens Ochratoxin A aus der Gruppe der Ochratoxine.

Asprey kam offensichtlich schon in chronischen Kontakt mit Schimmelpilzen: Seine eigenen vier Wände waren befallen von Schimmelpilzen, weswegen er unter gesundheitlichen Problemen zu leiden hatte.

Die oben beschriebene Produktmischung (Toxin-freier Kaffee, MCT und Butter) gab ihm schließlich dasselbe Gefühl wie damals beim Verzehr von Yakbutter-Tee.

Nicht nur das gesättigte Fett feierte sein Comeback, sondern auch die Menge der zugeführten Fette („sage ja zu Fett!“) und … natürlich der Kaffee, der plötzlich vor neurologischen, hepatischen, systematischen (etc.) Erkrankungen schützt (vorher auch schon, aber im Zuge des Bulletproof-Kaffees klingt die Werbung so viel besser).

Insgeheim befriedigt der Kaffee also nicht nur ein grundlegendes Bedürfnis nach Normalität („endlich wieder Energie haben“), sondern auch die Sehnsucht nach dem „Ja“. Endlich wieder Fett, endlich wieder Butter essen, die so mundet – ohne schlechtes Gewissen, nein noch besser, mit Gewichtsverlust und unendlicher Energie.

Diese Rechnung geht natürlich auf – also Marketing-technisch.

Mir ist wichtig, dass du auch die grundlegende Mechanik hinter Marketing verstehst. Es ist die Emotion, die Sehnsucht, das Verlangen, das letztendlich den Produktkauf garantiert. Und hier werden mehrere Bedürfnisse direkt befriedigt und mit dem höchsten Daseinsziel, der endlosen, jugendlichen Gesundheit verknüpft.

Die Erweiterung der eingangs genannten Wirkung des Kaffees klingt so:

  • Der Kaffee sorgt für anhaltende Fettverbrennung und Ketose
  • Daraus folgt Gewichtsverlust
  • Der Kaffee macht satt
  • … und gesund

Auffällig ist zunächst, dass viele der Asprey-Statements Relationen außer Acht lassen und ohne entsprechende wissenschaftliche Referenzen arbeiten. Ich möchte ihm keine Laienhaftigkeit unterstellen, allerdings fällt mir dieser Zusammenhang bei Laien auf, wenn sie beginnen sich mit Wissenschaft auseinanderzusetzen.

Das ist dann eine solche Logik:

Diabetiker sind krank. Diabetiker haben hohe Blutzuckerspiegel. Der Verzehr von Kohlenhydraten lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Daraus folgt Kohlenhydrate machen krank.

Auf dieser gedanklichen Basis steht ein riesiges Unternehmen (ja, doch!) namens „Low-Carb“.

Eine ähnliche Logik ist:

Dicke Menschen haben hohe Insulinwerte. Insulin verhindert die Nutzung der Fettreserven. Kohlenhydrate lassen Insulin ansteigen. Kohlenhydrate verhindern das Abnehmen und machen dick.

An dem Gedankengang an sich ist nichts verkehrt. Lediglich die Relationen, die Einordnung des Gedachten stimmt nicht.

Enthält Kaffee todbringende Mykotoxine?

So ähnlich ist auch die Logik hinter dem Asprey-Kaffee, der Toxin-frei sein soll. Es sei nicht das Koffein, so Asprey, das dir das klassische Unwohlsein beim Kaffeetrinken beschert, sondern die entsprechenden Gifte, die deiner Gesundheit schaden.

Bleiben wir beim Ochratoxin-A-Beispiel: Ja, Schimmelpilze schaden der Gesundheit. Asprey zählt direkt alle möglichen Erkrankungen auf, die damit im Zusammenhang stehen, was ein klassisches Totschlagargument darstellt, immer „missbraucht“, um solche Dinge zu rechtfertigen – ohne die Verwendung von Referenzen.

Schimmelpilze schaden. Das ist keine Weltneuheit. Schimmelpilze in der Luft (z. B. in deiner Wohnung) sind sehr schädlich – keine Frage. Allerdings wissen das auch die Kaffeemacher und kennen die Problematik. Und zwar seit mehreren Jahrzehnten. Deswegen gibt es mittlerweile entsprechende Methoden, um den Schimmelpilzbefall massiv zu unterbinden.

Das resultiert dann in entsprechenden Werten: Schon vor etlichen Jahren untersuchten Stegen und Kollegen den „OTA“-Gehalt (Ochratoxin A, kurz OTA) von Kaffee.  Abgesehen davon, dass OTA in circa der Hälfte der Proben gar nicht enthalten war, war die Konzentration bei den restlichen Proben so niedrig, dass man selbst beim Verzehr von 4 Tassen pro Tag lediglich 2 % der erlaubten (= gesundheitlich unproblematischen) OTA-Dosis aufnimmt. Heißt: Du könntest den Kaffee-Verzehr ver-50-fachen.

Es gibt sicherlich einige Kaffeesorten, die einen höheren Gehalt aufweisen. Beispielsweise die Koffein-freie Variante, da Koffein selbst natürlicherweise antimikrobiell wirkt. Aber wird der Gehalt dann ver-50-facht? Nein sagt eine Studie aus England, die gleichzeitig ausschließt, dass Kaffee eine klassische Mykotoxin-Quelle in der menschlichen Ernährung darstellt (Patel, 1997/2009).

Wir kennen die Aussage von Paracelsus, „die Dosis macht das Gift“: Stimmt.

Dieses Gesetz heißt Hormesis. Der Körper wird sich an „Impfdosen“ anpassen und erst bei hohen, frequent zugeführten Dosen wird dieser Anpassungsmechanismus umgangen und das jeweilige Gift wird tatsächlich giftig.

Wenn du glaubst, dieses Argument sei aus der Luft gegriffen: Du verwendest es täglich.

Beim Sport, beim Essen, einfach überall. Stichwort Power Law – nachzulesen in unserem Buch.

Hier setzt das erste kleine Missverständnis der Asprey-Logik an: Schimmelpilzbefall in der Wohnung macht mich krank. Im Kaffee sind Schimmelpilze. Ich trinke viel Kaffee. Kaffee erzeugt ein Unwohlsein. Schimmelpilze in Kaffee machen mich krank.

Die Butter macht mich gesund

Eine ähnliche Logik bezüglich des Konsums von Butter finden wir nicht nur bei Asprey, sondern bei vielen „Paleo-Anhängern“, die erkannt haben, dass es keine „Paleo diet“ (pay-lee-oh) ist, sondern eine „Faileo diet“ (fay-lee-oh), abgeleitet vom englischen Wort „failure“, was übersetzt so viel wie Misserfolg, Versagen und Reinfall bedeutet.

Weshalb? Weil einige Anhänger erkannt haben, dass eine Ernährung basierend auf Magerfleisch, Obst und Gemüse nicht funktioniert, gar nicht funktionieren kann auf lange Sicht.

Dafür darf man jetzt Butter essen. Und es wird wie folgt geworben:

  • Butter enthält viel CLA
  • … wertvolle Omega-3-Fettsäuren
  • … viel fettlösliche Vitamine (A und K)
  • „Gesättigte Fette sind nicht schädlich“

Natürlich liegt der Perfektionismus der Gesundheitsbegeisterten nicht weit entfernt und der nächste Ritterschlag erfolgt zugleich: Nimm lieber Weidebutter, denn dort findest du deutlich höhere Mengen an den genannten Substanzen.

Butter enthält viel CLA

CLA (konjugierte Linolsäure) kennt man von einigen Abnehmpillen – kann man sogar im Drogeriemarkt kaufen. CLA wirkt – es gibt wenig Zweifel daran, dass es wirkt.

