Was T3- bzw. Zink-Mangel verursachen kann

… können wir nachlesen im International Journal of Trichology (also nicht im Werbemagazin einer Ergänzungsmittel-Firma).

Da geht eine 28-jährige zum Arzt und berichtet das Folgende:

  • Haarverlust, sogar über den Augen
  • Dünnes Haar
  • Trocken-schuppige Haut
  • Schwaches, energieloses Dasein (Depression)
  • keinen Appetit
  • Mondgesicht (aufgedunsenes Gesicht)

Wenn einer von euch so etwas aufzählen würde, würde mir sofort Proteinsynthese in den Sinn kommen. Einige von den Buchlesern haben die Wichtigkeit – glaube ich – nicht ganz verstanden. Ich schreibe nicht umsonst über Proteinsynthese und ATP-Produktion als die Marker deines Lebensgefühls.

Hören wir aber doch zunächst, was der Arzt sagt:

  • T3-Mangel, T4-Mangel und exorbitante TSH-Werte (64!) … normal wäre <3

Bei der Frau war sonst alles okay, aber sie hatte auch einen sehr niedrigen Hämoglobinwert von 9 g/dl.

Der Arzt gibt also Schilddrüsenhormon (T4), der Haarausfall und die trocken-schuppige Haut wurde dadurch allerdings nicht verbessert. Also misst der Arzt den Zink-Wert im Blut.

[su_quote cite=“Int J Trichology. 2013 Jan-Mar; 5(1): 40–42.“]… plasma zinc level was estimated, which was 62 mcg/dl (normal 66-144 mcg/dl and optimal levels 90-150 mcg/dl)[/su_quote]

Die Frau hatte also einen Wert von 0,62 mg/l – sogar die Autoren merken an, dass der Referenzwert zwar bei 0,66 mg/l beginnt, von „Optimal“ sprechen selbst diese Ärzte allerdings erst ab > 0,9 mg/l.

(Einen „richtig guten Wert“ hat man bei > 1,3 mg/l, besser 1,5 mg/l.)

Damit du das richtig einordnen kannst: 80 % der Klienten von mir haben solche niedrigen Werte, die stets unter 0,9 mg/l bleiben.

Die Frau bekam pro Tag 100 mg Zinkmonohydrat, aufgeteilt in zwei Dosen, jeweils 50 mg.

Das beeindruckende Resultat: Nach einem Monat war die Haut komplett (!) geheilt. Ebenfalls geheilt war ihre Depression und das Gesicht hat sich dermaßen verändert, dass die Ärzte sie kaum wiedererkannt haben. Nach 4 Monaten waren alle Haare wieder da.

Die Autoren merken an, dass eine Zink-Defizienz normalerweise nicht gut erkennbar ist anhand von Blutwerten und die Haaranalyse deutlich präziser ist, wenn es um die Feststellung eines Mangels geht (sollten wir uns merken …).

Die Autoren spekulieren, dass Zink etwas mit der Schilddrüsenfunktion beziehungsweise den Schilddrüsenhormon-Werten zu tun hat, denn erst nach der Gabe von Zink gab es diese beeindruckende Heilung.

Das ist Proteinsynthese. Haare, Neurotransmitter usw. sind das Resultat der Proteinsynthese.

Das aufgedunsene Gesicht war womöglich Resultat von zu wenig Plasma-Proteinen, denn: Die erzeugen einen osmotischen Gegendruck und sind dafür verantwortlich, dass das Wasser nicht im Gewebe verbleibt, sich dort staut.

Proteinsynthese, das schreibe ich hier regelmäßig, wird hauptsächlich reguliert durch Zink, Magnesium und T3 (aktives Schilddrüsenhormon).

Bedenke bitte: Das war ein außergewöhnlicher Fall. Du musst nicht warten bis dir Haare ausfallen. Aber wenn du keine Muskulatur aufbauen kannst oder dein Gesamteiweiß im Blut nicht ansteigt, dann solltest du über Zink nachdenken und an meine Worte denken: „80 % der Klienten von mir …“

Viel Erfolg.

Referenz

Binitha, M., Sarita, S. and Betsy, A. (2013). Zinc deficiency associated with hypothyroidism: An overlooked cause of severe alopecia. International Journal of Trichology, 5(1), p.40.

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Kupfer bitte ebenfalls kontrollieren bei Zink-Supplementation!
    Das geht in vielen Fällen runter.
    Frauen haben tendenziell höhere Kupferspiegel und weniger Probleme damit da eher kupferreichere und Zinkärmere Ernährung im Vergleich zu Männern.
    Dennoch sollte man auch das Kupfer und Coeruloplasmin bitte mitbestimmen da Zink eine Reihe von Enzymen induziert welche die Kupferaufnahme im Darm verringern.
    Gruß

  2. So, dass es im Blut stimmt 😉
    Als Richtwert kann ein Zink-Kuper Verhältnis etwa 10:1 angepeilt werden.
    Aber das ist alles Schall und Rauch, es zählt was im Blut und in der Zelle vorliegt.
    Wenn jemand ein Verhältnis 2:1 oder 1:1 braucht, dann ist auch das ok.

    Kupfer würde ich als organische -citrat oder -gluconat Verbindung empfehlen. Da es wie Zink ohnehin éinen flauen Magen auslösen kann, am besten zu einer zinkarmen Mahlzeit.

    Tendenziell morgens Kupfer, abends Zink (Testo-Biosynthese).
    Kupferreich sind viele Trockenfrüchte, Leber, Kakao, Cashews, Austern (ja, neben ihrem hohen Zinkgehalt intelligenterweise gleich eine große Menge Kupfer).

    UL für Kupfer liegt bei 5-10mg je nach Quelle,

    Gruß

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