Nur es bedarf hoher Dosen, die im Bereich von 3 bis 6 g pro Tag liegen. Und selbst dann ist der Gewichtsverlust im Schnitt so gering, dass du davon nichts spüren wirst – es dauert schlicht zu lange, bis etwas passiert und selbst dann sind die Effekte nicht stark genug ausgeprägt.

Was ich dir damit sagen möchte: 2 Wochen „Diät“ hat denselben Effekt wie CLA-Konsum in 12-24 Monaten.

Auf einige andere Aussagen, wie „CLA verhindert Krebs“ möchte ich genau aus diesem Grund nicht eingehen: Die Dosis macht’s.

Selbst wenn wir großzügig kalkulieren, findest du in Butter eine Menge von 10 mg pro g Fett. Du hast in 100 g Butter circa > 80 g Fett. Du erreichst also – mit viel Liebe – eine Menge von 1000 mg, die Hardliner (200 g Butter), vielleicht 1,5 g CLA. (Vgl. Sebedio et al., 2003)

Wohl gemerkt: Das ist schon eine nette Dosis. Doch das bleibt nicht ohne Kosten: Im gleichen Zeitraum hast du > 800 Kalorien konsumiert (bei 100 g Butter) und (hoffentlich!) oxidierst du in den folgenden Stunden 80 g Milchfett. Doch dazu später.

Butter enthält viele Omega-3-Fettsäuren

… im selben Werbeslogan wird berichtet von den vielen positiven Eigenschaften dieser Fettsäuren. Ja, Omega-3-Fettsäuren sind wichtig, da essentiell. Zumindest die beiden Omega-3-Fettsäuren namens Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sind essentiell. Es gibt auch die „Parentalfettsäure“, alpha-Linolensäure, aus der die beiden gebildet werden können – auf diese Bildung verlässt sich aber kein vernunftbegabter Mensch heutzutage mehr.

Butter enthält laut der amerikanischen Plattform „nutriton data“ weder DHA, noch EPA, sondern ausschließlich die Parentalfettsäure alpha-Linolensäure – 300 mg pro 100 g Produkt. Selbst in Butter von Weiderindern findet man nicht deutlich mehr.

Wenn wir netterweise davon ausgehen, dass Weidebutter mehr Omega-3-Fettsäuren als Stallbutter enthält, so wirst du damit trotzdem niemals auf Werte kommen, die deiner Gesundheit dienlich sind. Wir sprechen von 2-8 g.

Butter enthält viele fettlöslichen Vitamine

Ja – wenn Bulletproof-Kaffee-Trinker plötzlich keine Hautrisse mehr auf dem Handrücken haben, dann muss etwas Biochemisches passiert sein. In der Tat weiß ich aus eigener Erfahrung, dass ein Vitamin-A-Mangel dafür sorgt, dass die Haut, ja, porös wird.

Die 3000 Internationale Einheiten Vitamin A, die in 100 g Butter enthalten sind, gleichen den Mangel selbstverständlich aus, denn das erste Mal im Leben hat man sein Vitamin A, auch Retinol genannt, nicht aus der Vorstufe ß-Carotin gewonnen, sondern direkt konsumiert.

Dann passieren Wunder. Das hier ist allerdings Stufe-1-Denken – ähnlich der Omega-3-Thematik, hätte man auch einfach Retinol- und Omega-3-Tabletten bestellen können, die die Problematik effektiv und kostengünstig behoben hätten. Hier ist der „Natürlichkeitsgedanke“ bezüglich Ergänzungsmittel und Nahrungsmittel etwas fehlplatziert, wie ich finde. Oder anders ausgedrückt: Ich muss nicht 100 g Butter trinken, damit ich auf 3000 IE Vitamin A komme.

Im Übrigen: „Notfalls“ hätte es auch 100 g Rinderleber getan.

Das Retinol, besser gesagt das daraus synthetisierte Hormon Retinsäure bespreche ich ausführlich in meinem Buch.

Ähnliches gilt für Vitamin K: Bezogen auf die Kosten/Nutzen-Rechnung schneidet die Butter auch hier nicht gut ab, denn ohne Angabe der Vitamin-K-Form enthält Grünkohl über 100 x mehr Vitamin K im Vergleich zur selben Menge Butter. In der Tat müsste man ein Kilogramm Butter essen, um die von Gesundheitsbehörden geforderten 100 Mikrogramm Vitamin K1 aufzunehmen.

Problematisch werden die Aussagen bezüglich Vitamin K2, denn unklar ist, ob Vitamin K2 ähnliche Rollen im Stoffwechsel einnimmt bzw. ob Vitamin K1 in Vitamin K2 umgewandelt werden kann im menschlichen Körper, wovon man derzeit ausgeht.

Ungeachtet dessen müssen auch hier größere Mengen Butter zugeführt werden, um überhaupt nennenswerte Mengen (100 mcg) aufzunehmen (geschätzt anhand der Menge in Hartkäse, da sonst zu wenig Quellen). Das waren gut gemeinte Werte. Die tatsächlichen Werte von Vitamin K2 in Form von MK4 betragen eher 15 mcg/100 g Butter. (Anmerkung: Ja, Weidebutter enthält mehr womöglich.)

Es gibt sowieso nur sehr wenige Nahrungsmittel, die überhaupt nennenswerte Mengen an K2 liefern könnten. Die Japaner sind uns da voraus: 100 g Natto, ein fermentiertes Soja-Bohnen-Produkt, liefert knapp 1000 mcg/100 g Produkt. Das ist eine K2-Quelle. Bei übrigens nur 10 g Fett.

Nur, damit wir auch hier die Relationen verstehen: Prophylaktische und therapeutische Dosen bewegen sich im Milligramm-Bereich, weshalb man bezüglich Butter keinesfalls von „Superfood“ sprechen kann, zumindest dann nicht, wenn man mit einem Produkt gerade den Tagesbedarf abdeckt (wenn überhaupt!).

Gesättigte Fette sind nicht schädlich

Ich weiß auch nicht, wer hier wen reitet, aber nichts liegt der Wahrheit ferner, als zu behaupten, dass gesättigte Fette völlig unproblematisch sind und auch in größeren Mengen verzehrt werden können.

In 100 g Butter sind 80 g Fett enthalten, wovon 50 g gesättigter Natur sind.

Wir unterscheiden weiter zwischen kurz-, mittel- und langkettigen Fettsäuren.

Kurzkettige Fettsäuren kennen wir von resistenter Stärke. Das sind die Fettsäuren, die bei der bakteriellen Fermentation resistenter Stärke im Darm entstehen. Sie haben – ohne Frage – eine beträchtliche und positive gesundheitliche Auswirkung, alleine deswegen, weil sie den Darm gesund halten, denn dieser ernährt sich von kurzkettigen Fettsäuren, allen voran Buttersäure.

Wenn Butter mit Gesundheit in Verbindung gebracht wird, dann spricht man meistens die Buttersäure an, quasi als stellvertretendes Merkmal.

Auch mittelkettige Fettsäuren kennen wir … vom Kokosöl. Fakt ist, dass mittelkettige Fettsäuren direkt ins Blut gelangen ohne den klassischen Fetttransporter namens Chylomikron.

Weiterhin brauchen diese Fettsäuren, übrigens genau wie kurzkettige Fettsäuren, kein L-Carnitin, um in die Mitochondrien zu gelangen. Heißt: Hier wird ein klassischer Flaschenhals umgangen. Insgesamt ähnelt diese Verstoffwechselung sehr der Kohlenhydratverstoffwechselung, weshalb diese Fettsäuren auch eine profund andere Auswirkung auf den zellulären Stoffwechsel und somit auf den Organismus haben. (Vgl. Billigmann, 2004)

Um diesen Punkt ordentlich abzurunden: Durch die zügige Verstoffwechselung reichern sich MCT (mittelkettige Fettsäuren) rasch in den Mitochondrien an, die hepatische ß-Oxidation (= Fettverbrennung) steigt an, weswegen auch Keton-Körper anfallen – ohne das Risiko einzugehen, dass große Mengen im Fettgewebe landen (was sich übrigens ändert bei steigendem Konsum von MCT). Die MCT-Fette verhalten sich nicht nur wie Kohlenhydrate, sie provozieren sogar eine Insulinausschüttung. Das solltest du bedenken.

Leider kann man davon nicht 100 g in den Kaffee kippen, da du sonst schneller auf der Toilette landest als dir lieb ist.

Auch hier stimmt die Relation nicht: In 100 g Butter finden wir gerade 10 g dieser Fettsäuren – wohl gemerkt: Kurzkettige und mittelkettige Fettsäuren addiert.

Alleine im Stuhl von gesunden Probanden findet man ohne Zugabe von resistenter Stärke bereits Mengen im Gramm-Bereich, was darauf schließen lässt, dass eine gesunde Darmflora selbst in der Lage ist, kurzkettige Fettsäuren im Grammbereich zu synthetisieren – was man letztendlich noch steigern kann durch die Gabe von Substraten. (Vgl. Spiller et al., 1980)

Soll heißen, dass es irrsinnig ist, 100 g Butter zu konsumieren, damit „der Darm gesünder“ wird oder Dinge mit dem Körper passieren, die Darm-abhängig sind.

In 100 g ist allerdings über 20 g Palmitinsäure enthalten. Diese Fettsäure – und darüber braucht man nicht zu streiten – wird deiner Gesundheit nicht dienlich sein.

Hier kann man nochmals an das Darm-Thema anknüpfen: Ernährst du dich hauptsächlich von Fett, so hat das auch einen massiven Einfluss auf das Mikrobiom in deinem Darm.

Genauer: Dort werden wir dann Bakterien finden, die an diese Substratwahl adaptiert sind. Ein Forscher-Team hat 2012 herausgefunden, dass eine Spezies namens Bilophila wadsworthia am liebsten dann wächst, wenn man viel Milchfett verfüttert, was in einer späteren Arbeit reproduziert wurde, dort zeigte man, dass der Stamm genau dann wächst, wenn man Kohlenhydrate aufgibt zugunsten einer „carnivoren“ Diät (Lawrence, 2014).

Das Problem an der Sache ist, dass genau dieser Vertreter im direkten Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen des Darms stehen.

Soll heißen: Wer glaubt, er tut sich mit dem Verzehr von einigen Gramm Buttersäure etwas Gutes, der vergisst die anderen Auswirkungen von Butter auf die Darmflora.

Wer sich von den etlichen anderen Palmitinsäure-Effekten überzeugen möchte, der möge bitte meine Artikel-Reihe zum Thema Fettsäuren lesen. Einen Teil von dieser Reihe findest du hier.

Fazit: 20 g Palmitinsäure, eine Fettsäure, die Zell-toxisch wirkt, nimmst du in Kauf, weil du an den Freispruch von gesättigten Fettsäuren glaubst. Ein Irrglaube.

Kleines Fazit

Ich möchte nicht lange reden:

  • 70 g Grünkohl
  • Ein Stück Leber
  • 3-4 Fischölkapseln (30 %)
  • (für die Neurotiker: ein paar Gramm Natto)

… hätten dir bis auf CLA alles in Mengen beschert, wovon du selbst nach dem Verzehr von 200 g Butter noch träumst. Damit meine ich: Jeder, der halbwegs „normal“ (siehe unten) isst, der braucht sicherlich keine 200 g Butter, um an die ominösen Superfood-Mikronährstoffe zu gelangen.

Bezogen auf die Nährstoffdichte (Mikronährstoff pro Kalorie) hätten wir hier knapp 100-120 g Lebensmittel, eine sehr geringe Kaloriendichte, bei sehr hoher Mikronährstoffzufuhr.

Paart man dies mit einer völlig normalen temporären Kalorienrestriktion, hast du zusätzlich den stärksten bekannten Krebsschutz installiert und nimmst in zwei Wochen mehr ab, als in einem Jahr mithilfe des Konsums von 20 g CLA.

Ich weiß, das klingt nicht so spektakulär wie Bulletproof-Kaffee.

(Im Übrigen bin ich hier auf die möglichen hormonellen Wirkungen von Milchfett-Konsum eingegangen – Butter stellt eine hervorragende natürliche Östrogen-Quelle dar.)

Doch weiter: Wenn wir schon beim Thema „Normal“ sind.

Fettverbrennung? Keinen Hunger? Kinderleicht selbst machen

Wann erfahren Menschen eine Leistungsexplosion? Genau, wenn sie „von ganz unten kommen“, natürlich biochemisch betrachtet.

Wenn die Nudel- und Müslifraktion nach jahrelangem Kohlenhydrat-Abusus morgens plötzlich keine Kohlenhydrate mehr isst, dann passiert etwas Gutes:

Zum ersten Mal im Leben lernt man, dass es einen Fettstoffwechsel gibt und dass dieser Fettstoffwechsel für eine recht stabile Versorgungslage sorgt. Gleichzeitig wird der zelluläre Masterregulator AMPK aktiv, der Körper wird gezwungen Mitochondrien zu bauen, im Muskel, wie im Gehirn und plötzlich … hat man Energie.

Ketonkörper werden gebildet, daraus macht das Gehirn sogar noch effektiver „Energie“.

Das ist natürlich kein Hexenwerk, sondern eine banale (biochemische) Tatsache, die jeder erlebt, der mal fastet.

Nun, ich will nicht so weit gehen und sagen, dass der Bulletproof-Butter-Kaffee die Pussy-Version des Fastens darstellt, nein … oder doch?

Tatsächlich schwärmen genau die Menschen von diesem Kaffee und der Wirkung, die noch nie erlebt haben, dass man auch völlig ohne Essen (=> Butter und MCT) keinen Hunger haben muss, dass man auch völlig ohne Essen (=> Butter und MCT) eine sehr gute geistige Klarheit erlebt, womöglich das erste Mal im Leben.

Gleichzeitig vergessen diese Menschen dann aber auch, dass – wenn einmal trainiert – dieser Fettstoffwechsel konstant für einen da ist. Auch dann, wenn man wieder Kohlenhydrate isst.

Einige „üben“ das täglich: Die fasten ein paar Stunden und dann gibt es Kohlenhydrate. Hier also wird dieser Switch konstant trainiert – selbstverständlich haben die dann auch kein Problem mehr mit dem Thema „Energie“.

Stattdessen knallt man sich eine klebrig-flüssige Fettmasse in den Magen-Darm-Trakt, der zunächst die Magenentleerung verlangsamt und im Anschluss im Darm verweilt und partiell ins Blut abgegeben wird (siehe hierzu auch den Artikel zum Thema „second meal effect„) – jeder weiß, dass eine große Menge Fett ein stundenlanges Sättigungsgefühl garantiert, das tief aus dem Darmbereich kommt.

Koffein, Koffein-Time-Release und freie Fettsäuren

Hier setzt der nächste Wirkmechanismus des Kaffees an: Was viele nicht wissen ist, dass Koffein sowohl Wasser, als auch Fett-löslich ist. Könnte sich hier ein „time release“-Mechanismus verbergen, der einen stetigen Zustrom an Koffein und somit Wachheit garantiert?

Man kann es auch anders formulieren: Durch die verzögerte Freisetzung von Koffein aus dem Darm erfahren Kaffeenutzer nicht das klassische „Leistungsloch“, das sich nach 90 Minuten der Zufuhr einstellt.

Was die Bulletproof-Kaffee-Konsumenten offensichtlich nicht wissen ist, dass Kaffee selbst dafür sorgen kann, dass man spielend leicht einen ketogenen Zustand erreicht:

Die Fettsäure-Freisetzung wird gerade durch ß-Adrenorezeptoren reguliert, die von Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin aktiviert werden und entsprechend dafür sorgen, dass Fettsäuren in den Blutstrom abgegeben werden.

Jeder weiß, dass Kaffee das sympathische Nervensystem stimuliert und somit auch die Freisetzung von Katecholaminen. Dies wiederum sorgt für einen dramatischen Anstieg von „freien Fettsäuren“ im Blut (Bellet, 1968) – die reichern sich in der Leber an und können entsprechend auch für eine Ketonkörper-Produktion sorgen.

Braucht man dazu Butter und MCT? Nein.

Im Gegenteil: Bei vielen Menschen scheint diesbezüglich der rationale Verstand ausgeschaltet zu sein.

In den Fettzellen herrscht ein negativer Feedbackmechanismus, der verhindert, dass zu viele freie Fettsäuren in den Blutstrom abgegeben werden, was zur Toxizität führen könnte.

Daher reguliert nicht nur Insulin bzw. Katecholamine die Fettsäure-Freisetzung, sondern auch Fett (Triglyceride) und Ketonkörper selbst die Fettsäure-Freisetzung. Tatsächlich kann der Verzehr von Fett selbst die Fettsäure-Freisetzung hemmen.

Macht Sinn: Wieso soll der Körper Fettsäuren zuschießen, wenn er gerade 80 g derselben verzehrt hat?

Weiterhin sollte man sich vor Augen führen, dass (langkettige) Fette immer den Umweg über das Fettgewebe nehmen müssen und nicht direkt oxidiert werden können.

Heißt: Wer viel Fett isst (gilt nur bedingt für MCT und KKFS), der wird immer das Risiko eingehen, dass die Fettsäuren ins Fettgewebe reingehen, aber nicht mehr rauskommen.

Wie einige anekdotische Berichte im Internet bereits sehr schön schilderten, können sich auch dann Ketonkörper nach dem Verzehr von MCT anreichern, wenn man gar nicht „in der Ketose“ ist, sprich man gar keine niedrigen Insulin-Werte hat.

Soll heißen: Woher willst du, der morgens den Fett-Kaffee trinkt, überhaupt wissen, dass du tatsächlich „im Fettverbrennungsmodus“ bist?

Kann dein Muskel überhaupt 20-30 g Butterfett verbrennen? Oder denkst du, es löst sich in Luft auf? Warum soll dein Körper Schwabbel verlieren, wenn du gerade Schwabbel isst?

Untermauert werden diese Behauptungen mit skurrilen Argumenten: So soll die Butter „Mizelle“ bilden, die das Fettverbrennen kräftig unterstützen. Ah ja. Die Menschheit weiß natürlich nicht, was ein Mizell ist … aber „mehr Fettverbrennung“ klingt immer gut.

Zugegeben: Fällt Insulin stark ab, dann lässt auch das Hungergefühl nach und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man sich zunehmend an eigenen Fettspeichern bedient.

Doch … musst du dafür Weidebutter und MCT-Öle trinken?

Es geht auch anders

Gerade kontaktierte mich jemand, der sich präsentierte mit einem HDL-Wert von 35 bei Cholesterin weit über 200, leider ein genetischer Zustand – lt. einer mathematischen Berechnung wäre das sowieso ein Risiko-Patient. Er wird mit diesen Blutwerten nahezu garantiert eine Arteriosklerose-Entwicklung erfahren (Michalk et al., 2014). Auch er lebte eine Zeit lang „ketogen“. Ist das sinnvoll?

Nein. Nicht jeder von euch kann Fett trinken und erwarten, dass er dann super-top Blutwerte erhält. Wieso nehmen wir tausende Untersuchungen nicht ernst und stützen uns stattdessen blind in Dinge, die evolutiv gesehen genau so anomal sind, wie das, was wir vorher praktiziert haben.

Hier sei angemerkt, dass weder Müsli, also Vogelfutter, noch Butter auf dem Speiseplan unserer Vorfahren stand. Du selbst warst ja nicht dabei in Europa vor 40.000 Jahren und selbst wenn, Butter haben die mit absoluter Sicherheit niemals gegessen und schon gar nicht getrunken.

Viele machen drei Schritte vor dem ersten, springen in das ketogene Wunderland mit ganzen Nusspackungen, dem fetten Bacon und dem Sahnedrink, vergessen dabei aber ein paar grundlegende Aspekte, die man vorher ruhig auch hätte berücksichtigen können:

  • Eat real food
  • Schlafe ordentlich
  • Verschaffe dir Zugang zu UV-Licht
  • Iss nicht den ganzen Tag
  • Bewege dich

Du kannst dich selbst fragen, ob du alle Punkte mit vollstem Vertrauen in deinen eigenen Körper wochen- und monatelang umgesetzt hast, bevor du voreilig irgendwelche Ergänzungsmittel kaufst, von denen du dir grundlegende Aspekte erhoffst, die du sowieso geschenkt bekommst von der Natur.

Oder anders ausgedrückt: Wieso trinkst du Fett, wenn du ohne Probleme tagelang von deinem eigenen Fett leben könntest? Kinderleicht, jeden Tag, völlig selbstverständlich.

Jeder Buschmann hat noch nie etwas von „Bulletproof“ gehört und oxidiert Fett wie Lance Armstrong zu seinen besten Zeiten.

Man kann den ganzen Blödsinn mit einer kleinen Ausführung widerlegen: Ein Forum-Mitglied hat mal aufgehört ganze Nusspackungen zu verdrücken, im Glauben an den heiligen ketogenen Zustand, stattdessen mal die Ratio eingeschaltet …

… Mit ein paar temporären, kurzweiligen Fasteneinheiten (Fettstoffwechsel) und viel Süßkartoffeln (wenig Kalorien, viele Kohlenhydrate), hat die mal eben 10 kg abgenommen. Kollegen fragen, wie sie so dünn hat werden können.

Was bleibt? Stufe-2-Denken bleibt

Abnehmen, Energie und Fettverbrennung werden zu Modewörtern … die Natur schenkt’s einem.

In meinem Buch schreibe ich seitenlang vom „Stufe-2-Denken“. Der Bulletproof-Kaffee ist ein Paradebeispiel für das Stufe-1-Denken, das die Allgemeinheit beherrscht. Also: Die Allgemeinheit wird beherrscht vom Stufe-1-Denken. Und genau dann greift gutes Marketing oder virale Selbstläufer.

Um in Martin Berkhans Jargon zu bleiben:

Bulletproof? Sounds like bullshit approved.

Der hat 5 % Körperfett, isst Kohlenhydrate und trinkt keine Weidebutter. Denke mal darüber nach.

Disclaimer

Ja – wenn dein Körperfettanteil niedrig ist, du nachweislich Fett-adaptiert bist, dann darfst du mehr Fett essen. Ich würde hier allerdings nicht auf Butter, sondern eher auf z. B. MCT-Öle und Fette zugreifen, die einen hohen Ölsäure-Gehalt aufweisen.

Referenzen:

  • Bellet (1968): „Response of free fatty acids to coffee and caffeine.“
  • Billigmann et al. (2004): „Physiologie des L-Carnitins und seine Bedeutung für Sportler.“
  • Lawrence et al. (2014): „Diet rapidly and reproducibly alters the human gut microbiome.“
  • Patel et al. (1997): „Survey of ochratoxin A in UK retail coffees.“
  • Sebedio et al. (2003): „Advances in Conjugated Linoleic Acid Research.“
  • Spiller et al. (1980): „Effect of purified cellulose, pectin, and a low-residue diet on fecal volatile fatty acids, transit time, and fecal weight in humans.“
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  • Artur

    Also, um es mal klar auszudrücken, rätst du von einem solchen Getränk ab?
    Ich persönlich war noch nie der Frühstücker. Ich trinke morgen aber auch keinen Kaffee, sondern Tee. Gerne mache ich mir da Butter und natives Kokosfett rein. Ich habe keine Gewichtsprobleme und mache viel Sport. Nehme es also tatsächlich des Geschmackes wegen zu mir. Zum ersten mal lese ich, dass das ganze auch seine Gefahren hat.

    Höre ich also auf meinen Körper oder auf die von dir recherchierte Faktenlage?

    • http://www.edubily.de Chris (edubily)

      Hallo Artur,

      wie bereits angedeutet: Wenn der Körper gut mit Fetten umgehen kann, dann spricht sehr wenig gegen den Fettkonsum per se.

      „Auf den Körper hören“ ist so eine Sache … Einige glauben, nach Pommes-Konsum freut sich der Körper. Die Folgen sind bekannt.

      Was ich damit sagen möchte ist, dass man viele Entwicklungen nicht absehen kann und was dir heute hilft, kann morgen schon neue Probleme generieren.

      Als Beispiel: Bist du dick und hast keinen Fettstoffwechsel, dann wird dir eine Low-Carb-Diät sehr gut tun. Auf der anderen Seite kann eine ketogene Diät selbst (u. a.) eine dauerhafte Änderung des muskulären Enzymsystems herbeiführen. Daher bringt uns das klassische Schwarz/weiß-Denken nicht weiter. Stattdessen sollte man im Kopf, als auch bezogen auf den Stoffwechsel, flexibel bleiben.

      Wenn ich weiß, dass Palmitinsäure die ß-Zellen meiner Bauchspeicheldrüse zerstören kann, dann werde ich das sicherlich nicht mehr „trinken“.

      Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) tut das nicht – im Gegenteil.

      Heißt: Wenn ich schon ketogen leben möchte, dann wenigstens optimiert und sinnvoll.

      Herzliche Grüße,
      Chris

      PS. Gegen den Konsum von Kokosöl im Kaffee spricht wenig.

      PS 2. Im Übrigen hat alles seine Gefahren … die Dosis macht’s. 100 g Butter ist eine Dosis.

  • Michael Gato

    Wie üblich ein sehr informativer Bericht, der sich auch ziemlich mit den
    Aussagen von Will Brink zu Bullet Proof Coffee deckt
    (http://www.brinkzone.com/general-health/bulletproof-coffee-bs/).

    Ich
    bin anfang letzten Jahres auf Dave Asprey und BP Coffee gestoßen. Die
    Podcasts waren bisweilen sehr interessant, aber beim genauen hinhören
    merkt man recht schnell, dass er ein ziemlicher Hasardeur ist und mehr
    PR als Wissenschaft betreibt, da er oft auf wichtige Kritikpunkte nicht
    weiter eingeht und so tut als ob nichts wäre.

    Beispiele: In
    einem Gespräch mit einem amerikanischen Kaffee Experten, sagte dieser,
    dass die Grenzwerte für Mykotoxine in Europa so tief sind, dass die von
    Asprey angesprochene Problematik quasi nicht existent ist. Darauf wurde
    aber nicht weiter eingegangen. Asprey gibt auch selbst zu, dass er sich
    mit seinen Methoden den Darm zerschossen hat und deshalb eine Allergie
    gegen Eier und ich glaube auch Kasein entwickelt hat. Das wird aber auch
    abgetan, als ob das Nichts wäre, genauso wie sein langer Modafinil
    Konsum.

    Wie du allerdings sagst, die Dosis macht das Gift. Bei
    aller Kritik an Asprey hab ich persönlich „gute“ Erfahrungen gemacht mit
    Kaffee, nach BP Art. Sprich Kaffee aus langsamer Röstung aus 20 bis
    25gr Pulver gebrüht, mit etwa 20 gr Kerrygold Butter, 10 – 15gr
    handelsüblichen mct Öl. Damals habe ich noch gelegentlich als
    Hafenarbeiter beim Container laschen gejobbt, was physisch sehr
    anstrengend sein kann und
    die Zugabe von dem Fett hat die Kaffee wirkung merklich verlängert und
    auch den Hunger gut unterdrückt. Allerdings hat sich mein Durst und
    daraus folgender Wasserkonsum fast verdoppelt.

    Zu guter letzt
    hätte ich zwei Fragen. In einem Podcast mit Tim Ferris als Gast, hat
    Asprey erwähnt, dass das Fett im BP Coffee, durch den Blender
    homogenisiert, als Transportmatrix für die restlichen Stoffe im Kaffee
    wirken soll. Was hälst du davon? Und ist es, in diesem Zusammenhang,
    bedenklich wenn ich mir im Blender rohes Eigelb und Mandel/Erdnussbutter
    mit in einen Proteinshake mixe? Ich hätte ungern „unverdaute“ Proteine im Blut.

    • http://www.edubily.de Chris (edubily)

      Hey Michael,

      sehr gute Infos von dir hier, danke. Auch der Link, sehr sympathischer Mensch, der sehr wichtige Dinge anspricht, u. a.: Differenzierung.

      Dein Beispiel ist passend: Du musstest hart und lange arbeiten – in diesem Setting passt die Zufuhr von Fett gut. Allerdings bin ich der Meinung, dass Ölsäure-haltige Öle (falls es geschmacklich okay wäre), sogar noch besser geeignet sind.

      Bezogen auf die Aussage von Asprey bin ich überfragt. Ich müsste nachschauen, welche Stoffe im Kaffee durch die Zugabe von Fett profitieren könnten. Aber selbst wenn: Ich denke nicht, dass der menschliche Darm 50 g Butter braucht, damit die Stoffe im Kaffee auch wirklich ins Blut kommen 🙂

      Was meinst du denn mit „unverdauten Proteinen“? Hast du Angst, dass rohes Eigelb mit Nussbutter Nachteile haben kann?

      • Michael Gato

        Ich habe schon des öfteren gelesen, dass es bei homogenisierter Milch dazu kommen soll/kann, dass sich Kasein an das Fett bindet und so durch die Darmwand unverdaut mit ins Blut kommt. Davor hat auch schon Vince Gironda gewarnt, dass man die, von Ihm empfohlene, Sahne aus diesem Grund nicht im Mixer mit Proteinpulver mischen soll, sondern nur verrühren.
        Meine Befürchtung war, dass dies vielleicht auch mit dem Fett aus Eigelb und Erdnuss passieren könnte und eventuell so eine Allergie auslösen könnte.

  • Diana

    Falls von Interesse kurz meine Erfahrung hierzu: Ich habe den Bulletproof Kaffee auch ausprobiert (2 Wochen lang) und mir ging es jedesmal hundeelend danach…Schwindel, Übelkeit und kurz danach ein extremer Hunger!

  • KetoPrincess
    • http://www.edubily.de Chris (edubily)

      Hallo KetoPrincess,

      kein „Hallo“, keine „Aussage“, kein gar nix – außer dein Name, der deine Intention bereits ankündigt.

      Ich antworte dir jetzt kurz (man achte auf das Großgeschriebene):

      Volk, Brittanie M., et al. “Effects of Step-Wise Increases in Dietary Carbohydrate on Circulating Saturated Fatty Acids and Palmitoleic Acid IN ADULTS WITH METABOLIC SYNDROME.” PloS one 9.11 (2014): e113605.

      PS. Die Arbeit handelt zu weiten Teilen von PalmitOLEINsäure. Eine einfach ungesättigte Fettsäure. Die ist nicht schlecht – das zeigen etliche Zellstudien.

      Beste Grüße

      • Taimes

        Wirklich sehr schade zu sehen, wie der Großteil einfach nicht in der Lage ist auch nur ein kleines bisschen zu differenzieren. Selbst wenn schon im Titel darauf hingewiesen wird, dass hier von Insulin Resistenten die Rede ist, denen man Carbs zuführt, wird damit seine eigene Ernährungsform/religion versucht zu rechtfertigen.
        Gestern hab ich aus Spaß mal in dem Paleo/HFLC Forum gelesen, wo du offenbar für etwas Unruhe gesorgt hast^^
        War recht amüsiert

        Auch wenn es nervt, aber daran sieht man auch wie wichtig es ist, solche „Angriffe“ sachlich zu entkräften und ein dezenten Hinweis auf Indoktrination und Schwarz-Weiss-Denken fallen zu lassen.

        Er sei hiermit auch von meiner Seite fallen gelassen.

        Ich kann mal den kurzen Artikel zur gesteigerten de-novo-lipogenese in Adipocyten rauskramen, die durch High-Carb induziert wird. Hab das aber glaub im Aesir-Forum geschrieben und du, Chris, hast dann drauf geantwortet. Während in der Leber die DNL nicht wirklich positiv ist, ist sie das in Adipocyten wohl sehr ausgeprägt. Die verzweigkettigen Fettsäuren, die dort synthetisiert werden, haben in der Folge insulin-sensitivierende Signalwirkung am Muskel.

        So zumindest die Hypothese, die durch einige Hinweise gestützt wird.

        • http://www.edubily.de Chris (edubily)

          Hey Tim,

          sehe ich genauso. Danke dir.

          Zur DNL in Hepato- oder Adipocyten: Das ist sicherlich sehr spannend. Meine Auffassung basiert auf der Arbeit von Acheson (’88) – wenn ich das richtig in Erinnerung habe – der das mMn sehr elegant gezeigt hat. Wenn man sich an KH überfrisst, schmeißt die Leber proportional zur gegessen Kalorienmenge in Form von Kohlenhydraten Lipide raus – bis zu 150 g am Tag.

          Bei Fettzellen konnte man das in dieser Größenordnung nie feststellen. Zum Beispiel hier: http://www.nature.com/ijo/journal/v24/n7/full/0801256a.html

          Die Sache ist halt auch, dass Dicke (Insulinresistente) nicht nur im Muskel insulinresistent werden, sondern aufgrund der chronischen Entzündung des Fettgewebes, auch im Fettgewebe. Die Frage also ist auch, ob und wie viel Glukose solche Fettzellen dann überhaupt aufnehmen können.

          Denn die Leber hat halt den Vorteil, dass sie Insulin-unabhängig Glukose aufnehmen kann, selbst dann, wenn schon recht viel Fett in der Leber ist.

          Spannendes Thema auf jeden Fall. Aber völlig ungeachtet wo und ob DNL statt findet … irgendwie ist es doch klar, dass der Körper endogen Fettsäuren synthetisiert, wenn du ihm nur KH gibst. Macht aus evolutiver und biochemischer (mTOR etc.) Sicht total Sinn. Aber ich bin mir sehr sicher, dass das keinerlei Problem darstellt, solange man eukalorisch bleibt. Das deckt sich sicher auch mit deiner Auffassung.

          Beste Grüße!

          • Taimes

            Müsste das gewesen sein, ja.
            Anfangs wurde deine Kompetenz angezweifelt, da „jeder der gegen Ketogene Diäten ist ja quasi keine Ahnung von Biochemie und Ernährungsphysiologie haben kann“ 😀

            Dann kam irgendein Bekannter von dir, der dich leidenschaftlich aber mMn trotzdem mit genug Sachlichkeit verteidigt hat. Hier liegt die Betonung auch „dich“, weil nicht deine Arbeit und Auffassung kritisiert wurde. Die war den Leuten nämlich gar nicht bekannt. Sich zu informieren haben indoktrinierte Menschen im Vergleich zu uns ja auch nicht nötig.
            Gilt noch nicht mal nur für deinen Blog, sondern auch für die Wissenschaftlichkeit ihrer Argumentation per se: Warum den Methodenteil von Primärliteratur lesen, wenn man doch in der sekundär (tertiär, quartär,…) Populär-„Literatur“ alles so schön einfach und logisch erklärt bekommt?

            Aber naja, diskutieren zwecklos. Vermute, man wird schneller auf das Niveau heruntergezogen, wie man schauen kann. Wird einem plötzlich in den Mund gelegt, dass man die „Weisheit mit Löffeln gefressen hätte“, nach jedem noch so kleinen Fehler gesucht et cetera.

            Dabei will man nur „Verstehen“ und liebt es, seine Arbeit/Studien mit anderen zu teilen.
            Und dann wird irgendein Fussballspiel draus gemacht, FC Keto vs BVB Carbs -.-

            @science: In dem Feld adipocyten-spezifische Lipogenese ist v.a. B. Kahn aktiv. Dürft auch bald mehr publiziert werden, denke ich.

          • http://www.edubily.de Chris (edubily)

            Absolut.

            Die Ausführung von „meinem Bekannten“ kenne ich gar nicht. Muss ich mir mal angucken, ich such’s mal.

            Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Die Literatur (außer Primärquellen), die von „Autoritäten“ verfasst wurden, werden bevorzugt gelesen und als wahr akzeptiert.
            Natürlich sind Viele auf solche Literatur angewiesen, denn es fehlt schlicht der fachliche Hintergrund um Untersuchungen und Studien selbst zu lesen und Schlussfolgerungen für sich daraus zu ziehen.

            Daher war und ist die Grundmotivation hier von uns ja auch, dass die Leute so viel biochemisches Fachwissen bekommen, dass sie selbst einigermaßen verstehen und Dinge richtig einschätzen zu können.

            Und wenn man dann – so fachlich korrekt wie die „Autoritäten“ – eine Gegendarstellung verfasst, meinetwegen sogar extra ein wenig überspitzt, dann verschafft man sich schnell Hass (siehe diverse Foren, Kommentare hier, Amazon Rezensionen etc.).

            Ich finde es nur sehr traurig und schade, dass sich Menschen nicht für den Ausbau ihrer eigenen Fähigkeiten interessieren und solche Plattformen wie edubily nutzen, stattdessen lieber Figuren suchen mit denen sie sich identifizieren können.

            Wenn man dann ein Werk schreibt, das dem Laien, dem Normalbürger versucht, ein bisschen Wissenschaft nahezulegen, dann … na ja. Man kann sich ja die letzte Rezension bei Amazon ansehen.

            „Strunz kommt wenigstens auf den Punkt. Man fragt sich oft: Wieso schreibt er das jetzt?“

            Dieser Satz sagt so so viel aus über die Denkweise. Hauptsache kurz und prägnant, Hauptsache es klingt logisch und gut – aber eine Erklärung will keiner hören. Aber dann nach 2 Jahren beschweren, dass man auf die Schnauze gefallen ist.

          • Taimes

            Müsste das gewesen sein, ja.
            Anfangs wurde deine Kompetenz angezweifelt, da „jeder der gegen Ketogene Diäten ist ja quasi keine Ahnung von Biochemie und Ernährungsphysiologie haben kann“ 😀

            Dann kam irgendein Bekannter von dir, der dich leidenschaftlich aber mMn trotzdem mit genug Sachlichkeit verteidigt hat. Hier liegt die Betonung auch „dich“, weil nicht deine Arbeit und Auffassung kritisiert wurde. Die war den Leuten nämlich gar nicht bekannt. Sich zu informieren haben indoktrinierte Menschen im Vergleich zu uns ja auch nicht nötig.
            Gilt noch nicht mal nur für deinen Blog, sondern auch für die Wissenschaftlichkeit ihrer Argumentation per se: Warum den Methodenteil von Primärliteratur lesen, wenn man doch in der sekundär (tertiär, quartär,…) Populär-„Literatur“ alles so schön einfach und logisch erklärt bekommt?

            Aber naja, diskutieren zwecklos. Vermute, man wird schneller auf das Niveau heruntergezogen, wie man schauen kann. Wird einem plötzlich in den Mund gelegt, dass man die „Weisheit mit Löffeln gefressen hätte“, nach jedem noch so kleinen Fehler gesucht et cetera.

            Dabei will man nur „Verstehen“ und liebt es, seine Arbeit/Studien mit anderen zu teilen.
            Und dann wird irgendein Fussballspiel draus gemacht, FC Keto vs BVB Carbs -.-

            @science: In dem Feld adipocyten-spezifische Lipogenese ist v.a. B. Kahn aktiv. Dürft auch bald mehr publiziert werden, denke ich.

  • Alcaflow

    Finde den Artikel zum einen sehr gut und zum anderen wird wieder nur eine Seite betrachtet. Zum einen muss man unterscheiden was die jeweiligen Ziele der Person sind die sich für Bulletproof Coffee entscheiden und zum anderen wird hier nur auf den Kaffee eingegangen.
    Wer den Bulletproof Coffee trinkt der sollte dazu auch die Bulletproof Diet machen, ansonsten macht das ganze keinen Sinn und vor allem nicht in den hohen Mengen die empfohlen werden!
    Dave sagt auch in seinen Podcasts, Blogs und in seinem Buch ganz klar das Kalorien wichtig sind, aber nur für bestimmte Ziele:
    – Er sagt wer wirklich lean werden will, also Bodybuilder lean kommt um Kalorienzählen nicht herum, wer sagt das noch der ein ähnliches Schema hat? John Kiefer
    -> es wird aber trotzdem die ganze Zeit auf den Sprüchen „lose weight and dont starve“ eingehackt, dabei wird nicht betrachtet das dieser Spruch für fette Menschen tatsächlich funktioniert und man damit wirklich spielend leicht abnehmen kann
    – die Bulletproof Diet ansich ist sehr extrem, vom kochen von den Nahrungsmitteln von den jeweiligen Untersuchungen die er empfiehlt und den Kosten die da entstehen… das ist eine Hausnummer, aber wenn man wirklich KRANK ist, ist die Bulletproof Diet keine schlechte Idee, wenn man leistungsfähiger sein will (und ich rede nicht vom Liften, sondern im Büroalltag) dann ist die Bulletproof Diet überragend.
    – In der Bulletproof Diet gibt es jeden Abend Carbs, fyi, high fat, viel verschiedenes Gemüse und „superfood“ Protein sources wie Wildfang Lachs, Bio Freihaltungs Eier und Weide Rindfleisch.
    taugt das ganze für Powerlifter oder Bodybuilder? nein
    gesundheitlich? gibt es weitaus schlechtere Diäten und zudem verkauft er seinen Kaffee mit ~20g Kerrygold in seinem Laden in Santa Monica (geschätzt)
    Bulletproof einfach wie t-nation betrachten, den ganzen Marketing Müll ausblenden und die guten Sachen rausziehen.

    werde hier auf der Seite mal bisschen mehr lesen
    Gruss

  • Markus

    Die Idee finde ich gut: der „Bomb Proof Coffee“ für geistige Frische am Morgen- das ist Kaffee mit Kakao, Kreatin, Tyrosin und Kokosöl:

    http://www.brinkzone.com/articles/the-science-of-bomb-proof-coffee/
    http://www.brinkzone.com/general-health/bomb-proof-coffee/

    • http://www.edubily.de Chris (edubily)

      Das gefällt mir schon deutlich besser 🙂 Vielen Dank dafür!

  • Manu

    Hallo zusammen,

    nicht nur, dass der Artikel insbesondere aufschlussreich über wesentlich bessere Alternativen gegenüber dem genannten Produkt ist, finde ich vor allem eines herausstechend:
    Der letzte Absatz ist für mich das essentielle, das „Stufe-2-Denken“. Dieses wird, meiner Erfahrung nach, immer seltener angewandt. Viele geben sich bereits damit zufrieden wenn etwas „toll“ klingt und vertrauen diesem blind, jenseits von gesundem Menschenverstand und einer etwas kritischen Denkweise, ob jenes wirklich so überagend ist. Gut, auf der anderen Seite könntest du dir viele Aufklärungsartikel sparen, welche diesen Blog weniger befüllt wirken lassen würden (Insbesondere die Artikel, welche sich mit einer „low Carb“ Diskussion beschäftigen), wenn viele nicht auf „Stufe 1“ hängen bleiben würden 😉

    Viele vergessen meines Erachtens auch immer einen der Grundgedanken jeder Wissenschaft, der jedoch so simple ist: Dem Beobachten. Dieses liegt eigentlich in der Natur des Menschen und wird von vielen nicht realisiert und umgesetzt bzw. die logischen Schlussfolgerungen daraus gezogen. Dazu gehört, so glaube ich, nicht nur das „wie entwickelt sich etwas“ sondern „wie hat sich etwas entwickelt“. Wendet man dies wiederum auf den Menschen an, erkennt man dass der Meilenstein unserer Entwicklung im Zugang zu einer größeren Nahrungsvielfalt lag. Weg von der veganen Ernährung (falls ein primat diese jemals hatte) über die vegetarische bis hin zum Fleischkonsum (inklusive dem Verzehr von Pflanzen!). Und ja, für mich zählt Fisch auch zu Fleich, also tierische Proteine. Und das ganze auch noch unverarbeitet, nein nicht zwangsläufig roh.
    Jetzt stellt man im letzten Jahrhundert (oder auch gerne in den letzten zwei Jahrhunderten) eine immer „ausgereiftere“ Verarbeitung der Lebensmittel fest und die quintessenz ist, dass es immer mehr fettleibige gibt. Ich nutze bewuss nicht das Wort Übergewicht, da das Gewicht meist ein falscher Indikator ist.

    Davon abgesehen wird immer weniger Bewegung im Alltag notwendig, wobei die Rechnung des Körpers auf das simpelste heruntergebrochen so einfach ist: Wenn man nur so viel zu sich nimmt, wie man verbraucht, baut man keine Fettreserven auf. D.h. entweder man verbraucht mehr – durch körperliche aktivität – oder man isst entsprechend. Dabei meine ich nicht zu wenig essen, dessen negativen folgen in dieser Artikelserie (fast zu wissenschaftlich 😉 ) beschrieben sind: http://edubily.de/2015/05/low-t3-syndrom/

    Zusammenfassend sind, aus meiner Sicht, eine naturbelassene und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung die Lösung (sehr?) vieler Probleme.

    VG Manu

  • macianerin

    Ich würde mal sagen: Versuch macht kluch – und wer heilt hat recht. Meine sämtlichen Werte haben sich dank Paleo und Bullet-Proof-Kaffee, den ich durchaus mit handelsüblichem Nespresso mache, wesentlich verbessert. Ebenso wie ich mein erreichtes Idealgewicht problemlos halten kann und deutlich wacher und konzentrierter arbeite, als das vorher der Fall war.
    Ob nun alle Ausführungen oben richtig oder falsch sind, interessiert mich wenig – mir gehts mit Paleo und Bulletproof gut, richtig gut sogar. Und damit ist es für mich, trotz obiger Aussagen, richtig.

    • edubilyde

      Das ist schön für dich, freut mich von Herzen.

      Nur, wie ich schon oft geschrieben habe: Jetzt ist nicht immer.

      Viel Erfolg für die Zukunft.

      PS: Paleo ist auch wieder so ein Begriff. Sind wir von edubily denn nicht auf der Paleo-Linie? Weichen wir ab?

      Herzlich,
      Chris

  • macianerin

    mmh – Paleo ist nur ein Name für artgerechte Ernährung. Dazu gehören für mich die empfohlenen Hülsenfrüchte und Soja ganz sicher nicht. Diese zu empfehlen, ohne gleichzeitig auch Hashimoto-Patienten (diese insbesondere in Bezug auf Jod in Braunalgen) sowie auch andere von Autoimmunerkrankungen betroffene davor zu warnen, halte ich schon für grob fahrlässig.

    Und wie gesagt: wem der Kaffee nutzt und hilft, wird sicher anderer Meinung sein, als die die hier im Artikel propagiert wird. Die DGE behauptet ja auch immer noch, das Getreide gut wäre. Deshalb wird das dennoch nicht richtiger.

    Und sogenannte wissenschaftliche Studien?? Naja – das Ergebnis solcher Studien bestimmt immer derjenige der sie auch bezahlt.

    • edubilyde

      Hallo,

      ich geistere nunmehr seit fast 10 Jahren in der Blog-Welt umher und ich persönlich hätte mich nie getraut, einen Kommentar unter einen x-beliebigen Post zu setzen, wenn ich den ganzen Kontext des Posts (also den Blog) offensichtlich und ganz deutlich nicht kenne.

      Diese Art von „Kritik“, das ist richtig macianerin, werden wir in Zukunft nicht mehr dulden.

      Denn es frisst Zeit und es kostet mich unendlich viel Kraft, ständig auf wiederkehrende Vorurteile etc. etc. etc. zu stoßen, die wir so mit Sicherheit schon tausendfach entkräftigt haben.

      Ich finde die Wortwahl, die du an den Tag legst, auch völlig daneben („probagieren“; „empfehlen“; „grob fahrlässig“).

      Daher: So etwas kann man sich insgesamt sparen oder einfach nicht mehr den Blog besuchen — eine Wohltat für alle Beteiligten.

      Danke.

  • CaptainHungerhaken

    Dieser Artikel verursacht offenbar sehr vielen große Bauchschmerzen. Muss also ganz offensichtlich die hässliche und unerwünschte Wahrheit drinne stehen… 🙂

  • Schneewittchen

    Hallo, ist eine Nahrungsergänzung mit Vitamin K2 sinnvoll? ( Menaquinon MK7 200yg)

  • Schneewittchen

    Ich fand den Artikel wirklich hochinteressant. Mein chemisches, insbesondere biochemisches Wissen reichte bei weitem nicht immer aus, leider… Trotzdem sehr schlüssig und auch verständlich, danke

  • lettertest

    Ein wirklich beeindruckend langer & gut recherchierter Artikel, vielen Dank dafür Chris. Bin seit 1-2 Wochen Bulletproof am testen und bei recherchen hier gelandet, danke dass du zum nachdenken und hinterfragen anregst – sollten wir ja eigentlich alle besser wissen. 2 kurze Fragen:
    a) gibt es dein Buch auch für den Kindle?
    b) du schreibst „Es geht auch anders“, mich würde sehr interessieren was du konkret zum Frühstück immer zu dir nimmst?

  • Christine Slotty

    Alles prima! Aber ich möchte anmerken, dass die Mär, Fett sei schrecklich ungesund, leider im Allgemeinen immer noch große Verbreitung findet! Das „Fett ist ungesund“ Glaubenssystem gehört in meinen Augen auf breiter Basis entkräftet.

    Wir selber haben eine zeitlang „LCHF“ gegessen und dadurch riesige, positive Effekte erzielt (Heilung von 10 Jahre andauernden Durchfällen innerhalb von drei Tagen). Aber wir haben es nie sklavisch durchgeführt, wir waren sicher zu keiner Zeit „kohlenhydratfrei“, und im Effekt bedeutete dieser Schritt einfach, dass wir insgesamt weniger Kohlenhydrate essen und viel weniger kritisch mit Butter- und Sahnekonsum umgehen! Dafür verzichten wir fast vollständig auf Zucker und essen deutlich weniger Kohlenhydrate als zuvor. Und das ist sehr positiv, es ging mir nie besser – ich persönlich kann zugucken wie ich zunehme, wenn ich zu viel Brot, Nudeln oder Süßes esse. Wenn man unsere Ernährungsweise nun „wissenschaftlich“ untersuchen würde, käme wahrscheinlich auch nichts anderes heraus als eine „ganz normale“ Ernährung, die im Einklang ist mit den Prinzipien, die hier bei Edubily beschrieben werden.

    Was ich sagen will: Manchmal sind solche „Extrembewegungen“ gar nicht so schlecht. Die Leute machen ihre eigenen Erfahrungen. Dogmatiker sind mir generell eher unsympathisch und vermutlich auch entsprechend ihrem Dogma tendenziell eher etwas ungesund. Man kann sowas wie den Bulletproof Coffee mal ausprobieren, und früher oder später relativiert sich das wieder – damit ist es auch nicht weiter schlimm, es mal ausprobiert zu haben. Viele Menschen gehen eben nicht so wissenschaftlich an die Sachen ran und fahren trotzdem gut, z.B. in diesem Fall, um mal mit Glaubenssystemen zu brechen („Fett ist böse“).

    Was Fettkonsum angeht, möchte ich sehr betonen, dass die Zuckerindustrie systematisch daran gearbeitet hat, Fett zu diskreditieren. (Arte / Zuckerlüge: https://youtu.be/VTCvmUfmXlo) Dadurch sind sicher sehr viele „glaubhafte“ Studien im Umlauf, die aber gerade daraufhin mal getestet und dann am besten aus allen Archiven gelöscht werden sollten (das sollte man vielleicht generell mal mit einer recht großen Zahl von Studien machen).

    Und ja, ich glaube, dass auch aufgrund dessen verdammt viele sehr gesundheitsschädliche Fette im Umlauf sind, weil wiederum „die Fettindustrie“ unendlich viel daran herumdoktern und -prozessieren musste, um das Zeug irgendwie unter die Leute zu bringen. Dasselbe mit der Milch – die durch industrielle Methoden in der Tierhaltung in beliebigen Massen hergestellt, keimfrei gemacht und in ihre Bestandteile zerlegt wird, um sie dann wieder in perfekt bemessenen Anteilen zusammensetzen zu können. Was dabei herauskommt hat für mich nicht mehr viel mit einem Lebensmittel zu tun.

    Das sind m.E. einige unserer größten Probleme! Und nicht, ob Leute nun Fett in ihren Kaffee machen oder nicht. Natürlich ist es trotzdem immer schön, solche Behauptungen fundiert entkräftet zu sehen und nachvollziehen zu können, wie sie entstanden sind. Ja, es werden von Menschen viel zu viele Korrelationen gesehen wo keine sind (und das nicht nur unter „Normalbürgern“).

    Nicht dass der falsche Eindruck ensteht, ich finde diesen Artikel und die ganze Seite hervorragend. Und wir trinken auch keinen Bulletproof Kaffee mehr. 😉

  • Tobi

    Klasse Artikel! Man merkt beim lesen das hier mehr dahinter steckt und recherchiert wurde im Gegensatz zu manchen „Glamour-Profit-Artikeln“. Die Ausführungen haben wissenschaftliche Substanz und lassen das ganze pseudo- Wissen außen vor, danke dafür!